210821 Weißstein (2.640m), Rosskogel (2.646m) ✨

Endlich schaffe ich eine Tour, die ich mir schon lange vorgenommen habe. Meinen Namensberg, Weißstein, zumindest fast… und den Rosskogel, den ich zu HTL Zeiten einmal von Oberperfuss begangen bin. Ich starte meine Tour am großen Parkplatz „Stieglreith“, hoch über Oberperfuss.

Es ist noch früh, dennoch steht die Sonne schon hoch am Himmel. Der Parkplatz ist gut besucht. Über die Skipiste geht der erste Teil des Weges, bald erreiche ich die Rosskogelhütte

An der Hütte vorbei ist mein nächstes Ziel das Rangger Köpfl…

…zuerst über die Skipiste…

… mit wunderschönen Blicken ins Inntal. Leider ist es diesig, und damit ist die Fernsicht gerade nicht so gut.

Bald rückt mein zweites Tourenziel ins Blickfeld, der Rosskogel. Erinnerungen an den Ewigkeitshatsch vor fast 30 Jahren kommen hoch.

Am Ranggerköpfl mache ich eine kurze Rast, und suche gleich einen Geocache, den ich rasch finde.

Die Aussicht auf das Inntal und die Hohe Munde bringen die nächsten guten Erinnerungen, die Tour mit Michi und Konrad, wieder zum Vorschein.

Da ich heute eine Überschreitung geplant habe, zweige ich beim Krimpenbachsattel (1.896m) Richtung Hundstalsee ab.

Am Schützensteig wandere ich hoch über der Inzinger Alm. Der Steig ist gut angelegt, manchmal ein wenig steil, aber gut begehbar. Da ein großer Teil dieses Abschnitts noch im Schatten liegt, und das Gras hoch steht, sind meine Hosenrohre bald „soachnass“.

Am Ende des Schützensteiges ist das Gras dann zum Glück nicht mehr so hoch und die Sonne scheint wieder auf den Weg. Bevor ich auf den Steig ins Seeloch abzweige, passiere ich noch einen schönen Bach…

… und eine verfallene Schafhütte. Nun sehe ich den weiteren Weg. War der Schützensteig fast eben vom Krimpenbachsattel bis zur Schafhütte, steilt der Weg nun wieder auf.

War ich bis jetzt alleine auf meiner Wanderung, gesellen sich nun ein paar Gruppen dazu, die alle Richtung Hundstalsee wandern.

Der Seebach sprudelt lustig vor sich hin und verführt mich zu dem Glauben, gleich mal am See zu sein. Leider weit gefehlt…

Nachdem ich den ersten Kessel hinter mir habe, sehe ich die nächste Steilstufe vor mir. Von See keine Spur weit und breit. Erst von oben offenbaren sich zwei Lacken.

Nach der zweiten Steilstufe erreiche ich den Hundstalsee mit dem berühmten Apollontempel. In 20 Jahren Bauzeit wurde dieser, dem griechischen Gott der Künste, von zwei tiroler Künstlern erbaut.

Der Platz ist malerisch, der Tempel auch… wenngleich das Bauwerk nicht immer gerne gesehen wurde. Sogar Gerichtsverhandlungen wegen unerlaubtem Aufstellen eines Bauwerks wurden gefochten. Schlussendlich wurde zugunsten der Künstler entschieden.

Vom See steige ich nun weiter auf, in die sogenannten Gruben. Eine richtige Mondlandschaft, die Wegfindung ist hier mehr als schwierig. Zum Glück gibt es Steinmander und ein paar Markierungen, die allerdings gesehen werden wollen.

Oben am Sattel angelangt, rückt das erste Mal der Weißstein in mein Gesichtsfeld. Ein wahrlich schroffer Zacken. Von hier schaut er nicht leicht besteigbar aus.

Zuerst muss ich wieder ein paar Höhenmeter absteigen, dann geht es wieder aufwärts. An der südlichen Mauer vorbei kommt der Einstieg in Sicht.

Eine Tafel warnt vor dem unbedachten Einstieg: „Weisstein – Gipfelanstieg sehr schwierig“. Das verspricht spannende Minuten. Die ersten Schritte sind schnell absolviert, dann muss ich eine erdige Rinne hochklettern.

Nicht immer ganz angenehm, aber dennoch gut machbar erreiche ich wieder einfachere Passagen. Eingeklebte Standhaken sind für schwächere Gipfelaspiranten vorhanden.

Schwere und leichte Passagen wechseln sich ab, einzig die erdigen Stellen machen keinen Spaß. Wahrscheinlich hat der letzte Starkregen hier seine Signatur hinterlassen, denn der Weg schaut nicht ganz „original“ aus.

Immer höher steige ich auf, bald kommt das Gipfelkreuz in Sicht. Nur noch kurze, relativ leichte Kletterstellen müssen bewältigt werden.

Vor dem Gipfel sind auch Seile eingebaut, die den Aufstieg erleichtern. Hier ist der Fels kompakt und gut zu erklettern. Genuss pur.

Dann stehe ich auf „meinem“ Berg, dem Weißstein. Weissensteiner steht auf Weißstein, geht mir als nicht-reimender Reim durch den Kopf… und heute kann ich den Gipfel sogar für mich alleine genießen.

Die Aussicht ist fantastisch, die schlechte Sicht vom Morgen ist vergessen, es ist warm, fast windstill, also so gut wie perfekt.

Ich bleibe eine kurze Zeit auf dem Gipfel, will aber, weil noch „warm“, gleich weiter klettern, denn der Weg zum Rosskogel hat noch ein paar pfiffige Stellen parat, denke ich mir.

Weit gefehlt, die Überschreitung zum Rosskogel ist am Anfang anregend, aber nicht schwer, die Wegfindung auch sehr gut. Und je näher ich dem Nachbarn komme, desto einfacher wird der Weg.

Der Weg führt meist südwärts in den Grashängen, vorbei an Schafen zum sanften Nachbarn.

Ein Blick zurück offenbart die Ostseite des Weißsteins. Ein schöner Berg, finde ich.

Ein ungleiches Paar, die zwei Bergnachbarn. Während der eine, gerade bestiegene, steil, schroff und abweisend wirkt, ist der Rosskogel ein wahrer Kogel… rund, sanft, leicht zu besteigen. Dementsprechend mehr Leute treffe ich hier.

Der Abstieg vom Rosskogel ist aktuell nur über die Ostseite möglich, am Nordgrat ist ein Wegstück abgebrochen, daher ist der Weg nicht begehbar.

Über den Ostgrat erreiche ich einen großen Wegweiser, der mich weiter über das Schartl in die Weite Grube führt.

Hier wird die Landschaft grüner, perfekte Almgründe mit viel Vieh. Immer mehr Almen, ja richtige Almdörfer sehe ich.

Auch hier finde ich wieder verfallene Gebäude, sehr zu meinem Gefallen…

Je tiefer ich komme, desto üppiger werden die Wiesen.

Wobei meine Vermutung ist, dass hier die meisten Almen mittlerweile nur noch dem Vergnügen dienen und nicht so sehr der Landwirtschaft…

Der Steig entlang der ganzen Hütten, immer mit toller Aussicht auf das Unterinntal, ist wunderschön und ein toller Abschluss.

Ein weiteres Ziel von mir sehe ich ganz am Schluss, den Großen und Kleinen Solstein, die auch noch auf eine Besteigung meinerseits warten.

Die letzten Meter steige ich wie in der Früh über die Piste ab, hoch über mir kutschieren die Gondeln Gäste hoch in Richtung Rosskogelhütte.

Nach über 6 Stunden, ohne große Pausen, außer jener am Rosskogel, bin ich froh, wieder am Ausgangspunkt zu stehen. Und zufrieden mit der schönen Runde bin ich allemal.

Tourendaten
Gesamtdauer: 6:40 h
Gesamtlänge: 20,44 km
Höhenmeter: 1.741 m

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