Das Wetter ist super gemeldet, die Schneelage relativ gut. Da bietet sich wieder mal eine Tour in der Nähe an. Die Route Roman, die Verbindung zwischen Patscherkofel und Glungezer steht auf dem Programm.
Mit der Patscherkofelbahn kommen wir unkompliziert auf 1.965m.

Von der Bergstation steigen wir gleich steil am Nordwesthang empor, vorbei an der alten Panoramabahn, deren Reste noch sichtbar sind.

Der Wald wird immer lichter, dafür die Aussicht großartiger. Von dieser Seite des „Kofels“ hat man einen wunderbaren Blick ins Stubaital, links die Serles, auf der rechten Seite die Kalkkögel.

Je weiter wir hochsteigen, desto mehr wird uns der Windeinfluss auf den Schnee bewusst. Die Schneegangeln erinnern mich immer wieder dran, dass die Natur ein Wunderwerk ist. Nur für kurze Zeit kann man diese Form bewundern, dann ändert der Wind auch schon wieder Kontur und Ausprägung…

Schließlich erreichen wir nach einem ungefähr Einstündigen Aufstieg den Gipfel des Kofels.

Hier rasten wir ganz kurz, dann fellen wir ab… nun steht ein wenig Abfahrt auf dem Programm…


Die Abfahrt über den Ostrücken ist wie schon von mir erwartet nicht grad eine Traumabfahrt, aber trotzdem irgendwie lustig. Zumindest liegt genug Schnee, über die Qualität kann man zweifelsohne streiten.

Bald erreichen wir das unbenannte Joch nach dem Ostrücken, hier folgend wir teils fahrend, teils schiebend dem weiteren Weg Richtung Lanserkreuz.


Nun heißt es wieder durch den Wald, teils am Grat entlang abfahren bzw. abrutschen. Ein Stück müssen wir gerade, mit geringem Gefälle noch fahren, dann erreichen wir Boscheben, das im Winterschlaf ruhende Almgasthaus (2.030m)

Hier, am Ellbögner Kreuz machen wir eine Pause, ein wenig heißer Tee und eine kleine Brotzeit stärken uns für den Weiterweg.

Aufgefellt haben wir rasch wieder, dann folgend wir dem Zirbenweg durch steilen Zirbenwald weiter Richtung Viggarspitze.

Bei einem Tal zweigen wir vom Zirbenweg ab und folgen nun, in ein paar steilen Kehren dem Tal immer Richtung Viggarspitze. Zurückschauend sehen wir den imposanten Gipfel des Patscherkofels mit der großen Sendeanlage.

War der Himmel in der Früh noch blau und klar, sind jetzt erste Cirren eingefallen, im Süden tummeln sich die ersten, unbedenklichen Wolken.

Die Spur ist schön angelegt, und wir kommen zügig weiter. Schon bald stehen wir am Fuße der Viggarspitze, die wir heute aber im Anbetracht der Gehstrecke nicht mitnehmen.

Lustige Schattenbilder begleiten uns, abgesehen von unserem Abbild sind aber keine weitere Bergaffine am Weg.

Immer weiter entfernen wir uns vom Kofel und nähern uns unserem höchsten Ziel, der Sonnenspitze. Die Aussicht auf die Landeshauptstadt ist toll, eine gute Fernsicht haben wir heute.

Der Blick gegen Südosten zeigt uns Kreuz- und Durrenseespitze, Tourenziele, die ich heuer im Sommer auf dem Programm hatte, davor die zwei Stufen mit „Gschriebener Stoan“ und „Blaue Seen“

Ein paar kurze Abfahren zwischendurch mit Fellen sorgen für Spaß, aber auch ein wenig Überwindung, da es teils recht steil zur Sache geht.

Dass die Natur auch hier Kunstwerke mittels „Windpinsel“ in die Landschaft gezaubert hat, ist bei dem heutigen Traumwetter ein auf Neudeutsch „Added Bonus“

Der Schlusshang auf die Sonnenspitze sieht aus der Ferne beeindruckend und auch recht steil aus, wir sind schon gespannt, wie die Verhältnisse dort sind. Im Nahbereich stellen wir schon fest, dass die Schneeoberfläche recht hart ist.

Wir legen sicherheitshalber die Harscheisen auf, und in ein paar Spitzkehren mühen wir uns den Hang hinauf. Allerdings hat der Hang aus der Nähe betrachtet seinen Schrecken verloren.

Die letzten paar Meter auf die Sonnenspitze sind wie erwartet sehr hart, das ist dem regen Ansturm aus dem Skigebiet geschuldet. Dafür haben wir für die Abfahrt dann auch fast pistenähnliche Verhältnisse.

Die Pause auf dem Gipfel der Sonnenspitze (2.639m) fällt wegen dem kühlen Wind entsprechend kurz aus, einen Schluck Tee aus der Thermoskanne gönnen wir uns dennoch. Dann richten wir uns für die Abfahrt ins Glungezer-Skigebiet her. Die Abfahrt ist dank der „Piste“ gut und lustig und bald erreichen wir die präparierte Abfahrt.

Ein Blick zurück lässt uns die untergehende Sonne erblicken, eine tolle, aber auch lange Tour liegt hinter uns.
Bei der Mittelstation steigen wir in die Gondel ein und fahren ins Tal. Unten angekommen, stellen wir fest, dass die Talabfahrt „auf eigenes Risiko“ befahrbar gewesen wäre… schade, das haben wir nicht gesehen. Aber das ist wohl der einzige Wermutstropfen des heutigen Tourentages!
Gemütlich tuckern wir mit dem Bus nach Hause… voller Eindrücke eines wunderschönen Tages!
Tourendaten
Gesamtdauer: 5:16 h
Gesamtlänge: 13,42 km
Höhenmeter: ∆ 1.106 m / ∇ 1.160 m



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