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210819 Patscherkofel (2.246m) – Sonnenuntergang

Ein königlicher Aussichtsberg, der sich sehr leicht, unter Zuhilfenahme einer Gondel „erobern“ lässt… das ist unser Hausberg „Patscherkofel“. Wir sind zu viert, neben mir sind noch Sara und Letu, weiters eine Freundin von Sara mit von der Partie. Am Parkplatz ist richtig was los. Am Donnerstag ist die Bergbahn immer bis 23:00 Uhr geöffnet und das zieht viele Leute an.

Mit der Bahn sind wir im Nu bei der Bergstation, ab hier gehen wir zu Fuß weiter.

Wir entscheiden uns für den direkten Weg auf den Gipfel, der zwar steil, aber kurz ist.

Rasch machen wir Höhe…

… und die Aussicht wird immer besser.

Nach 45 Minuten erreichen wir das Gipfelplateau mit dem markanten Sendemast.

Obwohl es diesig und die Fernsicht leider nicht so toll ist, die Stimmung und das Licht machen diesen Umstand allemal wett.

Am Gipfel ist, wie wir schon am Parkplatz vermuteten, die Hölle los.

Zumindest haben wir kein Problem, jemanden für ein Gipfelbild zu bekommen. Es ist kalt hier oben und wir ziehen gleich Jacke und Haube an.

Dann wird gebrotzeitet, ich habe noch extra einkauft.

Direkt neben uns starten noch ein paar Paragleiter, das ist natürlich für Letu ein Traum.

Fasziniert schaut er jedem einzelnen Paragleiter beim Start und Abflug zu…

Währenddessen haben die zwei Freundinen ein „Mordsgelächter“ und tauschen sich über verschiedenste Schulerlebnisse aus.

Die Jause schmeckt gut, aber wird immer kühler, daher brechen wir nach einer feinen Pause wieder auf.

Nun nehmen wir den längeren Weg über die Westflanke des Kofels für den Abstieg, denn da sehen wir noch den Sonnenuntergang.

Und fürwahr, der feurige Sonnenball verabschiedet sich, während wir den Weg hinuntergehen, in der Wolkenbank am Horizont.

Das Lichtspiel am Himmel ist ein Wahnsinn, wunderschöne Pastellfarben zeichnen sich auf den Wolken ab.

Zu schnell ist das Schauspiel vorbei, über den Steig spazieren wir wieder zurück zur Bergstation.

Der mächtige Betonklotz ist heute zum Brechen voll, Sara meint, es wäre heute „Steak-Abend“… klingt gut, aber nicht für uns.

Wir fahren um ca. 21:00 Uhr mit der Bahn ab und erreichen wohlbehalten den Parkplatz. Ein kurzer, aber schöner Abendspaziergang mit Brotzeit, das macht Spaß.

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:25 h
Gesamtlänge: 3,12 km
Höhenmeter: 317 m

210712 Rinner Alm (1.397m) und Aldranser Alm (1.495m)

Das Wetter ist schön, die Kinder unterwegs… da bietet sich eine spontane Solo-Wanderung auf die Mittelgebirgsalmen an. Mit dem Bus fahre ich nach Rinn, am Kirchplatz startet die Tour.

Der bekannte Steig zieht sich in angenehmer Steigung hinauf zur ersten Alm, einzelne Stellen sind lehmig und haben den letzten Regenguss noch nicht ganz verdaut. Dementsprechend matschig sind ebendiese.

Am Himmel kündigt sich nahendes Ungemach an. Der Blasius (Föhn) tobt in den Baumwipfeln, dass es nur so eine Freude ist. Am Waldgrund bekomme ich leider nur ab und zu eine kurze, kühlende Brise ab. Bei der überdurchschnittlichen Temperatur wäre das willkommene Erfrischung.

Nach 35 Minuten erreiche ich die Rinner Alm (1.397m). Da Montag Ruhetag ist, wasche ich mir nur kurz das Gesicht am Brunnen, trinke einen Schluck Wasser und mache ich auf den Weiterweg.

Relativ flach startet der zweite Teil der Wanderung durch schönen Bergwald. Am Boden sprießen schon die ersten Pfifferlinge, in den nächsten Tagen sollte hier was zu finden sein.

Kurz vor der Aldranser Alm, am Forstweg angelangt, wird der Weg nochmals ein wenig steiler. Die Aussicht auf das Inntal ist hier wie immer wunderschön.

Und dann lugt sie auch schon zwischen den Bäumen hervor, unsere Dorf-Alm. Hier ist ein wenig mehr los als auf der Rinner Alm, es ist ja auch normal offen.

15 Minuten habe ich von der Rinner Alm hierher gebraucht. Ich finde einen schönen Platz direkt vor der Hütte und bestelle mir ein Getränk und Saure Wurst. Mal schauen, ob die hier auch so gut ist wie letztes Mal auf dem Patscherkofel-Schutzhaus.

Das Essen ist wahrlich sehr gut, die Saure Wurst nicht vergleichbar ob der Zubereitung, aber dennoch lecker bis zum letzten Wurstblattl. Der Wind hat zugelegt, daher zahle ich und mache mich auf den Heimweg.

Die Sonne steht nun tief, es ist angenehm kühl geworden. Wunderschöne Farbspiele am Himmel lassen mich immer wieder innehalten.

Auf dem Weg nach Sistrans muss ich einige Bäche überqueren. Es fällt mir immer wieder auf, wenn ich hier unterwegs bin, wie feucht der Wald, wieviel Vegetation vorhanden ist. Ganz anders die Nordseite des Inntals, dort ist Wasser oft Mangelware.

Überall sehe ich Moosbeeren, Pilze, üppige Fauna.

Sogar ein regelrechtes Knabenkraut-Nest entdecke ich ein wenig abgelegen

Die Sonne ist nun fast am Horizont angekommen, orange leuchtet der Wald…

… eine magische Stimmung, die mit der Handykamera leider nicht so gut eingefangen werden kann.

Ich entdecke immer wieder neue Pfade, die ich mir unbedingt merken muss. Das wären schöne Wanderungen, wenn es mal nicht in die Höhe gehen muss.

Aus dem Wald heraus quere ich über ein gemähtes Feld, dann stehe ich vor den Toren Sistrans. Weizenfelder wogen im wieder stärker gewordenen Wind.

Auf dem Weg von Sistrans nach Aldrans entdecke ich noch eine Kuriosität. Ein Feld, das keinen direkten Nutzen für den Bauern hat (von der Nachhaltigkeit abgesehen). Ein Feld laut Schild mit „Zwischenfrucht für Humusaufbau“. Der letzte Satz am Schild gefällt mir besonders: „… hervorragende Bienen und Insektenweide, soll Freude bereiten.“ Und das tut sie…

Ein nächstes Highlight ist eine wunderschöne Eiche, die ganz alleine an einer tollen Stelle steht. Im Hintergrund ist der Patscherkofel sichtbar.

Schlussendlich erreiche ich über Rans wieder mein trautes Heim… eine gemütliche Runde, die ich sicher wiederholen werde, geht zu Ende.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:25 h
Gesamtlänge: 10,45 km
Höhenmeter: 626 m

210711 Patscherkofel (2.246m)

Nachdem wir Freitag und Samstag auf der Hütte gemäht habe, will ich heute noch einen feinen, gemütlichen Wochenendausklang mit Letu machen. In der Früh schüttet es aus Kübeln, daher bleiben wir erst zu Hause. Am späten Vormittag schaut das Wetter besser aus, also könnte sich der Patscherkofel ausgehen.

Mit der neuen Bahn fahren wir bis zur Bergstation, dort starten wir am Steig unsere Wanderung zum Hausberg.

Es hängen noch immer einige Wolken am Berg und immer wieder ziehen Nebelwände ein, aber die Temperatur und auch die Stimmung passt uns sehr gut.

Schon bei den ersten Schritten ist uns ausgefallen, dass die Almrosenblühte im vollen Gange ist und überall das wunderschöne Rot hervor leuchtet.

Kurze Sonnenfenster wechseln sich mit dichten Nebelbänken ab, immer wieder öffnet sich der Blick ins Inntal.

Fast am Gipfel angelangt, überwiegt dann die Sonne. Ein Vorteil dieses wechselhaften Wetters ist der geringe Ansturm auf den Gipfel.

Ist man hier an schönen Tagen fast schon verzagt ob der Massen, ist heute fast niemand am Weg.

Bald sehen wir den Funkturm, das Wahrzeichen, vor uns auftauchen. Jetzt wissen wir, wir haben es fast geschafft.

Am Gipfelkreuz machen wir eine Pause, dann spazieren wir zur Gipfelstube und gönnen uns ein Kaltgetränk.

Unser weiterer Weg führt uns nun über den Osthang Richtung Boscheben.

Unterwegs finden wir ein Schild, „Patscher_ofel Gipfelstube“ könnte man fast meinen, wenn man nicht genauer hinschaut.

Der Blick zurück zeigt uns nochmals den Gipfel des Kofels. Dies ist der selbe Weg, den ich auch heuer im Winter mit Tourenski gegangen bin.

Richtung Viggartal sehen wir den Morgenkogel und im Tal das Meissnerhaus. Beides schöne Ziele, die ich gerne wieder mal besuchen möchte…

Schlussendlich erreichen wir Boscheben, hier ist unser Umkehrpunkt. Wir kreuzen nun auf den Zirbenweg und laufen zurück zur Bergstation.

Unterwegs treffen wir so manchen Bekannten, der den nun sonnigen Tag ausnutzt. Es fällt wieder einmal auf, dass der Zirbenweg zu einem Großteil von einheimischen Familien genutzt wird.

Den meistfotografierten Baum am Zirbenweg können wir natürlich auch nicht auslassen, zu schön ist diese Szene.

Am Schluss des Wegs gehen wir noch durch das Start- oder Endtor (je nach Sichtweise), und stehen beim Schutzhaus.

Hier kehren wir ein, Letu vernascht einen Apfelstrudel, ich gönne mir eine Saure Wurst. Das Essen ist delikat, und die Bedienung super. Gerne wieder mal.
Die Tour selber war heute kurz, aber auch das braucht´s dann und wann. Uns hat es viel Spaß gemacht und das Wetter war schlussendlich auch viel besser als angenommen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2 h
Gesamtlänge: 6,01 km
Höhenmeter: 406 m

210619 Bergfeuern Viggarspitze (2.306m)

Wie schnell die Zeit vergeht, erkennt man an jährlich wiederkehrenden Ereignissen. Einer dieser Termine ist das alljährliche Bergfeuern mit den Junghuttlern. Nachdem heuer erst eine sehr überschaubare Anzahl an Teilnehmern „angemeldet“ ist, füllten sich dann im letzten Moment doch die Reihen und es wird eine spaßige Tour…

Bis zum Issboden lassen wir uns wieder fahren, ab hier geht es dann zu Fuß weiter. Jeder bekommt ein kleines Zusatzpaket, seien es Getränke oder Granulat für das Feuer.

Bis jetzt hat sich das Wetter ganz gut gehalten, aber der Blick gen Westen, wo sich die Sonne gerade zur Ruhe begibt, verheißt nichts Gutes. Wir bleiben vorerst optimistisch und gehen weiter.

Bald schon kommt unsere Viggarspitze in Sichtweite, nun ist es nicht mehr so weit.

Ein kleines Schneefeld müssen wir beim Aufstieg bewältigen, der Schnee ist weich und daher die Gefahr gering.

Ein Blick zum Kofel offenbart ein riesiges Feuer bei Boscheben… das muss ja von der Nähe gigantisch sein, denken sich auch die Jungs staunend…

Während wir kurz vor dem Gipfel sind, sehen wir im Oberland schon die ersten Gewitterregen niedergehen. Wir spüren zwar auch ein paar Tropfen, aber der große Regen bleibt aus.

Unser Trupp hat sich reicht zerfleddert, ein paar der stärkeren Jungs sind schon oben, andere sind noch auf dem Weg zum Gipfel.

Aber alle erreichen das Ziel, und nun fängt der Spaß an. Schnell werden die Granulate verteilt und für das Tal gut sichtbar aufgeschichtet.

Ein kurzes Gipfelfoto geht sich auch noch aus, einer der Gipfelstürmer hat eine Drohne mitgebracht, die wunderbare Fotos schießt. Und das bei nicht zu unterschätzendem Wind.

Schließlich ist es dunkel und die Feuer werden angezündet. Die Flammen können, wie wir vom Tal bestätigt bekommen, in Aldrans gut gesehen werden. Mission 2021 erfüllt…

Wir bleiben noch ein wenig auf dem Gipfel, den Jungs macht es richtig Spaß. Heuer ist es nicht kalt, daher kann man es recht gut aushalten. Aber irgendwann ist immer Schluss, wir müssen ja wieder zurück ins Tal.

Während dem Abstieg schauen wir nochmals zurück, die Flammen sind noch sehr gut sichtbar.

Am Issboden genießen wir ein Bier, bzw. die Jungs ein Safterl, anschließend fahren wir wieder ins Tal. Die Fahrt talwärts dauert fast gleich lange wie die Auffahrt. Um kurz nach 24:00 Uhr sind wir wieder am Dorfplatz.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:03 h
Gesamtlänge: 4,44 km
Höhenmeter: 587 m

210614 Rinner Alm (1.384m)

In letzter Zeit hat sich die Rinner Alm wegen ihrer feinen Lage für mich zu einem beliebten Aufstieg gemausert. Zum Ersten ist die Erreichbarkeit per Bus sehr gut, weiters ist die Strecke für eine „Afterwork-Tour“ prädestiniert und die Alm ist auch sehr gemütlich.
Daher zieht es mich immer wieder hier rauf. Über den Anstieg brauche ich nicht mehr viel erzählen, deshalb stelle ich hier nur ein paar Impressionen ein:

Nach 38 Minuten treffe ich oben auf der heute geschlossenen Alm einen Innsbrucker, mit dem ich ein sehr feines Gespräch führe… rasch vergeht die viel zu gemütliche Zeit hier oben. Eine feine Tour bei bestem Wetter.

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:14 h
Gesamtlänge: 5,30 km
Höhenmeter: 495 m

210522 Ausflug Silberbergwerk und Hubertusweg

Das Wochenende steht vor der Tür, die strengen Corona-Maßnahmen purzeln stückweise, endlich können auch Gastronomie und touristische Angebote, vorbehaltlich dem „G*G*G (Geimpft*Genesen*Getestet) besucht werden.
Die Kinder sind motiviert, das Wetter ist gut, daher rauschen wir nach Schwaz. Das Silberbergwerk steht heute auf dem Programm…

Bei Ankunft stellen wir fest, dass fast keine Leute da sind. Das sind schon mal gute Voraussetzungen. Ob wir reserviert haben: „Nein“, „Welches *G* können wir vorweisen?“, „Getestet“, Ja, dann viel Spaß.
Nach kurzer Wartezeit fahren fahren wir in den Berg ein… immer wieder ein tolles Erlebnis.

Normalerweise bekommt man Mäntel gegen die Feuchte, aber das ist wegen Corona aktuell nicht möglich, daher müssen wir mit unsere recht sommerliche Kleidung auskommen. Die Führung ist uns wohl bekannt, dennoch staunen wir immer wieder über die beeindruckende Mine, besonders über die Schwazer Wasserkunst.

Scheinbar wurde die Lockdown-Zeit ein wenig genutzt, um das Bergwerk ein wenig aufzupeppen. Das fällt auf jeden Fall positiv auf.

Beeindruckend sind die Trockenmauern, die hier im Bergwerk überall aufgeschichtet wurden. Durch die spezielle Bauweise werden die Mauern durch den Bergdruck immer fester…

In den schmalen Gängen muss man teils gebückt laufen, früher waren die Menschen halt doch ein wenig kleiner.

Über die bekannte Treppe „Rummel-Di-Pumpel, Weg-war-der-Kumpel“ erreichen wir auch wieder das Ende der Tour und die Eisenbahn hinaus ins Freie… ein tolles Erlebnis, immer wieder.

Im Anschluss besuchen die Kinder einen Spielplatz, während ich einen Geocache suche. Zufällig ist die Aussicht von eben diesem Versteck genau auf den Eiblschrofen mit dem bekannten Felssturz von 1999 ausgerichtet.

Um dem Bewegungsdrang noch nachzugeben, spazieren wir von Pill auf dem Hubertussteig unterhalb des Kellerjochs in Richtung Osten. Ein gemütlicher Steig, mit nur moderate Steigungen und sehr schönen Abschnitten, wie diesem Bächlein vorweist.

Den Kindern macht es Spaß, mir auch. Und „zufällig“ finde ich noch 2 Geocaches auf dem Weg 😁.

Wir gehen nicht den gesamten Weg ab, weil wir wieder retour zum Auto müssen.

Die Natur ist hier eindeutig im Frühjahrsmodus, überall wächst und gedeiht es. Die Vögel pfeifen von den Bäumen und überall wuselt es.

Der Rückweg zieht sich dann doch ein wenig, aber wir verzagen nicht…

… im Gegenteil, es macht einfach nur Spaß, im Freien zu sein.

Kurz bevor wir Pill wieder erreichen, machen wir noch eine Verschnaufpause und genießen das Panorama, das sich uns bietet… im Vordergrund der Inn, im Hintergrund das Karwendel.

Immer wieder muss ich mir vor Augen führen, wie froh wir sein müssen, eine so schöne Natur und ein wunderbares Landl zu haben. Es ist einfach nur herrlich hier!

210425 Pfoner Kreuzjöchl (2.640m) ✨

Auch wenn sich im Tal schon die ersten Motorradfahrer, Rennradfahrer und sonstige Sommersportler tummeln, zieht es mich dennoch nochmals hoch in weiße Gefilde. Mit Wolfi habe ich schnell einen Verbündeten gefunden, und das Ziel ist auch bald ausgemacht. Das Pfoner Kreuzjöchl, auf meine Liste schon längst fällig, wird heute besucht.

Start ist beim allseits bekannten Hinterlarcher (der mit den niedrigen Parkgebühren). Hier beschleichen uns erste Zweifel, ob nicht die Liegewiese am Baggersee die bessere Wahl gewesen wäre. Kein Fleckchen Schnee weit und breit, und wir liegen hier immerhin schon auf über 1400 m. Ein Blick ins hintere Tal verrät uns, dass es dort auch nicht so gut ausschaut. Was tun?

Der Forstweg ist auch aper, dennoch wollen wir unser Glück versuchen. Die Ski am Rücken sind schwer, dennoch marschieren wir frohgemut bergan. Irgendwann erscheint uns die Schneelage auf der Forststraße genügend zu sein, um auf die Ski umzusteigen.

Obwohl der Schnee mittlerweile immer mehr geworden ist, müssen wir dennoch an kurzen Stücken die Ski tragen.

Der Blick ins Wipptal, Richtigung Serles signalisiert uns, dass in dieser Höhe, wie zum Beispiel am Gleinser Berg der Frühling klar die Oberhand gewinnt.

Ab dem Arztaler Niederleger ändert sich die Situation und unsere Stimmung schlagartig, harten, wunderbarer Frühlingsschnee, in mehr als ausreichender Menge. Jetzt sind wir überglücklich, das Wagnis eingegangen zu sein.

Der einzige Wermutstropfen ist die doch relativ dichte Bewölkung. Zwar blitzt die Sonne immer wieder durch sich öffnende Fenster hervor, aber für eine richtige „Firnerei“ ist das halt einfach zu wenig.

Wenn die Sonne allerdings mal raus schaut, dann verzaubert sie die Landschaft. Die Lufttemperaturen sind mild, daher können wir mit T-Shirt aufsteigen.

Den heutigen Routenverlauf konnten wir bei der Tour vor ein paar Tagen, die wir beim Niederleger ausklingen haben lassen, gut einsehen. Nie hätten wir vermutet, so schnell wieder hierzu sein.

Schönste Skihänge eröffnen sich vor uns, der weitere Tourenverlauf ist gut einsehbar. Wir müssen den Hang queren, anschließend verläuft der Weg über den sanften Grat.

Die Sonne scheint um diese Jahreszeit schon recht intensiv, allerdings merken wir an bestimmten Stellen einen unangenehmen, kühlen Wind… wohl ein Vorbote des kommenden Wetterverschlechterung.

Schließlich sehen wir unser Ziel, den Gipfel des Pfoner Kreuzjöchls zum Greifen nahe. Der Aufstieg war unproblematisch, aber lang. Die Harscheisen konnten heute auch im Rucksack verbleiben…

Die Aussicht ins Tal ist wie immer sensationell, das Inntal ist schon grün, auf den höheren Gipfeln liegt aber noch gut Schnee…

Den normalerweise gut besuchten Gipfel müssen wir heute nur mit einer weiteren Tourengeherin, die von Navis aufgestiegen ist, teilen. Zu unserem Leidwesen müssen wir zugeben, dass sie mit der südlichen Abfahrt wohl den Joker gezogen hat…

Nach kurzer Pause auf dem Gipfel, es ist relativ kühl, fahren wir an unserer Aufstiegsroute ab. Beim Aufstieg haben wir schon ein paar Bruchharschfelder überquert, dementsprechend gespannt sind wir auf die Abfahrt.

Die Fahrt ist dann aber richtig gut, wir haben zwar keinen Firn, aber feine, harte Skifelder in der Abfahrt. Erst weiter unten wird der Schnee weicher.

Im Rückblick sehen wir einen wunderschönen Firnspiegel, aber heute würde wahrscheinlich auch das Warten nicht viel nützen, zu sehr wurde die Sonne durch die Wolkenfetzen behindert.

Die Abfahrt ist teils rasant, teils selektiv, wie Wolfi so schön sagt. Dennoch muss ich unumwunden zugeben, dass ich die Abfahrt entgegen erster Annahmen sehr genossen habe. Vor dem Niederleger zweigen wir in die Nordhänge auf der südlichen Bachseite, da liegt noch eindeutig mehr Schnee…

Durch den Wald ist die Abfahrt durchwachsen, aber wohlbehalten erreichen wir den kleinen Steg, der uns wieder auf die „richtige“ Seite des Baches bringen wird.

Über die Brücke müssen wir die Ski tragen, aber noch sind wir noch nicht fertig mit dem Skivergnügen. Am Forstweg liegt hier noch ausreichend Schnee für die Abfahrt.

Auch hier wieder merkt man, wie extrem die Gegensätze im Frühjahr sein können. Während wir mit den Ski abfahren, kommt uns ein Ebiker entgegen, später auch noch ein paar Wanderer, die uns zugegebenermaßen ein wenig verwundert anschauen.

Irgendwann ist mit dem Abfahrtsvergnügen doch Ende, und wir entledigen uns unserer Skier und ziehen die „normalen“ Schuhe an. Damit ist der Abstieg leichter zu bewerkstelligen.

Während Wolfi drei Schneefelder weiter unten die Ausrüstung verstaut, habe ich schon früher aufgegeben und bin in den Wandermodus gewechselt.

Der Weg zum Parkplatz vermittelt dann wieder den gleichen Eindruck, den wir in der Früh schon hatten… das Frühjahr ist da. Und dennoch sind wir überglücklich, hier nicht klein beigegeben zu haben, sondern den strapaziösen An- und Abstieg dennoch in Kauf genommen zu haben.

So sind wir schlussendlich nochmals richtig auf unsere Kosten gekommen. Eine tolle Tour in einem wunderschönen Gebiet.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:45 h
Gesamtlänge: 14,93 km
Höhenmeter: 1.250 m
Ausrichtung: W, NW
Lawinenwarnstufe: 1 (Vormittags)

210416 Seeblesspitze (2.628m) ✨

Der Winter ist in den letzten Tagen wieder bis in die Tallagen vorgedrungen, die Berge glitzern in reinstem Weiß. Wolfi macht den Vorschlag, den Tag frei zu nehmen für eine Skitour. Nach kurzer Suche entscheiden wir uns für das Arztal. Eigentliches Ziel soll die Grünbergspitze sein, aber dazu später…

Start ist beim bekannten Parkplatz Hinterlarcher, jedes Mal wieder begeistert mich hier die faire Parkgebührenpolitik! Danke an dieser Stelle dafür!

Die Schneelage erscheint beim Hinterlarcher erst nicht üppig, aber am Forstweg liegt bald genug Schnee, um die Ski anzuschnallen.

Mit jedem Meter wird die Schneehöhe besser. Eine Spur führt hinein ins Arztal, jedoch sind seit dem letzten Schneefall nicht mehr viele Leute hier gewesen.

Ich kenne den Weg zum Arztal Niederleger vom Sommer, da ich hier ein paar Mal unterwegs war, aber im Winter verändert sich die Landschaft dennoch stark…

Wolfi ist seinen neuen Skiern unterwegs, das merke ich speziell am Tempo, das heute deutlich zugelegt hat.

Kurz nach dem Niederleger, über eine Kuppe kommend, eröffnet sich das wunderschöne Skigelände des hinteren Arztals.

Mit uns sind zwei junge Männer am Weg, die uns beim Aufstieg überholen. Das ist uns nicht unrecht, denn diese legen nun eine schöne Spur und machen uns den Aufstieg angenehmer.

Immer wieder bewundern wir die Auswirkungen des letzten Wintereinbruchs. Es ist kühl, aber sehr sonnig. Dementsprechend glitzert die Sonne auf der Schneeoberfläche…

Am Ende des Almbodens erklimmen wir eine etwas steilere Stufe und erreichen den Arztaler Hochleger.

Im Hintergrund sehen wir unser eigentliches Ziel, die Grünbergspitze (2.790m). Wir müssen noch ein gutes Stück aufsteigen, das Gelände ist jedoch sehr angenehm zu begehen.

Die Grünbergspitze teilt sich einen großen Teil des Aufstiegs mit der Seeblesspitze, er im Bereich der Seeblesböden teilt sich der Weg. Hier stellen wir fest, dass der weitere Aufstieg zur Grünbergspitze schon einen unangenehmen Harschdeckel aufweist, daher beschließen wir kurzentschlossen, auf die Seeblesspitze mit ihren Nordhängen auszuweichen. Hier lockt noch Pulverschnee…

Der Blick von dieser Höhe ins Wipptal lässt uns fast vergessen, dass es schon Mitte April ist.

Vor dem Gipfel wird es nochmals ein wenig steiler, der Untergrund ist sehr hart, daher ziehe ich mir der Bequemlichkeit geschuldet Harscheisen an. Es sind zwar nur ein paar kurze, rutschige Stellen, aber ich bin dennoch froh, die kleine „Krallenhilfe“ zu haben.

Schließlich erreichen wir unser Tagesziel, auch wenn sich dieses erst während der Tour ergeben hat.

Ein Gipfel mit schönem Gipfelkreuz erwartet uns. Es ist richtig zapfig (kalt) am höchsten Punkt, garniert mit eine „Wipptal-üblichen“ Brise. Eine lange Pause wird das hier also nicht werden…

Der Blick nach Osten zeigt uns noch die Grünbergspitze mit feinen Skihängen, wenn denn die Schneequalität passt.
Mittlerweile sind mit uns sechs Leute auf dem Gipfel, das Gedränge hält sich allerdings sehr in Grenzen… mich fasziniert die Ruhe in diesem Tal, berücksichtigt man die Nähe zu Innsbruck, immer wieder.

Da die Kälte echt unangenehm ist, verstauen wir unser Zeug und stürzen uns ins Vergnügen. Und das ist es im oberen Teil auch wirklich. Waden-tiefer, sehr feiner Pulverschnee. Und das Gefälle ist auch perfekt, um ein paar schöne Schwünge in den frischen Schnee zu ziehen.

Gemessen an der Schneequalität ist diese Tour mein Highlight im Winterhalbjahr 2020/2021. Um es mit Wolfi´s punktgenauen Worten zu wiederholen: „Perfekt!“

Wir genießen die Abfahrt, bei einer nicht so steilen Passagen verschneide ich einmal und schaue als Konsequenz aus wie ein Schneemann… egal, es macht einfach Spaß.

Bis zum Hochleger finden wir besten Pulver vor und Wolfi beweist sein untrügliches Gespür für die besten Ecken, unverspurt und fein zu fahren.

Je tiefer wir abfahren, desto mehr leidet die Schneequalität. Das Frühjahr ist trotz niedrigen Temperaturen mit einer starken Sonneneinstrahlung merkbar.

Dennoch, der Spaß der Abfahrt ist uns in die Gesichter geschrieben, auch wenn ich mir immer wieder ein wenig besseres Skikönnen wünschen würde.

Beim Arztaler Niederleger (Arztalalm) machen wir unsere wohlverdiente, am Gipfel ausgefallene Pause. Die Sonne scheint genau auf die windgeschützte Bank, da schmeckt die Jause gleich doppelt.

Die Aussicht, mit wunderschönen Abfahrtsspuren, zeigt uns das Pfoner Kreuzjöchl, eine Tour, die noch auf meiner Liste steht.

Die weitere Abfahrt bestreiten wir über die Forststraße, der Schnee ist nun schon schwer, Kurven zu fahren eine Kunst…

Wir können trotzdem fast bis zum Ende der Forststraße abfahren, am Schluss schaut so mancher Stein aus dem Schnee, außer ein paar Schreckmoment entsteht jedoch kein bleibender Schaden…
Eine wunderschöne Tour, die mir sehr viel Spaß gemacht hat. Und wenn es ist letzte Tour für heuer wäre, sie wäre absolut würdig dieses Titels..

Tourendaten
Gesamtlänge: 15,56 km
Gesamtdauer: 4:47 h
Höhenmeter: 1.355 m
Lawinenwarnstufe: 2 (Triebschnee)

210409 Rinner Wald

Eigentlich ist das Ziel eine schnelle Runde auf die Rinner Alm gewesen, aber wegen umfangreichen Holzschlägerarbeiten können wir den gewohnten Weg nicht benützen.
Die Alternative erweist sich als nicht ganz so günstig, irgendwann beschließen wir, den Weg nicht weiter zu verfolgen und die Rinner Alm Rinner Alm sein zu lassen. Die läuft uns schon nicht weg.
Wir lassen es uns nicht verdrießen, trinken ein gemütliches Bier aus Manni’s Rucksack (der muss in dem kleinen Ding eine Quelle haben), und spazieren wieder zum Ausgangspunkt. Hauptsache draußen in der wunderschönen Natur…

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:45 h
Gesamtlänge: 5,31 km
Höhenmeter: 373 m

210329 Sonnenspitze (2.639m)

Die Zeitumstellung bringt abgesehen von einem durcheinander gewirbelten Biorhythmus auch gewisse Vorteile. Die Sonne steht länger am Firmament, so kann nun manche Tour, die besser bei Tageslicht begangen wird, auch nach der Arbeit durchgeführt werden.

Mit Wolfi treffe ich mich heute, um die Sonnenspitze im Glungezergebiet zu besteigen. Der erste Teil ist ident mit dem mir sehr bekannten Aufstieg auf den Schartenkogel.

Da aktuell das FIS-Rennen stattfindet, wurden wir vom zuvorkommenden Liftpersonal informiert, nicht die Piste, sondern die Skitourenroute zu verwenden. Und speziell bei der Abfahrt sollten wir auf entgegenkommende Ratracks achten.

Im oberen Teil der „Pistentour“ kürzen wir ein wenig über Gelände ab. Vor uns, als mächtiger Block, ergebt sich das Glungezermassiv.

Kurz vor Erreichen des Schartenkogel zweigt der Weg nach Westen ab. Wir verlassen die Piste und steigen über eine gut ausgetretene Skispur höher.

Die Frühlingssonne scheint schon recht warm, daher können wir den Aufstieg „hemdsärmelig“ bestreiten, ein Privileg des Frühlings…

Lange stehenbleiben dürfen wir trotzdem nicht, sobald der „Motor“ runterfährt, wird es kühl… und animiert uns sogleich, weiterzugehen.

Der Gipfel des Glungezer, des Nachbargipfels „unserer“ Sonnenspitze, kommt in Sichtweite. Auf seinem Haupt, bzw. ganz in der Nähe steht die berühmte Glungezerhütte und die militärische Einrichtung „Goldhaube“.

Unser Ziel ist nun auch in greifbarer Nähe gerückt, einen letzten Hang müssen wir noch im Zickzack aufsteigen.

Dann stehen wir auf dem höchsten Punkt der Tour, der Sonnenspitze (2.639m). Die Aussicht ist phänomenal, es ist fast windstill auf dem Gipfel und die Sonne lacht noch schwach vom Himmel.

Der Blick nach Westen zeigt mir den Verlauf einer meiner heurigen Touren, der „Route Roman“.

Nach Osten liegt das schon grüne Inntal vor uns, auf den Bergen liegt aber noch genügend Schnee, um noch die eine oder andere Tour zu ermöglichen.

Am Gipfel ist es kalt geworden, daher fahren wir ab. Der erste Teil ist gut befahren, aber dennoch im Gelände. Da stellt sich Buckelpistengefühl ein.

Den unteren Teil bestreiten wir im Skigebiet, einmal kürzen wir noch über eine weitere Buckelpiste ab. Die Sonne steht nun tief und zaubert warme Farben auf die bestens präparierte Pisten.

Mit der Gondel fahren wir das letzte Stück ins Tal, am Parkplatz genießen wir noch die letzten Strahlen der untergehenden Sonne… perfektes Timing zu einer perfekten After-Work-Tour.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:50 h
Gesamtlänge: 10,17 km
Höhenmeter: 1.185 m
Lawinenwarnstufe: 2 (Altschneeproblem, Gleitschneeproblem)