Archiv der Kategorie: Wandern

220614 Rinner- und Aldranser Alm

Eine kleine, aber feine After-Work-Tour sollte es heute werden. Das Wetter ist super, es ist sehr warm, daher wähle ich den Weg auf die Rinner- und Aldranser Alm. Den Rückweg, wie schon öfter exerziert, bewältige ich über die Aste, das kleine Industriezentrum in Aldrans und über den Wald retour nach Hause.
Der Aufstieg ist speziell bei warmem Wetter ein Genuss, denn fast immer wandelt man durch kühlen Wald, nur kurz unterbrochen von Stellen mit schöner Aussicht auf das Tal.

Die Rinner Alm (1.380m) erreiche ich nach flotten 38 Minuten, von einer Einkehr sehe ich ab, zu viel Volk hat sich auf der Terrasse versammelt und ich bin alleine unterwegs. Der feine Waldweg zur Aldranser Alm (1.511m) ist in 15 Minuten bewältigt, auch hier das selbe Bild… viele Mountainbiker, die meisten mit Motor genießen die Abendsonne.
Über die Forststraße, teilweise joggend erreiche ich zuerst das Wasserbassin von Aldrans, anschließend die Aste und schlussendlich wieder das Dorf.

Eine feine Tour bei bestem Wetter. Da bin ich froh, dass ich mich aufgerafft habe 😊.

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:59 h
Gesamtlänge: 11,05 km
Höhenmeter: △ 595m / ▽ 716 m

220606 Rinner-, Aldranser-, Sistranser Alm

Die Kinder sind schwer beschäftigt, das Wetter zu schön, um im Haus zu bleiben, also mache ich mich mit dem Bus auf nach Rinn. Mein erstes Ziel soll die Rinner Alm sein. Der Start ist mitten im Dorf bei der Kirche, über den Parkplatz erreiche ich den Steig.

Da ich alleine bin, kann ich ein wenig auf die Tube drücken, rasch wandere ich den Rinner – Almensteig empor.

Immer wieder eröffnet sich ein schöner Blick auf Innsbruck, doch viel Zeit zur Umschau gönne ich mir heute nicht. Nach 36 min. erreiche ich die Rinner Alm. Die Terrasse ist total voll, das war auch zu erwarten.

Daher beschränke ich mich auf einen Gruß zu den Wirtsleuten, dann gehe ich flotten Schrittes weiter zur Aldranser Alm.

Der Abschnitt zwischen Rinner- und Aldranser Alm gefällt mir auf dieser Strecke fast am Besten, wunderschöne, kühle Waldpassagen sind auch an heißen Sommertagen angenehm zu erwandern. Auf der Aldranser Alm ist auch richtig was los, daher hier das selbe Spiel… ich Grüße und gehe weiter.

Nach kurzer Überlegung und Blick auf die Uhr beschließe ich, noch weiter auf die Sistranser Alm zu gehen. Bei dem Wetter sollte man jede Sekunde auskosten. Schon bald erreiche ich diese auch sehr fein gelegene Alm, hier möchte ich mal wieder mit dem Rad rauffahren.

Nach drei Almen habe ich heute genug, nun wandere ich talwärts, das nächste Etappenziel ist Sistrans.

Schon nach kurzer Wanderung erreiche ich den Parkplatz, den Ort quere ich flott. Auf einem Schild kann ich nochmals die Richtungs- und Zeitangaben der einzelnen Almen überprüfen…

Der Weg von Sistrans nach Aldrans führt über Rans, der Mais auf den Feldern schießt schon aus dem Boden. Wie schon gestern festgestellt, hat der Regen hier gut getan.

In Richtung Oberland und Martinswand breiten sich wunderschöne Weizenfelder mit Kornblumen aus, ein richtig schöner Ausblick. Zufrieden wandere ich nach Hause, diese Runde gefällt mir ausnehmend gut…

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:27 h
Gesamtlänge: 11,60 km
Höhenmeter: △ 727 m / ▽ 865 m

220427 Rinner und Aldranser Alm

Nachdem ich die letzten Wochen sehr inaktiv war, wird es wieder Zeit, ein wenig in die Natur zu ziehen. Die Übergangszeit, in der wir uns gerade befinden, ist wunderbar: Zarte Temperaturen locken ins Freie, dennoch sind die hohen Lagen für den Wanderer noch unzugänglich. Da bieten sich Almen an, erkundet zu werden. Natürlich sind die heuten zwei Ziele, Rinner Alm (1.380m) und Aldranser Alm (1.495m) hinlänglich bekannt, nichts desto Trotz lohnenswert.

Wir starten direkt im Ortskern von Rinn. Ein paar Meter einer Dorfgasse entlang erreichen wir den eigentlichen Wanderparkplatz. Ab hier erreichen wir den Steig, der uns direkt, mit ein paar Forststraßen-Überquerungen, hinauf zur Alm. Gemütlich „Ratschend“ erreichen wir die Rinner Alm nach 50 Minuten.

Eine kurze Rast in der Sonne sei uns gegönnt, dann geht es über schöne Waldsteige weiter zur Aldranser Alm.

Das Forstwegenetz am Kofel ist stark ausgebaut, daher trifft man andauern auf Forststraßen. Ideal zum Mountainbiken, wie ich schon von einigen Touren weiß.

Der Wechsel des Wettergeschehens ist akkurat an den Monat angepasst. War es am Morgen noch kühl und nass, scheint nun die Sonne und es ist angenehm… solange man nicht im Schatten stehenbleibt.

Immer wieder öffnen sich die bekannten schönen Aussichten auf die Landeshauptstadt und das wunderbare Mittelgebirge. Auch sichtbar, wie sehr die Schneedecke auch in den höheren Lagen gelitten hat.

Kurz vor der Alm finden wir noch ein paar kleine Schneefelder, die die höheren Temperaturen überlebt haben. Dennoch hält auch hier der Frühling Einzug…

Bei der Aldranser Alm machen wir eine längere Pause. Da der Gastbetrieb noch nicht angelaufen ist, geöffnet wird erst am 1. Mai, habe ich vorsorglich eine Dose Bier mitgenommen, die wir nun in der wärmenden Sonne genießen.

Nach der gemütlichen Pause wandern wir wieder zurück, teils auf Alternativwegen, zum Ausgangspunkt. Eine gemütliche Runde mit feinen Gesprächen neigt sich dem Ende zu. Das war ein feiner Einstieg in eine hoffentlich gute Wander- und Bergsaison 2022!

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:06 h
Gesamtlänge: 7,19 km
Höhenmeter: 699 m

220320 Wanderung Monte Brione (376m)

Nach zwei schönen Klettersteigen beschließen wir zum Abschluss, noch eine gemütliche Tour auf den Monte Brione zu machen. Obwohl nicht besonders hoch, ist der Monte Brione aus Riva nicht wegzudenken. Die besondere Form dieses Felsen ist auffällig! Ein echter Hingucker von allen umgebenden Touren!

Wir starten beim Jachthafen, dort ist ein großer Wanderparkplatz. Aktuell noch recht leer, wird der sich bei diesem Wetter bestimmt noch gut füllen.

Ein wunderschöner, einfacher Steig führt am Rücken dieses Hügels empor zum Gipfelkreuz. Immer wieder öffnen sich wunderschöne Ausblicke auf den See, die Stadt und das Umland.

Den Steig, den wir gestern gemacht haben, können wir auch sehr gut einsehen. Wir sind früh genug dran, daher ist es noch windstill, und damit sehr angenehm.

Nicht nur die Natur und der See faszinieren bei dieser Wanderung, auch die geschichtliche Komponente kommt nicht zu kurz. Riva war bis zum I. Weltkrieg noch Teil von Österreichs und damit Grenzgebiet. Dementsprechend wurden hier Bunker und Festungen gebaut, die heute noch besichtigt werden können.

Gerade im Zuge der aktuellen Situation (Ukrainekrieg) ist es immer wieder verstörend, wie viel Energie der Mensch in den Kampf und Krieg stecken. Das Paradox des Festungsbaus muss man sich immer wieder ins Gedächtnis zu rufen: „Man baut auf, um das Selbe zu zerstören“.

Nachdem wir die Bunker inspiziert haben, schauen wir wieder in die Ferne… der Gardasee, der größte See Italiens, wurde durch einen Seitenast des Etschtalgletscher geformt. Eckdaten zum Gewässer: 51,6km lang, bis zu 17.2km breit, die tiefste Stelle beträgt 346m. Damit befindet sich hier ein unglaubliches Wasserreservoir, ein echter Schatz!

Die Landschaft, die sich hier um den See gebildet hat, ist klimatisch sehr begünstigt. Nicht umsonst zieht es hier jedes Jahr abertausende Touristen an die Gestade, um Urlaub zu machen.

Vom Monte Brione haben wir fast alle unsere Touren, die wir heuer und in den letzten Jahren gemacht haben, im Blick. Cima Rocca, den Klettersteig Amicia und die vielen zugehörigen Gipfel…

Der Pfad, obwohl eigentlich immer am Grat verlaufend, zweigt immer wieder ins Unterholz ab. Die Aussicht ist dann kurzfristig weg, nur um an der nächsten Kurve wieder einen Prachtblick auf die Umgebung freizugeben.

Gemütlich erreichen wir die Bunkerfestung nahe am Gipfel. Hier ist nun schon mehr los, viele Leute sind auch mit dem Fahrrad bzw. E-Bike zum Gipfel geradelt…

Mittlerweile sind T-Shirt-Termperaturen angebrochen, der Frühling ist eindeutig im Anmarsch.

Am Gipfelkreuz machen wir eine kurze Rast, dann wandern wir weiter Richtung Norden, wir wollen den ganzen Kamm abschreiten.

Der Blick nach Arco mit der bekannten Burg öffnet sich kurz hinter dem Gipfel, auch hier haben wir schon so manchen Klettersteig bestritten.

Der weitere Weg führt über die Westflanke des Monte Brione wieder ins Tal. Wir suchen uns einen alternativen Weg, da wir ein paar Geocaches auf dem Weg suchen wollen. Natürlich finden wir alle Dosen! Papa kann dazu nur schmunzeln…

An einigen geschützten, sonnigen Stellen blühen schon die ersten Primeln. Es muss sich hier um eine eigene Art handeln, die Blütenkelche sind fast doppelt so groß wie die mir gekannten Schlüsselblumen daheim…

Ein Großteil des Rückwegs führt durch alte Olivenbaumhaine, manche dieser Bäume müssen schon hunderte Jahre auf dem Buckel haben.

Noch einmal erhaschen wir einen Blick auf den Cima SAT, mit dem Klettersteig Amicizia. Dieser Steig wird lange in Erinnerung bleiben, ewig lange Leitern sind das Hauptmerkmal.

Retour am Parkplatz ist dieser nun fast voll, es sind also einige Leute am Weg. Wir packen unser Zeug ins Auto, dann fahren wir auf direktem Weg zurück nach Tirol. Nach ein wenig mehr als 2 Stunden erreichen wir Innsbruck. Papa macht vor der Weiterfahrt noch eine kleine Pause, Maggo fährt am späten Abend mit dem Zug nach Hause!

Ein gelungenes Wochenende neigt sich dem Ende zu. Es hat uns Spaß gemacht, war teilweise fordernd und kulinarisch vom Feinsten. Was will man mehr. Nach 2 Jahren war das Buabenwochenende wieder ein voller Erfolg.
Mögen noch Viele folgen!

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:50 h
Gesamtlänge: 7,74 km
Höhenmeter: 541m

211121 Kaisersäule (1.700m) und Törl (1.773m)

„Auf den Spuren der Thaurer Knappen“, so würde der Alternativtitel meiner heutigen Tour wohl heißen. Wer meinen Ausführungen aufmerksam folgt, kennt meine Affinität zum Bergbau. Und das Halltal, dieses Tiroler Kleinod, ist hier ein wahrer Fundus.
Meine heutige Tour starte ich an anderer Stelle, in Thaur. Einige Salzknappen kamen aus Thaur, und der von mir gewählte Weg war ihr Arbeitsweg zum Salzbergwerk…

Mit dem Bus erreiche ich Thaur, durch das schöne Dorf wandere ich hinauf zum Romediuskirchl und weiter zum Thaurer Schlössl. Es ist noch früh, aber im Gasthaus herrscht schon emsiges Treiben… der letzte Tag vor dem Corona-Lockdown Nr. #4 muss noch genutzt werden.

Mir ist es für eine Einkehr noch zu zeitig, nach kurzem Gespräch mit der Wirtin wandere ich, noch im Schatten, in höhere Gefilde… schon bald lugt die Sonne über die Tuxer Alpen und wärmt mich angenehm auf.

Der Blick ins Inntal, leicht dunstig, offenbart den anrückenden Winter. Die Nordhänge können sich nicht mehr vom weißen Kleid befreien, an den Südhängen ist es aber noch angenehm.

Der Weg ist steil, mit dem logischen Vorteil, schnell Höhe zu machen. Überall strahlen die wunderschönen gelblichen Lärchen aus dem Wald hervor…

Bald schon erreiche ich die Thaurer Alm (1.464m). Zu meinem Leidwesen bin ich hier noch nie eingekehrt, obgleich ich schon ein paar Mal vorbei gelaufen bin. Auch heute hat sie, wie fast jede Alm, den Betrieb schon eingestellt. Einsamkeit pur, bis jetzt ist mir nur ein Wanderer entgegengekommen…

Von der Alm zieht ein feiner Weg in Richtung Osten, mit Umweg zur Kaisersäule, aber auch direkt zum Törl. Ich wähle den Umweg, der mich in Folge wieder zum Törl bringen wird.

Schon fast bei der Kaisersäule angekommen, genieße ich den Ausblick ins Oberland und zur wunderschön gelegenen Thaurer Alm.

Nun ist mein erstes Ziel, die Kaisersäule erreicht. Hier muss ich wohl ein paar erklärende Worte spendieren: Die Säule ist keine Säule, sondern eine Pyramide. Und der Namenspender ist Kaiser Franz I., der an diesem Ort die Schlachtorte der Tiroler Freiheitskämpfe von 1809 besichtigte. Im Erinnerung an diesen denkwürdigen Besuch errichteten die Salinenarbeiter anno 1838/39 das Denkmal.

Fürwahr wurde der Platz wunderbar gewählt, die Aussicht ist grandios und ich nutze die Gelegenheit, meine Jause hier zu verzehren. Bei so einem Blick schmeckt das Mitgebrachte gleich zweimal so gut…

Nach verdienter Pause mache ich mich auf, den weiteren Weg zu bestreiten. Zuerst muss ich ein paar Höhenmeter zum Törl zurücklegen. Hier könnte man zur Wildangerspitze abzweigeb, ein Ziel, das ich gerne nächstes Jahr machen würde…

Schatten, verursacht durch den Thaurer Zunterkopf lässt den Schnee hier nicht mehr abschmelzen, der wird die noch magere Unterlage für einen hoffentlich schneereichen Winter bilden.

Die Gämsen ziehen um diese Jahreszeit in tiefere Gefilde, immer wieder kann ich diese begnadeten Kletterer am Wege beobachten. Ich versuche, möglichst leise vorbei zu schleichen, damit der schon angefressene Winterspeck nicht unnötig reduziert wird.

Die Rücksicht lohnt, langsam und ohne Eile ziehen die Geißen an mir vorbei, und kommen so relativ nahe an meine Position.

Mit dem Übergang ins Halltal, beschattet durch die Berge, breitet sich nun Kälte aus… diese wird mich wohl mit kurzen Pausen bis zu Ausgang des Tales begleiten.

Bizarre Felsformationen, brüchig und bedrohlich, erinnern mich, dass vor kurzem der Übergang über das Törl noch wegen Steinschlags gesperrt war. Mittlerweile ist der Weg ein wenig verlegt, daher kann man diese Passage gefahrlos begehen.

Schließlich erreiche ich die Herrenhäuser, stumme Zeitzeugen einer einst glorreichen Zeit, als das Salzbergwerk noch aktiv war. Erst 1967 wurde der Bergbau eingestellt, nach 700jährigem Bestehen. Zwar weniger bekannt als der Silberbergbau in Schwaz, hatte die Saline den größeren finanziellen Ertrag pro Jahr. Zu besten Zeiten wurden hier 16.800 Tonnen Salz pro Jahr gefördert… lange Zeit der größte Industriebetrieb Tirols.

Leider hat der Zahn der Zeit und auch die Natur ihre Spuren an diesem wunderschönen Ensemble hinterlassen… seit kurzem bemüht sich neuerdings ein Verein um eine Revitalisierung der altehrwürdigen Gebäude. Hoffentlich sind sie erfolgreich…

Ein weiterer Zeitzeuge aus längst vergangenen Tagen ist St. Magdalena im Halltal. Ehemals als Kloster angelegt, ist hier nun ein kleines Berggasthaus einquartiert. Im Winter lockt der Platz unter anderem mit einer toller Naturrodelbahn.

Als Abstiegsweg nütze ich den Steig durch das Eibental. Der Steig führt hoch über dem Talboden hinaus zum Bettelwurfbründl.

Von hier hat man einen guten Überblick über den Talanfang. Auch das Mundloch des Margarethen-Trinkwasserstollen, der die Trinkwasserversorgung für die Region Hall-Wattens sicherstellt, kann entdeckt werden. Der Stollen wurde zwischen 1995 – 2002 erbaut, nachdem die alte Trinkwasserversorgung am 31. Juli 1992 durch eine gewaltige Mure zerstört wurde.

Zu guter Letzt erreiche ich den Hackl, Ausgangspunkt für viele Wanderungen im malerischen Tal. Der Parkplatz ist voll, viele Wanderer wollen das schöne Wetter nutzen und auch dem morgen startenden Lockdown nochmals entkommen.

Ich muss feststellen, dass ich noch eine Stunde Zeit bis zu meinem Bus habe, daher beschließe ich, nach Hall zu wandern. Dort genieße ich die Sonne im Kurzpark, während ich auf den Bus warte.

Zufrieden erreiche ich wieder mein Heim, eine feine Wanderung liegt hinter mir, mit vielen Eindrücken, von denen ich nun zehren kann.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:30 h
Gesamtlänge: 18,47 km
Höhenmeter: 1.230 hm / 1.367 hm

211113 Hasentalrunde

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Schöne liegt so nah… angelehnt an einen Vers von Goethe beschließen Letu und ich, in direkter Umgebung eine Wanderung zu machen. Wir starten zu Hause, ein paar Asphaltmeter müssen wir durch das Pfarrtal gehen…

… dann erreichen wir schon den Übergang nach Ampass, direkt unterhalb des Sportplatzes.

In Aldrans ist beim Abmarsch schönes Wetter, in der Inntalfurche liegt allerdings Nebel. Und mit unserer Runde erreichen wir mehrmals genau die Randzone vom Tiefnebel.

In Ampass zaubert dieser Effekt wunderschöne Stimmungen in die Landschaft. Mystisch liegt das alte Widum, eingebettet in feinem Dunst, im Schatten.

Auch der weitere Weg in Richtung Häusern und durch den Ebenwald ist von viel Nebel und wenig Aussicht geprägt. Mir gefällt die Stimmung sehr gut, einziger Wermutstropfen ist die feuchte Kälte, die omnipräsent ist.

An der Pest- und Kriegerkapelle in Ampass machen wir eine kurze Pause. Während Letu einen Geocache sucht, bewundere ich die alten Grabkreuze… auch ein Gedenkstein für Kaiser Franz Josef I. ist vorhanden…

Der Weg führt noch eine Weile gen Osten, fast immer knapp am Waldrand entlang.

Unterhalb des Kienbergs erreichen wir die Abzweigung, die auch unseren Umkehrpunkt darstellt. Nun geht es ein wenig aufwärts…

Mit dem Höhengewinn überwinden wir auch die Tiefnebelgrenze… bald schon leuchtet azurblauer Himmel zu uns nieder, während einige noch tiefer gelegene Bäume im Dunst liegen.

Der Wald hier am Kienberg ist dicht, dennoch scheint hier noch eine vernünftige Forstwirtschaft vorzuherrschen. Der Wald scheint aufgeräumt und gepflegt…

Im Wald hängen noch immer leichte Nebelfelder, aber wir haben die Grenze nun eindeutig überschritten…

An einer schönen Stelle am Kamm des Kienbergs sehen wir das Ausmaß der Wolkendecke… das gesamte Inntal liegt unter dickem, festen Nebel.

Währenddessen sind wir nun in der Sonne angekommen. Das nutzen wir gleich für eine feine Pause mit Jause aus…

Die Sonne wärmt unsere kalten Knochen, und das Gefühl kriecht langsam wieder in die Finger.

Unser weiterer Weg führt über den Kienbergrücken direkt in den Weiler Kienberg. Dort zweigen wir ins Hasental ab.

Und gleich am Anfang gibt es eine große Überraschung… was tun die zwei Kamele hier mitten in Tirol? Lustige Tiere, die uns neugierig betrachten…

Vorbei an den Mooshöfen, die obwohl hier in der Nähe von Innsbruck doch gefühlt extrem abgelegen sind, wandern wir ganz in der Nähe der berüchtigten Teufelsmühle gen Westen.

Der Weg im Hasental wird immer enger, schließlich sehen wir den letzten Reiterhof, der hier versteckt in dem engen Tal liegt.

Nach ein paar Schritten durch den Wald öffnet sich das Tal wieder, ein Schild weist und darauf hin, dass es sich hier um die Hasenheide handelt. Wir stehen bald in der Nähe der Prockenhöfe, die Aussicht auf Innsbruck ist von dieser Stelle immer wieder besonders.

Vorbei am Herzsee, einem ehemaligen Badesee, nun Angelteich erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt.
Eine tolle Wanderung, die wir direkt von zu Hause durchführen konnten. Und obwohl das Wetter nicht so gut war, die Stimmung war es allemal!

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:16 h
Gesamtlänge: 16,93 km
Höhenmeter: 450 hm

211106 Telfer Wiesen

Heute steht eine gemütliche Wanderung in der Nähe von Mutters auf dem Programm, eine Runde um die Telfer Wiesen. Mit der Stubaitalbahn (STB) fahren wir, Letu und ich vom Bahnhof Innsbruck nach Kreith. Kurz vor den Endhaltestelle steigt Michi zu, da sie uns heute begleitet.

Vom Bahnhof müssen wir ein paar Meter auf der Fahrstraße gehen, dann zweigt auch schon der Wanderweg zu den Telfer Wiesen ab.

Überraschend viel Schnee liegt hier, das hätten wir weder in Aldrans, und noch viel weniger in Innsbruck vermutet.

Der Forstweg durch die wunderschönen Lärchenwäldern ist allerdings gut zu begehen. Und der Weg ist wirklich einfach gehalten. Das merkt man auch an der Frequenz der Besucher…

Durch Zufall bin ich auf diese Strecke gestoßen, nun bin ich echt froh, auf den Tipp am Ende des Textes eingegangen zu sein: Im Spätherbst besonders empfehlenswert.

Der Kontrast von Schnee, gelben Lärchen, brauner Wiese und tiefblauem Himmel ist wunderschön, fast möchte man nicht weitergehen vor lauter Staunen.

Ein weiteres Highlight, das mir ins Auge sticht, sind die schönen Städel, die hier überall aufgestellt sind und auch in wunderbarem Zustand sind.

Vielleicht hat sich mein Blick gerade eben geschärft, weil ich beim letzten Aufenthalt auf der Hütte (siehe Link) auch an unserem Stadel arbeiten musste und weiß, wie viel Arbeit und Liebe hier drinnen steckt.

Als sich die Wiesen öffnen, tut sich uns ein wunderschöner Blick auf den Altar Tirols auf, die Serles…

Letu findet immer wieder etwas zu inspizieren, Gott sei Dank ist ihm nie langweilig.

Beim Umkehrpunkt finden wir ein sehr schön gefertigtes Wegkreuz vor…

… kurz danach verzweigen die Wege, unsere Richtung ist nun zum „Gasthof Stockerhof“. Ein Schilderwald weist uns ein.

Immer haben wir schöne Ausblicke, speziell auf die Tuxer Alpen und auf den Patscherkofel oder Morgenkogel.

Die Sonne ist nicht mehr so stark, daher vermag sich der Schnee hier trotz guter Einstrahlung vehement zu halten.

Wenn wir unterwegs sind, die die Temperaturen in Ordnung, sobald man ein wenig rastet, wird es kühl.

Das letzte Stück des Weges vor dem Gasthaus ist verschneit, kalt und scheinbar im ewigen Schatten.

Michi erzählt, dass Bekannte schon die ersten Skitouren in diesem Gebiet unternommen haben. Bei dieser Schneelage kann ich mir das gut vorstellen.

Im Gasthaus Stockerhof gönnen wir uns ein Mittagessen, das sowohl qualitativ wie quantitativ zu überzeugen weiß. Wir sitzen direkt in der Sonne, dennoch sind unsere Finder bald so klamm, dass Letu zum Essen Handschuhe anziehen muss.

Der Kälte geschuldet bleiben wir nicht sehr lange, kurz nach dem Essen verlassen wir diesen im Sommer wohl sehr gemütlichen Platz und wandern weiter talwärts.

Wieder zeigt sich der Patscherkofel, als beeindruckende Pyramide von der schönsten Seite.

Schließlich erreichen wir wieder das zu Mutters gehörende Kreith. Die letzten paar Meter zur Bahn legen wir in flottem Schritte zurück und erreichen punktgenau die nächste STB.

Beim Einsteigen in die Bahn fällt mir nochmals die wunderschöne Silhouette der Nordkette auf, die sich auch in der Fensterscheibe der Bahn spiegelt.
Eine wunderschöne, aber auch kühle Wanderung, die ich im Sommer auch mal gerne machen würde…

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:13 h
Gesamtlänge: 8,61 km
Höhenmeter: 344 m

211023 Almenrunde Mittelgebirge

Heute ist wieder mal Wandertag, die Kinder sind Beide mit dabei. Das freut mich natürlich sehr. Das Wetter ist gut angesagt, der Frühhochnebel soll sich im Laufe des Vormittags verziehen. Wir fahren mit dem Bus zum ehemaligen Olex, mit der Bahn fahren wir rauf zur Mittelstation des Patscherkofels.

Von der Station müssen wir erst die Skipiste queren, dann erreichen wir den Perlstainsteig.

Dies scheint ein nicht stark frequentierter Weg zu sein, dennoch finde ich diesen Steig, den ich letzten Winter entdeckt habe (Link), wunderschön…

Den Kindern gefällt der verworrene Pfad auch sehr gut, durch den Reif, der sich hier schon festgesetzt hat, sind einige Stellen allerdings recht rutschig.

An der Schlüsselstelle, die nicht spektakulär ausschaut, hängt ein kurzes Hangelseil, ansonsten sind keine Schwierigkeiten am Weg auszumachen. Das war im Winter ein wenig anders, denn da hatte ich den Weg nicht immer optimal getroffen.

So wandern wir über Stock und Stein, einmal sehen wir ein Reh, das verschreckt davon läuft, ein andermal beobachten wir Eichhörnchen, die sich schon für den Winter vorbereiten.

Zwischendurch sehen wir die Inntalfurche zu unseren Füßen liegen, ein immer wieder grandioser Blick. Und langsam lichten sich die letzten Nebelschleier und es wird milder.

Viel Totholz liegt hier herum, das muss denn auch mal überklettert werden. Was für schönes Holz das abgeben würde, wenn der Abtransport nicht so schwer wäre…

Ein kleiner Hauch von Zivilisation kommt auf, als wir einen alten, morschen Zaun entdecken. Ansonsten erinnert hier nichts an die Nähe zur Landeshauptstadt.

Dreimal müssen wir Bäche überqueren, aber auch hier wurde ein wenig nachgeholfen, Bretter, rutschige Stämme oder einfach größere Steine erleichtern den „Gang mit trockenem Fuße“.

Schließlich erreichen wir die erste Alm des Tages, die Lanser Alm (1.718m).

Hier ist alles noch ruhig, noch scheinen keine Leute da zu sein, oder sie sitzen alle in der Gaststube…

Wieder einmal öffnet sich die Aussicht ins Unterland, dort sind doch noch einige Wolken zu sehen. Und die Lärchen, die sich nun rasant ins Gelbliche verfärben, stechen auch gleich ins Auge.

Von der Lanser Alm führt der Almenweg direkt zu der zweiten Alm, die wir bald erreichen.

Die Sistranser Alm (1.608m), von der Lage her für mich persönlich eine der schönsten Mittelgebirgsalmen, liegt auch noch ein wenig im Dämmerschlaf, aber am Nachmittag erhoffen sich auch hier die Wirtsleute mehr Ansturm.

Wieder müssen wir ein gutes Stück auf einer Forststraße spazieren, der langweilige Hatsch wird durch Spiel und Erzählungen versüßt.

Dann erreichen wir die Aldranser Alm (1.511m), nun haben wir uns eine Pause verdient.

Die Sonne lacht auf die Terrasse, wir finden einen schönen Platz und gönnen uns was Gutes. Die Kinder gönnen sich eine Kaspressknödel-Suppe, während ich mir eine Saure Wurst einverleibe. Natürlich will jeder vom Anderen kosten…

Die letzte Alm im Quartett, die Rinner Alm (1.394m) erreichen wir nach einem kurzweiligen Wanderstück durch den Wald. Hier ist es wieder relativ ruhig, scheinbar sind heute doch nicht so viele Leute am Weg.

Von der Rinner Alm steigen wir auf der, im Winter als Rodelbahn präparierten, Forststraße hinab ins Tal. Ein kurzer Stopp am Spielplatz darf für Letu nicht fehlen, während sich Sara in der Sonne aalt.

Pünktlich erreichen wir die Posthaltestelle in Rinn, nur kurz müssen wir warten und schon geht es nach Hause.

Ein wunderschöner Wandertag neigt sich dem Ende zu, nun können wir zu Hause noch ein wenig entspannen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:10 h
Gesamtlänge: 10,43 km
Höhenmeter: 232m / -961m

211009 Winklerhütte (1.367m)

Heute steht wieder mal das Halltal auf dem Programm. Das Wetter ist überraschend kühl und die Hochnebeldecke halt sich vehement fest an den Bergflanken. Dennoch beschließen wir, in Richtung Hüttenspitze aufzusteigen.

Vom Hackl über die erste Brücke erreichen wir das Ufer des Weißenbachs, an dem wir weiter taleinwärts wandern.

Bald zweigen wir in den Wald ab, so manche Felswand muss umgangen werden, daher holt der Weg immer wieder großzügig aus.

Dennoch kommen wir gut voran, überrascht von der großen Anzahl an Mitwanderern, die für diese Ecke eher unüblich sind.

Bald weist uns ein Schild auf den Weg zur Alpensöhnehütte, auch Winklerhütte genannt, hin. Da es kühl und neblig, ist, sind wir noch uneins über ein Ziel.

Das Halltal zeigt sich heute von seiner mystischen Seite. Immer wieder öffnen sich Wolkenfenster und erlauben einen Blick ins hintere Tal.

Vorbei an der Halltalerhütte, der Weg ist nun teils recht ausgesetzt…

…erreichen wir das Jausenbankerl kurz vor der Winklerhütte. Hier packen wir uns warm ein, zum Glück haben wir die Winterjacken dabei, und genießen unsere Brotzzeit.

Lange können wir nicht pausieren, zu kalt ist es heute. Auf unserem Weg kommen wir noch an der wunderschönen Alpensöhnehütte vorbei.

Die Hütte gehört der renommierten „Bergsteigergesellschaft Alpensöhne“, die schon seit 1893 existiert und ihren Sitz in Hall in Tirol hat.

Nach der Hütte wandern wir wieder talauswärts, und so erreichen wir bald unseren Aufstiegsweg.

Kurz nach der Halltalerhütte zweigen wir auf einen Pfad Richtung Halltal ab, der uns durch die Ladhüttenklamm führt.

Der Steig scheint vor nicht allzu langer Zeit renoviert worden zu sein, die Versicherungen an den steilen Stellen sind vorbildlich, und so mancher Waldschratt grüßt uns am Wegesrand.

Der Steig selber ist als Steinschlaggefährdet ausgeschrieben, aber für uns war das kein Problem. Es waren allerdings auch keine anderen Wanderer am Weg.

Schließlich erreichen wir die asphaltierte Halltalstraße, die uns wieder zurück zum Hackl führt.

Der Andrang ist jetzt schon viel größer als in der Früh, aber irgendwie verläuft sich das im Tal dann alles wieder…

Bevor wir nach Hause fahren, „hängen“ wir unsere Füße ins wirklich eiskalte Wasser, nach 3-4 Schritten fast nicht mehr aushaltbar.
So erfrischt fahren wir retour, es war wieder einmal ein schöner Tag in der Natur!

Tourendaten
Gesamtlänge: 7,66 km
Gesamtdauer: 2:51 h
Höhenmeter: 730 m

211002 Zirbenweg (Patscherkofel – Glungezer)

Es ist wieder Zeit für den Zirbenweg. Dieser schöne Wanderweg direkt vor unserer Türe findet zumindest bei uns viel zu wenig Beachtung.
Nachdem Sara mittlerweile nicht mehr groß wandern machen möchte, beschließen wir, diesen einfachen Klassiker zu begehen

Bei der Bergstation der Patscherkofelbahn spüren wir, es ist relativ kühl, Letu zieht sogar Handschuhe an, so frisch ist es. Die Sonne scheint hier erst in den späteren Morgenstunden.

Im Inntal, die Aussicht ist wie immer wunderschön, scheint die Sonne schon. Am Grünbichl erreichen wir endlich die wärmenden Strahlen, die Laune steigt sofort.

Die traumhaft gelegene Grünbichlhütte (private Jagdhütte) haben wir auch bald erreicht, in der Umgebung herbstelt es schon sehr.

Die Luft ist heute zwar nicht ganz so klar, aber die Fernsicht trotzdem noch mehr als akzeptabel. Das Unterinntal, vom Zirbenweg aus gesehen ist auch immer wieder einen Blick wert. Am Bild sieht man im Vordergrund die Neunerspitze, im Hintergrund, ziemlich in der Bildmitte das Kellerjoch. Links sind die Ausläufer des Karwendel sichtbar.

Bizarre Strukturen säumen den Pfad durch den uralten Zirbenbestand. In einer dunklen, mondlosen Nacht könnte ein phantasiereicher Geist hier schon ins Schwitzen kommen…

Das herbstliche Licht strahlt angenehm auf die Landschaft, überall leuchtet ein Rotbraun vom Boden, die verblühenden Moosbeeren senden noch einen letzten Gruß.

Bis auf die Temperaturen, die nun zwar besser, aber immer noch frisch sind, macht die Wanderung allen viel Spaß.

Ungefähr beim halben Weg machen wir eine Pause an einer Sonnenbank, es gibt Paprika und Tomaten aus dem Garten, der Rest, Wurst, Käse, Brot ist vom Biobauernmarkt Hall in Tirol.

Letu findet am Wegrand immer wieder schöne Plätze zum Klettern, es gibt so viel zu entdecken…

Dennoch kommen wir gut voran, auf die Frage der Kinder: „Papa, wie weit noch?“, kommt die einfache Antwort: „Nicht mehr so weit…“

Es sind einige Leute am Weg, viele gehen auch den umgekehrten Weg vom Glungezer hinüber zum Patscherkofel.

Auf dem Weg treffen wir immer wieder zwei ältere Damen aus Ellbögen, mit denen wir uns gut unterhalten.

Letu hat bei der Pause zu fest zugegriffen, beim Rasten an einer Lawinenverbauung passiert dann das Malheur. Aber seht selbst:

Schlussendlich erreichen wir das Ende des Zirbenweges, die Tulfeinalm…

… am Brunnen können wir noch schnell unseren gröbsten Durst stillen, bevor es …

… zur Alm selber geht.

Die Hütte ist voll, wir können uns allerdings noch einen Platz in der Sonne ergattern. Dann gibt es verdient ein kühles Getränk und für die Kinder noch eine Kaspressknödelsuppe.

Am Weg hinüber zur Bergstation schauen wir nochmals ins Oberland, sogar die Heiterwand ganz am scheinbaren Talschluss können wir gut sehen.

Bei der Abfahrt ergattern wir eine der seltenen Gelben Gondeln, die uns im Eiltempo ins Tal bringt. Die zweite Sektion schaffen wir auch rasch, leider nicht schnell genug für den Bus, der vor unserer Nase losfährt. Der nächste Transport steht aber schon 15min später vor uns, daher haben wir kein Problem damit.

Eine wunderschöne Tour auf dem sehenswerten Zirbenweg, so könnte man den Tag zusammenfassen. Und immer wieder fein mit den Kindern…

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:56 h
Gesamtlänge: 8,46 km
Höhenmeter: 407 m