Archiv der Kategorie: Wandern

211121 Kaisersäule (1.700m) und Törl (1.773m)

„Auf den Spuren der Thaurer Knappen“, so würde der Alternativtitel meiner heutigen Tour wohl heißen. Wer meinen Ausführungen aufmerksam folgt, kennt meine Affinität zum Bergbau. Und das Halltal, dieses Tiroler Kleinod, ist hier ein wahrer Fundus.
Meine heutige Tour starte ich an anderer Stelle, in Thaur. Einige Salzknappen kamen aus Thaur, und der von mir gewählte Weg war ihr Arbeitsweg zum Salzbergwerk…

Mit dem Bus erreiche ich Thaur, durch das schöne Dorf wandere ich hinauf zum Romediuskirchl und weiter zum Thaurer Schlössl. Es ist noch früh, aber im Gasthaus herrscht schon emsiges Treiben… der letzte Tag vor dem Corona-Lockdown Nr. #4 muss noch genutzt werden.

Mir ist es für eine Einkehr noch zu zeitig, nach kurzem Gespräch mit der Wirtin wandere ich, noch im Schatten, in höhere Gefilde… schon bald lugt die Sonne über die Tuxer Alpen und wärmt mich angenehm auf.

Der Blick ins Inntal, leicht dunstig, offenbart den anrückenden Winter. Die Nordhänge können sich nicht mehr vom weißen Kleid befreien, an den Südhängen ist es aber noch angenehm.

Der Weg ist steil, mit dem logischen Vorteil, schnell Höhe zu machen. Überall strahlen die wunderschönen gelblichen Lärchen aus dem Wald hervor…

Bald schon erreiche ich die Thaurer Alm (1.464m). Zu meinem Leidwesen bin ich hier noch nie eingekehrt, obgleich ich schon ein paar Mal vorbei gelaufen bin. Auch heute hat sie, wie fast jede Alm, den Betrieb schon eingestellt. Einsamkeit pur, bis jetzt ist mir nur ein Wanderer entgegengekommen…

Von der Alm zieht ein feiner Weg in Richtung Osten, mit Umweg zur Kaisersäule, aber auch direkt zum Törl. Ich wähle den Umweg, der mich in Folge wieder zum Törl bringen wird.

Schon fast bei der Kaisersäule angekommen, genieße ich den Ausblick ins Oberland und zur wunderschön gelegenen Thaurer Alm.

Nun ist mein erstes Ziel, die Kaisersäule erreicht. Hier muss ich wohl ein paar erklärende Worte spendieren: Die Säule ist keine Säule, sondern eine Pyramide. Und der Namenspender ist Kaiser Franz I., der an diesem Ort die Schlachtorte der Tiroler Freiheitskämpfe von 1809 besichtigte. Im Erinnerung an diesen denkwürdigen Besuch errichteten die Salinenarbeiter anno 1838/39 das Denkmal.

Fürwahr wurde der Platz wunderbar gewählt, die Aussicht ist grandios und ich nutze die Gelegenheit, meine Jause hier zu verzehren. Bei so einem Blick schmeckt das Mitgebrachte gleich zweimal so gut…

Nach verdienter Pause mache ich mich auf, den weiteren Weg zu bestreiten. Zuerst muss ich ein paar Höhenmeter zum Törl zurücklegen. Hier könnte man zur Wildangerspitze abzweigeb, ein Ziel, das ich gerne nächstes Jahr machen würde…

Schatten, verursacht durch den Thaurer Zunterkopf lässt den Schnee hier nicht mehr abschmelzen, der wird die noch magere Unterlage für einen hoffentlich schneereichen Winter bilden.

Die Gämsen ziehen um diese Jahreszeit in tiefere Gefilde, immer wieder kann ich diese begnadeten Kletterer am Wege beobachten. Ich versuche, möglichst leise vorbei zu schleichen, damit der schon angefressene Winterspeck nicht unnötig reduziert wird.

Die Rücksicht lohnt, langsam und ohne Eile ziehen die Geißen an mir vorbei, und kommen so relativ nahe an meine Position.

Mit dem Übergang ins Halltal, beschattet durch die Berge, breitet sich nun Kälte aus… diese wird mich wohl mit kurzen Pausen bis zu Ausgang des Tales begleiten.

Bizarre Felsformationen, brüchig und bedrohlich, erinnern mich, dass vor kurzem der Übergang über das Törl noch wegen Steinschlags gesperrt war. Mittlerweile ist der Weg ein wenig verlegt, daher kann man diese Passage gefahrlos begehen.

Schließlich erreiche ich die Herrenhäuser, stumme Zeitzeugen einer einst glorreichen Zeit, als das Salzbergwerk noch aktiv war. Erst 1967 wurde der Bergbau eingestellt, nach 700jährigem Bestehen. Zwar weniger bekannt als der Silberbergbau in Schwaz, hatte die Saline den größeren finanziellen Ertrag pro Jahr. Zu besten Zeiten wurden hier 16.800 Tonnen Salz pro Jahr gefördert… lange Zeit der größte Industriebetrieb Tirols.

Leider hat der Zahn der Zeit und auch die Natur ihre Spuren an diesem wunderschönen Ensemble hinterlassen… seit kurzem bemüht sich neuerdings ein Verein um eine Revitalisierung der altehrwürdigen Gebäude. Hoffentlich sind sie erfolgreich…

Ein weiterer Zeitzeuge aus längst vergangenen Tagen ist St. Magdalena im Halltal. Ehemals als Kloster angelegt, ist hier nun ein kleines Berggasthaus einquartiert. Im Winter lockt der Platz unter anderem mit einer toller Naturrodelbahn.

Als Abstiegsweg nütze ich den Steig durch das Eibental. Der Steig führt hoch über dem Talboden hinaus zum Bettelwurfbründl.

Von hier hat man einen guten Überblick über den Talanfang. Auch das Mundloch des Margarethen-Trinkwasserstollen, der die Trinkwasserversorgung für die Region Hall-Wattens sicherstellt, kann entdeckt werden. Der Stollen wurde zwischen 1995 – 2002 erbaut, nachdem die alte Trinkwasserversorgung am 31. Juli 1992 durch eine gewaltige Mure zerstört wurde.

Zu guter Letzt erreiche ich den Hackl, Ausgangspunkt für viele Wanderungen im malerischen Tal. Der Parkplatz ist voll, viele Wanderer wollen das schöne Wetter nutzen und auch dem morgen startenden Lockdown nochmals entkommen.

Ich muss feststellen, dass ich noch eine Stunde Zeit bis zu meinem Bus habe, daher beschließe ich, nach Hall zu wandern. Dort genieße ich die Sonne im Kurzpark, während ich auf den Bus warte.

Zufrieden erreiche ich wieder mein Heim, eine feine Wanderung liegt hinter mir, mit vielen Eindrücken, von denen ich nun zehren kann.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:30 h
Gesamtlänge: 18,47 km
Höhenmeter: 1.230 hm / 1.367 hm

211113 Hasentalrunde

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Schöne liegt so nah… angelehnt an einen Vers von Goethe beschließen Letu und ich, in direkter Umgebung eine Wanderung zu machen. Wir starten zu Hause, ein paar Asphaltmeter müssen wir durch das Pfarrtal gehen…

… dann erreichen wir schon den Übergang nach Ampass, direkt unterhalb des Sportplatzes.

In Aldrans ist beim Abmarsch schönes Wetter, in der Inntalfurche liegt allerdings Nebel. Und mit unserer Runde erreichen wir mehrmals genau die Randzone vom Tiefnebel.

In Ampass zaubert dieser Effekt wunderschöne Stimmungen in die Landschaft. Mystisch liegt das alte Widum, eingebettet in feinem Dunst, im Schatten.

Auch der weitere Weg in Richtung Häusern und durch den Ebenwald ist von viel Nebel und wenig Aussicht geprägt. Mir gefällt die Stimmung sehr gut, einziger Wermutstropfen ist die feuchte Kälte, die omnipräsent ist.

An der Pest- und Kriegerkapelle in Ampass machen wir eine kurze Pause. Während Letu einen Geocache sucht, bewundere ich die alten Grabkreuze… auch ein Gedenkstein für Kaiser Franz Josef I. ist vorhanden…

Der Weg führt noch eine Weile gen Osten, fast immer knapp am Waldrand entlang.

Unterhalb des Kienbergs erreichen wir die Abzweigung, die auch unseren Umkehrpunkt darstellt. Nun geht es ein wenig aufwärts…

Mit dem Höhengewinn überwinden wir auch die Tiefnebelgrenze… bald schon leuchtet azurblauer Himmel zu uns nieder, während einige noch tiefer gelegene Bäume im Dunst liegen.

Der Wald hier am Kienberg ist dicht, dennoch scheint hier noch eine vernünftige Forstwirtschaft vorzuherrschen. Der Wald scheint aufgeräumt und gepflegt…

Im Wald hängen noch immer leichte Nebelfelder, aber wir haben die Grenze nun eindeutig überschritten…

An einer schönen Stelle am Kamm des Kienbergs sehen wir das Ausmaß der Wolkendecke… das gesamte Inntal liegt unter dickem, festen Nebel.

Währenddessen sind wir nun in der Sonne angekommen. Das nutzen wir gleich für eine feine Pause mit Jause aus…

Die Sonne wärmt unsere kalten Knochen, und das Gefühl kriecht langsam wieder in die Finger.

Unser weiterer Weg führt über den Kienbergrücken direkt in den Weiler Kienberg. Dort zweigen wir ins Hasental ab.

Und gleich am Anfang gibt es eine große Überraschung… was tun die zwei Kamele hier mitten in Tirol? Lustige Tiere, die uns neugierig betrachten…

Vorbei an den Mooshöfen, die obwohl hier in der Nähe von Innsbruck doch gefühlt extrem abgelegen sind, wandern wir ganz in der Nähe der berüchtigten Teufelsmühle gen Westen.

Der Weg im Hasental wird immer enger, schließlich sehen wir den letzten Reiterhof, der hier versteckt in dem engen Tal liegt.

Nach ein paar Schritten durch den Wald öffnet sich das Tal wieder, ein Schild weist und darauf hin, dass es sich hier um die Hasenheide handelt. Wir stehen bald in der Nähe der Prockenhöfe, die Aussicht auf Innsbruck ist von dieser Stelle immer wieder besonders.

Vorbei am Herzsee, einem ehemaligen Badesee, nun Angelteich erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt.
Eine tolle Wanderung, die wir direkt von zu Hause durchführen konnten. Und obwohl das Wetter nicht so gut war, die Stimmung war es allemal!

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:16 h
Gesamtlänge: 16,93 km
Höhenmeter: 450 hm

211106 Telfer Wiesen

Heute steht eine gemütliche Wanderung in der Nähe von Mutters auf dem Programm, eine Runde um die Telfer Wiesen. Mit der Stubaitalbahn (STB) fahren wir, Letu und ich vom Bahnhof Innsbruck nach Kreith. Kurz vor den Endhaltestelle steigt Michi zu, da sie uns heute begleitet.

Vom Bahnhof müssen wir ein paar Meter auf der Fahrstraße gehen, dann zweigt auch schon der Wanderweg zu den Telfer Wiesen ab.

Überraschend viel Schnee liegt hier, das hätten wir weder in Aldrans, und noch viel weniger in Innsbruck vermutet.

Der Forstweg durch die wunderschönen Lärchenwäldern ist allerdings gut zu begehen. Und der Weg ist wirklich einfach gehalten. Das merkt man auch an der Frequenz der Besucher…

Durch Zufall bin ich auf diese Strecke gestoßen, nun bin ich echt froh, auf den Tipp am Ende des Textes eingegangen zu sein: Im Spätherbst besonders empfehlenswert.

Der Kontrast von Schnee, gelben Lärchen, brauner Wiese und tiefblauem Himmel ist wunderschön, fast möchte man nicht weitergehen vor lauter Staunen.

Ein weiteres Highlight, das mir ins Auge sticht, sind die schönen Städel, die hier überall aufgestellt sind und auch in wunderbarem Zustand sind.

Vielleicht hat sich mein Blick gerade eben geschärft, weil ich beim letzten Aufenthalt auf der Hütte (siehe Link) auch an unserem Stadel arbeiten musste und weiß, wie viel Arbeit und Liebe hier drinnen steckt.

Als sich die Wiesen öffnen, tut sich uns ein wunderschöner Blick auf den Altar Tirols auf, die Serles…

Letu findet immer wieder etwas zu inspizieren, Gott sei Dank ist ihm nie langweilig.

Beim Umkehrpunkt finden wir ein sehr schön gefertigtes Wegkreuz vor…

… kurz danach verzweigen die Wege, unsere Richtung ist nun zum „Gasthof Stockerhof“. Ein Schilderwald weist uns ein.

Immer haben wir schöne Ausblicke, speziell auf die Tuxer Alpen und auf den Patscherkofel oder Morgenkogel.

Die Sonne ist nicht mehr so stark, daher vermag sich der Schnee hier trotz guter Einstrahlung vehement zu halten.

Wenn wir unterwegs sind, die die Temperaturen in Ordnung, sobald man ein wenig rastet, wird es kühl.

Das letzte Stück des Weges vor dem Gasthaus ist verschneit, kalt und scheinbar im ewigen Schatten.

Michi erzählt, dass Bekannte schon die ersten Skitouren in diesem Gebiet unternommen haben. Bei dieser Schneelage kann ich mir das gut vorstellen.

Im Gasthaus Stockerhof gönnen wir uns ein Mittagessen, das sowohl qualitativ wie quantitativ zu überzeugen weiß. Wir sitzen direkt in der Sonne, dennoch sind unsere Finder bald so klamm, dass Letu zum Essen Handschuhe anziehen muss.

Der Kälte geschuldet bleiben wir nicht sehr lange, kurz nach dem Essen verlassen wir diesen im Sommer wohl sehr gemütlichen Platz und wandern weiter talwärts.

Wieder zeigt sich der Patscherkofel, als beeindruckende Pyramide von der schönsten Seite.

Schließlich erreichen wir wieder das zu Mutters gehörende Kreith. Die letzten paar Meter zur Bahn legen wir in flottem Schritte zurück und erreichen punktgenau die nächste STB.

Beim Einsteigen in die Bahn fällt mir nochmals die wunderschöne Silhouette der Nordkette auf, die sich auch in der Fensterscheibe der Bahn spiegelt.
Eine wunderschöne, aber auch kühle Wanderung, die ich im Sommer auch mal gerne machen würde…

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:13 h
Gesamtlänge: 8,61 km
Höhenmeter: 344 m

211023 Almenrunde Mittelgebirge

Heute ist wieder mal Wandertag, die Kinder sind Beide mit dabei. Das freut mich natürlich sehr. Das Wetter ist gut angesagt, der Frühhochnebel soll sich im Laufe des Vormittags verziehen. Wir fahren mit dem Bus zum ehemaligen Olex, mit der Bahn fahren wir rauf zur Mittelstation des Patscherkofels.

Von der Station müssen wir erst die Skipiste queren, dann erreichen wir den Perlstainsteig.

Dies scheint ein nicht stark frequentierter Weg zu sein, dennoch finde ich diesen Steig, den ich letzten Winter entdeckt habe (Link), wunderschön…

Den Kindern gefällt der verworrene Pfad auch sehr gut, durch den Reif, der sich hier schon festgesetzt hat, sind einige Stellen allerdings recht rutschig.

An der Schlüsselstelle, die nicht spektakulär ausschaut, hängt ein kurzes Hangelseil, ansonsten sind keine Schwierigkeiten am Weg auszumachen. Das war im Winter ein wenig anders, denn da hatte ich den Weg nicht immer optimal getroffen.

So wandern wir über Stock und Stein, einmal sehen wir ein Reh, das verschreckt davon läuft, ein andermal beobachten wir Eichhörnchen, die sich schon für den Winter vorbereiten.

Zwischendurch sehen wir die Inntalfurche zu unseren Füßen liegen, ein immer wieder grandioser Blick. Und langsam lichten sich die letzten Nebelschleier und es wird milder.

Viel Totholz liegt hier herum, das muss denn auch mal überklettert werden. Was für schönes Holz das abgeben würde, wenn der Abtransport nicht so schwer wäre…

Ein kleiner Hauch von Zivilisation kommt auf, als wir einen alten, morschen Zaun entdecken. Ansonsten erinnert hier nichts an die Nähe zur Landeshauptstadt.

Dreimal müssen wir Bäche überqueren, aber auch hier wurde ein wenig nachgeholfen, Bretter, rutschige Stämme oder einfach größere Steine erleichtern den „Gang mit trockenem Fuße“.

Schließlich erreichen wir die erste Alm des Tages, die Lanser Alm (1.718m).

Hier ist alles noch ruhig, noch scheinen keine Leute da zu sein, oder sie sitzen alle in der Gaststube…

Wieder einmal öffnet sich die Aussicht ins Unterland, dort sind doch noch einige Wolken zu sehen. Und die Lärchen, die sich nun rasant ins Gelbliche verfärben, stechen auch gleich ins Auge.

Von der Lanser Alm führt der Almenweg direkt zu der zweiten Alm, die wir bald erreichen.

Die Sistranser Alm (1.608m), von der Lage her für mich persönlich eine der schönsten Mittelgebirgsalmen, liegt auch noch ein wenig im Dämmerschlaf, aber am Nachmittag erhoffen sich auch hier die Wirtsleute mehr Ansturm.

Wieder müssen wir ein gutes Stück auf einer Forststraße spazieren, der langweilige Hatsch wird durch Spiel und Erzählungen versüßt.

Dann erreichen wir die Aldranser Alm (1.511m), nun haben wir uns eine Pause verdient.

Die Sonne lacht auf die Terrasse, wir finden einen schönen Platz und gönnen uns was Gutes. Die Kinder gönnen sich eine Kaspressknödel-Suppe, während ich mir eine Saure Wurst einverleibe. Natürlich will jeder vom Anderen kosten…

Die letzte Alm im Quartett, die Rinner Alm (1.394m) erreichen wir nach einem kurzweiligen Wanderstück durch den Wald. Hier ist es wieder relativ ruhig, scheinbar sind heute doch nicht so viele Leute am Weg.

Von der Rinner Alm steigen wir auf der, im Winter als Rodelbahn präparierten, Forststraße hinab ins Tal. Ein kurzer Stopp am Spielplatz darf für Letu nicht fehlen, während sich Sara in der Sonne aalt.

Pünktlich erreichen wir die Posthaltestelle in Rinn, nur kurz müssen wir warten und schon geht es nach Hause.

Ein wunderschöner Wandertag neigt sich dem Ende zu, nun können wir zu Hause noch ein wenig entspannen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:10 h
Gesamtlänge: 10,43 km
Höhenmeter: 232m / -961m

211009 Winklerhütte (1.367m)

Heute steht wieder mal das Halltal auf dem Programm. Das Wetter ist überraschend kühl und die Hochnebeldecke halt sich vehement fest an den Bergflanken. Dennoch beschließen wir, in Richtung Hüttenspitze aufzusteigen.

Vom Hackl über die erste Brücke erreichen wir das Ufer des Weißenbachs, an dem wir weiter taleinwärts wandern.

Bald zweigen wir in den Wald ab, so manche Felswand muss umgangen werden, daher holt der Weg immer wieder großzügig aus.

Dennoch kommen wir gut voran, überrascht von der großen Anzahl an Mitwanderern, die für diese Ecke eher unüblich sind.

Bald weist uns ein Schild auf den Weg zur Alpensöhnehütte, auch Winklerhütte genannt, hin. Da es kühl und neblig, ist, sind wir noch uneins über ein Ziel.

Das Halltal zeigt sich heute von seiner mystischen Seite. Immer wieder öffnen sich Wolkenfenster und erlauben einen Blick ins hintere Tal.

Vorbei an der Halltalerhütte, der Weg ist nun teils recht ausgesetzt…

…erreichen wir das Jausenbankerl kurz vor der Winklerhütte. Hier packen wir uns warm ein, zum Glück haben wir die Winterjacken dabei, und genießen unsere Brotzzeit.

Lange können wir nicht pausieren, zu kalt ist es heute. Auf unserem Weg kommen wir noch an der wunderschönen Alpensöhnehütte vorbei.

Die Hütte gehört der renommierten „Bergsteigergesellschaft Alpensöhne“, die schon seit 1893 existiert und ihren Sitz in Hall in Tirol hat.

Nach der Hütte wandern wir wieder talauswärts, und so erreichen wir bald unseren Aufstiegsweg.

Kurz nach der Halltalerhütte zweigen wir auf einen Pfad Richtung Halltal ab, der uns durch die Ladhüttenklamm führt.

Der Steig scheint vor nicht allzu langer Zeit renoviert worden zu sein, die Versicherungen an den steilen Stellen sind vorbildlich, und so mancher Waldschratt grüßt uns am Wegesrand.

Der Steig selber ist als Steinschlaggefährdet ausgeschrieben, aber für uns war das kein Problem. Es waren allerdings auch keine anderen Wanderer am Weg.

Schließlich erreichen wir die asphaltierte Halltalstraße, die uns wieder zurück zum Hackl führt.

Der Andrang ist jetzt schon viel größer als in der Früh, aber irgendwie verläuft sich das im Tal dann alles wieder…

Bevor wir nach Hause fahren, „hängen“ wir unsere Füße ins wirklich eiskalte Wasser, nach 3-4 Schritten fast nicht mehr aushaltbar.
So erfrischt fahren wir retour, es war wieder einmal ein schöner Tag in der Natur!

Tourendaten
Gesamtlänge: 7,66 km
Gesamtdauer: 2:51 h
Höhenmeter: 730 m

211002 Zirbenweg (Patscherkofel – Glungezer)

Es ist wieder Zeit für den Zirbenweg. Dieser schöne Wanderweg direkt vor unserer Türe findet zumindest bei uns viel zu wenig Beachtung.
Nachdem Sara mittlerweile nicht mehr groß wandern machen möchte, beschließen wir, diesen einfachen Klassiker zu begehen

Bei der Bergstation der Patscherkofelbahn spüren wir, es ist relativ kühl, Letu zieht sogar Handschuhe an, so frisch ist es. Die Sonne scheint hier erst in den späteren Morgenstunden.

Im Inntal, die Aussicht ist wie immer wunderschön, scheint die Sonne schon. Am Grünbichl erreichen wir endlich die wärmenden Strahlen, die Laune steigt sofort.

Die traumhaft gelegene Grünbichlhütte (private Jagdhütte) haben wir auch bald erreicht, in der Umgebung herbstelt es schon sehr.

Die Luft ist heute zwar nicht ganz so klar, aber die Fernsicht trotzdem noch mehr als akzeptabel. Das Unterinntal, vom Zirbenweg aus gesehen ist auch immer wieder einen Blick wert. Am Bild sieht man im Vordergrund die Neunerspitze, im Hintergrund, ziemlich in der Bildmitte das Kellerjoch. Links sind die Ausläufer des Karwendel sichtbar.

Bizarre Strukturen säumen den Pfad durch den uralten Zirbenbestand. In einer dunklen, mondlosen Nacht könnte ein phantasiereicher Geist hier schon ins Schwitzen kommen…

Das herbstliche Licht strahlt angenehm auf die Landschaft, überall leuchtet ein Rotbraun vom Boden, die verblühenden Moosbeeren senden noch einen letzten Gruß.

Bis auf die Temperaturen, die nun zwar besser, aber immer noch frisch sind, macht die Wanderung allen viel Spaß.

Ungefähr beim halben Weg machen wir eine Pause an einer Sonnenbank, es gibt Paprika und Tomaten aus dem Garten, der Rest, Wurst, Käse, Brot ist vom Biobauernmarkt Hall in Tirol.

Letu findet am Wegrand immer wieder schöne Plätze zum Klettern, es gibt so viel zu entdecken…

Dennoch kommen wir gut voran, auf die Frage der Kinder: „Papa, wie weit noch?“, kommt die einfache Antwort: „Nicht mehr so weit…“

Es sind einige Leute am Weg, viele gehen auch den umgekehrten Weg vom Glungezer hinüber zum Patscherkofel.

Auf dem Weg treffen wir immer wieder zwei ältere Damen aus Ellbögen, mit denen wir uns gut unterhalten.

Letu hat bei der Pause zu fest zugegriffen, beim Rasten an einer Lawinenverbauung passiert dann das Malheur. Aber seht selbst:

Schlussendlich erreichen wir das Ende des Zirbenweges, die Tulfeinalm…

… am Brunnen können wir noch schnell unseren gröbsten Durst stillen, bevor es …

… zur Alm selber geht.

Die Hütte ist voll, wir können uns allerdings noch einen Platz in der Sonne ergattern. Dann gibt es verdient ein kühles Getränk und für die Kinder noch eine Kaspressknödelsuppe.

Am Weg hinüber zur Bergstation schauen wir nochmals ins Oberland, sogar die Heiterwand ganz am scheinbaren Talschluss können wir gut sehen.

Bei der Abfahrt ergattern wir eine der seltenen Gelben Gondeln, die uns im Eiltempo ins Tal bringt. Die zweite Sektion schaffen wir auch rasch, leider nicht schnell genug für den Bus, der vor unserer Nase losfährt. Der nächste Transport steht aber schon 15min später vor uns, daher haben wir kein Problem damit.

Eine wunderschöne Tour auf dem sehenswerten Zirbenweg, so könnte man den Tag zusammenfassen. Und immer wieder fein mit den Kindern…

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:56 h
Gesamtlänge: 8,46 km
Höhenmeter: 407 m

210912 Sennjoch (2.190m) – Schlick2000

Der letzte Ferientag wollen Letu und ich noch ein wenig an der frischen Luft genießen. Und damit sind wir scheinbar nicht alleine. Als wir zugegebenermaßen recht spät am Vormittag am Parkplatz der Schlicker Bergbahnen ankommen, ist der Parkplatz gut gefüllt. Dennoch finden wir eine Lücke.

Mit der Kreuzjochbahn fahren wir hinauf zum Panoramarestaurant. Dort sehen wir schon aus der Gondel heraus ein paar Paragleiter starten. Das Richtige für Letu…

Unser Weg führt uns vom Berggasthaus am breiten Grasgrat hinauf zum eigentlichen Kreuzjoch. Der Blick über die Kalkkögel ist faszinierend. Die Dolomiten der nördlichen Kalkalpen sind ein sehr eigener Bergstock, bestehend aus altem Sedimentgestein.

Schon nach kurzer Zeit stehen wir am höchsten Punkt unserer Wanderung. Nicht besonders spektakulär, aber dennoch nett.

Am weiteren Weg entdecken wir einen Klettersteig, den wir in naher Zukunft gerne mal machen würden… mal sehen ob und wann sich das ausgeht.

Immer wieder ziehen schnelle Nebelbänke an uns vorbei, die Geschwindigkeit ist überraschend, aber so schnell wie sie da sind, verschwinden sie auch wieder.

Die nächste Erhöhung, die wir betreten, ist das Sennjoch (2.190m).

Ein kurzer Abstieg bringt uns zur heute gut besuchten Sennjochhütte. Hier suchen wir direkt am Eingang einen Geocache „GC7229C FZT – BB08„, der uns beiden ein wenig Nerven kostet, dann aber doch finden können.

Nun gehen wir über das Skigebiet, das hier gar nicht so schlimm ausschaut wie so manch andere Touristenburg im Sommer. Ein wenig Weidevieh ist noch auf der Alm, aber wohl bald werden die Tiere ins Tal getrieben werden.

Die schöne Zirmachalm liegt auf unserem Weg, leider nur im Winter geöffnet. Da müssen wir wohl in der nächsten Saison mal vorbeischauen.

Die Schlick hat wirklich für jeden was, viel Angebote gibt es für Kinder. Dazu zählt auch der Naturlehrpfad, der einige alpen-spezifische Details gut erklärt.

Kleine und größere Kletterfelsen locken Letu immer wieder vom Wege ab, während dessen nutze ich die Zeit, so manche Frage für einen Multicache zu beantworte. Schlussendlich kann ich auch den Geocache „GC4EH8B richtig oder falsch!?!“ unter einem Felsen finden.

Kurz vor der Schlickeralm finden wir noch eine Wasserrad-Konstruktion, die unserer genaueren Inspektion bedarf. So ein Mühlenrad würde ich auch gerne mal bauen… das würde mich echt interessieren.

An der Schlickeralm angelangt, lässt sich der touristische Charakter dieses Gebietes nicht mehr verleugnen. Riesengroß ist dieser Bau, mit allen möglichen Nebengebäuden und einem gemütlichen Kinderspielplatz.

Am Besinnungsweg sammeln wir nochmals unsere Kräfte, damit wir uns für das eigentliche Highlight vorbereiten können.

Immer wieder neue Aufgaben kommen auf uns zu, ein recht schöner Weg, wie ich zugeben muss.

Schließlich erreichen wir den Panoramaweg und da in der Nähe den Einstieg in den Scheibenweg. Letu hat es schon fast nicht mehr erwarten können…

Schon an der Talstation haben wir uns eine „Scheibe“ gekauft, diese kann nun über Bahnen und verschiedene Hindernisse wieder ins Tal gerollt werden.

Kurzweilig vergeht dieser Abschnitt der Wanderung, so manches Hindernis ist richtig lustig, wenn gleich die ganze Anlage auch wieder für die kleineren Kinder gedacht ist.

An der Fronebenalm (1.306m) kehren wir ein, leider sind wir zu spät und bekommen kein Essen mehr, die Küche ist geschlossen. Dafür schmeckt das Kaltgetränk auch sehr gut.

Während Letu den Berg ein kurzes Stück hinauf läuft, um die Gondel ins Tal zu nehmen, versuche ich, in der gleichen Zeit zu Fuß ins Tal zu kommen.

Ohne lange um den heißen Brei zu reden, Letu hat gewonnen, allerdings waren es nur ein paar Minuten, die uns getrennt hatten. Überrascht blicke ich auf den nun fast leeren Parkplatz.

Eine tolle Wanderung, wir haben auch ein paar Caches gefunden. Es war super, und das Wetter war sehr fein. Gerne immer wieder…

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:15 h
Gesamtlänge: 12,45 km
Höhenmeter:
– Aufstieg 339 m
– Abstieg 1440 m
Geocaches: 6 Stk.

210828 Enzianhütte (1.041m)

Das Wetter ist leider nicht „Höhentauglich“, daher beschließe ich spontan, eine Cacherunde zu machen. Als Ziel küre ich die Mühlauer Klamm, da habe ich noch Dosen offen… vom Balkon sehe ich jeden Tag diesen Abschnitt der Nordkette.

Die Anfahrt, obwohl als Luftlinie nur ein Katzensprung, ist geführt immer eine Weltreise, da keine direkte Anfahrt quer durch Innsbruck möglich ist. Beim Karmelitinnenkloster parke ich, und nach ein paar Metern bin ich am Steig durch die Mühlauer Klamm.

Obwohl das Wetter nicht sommerlich ist, fürs Wandern gestaltet es sich perfekt. Es ist kühl, keine Leute am Weg und der Nieselregen lässt sich gut aushalten. Flux erreiche ich die Teufelskanzel, heute ein schöner Rastpunkt, um den sich allerdings schaurige Sagen aus längst vergessenen Zeiten handeln.

Ein Stück weiter treffe ich auf das Hexenloch, hier sollen sich die Hexen der Umgebung zu heimlichen Treffen zusammengefunden haben und wohl auch so manches Wetter gekocht haben.

Ab hier wird der Steig ein wenig steiler, nun zweige ich vom Mühlauer Bach ab hinein in den Wald.

Es hat wieder ein wenig zu regnen angefangen, für mich kein Problem. Jedes Wetter hat seine schönen Seiten, heute glänzen und funkeln die nassen Blätter und Sträucher…

Generell hat man hier, ganz in der Nähe der Landeshauptstadt, das Gefühl, in einem Urwald zu wandeln.

Der Pfad hat in einem Bogen wieder zurück zum Mühlauer Bach gefunden, eine der Hauptwasserquellen Innsbrucks, und das schon seit Jahrhunderten.

Obwohl der Bach heute beruhigend vor sich hinplätschert, kann dieses Gewässer auch ganz anders… die Mühlauer-Klamm-Lawine hat schon viel Leid und Pein über die Bevölkerung gebracht. Dagegen wurde in den Jahren 2002 bis 2007 ein riesiger Lawinenbrecher gebaut, um die Stadtteile am Ausgang der Klamm zu schützen.

Von der Krone des Damms erblickt man einen kleinen Teil Innsbrucks, die Sicht ins Mittelgebirge ist durch tief hängende Wolken verhindert.

Am Kreuzungspunkt mehrerer Wege befindet sich die Teehütte, ein spektakulärer Bau in einer Brecciewand. Dieser Bau ist uralt und bestand schon vor dem Bau der aktuellen Forststraße.

Mein Weg führt mich weiter bergan, hinauf zur Enzianhütte, die nun in greifbare Nähe gerückt ist.

Die Sonne bricht manches Mal durch die Wolkendecke und zaubert helle Farbtupfen in den Blätterwald…

Schließlich stehe ich vor der schönen, 2019 neu errichteten Privathütte. Wegen des Wetters ist fast nichts los, dennoch bietet sich eine Einkehr geradezu an.

Ich gönne mir eine Leber-/Kasknödel-Suppe, dazu einen Radler als Erfrischung. Das tut gut, und das Essen ist vorzüglich. Dazu kommt eine nette Unterhaltung mit dem Eigner der Hütte, der die Pause schön abrundet.

Ich verlasse die Hütte, gehen ungefähr fünf Minuten, dann sehe ich was Gelbes im Wald leuchten. Bei der Nachschau entpuppt sich dieser Farbklex als wahrliche Eierschwammerl-Plantage. Innerhalb kürzester Zeit habe ich ungefähr ein Kilogramm dieser Köstlichkeiten gepflückt. Schöne große Exemplare, nicht die kleinen Stöpsel, von denen man keinen Korb voll bekommt…

Nun führ der Weg ins Tal, ein paar Mal zweige ich in den Wald ab, nur um noch mehr Pfifferlinge zu ernten.

Vor dem Abstieg in die Klamm konsultiere ich nochmals die Karte und entdecke einen Alternativweg auf der orographisch linken Seite des Baches. Anfangs ist der Weg gut, führt zu ein paar Boulderfelsen und scheint gut frequentiert zu sein.

Je weiter ich nach unten komme, desto schmäler wird der Pfad. Durch den feuchten Boden ist eine saubere Steigerei Garant dafür, dass die Waschmaschine nachher keine Überstunden machen muss.

Die rutschigste Stelle ist mit einem Seil entschärft, so erreiche ich ohne zu rutschen, das Schuhwerk war dem Wege doch gewachsen, die Talsohle, bzw. den Bach.

Hier treffe ich wieder auf den Aufstiegsweg, der mich nun mühelos in ein paar Minuten zum Ausgangspunkt führt.

Dort wartet mein treues Auto auf mich… noch immer bin ich der einzige Besucher des Parkplatzes… eine gemütliche Schlechtwettertour, oder wenn man mal nicht arg viel tun mag. Fein…

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:00 h
Gesamtlänge: 6,1 km
Höhenmeter: 593 m
Geocaches: 7 Stück

210819 Patscherkofel (2.246m) – Sonnenuntergang

Ein königlicher Aussichtsberg, der sich sehr leicht, unter Zuhilfenahme einer Gondel „erobern“ lässt… das ist unser Hausberg „Patscherkofel“. Wir sind zu viert, neben mir sind noch Sara und Letu, weiters eine Freundin von Sara mit von der Partie. Am Parkplatz ist richtig was los. Am Donnerstag ist die Bergbahn immer bis 23:00 Uhr geöffnet und das zieht viele Leute an.

Mit der Bahn sind wir im Nu bei der Bergstation, ab hier gehen wir zu Fuß weiter.

Wir entscheiden uns für den direkten Weg auf den Gipfel, der zwar steil, aber kurz ist.

Rasch machen wir Höhe…

… und die Aussicht wird immer besser.

Nach 45 Minuten erreichen wir das Gipfelplateau mit dem markanten Sendemast.

Obwohl es diesig und die Fernsicht leider nicht so toll ist, die Stimmung und das Licht machen diesen Umstand allemal wett.

Am Gipfel ist, wie wir schon am Parkplatz vermuteten, die Hölle los.

Zumindest haben wir kein Problem, jemanden für ein Gipfelbild zu bekommen. Es ist kalt hier oben und wir ziehen gleich Jacke und Haube an.

Dann wird gebrotzeitet, ich habe noch extra einkauft.

Direkt neben uns starten noch ein paar Paragleiter, das ist natürlich für Letu ein Traum.

Fasziniert schaut er jedem einzelnen Paragleiter beim Start und Abflug zu…

Währenddessen haben die zwei Freundinen ein „Mordsgelächter“ und tauschen sich über verschiedenste Schulerlebnisse aus.

Die Jause schmeckt gut, aber wird immer kühler, daher brechen wir nach einer feinen Pause wieder auf.

Nun nehmen wir den längeren Weg über die Westflanke des Kofels für den Abstieg, denn da sehen wir noch den Sonnenuntergang.

Und fürwahr, der feurige Sonnenball verabschiedet sich, während wir den Weg hinuntergehen, in der Wolkenbank am Horizont.

Das Lichtspiel am Himmel ist ein Wahnsinn, wunderschöne Pastellfarben zeichnen sich auf den Wolken ab.

Zu schnell ist das Schauspiel vorbei, über den Steig spazieren wir wieder zurück zur Bergstation.

Der mächtige Betonklotz ist heute zum Brechen voll, Sara meint, es wäre heute „Steak-Abend“… klingt gut, aber nicht für uns.

Wir fahren um ca. 21:00 Uhr mit der Bahn ab und erreichen wohlbehalten den Parkplatz. Ein kurzer, aber schöner Abendspaziergang mit Brotzeit, das macht Spaß.

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:25 h
Gesamtlänge: 3,12 km
Höhenmeter: 317 m

210712 Rinner Alm (1.397m) und Aldranser Alm (1.495m)

Das Wetter ist schön, die Kinder unterwegs… da bietet sich eine spontane Solo-Wanderung auf die Mittelgebirgsalmen an. Mit dem Bus fahre ich nach Rinn, am Kirchplatz startet die Tour.

Der bekannte Steig zieht sich in angenehmer Steigung hinauf zur ersten Alm, einzelne Stellen sind lehmig und haben den letzten Regenguss noch nicht ganz verdaut. Dementsprechend matschig sind ebendiese.

Am Himmel kündigt sich nahendes Ungemach an. Der Blasius (Föhn) tobt in den Baumwipfeln, dass es nur so eine Freude ist. Am Waldgrund bekomme ich leider nur ab und zu eine kurze, kühlende Brise ab. Bei der überdurchschnittlichen Temperatur wäre das willkommene Erfrischung.

Nach 35 Minuten erreiche ich die Rinner Alm (1.397m). Da Montag Ruhetag ist, wasche ich mir nur kurz das Gesicht am Brunnen, trinke einen Schluck Wasser und mache ich auf den Weiterweg.

Relativ flach startet der zweite Teil der Wanderung durch schönen Bergwald. Am Boden sprießen schon die ersten Pfifferlinge, in den nächsten Tagen sollte hier was zu finden sein.

Kurz vor der Aldranser Alm, am Forstweg angelangt, wird der Weg nochmals ein wenig steiler. Die Aussicht auf das Inntal ist hier wie immer wunderschön.

Und dann lugt sie auch schon zwischen den Bäumen hervor, unsere Dorf-Alm. Hier ist ein wenig mehr los als auf der Rinner Alm, es ist ja auch normal offen.

15 Minuten habe ich von der Rinner Alm hierher gebraucht. Ich finde einen schönen Platz direkt vor der Hütte und bestelle mir ein Getränk und Saure Wurst. Mal schauen, ob die hier auch so gut ist wie letztes Mal auf dem Patscherkofel-Schutzhaus.

Das Essen ist wahrlich sehr gut, die Saure Wurst nicht vergleichbar ob der Zubereitung, aber dennoch lecker bis zum letzten Wurstblattl. Der Wind hat zugelegt, daher zahle ich und mache mich auf den Heimweg.

Die Sonne steht nun tief, es ist angenehm kühl geworden. Wunderschöne Farbspiele am Himmel lassen mich immer wieder innehalten.

Auf dem Weg nach Sistrans muss ich einige Bäche überqueren. Es fällt mir immer wieder auf, wenn ich hier unterwegs bin, wie feucht der Wald, wieviel Vegetation vorhanden ist. Ganz anders die Nordseite des Inntals, dort ist Wasser oft Mangelware.

Überall sehe ich Moosbeeren, Pilze, üppige Fauna.

Sogar ein regelrechtes Knabenkraut-Nest entdecke ich ein wenig abgelegen

Die Sonne ist nun fast am Horizont angekommen, orange leuchtet der Wald…

… eine magische Stimmung, die mit der Handykamera leider nicht so gut eingefangen werden kann.

Ich entdecke immer wieder neue Pfade, die ich mir unbedingt merken muss. Das wären schöne Wanderungen, wenn es mal nicht in die Höhe gehen muss.

Aus dem Wald heraus quere ich über ein gemähtes Feld, dann stehe ich vor den Toren Sistrans. Weizenfelder wogen im wieder stärker gewordenen Wind.

Auf dem Weg von Sistrans nach Aldrans entdecke ich noch eine Kuriosität. Ein Feld, das keinen direkten Nutzen für den Bauern hat (von der Nachhaltigkeit abgesehen). Ein Feld laut Schild mit „Zwischenfrucht für Humusaufbau“. Der letzte Satz am Schild gefällt mir besonders: „… hervorragende Bienen und Insektenweide, soll Freude bereiten.“ Und das tut sie…

Ein nächstes Highlight ist eine wunderschöne Eiche, die ganz alleine an einer tollen Stelle steht. Im Hintergrund ist der Patscherkofel sichtbar.

Schlussendlich erreiche ich über Rans wieder mein trautes Heim… eine gemütliche Runde, die ich sicher wiederholen werde, geht zu Ende.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:25 h
Gesamtlänge: 10,45 km
Höhenmeter: 626 m