Archiv des Autors: Wisse

221126 Kriegerkapelle (1.739m)

Dem Wetterbericht zum Trotz beschließe ich heute zur Kriegerkapelle in Rinn aufzusteigen. Heuer war ich noch nicht bei diesem wunderschönen Aussichtspunkt, daher wird es wieder mal Zeit, denke ich mir…

Mit dem Postbus fahre ich nach Rinn, vom Kirchplatz aus steige ich über den Rinner Almensteig, der auch manchmal die Rodelbahn von der Rinner Alm kreuzt, auf.

In Rinner Wald liegt schon ein wenig Schnee…

… dennoch gibt es abgesehen von mir noch andere unbelehrbare Spezies, die es nochmals wissen wollen… oder liegt hier beim Eierschwammerl nur verpatztes Timing vor?

Der Schwammerlsack bleibt heute im Rucksack, ich kann mir nicht vorstellen, dass die Ausbeute heute groß würde. Durch den düsteren Wald, an den lichteren Stellen liegen bis zu 15 cm Schnee, erreichte ich die Rinner Alm (1.394 m).

Der Wald lichtet sich und ich stehe wieder mal vor der schönen Alm.

Nur kurz pausiere ich hier, denn mein Weg führt mich heute noch ein wenig höher. Der Steig führt direkt hinter der Alm weiter, ein Stück entlang der Forststraße…

Schöne Details wie farbige Eiszapfen, die die Farbstoffe aus dem Moos ausgelaugt haben, liegen direkt am Weg.

Auch die Waldbauern nutzen den ersten Schnee, wohl wegen der Gleiteigenschaften. Der Weg ist zwar nicht gesperrt, aber doch muss ich mir einen Weg über die Holzstämme suchen…

Nach diesem Engpass stelle ich fest, dass ich wohl der Erste bin, der nach dem Schneefall die Kriegerkapelle besucht. Ich darf spuren. Nicht besonders anstrengend, da der Schnee sehr locker ist, aber teilweise ist der Untergrund unangenehm rutschig.

Schließlich erreiche ich den höchsten Punkt meiner heutigen Wanderung, die Kriegerkapelle auf 1.739 m.

Nach einer kurzen Andacht in der Kapelle genieße ich den Ausblick auf mein Dorf, das Mittelgebirge und auch die Landeshauptstadt. im Hintergrund sieht man das wilde Karwendel.

Ich finde ein trockenes Plätzchen, hier lasse ich mich nieder und genieße eine feine Brotzeit mit Käse, Wurst, Ei, selbst gemachtem Brot und heißem Tee. So lässt sich sogar die ungewohnte Kühle aushalten.

Lange halte ich es dennoch nicht aus, mein weiterer Weg führt mich ein Stück am Aufstiegsweg zurück, dann zweige ich zur Aldranser Alm.

Heuer war Hüttenwirtin Gitti zum 3ten und letzten Mal auf der Alm, ein nettes Abschiedsschild, bei dem sie sich bei den Gästen bedankt, erinnert daran.

Ich nehme den kurzen, steilen Weg von der Alm talwärts. Teilweise ist der Steig und dem Schnee nur zu erahnen, aber je tiefer ich komme, desto weniger „weiße Pracht“ hemmt den Abstieg.

Im unteren Bereich zieht plötzlich eine düstere Nebelbank durch den Wald… eine gespenstische Stimmung macht sich breit!

Der Nebel ist nur von kurzer Dauer, schon bald wieder reißt es auf… aber richtig schön ist es sowieso den ganzen Tag nicht gewesen.

Wie schon bei den letzten Malen steige ich von der Aste direkt nach Aldrans ab. Ein kurzer Blick auf den Busfahrplan zeigt mir, dass ich zu Fuß schneller im Dorf bin.

Eine gemütliche Tour vor der Haustüre… bei ein wenig mehr Schnee bin ich dann mit den Schneeschuhen unterwegs… darauf freue ich mich schon!

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:50 h
Gesamtlänge: 14,24 km
Höhenmeter: ∆ 892 m / ∇ 1.066 m
Wetter: bewölkt, kalt, trocken

221101 Halltalrunde

Schon viele Male habe ich mit Papa ausgemacht, dass wir zusammen eine Halltalrunde machen sollten, damit wir gemeinsam die Hinterlassenschaften des Salzbergbaus erkunden können. Heute endlich ist es soweit. Als erweitertes Ziel haben wir uns noch die Speckkarspitze (2.621m) überlegt

Wir starten am Hackl, es ist leicht diesig, daher ist der Parkplatz bei unserer Ankunft noch überschaubar besetzt. Bei der ersten Gelegenheit zweigen wir auf den interessanten Fluchtsteig.

Schon zu Beginn finden wir erste Zeugnisse des Salzabbaus. Die ehemalige Soleleitung, die das gelöste Salz ins Tal, nach Hall in Tirol lieferte, wird zwar nicht mehr gewartet, aber ist noch an einigen Stellen sichtbar. Wer weiß wie lange diese Holzrohre noch bestehen…

An der zweiten Ladhütte zweigen wir in Richtung St. Magdalena, dem ehemaligen Kloster im Halltal, ab. Der Weg führt durch einen dichten Buchenwald, der Boden ist übersät mit Buchenblättern.

In angenehmer Steigung zieht sich der Steig hinauf zum nun als Gasthaus fungierendem St. Magdalena.

Bald haben wir die erste Station erreicht, die Raststation ist geöffnet, das behalten wir uns für den Rückweg im Kopf.

Wir wandern weiter über den oberen Fluchtsteig und erreichen, nachdem wir die ersten Stollen gesichtet haben, das altehrwürdige Herrenhaus.

Dieses besichtigen wir ausgiebig, ein paar Veränderungen sind seit meinem letzten Besuch geschehen. Ein Verein kümmert sich nun um den Erhalt, es sind auch Überwachungskameras installiert worden, um den überbordenden Vandalismus Herr zu werden.

Eine gute Sache, finde ich, denn bei diesem Komplex handelt es sich um den ältesten Industriebetrieb von Tirol. Das sollte wohl erhaltenswert sein!

Nach wir den Rundgang um das Herrenhaus und die Rupertikapelle absolviert haben, wandern wir weiter Richtung Issboden.

Die oberen Stollen schauen wir uns natürlich auch noch an, zum Teil sind Rohrleitungen für eine erneute Wartung der Stollen an den Vorplätzen gelagert.

Am oberen Knappenhäusl machen wir eine Pause, verzehren unsere Jause und genießen den historischen Platz. Leider ist es ein wenig kühl geworden, daher können wir nicht allzu lange bleiben.

Kurz vor dem eigentlichen Issboden erhaschen wir einen Blick auf die beeindruckenden Bergriesen im hinteren Halltal, allen voran die kühne Spitze des Rosskopfs.

Der Issboden, früher mal wurde dieser verlassene Flecken Erde von der Saline bewirtschaftet, erinnert an eine urtümliche Moorlandschaft, und stellt für uns den Umkehrpunkt dar. Erst wollten wir noch weiter auf das Lafatscherjoch und die Speckkarspitze, aber das Wetter sieht nicht so einladend aus, daher verschieben wir unseren Plan auf unbestimmte Zeit.

Über Holzstege „schweben“ wir über die sumpfigen Stellen, eine gute Installation, denn der Moorboden würde durch die Wanderer wohl oder übel Schaden nehmen.

Die Wälder leuchten in bunten Herbstfarben, besonders die gelben Lärchen erzeugen ein magisches Bild des sich zum Ende neigenden Jahres.

Zuerst ist der Weg noch relativ flach und angenehm zu gehen, ein wenig später steilt der Pfad auf und fällt rapide ab zum Ochenbrünnl

Kurz bevor wir den Aufstiegsweg erreichen, halten wir noch einer beeindruckenden Aussicht und schauen ins untere Halltal mit dem Kloster.

Bald haben wir eben Jenes erreicht, beim Aufstieg hatten wir schon ausgemacht, dass wir hier noch einkehren.

Bei einem gemütlichen Bier lassen wir die schöne Wanderung Revue passieren, sehr viele, speziell historische Eindrücke haben sich heute eingebrannt.

Vom Gasthaus nehmen wir den Steig über das Eibtal, kurioserweise stehen auf dem Wirtschaftsgebäude von St. Magdalena ein paar Geißen.

Über das Eibtal erreichen wir wieder den Fluchtsteig, der uns nun gemütlich zurück zum Hackl bringt.

Kurz vor dem Hackl sehen wir nochmals die Tuxer Alpen vor uns liegen, mit dem Haneburger, der mir letztes Mal leider verwehrt blieb.

Eine wunderschöne Tour, dieses Mal mit vielen geschichtlichen Eindrücken…

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:40 h
Gesamtlänge: 18,10 km
Höhenmeter: ∆ 956 m / ∇ 1.004 m
Wetter: Windig, bewölkt, trocken

221030 Säulingumrundung

Nach unserem Trip nach Bozen steht schon die nächste Reise an. Wir fahren auf die Hütte, dort müssen noch ein paar Sachen vor dem Winter erledigt werden. Letu und ich übernachten auf der Hütte, am nächsten Tag stößt Papa noch zu uns.

Wir wollen heute um den Säuling gehen, den Gipfel wollen wir am Rückweg dann noch mitnehmen. Start ist zuerst wieder der Forstweg bis zur Abzweigung „Pflacher Älpele“, dann folgen wir dem Steig zum Säulinghaus.

Trotz regem Andrang ist die Hütte heute geschlossen. Allerdings könnte das Naturfreundehaus evtl. am Nachmittag öffnen, so unser Kalkül. Wir wandern weiter in Richtung Pilgerschrofen.

Plötzlich sehen wir ein kleine Herde Steinböcke, die nicht weit vom Wege grasen. für Letu und mich eine kleine Sensation, Papa kennt diese Herde schon besser.

Nachdem wir uns an den majestätischen Tieren sattgesehen haben, wandern wir in konstantem Auf- und Ab weiter zum Pilgerschrofen.

Im Rückblick kann man gut den Gipfel des Säulings ausmachen. Es ist warm, ein leichter Föhnwind bläst.

Der Ausblick auf den Talkessel, das Lechtal und die Tannheimer Berge ist beeindruckend, allerdings bilden sich schon leichte Schlieren in der Luft.

Auch das Alpenvorland, Vils, Pfronten kann man von hier gut einsehen.

An der „berühmten“ blau-weißen Grenzstange, die auch den Aufstieg zum Pilgerschrofen kennzeichnet, machen wir eine kurze Trinkpause.

Dann wird es ein wenig schattig, wir sind nun in den Nordhängen der 12 Apostel, die über uns thronen.

Auch hier ist stetiger Wechsel von Auf- und Abstieg zu bewältigen, bis wir wieder auf die Abzweigung zum Säuling stoßen.

Ab hier wird der Weg wieder ein wenig interessanter, ein paar harmlose Kletterstellen gefallen besonders meinem Junior.

Die kleine Eisenleiter ist sicher ein Highlight des kurzweiligen Aufstieges.

Es sind nun schon mehr Leute am Weg, die von der Bleckenau, bzw. vom Schloss Neuschwanstein aufgestiegen sind. Beim Blick zurück ins Alpenvorland kann man das Schloss, dahinter den Forggensee gut erkennen.

Kurz vor dem Hexenboden am Säuling erblicken wir das erste Mal den Gipfelaufstieg. Uns trifft fast der Schlag, wahre Kolonnen sind auf dem Weg zum Gipfel. Für einen Sonntag war das eigentlich zu erwarten.

Letu legt sich kurz in die Sonne, während Papa und ich überlegen, wie wir weitergehen sollen. Nach kurzer Beratung beschließen wir, den Gipfel heute auszulassen, zu viele Leute sind am Weg. Nicht nur die Staugefahr ist hoch, auch Steinschlag ist somit ein Thema.

Der knackige Abstieg zum Säulinghaus ist jetzt noch besser machbar, wenn sich nicht alle Leute im Abstieg befinden. Hier heißt es nun aufpassen, auch um keine Steine loszutreten.

An den Engstellen müssen wir immer wieder auf Leute, die von unten kommen, warten. Es ist echt die Hölle los…

Unbeschadet erreichen wir das Säulinghaus, hier machen wir nochmals eine kurze Pause. Die Hütte ist immer noch geschlossen, der Wirt versäumt heute wohl einen potentiell umsatzreichen Tag.

Nach kurzer Rast und Stärkung machen wir uns wieder zur unserer Hütte auf, dort gibt es zwar kein Bier, aber Saft und eine gute Brotzeit.

Am Forstweg entlang erreichen wir schon bald die Abzweigung zur Hütte, am Himmel sind immer wieder Föhnfische zu sehen.

An der Hütte setzen wir uns gemütlich in die Sonne und lassen uns die Jause schmecken. Wieder mal haben wir den Tag gut genutzt und sind zufrieden mit der schönen Tour.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:45 h
Gesamtlänge: 12,97 km
Höhenmeter: ▲1.270 m / ▼ 1.284 m

221027 Bozen

Schon viel habe ich von der Welt gesehen, aber die nahen Ziele sind mir irgendwie immer wieder durchgerutscht. Heute, der Oktober zeigt sich von seiner besten Seite, fahre ich mit den Kindern für einen Kurztrip nach Bozen.
Mit dem Zug ab Innsbruck erreichen wir schon nach kurzer Fahrt die Landeshauptstadt von Südtirol.

Unser Gepäck können wir im Büro des Apartment-Anbieters deponieren, so erleichtert machen wir uns auf, die Stadt zu erkunden.

Laubengasse, Obstmarkt, Walterpark…

… Rathaus. Lauter schöne Gebäude, viele lebendige Cafés und reges Treiben. Das ist unser erster Eindruck von Bozen.

Am Nachmittag haben wir uns das Archäologiemuseum vorgenommen, in dem der „Mann aus dem Eis“, der Ötzi ausgestellt ist. Viele Informationen um den Sensationsfund erfahren wir hier, und schlussendlich können wir noch einen Blick auf die Gletschermumie werfen. Sehr spannend…

Nach dem Museum, das Wetter ist einfach ein Traum, spazieren wir noch zur Talfer, dem Fluss durch Bozen.

Über die Talferbrücke sehen wir das Siegesdenkmal aus der Faschistenzeit, das den Übergang vom alten, deutschen zum neuer, italienischen Teil von Bozen markiert.

Sara und Letu finden immer wieder etwas Lustiges als kurzzeitige Ablenkung, währenddessen kann ich so manchen Geocache bergen.

Nach diesem ausführlichen Spaziergang wandern wir wieder zurück in die Altstadt, holen unser Gepäck und machen uns zur Unterkunft auf… ein kleines, aber gemütliches Apartment.

Am Abend spazieren wir nochmals in die Stadt, finden ein kleines Restaurant, in dem wir vorzüglich speisen. Satt, zufrieden, aber müde gehen wir zurück zur Unterkunft.

Am nächsten Morgen steht Schloss Runkelstein, die sogenannte Bilderburg auf dem Programm. Wir spazieren der Talfer entlang nach Norden, vorbei an kleinen Schlössern, Villen und Weinbergen.

Es ist noch frisch, aber die morgentliche Sonne wärmt uns dann doch ein wenig auf.

Nach gut 45 Minuten erreichen wir die für ihre Fresken bekannte Burg. Ein kurzer, steiler Aufstieg bringt uns zum Schloss, das auf einem Porphyrfelsen thront.

Wunderschön erhalten, bzw. restauriert, ist das imposante Gebäude ein wahrer Hingucker.

Im Hof ist eine kleine Schank, die uns sofort ins Auge sticht, dort werden wir nach dem Rundgang noch einkehren.

Die Innenräume sind mit wunderschönen Fresken bemalt, in manchen Räumen sind nur mehr Fragmente erhalten, andere Kammern sind bis an die Decke verziert.

Szenen aus dem profanen Leben im Mittelalter sind hier sichtbar, Jagd-, Kampf und Alltagsausschnitte, die viele Rückschlüsse auf das damalige Leben ermöglichen.

Ein Rundgang über die Wehranlage lässt uns nochmals den Innenhof gut einsehen, auch an den geschützten Außenfassaden sind Bilder aufgemalt.

Der Ausblick von den Wehrgängen nach Süden zeigt wieder die liebliche Landschaft um Bozen, mit den für Herbst so typischen Farben.

Im Gastgarten gönnen wir uns ein gutes Mittagessen, Schnitzel für die pikanten, Kaiserschmarrn für die süßen Gemüter…

An der Talfer entlang erreichen wir wieder die Altstadt, hier machen wir noch einen Zwischenstopp am Obstmarkt und kaufen würzigen Käse ein und genießen ein Getränk in der Herbstsonne.

Dann ist der Kurzurlaub auch schon fast wieder um, wir holen unser in der Früh deponiertes Gepäck wieder ab und spazieren zum Bahnhof. Hier erhaschen wir noch einen Blick auf die Rosengartenspitze mit dem berühmten Rosengarten vom Zwergenkönig Laurin.

Die Fahrt von Bozen über den Brenner vergeht wieder wie im Fluge, schon bald erreichen wir mit neuen Eindrücken gestärkt, unsere Heimat.
Hier sind wir bestimmt nicht das letzte Mal gewesen.

221023 Hüttenspitze (1.858m)

Ein schöner Tag kündigt sich an, im Tal hält sich noch Nebel, die Höhen sind schon klar. Ein wunderbarer Start für eine Bergtag. Die Hüttenspitze ist wieder mal das Ziel.

Da ich aktuell das Auto von meiner Mama zur Verfügung habe, sind solche Touren auch gut möglich, mit dem Bus ist es schon ein wenig aufwendig, hierher zu kommen. Ich parke bei der Walderkapelle, nach kurzem Marsch passiere ich die Sprungschanze.

Ich steige auf der Ostseite des Halltals und des Halltalbachs auf, gegenüber von mir entledigt sich der Zunterkopf der letzten Nebelfetzen und zeigt seinen breiten Rücken…

Obwohl mir vorkommt, dass die Hüttenspitze doch ein paar Besucher empfängt, ist der Steig schmal und wirkt an manchen Stellen sogar ein wenig urig. Das sollte nicht täuschen, einige Wanderer besuchen hier die Winkler- oder die Alpensöhnehütte.

Gedankenverloren bleibe ich einmal kurz stehen, sehe aus dem Augenwinkel etwas. Ich drehe meinen Kopf, keine 3 Meter von mir stehe eine Gämse. Ich schaue genau, kann aber keine Bewegung ausmachen… was ist los mit dem Tier. Ich gehe ein paar Schritte und sehe wie sich der Kopf der Gämse dreht. Also doch nicht ausgestopft…

Eine eigentümliche Situation, mit der Gämse. Fast ein wenig gruslig…
Ich habe nun gut an Höhe gewonnen, der Ausblick ins Halltal öffnet sich mehr und mehr.

Noch komme ich immer wieder in leichten Bergwald, der mir die Sicht raubt, aber weit kann es nicht mehr sein, in die baumfreie Zone.

Vorbei an der Winklerhütte, dort finde ich einen frisch ausgelegten Geocache „Halltalerhütte“ stapfe ich nun zur zweiten Hütte auf meinem Weg.

Obwohl, wie gesagt, nicht die Massen hier rauf laufen ist der Weg hier bei den Hütten gut gewartet und zeugt von viel Liebe für die Instandhaltung…

Die zweite und letzte Hütte, die Alpensöhnehütte thront hoch über dem wilden Halltal.

Besonders der Ausblick hinter der Seilbahn, mit Bankl ist jeden Groschen wert! Auch hier wurde vor kurzem ein neuer Cache verlegt: der Halltalblick.

Nachdem ich mich an der Aussicht satt gesehen habe, mit Zunterkopf, Herrenhäusern, St. Magdalena, Wildangerspitze, Kartellerjöchl, Roßkopf, Lafatscher und Speckkarspitze, folge ich weiter meinem Wege.

Der Baumbestand ist nun den zähen Zunterstauden gewichen, die selbst strengen Wettern standhalten können und dem Wanderer im Hochsommer den letzten Tropfen Wasser aus dem Körper zu saugen vermögen.

Eine steile Steinrinne, zum Glück frei von Gämsen, tut sich vor mir auf. Gerne bringe ich dieses Hindernis rasch hinter mich…

… bald darauf quert der Weg einen schotterigen Hang, auch hier, wie fast überall am Weg heute, beobachten mich zwei Gämsen. Ich komme mir schon fast wie bei Hitchcock vor. Und wie von mir befürchtet, alsbald flüchten die scheuen Tiere und ein Steinhagel ergießt sich in die oben genannte Schlucht.

Ein Wanderer, der hinter mir im Aufstieg ist, hatte Glück und war kurz vorher aus der Rinne ausgestiegen. So was könnte auch ins Auge gehen.

Erst kurz vor dem Erreichen der Hüttenspitze offenbart sich mir das kleine Kreuz. Ein paar Meter muss ich noch absteigen, damit ich schließlich zum Gipfel steigen kann.

Schon öfter bin ihr am Gipfel gestanden, auch heute wieder ist ein grandioser Tag, wenn gleich nun der Föhn ein wenig Kühle in die Jause bringt.

Eine rasche Stärkung muss sein, dann setzte ich meinen Weg fort. Von der Hüttenspitze steige ich in die Wechselreise ab, die mich rasch ins Halltal zurückbringen wird.

Ein paar kurze Kraxelstellen sind zu bewältigen, dann erreiche ich den Übergang zur Wechselreise.

Dieses mächtige Schotterfeld, ein Spielplatz sondergleichen, öffnet sich mir. Wenngleich der obere Teil Dank grobem Schotter nicht ganz leicht zu bewältigen ist…

… wird der Kies im unteren Teil immer feiner, da steht dem „Reisenlaufen“ nichts mehr im Wege… beim gelben Kreuz, schon von weit oben sichtbar, muss ich nach links ausweichen, denn dort führt der reguläre Weg weiter in die Talsohle.

Ein Blick zurück lässt mich erfreut lächeln, Hüttenspitze mit Winklerwand, und links daneben die Wechselreise sind für mich ein wunderbares Bild, das mir nie fad werden wird.

Die gegenüberliegende Seite, nun im wunderschönen Licht, offenbart das urtümliche Halltal.

Der Steig führt nun über erdige Wege hinunter zur Wasserfassung und zum Bettelwurfbrünndl, dort wechsle ich auf den Fluchtsteig.

Dieser Fluchtsteig war immer eine relativ sichere Variante für die Salzknappen, ihren Arbeitsplatz im hinteren Halltal zu erreichen. Heute lädt dieser Wege viele Sonntagsspaziergänger ein, die ein wenig Erholung in der Natur suchen.

Nach der einsamen Überschreitung der Hüttenspitze ist es für mich ein großer Kontrast, wie viele Leute heute hier zu Gange sind.

Da ich bei der Walderkapelle parke, geht es für mich über eine Brücke üben den Weißenbach, dann spaziere ich auf breiter Straße zum Parkplatz.
Beim Auto werde ich nochmals einen Blick hinauf zur Gleiersch-Halltal-Kette, Wechselspitze, Hohe Fürleg, Walderkampspitze, Tratten und Hundskopf… so viele schöne Ziele noch!

Ich bin froh und dankbar, dass ich einen solch schönen Tag im wunderschönen Halltal verbringen durfte! Hoffentlich bald wieder…

Tourendaten
Gesamtlänge: 11,0 km
Gesamtdauer: 3:30 h
Höhenmeter: ∆ 1.085m / ∇ 1.085m

221009 Tauernüberschreitung (1.841 m)

Der Herbst mit seinen schönen Farben ist für mich einfach die beste Wanderzeit. Heute plane ich mit Papa die Tauernüberschreitung von Nordwest nach Ost und zurück über den Plansee.

Wir starten beim Parkplatz auf der Sattelhöhe, kurz vor Frauenbrünnele. Von dort kann man auch gut runter zu den Stuibenfälle spazieren.

Unser Aufstieg ist steil, teilweise rutschig und einsam. Manchmal steht eine Gams in der Nähe, schaut skeptisch und grast weiter… ansonsten sind nur ein paar Vögel und viel Natur vorhanden.

Während der untere Teil der Wanderung im Wald liegt, lichtet sich weiter oben die Vegetation, es sind nur ein paar Latschen vorhanden. Dafür nimmt die Aussicht zu, schon kann man den Talkessel, die Tannheimer Berge, Säuling und Alpenvorland gut einsehen.
Viel Zeit zum Erholen habe ich auf diesem Weg allerdings nicht. Papa macht gutes Tempo und der Weg steigt immer mehr oder minder steil den Hang hinauf.

Kurz vor dem Gipfel legt sich der Weg ein wenig zurück und wir erreichen den Grat. Nun geht es in leichtem Auf- und Ab zum Gipfelkreuz des Zunterkopfes (1.811 m).

Nebelschwaden hängen heute zwischen den Bergen, der Plansee kann von hier aus fast nicht gesehen werden. Die Stimmung ist allerdings magisch, wir sind uns einig, interessanter kann es fast nicht sein…

Immer wieder reißt die Wolkendecke auf, lässt uns weit sehen, Kohlbergspitze, Pitzeneck und Hochschrutte liegen direkt vor uns. Im Süden wälzt sich eine Wolkenwalze über das Gebirge.

Nach Nordwesten hin sehen wir den Säuling, auch hier schiebt sich eine Wolkendecke vom Alpenvorland herein. Gut einsehen kann man von hier auch den hinter uns liegenden Gratverlauf.

Ein paar steile Passagen müssen wir wieder runtergehen, ohne nennenswerte Schwierigkeiten. Dennoch ist immer Obacht angesagt, schnell kann ein falscher Schritt zu Blessuren führen.

Da es, obwohl nicht besonders hoch, kühl und windig ist, haben wir uns präventiv gut eingepackt, als wir vom Zunterkopf losgegangen sind. Jetzt beim leichten Weiterweg bin ich froh um die Extraschicht am Körper.

Wieder ein Blick zurück, wir sehen im Verlauf den Zunterkopf und im Hintergrund die imposanten Felsgebilde der Tannheimer Berge.

Papa, der schon öfter am Tauern war, erklärt mir, dass der Weg dieser Tage um einiges besser ist als früher. Daher nehmen wir an, dass nun nun öfter Besucher auf diesen ehemals einsamen Hüter des Talkessels einfinden.

Schließlich erreichen wir auch den eigentlichen Tauerngipfel (1.841m). Oft wird bei der Besteigung fälschlicherweise der erste Gipfel, der Zunterkopf als Tauern bezeichnet.

Von hier führt nun ein schmaler werdender Steig weiter nach Osten, hinüber zum Jägersteig, der allerdings ob des größeren Ansturms auch schon besser gepflegt ist. Wenn ich hier von größerem Ansturm spreche, meine ich allerdings keine Innsbruck Verhältnisse… im Außerfern geht es immer beschaulich zu!

Der Heiterwanger See hat heute eine extrem auffällige Färbung, die durch das gedämpfte Licht noch besser zur Geltung kommt. Durch Sedimenteinträge hat das Gewässer einen milchigen Schein.

Im Gegensatz dazu strahlt der Plansee, mit der der Heiterwangersee durch den sogenannten Kanal verbunden ist, dunkel und klar zu uns herauf.

Der Weg ist hier stellenweise durch den gestrigen Regen aufgeweicht, das Gehen teilweise schwierig und unangenehm. Da meine alten Schuhe fast kein Sohlenprofil aufweisen, muss ich besonders aufpassen.

Hier im Bild sieht man nochmals den schönen Heiterwanger See, dahinter liegt Heiterwang, überragt vom Thaneller.

Über das „Verbrennte“ oder auch „Brand“, einer kahlen Bergflanke, die dem Namen nach mal abgebrannt ist, erreichen wir Ostseite des Massivs.

Gut sieht man von hier den Spieß und das Hochschruttemassiv, getrennt vom Pitzebach.

Alte Wälder säumen unseren Weg, ein kommerzieller Holzabbau würde sich wegen dem schwierigem Zugang nicht anbieten, daher dürfen die Riesen hier in Würde altern.

Auch so manchen verkrüppelten Kerl, evtl. durch starke Aufwinde verursacht, finden hier hier.

Kurz bevor wir den berühmten Aussichtspunkt über dem Plansee erreichen, stoßen wir auf die Jagdhütte der Familie Scharzkopf. Hier setzen wir uns und genießen die Aussicht. Jäger haben sich schon immer wunderbare Plätzchen ausgesucht…

Der Aussichtspunkt am Gratle, vor einigen Jahren nur einem auserwählten Kreise bekannt, wurde durch ein Instagramm-Foto berühmt und wird nun an schönen Tagen regelrecht belagert.

Die Aussicht, das muss gesagt werden, ist phantastisch, man steht genau am richtigen Blickwinkel, um den Plansee schön zu überschauen, links die Soldatenköpfe, rechts der Spieß.

Leider hat jeder Massenansturm seine dunkeln Seiten, der Weg bis zum Aussichtspunkt ist in schlechtem Zustand, der Wald in der Umgebung mit Taschentüchern und Sonstigem übersäht… leider hört hier die Rücksicht auf Mitwanderer an der ausgestreckten Hand auf.

Der Weg ist rutschig und ungut zu gehen, einen kurzer Moment nicht aufgepasst, sitze ich auch schon im Gatsch… sehr ärgerlich…
Am Plansee angekommen, wasche ich meine Hände. Die Hose ist zum Glück doch fast nicht verdreckt, da habe ich nochmals Glück gehabt.

Der Plansee ist der zweigrößte See Tirols und war schon zu Zeiten Kaiser Maximilians I. bekannt für seinen Fischreichtum und als Jagdgebiet. Auch heute noch kann man das gut nachvollziehen, trotz Ansturm an Menschen ist es hier sehr naturbelassen.

Wir wandern am Plansee entlang zum Seespitz, weiter auf der linken Seite, vorbei am Frauenbrünnele, erreichen wir nach kurzem Forstweg-Marsch die Stuibenfälle. Es ist schön, diese mal „ohne Canyoninggäste“ zu sehen…

Kurz nach dem kleinen Wasserfall zweigt unser Weg nach links bergauf und wir erreichen unseren Ausgangspunkt, den Parkplatz.

Eine tolle Tour, die ich schon lange machen wollte. Toll, dass ich das heute mit Papa „erledigen“ konnte, wir haben auch schon neue Ziele ausgemacht… es bleibt spannend!

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:23 h
Gesamtlänge: 11,42 km
Höhenmeter: ▲ 1.076 m / ▼1.102 m

221008 Canyoning Hochalpbach

Dies dürfte wohl eine meiner letzten Canyoningtouren für dieses Jahr werden. Umso mehr freue ich mich, dass zum Ersten der Hochalpbach begangen wird, zum Zweiten ein Trupp junger Einheimischer am Start steht. Abgerundet wird das Ganze mit Friedl als Canyoningguide!

Im Aufstieg

Der Zustieg ist rasch gewältigt, seit einiger Zeit stiegt man ein wenig höher in die Schlucht und nimmt so noch einen kleinen Abseiler mit.

Erste Abseilstelle

Dann sind wir schon im sehr kühlen Wasser. Bei der Gruppe handelt es sich um einen Junggesellenabschied, daher ist eine weithin sichtbare Verkleidung für den zukünftigen Bräutigam schon angebracht.

Die zweite Abseilstelle ist zwar einfach, aber von der Höhe her der höchste Absatz der gesamten Tour. Ca. 25m müssen wir neben einem Wasserfall abseilen.

Großer Abseiler

Die meiner Meinung nach schönste Stelle der Tour, eine Engstelle betreut Friedl, während ich das Seil verstaue und gleich weiter zu den Gästen abseile.

Beim Abseilen

Die Enge, wie ich sie nenne, ist wunderschön, der Wasserfall macht hier eine „Drehung“, sehr interessant zum anschauen und auch abseilen.

Es folgt noch eine kleine Rutsche…

… und ein paar kleine Abseiler, alles zusammen in schönster Landschaft.

Abseilstelle

Der Wasserstand ist heute perfekt, ein wenig mehr als im Sommer. Es ist auch ein wenig Schmelzwasser dabei, das erklärt die niedrigen Temperaturen.

Im unteren Teil der Tour ist viel Gehgelände, aber auch ein paar kleine Rutschen

Rutschen
Rutschen

Viel zu schnell erreichen wir wieder den Ausstieg, dort müssen wir noch ein paar Höhenmeter rauf zum Auto. Mit Neopren immer wieder eine Herausforderung.

Fast am Ende…

Eine tolle Tour mit feinen Gästen, so stelle ich mir eine Abschlusstour vor! Es hat allen sehr viel Spaß gemacht, und genau deshalb macht man solche Touren…

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:40 h
Gesamtlänge: 1,4 km
Höhenmeter: ▲ 254 m / ▼ 254 m

221005 Lanser Alm (1.735m)

Nachdem mir die gestrige Wanderung viel Spaß gemacht hat, bin ich extra-motiviert, gleich noch was dranzuhängen. Leider schaffe ich es nicht, früh zu starten, daher nehme ich den Bus um 17:43 h zur Talstation Patscherkofelbahn.

Heiligwasserwiese

Der erste Teil des Aufstiegs ist neben der Skipiste, der Heiligwasserwiese. Am Parkplatz toben sich ein paar Jugendliche mit Drohnen aus, was für ein Krawall…

Teehütte mit Karwendel und Rofan

Vorbei an der Teehütte, erreiche ich Heiligwasser (1.234 m). Dieser schöne Wallfahrtsort liegt am Fuße des Patscherkofels. Der Legende nach erschien hier die Muttergottes zwei Bauernbuben, die ihr Vieh suchten.
Dem neben dem Kirchlein entspringenden Quellwasser wurde heilende Wirkung attestiert.

Heiligwasser

Vom Pilgerort wandere ich auf faden Forststraßen weiter hinauf, nicht mal viel Aussicht kann der Weg aufweisen.

Forststraßenhatsch

Weiter oben lichtet sich dann der Wald doch wieder und gibt den Blick frei auf das Unterland, mit Karwendel- und Rofangebirge. Der Himmel, dank der späten Stunde, leuchtet schon in Pastelfarben.

Rofan

Auch das Oberland mit der Hohen Munde und der Zugspitze rückt in mein Blickfeld, auch hier überspannt ein wunderschöner Himmel die Szenerie.

Oberland

Auf 1.480m Höhe erreiche ich die Igler Alm, bzw. das Feld auf dem diese Alm einmal gestanden hat. 1984 brannte das schöne Gasthaus ab, seit dem liegt dieser Boden brach.

Ehemalige Igler Alm

Im oberen Teil steht ein schönes Holzkreuz mit den Olympischen Ringen, ein Gedenkmonument für die Olympioniken von 1964 und 1976.

Olympioniken-Kreuz

Ab hier wechsle ich auf einen schmalen Steig, der nun in Richtung Lanser Alm führt. Der Weg scheint nicht so gut begangen zu sein, in einem Teil liegen die Überreste von Holzarbeiten, mit viel gutem Holz… schade darum.

Da hat wohl wer nicht aufgeräumt…

Wieder erreiche ich eine Forststraße, nun jedoch mit lichtem Wald, so kann ich zumindest die Aussicht genießen. Das licht wird immer schöner, die Dämmerung ist schon eine wunderschöne Zeit.

Herbststimmung

Unwirkliche Farbspiele sind am Himmel zu sehen, die Wolken strahlen in wunderbaren Farbtönen, es ist heute einfach nur herrlich…

Herbststimmung

Wieder erreiche ich einen kleinen Steig, der mich in Richtung Ramsbachgraben führt.

Kleiner Steig zum Ramsbachgraben

Dieser Ramsbach, auch Villerbach entspringt auf über 2.000m Höhe und fließt durch den genannten Graben über Igls, Vill in die Sill. Über den Graben führt eine kleine Holzbrücke mit feiner Aussicht auf Innsbruck.

Aussicht auf die Landeshauptstadt

Schließlich erreiche ich die Lanser Alm. 2015 wurde diese gemütliche Gaststätte nach einem Dornröschenschlaf wieder zum Leben erweckt. Die Lage ist toll, leider hat die Hütte heute schon geschlossen, daher nehme ich mir ein Getränk aus dem Brunnen.

Lanser Alm

Es ist kühl geworden, es weht ein lauer Wind vom Patscherkofel herunter… fast ein wenig föhnig. Ich setzte mich auf eine Bank und genieße die Aussicht.

Der Autor…

Nun ist es schon fast dunkel, der Sommer hat dem Herbst nun endgültig den Vortritt überlassen. Die Sonne schickt einen letzten Gruß über die Berge, dann bricht die Nacht herein.

Abenddämmerung

Den Abstieg bestreite ich über den Ochsensteig, der mich direkt nach Sistrans hinabführt. Zum Glück habe ich eine gute Taschenlampe dabei, in der Dunkelheit möchte ich hier nicht den Weg suchen müssen.

Im Finsteren durchs hohe Gras

In der Nacht sieht man erst richtig, wie groß Innsbruck geworden ist. Ich besitze Bilder meiner Oma von ca. 1960, da war Innsbruck noch relativ überschaubar. Heute ist der ganze Talkessel hell erleuchtet

Landeshauptstadt bei Nacht

Von Sistrans wandere ich weiter über die Gletscherkapelle, durch Maisfelder und finsteren Wald zum Sägewerk in Aldrans. Hier kann ich meine Lampe nun wieder in den Rucksack stopfen, die Straßenlaternen weisen mir den Weg.

Maisfeldquerung

Im Café Maria gönne ich mir noch ein Abschlussbier, bevor ich die Runde beschließe. Wieder ein herrlicher Marsch in der unmittelbaren Umgebung…

Café Maria

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:30 h
Gesamtlänge: 10,38 km
Höhenmeter: ▲ 713 m / ▼ 983 m

221004 Rinner Alm (1.380m), Aldranser Alm (1.511m)

Nachdem das Wetter in letzter Zeit nicht besonders wanderfreundlich war, nutze ich einen der ersten schönen Tage aus, um mich auf „meine“ Almen zu begeben. Es ist herbstlich, also sehr angenehm zum aufwärtsgehen.

Start, wie so oft, ist der Kirchplatz in Rinn, den ich mit dem Bus erreiche. Ein paar Meter höher erreiche ich den Wanderparkplatz und auch den Beginn des Aufstiegs.

Da ich diesen Steig schon in- und auswendig kenne, beschließe ich, mich heute auf die Kleinigkeiten zu konzentrieren. Und ich stelle fest, da gibt es herrlich viel zu entdecken.

Wurzelnetzwerke, saftiges Moos, allerlei Kleingetier, sobald man sich ein wenig umschaut, wird man vor lauter Eindrücken fast erschlagen…

Herbstzeit ist Pilzzeit, das weiß jedes Kind. Obwohl ich keine mir bekannten essbaren Pilze entdecke (abgesehen von einem Maronenröhrling), muss ich feststellen, dass der ganze Waldboden übersäht ist mit den kleinen und größeren Wunderpflanzen.

Der Waldboden ist feucht, obwohl es heute den ganzen Tag schön war. Wahrscheinlich die besten Bedingungen für Pilze. Die Feuchtigkeit zaubert aus Spinnweben herrliche, fragile Kunstwerke… man muss nur genau hinsehen!

Der Aufstieg, mir allzu bekannt, zeigt mir aber immer wieder auch, wie veränderlich die Natur ist… an einem Teil des Steiges wurde der Wald gestutzt, nun wirkt die Stelle nicht mehr so düster wie früher… wobei gerade diese Düsternis ein optisches Schmankerl war.

Die kleine Quelle kurz vor der Alm plätschert wie immer klein, aber fein vor sich hin.

Nach 45min. erreiche ich die Rinner Alm (1.380 m), die Sonne bestreicht noch die Terasse, es sitzen ein paar Arbeiter bei einem Feierabendbier… es scheint eine lustige Gruppe zu sein.

Mein Weg führt mich allerdings gleich weiter, über den Verbindungssteig wandere ich gen Aldranser Alm.

Zweimal quert man die Forststraße. Ich stelle verwundert fest, dass der Weg neu gerichtet wurde. Und zwar wie… wunderschön, fast wie eine Asphaltstraße. Da hat sich wohl wer etwas angetan…

Kurz vor der Alm muss ich immer kurz pausieren, den Blick in den Karwendel muss ich immer genießen. Es ist schon ein schönes Gefühl, wenn man im Sichtfeld fast alle Gipfel bestiegen hat…

Auf der Alm ist nichts los, die Küche ist gerade am Schließen. Es ist kurz vor 17:00 Uhr, der offizielle Schluss.

Da die Sonne schön auf die Terrasse scheint, bestell ich mir noch ein Bier und genieße die Aussicht und die wärmenden Strahlen.

Der Ausblick von der Terrasse ist wunderbar, für mich eine der schönsten Almen im Umkreis… zwecks Erreichbarkeit, Küche und Aussicht!

Obwohl ich eine längere Rast mache, möchte ich doch nicht im Dunklen absteigen. Ein paar Schleierwolken schieben sich vor die Sonne und senken die Temperatur merklich.

Der Herbst, gerade gegen Abend, zaubert schönste Farben in die Natur, die ganzen Eindrücke kann ich mit der kleinen Kamera gar nicht erfassen…

Teilweise liegt der Steig nun schon im Schatten, aber die Lufttemperatur ist sehr angenehm. So sollte ein Herbst sein!

Im unteren Teil, kurz vor Sistrans, probiere ich heute ein paar Abkürzungen aus, die mich immer wieder auf den rechten Weg zurückführen. Schließlich erreiche ich den Wanderparkplatz in Sistrans.

Durch den schönen Ort wandere ich gen Norden, ein Blick über die Schulter lässt mich den Patscherkofel erblicken.

Die Sonne ist schon müde, sie schickt mir noch einen wunderschönen Abendhimmel zu, dann versinkt sie hinterm Horizont. Nach kurzer Wanderung erreiche ich schließlich mein Heim.

Eine gemütliche Abendrunde, die sich gerade dann anbietet, wenn man nicht ganz so viel Zeit hat!

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:13 h
Gesamtlänge: 10,43 km
Höhenmeter: ▲659 m /▼ 822 m

220923 Largoz (2.214m) Wattenspitze (2.321m), Rosskopf (2.382m)

Es gibt bestimmte Touren, die sich einfach nicht mit Öffis machen lassen. Dazu gehören einige Touren im Voldertal. Es stimmt, man könnte den Fußmarsch vom Tals aus machen, dann würden sich aber manche Touren zu regelrechten Gewaltmärschen auswachsen. Lange Rede, kurzer Sinn: Heute bin ich mit „meinem“ Flomobil am Weg…

Der Parkplatz bei der Krepperhütte, einer der wenigen verbliebenen Gratisparkplätze ist mein Ausgangspunkt. Von hier steige ich über einen wunderschönen Steig hinauf Richtung Kamm.

Die Wegfindung im unteren Teil ist einfach, bis zur Alm führt eine regelrechte Autobahn den Berg hinauf.

Bei der Alm genieße ich einen kurzen Blick auf das Inntal, doch zum längeren Verweilen ist es einfach noch zu kalt. Das hebe ich mir für später auf.

Der Aufstieg ist nun richtig kühl, ich packe Handschuhe und Mütze aus, die sind nun schon notwendig. Kurz vor dem Largoz kommt dann doch noch die Sonne über den Horizont und es wird wärmer.

Das Wetter ist noch gut, aber über den Bergen sind doch schon ein paar kaum merkliche Schleier sichtbar… das soll sich im Laufe des Tages noch verstärken.

Vom Glotzen, wie er auch im lokalen Sprachgebrauch genannt wird, sehe ich nun das erste Mal den weiteren Wegverlauf.

Ker Kamm bis zur Wattenspitze schaut relativ schneefrei aus, der Weg ist einfach, und ein Verlaufen eigentlich ausgeschlossen.

Teilweise sehe ich Spuren eines Wanderers im Schnee, der die Runde vor mir gemacht hat. Das ist an bestimmten Stellen doch hilfreich. Der Ausblick ist wunderbar, rechts von mir das Voldertal und links sehe ich das Wattental, mit dem Lager Walchen (Truppenübungsplatz)

Auch ins Unterland, speziell in den Rofan sieht man von diesem Kamm aus sehr gut.

Mein zweiter Gipfel ist die Wattenspitze, ein unscheinbarer Zapfen, der allerdings nicht ganz trivial zu besteigen ist. Ein klein wenig kraxeln sollte man können…

Ein kleines, aber feines Gipfelkreuz krönt die höchste Stelle hier am Grat…

Die sogenannte „Schlüsselstelle“ am Weg ist ein kurzes Band, bei dem man sich ein wenig bücken muss. Nichts spektakuläres, einfach eine schöne Stelle.

Auf dem Weg zum Roßkopf liegt nun immer mehr Schnee, der Aufstieg ist aber noch gut und einfach möglich.

Im Rückblick sieht man auch , dass ab hier immer mehr weißes Gold liegt. Ich freue mich schon auf den Winter…

Auf dem Gipfel des Roßkopfes ist kein klassisches Gipfelkreuz, sondern ein Brettkonstrukt auf einem Steinfundament, geziert von einem Tiroler Adler.

Ursprünglich hatte ich geplant, noch weiter zum Haneburger (2.550m) aufzusteigen, aber wegen dem Schnee lasse ich diesen Plan dann doch sausen. Deshalb nehme ich den Rückweg über den oberen Steig.

Vorbei an wunderschönen Tümpeln, die zum fotografieren einladen, erreiche ich noch ein paar Moosbeerfelder.

Die Moosbeeren sind gefroren, überreif und schmecken nicht mehr gut, allerdings finde ich noch ein paar Granten, die noch gut sind. Diese sammel ich ein, die geben eine wunderbare Marmelade ab.

Ein paar Meter sind es noch, dann sehe ich erste Anzeichen menschlicher Tätigkeiten… eine Mauer aus Steinen, wahrscheinlich als Schutz für Tiere.

Und gleich darauf stehe ich wieder vor der Largozalm, nun allerdings sonnengeflutet. Ich setze mich auf eine kleine Bank, packe meine Brotzeit aus. Dazu gibt es noch ein Bier aus dem Brunnen, das die Wirtsleute hier für einsame Wanderer gegen kleinen Obolus zurückgelassen haben.

Der Himmel ist nun voller Schlieren und das merkt man auch an den Temperaturen. Also beschließe ich nach einer guten Stunde Pause, den Abstieg zu wagen.

Ich folge dem selben Weg ins Tal, den ich in der Früh schon aufgestiegen bin.

Rasch erreiche ich den Parkplatz und fahre zurück nach Hause. Eine feine Herbstwanderung, die mir wieder mal richtig gut getan hat.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:30 h
Gesamtlänge: 11,86 km
Höhenmeter: 1.217 m