260905 NP Hohe Tauern: Richterhütte (2.347m) – Rosskopf (2.845m) – Zittauer Hütte (2.328m)

Nach einer relativ ruhigen Nacht im Mehrbettzimmer wachen Biggi und ich gut gerastet auf. In der Stube treffen wir auf unsere Weggefährten Ingrid, Christian, Anna und Georg. Nach einem einfachen, aber guten Frühstück. Dies ist der schwierigen Versorgbarkeit der Richterhütte geschuldet.

Gut gestärkt starten wir unseren Übergang zur nächsten Hütte. Das Ziel heißt heute Zittauer Hütte. Von der Richterhütte müssen wir erst mal ein paar Meter absteigen, bis zur Seilbahn.

Das Morgenlicht ist wunderschön, keine Wolke trübt den azurblauen Himmel, die Fernsicht ist unglaublich.

Bald haben wir die Seilbahn erreicht, nun geht es in angenehmer Steigung wieder in die Höhe, in Richtung Rosskar.

Wunderbare Vegetation säumt den Weg, die Gegend hier scheint generell kein Problem mit Trockenheit zu haben.

Im Rosskar gibt es zwei Seen, am kleinen Unteren kommen wir direkt vorbei. Hier wachsen wieder Moosbeeren und so ist für eine Zwangspause gesorgt.

Obwohl der See klein ist, könnte man theoretisch auch hier reinspringen… aber das werden wir am späteren Nachmittag noch nachholen, jetzt ist mal Zeit zu wandern…

Im oberen Rosskar ist der Weg ruppiger, nicht schwierig, aber es heißt über eine Blockfelder zu steigen. Der Weg ist logisch angelegt, manchmal sind kleine Brücken mit Steinen gelegt worden… ein Lob an die Wegebauer!

Vor uns liegt nun die Rosskarscharte (2.689m)

Ein Blick zurück offenbart die Blockwüste, die wir gerade durchquert haben. Auf dem Bild schaue es schwieriger aus, als in Realität.

In der Scharte machen wir nochmals eine kurze Trinkpause, auch die Aussicht auf unser heutiges Ziel können wir genießen.

Tief unter uns, am Unteren Gerlossee (2.320m) steht die Zittauer Hütte, an einem wahrlich majestätischen Platz.

Die Scharte ist allerdings nicht der höchste Punkt heute, wir wollen noch auf den nahen Rosskopf steigen, der sich als „Mitnahme“ gut eignet.

Wieder geht es über Blockgelände höher und höher, der Weg auch hier gut gewählt und einfach.

Dann stehen wir am höchsten Punkt unserer Wanderung, dem Rosskopf (2.845m). Die Aussicht ist wunderbar, der Himmel heute klar wie selten.

Wir versuchen die Gipfel zu benennen, teils aus der Papierkarte, teils mit einer App. Sogar den Großvenediger (Spitz in der Bildmitte) können wir ausmachen.

Dann heißt es noch ein paar Meter absteigen, bevor wir unser Tageswerk beschließen können.

Auch hier auf der Wildgerlosseite gibt es Gletscher(reste) zu bestaunen… und Gipfel wie den Gabler oder die Reichenspitze.

Am Oberen Gerlossee (2.469m) machen wir eine Pause, essen Brotzeit. Christian und ich nutzen die Gunst der Stunde und hüpfen eine Runde ins eiskalte Wasser. Langes Badevergnügen schaut anders aus… aber die Erfrischung sitzt!

Wir brechen nun zur letzten Etappe auf. Wir verlassen die gemütliche Wiese am See und wandern zum nächsten See und zur Hütte auf.

Etwa 25 Minuten später erreichen wir die wunderschön gelegene Alpenvereinshütte.

Wir setzen uns auf die Terrasse und genießen den warmen Nachmittag mit Speis und Trank.

Nachdem wir unsere Zimmer bezogen haben, beschließen Biggi und ich noch ein Stück um den See zu wandern. Wir finden einen feinen Platz, schnell sind wir der Kleider entledigt und schon sind wir beide im Wasser.

Auch hier gilt, Gletscherwasser trübt die längeren Badefreuden ein wenig, dafür ist die Erfrischung perfekt! Christian, Ingrid, Anna und Georg sind nun auch dazu gekommen und schließlich waren wir alle im Wasser…

Zurück bei der Hütte ist schon fast Zeit für das Abendessen. Es gibt Wienerschnitzel mit Bratkartoffel. So lässt es sich leben.

Nachdem wir gut gespeist haben, werden die Spielkarten ausgepackt und wir zocken noch lange mit Spaß und Gelächter! Zufrieden mit dem Tag gehen wir alle schlafen!

Tourendaten
Gesamtdauer: 4,32 h
Gesamtlänge: 9,48 km
Höhenmeter: △ 756 m / ▽ 763 m
Wegeschwierigkeit: T3

260905 NP Hohe Tauern: Krimml – Richterhütte (2.347m)

Schon länger geplant, heute geht es los… vor uns liegen 3 Tage in den Hohen Tauern. Eine feine Wandertour von Krimml über die Richterhütte, Zittauer Hütte und wieder retour nach Krimml. Schon zeitig in der Früh reisen wir an, den Mehrtages-Parkplatz in Krimml finden wir erst bei Nachfrage. Direkt im Ort geht es los, erste Station: Die Krimmler Wasserfälle

Diese Wasserfälle sind nicht umsonst berühmt, es ist ein wirkliches Spektakel, wie sich das Wasser hier über mehrere Kaskaden in die Tiefe stürzt. Dementsprechend ist auch der Andrang auf den Steig, der direkt neben dem Wasserlauf höher zieht.

Immer wieder bleiben wir stehen und bestaunen die wunderschöne Natur und das imposante Getöse des Wasserfalls.

Die Natur profitiert hier vom Wassernebel, die Vegetation ist hier besonders dicht und grün.

Im Ort selber hat der Bachlauf nicht so gewaltig ausgeschaut, aber hier oben an den Aussichtskanzeln werden wir eines Besseren belehrt.

Im oberen Bereich, von unten nicht einsehbar, kommt noch eine Schlusskaskade, bevor wir ins eigentliche Krimmler Achental gelangen.

Hier, am höchsten Punkt der Krimmler Wasserfälle überqueren wir eine kleine Brücke, dann erreichen wir die Forststraße ins Achental.

Obwohl es ein unspektakulärer Forstweghatscher zu versprechen droht, ist die Natur hier sehr sehenswert.

Natürlich ist es keine reine Natur, sondern vielmehr Kulturlandschaft, über viele Jahrhunderte durch Menschen und Viehbeweidung geformt.

Unzählige Hütten bezeugen die Qualität dieser Almen, früher intensiv bewirtschaftet, heute hat sich so mancher Platz zum Imbiss oder zum Feriendomizil gewandelt.

Doch auch noch echte Almen gibt es, das Vieh befindet sich gerade in der Übergangszeit, der Abtrieb steht schon vor der Tür und das Vieh muss gefunden und „eingefangen“ werden.

Wir haben Glück, der Rundfunk hat schlechteres Wetter prognostiziert, nun haben wir sogar das eine oder andere Sonnenfenster.

Wir erreichen das Krimmler Tauernhaus, hier wollen wir eine kurze Einkehr wagen, es gibt eine gute Suppe und einen Kaffee.

Ein überaus stattlicher Bau, das Tauernhaus. Vor ein paar Jahren neu gebaut bzw. renoviert, steht nun ein Hotel in der Landschaft. Allerdings ist der Bau gelungen und passt sich gut in die Landschaft ein.

Gestärkt wandern wir nun direkt hinter der Hütte in ein Seitental hinein, das Rainbachtal. An dessen Ende steht dann unser heutiges Etappenziel.

Gleich zu beginn folgen wir einem schönen Wasserlauf mit kleinem Wasserfall, dann flacht der Weg ab und wir befinden uns wieder an einem kleinen Forstweg.

Hier oben auf der Rainbachalm sind noch ein Rösser zugegen, die den Almsommer ausklingen lassen. Ruhig und still, abgesehen vom Bach ist es hier im schönen Tal.

Immer tiefer dringen wir in diese archaische Landschaft vor, mit Mooren, fast unberührten Wiesenflächen und lichtem Wald. Im Hintergrund grüßt die Richterspitze.

Wir liegen schon relativ hoch, auf ungefähr 2.000 m. Hier sind die Moosbeeren noch nicht verblüht und laden ein zur Nascherei. Direkt von der Staude schmecken diese Früchte immer noch am Besten.

Wir sind schon recht lange am Weg, das Ende kommt allerdings nun immer näher.

Am sogenannten Hütenblick sehen wir das erste Mal die Richterhütte, unsere heutige Unterkunft.

Im Hintergrund sehen wir die Reste des Rainbachkees, das wohl mal einen mächtigen Gletscher dargestellt hat.

An der Seilbahn sehen wir nun den letzten Wegverlauf, der nur noch über eine Steilstufe führt. Oben auf der Stufe thront das Schutzhaus.

Schließlich erreichen wir das kleine, aber gemütliche Alpenvereinshaus der Sektion Sektion Bergfreunde Rheydt des DAV. Mit 44 Schlafplätzen zählt diese Hütte nicht zu den großen Unterkünften, aber mir ist der Platz von Anfang an sympathisch.

Hier auf der Hütte treffen wie schließlich noch mit Ingrid, Christian, Anna und Georg zusammen, mittels Shuttlebus und kürzerem Anstieg den gleichen Weg vom Tauernhaus genommen haben. Die nächsten 2 Tage werden wir gemeinsam weitergehen.

Nach der langen Wanderung heute schmeckt das Bier auf der Terrasse dann doppelt so gut! Zum Abendessen gibt es Linsencurry und Schweinsgulasch, gemütlich lassen wir den Tag in der Hüttenstube ausklingen!

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:51 h
Gesamtlänge: 19,54 km
Höhenmeter: △ 1.444 m / ▽ 156 m
Wegeschwierigkeit: T2

260829 Bergwerksführung Schneeberg, Ridnaun (2.690m)

Endlich, endlich schaffen wir es, mein letztjähriges Geburtstagsgeschenk einzulösen! Ich habe eine Bergwerksführung im Bergwerk Ridnaun / Schneeberg bekommen, nun haben wir es endlich geschafft einen Termin zu fixieren. Neben Biggi und mir sind auch Georg und Letu dabei!
Gleich in der Früh fahren wir von Innsbruck nach Maiern im Ridnaun, beim Museum werden wir schon erwartet, hier bekommen wir unsere Bergausrüstung (Helm, Mantel, Gummistiefel)

Mit einem Geländebus fahren wir über eine abenteuerlich enge Straße durch das Lazzachertal hinauf zur Moarerbergalm (2.188m)

Hier, auf der beliebtesten Almhütte Südtirols 2021 lassen wir uns einen sehr guten Kaffee kredenzen, wir sammeln und und dann starten wir das Abenteuer Schneeberg…

Das ganze Gebiet hier war unter dem Einfluss des Bergwerks. Die Almhütte, das Poschhaus, war als Station auf dem Weg der Knappen nach St. Martin. Ein kurzer Blick ins Gelände zeigt überall Spuren. Der Bergbau hier wurde erst 1985 geschlossen…

Über sogenannte Bremsberge wurde das Material über die Berge transportiert, später wurden auch Materialseilbahnen installiert.

Das Lazzacher Tal, im oberen Bereich ist eine wunderschöne Landschaft und die Spuren des Bergbaus sind zwar sichtbar, aber nicht zu störend…

Über einen Bremsberg steigen wir hoch bis auf ein Plateau, das ein Moor beherbergt.

Nach einer kurzen Verschnaufpause nehmen wir den weiteren Weg zur Schneebergscharte in Angriff. Wir erreichen den oberen Teil des Bremsberges, von unseren zwei Guides werden die Abläufe und auch verschiedene Mineralien erklärt.

Am oberen Teil des Bremsberges machen wir nochmals Pause…

…dann wandern wir über einen flachen Zubringerweg hinüber zum Eingang zum Kaindlstollen. Dieser mittlerweile verbrochene Tunnel führe auf die andere Talseite, um den beschwerlichen Aufstieg über die Schneebergscharte zu verkürzen.

Sogar Tiere wurden durchgetrieben, die Glocken mussten allerdings ausgestopft werden, wegen dem ansonsten lauten Gebimmel im Stollen…

In der Schneebergscharte stehen heute noch die Überreste der damaligen Seilbahn, die das Material von St. Martin hinüber nach Maiern geführt hat.

Auf der Schneebergscharte stehen auch noch Hütten und Ruinen des Bergbaus, im Hintergrund leuchten die Schneeberger Weißen. Bedingt durch den sehr hellen Kalk leuchten diese Berge sehr auffällig zu uns herüber.

Unter uns liegt nun St. Martin am Schneeberg, die ehemalige Bergwerkssiedlung, die zu ihren Hochzeiten bis zu 1.500 Personen, im Wahrsten Sinne des Worte „mit Kind und Kegel“ beherbergte.

Die Südtiroler haben das touristische Potential dieses Gebietes gut erkannt, Museum und eben diese Führungen sind super organisiert und super ausgeschildert.

Unterwegs immer wieder Stopps, bei denen wir ein paar interessante Details über den Bergbau zu hören bekommen.

Die Landschaft rund um St. Martin gleicht in vielen Bereichen eher einer Mondlandschaft als einer Almwirtschaft. Das ist dem jahrhundertelangen Abbau und auch den Teils giftigen Mineralien, die hier nun offen herumliegen.

Neben den Schneeberger Weißen gibt es noch die Moarer Weißen, mit einem sehr schönen Gipfelaufbau.

Bei St. Martin, heute besteht die Siedlung nur noch aus ein paar Häusern, kehren wir in die Wirtschaft ein, es gibt ein feines Schnitzel, Knödel und als Nachspeise ein Moosbeer-Omlette. Richtig gut!

Wir steigen von der Siedlung weiter ab, nun kommen wir in den Hauptabbaubereich, der wirklich zeigt, was der Mensch hier über die Jahrhunderte bewirkt hat.

Ein See am unteren Bereich soll für die Verkappung von allerlei montanistischem Material verwendet worden sein, daher auch die rötliche Farbe…

Wir queren diesen Bereich des Bergwerks, wir sind bald beim Highlight unserer Tour.

Wir haben den Eingang zum Karlstollen erreicht, den wir nun befahren werden. Rasch sind wir umgezogen, Gummistiefel, Mantel und besonders der Helm werden sich schon bald bewähren.

Der Karlstollen verbindet diese Talseite unterirdisch mit dem Poschhausstollen. Wir steigen durch teil handgetriebene, teils geschossene Stollen immer tiefer in den Berg.

Immer wieder lernen wir interessante Fakten, zum Beispiel über einen Pilz, der hier zwar nicht heimisch ist, aber sich unglaublich gut vermehrt…

Auch die Funktion von Karbid wird uns erklärt und auch vorgezeigt, eine tolle Stimmung im Stollen.

Beim Poschhausstollen, im tiefsten Inneren des Berges steigen wir auf ein moderneres Bewegungsmittel um, auf eine Grubenbahn. Diese bringt uns rasch durch den 3,5 km langen Poschhausstollen. Ein echtes Erlebnis.

Mit dem Geländebus, der schon auf uns wartet, fahren wir wieder retour nach Maiern. Ein sehr interessanter und toller Tag – ein tolles Geburtstagsgeschenk! Ich habe mich sehr gefreut und bin absolut nicht enttäuscht worden.

Die Rückfahrt nach Innsbruck verläuft rasch, in Sistrans kehren wir noch bei einer Pizzeria ein und genießen die letzten Sonnenstrahlen und den feinen Abend!

Tourendaten
Gesamtdauer: 6:38 h
Gesamtlänge: 13,10 km
Höhenmeter: △ 727 m / ▽ 832 m

260828 Mountainbike Aldranser Alm (1.511m)

Freitag Mittag, das Wetter ist schön. Da kommt mir eine meiner Verlegenheits- und dennoch Lieblingstouren gerade recht. Mit dem Mountainbike auf die Aldranser Alm, oben ein Bier trinken, eine Kleinigkeit Essen, das klingt nach gutem Plan. Von Innsbruck fahre ich über Tant Egert nach Aldrans

Ich habe ein wenig mehr Gepäck im Rucksack als nötig, das will ich zu Hause noch kurz abladen.

Bei der Gelegenheit ziehe ich mich auch noch schnell um, dann starte ich die Standardrunde von mir. Zuerst hinauf zum ehemaligen Gasthaus Hubertus, mittlerweile sollte ich eher das Ärztezentrum erwähnen…

Dann weiter zur Quellfassung „Schreyerbach“. Ab hier gemütlich durch den kühlen Wald. Dass mich immer wieder eBiker im Super-Turbo-Modus lachend überholen, habe ich zu ignorieren gelernt. Jaja… immerhin treten muss man noch selber 😉

Ein Blick zum Himmel offenbart das heutige Problem. Es ist unglaublich instabil, manchmal sieht es aus, dass es gleich regnen würde, im nächsten Moment ist fast wieder blauer Himmel.

Unterwegs sehe ich immer wieder Pilze, besonders die Stein- oder Herrenpilze sind gerade angesagt. Allerdings habe ich keine Tasche mit, daher muss der Fund im Wald bleiben, bzw. auf den nächsten Sammler warten. Der Riesen-Steinpilz war eh schon ganz labbrig!

Schließlich erreiche ich wieder einmal die Aldranser Alm, „mein“ Tisch ist zwar frei, aber ich setze mich dann doch lieber unter Dach. Immer wieder spüre ich Regentropfen.

Eine wunderbare Saure Wurst (sehr zu empfehlen) genieße ich auch noch, während ich auf besseres Wetter warte.

Es wird nicht wirklich besser, daher beschließe ich nach längerer Wartezeit, doch die Heimreise anzutreten. Unterwegs spüre ich noch ein paar Tropfen, aber der große Regen bleibt aus.

Als ich in Aldrans ankomme, scheint wieder die Sonne und es ist richtig schwül. Ein echt komisches Wetter, das ist allerdings gut ausnutzen konnte!

Heute bin ich mal die längere Variante von Innsbruck aus gefahren, die werde ich hoffentlich in Zukunft öfter machen können. Eine feine Runde!

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:00 h
Gesamtlänge: 22,88 km
Höhenmeter: △ 1.036 m / ▽ 756 m

260822 Wanderung Seaperalm (1.619m)

Heute geht´s gemeinsam ins wunderschöne Padastertal. Wobei genau genommen das Tal zwei Seiten hat: Einen industriell/montanen und einen altertümlich/modernen Aspekt.

Bis Steinach kommen wir mit dem Zug, dann wandern wir zum Taleingang. Hier startet die eigentliche Wanderung. Es gibt einen Panormaweg, der von der BBT (Brenner-Basis-Tunnel Gesellschaft) erbaut wurde und mit vielen Infotafeln ausgestattet.

Das Padastertal hat ein schweres Los gezogen. Ein großer Teil des Tunnel-Aushubs wird hier ins Tal geschüttet, und dadurch das Tal verflacht.

Glaubt man den Schautafeln, wir hier mal schönes Almgelände entstehen, aber bis dorthin ist es noch ein längerer Weg. Unser Weg führt direkt am Abraum vorbei…

Ich bin schon vor vielen Jahren hier gewesen, mittlerweile hat sich das Gesicht des Tals stark geändert!

Von weiter oben sieht man das ganze Ausmaß der Baustelle…

Und dann wandert man 2 Kurven weiter und steht mitten in unberührter Almlandschaft. Ein Phänomen. Die Baustelle ist vergessen, kein Geräusch stört die Ruhe. Ein Tal mit zwei Gesichtern…

Der Boden unterhalb der Alm ist wunderschön, die Hütte kommt schon ins Blickfeld.

Rückblickend, ins Wipptal nach Steinach am Brenner schauend, kann man die Baustelle erahnen, aber störend ist das Werk hier oben nicht mehr.

Und dann haben wir eine der urigsten Almen, die ich kenne, endlich erreicht.

Leider schaut die Alm nicht bewirtschaftet aus, als wir an der Hütte ankommen, ist alles verschlossen. Im Brunnen sind gekühlte Getränke und eine Kasse steht auch bereit. Wir setzen und in die Sonne, genießen ein erfrischendes Bier und schauen einem Esel beim Grasen zu!

Nach ausgiebiger Pause wandern wir wieder retour nach Steinach. Allerdings nehmen wir einen alternativen Weg, der direkt unter der Alm in die Tiefe führt.

Über die Almwiesen, fast nicht sichtbar führt der Weg erst über Felder, danach in den Wald hinein.

Auch im Wald ist der Weg stark verwachsen, es sieht so aus als ob es hier nicht allzu viel Verkehr gibt.

Fein ist der Weg auf jeden Fall, es ist angenehm kühl im Wald und rasch erreichen wir tiefere Lagen.

Bei einem größeren Rückhaltebecken finden wir den Eingang zum Ministollen, der Teil des Panoramawegs ist.

Das Tor ist offen, begehen nur bei guten Wetter steht hier. Wir treten ein und werden gleich von der kühlen Bergluft umfangen.

Der Tunnel ist nett angelegt, ungefähr 500 Meter lang ist der Stollen.

Beim Mundloch austretend sind wir wieder auf der Baustelle, hier wird auch am Wochenende gearbeitet.

Nochmals ein Blick auf die großen Halden, der Schotterlift läuft auch, hier werden die angelieferten Steine verteilt.

Am Ende des Tales bleiben wir im Wald und wandern oberhalb von Steinach am Brenner in Richtung Bahnhof. Pünktlich erreichen wir die Station, der Zug fährt ein paar Minuten später ein. Das nenne ich perfektes Timing.

Das Tal der zwei Gesichter ist spannend. Auf der einen Seite sieht man den massiven Eingriff des Menschen, aber der anderen Seite Almböden, die auch Menschgemacht sind, aber fast natürlich anmuten…

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:56 h
Gesamtlänge: 11,92 km
Höhenmeter: △ 697 m / ▽ 675 m

260816-260821 Bayrerhütte

Wir, Biggi und ich sind ein paar Tage auf der Hütte. Das Wetter ist durchwachsen, aber doch immer wieder gut genug, um ein paar Aktivitäten durchzuführen.
Nebenbei wird in der Hütte gearbeitet, es gibt immer was zu tun. Heuer ist das erste Mal die Quelle versiegt, zum Glück hat es an den ersten Tagen dann geregnet und die Speicher wieder aufgefüllt. So gesehen war das Regenwetter zwischendurch sogar ein Segen.

Die von uns unternommenen Touren sind in den folgenden Links zu finden…

Es war wieder eine tolle Zeit auf der Hütte, ich freue mich auch schon wieder auf den nächsten Aufenthalt!

260820 Radrunde Tannheimertal

Gestern waren wir schon im Tannheimer Tal, heute wollen wir eine Radrunde von Pflach über das Tannheimer Tal machen. Wir starten direkt in Pflach, zuerst über den Vogelturm führt der Weg nach Lechaschau.

Weiter führt uns der Weg nach Höfen und in Richtung Weißenbach. Hier verlassen wir den Pfad am Lech entlang, nun kommt die eigentliche „Schlüsselstelle“ der Tour.

Der alte Gaichpaß, eine früher genutzte Straße ins Tannheimer Tal. Hier wurde Salz und allerlei Güter teils steil mit Pferdegespannen ins Hochtal gebracht.

Zuerst müssen wir ein Stück von der Hauptstraße in Richtung Schotterwerk fahren, dann wird der Weg steiler und wir naturgemäß langsamer.

Hochachtung an all die Fuhrleute, die hier früher unter teils widrigen Wetterbedingungen diesen Weg hochgekarrt sind, um ihre Güter weiter zu bringen

Schon die Römer hatten diese Strecke verwendet, später wurde der Saumpfad für Salz aus Tirol und Wein verwendet.

Heute wird die Straße nicht mehr für motorisierte Fahrzeuge benutzt. Ein Verein hat sich der Erhaltung dieses Stückes Tiroler Geschichte verschrieben! Toll dass sich jemand drum kümmert!

Schließlich erreichen wir eine kleine Kapelle, ab hier wird der Weg flacher und wir stoßen am Scheitelpunkt mit der neuen Hauptstraße zusammen.

Der Nesselwängler Ache folgend erreichen wir Nesselwängle…

…und bald darauf auch den Haldensee.

Hier gönnen wir uns eine kleine Pause. Sogar schwimmen wäre möglich, leider ist am Nachmittag eine Wetterverschlechterung angesagt und wir wollen noch halbwegs trocken nach Hause kommen.

Der nächste Ort ist Grän, hier waren wir schon gestern, bei der Burgschenke (und dem Parkplatz) vorbei radeln wir in Richtung Enge

Ein paar Meter müssen wir erst hoch, dann kommt eine lange und feine Abfahrt nach Pfronten.

Zuerst noch auf der Hauptstraße, zweigen wir später auf einen Fahrradweg ab, der durch Wald und an der Steinacher Ache entlang nach Pfronten führt.

Interessanterweise ist auf der deutschen Seite unserer Tour die Rad-Infrastruktur viel besser ausgebaut als in Österreich. Das ist uns gleich beim Grenzübertritt aufgefallen.

Bald erreichen wir wieder den Grenzübertritt nach Österreich. Gerade stellen die Österreichischen Grenzbeamten eine Kontrolle auf, hier wird sich wohl bald ein kleiner Stau bilden.

Ab Vils sehen wir den markanten Säuling, unser Ziel, direkt vor uns. Auch hier ist nun ein feiner Radweg, der zuerst nach Vils und dann weiter nach Musau führt.

Bald erreichen wir die Gemeindegrenze von Pflach, nun ist es nicht mehr weit…

Eine tolle Tour mit sehr schönen Einsichten ins Tannheimer Tal. Besonders die Enge hat mir gut gefallen.
Zu Mittag gehen wir mit Mama noch was Essen, kaum sitzen wir unter der Markise, fängt es auch schon an zu tropfen! Da haben wir wirklich ein tolles Timing geschafft!

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:29 h
Gesamtlänge: 51,83 km
Höhenmeter: △ 505 m / ▽ 502 m

260819 Bergtour Aggenstein (1.985m)

Den schönsten Tag der Woche haben wir uns für eine tolle Bergtour mit Papa auserkoren! Schon recht früh starten wir von der Hütte aus, holen Willi zu Hause ab und fahren nach Grän im Tannheim. Am Parkplatz der Füssener-Jöchl-Bahn parken wir, dann wandern wir nördlich unserem Ziel entgegen: Der Aggenstein.

Die ersten Meter über Siedlung und Wiesen ist schnell zurückgelegt, dann steilt der Pfad auf und es geht den Berg hinauf.

Nach einiger Zeit erreichen wir den Bergrücken unterhalb der Bad-Kissinger-Hütte, die Aussicht ist phänomenal.

Nach Süden hin Berge, so weit das Auge reicht, schaut man allerdings nach Norden, schaut man direkt in die Ebene des Allgäus. Nur ein paar Hügel zieren das Land, die schönen Seen rund um Füssen sind gut zu sehen.

Für uns geht es nun nach Westen hinauf zur Bad-Kissinger-Hütte (1.788m), diese wird quasi umrundet, um weiter zum Gipfel zu kommen.

Durch die typischen Grasmatten der Allgäuer Berge steigen wir im Zigg-Zagg höher und höher.

Das weit sichtbare Band auf den Gipfel, das wir schon letztes Jahr vom Litnisschrofen gesehen hatten, haben wir schon hinter uns gelassen.

Die letzten Meter zum Gipfel sind mit Seil versichert, aber einfach zu begehen. Am Weg kann man schon den Beliebtheitsgrad des Berges ablesen.

Am Gipfel machen wir eine feine Pause, genießen die Aussicht…

… Biggi und ich haben eine Jause mit, die schmeckt halt am Gipfel immer am Besten.

Der Rückweg folgt erst dem Aufstiegsweg Bad-Kissinger-Hütte, doch kurz nach dem Schutzhaus wechseln wir auf den „Gräner Höhenweg“.

Dieser führt gemütlich zuerst durch lichten Wald. Hier ist nun schon mehr los, einige Leute kommen vom Füssener Jöchl herüber, das bequem per Seilbahn erreichbar ist.

Typisches Gelände für diese Gegend, der Weg ist super ausgebaut, Papa unterhält uns mit so manchem Schwank aus seinem Wanderführerleben!

Wir erreichen die Sebenalm, schön gelegen, aber leider auch zu nahe am Wanderweg und deshalb immer wieder von Touristen besucht, obwohl das Gelände hier privat wäre!

Vom Sefensattel schauen wir nochmals retour, fast ein Bilderbuchbild… Kühe im Vordergrund, der Aggenstein im Hintergrund!

Der Weg führt nun noch am Gamskopf, der voll mit Leuten ist, erreichen wir schließlich die Sonnenalm am Füssener Jöchl.

Wir kehren im Gasthaus ein, es ist gut besucht, aber Getränke gehen schnell. Es ist keine klassische Alm, sondern eher ein klassisches Skirestaurant mit Selbstbedienung.

Nach einer gemütlichen Rast auf der Terrasse beschließen wir, den Pfad unterhalb der Läuferspitze ins Tal zu nehmen.

Wir verzichten extra auf den steilen Abstieg über die Skipiste und nehmen den schönen Wanderweg, der in angenehmem Gefälle ins Tal führt.

Auch hier gedeiht zur Zeit kein einziger Pilz, es fehlt trotz gestrigem Regen immer noch an Wasser. Hoffentlich wird das heuer noch was.

Oberhalb vom Haldensee wandern wir über den Adlerhorst wieder retour zum Parkplatz an der Burgschenke! Ein perfekter Wandertag mit sehr schönem Gipfel.

Bei der Rückfahrt nach Reutte bleiben wir noch kurz stehen, gönnen uns eine Jause. Willi wird nach Hause gebracht, während Biggi und ich noch einen Sprung zum Frauensee in Lechaschau fahren. Dort kühlen wir uns ab, bevor wir wieder auf die Hütte fahren!

Tourendaten
Gesamtdauer: 6:11 h
Gesamtlänge: 17,14 km
Höhenmeter: △1251 m / ▽ 1248 m

260818 Canyoning Hochalpbach

Nach der Vormittagstour auf den Säuling steht für mich noch eine Canyoningtour im Hochalpbach bei Steeg auf dem Programm. Die Leute nehme ich in Häselgehr in Empfang, eine feine Truppe mit 5 Personen. Wir fahren bis zum Ausstieg, von dort gehen wir durch den Wald zum Einstieg.

Die Tour ist wunderschön, der Wasserstand trotz Regen eher niedrig, aber fein. Die Gäste freuen sich riesig, der Start ist gleich aufregend mit einem kleinen Klettersteig und dann einem kurzen Abseiler.

Gleich darauf folgt der große Abseiler im Trockenen, dann geht es weiter zur Schlüsselstelle, die ich heute rechts abseile… direkt durch das Wasser.

Bei diesem Wasserstand ist das heute perfekt, da ist ein wenig Abenteuer dabei, und trotzdem ist der Fall gut machbar.

Einer nach dem anderen besteht ist Stelle, zwischen drinnen hat der heiße und mit wenig Niederschlag gesegnete Sommer seine Spuren hinterlassen… in Form von schmierigen Algen, die das Stehen teils schwierig machen.

Direkt im Anschluss ist eine kleine Rutsche, die wir kontrolliert, d.h. mit Seil abrutschen.

Kleine Abseilstellen würzen den weiteren Weg, am Schluss ist eine Gehstrecke mit Blockkletterei im einfachen Schwierigkeitsgrad

Meinen Fünfen gefällt es außerordentlich. Wenngleich das Wetter gut ist, obwohl bewölkt, wird dem Einen oder Anderen jetzt schon ein wenig kalt… Zeit für die Schlussrunde.

Eine Rutsche steht noch auf dem Programm, dann erreichen wir den oberen Lech.

Hier müssen wir wieder ein paar Meter auf der Nordseite in die Höhe wandern, damit wir wieder zurück zum Auto kommen! Eine tolle Tour mit sehr guten Leuten. Auch mir hat es viel Spaß gemacht.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:25 h
Gesamtlänge: 2,5 km
Höhenmeter: △ 149 m / ▽ 124 m

260818 Bike & Hike Säulinghaus (1.720m)

Eine Woche auf der Hütte, da muss auch mal eine Tour im Nahbereich der Hütte durchgeführt werden. Wir beschließen, da das Wetter und der Zeitrahmen bescheiden sind, das Säulinghaus zu besuchen.

Wir fahren mit den Rädern direkt von der Hütte am Forstweg los, ein steiles Stück am Anfang ist bald gemeistert, dann wird der Weg angenehm zu befahren.

Vorbei an der alten Materialseilbahn, die durch Nichtfunktion fast der Todesstoß des Säulinghauses bedeutete, steht in leicht angestaubtem Zustand neben der Straße. Ein Zugseil sucht man hier vergeblich…

Weiter hinauf gehts mit den Rädern, dann erreichen wir den kleinen Parkplatz des Hüttenwirts. Die Räder werden abgestellt, ab hier geht es nur mehr per Pedes weiter.

Durch den Wald auf angenehmem Weg sind wir nun direkt unter dem Rücken, der Brunstgrat genannt wird. Auf diesem Rücken würde ein Weg auf den kleinen Säuling führen, den ich gerne mal besteigen würde.

Schließlich erreichen wir das alterwürdige Gebäude mit dem schönen Blick auf den Talkessel von Reutte. Das Wetter, wenn auch nicht so sonnig wie in den letzten Tagen, hat zumindest gehalten, wir sind bis jetzt trocken durchgekommen.

Wir können uns eine Pause an der Hütte. Diese hat, das wussten wir schon, heute geschlossen.

Vor der Hütte stapeln sich die Paletten mit Getränken, die für den Hubschraubertransport hergerichtet sind. Seit die neuen Pächter auf der Hütte sind und die Materialseilbahn definitiv nicht mehr läuft, ist dies die einzige Möglichkeit des Transportes.

Über den Steig steigen wir nach der feinen Pause wieder zu den Rädern ab…

… und in flottem Tempo geht es retour bis zur Hütte.

Eine schnelle Runde, mit der Fahrradunterstützung eine gemütliche Bewegungstour bei nicht so gutem Wetter.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:01 h
Gesamtlänge: 9,99 km
Höhenmeter: △ 659 m / ▽ 633 m