291003 Bergtour Lamsenspitze (2.508m)

Schönstes Wetter, Biggi und ich sind da natürlich wieder draußen in der Natur. Heute steht wieder eine tolle Tour auf dem Programm. Wir wollen die Lamsenspizte im Karwendel von der Gramai aus besteigen. der bisschen längere Anreiseweg rentiert sich schon bald, das Wetter ist perfekt und der Herbst ist einfach die beste Wanderzeit.

Vom Parkplatz startet die Wanderung relativ flach in den Gramaier Grund. Wir sind hier schon über 1.200 Höhenmeter und die Natur ist hier schon viel herbstlicher als im Inntal. Wunderschön verfärben sich die ersten Bäume.

Im Hintergrund erhebt sich die mächtige Lamsenspitze direkt vor uns. Uneinnehmbar sieht der Felsblock von der Ostseite aus. Über Serpentinen steigen in wir zur Lampenjochhütte (1.953 m) auf…

… die in einem schönen Boden unterhalb der Lamsenwände liegt. Hier machen wir eine kurze Pause, bevor wir den weiteren Weg über den Brudertunnel beschreiten.

Der Brudertunnel, ein kurzer Klettersteig (Schwierigkeit C) führt kurz nach der Hütte direkt hinauf zum Grat und damit weiter ins Lamsenkar.

Benannt ist der Tunnel nach den Brüdern Franz-Karl und Toni Unterlechner, welche ebendiesen nach dem zweiten Weltkrieg gangbar machten (Quelle: Wikipedia). Natürlich wurde der Steig immer wieder gewartet und befindet sich in vorbildlichem Zustand.

Highlight der kurzen Kraxlerei ist der eigentliche Tunnel am Ende der Schlucht, hier liegt viel Geröll und verursacht immer wieder kleinere Steinschläge. Kurz nicht aufgepasst und es kracht wieder in der darunterliegenden Schlucht.

Die Schlüsselstelle liegt am Ende des Steiges. Vor vielen Jahren war ich hier mit dem Bundesheer unterwegs, damals machten wir eine Mehrtagestour im Karwendel!

Nun befinden wir uns im Lamsenkar, Schöne Ausblicke auf das Inntal, Tuxer Alpen und im Vordergrund die Walder Alm.

Bald erreichen wir wieder den Grat, hier sehen wir gut in den Kessel der Lampenjochhütte. Es lockt schon die Pause, aber noch haben wir einen längeren Weg bis zur Spitze und dann natürlich retour.

Nach dem Brudertunnel haben wir das Klettersteigset wieder im Rucksack verschwinden lassen, aber der „neue“ Aufstieg auf die Lamsenspitze ist auch versichert, teilweise schaut es recht spannend aus.. Daher beschließen wir, das Set nochmals anzuziehen und im Bedarfsfall zu verwenden.

Unterwegs sind wir ob unserer Entscheidung froh, allerdings ist nicht der Klettersteig selber die Herausforderung, sondern die ungesicherten, dafür brösligen Stellen, die kurz vor dem Gipfel auftauchen.

Wir schaffen es gut auf den Gipfel, nun haben wir uns den zweiten Teil der Jause wohl verdient. Am Gipfel sind doch einige Leute, hoffentlich ergibt das keinen Stau im Abstieg…

Die Aussicht vom Gipfel ist wunderbar, wir sehen wieder einmal Großglockner und Venediger, im Nahfeld sehen wir Hahnenkampl und das mächtige Sonnjoch.

Der Abstieg verläuft dann besser als zuerst befürchtet, die Leute verteilen sich gut über den Hang, der Steinschlag hält sich in Grenzen und die Tritte lassen sich im Abstieg fast besser finden.

Wohlbehalten erreichen wir wieder das Kar, nun wandern wir auf gleichen Weg ein Stück zurück bis zur Lamsscharte.

Von oben erkennen wir schon die tolle Schotterreise, mit der wir unseren Abstieg versüßen wollen.

Zuerst müssen wir aber noch ein paar Höhenmeter, teils seilgesichert bis zur Reise absteigen.

Die Schotterreise ist perfekt, wir nehmen gleich den ersten und damit längsten Abstieg. Perfekter Schotter lässt das Laufen zum absoluten Vergnügen werden. Rasch geht es nach unten, die Höhenmeter purzeln nur so…

Ich laufe vor um den Weg zu erkunden, Biggi läuft meiner Spur hinterher. So geht es flott und lustig hinab in Richtung Hütte.

Am Ende der Reise, der Weg beginnt hier und das Gelände ist flach, passiert das Unglück. Ich will mich umdrehen, um nach Biggi zu schauen, steige auf einen Stein, knicke um… ein Stich fährt durch meinen Körper, jetzt ist was passiert… ich setze mich kurz auf einen Stein,.. atme mal durch!

Nach ein paar Augenblicken stehe ich wieder auf, aber ich merke schon, etwas passt nicht mehr mit dem Sprunggelenk. Bis zur Hütte gehen wir langsam, dann machen wir eine Pause, trinken und essen eine Kleinigkeit, danach wird es schon wieder gehen.

Der anschließende Abstieg ist unangenehm, der Fuß ist nicht in Ordnung. Die Pause auf der Hütte hat es eher verschlechtert, der Knöchel ist mittlerweile geschwollen. Statt der 1:30 Stunden brauchen wir fast 2:30 Stunden…

… doch schließlich schaffe ich es bis zum Parkplatz. Zumindest, abgesehen vom Schmerz, scheint das meiste zu funktionieren, das beruhigt mich sehr.

Wir fahren wieder retour nach Innsbruck, ich nehme den Bus nach Hause und lege mich auf die Couch. Ein wenig geschafft bin ich schon doch, das merke ich jetzt. Die Tour war toll, das Missgeschick hat allerdings einen Schatten auf das Vergnügen gelegt!


Nachtrag:
Am nächsten Tag werde ich doch in der Klinik vorstellig, nach 3 Stunden steht fest: Es ist nichts gebrochen, aber die Bänder sind in Mitleidenschaft gezogen. Ich muss jetzt für 6 Wochen eine Unterstützung für´s Gelenk, Tag und Nacht tragen. Natürlich bin ich nicht froh, gerade jetzt, die perfekte Wanderzeit, wir wohl die nächste Zeit ohne mich auskommen müssen… aber es hätte auch Schlimmer kommen können!

Tourendaten
Gesamtdauer: 8:24 h
Gesamtlänge: 14,85 km
Höhenmeter: △ 1.456 m / ▽ 1.445 m
Schwierigkeit: T4 / KS C

260926 Bergtour Bettelwurf (2.725m)

Nach guter Nachtruhe und einem feinen Frühstück wandern wir los, heute geht´s auf den Großen Bettelwurf. Vorbei an Gämsen, die sich vor dem „hoffentlich“ harten Winter nochmals die Wämse vollfressen, steigen wir zum Einstieg in den Eisengattergrat.

Bald erreichen wir den Grat, hier geht es in feiner, einfacher Kraxlerei höher und höher. Der Ausblick auf das Tal ist wunderbar!

Die Sonne steht noch niedrig, die Temperaturen sind aber sehr angenehm und nicht so herbstlich wie befürchtet… der Blick ins Halltal wieder einmal wunderbar!

Die Sicht in die Inntalfurche und die dahinter liegenden Tuxer auch ein Traum…

… dafür vor uns wilde Schotterreisen, die uns heute aber auch freuen. Wir kommen gut voran, der Weg ist sehr gut angelegt. Die meisten Gipfelaspiranten wählten den Weg über den kleinen Bettelwurf, daher ist unser Weg aktuell noch recht ruhig.

Zügig geht bergan, mittlerweile haben wir die Zone von unkontrolliertem Steinschlag erreicht, daher haben wir unsere Helme aufgezogen.

Unbemerkt hat sich eine Föhnlage aufgebaut und UFO-Wolken erscheinen am Himmel. Diese lustigen Himmelsformationen sind lustig anzuschauen…

Der Weg ist teils ein wenig ausgesetzt, aber nie so schwierig, dass man sich ein Klettersteigset herbeiwünschen würde. Ein Lob an die Wegebauer, die hier einen schönen und gut machbaren Weg kreiert haben!

Durch eine Rinne schreiten wir höher, dann stehen wir am Grat, rechts von uns die bekannte Pyramide, die zwar nicht das Gipfelkreuz, aber einen Markierpunkt darstellt. Hier liegt nun ein wenig Schnee, das die letzte Kaltfront mitgebracht hatte.

Immerhin stehen wir hier auf 2.700m, da darf es auch im Frühherbst mal ein wenig weiß sein. Der Blick nach Osten ist wunderschön, im Hintergrund sehen wir Glockner und Großvenediger.

Super gemacht, wir stehen am Gipfel, genießen unsere Errungenschaft, den Ausblick und die gute Jause aus dem Rucksack.

Nach einer gemütllichen Pause auf dem Gipfel wandern wir den selben Weg wieder retour.

Die versicherten Stellen am Eisengattergrat sind im Abstieg gefühlt leichter als im Aufstieg, rasch kommen wir weiter.

Letu ist noch eine Spur schneller als Biggi und ich, von ihm sehen wir bald nur noch eine „Staubwolke“. Die Hütte im Blick gehen wir wieder über die verschiedenen Reisen und Abbrüche, die Pause lockt schon.

Letu hat uns schon einen guten Platz reserviert, ein gutes Essen, Nudeln und Kaiserschmarrn runden die Tour ab… aber noch sind wir nicht im Tal.

Nun stehen uns noch 1.300 Höhenmeter ins Tal bis zum Hackl bevor. Wir sind gestärkt und guten Mutes…

… und dennoch zieht sich der Weg von der Hütte ins Tal immer mehr.

Das Wetter ist immer noch gnädig mit uns, auch die Temperaturen in den Latschen sind moderat.

In der Bettelwurfreise sehen wir endlich Licht im Tunnel… nun kommt noch ein spaßiger Teil der Tour… wir sehen schon die Schotterreise vor uns, die wir ablaufen werden.

Bald haben wir den Einstieg zur Reise gefunden, und so pulverisieren wir einige Höhenmeter ohne viel Krafteinsatz… diese Abkürzungen sind einfach super für die Seele, wenn auch nicht so sehr für die Schuhe!

Wohlbehalten erreichen wir den Hackl, hier hängen wir unsere strapazierten Füße ins Kneippbad, das tut einfach nur gut! So gestärkt fahren wir zufrieden nach Hause, es Lebe das Halltal!

Tourendaten
Gesamtdauer: 6:44 h
Gesamtlänge: 11,36 km
Höhenmeter: △ 695 m / ▽ 1.965 m
Schwierigkeit: T4

260925 Bergtour Bettelwurfhütte (2.077m)

Biggi, Letu und ich haben eine tolle Tour vor uns, wir wollen heute auf die Bettelwurfhütte und morgen auf den Bettelwurf steigen. Da der Aufstieg auf die Hütte relativ lang ist, haben wir einen straffen Zeitplan. Ich hole Letu bei der Arbeit, dann Biggi und schließlich fahren wir zum Hackl am Ausgang des Halltals.

Der erste Teil unseres Weges führt uns bis zur Wasserversorgung im Halltal. Wir laufen die meiste Zeit auf einem Wanderweg, nur am Schluss müssen wir kurz auf die Asphaltstraße ausweichen.

Ab hier wird es nun steil. Wir nehmen den Pfad direkt links von der Wasserfassung, dieser führt uns kühl, aber steil durch einen schönen Laubwald.

Wir erreichen die Abzweigung zur Alpensöhnehütte, unser Pfad führt aber in die riesige Bettelwurfreise.

Es ist zwar schon Ende September, aber die Temperaturen sind fast noch sommerlich. Verstärkt wird dieser Effekt durch die Latschen, die die Wärme extra für uns speichern!

Zum Glück wird es ein wenig weiter oben lichter und so manche Windbö kühlt uns ein wenig ab.

Die Bettelwurfreise hat sich schon wieder massiv geändert. Jedes Mal, wenn ich in diesen mächtigen Schotterhaufen komme, denke ich mir das wieder. Veränderungen sind hier Tageswerk.

Mühselig ist der Aufstieg, die Aussicht kann das nur bedingt kompensieren. Der Gedanke an die morgige Abfahrt über die Reise ist da schon die bessere Perspektive!

Aus dem Halltal sieht man wunderbar auf die Tuxer, meine Hausberge! Glungenzer, Sonnenspitze, Neuner- und Viggarspitze und schließlich der Patscherkofel.

Wir haben die Schotterreise mittlerweile hinter uns gelassen, der Weg ist nun ein wenig anregender und nicht mehr so mühsam.

Engere Stellen sind mit Seil versichert, aber generell ist der Weg einfach und gut zu begehen. Bei Nässe kann ich mir allerdings vorstellen, dass ein Handlauf doch zur moralischen Unterstützung dient!

Letu, unser Jungspund läuft natürlich dank jugendlicher Energie immer wieder voraus, Biggi und ich gehen lieber langsam und durchgängig, bedächtig…

Nun sollten wir bald den Juchizer erreichen, denke ich mir, aber der Weg zieht sich und zieht sich…

… doch schließlich erreichen wir auch diese Stelle, der erste Blick auf die Hütte. Nun ist uns auch zum jubeln zumute, liegen doch die meisten Höhenmeter nun hinter uns!

Man sieht die Hütte schon eine Weile, aber irgendwie kommt sie erst mal nicht näher. Letu hat nun seine letzten Energien mobilisiert und saust in Höchstgeschwindigkeit zur Hütte.

Wir genießen auf dem Weg noch ein wenig die immer besser werdende Aussicht. Mittlerweile sehen wir die Stubaier Gletscher und überhaupt die Stubaier Alpen.

Die letzten Meter schaffen wir nun auch schon, die gemütliche Hütte lockt schon. Und das Stimmensammelsurium ist schon von weitem zu hören.

Dann stehen wir endlich vor unserem Tagesziel. Heute war die längere Etappe, zumindest im Aufstieg. Nun stecken einige Höhenmeter in unseren Beinen. Da schmeckt die Erfrischung auf der Hütte umso mehr…

Eine gute Abendessen, gemütlicher Hüttenabend und eine feine Nachtruhe runden den tollen Tag ab.

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:58 h
Gesamtlänge: 6,55 km
Höhenmeter: △ 1.337 m / ▽ 34 m
Schwierigkeit: T3

260920 Mountainbike Patscherkofel (2.246m)

Nachdem ich gestern eine lang überlegte Tour endlich machen konnte, will ich heute gleich daran anknüpfen und von zu Hause aus auf den Patscherkofel fahren. Da es sich doch um einige Höhenmeter handelt, starte ich gemütlich vom Ortskern in Aldrans los.

Über den Mühlsee, durch Lans hindurch fahre ich Richtung Perchegg. Hier, am Oachkatzlbrunnen treffe ich einen Bekannten, ein kurzer Plausch muss ein. Dann trennen sich unsere Wege, ich strebe weiter den Berg empor.

Den Lanser Berg empor, vorbei an der ehemaligen Igler Alm, die 1984 abgebrannt ist, öffnet sich nun der Wald mit schönen Ausblicken auf das Inntal.

Die Skipiste vom Patscherkofel streife ich ein paar Mal, und Gondeln, vollbepackt mit Outdoor-Enthusiasten ziehen über mich hinweg.

Teile des Weges bin ich im Winter auch schon bei der einen oder anderen Skitour gegangen, lustig wie die Jahreszeiten die Empfindung des Weges beeinflussen.

Schön langsam machen sich die Höhenmeter bemerkbar, daher gönne ich mir als Stärkung einen Riegel. Dann kann es auch schon wieder weitergehen.

Der Ausblick ins Stubai ist speziell vom Patscherkofel aus einfach ein Traum, man sieht bis zu hinterst zu den Gletschern.

An der Patscheralm (1.694m) mache ich eine kurze Pause, neben mir ein Puch Haflinger in traumhaftem Zustand.

Vorbei an der Patscheralm ist der Weg nun ein wenig erholsam, dann steilt es wieder auf, bis ich die Hochmahdalm (1.907m) erreiche. Nach kurzer Pause fahre ich weiter, erreiche die Bergstation (1.965m)…

… und das Patscherkofel Schutzhaus (1.964m)

Ab hier wird der Weg nun mühselig, weniger wegen der Steigung, sondern wegen den Massen an Leuten, die links, rechts und in der Mitte des Weges laufen.
Dennoch schaffe ich es ohne Verzögerungen bis auf den Gipfel. Am Kreuz heißt es nun erst mal durchschnaufen… 1.600 Höhenmeter ohne Motor haben es doch in sich.

Ich setze mich auf einen Stein und genieße die Aussicht ins Oberland…

… und ins Unterland.

Die Abfahrt hat es dann nochmals in sich, aber es ist richtig lustig. Bei dem Gedanken, alles zu Fuß gehen zu müssen, könnte ich juchzen vor Freude! Mit dem Radl ist es doch viel feiner! Über Patsch, Sistrans und die Prockenhöfe erreiche ich wieder meinen Ausgangspunkt.

Ein Blick zurück von den Feldern hinauf zum Gipfel macht mit glücklich und zufrieden. Das war eine tolle Tour.

In der „Herzseealm“ gönnte ich mir auf diese Tour ein gutes, kaltes Bier. Dieses, zumindest bilde ich mir das ein, habe ich mir heute wohl verdient!

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:48 h
Gesamtlänge: 40,67 km
Höhemeter: △ 1.624 m / ▽ 1.612 m
Schwierigkeit: MTB Schwarz (Schwer)

260919 Wanderung Gotheweg – Halltal (2.277m)

Manchmal hat man Projekte bzw. Touren im Kopf, die man immer wieder vor sich herschiebt. So eine Tour wollen wir heute endlich in die Praxis umsetzen. Wir wollen vom Hafelekar über den Goetheweg, Pfeishütte, Stempeljoch und weiter über das Halltal nach Absam gehen. Doris ist mit von der Partie, wir starten mit der Hungerburg-, dann mit der Seegruben- und final mit der Hafelekarbahn hinauf auf „Top of Innsbruck“.

Hier startet direkt an der Bergstation der wunderschöne Goetheweg. Allerdings ist das Areal gerade in Nebel verpackt und die Aussicht dementsprechend dürftig.

Es ist frisch, ohne Sonne, doch wir haben Glück. Schon bald verzieht sich die Wolke und die Sonne kommt mehr und mehr hervor.

Der Goetheweg, früher auch mal Hermann-Buhl-Weg nach dem berühmten Innsbrucker Kletterer und Höhenbergsteiger benannt, führt spektakulär teils auf der Süd-, teils auf der Nordseite der Nordkette entlang.

Die Abwechslung der Wegeführung, einmal mit Blick auf das Inntal und die Landeshauptstadt, im nächsten Moment in das unbewohnte Karwendel, machen den Reiz dieses Weges aus.

Der Weg bis zum Gleiersjöchl führt an der Südseite der Nordkeitte entlang

Bei der Mühlkarscharte wechselt der Weg nun auf die Nordseite. Hier blickt man in das Herz des Karwendels, in den Matten unter uns scharen sich unzählige Gämsen, die sich vor dem Winter noch einen guten Vorrat anfressen.

Der Ausblick ist wunderbar, wir sehen die Stubaier Gletscher ebenso wie die Zugspitze, auch Scharnitz und die Arnspitzen lassen sich ausmachen.

Die Temperaturen sind herbstlich, perfekte Bedingungen zum Wandern. Die große Hitze des Sommers ist nun endlich vorbei.

Über die Mannlscharte erreichen wir schließlich die Pfeis mit der bekannten AV-Hütte. Nun müssen wir ein Stück absteigen, den weiteren Weg zum Stempeljoch können wir aber an der anderen Talseite schon ausmachen.

An der Pfeishütte angekommen, können wir uns einen richtig guten Cappuccino, eine richtige Wohltat auf der Wanderung.

Nun steht die Sonne hoch am Himmel und die Temperaturen werden sehr angenehm. Die Jacke ist verstaut, zu Heiß ist es dennoch nicht.

Der Boden, auch „In der Pfeis“ genannt, ist wunderschön, wir können ein paar verfallene Almhütten ausmachen, die auf früher rege Almwirtschaft schließen lassen.

Vorbei an diesen abgegangenen Gebäuden (nur mehr Ruinen) wandern wir nun in Richtung Stempejoch.

Im Hintergrund und über der Pfeishütte dominiert die mächtige Rumer Spitze (2.454m), ein wahrer Koloss, der auch noch auf eine Besteigung wartet.

Am Stempeljoch machen wir eine ausgiebige Pause, und genießen unsere Brotzeit.

Nun kommt der knifflige Teil der Wanderung, der Abstieg über das Stempeljoch. Bröseliger Weg, gerade mal von ein paar Brettern und Treppen in Platz gehalten, gemahnt zu sorgfältigem Steigen, jeder Tritt muss wohl gesetzt werden. Allerdings ist die Herausforderung nur von kurzer Dauer, je weiter wir absteigen, desto besser wir der Weg.

Im unteren Bereich der Reise steigen wir auf eine bewährte „Karwendel-Vorbewegung“ um, wir laufen einfach über den wunderbar feinen Schotter direkt zum unteren Weg ab. Schottereisen-Laufen ist zwar nicht Schuh-, aber nervenschonend und macht uns richtig Spaß.

Nun beginnt der lange Abstieg über die Stempelreise bis zum Issanger im Halltal. Vor uns liegen Speckkarspitze, Bettelwurf und die unscheinbare Hüttenspitze.

Der Weg über die Mondlandschaft der Stempelreise zieht sich ganz nett, gegenüber sehen wir Leute am Wilde-Bande-Steig in Richtung Lafatscherjoch gehen.

Rückblickend sehen wir Große und Kleine Stempeljochspitze und oberhalb des Weges Wildanger-, Latten- und Pfeiserspitze.

Schließlich erreichen wir den lieblichen Issanger, im Wald wandern wir nun auf den Spruren der Bergleute vom Salzberg.

Überall finden sich noch Spuren von den erst 1967 aufgelassenen Aktivitäten, vom oberen Wasserstollen nehmen wir den Weg direkt am Bergbach entlang.

Am Erzherzogberg nehmen wir den unscheinbaren Steig im Wald, der uns in kurzer Zeit nach St. Magdalena führt. Hier ist nochmals eine Pause angesagt, eine gute Suppe und ein Bier gibt uns die Stärkung für die letzten Meter.

Ein Besuch in der schönen Kapelle direkt am Gasthaus ist obligatorisch, hier verweile ich kurz, bevor wir weiter ins Tal ziehen.

St. Magdalena, für mich einer der stimmigsten Plätze in der Nähe der Landeshauptstadt, zeigt sich heute wieder mal von der besten Seite.

Über den Fluchtsteig geht´s nun weiter hinab nach Absam, zum sogenannten Hackl.

Je näher wir zum Ausgang des Halltals kommen, desto promienten wird auch die sonst so unscheinbare Hüttenspitze.

Vorbei an alten Holzrohren, die die Sole vom Salzberg hinab nach Hall transportieren, erreichen wir schließlich den großen Wanderparkplatz.

Da wir den Bus knapp verpasst haben, beschließen wir, unseren Füßen noch was Gutes zu tun. 3 Runden im Kneippbecken, und wir wissen, wie sich kaltes, also richtig kaltes Wasser anfühlt. Nachdem die Füße wieder aufgetaut sind, stellt sich wahres Wohlbefinden ein.

Eine wunderschöne, aber auch lange Tour mit viel Abstieg und überschaubaren Höhenmetern im Aufstieg liegt hinter uns. Und wir sind uns einig, das Halltal wird bald wieder besucht!

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:59 h
Gesamtlänge: 17,42 km
Höhemeter: △ 525 m / ▽ 2.001 m
Schwierigkeit: T3

260913 Mountainbike Aldranser Alm (1.511m)

Ein zerrissener Sonntag, am Vormittag hatte ich einen Termin, am Nachmittag wartet der Nächste. Da ist eine schnelle Tour mehr als Willkommen, meine Wahl fällt (wieder einmal) auf die Aldranser Alm, natürlich mit dem Mountainbike.
Über den regulären Weg fahre ich heute relativ flott nach oben, in knapp einer Stunde habe ich die urige Hütte erreicht, gönne mir ein Bier und genieße die tolle Aussicht…

…und klarer weise freue ich mich schon auf die nächste Runder hier rauf!

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:16 h
Gesamtlänge: 14,64 km
Höhenmeter: △ 772 m / ▽ 738 m

260907 NP Hohe Tauern: Zittauer Hütte (2.328m) – Krimml

Nach einer feinen Nacht auf dem Schutzhaus treffen wir uns alle beim Frühstück. Leider hat sich Georg den Magen verdorben und ist angeschlagen.

Der Weg führt nun ins Tal, genauer gesagt ins wunderschöne Wildgerlostal. Dort will ein Teil der Gruppe weiter über die Finkenau absteigen, während Biggi und ich über die Breitscharte nach Krimml wechseln wollen.

Das Wetter ist wieder wunderschön, ein leichter Föhneinfluss ist zu spüren. Der Weg führt stetig nach unten, im Rücken lachen uns die Gletscher entgegen…

Der Weg ist total einfach. Vor ein paar Jahren wurde der Weg neu angelegt und damit auch entschärft. Gleich nach der Hütte müssen wir über eine kurze Steilstufe absteigen.

Nun führt eine Stahlbrücke über die damals kniffligere Stelle. Somit ist der Aufstieg nun sehr familientauglich.

Nach der Steilstufe befinden wir uns im oberen Teil des Wildgerlostals, auf der rechten Seite führt der Weg auf dem Scheitel einer Moräne weiter in Richtung Materialseilbahn-Talstation

Neben uns schießt ein Wasserfall über die Steilstufe. Viel Wasser rinnt hier vom Unteren Gerlossee ins Tal ab.

Bei der Seilbahn evaluieren wir die Situation, Georgs Zustand hat sich nicht so sehr gebessert, daher beschließen wir, dass ich alleine nach Krimml weitergehe und Biggi mit Georg, Ingrid, Christian und Anna nach Finkenau absteigen. Dort werde ich mit dem Auto dann hinkommen.

Zuerst wandere ich über das Tal hinaus, bei der Trisslalm zweige ich auf einen berganführenden Steig, der mich schlussendlich in Richtung Breitscharte bringt.

Der Weg führt über einen schönen Waldweg in feiner Steigung höher und höher. Bedingt durch den Wald ist die Aussicht leider sehr dürftig.

Am Ende des Waldes, bei einem Zahnüberstieg öffnet sich plötzlich die Vegetation und es wird licht und hell.

Schöner Zirbenwald, größere Wiesen, die wohl früher mal als Almen gedient haben , und eine schöne Aussicht auf das Wildgerlostal würzen den feinen Weg ohne nennenswerte Höhenänderung.

Der Speicher Durlassboden, ein klassischer Stausee schmiegt sich fast natürlich in die Landschaft. Beim Anblick dieses Speichers denke ich mir, bei Abschluss solcher Projekte sind Diese manchmal doch richtig schön…

Ich bin total alleine am Weg, stundenweise kommen mir keine Personen entgegen. Da bin ich über Wegemarkierungen und „Schilderwälder“ erleichtert, die mir zeigen, dass ich noch richtig bin.

Obwohl der Weg im Großen und Ganzen gut gewartet ist, sind doch ein paar Bereiche des Pfads in nicht so vertrauenserweckendem Zustand.

Da lobe ich mir die natürlichen Pfade durch den lichten Zirbenwald, das gefällt mir viel besser!

Immer näher komme ich zur Breitscharte, ich erhöhe das Tempo ein wenig, um Zeitig zum Parkplatz zu kommen.

Im Schneggenkarl steht nochmals ein Weg über Blockgelände an, auch hier ist die Linie geschickt unter Einbeziehung von größen Blöcken angelegt.

Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wieviel Arbeit in solch einem Wegebau steckt. Die Mühe wird sich wohl lohnen, ich nehme an, wenn Gebaut, ist solch ein Weg fast für die Ewigkeit gebaut.

Schließlich erreiche ich die, zugegeben, unspektakuläre Breitscharte. Von oben habe ich eine sehr schöne Aussicht auf das Pinzgau.

Nun habe ich alle Höhenmeter für heute erledigt, zumindest die nach oben führen. Ab hier geht es nur noch runter.

Direkt nach der Breitscharte führt der kleine, bröslige Pfad steil ins Tal. Raufgehen möchte ich hier nicht unbedingt, denke ich mir… und justament in diesem Augenblick biegen drei Wanderer um die Kurve, verschwitzt und total fertig.

Ich wandere an der Schönmoos Hochalm vorbei, in Talgrund kann ich schon Krimml erkennen.

Dieser Weg, der durch das Blaubachtal führt ist für mich der unangenehmste Teil der 3 Tage. Teils harter Untergrund mit Rollsplit bedeckt macht jeden Schritt, besonders im Steilen, zum Abenteuer…

Steil und damit schnell erreiche ich wieder den Mehrtagesparkplatz in Krimml. Ich ziehe mich schnell um, packe meine Sachen ins Auto und fahre los, in Richtung Finkenau.

Dort werde ich schon von Biggi und Georg erwartet, Ingrid, Christian und Anna sind schon weitergezogen. Biggi und ich wollen noch kurz im Gasthaus einkehren, aber weder die Herzlichkeit noch die Preise überzeugen uns, hierzubleiben.
So fahren wir nach Innsbruck, später gehen Biggi und ich noch eine Kleinigkeit essen!

Das waren wieder 3 sehr tolle Tage, das Wetter hat gut gepasst, die Touren waren super selektiert, nur leider hat Georg den letzten Tag nicht genießen können!

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:31 h
Gesamtlänge: 14,35 km
Höhenmeter: △ 432 m / ▽ 1.687 m
Wegeschwierigkeit: T3

260905 NP Hohe Tauern: Richterhütte (2.347m) – Rosskopf (2.845m) – Zittauer Hütte (2.328m)

Nach einer relativ ruhigen Nacht im Mehrbettzimmer wachen Biggi und ich gut gerastet auf. In der Stube treffen wir auf unsere Weggefährten Ingrid, Christian, Anna und Georg. Nach einem einfachen, aber guten Frühstück. Dies ist der schwierigen Versorgbarkeit der Richterhütte geschuldet.

Gut gestärkt starten wir unseren Übergang zur nächsten Hütte. Das Ziel heißt heute Zittauer Hütte. Von der Richterhütte müssen wir erst mal ein paar Meter absteigen, bis zur Seilbahn.

Das Morgenlicht ist wunderschön, keine Wolke trübt den azurblauen Himmel, die Fernsicht ist unglaublich.

Bald haben wir die Seilbahn erreicht, nun geht es in angenehmer Steigung wieder in die Höhe, in Richtung Rosskar.

Wunderbare Vegetation säumt den Weg, die Gegend hier scheint generell kein Problem mit Trockenheit zu haben.

Im Rosskar gibt es zwei Seen, am kleinen Unteren kommen wir direkt vorbei. Hier wachsen wieder Moosbeeren und so ist für eine Zwangspause gesorgt.

Obwohl der See klein ist, könnte man theoretisch auch hier reinspringen… aber das werden wir am späteren Nachmittag noch nachholen, jetzt ist mal Zeit zu wandern…

Im oberen Rosskar ist der Weg ruppiger, nicht schwierig, aber es heißt über eine Blockfelder zu steigen. Der Weg ist logisch angelegt, manchmal sind kleine Brücken mit Steinen gelegt worden… ein Lob an die Wegebauer!

Vor uns liegt nun die Rosskarscharte (2.689m)

Ein Blick zurück offenbart die Blockwüste, die wir gerade durchquert haben. Auf dem Bild schaue es schwieriger aus, als in Realität.

In der Scharte machen wir nochmals eine kurze Trinkpause, auch die Aussicht auf unser heutiges Ziel können wir genießen.

Tief unter uns, am Unteren Gerlossee (2.320m) steht die Zittauer Hütte, an einem wahrlich majestätischen Platz.

Die Scharte ist allerdings nicht der höchste Punkt heute, wir wollen noch auf den nahen Rosskopf steigen, der sich als „Mitnahme“ gut eignet.

Wieder geht es über Blockgelände höher und höher, der Weg auch hier gut gewählt und einfach.

Dann stehen wir am höchsten Punkt unserer Wanderung, dem Rosskopf (2.845m). Die Aussicht ist wunderbar, der Himmel heute klar wie selten.

Wir versuchen die Gipfel zu benennen, teils aus der Papierkarte, teils mit einer App. Sogar den Großvenediger (Spitz in der Bildmitte) können wir ausmachen.

Dann heißt es noch ein paar Meter absteigen, bevor wir unser Tageswerk beschließen können.

Auch hier auf der Wildgerlosseite gibt es Gletscher(reste) zu bestaunen… und Gipfel wie den Gabler oder die Reichenspitze.

Am Oberen Gerlossee (2.469m) machen wir eine Pause, essen Brotzeit. Christian und ich nutzen die Gunst der Stunde und hüpfen eine Runde ins eiskalte Wasser. Langes Badevergnügen schaut anders aus… aber die Erfrischung sitzt!

Wir brechen nun zur letzten Etappe auf. Wir verlassen die gemütliche Wiese am See und wandern zum nächsten See und zur Hütte auf.

Etwa 25 Minuten später erreichen wir die wunderschön gelegene Alpenvereinshütte.

Wir setzen uns auf die Terrasse und genießen den warmen Nachmittag mit Speis und Trank.

Nachdem wir unsere Zimmer bezogen haben, beschließen Biggi und ich noch ein Stück um den See zu wandern. Wir finden einen feinen Platz, schnell sind wir der Kleider entledigt und schon sind wir beide im Wasser.

Auch hier gilt, Gletscherwasser trübt die längeren Badefreuden ein wenig, dafür ist die Erfrischung perfekt! Christian, Ingrid, Anna und Georg sind nun auch dazu gekommen und schließlich waren wir alle im Wasser…

Zurück bei der Hütte ist schon fast Zeit für das Abendessen. Es gibt Wienerschnitzel mit Bratkartoffel. So lässt es sich leben.

Nachdem wir gut gespeist haben, werden die Spielkarten ausgepackt und wir zocken noch lange mit Spaß und Gelächter! Zufrieden mit dem Tag gehen wir alle schlafen!

Tourendaten
Gesamtdauer: 4,32 h
Gesamtlänge: 9,48 km
Höhenmeter: △ 756 m / ▽ 763 m
Wegeschwierigkeit: T3

260905 NP Hohe Tauern: Krimml – Richterhütte (2.347m)

Schon länger geplant, heute geht es los… vor uns liegen 3 Tage in den Hohen Tauern. Eine feine Wandertour von Krimml über die Richterhütte, Zittauer Hütte und wieder retour nach Krimml. Schon zeitig in der Früh reisen wir an, den Mehrtages-Parkplatz in Krimml finden wir erst bei Nachfrage. Direkt im Ort geht es los, erste Station: Die Krimmler Wasserfälle

Diese Wasserfälle sind nicht umsonst berühmt, es ist ein wirkliches Spektakel, wie sich das Wasser hier über mehrere Kaskaden in die Tiefe stürzt. Dementsprechend ist auch der Andrang auf den Steig, der direkt neben dem Wasserlauf höher zieht.

Immer wieder bleiben wir stehen und bestaunen die wunderschöne Natur und das imposante Getöse des Wasserfalls.

Die Natur profitiert hier vom Wassernebel, die Vegetation ist hier besonders dicht und grün.

Im Ort selber hat der Bachlauf nicht so gewaltig ausgeschaut, aber hier oben an den Aussichtskanzeln werden wir eines Besseren belehrt.

Im oberen Bereich, von unten nicht einsehbar, kommt noch eine Schlusskaskade, bevor wir ins eigentliche Krimmler Achental gelangen.

Hier, am höchsten Punkt der Krimmler Wasserfälle überqueren wir eine kleine Brücke, dann erreichen wir die Forststraße ins Achental.

Obwohl es ein unspektakulärer Forstweghatscher zu versprechen droht, ist die Natur hier sehr sehenswert.

Natürlich ist es keine reine Natur, sondern vielmehr Kulturlandschaft, über viele Jahrhunderte durch Menschen und Viehbeweidung geformt.

Unzählige Hütten bezeugen die Qualität dieser Almen, früher intensiv bewirtschaftet, heute hat sich so mancher Platz zum Imbiss oder zum Feriendomizil gewandelt.

Doch auch noch echte Almen gibt es, das Vieh befindet sich gerade in der Übergangszeit, der Abtrieb steht schon vor der Tür und das Vieh muss gefunden und „eingefangen“ werden.

Wir haben Glück, der Rundfunk hat schlechteres Wetter prognostiziert, nun haben wir sogar das eine oder andere Sonnenfenster.

Wir erreichen das Krimmler Tauernhaus, hier wollen wir eine kurze Einkehr wagen, es gibt eine gute Suppe und einen Kaffee.

Ein überaus stattlicher Bau, das Tauernhaus. Vor ein paar Jahren neu gebaut bzw. renoviert, steht nun ein Hotel in der Landschaft. Allerdings ist der Bau gelungen und passt sich gut in die Landschaft ein.

Gestärkt wandern wir nun direkt hinter der Hütte in ein Seitental hinein, das Rainbachtal. An dessen Ende steht dann unser heutiges Etappenziel.

Gleich zu beginn folgen wir einem schönen Wasserlauf mit kleinem Wasserfall, dann flacht der Weg ab und wir befinden uns wieder an einem kleinen Forstweg.

Hier oben auf der Rainbachalm sind noch ein Rösser zugegen, die den Almsommer ausklingen lassen. Ruhig und still, abgesehen vom Bach ist es hier im schönen Tal.

Immer tiefer dringen wir in diese archaische Landschaft vor, mit Mooren, fast unberührten Wiesenflächen und lichtem Wald. Im Hintergrund grüßt die Richterspitze.

Wir liegen schon relativ hoch, auf ungefähr 2.000 m. Hier sind die Moosbeeren noch nicht verblüht und laden ein zur Nascherei. Direkt von der Staude schmecken diese Früchte immer noch am Besten.

Wir sind schon recht lange am Weg, das Ende kommt allerdings nun immer näher.

Am sogenannten Hütenblick sehen wir das erste Mal die Richterhütte, unsere heutige Unterkunft.

Im Hintergrund sehen wir die Reste des Rainbachkees, das wohl mal einen mächtigen Gletscher dargestellt hat.

An der Seilbahn sehen wir nun den letzten Wegverlauf, der nur noch über eine Steilstufe führt. Oben auf der Stufe thront das Schutzhaus.

Schließlich erreichen wir das kleine, aber gemütliche Alpenvereinshaus der Sektion Sektion Bergfreunde Rheydt des DAV. Mit 44 Schlafplätzen zählt diese Hütte nicht zu den großen Unterkünften, aber mir ist der Platz von Anfang an sympathisch.

Hier auf der Hütte treffen wie schließlich noch mit Ingrid, Christian, Anna und Georg zusammen, mittels Shuttlebus und kürzerem Anstieg den gleichen Weg vom Tauernhaus genommen haben. Die nächsten 2 Tage werden wir gemeinsam weitergehen.

Nach der langen Wanderung heute schmeckt das Bier auf der Terrasse dann doppelt so gut! Zum Abendessen gibt es Linsencurry und Schweinsgulasch, gemütlich lassen wir den Tag in der Hüttenstube ausklingen!

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:51 h
Gesamtlänge: 19,54 km
Höhenmeter: △ 1.444 m / ▽ 156 m
Wegeschwierigkeit: T2

260829 Bergwerksführung Schneeberg, Ridnaun (2.690m)

Endlich, endlich schaffen wir es, mein letztjähriges Geburtstagsgeschenk einzulösen! Ich habe eine Bergwerksführung im Bergwerk Ridnaun / Schneeberg bekommen, nun haben wir es endlich geschafft einen Termin zu fixieren. Neben Biggi und mir sind auch Georg und Letu dabei!
Gleich in der Früh fahren wir von Innsbruck nach Maiern im Ridnaun, beim Museum werden wir schon erwartet, hier bekommen wir unsere Bergausrüstung (Helm, Mantel, Gummistiefel)

Mit einem Geländebus fahren wir über eine abenteuerlich enge Straße durch das Lazzachertal hinauf zur Moarerbergalm (2.188m)

Hier, auf der beliebtesten Almhütte Südtirols 2021 lassen wir uns einen sehr guten Kaffee kredenzen, wir sammeln und und dann starten wir das Abenteuer Schneeberg…

Das ganze Gebiet hier war unter dem Einfluss des Bergwerks. Die Almhütte, das Poschhaus, war als Station auf dem Weg der Knappen nach St. Martin. Ein kurzer Blick ins Gelände zeigt überall Spuren. Der Bergbau hier wurde erst 1985 geschlossen…

Über sogenannte Bremsberge wurde das Material über die Berge transportiert, später wurden auch Materialseilbahnen installiert.

Das Lazzacher Tal, im oberen Bereich ist eine wunderschöne Landschaft und die Spuren des Bergbaus sind zwar sichtbar, aber nicht zu störend…

Über einen Bremsberg steigen wir hoch bis auf ein Plateau, das ein Moor beherbergt.

Nach einer kurzen Verschnaufpause nehmen wir den weiteren Weg zur Schneebergscharte in Angriff. Wir erreichen den oberen Teil des Bremsberges, von unseren zwei Guides werden die Abläufe und auch verschiedene Mineralien erklärt.

Am oberen Teil des Bremsberges machen wir nochmals Pause…

…dann wandern wir über einen flachen Zubringerweg hinüber zum Eingang zum Kaindlstollen. Dieser mittlerweile verbrochene Tunnel führe auf die andere Talseite, um den beschwerlichen Aufstieg über die Schneebergscharte zu verkürzen.

Sogar Tiere wurden durchgetrieben, die Glocken mussten allerdings ausgestopft werden, wegen dem ansonsten lauten Gebimmel im Stollen…

In der Schneebergscharte stehen heute noch die Überreste der damaligen Seilbahn, die das Material von St. Martin hinüber nach Maiern geführt hat.

Auf der Schneebergscharte stehen auch noch Hütten und Ruinen des Bergbaus, im Hintergrund leuchten die Schneeberger Weißen. Bedingt durch den sehr hellen Kalk leuchten diese Berge sehr auffällig zu uns herüber.

Unter uns liegt nun St. Martin am Schneeberg, die ehemalige Bergwerkssiedlung, die zu ihren Hochzeiten bis zu 1.500 Personen, im Wahrsten Sinne des Worte „mit Kind und Kegel“ beherbergte.

Die Südtiroler haben das touristische Potential dieses Gebietes gut erkannt, Museum und eben diese Führungen sind super organisiert und super ausgeschildert.

Unterwegs immer wieder Stopps, bei denen wir ein paar interessante Details über den Bergbau zu hören bekommen.

Die Landschaft rund um St. Martin gleicht in vielen Bereichen eher einer Mondlandschaft als einer Almwirtschaft. Das ist dem jahrhundertelangen Abbau und auch den Teils giftigen Mineralien, die hier nun offen herumliegen.

Neben den Schneeberger Weißen gibt es noch die Moarer Weißen, mit einem sehr schönen Gipfelaufbau.

Bei St. Martin, heute besteht die Siedlung nur noch aus ein paar Häusern, kehren wir in die Wirtschaft ein, es gibt ein feines Schnitzel, Knödel und als Nachspeise ein Moosbeer-Omlette. Richtig gut!

Wir steigen von der Siedlung weiter ab, nun kommen wir in den Hauptabbaubereich, der wirklich zeigt, was der Mensch hier über die Jahrhunderte bewirkt hat.

Ein See am unteren Bereich soll für die Verkappung von allerlei montanistischem Material verwendet worden sein, daher auch die rötliche Farbe…

Wir queren diesen Bereich des Bergwerks, wir sind bald beim Highlight unserer Tour.

Wir haben den Eingang zum Karlstollen erreicht, den wir nun befahren werden. Rasch sind wir umgezogen, Gummistiefel, Mantel und besonders der Helm werden sich schon bald bewähren.

Der Karlstollen verbindet diese Talseite unterirdisch mit dem Poschhausstollen. Wir steigen durch teil handgetriebene, teils geschossene Stollen immer tiefer in den Berg.

Immer wieder lernen wir interessante Fakten, zum Beispiel über einen Pilz, der hier zwar nicht heimisch ist, aber sich unglaublich gut vermehrt…

Auch die Funktion von Karbid wird uns erklärt und auch vorgezeigt, eine tolle Stimmung im Stollen.

Beim Poschhausstollen, im tiefsten Inneren des Berges steigen wir auf ein moderneres Bewegungsmittel um, auf eine Grubenbahn. Diese bringt uns rasch durch den 3,5 km langen Poschhausstollen. Ein echtes Erlebnis.

Mit dem Geländebus, der schon auf uns wartet, fahren wir wieder retour nach Maiern. Ein sehr interessanter und toller Tag – ein tolles Geburtstagsgeschenk! Ich habe mich sehr gefreut und bin absolut nicht enttäuscht worden.

Die Rückfahrt nach Innsbruck verläuft rasch, in Sistrans kehren wir noch bei einer Pizzeria ein und genießen die letzten Sonnenstrahlen und den feinen Abend!

Tourendaten
Gesamtdauer: 6:38 h
Gesamtlänge: 13,10 km
Höhenmeter: △ 727 m / ▽ 832 m