220614 Rinner- und Aldranser Alm

Eine kleine, aber feine After-Work-Tour sollte es heute werden. Das Wetter ist super, es ist sehr warm, daher wähle ich den Weg auf die Rinner- und Aldranser Alm. Den Rückweg, wie schon öfter exerziert, bewältige ich über die Aste, das kleine Industriezentrum in Aldrans und über den Wald retour nach Hause.
Der Aufstieg ist speziell bei warmem Wetter ein Genuss, denn fast immer wandelt man durch kühlen Wald, nur kurz unterbrochen von Stellen mit schöner Aussicht auf das Tal.

Die Rinner Alm (1.380m) erreiche ich nach flotten 38 Minuten, von einer Einkehr sehe ich ab, zu viel Volk hat sich auf der Terrasse versammelt und ich bin alleine unterwegs. Der feine Waldweg zur Aldranser Alm (1.511m) ist in 15 Minuten bewältigt, auch hier das selbe Bild… viele Mountainbiker, die meisten mit Motor genießen die Abendsonne.
Über die Forststraße, teilweise joggend erreiche ich zuerst das Wasserbassin von Aldrans, anschließend die Aste und schlussendlich wieder das Dorf.

Eine feine Tour bei bestem Wetter. Da bin ich froh, dass ich mich aufgerafft habe 😊.

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:59 h
Gesamtlänge: 11,05 km
Höhenmeter: △ 595m / ▽ 716 m

220606 Rinner-, Aldranser-, Sistranser Alm

Die Kinder sind schwer beschäftigt, das Wetter zu schön, um im Haus zu bleiben, also mache ich mich mit dem Bus auf nach Rinn. Mein erstes Ziel soll die Rinner Alm sein. Der Start ist mitten im Dorf bei der Kirche, über den Parkplatz erreiche ich den Steig.

Da ich alleine bin, kann ich ein wenig auf die Tube drücken, rasch wandere ich den Rinner – Almensteig empor.

Immer wieder eröffnet sich ein schöner Blick auf Innsbruck, doch viel Zeit zur Umschau gönne ich mir heute nicht. Nach 36 min. erreiche ich die Rinner Alm. Die Terrasse ist total voll, das war auch zu erwarten.

Daher beschränke ich mich auf einen Gruß zu den Wirtsleuten, dann gehe ich flotten Schrittes weiter zur Aldranser Alm.

Der Abschnitt zwischen Rinner- und Aldranser Alm gefällt mir auf dieser Strecke fast am Besten, wunderschöne, kühle Waldpassagen sind auch an heißen Sommertagen angenehm zu erwandern. Auf der Aldranser Alm ist auch richtig was los, daher hier das selbe Spiel… ich Grüße und gehe weiter.

Nach kurzer Überlegung und Blick auf die Uhr beschließe ich, noch weiter auf die Sistranser Alm zu gehen. Bei dem Wetter sollte man jede Sekunde auskosten. Schon bald erreiche ich diese auch sehr fein gelegene Alm, hier möchte ich mal wieder mit dem Rad rauffahren.

Nach drei Almen habe ich heute genug, nun wandere ich talwärts, das nächste Etappenziel ist Sistrans.

Schon nach kurzer Wanderung erreiche ich den Parkplatz, den Ort quere ich flott. Auf einem Schild kann ich nochmals die Richtungs- und Zeitangaben der einzelnen Almen überprüfen…

Der Weg von Sistrans nach Aldrans führt über Rans, der Mais auf den Feldern schießt schon aus dem Boden. Wie schon gestern festgestellt, hat der Regen hier gut getan.

In Richtung Oberland und Martinswand breiten sich wunderschöne Weizenfelder mit Kornblumen aus, ein richtig schöner Ausblick. Zufrieden wandere ich nach Hause, diese Runde gefällt mir ausnehmend gut…

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:27 h
Gesamtlänge: 11,60 km
Höhenmeter: △ 727 m / ▽ 865 m

220606 Radausflug Mittelgebirge

Schön langsam startet auch mein Junior in die Sommersaison. Wir beschließen in der Früh spontan, ein wenig durch die Gegend zu radeln. Von zu Hause aus geht es gleich in die Höhe, hinauf zum Herzsee…

Der wunderschön gelegene See, früher einmal eine der Badeanstalten von Aldrans, liegt heute ruhig im Wald, nur ein paar Petrijünger säumen das Ufer und versuchen ihr Glück.

Es ist noch fein kühl zu dieser morgendlichen Stunde, richtig angenehm…

Am Ostende des Sees liegt noch das alte Badehaus, das jetzt dem Tiroler Fischereiverein gehört.

Nach dem nächsten Stich erreichen wir die Prockenhöfe, die Felder sind schon bestellt und der Mais wächst dank des letzten Regens gut an!

Unserer weiterer Weg führt uns zur Aste, weiter über den Speckbacherweg und durch schöne Waldwege nach Judenstein.

Wir fahren am Waldrand, an ein paar Stellen öffnet sich ein Blick auf Rinn.

Ein paar hartnäckige Wolken schmiegen sich an die Bergflanken, ansonsten ist das Wetter perfekt sonnig. Und es wird trotz der frühen Stunde von Minute zu Minute wärmer.

Vorbei am Poltenhof und entlang des Lavierenbachs erreichen wir wieder die Landstraße nach Rinn.

Ein Plakat am Straßenrand, bei einer Bushaltestelle, erfasst Letu´s Aufmerksamkeit. Das nächste Konzert der Wiltener ist nicht mehr lange hin… und er wird wohl mitsingen.

Unseren Abschluss machen wir von Rinn über den Wiesenhof zurück nach Aldrans. Wir nehmen die Landstraße, da können wir mal ein wenig „brettern“… Letu hat es Spaß gemacht, mir natürlich auch!

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:18 h
Gesamtlänge: 15,51 km
Höhenmeter: 315 m

220517 Canyoning Stuibenfälle

Gestern hatte ich den ersten Teil der Schülergruppe, heute ist der zweite, wenn auch kleinere Teil dran. Wir steigen wieder über den Ministersteig auf, am See hüpfen wir ins kühle Nass, eine wahre Wohltat nach dem schweißtreibenden Aufstieg.

Die Gruppe ist heute ein wenig quirliger, aber dennoch kann ich die Aufmerksamkeit aller Teilnehmer binden und das „Sicherheitsgespräch“ durchführen.

Dann starten wir schon mit dem ersten Sprung. hinein in das kalte Schluchtenwasser.

Die Abseilstellen stellen für so machen wieder eine Herausforderung dar, aber schlussendlich seilen ausnahmslos alle der Gruppe ab. Toll gemacht!

Die Sprünge sind ein Highlight dieser Tour, und wirklich jedem taugen die kleinen und größeren Herausforderungen.

Auch im weiteren Verlauf müssen wir so manchen Sprung meistern, zu schnell vergeht hier die Zeit…

Das Wetter ist heute ein wenig stabiler, weder regnet es, noch hallt grusliges Donner-grollen von den Schluchtenwänden.

Nach einer kurzen Zwischenwanderung, damit auch jeder wieder warm bekommt, erreichen wir die Abschlussstelle mit ein paar der schönsten Sprüngen und Szenerien.

Die Stuibenfälle waren 2015 für die Fernsehshow „9 Plätze, 9 Schätze“ nominiert. Für das Stockerl hat es damals nicht ganz gereicht, aber für uns Ausserferner wohl doch einer der schönsten Plätze!

Die Tour ist wieder ein voller Erfolg, den Kindern und Lehrpersonen hat es viel Spaß und Freude gemacht, so mancher konnte seinen inneren Schweinehund besiegen… was will man mehr!

Tourendaten
Gesamtlänge: 4,00 km
Gesamtdauer: 2:30 h
Höhenmeter: 120 m

220517 Schneidspitze (2.009m)

Um meinen Kurzaufenthalt im wunderschönen Ausserfern zu krönen, beschließen Papa und ich am Vormittag eine feine Bergtour auf die Schneidspitze. Obwohl ich in diesem Massiv schon einige Gipfel bestiegen habe, die Schneidspitze hatte ich noch nicht erreicht.

Papa und ich starten vom Parkplatz der Reuttener Bergbahnen, auch Hahnenkammlift genannt in Richtung Gehrenalm. Das Wetter ist heute gut, nur ein paar Wolken zieren aktuell den Himmel

Der Weg ist gut angelegt, in angenehmer Steigung wandern wir immer höher, der Talkessel breitet sich unter uns aus.

Vorbei an der Gehrenalm, die noch im Winterschlaf liegt wandern wir unter der beeindruckenden Südwand der Gehrenspitze durch.

Nun macht sich das erste, aber nicht letzte Mal der Starkregen vom Vortag bemerkbar. Der Mergel ist überall aufgeweicht und rutschig.

Ein Blick zurück zeigt uns den Tauern und die schönen Ammergauer Alpen. So manche lustige Wolkenformation weist auf die Labilität der Luft hin.

Kurz unterm Gehrenjoch verlassen wir den Weg und gehen über die Grashänge, die fein zu begehen sind, bergauf.

Im Rückblick sehen wir nochmals den unangenehmen Teil des Weges. Rutschig, dreckig und nicht fein zu gehen.

Am Joch verschnaufen wir kurz und schauen zur beeindruckenden Köllenspitze hinüber. Vor vielen Jahren stand ich dort mal auf dem Haupt.

Unser Ziel liegt nun zum Greifen nahe. Die Schneidspitze macht ihrem Namen kurz vor dem Gipfel alle Ehre, ein feiner Grat zieht hinauf zum Gipfelkreuz.

Am höchsten Punkt verweilen wir kurz, schauen uns um und genießen unsere Brotzeit. Dann steigen wir auf der anderen Seite in Richtung Sabachjoch ab.

Eine steile Kehre bringt uns kurz vor dem Joch wieder unter den Felswänden der Schneidspitze, in Richtung Lechaschauer Alpe.

Rückblickend, von der Seite der Alpe, schaut die Schneidspitze sogar beeindruckend aus. Der Aufstieg ist allerdings viel einfacher, als hier der Eindruck erweckt wird.

Auch die Lechaschauer Alpe ist aktuell geschlossen, daher schreiten wir zügig ins Tal ab.

Papa hat angeboten, auf Mittag Weißwürste zum kredenzen, so ein Angebot kann ich unmöglich ausschlagen.

Während Papa dann beim Herrichten des Mittagessens ist, schau ich nochmals rüber zu der heutigen Tour. Von Reutte aus schaut die Schneidspitze schon wieder ein wenig unspektakulärer aus…

Tourendaten
Gesamtlänge: 12,02 km
Gesamtdauer: 3:37 h
Höhenmeter: 1.117m

220516 Canyoning Stuibenfälle

Mit dem späteren Frühjahr beginnt auch immer die Canyoning-Saison, und ich habe das Glück, gleich eine der ersten Touren zu ergattern.

Eine Stammgastgruppe, genauer gesagt eine Gruppe von Schülern, die Projektwochen im schönen Lechtal verbringen, geht heute mit uns die Stuibenfälle.

Der erste Teil der Tour ist auch immer der Anstrengendste. Über den Ministersteig wandern wir zuerst relativ steil auf der orografisch rechten Seite der Schlucht ein paar Höhenmeter hinauf.

Die feuchte Hitze ist drückend, dennoch marschieren alle Teilnehmer brav zum Einstieg, bei der wir uns sofort ins kühle Nasse begeben.

Nach einer Einführung zur Begehung starten wir gleich mit einem tollen 4m-Sprung ins noch kühlere Schluchtenwasser.

Direkt im Anschluss haben wir auch schon die erste Abseilstelle über 20m, die die Kinder mit Bravour meistern, wenn auch dem Einen oder Anderen die Angst ein wenig ins Gesicht geschrieben steht.

Die zwischenzeitlichen Abkühlungen sind an diesem Tag sehr willkommen und werden von allen Teilnehmern mit Genuss ausgekostet.

Insgesamt sind es 24 Teilnehmer, plus 3 Guides, daher brauchen wir trotz toller Arbeitsteilung bei den Abseilstellen einiges an Zeit.

Das eine oder andere Mal müssen wir die Kinder ein wenig „einfangen“, wenn sie zu übermütig werden, aber im Großen und Ganzen ist die Disziplin sehr hoch.

Die zwei Abseilstellen in den Stuibenfällen liegen relativ nahe zu einander…

… als wir die zweite Stelle erreichen, öffnet der Himmel seine Schleusen und und beginnt richtig zu regnen. Der Donner grollt in der Schlucht um einiges stärker als im freien Gelände…

… dennoch bleiben wir alle ruhig und meistern auch die zweite Stelle.

Beim großen „Plungen“ können die Schüler nun ihr Springvermögen unter Beweis stellen, es ist für heute der höchste Sprung mit ca. 7m.

Bei einer Stelle üben wir noch unsere Überraschung, die Rückwärtsrolle ins Wasser. Die Gesichtsausdrücke beim Auftauchen sind eine Klasse für sich.

Es macht allen sehr viel Spaß, allerdings zehrt nun die Kälte trotz Neoprenanzug, und alle sind froh, dass wir jetzt ein paar Meter neben dem Flusslauf gehen können.

Die Nachzügler sind noch am Springen, während die ersten in der Gruppe nun schon los marschieren.

Schnell haben wir die Hauptgruppe eingeholt und gemeinsam marschieren wir zum letzten Teil des Canyons.

Hier sind noch ein paar schöne Sprünge zu bewältigen, die sehr viel Spaß machen.

Den mittleren Sprung müssen wir nochmals umgehen, da diese zu anspruchsvoll ist.

An Schuss warten wir alle zusammen und begeben uns zurück zum Auto. Eine tolle erste Tour mit sehr feinen Gästen, so sollte es immer sein!

Tourendaten
Gesamtlänge: 4,00 km
Gesamtdauer: 2:58 h
Höhenmeter: 120 m

220510 Mit dem Rad nach Igls

In den letzten Tagen sind die Temperaturen sprunghaft angestiegen, das Wetter fast schon sommerlich geworden. Da bietet sich ein kleiner Umweg auf dem Nachhauseweg von der Arbeit geradezu an.

Ich radle von Innsbruck über den Lemmenhof hinauf Richtung Igls.

Die Temperaturen sind schon recht hoch, dennoch weht eine leichte, erfrischende Brise.

Die Fahrt durch den Wald ist erfrischend angenehm, da kann man der Nachmittagshitze gut entfliehen.

Über den Lanser Steig und Poltenweg erreiche ich nach einiger Zeit die Poltenhütte.

Ab hier ist es nicht mehr weit zur kleinen Ortschaft Vill, die zu Igls gehört.

Das Frühjahr ist nun auch vegeationsmäßig angekommen, die Bäume, Wiesen und anderen Pflanzen schlagen aus, nur noch in großer Höhe schneebedeckt.

Der Ausblick auf Innsbruck ist von dieser Seite, ähnlich dem der Aldranser Alm, wunderschön und doch auch erschreckend: Der ganze Talboden ist verbaut, so gut wie keine freien Flächen sind hier sichtbar…

Beim Gasthaus Turmbichler verlasse ich Vill auch schon wieder und fahre über den Viller Steig nach Igls.

Bei der alten Patscherkofel-Talstation nehme ich den Weg hinauf zum Olex, bzw. zur neuen Talstation.

Hier endet mein kurzer Trip heute, nur noch die Abfahrt nach Aldrans steht an. Genussvoll rolle ich den Weg. Viel zu schnell bin ich wieder zu Hause, die Abfahrt ist halt doch fast das Schönste…

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:01 h
Gesamtlänge: 14,48 km
Höhenmeter: 422 m

220427 Rinner und Aldranser Alm

Nachdem ich die letzten Wochen sehr inaktiv war, wird es wieder Zeit, ein wenig in die Natur zu ziehen. Die Übergangszeit, in der wir uns gerade befinden, ist wunderbar: Zarte Temperaturen locken ins Freie, dennoch sind die hohen Lagen für den Wanderer noch unzugänglich. Da bieten sich Almen an, erkundet zu werden. Natürlich sind die heuten zwei Ziele, Rinner Alm (1.380m) und Aldranser Alm (1.495m) hinlänglich bekannt, nichts desto Trotz lohnenswert.

Wir starten direkt im Ortskern von Rinn. Ein paar Meter einer Dorfgasse entlang erreichen wir den eigentlichen Wanderparkplatz. Ab hier erreichen wir den Steig, der uns direkt, mit ein paar Forststraßen-Überquerungen, hinauf zur Alm. Gemütlich „Ratschend“ erreichen wir die Rinner Alm nach 50 Minuten.

Eine kurze Rast in der Sonne sei uns gegönnt, dann geht es über schöne Waldsteige weiter zur Aldranser Alm.

Das Forstwegenetz am Kofel ist stark ausgebaut, daher trifft man andauern auf Forststraßen. Ideal zum Mountainbiken, wie ich schon von einigen Touren weiß.

Der Wechsel des Wettergeschehens ist akkurat an den Monat angepasst. War es am Morgen noch kühl und nass, scheint nun die Sonne und es ist angenehm… solange man nicht im Schatten stehenbleibt.

Immer wieder öffnen sich die bekannten schönen Aussichten auf die Landeshauptstadt und das wunderbare Mittelgebirge. Auch sichtbar, wie sehr die Schneedecke auch in den höheren Lagen gelitten hat.

Kurz vor der Alm finden wir noch ein paar kleine Schneefelder, die die höheren Temperaturen überlebt haben. Dennoch hält auch hier der Frühling Einzug…

Bei der Aldranser Alm machen wir eine längere Pause. Da der Gastbetrieb noch nicht angelaufen ist, geöffnet wird erst am 1. Mai, habe ich vorsorglich eine Dose Bier mitgenommen, die wir nun in der wärmenden Sonne genießen.

Nach der gemütlichen Pause wandern wir wieder zurück, teils auf Alternativwegen, zum Ausgangspunkt. Eine gemütliche Runde mit feinen Gesprächen neigt sich dem Ende zu. Das war ein feiner Einstieg in eine hoffentlich gute Wander- und Bergsaison 2022!

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:06 h
Gesamtlänge: 7,19 km
Höhenmeter: 699 m

220320 Wanderung Monte Brione (376m)

Nach zwei schönen Klettersteigen beschließen wir zum Abschluss, noch eine gemütliche Tour auf den Monte Brione zu machen. Obwohl nicht besonders hoch, ist der Monte Brione aus Riva nicht wegzudenken. Die besondere Form dieses Felsen ist auffällig! Ein echter Hingucker von allen umgebenden Touren!

Wir starten beim Jachthafen, dort ist ein großer Wanderparkplatz. Aktuell noch recht leer, wird der sich bei diesem Wetter bestimmt noch gut füllen.

Ein wunderschöner, einfacher Steig führt am Rücken dieses Hügels empor zum Gipfelkreuz. Immer wieder öffnen sich wunderschöne Ausblicke auf den See, die Stadt und das Umland.

Den Steig, den wir gestern gemacht haben, können wir auch sehr gut einsehen. Wir sind früh genug dran, daher ist es noch windstill, und damit sehr angenehm.

Nicht nur die Natur und der See faszinieren bei dieser Wanderung, auch die geschichtliche Komponente kommt nicht zu kurz. Riva war bis zum I. Weltkrieg noch Teil von Österreichs und damit Grenzgebiet. Dementsprechend wurden hier Bunker und Festungen gebaut, die heute noch besichtigt werden können.

Gerade im Zuge der aktuellen Situation (Ukrainekrieg) ist es immer wieder verstörend, wie viel Energie der Mensch in den Kampf und Krieg stecken. Das Paradox des Festungsbaus muss man sich immer wieder ins Gedächtnis zu rufen: „Man baut auf, um das Selbe zu zerstören“.

Nachdem wir die Bunker inspiziert haben, schauen wir wieder in die Ferne… der Gardasee, der größte See Italiens, wurde durch einen Seitenast des Etschtalgletscher geformt. Eckdaten zum Gewässer: 51,6km lang, bis zu 17.2km breit, die tiefste Stelle beträgt 346m. Damit befindet sich hier ein unglaubliches Wasserreservoir, ein echter Schatz!

Die Landschaft, die sich hier um den See gebildet hat, ist klimatisch sehr begünstigt. Nicht umsonst zieht es hier jedes Jahr abertausende Touristen an die Gestade, um Urlaub zu machen.

Vom Monte Brione haben wir fast alle unsere Touren, die wir heuer und in den letzten Jahren gemacht haben, im Blick. Cima Rocca, den Klettersteig Amicia und die vielen zugehörigen Gipfel…

Der Pfad, obwohl eigentlich immer am Grat verlaufend, zweigt immer wieder ins Unterholz ab. Die Aussicht ist dann kurzfristig weg, nur um an der nächsten Kurve wieder einen Prachtblick auf die Umgebung freizugeben.

Gemütlich erreichen wir die Bunkerfestung nahe am Gipfel. Hier ist nun schon mehr los, viele Leute sind auch mit dem Fahrrad bzw. E-Bike zum Gipfel geradelt…

Mittlerweile sind T-Shirt-Termperaturen angebrochen, der Frühling ist eindeutig im Anmarsch.

Am Gipfelkreuz machen wir eine kurze Rast, dann wandern wir weiter Richtung Norden, wir wollen den ganzen Kamm abschreiten.

Der Blick nach Arco mit der bekannten Burg öffnet sich kurz hinter dem Gipfel, auch hier haben wir schon so manchen Klettersteig bestritten.

Der weitere Weg führt über die Westflanke des Monte Brione wieder ins Tal. Wir suchen uns einen alternativen Weg, da wir ein paar Geocaches auf dem Weg suchen wollen. Natürlich finden wir alle Dosen! Papa kann dazu nur schmunzeln…

An einigen geschützten, sonnigen Stellen blühen schon die ersten Primeln. Es muss sich hier um eine eigene Art handeln, die Blütenkelche sind fast doppelt so groß wie die mir gekannten Schlüsselblumen daheim…

Ein Großteil des Rückwegs führt durch alte Olivenbaumhaine, manche dieser Bäume müssen schon hunderte Jahre auf dem Buckel haben.

Noch einmal erhaschen wir einen Blick auf den Cima SAT, mit dem Klettersteig Amicizia. Dieser Steig wird lange in Erinnerung bleiben, ewig lange Leitern sind das Hauptmerkmal.

Retour am Parkplatz ist dieser nun fast voll, es sind also einige Leute am Weg. Wir packen unser Zeug ins Auto, dann fahren wir auf direktem Weg zurück nach Tirol. Nach ein wenig mehr als 2 Stunden erreichen wir Innsbruck. Papa macht vor der Weiterfahrt noch eine kleine Pause, Maggo fährt am späten Abend mit dem Zug nach Hause!

Ein gelungenes Wochenende neigt sich dem Ende zu. Es hat uns Spaß gemacht, war teilweise fordernd und kulinarisch vom Feinsten. Was will man mehr. Nach 2 Jahren war das Buabenwochenende wieder ein voller Erfolg.
Mögen noch Viele folgen!

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:50 h
Gesamtlänge: 7,74 km
Höhenmeter: 541m

220319 Sentiero Contrabbandieri Massimo Torti

Ausgesetzte Kraxlerei hoch über dem Gardasee, so wird diese etwas andere Tour beschrieben. Der Sentiero Contrabbandieri (Schmugglersteig), auch als Percorso alpinistico Massimiliano Torti bekannt, ist kein klassischer Klettersteig, da einige Passagen selber versichert werden müssen.

Wir fahren mit dem Auto Richtung Pregasina, dort finden wir bei der weithin sichtbaren Madonnenstatue einen Parkplatz. Direkt nebenan führt der Weg hinunter zum See, bzw. zum Einstieg in die Tour.

Noch ist es kühl, eine leichte Brise weht, aber wir sind flott unterwegs und der Weg ist anfänglich auch gut auffindbar. Kurz bevor wir am Start sind, versteigen wir uns, und machen eine Extrarunde zum Aufwärmen. Nachdem wir wieder „OnTrack“ sind, ist der Einstieg schnell gefunden.

Wir ziehen das Klettersteigset an, die Helme auf den Kopf, so gerüstet machen wir uns auf ins Abenteuer.

Gleich am Anfang zeigt der Schmugglersteig seine Qualitäten. Ein schmales Band schlängelt sich ungefähr 150m über dem See, leicht überdacht, entlang der Felswand. Gut zu gehen, aber schwindelfrei muss man schon sein, ansonsten hält sich der Genuss vermutlich in Grenzen.

Manchmal ist der Steig ein wenig breiter, und dann auch gut gangbar. An den schmalen Stellen sichern wir uns selber, denn ein Stahlseil sucht man hier im Regelfall umsonst. Nur die Schlüsselstellen sind solala versichert.

Man muss sich, auch ohne Höhenangst, immer sehr gut konzentrieren, ein falscher Schritt könnte hier fatale Folgen haben. Dennoch muss man auch den Blick auf den See und speziell auch über Riva del Garda schweifen lassen…

… die Sicht ist einfach phänomenal. Es ist eine wunderschöne Gegend, die mich immer wieder in Erstaunen versetzt. Eigentlich ist man zu selten am Meer der Tiroler…

Bald erreichen wir die erste Schlüsselstelle, ein Spreizschritt hoch über dem See. Allerdings müsste man hier schon fast ein Balletttänzer sein, um grazil, mit guter Figur über den Spalt zu kommen.

So probiert jeder, eine mehr oder weniger gute Figur beim Grätschen zu machen. Das Resultat passt bei allen: Wir sind drüben… übrigens, das Stahlseil an dieser Stelle ist alles, bloß nicht vertrauenerweckend. Gut dass wir unser eigenes Sicherungsseil dabei haben.

Nach dieser Stelle wird das Gelände ein wenig einfacher, wir kommen zügig voran, die Seilsicherungen sind nun nicht mehr überall notwendig. Aber wir sind überzeugt, dass es das noch nicht gewesen ist…

Die zweite Schlüsselstelle stellt eine Strickleiter mit Aluminiumsprossen dar. Wenig vertrauenerweckend, ist auch schon eine Sprosse gebrochen und notdürftig repariert. Wir sichern uns von oben mittels HMS, die langjährige Übung zahlt sich aus…

Anschließend verengt sich der Pfad wieder, ist aber gut begehbar und offeriert schönste Ausblicke, unter anderem auch auf die vielen Segler und Surfern tief unter uns.

Ein paar pfiffige Stellen würzen den Weg immer wieder, es kommt also nie Langeweile auf, im Gegenteil. Ein sehr anregender Steig, der auch Respekt den Schmugglern gegenüber einfordert.

Eine „böse“ Stelle kommt nochmals, es scheint hier ist der Steig über eine längeres Stück abgebrochen zu sein. Dankenswerterweise hat jemand ein Stahlseil montiert, das auch sehr neu und gut verlegt den Eindruck bombenfester Sicherheit vermittelt.

Mit ein wenig Armkraft und der Zuhilfenahme versteckter Klammern meistern wir auch diese Stelle mit Bravour. Nun sind wir auch schon fast am Ende der Tour.

Ein gutes Stück laufen wir horizontal über kleine und weniger kleine Steige, allerdings bei weitem nicht mehr so ausgesetzt wie am Anfang. Schließlich erreichen wir den Ausstieg der Tour. Eine größere italienische Gruppe bereitet sich auch auf den bitteren Schluss vor.

Gute 300 Höhenmeter müssen nun erklommen werden, Der Steig steigt fast direkt durch eine Rinne hinauf zum Plateau von Pregasina.

Den Erbauern sind wohl am Schluss die Kurven ausgegangen… zumindest fühlt sich der Aufstieg so an.

Nach einem kurzen, aber nicht hässlichen Stück auf der Asphaltstraße erreichen wir wieder zufrieden die am Anfang erwähnte Madonnenstatue. Hier packen wir die Brotzeit aus, eine Dose Bier hat Papa auch noch die ganze Tour mitgeschleppt. Man schmeckt die Spannung bei jedem Schluck.

Auch von hier oben muss die wunderbare Aussicht nochmals erwähnt werden. Riva liegt uns zu Füßen, und im Norden liegt der Cima Rocca. Dort verläuft ein wunderschöner Klettersteig, den wir vor Jahren gemacht haben.

Zurück in der Unterkunft erfrischen wir uns, dann spazieren wir nochmals in die Stadt. Die Orangen hängen schon an den Bäumen. Der Ora, am Nachmittag ständig begleitender Wind lässt nicht glauben, dass hier Palmen, Kakteen und eben Orangen eine Überlebenschance haben.

Ein altes Schiff, vertaut am Kai lässt an alte Tage denken, als Riva noch zu Österreich gehörte…

Wir gönnen uns ein wunderbares Essen in einer kleinen Kneipe, gestärkt und zufrieden wandern wir wieder zurück zur Unterkunft.

Tourendaten
Gesamtlänge: 6,3 km
Gesamtdauer: 4:08 h
Höhenmeter: 600 m
Schwierigkeit: C/D