Der Frühling ist ins Lande gezogen und damit auch der Termin für unser heuriges „Buabenwochenende“. Heuer zieht es uns wieder an den Gardasee, das Meer der Tiroler. Wir haben unsere Unterkunft in Gardone Riviera an der Westküste des „Lago“.
Wir fahren am Freitag in der Früh los, Papa holt erst Alfons, dann mich ab und wir fahren über den Brenner und über die Autostrada bis Garda Nord, dann über kleine Straßen zu unserem Ziel.

Unterwegs haben wir einen Zwischenstopp in Campione del Garda. Hier wollen wir eine kurze Klettersteig/Wanderungs-Kombi machen. Wir treffen uns dort Maggo und Daniel, diese sind von Bergamo angereist.

Die Sonne lacht vom Firmament, es ist relativ warm, daher haben wir schon mal die kurze Hose angezogen. Vom Parkplatz müssen wir erst mal den Einstieg zum Klettersteig finden. Da der Steig nicht offiziell beworben wird, müssen wir ein wenig schauen… aber wir sind erfolgreich und steigen ein.

Der Steig ist mit einer Bewertung von A/B wirklich einfach, eigentlich würde man kein Set brauchen. Wir haben das Set mit, hängen uns aber an den einfachen Passagen gar nicht ein, das Gelände ist total ungefährlich.

Die Sonne hat die Wand gut aufgewärmt, solche Temperaturen sind wir noch nicht gewöhnt. Dementsprechend wird geschwitzt!

Von weiter oben sehen wir nochmals auf Campione. Die ehemalige Baumwollfabrik wurde in den 1980ern geschlossen, mittlerweile würde der Platz gut an das Straßennetz angebunden.

Das war nicht immer so, früher war der Platz nur per Schiff erreichbar. Daher hatten die Arbeiter der Baumwollfabrik einen kleinen Steig angelegt, über den sie in die Dörfer oberhalb des Platzes kommen konnten. So entstand der kleine Klettersteig, den wir heute begehen!

Obwohl kein offizieller Klettersteig, ist die Anlage sehr gut gewartet. Wahrscheinlich kommt das daher, dass im oberen Bereich noch Steinschlagnetze zu warten sind und so erreicht werden können. Und natürlich ist der Steig kein Geheimtipp mehr, dank dem Internet.

Eine interessante Passage für durch ein kleines Felstor, aber hier legt sich die Steigung zurück und wir erreichen den Ausstieg.

Am oberen Teil des Steiges befindet sich ein großes Holzkreuz, von dem aus wir einen wunderschönen Ausblick auf den Gardasee haben!

Vom Ausstieg des Klettersteigs wandern wir zurück in die Schlucht „San Michele“. Wir schreiten über eine Brücke, hier beginnt nun der zweite Teil unseres Ausflugs.

Der Pfad schlängelt sich einer Felswand entlang, anfangs noch ein wenig ausgesetzt und schmal, aber dann immer weiter und aussichtsreicher.

Im Blick retour sehen wir die Felswand, die wir vorher durchstiegen haben.

Immer wieder entdecken wir Marienbilder am Wegesrand, Symbole der Gläubigkeit der hier ansässigen Bevölkerung. Oder aber als Erinnerung an vergangene Unglücke…

Bald erreichen wir die ersten Olivenhaine, der Weg ist nun Breit, wir können nebeneinander gehen und reden. Dennoch sind die Straßen zum Teil so steil angelegt, dass wir gar nicht glauben können, dass hier ein Auto hochkommen kann.

Unser Ziel ist Tremosine, das Dorf mit den Schauerterrassen!

Hier wachsen unglaublich viele Oliven, aus denen später das leckere Olivenöl gepresst werden wird.

Schließlich erreichen wir Tremosine, und schon bald verstehen wir den Begriff „Schauerterrasse“. Bei einem Gasthaus hängt die Terrasse wirklich über dem Untergrund, hoffentlich hat der Bauherr hier gewissenhaft gearbeitet.

Direkt beim Gasthaus führt unser Weg nun wieder hinunter zum See und zum ehemaligen Hafen von Tremosine. Der Weg schaut steil aus, daher entscheiden wir uns gegen eine Einkehr und wollen gleich diesen Pfad hinter uns bringen.

Der Weg ist dann doch besser als befürchtet, zwar steil, aber gut ausgebaut und teilweise sogar mit Leuchten ausgestattet.

Und immer wieder haben wir schöne Aussichten auf den See.

Teilweise ist der Weg extrem steil und stotterig, aber für uns ist das kein Problem. Bald schon erreichen wir den unteren Teil der Tour. Ein Blick zurück zeugt nochmals von der Ausgesetztheit der Terrasse…

Der Gardasee ist nicht umsonst Sehnsuchtsziel vieler Tiroler. Der Mix aus Nähe zu Innsbruck, mediterranes Feeling, Wärme, Sonne, Zypressen… das alles passt und versetzt uns schon nach kurzem Aufenthalt in Urlaubsstimmung.

Im unteren Teil erreichen wir die alte Straße am See entlang. Heute verläuft die moderne Straße in Tunneln unter dem Berge, da der Steinschlag hier immer ein Problem war. Dafür können die alten Straßen heute als Wanderwege verwendet werden.

Am Weg entdecken wir einen kleinen, feinen Klettergarten, erste Ideen für nächstes Jahr werden schon besprochen… evtl. könnte man für den ersten Tag mal einen Sportklettergarten einplanen.

Die Straße hat verschieden gut erhaltene Abschnitte, war der Weg am Anfang noch asphaltiert, ist es jetzt nur noch eine Schotterstraße. Schon sehen wir unser Ziel, Campione del Garda im letzten Licht leuchten. Durch die steilen Wände ist es hier schon am Nachmittag schattig.

Wir genießen ein erstes Bier am Parkplatz, dann fahren wir in die Unterkunft und lassen den Nachmittag ausklingen. Jeder muss mal ins Bad, danach richten wir uns für das Abendessen im Ort.

Mit dem Auto müssen wir ein Stück in den Ort runterfahren, denn unser Apartment ist ziemlich hoch am Berg gelegen.

Maggo, Alfons und Papa kennen die Pizzeria schon, sie waren letztes Jahr hier. Wir bekommen sehr gutes Essen, und Vino de la Casa, rosso! So lassen wir es uns gut gehen und genießen einen feinen Abend.

Zurück beim Apartment genießen wir nochmals den schönen Ausblick auf den See, bevor wir uns zur Ruhe begeben!

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:30 h
Gesamtlänge: 9,56 km
Höhenmeter: △ 583 m / ▽ 581 m











































































































