220122 Patscher Alm (1.694m)

Es ist schon eine ganze Weile her, dass Michi und ich eine Tour gemacht haben. Heute geht es was „schnelles“ am Vormittag aus, also beschließen wir, auf die Patscheralm zu gehen.
Der Aufstieg, bis auf einen kleinen Verhauer, bestreiten wir unspektakulär, sogar auf das übliche Fotografieren vergessen wir beide. Kurz vor der Alm braust ein unguter, kalter Wind, daher fällt uns die Einkehr in ebenjene nicht schwer.
Während Michi eine köstliche Würstelsuppe isst, genieße ich das phantastische Sauerkraut mit Käsknödel.
Die Abfahrt erfolgt auf gut präparierter, griffiger Piste. Die heuer angenehmste Abfahrt!

Eine gemütliche, nichts desto trotz tolle Tour auf den Hausberg. Gerne wieder mal!

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:49 h
Gesamtlänge: 4,95 km
Höhenmeter: 679 hm
Lawinenwarnstufe: 1 (Pistentour, unter Waldgrenze)

220114 Patscherkofel Schutzhaus (1.965m)

Der Schnee will dieses Jahr einfach nicht einziehen, schießt es mir durch den Kopf… ein kurzes Studium des letzten Eintrags impliziert Assoziationen mit dem bekannten Film „Und täglich grüßt das Murmeltier…“
Wieder stehe ich mit Wolfgang nach kurzer Anfahrt am Fuße des Patscherkofels.

Wir steigen über den uns im ersten Bereich geläufigen Weg über die Steile Piste auf. Heute ist der Untergrund griffiger wie letztes Mal, zumindest ist das mein Eindruck.

Die Sonne kommt erreicht immer wieder unsere Aufstiegsspur, es fühlt sich fast an wie im Frühjahr.

Beim oberen Teil nehmen wir den direkten Aufstieg über die Olympiaabfahrt. Auch hier müssen wir nur zwei Mal leicht abweichen, es ist steil, aber die Spur ist gut.

Im obersten Bereich, kurz vor dem Schutzhaus sehen wir den wunderschönen Mond über dem Horizont auftauchen. Der Ausblick aufs Inntal zeigt die Misere des heurigen Winters sehr gut. Im Tal so gut wie kein Schnee!

Kurz vor dem Schutzhaus machen wir an einer gemütlichen Stelle Pause im Sonnenschein, dann beschließen wir, schon von hier die Abfahrt anzugehen. Hier ist es gemütlich

Wolfi hat heute noch einen Termin, daher müssen wir zu gegebener Zeit im Tal sein. Wir packen alles ein und fahren über die eigentlich gute Piste ab.

Rasch erreichen wir das Tal, die Sonne ist nun auch schon am Horizont angekommen. Perfektes Timing, würde ich sagen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:02 h
Gesamtlänge: 7,09 km
Höhenmeter: 938 m
Lawinenwarnstufe: 1 (unter 2.400m), Pistentour

220106 Patscherkofel Schutzhaus (1.965m)

Die Schneelage ist in „meinen“ Gebieten recht dürftig, daher habe ich auch nicht wirklich Lust, ins Gelände zu gehen. Daher ist der Anruf von Wolfi, eine kurze Tour auf den Kofel zu machen, erfreuliche Abwechslung. Wolfi holt mit zu Hause ab, rasch erreichen wir den Parkplatz.

Von hier starten wir über die Olympiaabfahrt unseren Aufstieg. Die Piste ist hart, am Rand teilweise „mulfig“. Komische Verhältnisse.

Der Zeitpunkt scheint gut gewählt, es sind nur noch wenige Skifahrer am Weg und die Anzahl der Tourengeher ist auch überschaubar.

Abgesehen von der harten und deshalb teils rutschigen Piste, die dem eklatanten Schneemangel geschuldet ist sind auch die Schneekanonen lästig… können aber halbwegs gut ausgewichen werden.

Heuer wurde die Aufstiegsroute geändert, die Routenführung ist allerdings gut geworden und die Skifahrer werden nicht arg gestört.

Teils auf Forstwegen, teils auf der Piste erreichen wir irgendwann die Patscher Alm.

Das Wolkenspiel am Himmel ist wieder mal wunderschön. Es zeigt sich wieder mal, dass es kein schlechtes Wetter oder schlechte Verhältnisse (abgesehen von der Lawinenlage) gibt, jedes Wetter hat seine Vorzüge.

Der letzte Teil führt über eine flache Forststraße und die letzten Meter nochmals über die Piste.

An der Bergstation ist für heute Schluss, wir ziehen uns rasch um, es ist kühl geworden.

Die Abfahrt im Dämmerlicht stellt für mich eine Herausforderung dar. Während Wolfi „nach Gehör“ abfährt, muss ich irgendwann doch die Stirnlampe auspacken. So gerüstet erreichen wir ohne Probleme, aber leicht durchgefroren die Talstation.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:31 h
Gesamtlänge: 9,88 km
Höhenmeter: 994 m
Lawinenwarnstufe: 3 (Triebschnee), Pistentour

211218 Patscherkofel Schutzhaus (1.965m)

Berichte verschiedener Tourengeher haben meinen Verdacht bestätigt. Fahrten abseits der Piste sind aktuell nicht so ratsam, nicht wegen der eigentlich sehr günstigen Lawinensituation, sondern wegen dem Bruchharsch, der eine Abfahrt in den meisten Gebieten zur Zumutung macht…

Ich setzte mich also in der Früh in den Bus uns fahre ins nächste Skigebiet, zum Patscherkofel. Dieser hat heute den ersten Tag Liftbetrieb, ich bin schon gespannt, wie viel los sein wird.

Da ich vor dem Start der Lifte schon los marschiere, bin ich fast alleine. Nur ein paar wenige Tourengeher sind mit mir am Weg. Die Sonne bescheint schon die Nordkette, während der Kofel noch im kalten Schatten liegt.

Die Temperatur ist für den Aufstieg sehr angenehm, allerdings ist die Piste sehr hart, an den steilsten Stellen muss ich aufpassen, nicht abzurutschen.

Ich habe den Aufstieg über die Olympiaroute gewählt, steil macht man hier rasch Höhenmeter, bei der Abzweigung zur Familienabfahrt nehme ich die Route zur Patscher Alm.

Teils an der Piste, teils im Wald genieße ich den ruhigen Aufstieg, so manche Eisskulptur am Wegesrand muss ich eingehend bewundern. Die Natur ist einfach ein genialer Baumeister…

Beim Start war es noch recht kühl, doch die Sonne schiebt sich immer weiter in die Höhe und wird wohl hoffentlich bald auch mich erreichen.

Ein Blick Richtung Stubai zeigt die Serles, die Gletscher im Hintergrund, und die Nockspitze.

Immer wieder blinzelt die Sonne zwischen den Bäumen hervor, leider bleibt es aber dabei…

Die ersten Skifahrer sind eingetroffen. Manch einer lässt es auf der perfekt präparierten Piste richtig krachen…

Ich bin einem Skitourengeher gefolgt, der einen Ziehweg zur Patscher Alm genommen hat. Es ist ein kleiner, aber feiner Umweg, der ruhig durch den Wald führt.

Die Patscher Alm liegt noch im Schatten, allerdings raucht der Kamin schon und im Hintergrund lacht die Sonne schon ein wenig hervor.

Über die nicht präparierte Rennstrecke steige ich in direkter Linie auf zur Bergstation.

Ein paar Mal muss ich ob der harten Piste Spitzkehren einlegen, das ist eine gute Übung für weitere Unternehmungen im Winter.

Ein Blick in die Umgebung läßt mich wundern, ob eine Tour in der Sonne nicht doch ein wenig geschickter gewesen wäre… nun ist das allerdings schon zu spät.

Beim erreichen der Bergstation ziehe ich mich schnell um, richte mich für die Abfahrt her…

…und rausche schon wieder los.

Die Piste ist hart, aber griffig, die Fahrt dementsprechend rasant. Schnell erreiche ich die Talstation. Allerdings muss ich feststellen, dass eben noch nicht alle Pisten präpariert sind. Die Olympiaabfahrt „Variante“ ist noch gesperrt, ebenso wie die von mir begangene Rennstrecke und die linke Heiligwasserwiese. Es braucht noch ein mehr Schnee…

Ich bin allerdings zufrieden, diese Tour werde ich heuer sicher noch öfter zum Training absolvieren. Am Donnerstag ist dies sogar nach Liftschluss möglich, Tourenabend genannt.

Nur 10min. muss ich warten, dann fährt der Postbus mich wieder heim nach Aldrans.

Tourendaten
Gesamtlänge: 8,99 km
Gesamtdauer: 1:54 h
Höhenmeter: 960 m
Lawinenwarnstufe: 1 (Gleitschnee unter 2.400m)

211213 Schartenkogel (2.311m)

Es ist wieder soweit, die Skitourensaison hat begonnen. Und wer mir letztes Jahr fleißig gefolgt ist, hat wohl festgestellt, dass der Schartenkogel als „Afterworktour“ bei mir hoch im Kurse war und ist. Was wäre also angemessener, als mit dieser Tour den neuen Winter einzuläuten.

Mit der Bahn fahre ich bis zur Mittelstation, es ist heute relativ warm geworden, der Schnee hat im Talbereich darunter gelitten. Nicht so in der Höhe…

Die ehemalige Schlepplifttrasse ist nun der bevorzugte Aufstiegsweg zur Bergstation. Man muss nicht mit den Skifahrern auf der Piste konkurieren und zusätzlich kann man sich in Demut üben, wenn man zurückdenkt, dass diese steile Auffahrt schon von den kleinsten Skifahrern gemeistert werden musste…

Über den Sommer hatte ich schon wieder vergessen, wie steil die Piste wirklich ist. Aber Gott sei Dank ist der Aufstieg nur ungefähr 400 Höhenmeter, dann flacht das Gelände ab.

Doch zuerst muss die Bergstation erreicht werden. Zum Glück tun sich rechter Hand schönste Aufblicke auf das Inntal auf, das lenkt die Gedanken ein wenig zum Schönen und die Anstrengung rückt in den Hintergrund.

Und ich habe echt Glück. Das Wetter ist wunderschön, die Abendstimmung lässt keine Wünsche übrig. Ich mache gefühlt 100e Bilder, die ich dann zu Hause wehmütig wieder löschen muss… nur ein paar schöne Bilder behalte ich mir am Rechner und im Herzen.

Nach der Bergstation kommt wie gesagt ein flaches Stück, perfekt, um nochmals durchzuatmen. Der Mond ist aufgegangen und verzaubert die Landschaft. Mit dem Handy lässt sich der Erdtrabant nur andeutungsweise abbilden…

Nach der Flachstelle kommt ein kleiner Boden, der früher mal die Bergstation eines Schleppliftes hier in der Kalten Kuchl war. Dieser wurde schon vor längerer Zeit abgebaut, nichts erinnert mehr an diesen kleinen Lift.

Mein Ziel für heute steht nun direkt vor mir, auf dem Bild fast schon unscheinbar. Der Mond verleiht der Szenerie ein wenig Anmut.

Im „Rückspiegel“ sehe ich über dem Inntal noch die letzten Schattierungen der Dämmerung. Bald wird es wohl dunkel werden.

Vom Ende der Piste sind es nur noch ein paar Meter zur Gipfelkreuz des Schartenkogels. Selten habe ich dieses Kreuz für mich alleine gehabt, noch seltener war ich im Aufstieg alleine… heute passt einfach alles!

Ich genieße einen Schluck heißen Tee, packe gemütlich meine Sachen zusammen und stelle fest, dass es heute echt angenehm am Gipfel ist. Warum ist das erwähnenswert? Normalerweise, und das sind gefühlt 98% aller Tage, bläst hier ein eiskalter Wind. Heute ist dem nicht so , es ist windstill und sogar gefühlt winterlich lau.

Nach der feinen Pause fahre ich vom Gipfel zur Piste zurück. Leider übersehe ich den einen oder anderen Stein, Schäden am Ski entstehen dennoch nicht… zum Glück.

Die Abfahrt macht Spaß, der Schnee ist schön griffig, teilweise ein wenig eisig. Rasch erreiche ich die Mittelstation. Für die (gesperrte) Talabfahrt fehlt mir der Mut, zu fragil war die Schneelage am Wochenende, besser ist es sicher nicht geworden.

Da es schon nach dem offiziellen Dienstschluss, zumindest für Skifahrer ist, muss ich in zur Bushaltestelle im Dorf spazieren. Dort warte ich nicht mal drei (3) Minuten, und der Bus ist da.
Eine wunderschöne Tour und ein wunderbarer Einstieg in eine hoffentlich tolle Saison!

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:52 h
Gesamtlänge: 7,85 km
Höhenmeter: 798 m
Lawinenwarnstufe 3 (Triebschnee, Altschnee)

211211 Rodeln Rinner Alm (1.394m)

Letu und ich wollen, auch wenn das Wetter nicht so ideal ist, nicht faul auf der Couch liegen, wir wollen raus. Also werden die Rodeln aus dem Schopf geholt, der Bus nach Rinn bestiegen und los geht es.

In letzter Zeit bin ich recht oft in Rinn, aber bis jetzt ist es mir noch nicht langweilig geworden. Im Gegenteil… denn in diesem Falle ist die Bahn von der schönen Alm ist bestens präpariert. Das konnte ich gestern bei meiner Schneeschuhwanderung sehen

Die ersten Meter muss die Rodel noch umständlich auf der Schulter getragen werden, doch schon bald ist ausreichend Schnee auf der Bahn, um das Gefährt hinter sich her zuziehen.

Auch wenn die Forststraße die langweiligste „Bergbewegung“ verspricht, wir verkürzen uns die Zeit mit lustigen Geschichten und auch tiefsinnigeren Gesprächen.

Immer wieder entdecken wir schöne Szenen am Wegesrand, einmal ein Rinnsal, das ein fast schon sureales Gemälde in den Schnee gezaubert hat…

… ein andermal beobachten wir zwei Holzarbeiter beim Durchforsten des Waldes.

Auch so manche schöne Aussicht auf das verschneite Inntal können wir ergattern.

Im oberen Bereich des Aufstiegsweges, der getrennt von der Rodelbahn zur Alm führt, hat es der Räumdienst fast zu gut gemeint. Steine und Kiesel machen das Ziehen der Rodel an kurzen Stellen spannend…

Der Weg zieht sich nun schon ein wenig, meint Letu…

… aber schlussendlich erreichen wir den Start der Rodelbahn. Eine Kurze Pause, um die Justierung herstellen, reicht. Dann stürzen wir uns ins Abenteuer…

Der erste Teil bis zur Rinner Alm ist recht flach und daher ideal zum Einfahren.

Dort, bei der Alm, müssen wir erst noch einen kurzen Gegenanstieg von ein paar Metern meistern, dann haben wir wieder beste Bahn vor uns.

Und die Strecke ist heute wirklich perfekt, rasant sausen wir ins Tal, dass es nur eine Freude ist. Obwohl Letu die alte, starre Rodel verwendet, hat er das Teil gut im Griff.

Die Kurven werden gedriftet, es wird nicht mehr gebremst, maximal rasch überholt. So sausen wir in kürzester Zeit ins Tal.

Die letzten Paar Meter sind fast die rasantesten, eine lange Gerade mit schöner Schneeauflage macht es möglich. Ein paar Bodenwellen lassen und jubelnd in die Höhe schanzen.

Am Ziel angekommen reicht ein Blick auf die Uhr um festzustellen, dass der Bus gleich mal da ist. Das nenne ich mal Timing. Wir warten nicht mal 10min., dann können wir schon einsteigen. Wir schauen uns zufrieden an, das war ein toller Nachmittag!

Tourendaten
Gesamtlänge: 8,42 km
Gesamtdauer: 1:45 h
Höhenmeter: 561 m

211210 Kriegerkapelle Rinn (1.739m)

Der Winter hat ja endlich Einzug im „Land im Gebirge“ gehalten, leider ist die Schneeauflage nicht überall gleich üppig ausgefallen. Das Südöstliche Mittelgebirge hat weniger weißen Zauber abbekommen als andere Gegenden, für die Tourenski reicht es meiner Meinung nach nicht…
Heute habe ich mir die Kriegerkapelle in Rinn auserkoren, und begehen werde ich dieses Ziel mit Schneeschuhen.

Mit dem Bus erreiche ich rasch Rinn, vorbei am Waldspielplatz geht es in die Höhe.

Mit jedem Höhenmeter wird die Schneehöhe auch besser, allerdings ist es noch ohne Schneeschuhe feiner, die Rodelbahn ist gut präpariert und so komme ich rasch voran.

Am Almenweg liegt dann doch mehr Schnee, daher montiere ich auf halber Strecke endlich die Schneeschuhe. Mit den Krallen rutsch ich viel weniger und der Rucksack ist auch nur mehr „halb“ so schwer…

Im tieferen Schnee spielen die großen Füße dann ihren Vorteil vollends aus. Obwohl heute ob der niedrigen Temperaturen ein recht lockerer Schnee (wie Pulver) vorliegt, sind die Schneeschuhe doch bequem.

Bei der Rinner Alm mache ich eine kurze Teepause, dann steige ich die letzten Meter hinauf zur Kriegerkapelle.

Der Weg scheint gut frequentiert zu sein, obwohl ich fast niemanden gesehen habe. Der Weg ist auf jeden Fall gut angetreten, teils mit Tourenskien und teilweise durch Schneeschuhe.

Bei der Abzweigung zur Kapelle komme ich an einem „verschandelten“ Schild vorbei. Und wieder einmal muss ich mich wundern, wie jemand auf solche schräge Ideen kommt, Sprüche auf die Wegweiser zu schreiben…

Schließlich erreiche ich die Kriegerkapelle auf 1.739m Höhe. Ich stelle mich, da gerade ein böiger, kalter Wind weht, kurz in das Gotteshaus, trinke nochmals eine Tasse Tee. Nachdem ich mir eine warme Jacke angezogen habe, genieße ich die Aussicht auf Innsbruck und gehe wieder zurück zur Abzweigung.

An der Kreuzung entscheide ich mich für den Weg nach Aldrans, ich bin ja Dank Öffi-Anfahrt flexibel.

Zuerst habe ich noch eine Spur, der ich folgen kann und die das Stapfen ein wenig einfacher macht.

Immer wieder fährt der Wind in den Wald ein und wirbelt Schneefahnen auf. Damit mir der kalte Staub nicht in den Hals rieselt, setze ich mir die Kapuze auf.

Nach ein paar Metern endet die Spur im Wald und dreht um. Da ich mir sicher bin, auf dem richtigen Weg zu sein, gehe ich weiter. Und ich habe Recht, bald erreiche ich die Forststraße, tief verschneit und unberührt liegt der Weg vor mir.

Bis zur Aldranser Alm muss ich eine eigene Spur legen, das macht Spaß und ist was besonderes… ich fühle mich wie der erste Mensch in dieser Gegend.

Auf der Alranser Alm mache ich kurze Pause, eine letzte Tasse Tee gönne ich mir.

Anschließend geht es steil den Steig hinunter ins Tal. Der Weg ist mir gut bekannt, und doch ist im Winter alles anders. Dennoch erreiche ich ohne Zwischenfälle die Forstrasse.

Auf der Forststraße entledige ich mich der Schneeschuhe, hier ist einfach nicht mehr genug Schnee.

Über schöne Bauernwiesen erreiche ich den Aldranser Ortsteil Fagslung, weiter wandere ich über die Hauptstraße zum Sistranser Industriegebiet. Hier habe ich was zu erledigen, meine Ski sind hier gerade im Service gewesen und nun bereit zum mitnehmen…

Während ich nun stark bepackt mit Schneeschuhen, großem Rucksack, Skiern und einem riesigen Grinser durch den Wald flaniere, kommt mir eine ältere Damen entgegen und mein lächelnd: „Gel, Skifahren macht glücklich…“

Ja, eh! denke ich mir. Skifahren war ich zwar nicht, aber die Schneeschuhtour hat mir auch sehr viel Spaß gemacht und war der ideale Aufheller des heutigen Tages.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:07 h
Gesamtlänge: 15,83 km
Höhenmeter: ∆ 971 m / ∇ 1.131 m
Lawinenwarnstufe: 2 (bis Waldgrenze, Gleitschnee)

211206 Rodeln Rinner Alm

Pünktlich zur „Stillen Zeit“ ist die Landschaft weiß geworden. Da freut sich das winteraffine Sportlerherz, die zauberhafte Landschaftsdecke ist allerdings dünn, und die Ski noch beim Service.
Da bietet sich ein alternatives Sportgerät an, das letztes Jahr nicht so oft im Einsatz war… die Rodel.

Ganz in der Nähe unseres Zuhauses befindet sich die präparierte Rodelbahn der Rinner Alm, die wir uns für den ersten Ausflug gewählt haben. Die ersten paar Meter sind zwar nur dünn mit Schnee bedeckt, schon nach kurzem Aufstieg wird die Auflage üppiger und verheißt eine spannende Abfahrt.

Der Aufstieg über die Forststraße ist genau so, wie man sich das vorstellt (Stichwort: Hatsch). Man bewegt sich langsam in die Höhe, aber die große Spannung bleibt hier aus…

So manches schöne Motiv sehen wir neben der Straße, aber dies ändert nichts an der Tatsache, dass sich der Weg halt, geschuldet der Monotonie, zieht wie Kaugummi.

Im oberen Bereich des Steiges wechseln wir auf den „Rinner Alm Steig“, obwohl mit der Rodel nicht so toll begehbar, ist der Pfad durch den verschneiten Wald doch um vieles schöner!

Vorsicht müssen wir nur bei den tief hängenden Ästen walten lassen, allzu schnell rieselt das feine Pulver in den Kragen und löst einen kurzen Kälteschauer aus.

Es ist kühl und dumper geworden, und das in relativ kurzer Zeit. Nach dem letzten steilen Aufstieg durch den Wald erreichen wir die Rodelbahn. Jetzt steht einer flotten Talfahrt nichts mehr im Wege.

Rasch in die wärme Jacke geschlüpft und das Geleucht eingeschaltet, rauschen wir auch schon los. Viel zu schnell erreichen wir wieder das Tal, mir fällt ein Liedtext ein: „Eine Schlittenfahrt ist lustig, eine Schlittenfahrt ist schön!„… mehr gibt es hier nicht anzumerken!

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:35 h
Gesamtlänge: 5,5 km
Höhenmeter: 393 m

211121 Kaisersäule (1.700m) und Törl (1.773m)

„Auf den Spuren der Thaurer Knappen“, so würde der Alternativtitel meiner heutigen Tour wohl heißen. Wer meinen Ausführungen aufmerksam folgt, kennt meine Affinität zum Bergbau. Und das Halltal, dieses Tiroler Kleinod, ist hier ein wahrer Fundus.
Meine heutige Tour starte ich an anderer Stelle, in Thaur. Einige Salzknappen kamen aus Thaur, und der von mir gewählte Weg war ihr Arbeitsweg zum Salzbergwerk…

Mit dem Bus erreiche ich Thaur, durch das schöne Dorf wandere ich hinauf zum Romediuskirchl und weiter zum Thaurer Schlössl. Es ist noch früh, aber im Gasthaus herrscht schon emsiges Treiben… der letzte Tag vor dem Corona-Lockdown Nr. #4 muss noch genutzt werden.

Mir ist es für eine Einkehr noch zu zeitig, nach kurzem Gespräch mit der Wirtin wandere ich, noch im Schatten, in höhere Gefilde… schon bald lugt die Sonne über die Tuxer Alpen und wärmt mich angenehm auf.

Der Blick ins Inntal, leicht dunstig, offenbart den anrückenden Winter. Die Nordhänge können sich nicht mehr vom weißen Kleid befreien, an den Südhängen ist es aber noch angenehm.

Der Weg ist steil, mit dem logischen Vorteil, schnell Höhe zu machen. Überall strahlen die wunderschönen gelblichen Lärchen aus dem Wald hervor…

Bald schon erreiche ich die Thaurer Alm (1.464m). Zu meinem Leidwesen bin ich hier noch nie eingekehrt, obgleich ich schon ein paar Mal vorbei gelaufen bin. Auch heute hat sie, wie fast jede Alm, den Betrieb schon eingestellt. Einsamkeit pur, bis jetzt ist mir nur ein Wanderer entgegengekommen…

Von der Alm zieht ein feiner Weg in Richtung Osten, mit Umweg zur Kaisersäule, aber auch direkt zum Törl. Ich wähle den Umweg, der mich in Folge wieder zum Törl bringen wird.

Schon fast bei der Kaisersäule angekommen, genieße ich den Ausblick ins Oberland und zur wunderschön gelegenen Thaurer Alm.

Nun ist mein erstes Ziel, die Kaisersäule erreicht. Hier muss ich wohl ein paar erklärende Worte spendieren: Die Säule ist keine Säule, sondern eine Pyramide. Und der Namenspender ist Kaiser Franz I., der an diesem Ort die Schlachtorte der Tiroler Freiheitskämpfe von 1809 besichtigte. Im Erinnerung an diesen denkwürdigen Besuch errichteten die Salinenarbeiter anno 1838/39 das Denkmal.

Fürwahr wurde der Platz wunderbar gewählt, die Aussicht ist grandios und ich nutze die Gelegenheit, meine Jause hier zu verzehren. Bei so einem Blick schmeckt das Mitgebrachte gleich zweimal so gut…

Nach verdienter Pause mache ich mich auf, den weiteren Weg zu bestreiten. Zuerst muss ich ein paar Höhenmeter zum Törl zurücklegen. Hier könnte man zur Wildangerspitze abzweigeb, ein Ziel, das ich gerne nächstes Jahr machen würde…

Schatten, verursacht durch den Thaurer Zunterkopf lässt den Schnee hier nicht mehr abschmelzen, der wird die noch magere Unterlage für einen hoffentlich schneereichen Winter bilden.

Die Gämsen ziehen um diese Jahreszeit in tiefere Gefilde, immer wieder kann ich diese begnadeten Kletterer am Wege beobachten. Ich versuche, möglichst leise vorbei zu schleichen, damit der schon angefressene Winterspeck nicht unnötig reduziert wird.

Die Rücksicht lohnt, langsam und ohne Eile ziehen die Geißen an mir vorbei, und kommen so relativ nahe an meine Position.

Mit dem Übergang ins Halltal, beschattet durch die Berge, breitet sich nun Kälte aus… diese wird mich wohl mit kurzen Pausen bis zu Ausgang des Tales begleiten.

Bizarre Felsformationen, brüchig und bedrohlich, erinnern mich, dass vor kurzem der Übergang über das Törl noch wegen Steinschlags gesperrt war. Mittlerweile ist der Weg ein wenig verlegt, daher kann man diese Passage gefahrlos begehen.

Schließlich erreiche ich die Herrenhäuser, stumme Zeitzeugen einer einst glorreichen Zeit, als das Salzbergwerk noch aktiv war. Erst 1967 wurde der Bergbau eingestellt, nach 700jährigem Bestehen. Zwar weniger bekannt als der Silberbergbau in Schwaz, hatte die Saline den größeren finanziellen Ertrag pro Jahr. Zu besten Zeiten wurden hier 16.800 Tonnen Salz pro Jahr gefördert… lange Zeit der größte Industriebetrieb Tirols.

Leider hat der Zahn der Zeit und auch die Natur ihre Spuren an diesem wunderschönen Ensemble hinterlassen… seit kurzem bemüht sich neuerdings ein Verein um eine Revitalisierung der altehrwürdigen Gebäude. Hoffentlich sind sie erfolgreich…

Ein weiterer Zeitzeuge aus längst vergangenen Tagen ist St. Magdalena im Halltal. Ehemals als Kloster angelegt, ist hier nun ein kleines Berggasthaus einquartiert. Im Winter lockt der Platz unter anderem mit einer toller Naturrodelbahn.

Als Abstiegsweg nütze ich den Steig durch das Eibental. Der Steig führt hoch über dem Talboden hinaus zum Bettelwurfbründl.

Von hier hat man einen guten Überblick über den Talanfang. Auch das Mundloch des Margarethen-Trinkwasserstollen, der die Trinkwasserversorgung für die Region Hall-Wattens sicherstellt, kann entdeckt werden. Der Stollen wurde zwischen 1995 – 2002 erbaut, nachdem die alte Trinkwasserversorgung am 31. Juli 1992 durch eine gewaltige Mure zerstört wurde.

Zu guter Letzt erreiche ich den Hackl, Ausgangspunkt für viele Wanderungen im malerischen Tal. Der Parkplatz ist voll, viele Wanderer wollen das schöne Wetter nutzen und auch dem morgen startenden Lockdown nochmals entkommen.

Ich muss feststellen, dass ich noch eine Stunde Zeit bis zu meinem Bus habe, daher beschließe ich, nach Hall zu wandern. Dort genieße ich die Sonne im Kurzpark, während ich auf den Bus warte.

Zufrieden erreiche ich wieder mein Heim, eine feine Wanderung liegt hinter mir, mit vielen Eindrücken, von denen ich nun zehren kann.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:30 h
Gesamtlänge: 18,47 km
Höhenmeter: 1.230 hm / 1.367 hm

211113 Hasentalrunde

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Schöne liegt so nah… angelehnt an einen Vers von Goethe beschließen Letu und ich, in direkter Umgebung eine Wanderung zu machen. Wir starten zu Hause, ein paar Asphaltmeter müssen wir durch das Pfarrtal gehen…

… dann erreichen wir schon den Übergang nach Ampass, direkt unterhalb des Sportplatzes.

In Aldrans ist beim Abmarsch schönes Wetter, in der Inntalfurche liegt allerdings Nebel. Und mit unserer Runde erreichen wir mehrmals genau die Randzone vom Tiefnebel.

In Ampass zaubert dieser Effekt wunderschöne Stimmungen in die Landschaft. Mystisch liegt das alte Widum, eingebettet in feinem Dunst, im Schatten.

Auch der weitere Weg in Richtung Häusern und durch den Ebenwald ist von viel Nebel und wenig Aussicht geprägt. Mir gefällt die Stimmung sehr gut, einziger Wermutstropfen ist die feuchte Kälte, die omnipräsent ist.

An der Pest- und Kriegerkapelle in Ampass machen wir eine kurze Pause. Während Letu einen Geocache sucht, bewundere ich die alten Grabkreuze… auch ein Gedenkstein für Kaiser Franz Josef I. ist vorhanden…

Der Weg führt noch eine Weile gen Osten, fast immer knapp am Waldrand entlang.

Unterhalb des Kienbergs erreichen wir die Abzweigung, die auch unseren Umkehrpunkt darstellt. Nun geht es ein wenig aufwärts…

Mit dem Höhengewinn überwinden wir auch die Tiefnebelgrenze… bald schon leuchtet azurblauer Himmel zu uns nieder, während einige noch tiefer gelegene Bäume im Dunst liegen.

Der Wald hier am Kienberg ist dicht, dennoch scheint hier noch eine vernünftige Forstwirtschaft vorzuherrschen. Der Wald scheint aufgeräumt und gepflegt…

Im Wald hängen noch immer leichte Nebelfelder, aber wir haben die Grenze nun eindeutig überschritten…

An einer schönen Stelle am Kamm des Kienbergs sehen wir das Ausmaß der Wolkendecke… das gesamte Inntal liegt unter dickem, festen Nebel.

Währenddessen sind wir nun in der Sonne angekommen. Das nutzen wir gleich für eine feine Pause mit Jause aus…

Die Sonne wärmt unsere kalten Knochen, und das Gefühl kriecht langsam wieder in die Finger.

Unser weiterer Weg führt über den Kienbergrücken direkt in den Weiler Kienberg. Dort zweigen wir ins Hasental ab.

Und gleich am Anfang gibt es eine große Überraschung… was tun die zwei Kamele hier mitten in Tirol? Lustige Tiere, die uns neugierig betrachten…

Vorbei an den Mooshöfen, die obwohl hier in der Nähe von Innsbruck doch gefühlt extrem abgelegen sind, wandern wir ganz in der Nähe der berüchtigten Teufelsmühle gen Westen.

Der Weg im Hasental wird immer enger, schließlich sehen wir den letzten Reiterhof, der hier versteckt in dem engen Tal liegt.

Nach ein paar Schritten durch den Wald öffnet sich das Tal wieder, ein Schild weist und darauf hin, dass es sich hier um die Hasenheide handelt. Wir stehen bald in der Nähe der Prockenhöfe, die Aussicht auf Innsbruck ist von dieser Stelle immer wieder besonders.

Vorbei am Herzsee, einem ehemaligen Badesee, nun Angelteich erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt.
Eine tolle Wanderung, die wir direkt von zu Hause durchführen konnten. Und obwohl das Wetter nicht so gut war, die Stimmung war es allemal!

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:16 h
Gesamtlänge: 16,93 km
Höhenmeter: 450 hm