Bei bestem Wetter machen wir heute eine meiner geliebten Überschreitungen. Heute sind das Biggi, Doris und ich. Wir starten nach einer kurzen Busfahrt vom Hochrum aus in Richtung Törl, dem Übergang von Thaurer auf Haller Gebiet, bzw. in das Halltal. Aber nun mal von Anfang an…

Von Hochrum steigen wir erst ein Stück durch den Wald, bis wir den Garzanhof erreichen. Dort wandern wir entlang der frisch gemähten Wiesen, bis wir wieder in den Waldsteig einzweigen.

Nun wird der Weg steiler und wir gewinnen stetig an Höhe. Bald schon stellt sich die bekannte und wunderschöne Fernsicht ein.

Tuxer- und Stubaieralpen lachen zu uns herüber, auf den Gipfeln liegt noch einiges an Schnee. Die letzten Meter vor der Thaurer Alm (1.464m) flacht der Weg ab und wendet sich nach Osten.

Die Alm ist, wie nicht anders zu erwarten, „pumpvoll“. Wir hatten aber eh nicht mit einer Einkehr gerechnet, noch haben wir nicht mal die Hälfte des Weges, aber zumindest die meiste Höhe geschafft.

Wir gehen weiter Ostwärts, die Kaisersäule kommt in unser Blickfeld. Auch Diese lassen wir heute links liegen (obwohl sie rechterhand wäre) und streben unserem höchsten Punkt, dem Törl zu.

Dieser Einschnitt zwischen den Bergen wurde früher von den Thaurer Salzknappen auch als Übergang ins Halltal genutzt.

Mühevoll und lange zieht sich der Weg über eine Weide, es ist heiß, aber zum Glück haben wir nun den Aufstieg geschafft.

Direkt beim Übergang steht eine feine Bank im Schatten, auf dieser rasten wir uns aus und genießen den kühlenden Wind, der aus dem Halltal streicht.

Nach einer kurzen Pause wandern wir nun ins wildromantische Halltal, einem meiner Lieblings-Wandergebiete.

Der Weg führt durch die Latschen und ist dementsprechend warm, im Abstieg lässt sich das aber gut verkraften. Die uns entgegenkommenden Wanderer wird´s wohl nicht ganz „wurscht“ sein.

Direkt unter dem Latschengürtel stehen ein paar wunderschöne Lärchen, der Weg führt direkt durch diese Baumgruppe.

Über den oberen Forstweg, den wir bald erreichen, kommen wir zu den Herrenhäusern, letzte Zeugen des 700 jährigen Bergbaus im Halltal. Wie gewohnt besuchen wir auch die Rupertikapelle, um mit Schrecken festzustellen, dass die Decke sehr marode geworden ist und stark durchhängt. Ich bin gespannt wie es hier weitergeht!

Der alte Bau mit der Rupertikapelle gehört dem Absamer Künstler Obleitner, der diesen Platz liebevoll in Schuss hält, so gut er kann.

Das Herrenhaus, der gelbe Prachtbau direkt nebenan, hat seit letztem Jahr einen neuen Besitzer, der hier große Pläne hat. Wollen wir mal schauen, ob das was wird…

Unterhalb der Herrenhäuser zweigt wieder ein kleiner Weg ab, den man fast übersehen könnte… dieser führt uns weiter in Richtung St. Magdalena.

Das feine Gasthäuschen, das schon seit vielen Jahren von der selben Familie betrieben wird, ist eine absolute Empfehlung. Essen, Service, Lage… einfach alles passt hier!

Wir genießen ein gutes Mittagessen, dann wandern wir über den ehemaligen Klosteranger in Richtung Fluchtsteig.

Dieser Weg, Fluchtsteig genannt, ward früher als lawinensichere Auf- und Abstiegsvariante angelegt worden, heute erfreut er sich bei den Wanderern größter Beliebtheit.

Beim Hackl, unserer Endstation hängen wir erst unsere geschundenen Füße ins Kneippbecken, dann suchen wir uns einen Bus, der uns wieder bis nach Innsbruck bringt. Schon bald ist dieser da und wir haben unsere Überschreitung komplettiert.

Wieder haben wir eine wunderbare Tour gemacht. Schon länger wollte ich diese Runde gehen, endlich habe ich es mit feinster Begleitung geschafft!
Tourendaten
Gesamtdauer: 5:27 h
Gesamtlänge: 15,21 km
Höhenmeter: △ 1.156 m / ▽ 1.093 m






















































































































