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211003 Gamskogel (2.659m)

Heute steht eine Tour in den Kalkkögel am Programm. Mit von der Partie sind neben Letu und mir auch noch Michi und David. Um 08:00 Uhr holen wir die Zwei ab und fahren auf der Mautstraße zur Kemater Alm. Noch ist nicht viel los…

Kurz vor Erreichen der Alm sieht man schon das atemberaubende Panorama der Kalkkögel. Dieses Gebirge ist eine geologische Besonderheit in Nordtirol, und für Bergenthusiasten ein schier unerschöpfliches Gebiet.

Von der Kemateralm wandern wir zur Adolf-Pichler-Hütte. Diese ist schon winterfest gemacht, hier wird sich heute keine Einkehr ausgehen…

Über das weite Almgelände, das Vieh ist schon wieder im Tale, wandern wir gen süd-süd-westen zum Seejöchl.

Noch laufen wir im Schatten, es ist kühl und wir brauchen sogar die Jacken.

Es weht ein unguter Südföhn, der gefühlsmäßig immer stärker wird. Wir queren unter der beeindruckenden Riepenwand, der direkte Weg unter der Felswand ist allerdings wegen Steinschlag gesperrt.

Der Weg wird ein wenig steiler, jedoch ist der Pfad gut angelegt und angenehm zu gehen.

Während im Inntal schon die Sonne scheint, halten Ochsenwand, Riepenwand und Seespitze die wärmenden Strahlen effektiv ab.

Erst kurz vor dem Seejöchl (2.518m) bricht der Feuerball durch und wärmt unsere Gesichter. Welch eine Wohltat…

Wir haben erst überlegt, die Schlicker Seespitze zu besteigen, aber da sich der Wind intensiviert hat, beschließen Letu und ich, auf den Gamskogel zu gehen, während Michi und David am eigentlich Ziel festhalten.

Während der Aufsteig zur Seespitze noch im Schatten liegt, haben Letu und ich viel mehr Glück, unser Aufstieg liegt vollends in der Sonne.

Obwohl der Föhn relativ stark ist, ist es in der Sonne gut aushaltbar, dennoch brauchen wir Handschuhe und Kappe, um die Extremitäten warm zu halten.

Der Gamskogel ist ein rechter Steinhaufen, dennoch macht der Aufstieg speziell Letu viel Spaß. Ein markierter Weg führt zwar auf den Gipfel, ist aber nicht nötig, denn gekraxelt werden kann überall.

Schnell haben wir das Gipfelkreuz erreicht, eine großartige Pause geht sich hier allerdings wegen dem „Blasius“ nicht aus.

Kurz unter dem Gipfel finden wir eine kleine leeseitige Nische, die auch noch ein wenig sonnenbestrahlt ist. Hier wird mit Hochgenuss die Jause verzehrt.

Schließlich steigen wir wieder zum Seejöchl ab, von Michi und David ist aktuell keine Spur zu sehen. Also, schlussfolgern wir richtig, müssen sie noch weiter oben sein.

Die beeindruckende Seespitze werde ich wohl nochmals in Angriff nehmen müssen, beeindruckend steht der Zapfen vor mir…

Am Seejöchl verweilen wir nur kurz, es ist auch hier sehr windig. Zumindest sehen wir die zwei Seen, die dem Jöchl wohl den Namen „eingebrockt“ haben.

Wir steigen weiter ab, folgen dem selben Weg, den wir im Aufstieg verwendet haben…

… und erreichen bald wärmere Gefilde.

An den Ufern eines ausgetrockneten Sees pausieren wir und warten auf unsere Mitwanderer. Vor kurzem haben sie sich telefonisch gemeldet…

Bald sind wir wieder vereint und wandern über die Adolf-Pichler-Hütte hinab zur Kemateralm.

Zum Glück hat dieser Platz offen, wir gönnen uns eine kleine Stärkung, während sich der Himmel immer mehr zuzieht.

Das Wetter war heute nicht ideal, aber es blieb trocken und die Fernsicht war in Ordnung. Letu meinte sogar, den Säuling gesehen zu haben, unseren Hausberg in Pflach. Leider kann ich das nicht bestätigen, will es aber auch nicht als unrichtig einstufen. Zumindest die Zugspitze haben wir gemeinsam sicher gesehen.

Danke an die tolle Truppe, es war wieder mal eine feine Bergfahrt mit feinen Leuten.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:48 h
Gesamtlänge: 12,06 km
Höhenmeter: 1.112 m

210912 Sennjoch (2.190m) – Schlick2000

Der letzte Ferientag wollen Letu und ich noch ein wenig an der frischen Luft genießen. Und damit sind wir scheinbar nicht alleine. Als wir zugegebenermaßen recht spät am Vormittag am Parkplatz der Schlicker Bergbahnen ankommen, ist der Parkplatz gut gefüllt. Dennoch finden wir eine Lücke.

Mit der Kreuzjochbahn fahren wir hinauf zum Panoramarestaurant. Dort sehen wir schon aus der Gondel heraus ein paar Paragleiter starten. Das Richtige für Letu…

Unser Weg führt uns vom Berggasthaus am breiten Grasgrat hinauf zum eigentlichen Kreuzjoch. Der Blick über die Kalkkögel ist faszinierend. Die Dolomiten der nördlichen Kalkalpen sind ein sehr eigener Bergstock, bestehend aus altem Sedimentgestein.

Schon nach kurzer Zeit stehen wir am höchsten Punkt unserer Wanderung. Nicht besonders spektakulär, aber dennoch nett.

Am weiteren Weg entdecken wir einen Klettersteig, den wir in naher Zukunft gerne mal machen würden… mal sehen ob und wann sich das ausgeht.

Immer wieder ziehen schnelle Nebelbänke an uns vorbei, die Geschwindigkeit ist überraschend, aber so schnell wie sie da sind, verschwinden sie auch wieder.

Die nächste Erhöhung, die wir betreten, ist das Sennjoch (2.190m).

Ein kurzer Abstieg bringt uns zur heute gut besuchten Sennjochhütte. Hier suchen wir direkt am Eingang einen Geocache „GC7229C FZT – BB08„, der uns beiden ein wenig Nerven kostet, dann aber doch finden können.

Nun gehen wir über das Skigebiet, das hier gar nicht so schlimm ausschaut wie so manch andere Touristenburg im Sommer. Ein wenig Weidevieh ist noch auf der Alm, aber wohl bald werden die Tiere ins Tal getrieben werden.

Die schöne Zirmachalm liegt auf unserem Weg, leider nur im Winter geöffnet. Da müssen wir wohl in der nächsten Saison mal vorbeischauen.

Die Schlick hat wirklich für jeden was, viel Angebote gibt es für Kinder. Dazu zählt auch der Naturlehrpfad, der einige alpen-spezifische Details gut erklärt.

Kleine und größere Kletterfelsen locken Letu immer wieder vom Wege ab, während dessen nutze ich die Zeit, so manche Frage für einen Multicache zu beantworte. Schlussendlich kann ich auch den Geocache „GC4EH8B richtig oder falsch!?!“ unter einem Felsen finden.

Kurz vor der Schlickeralm finden wir noch eine Wasserrad-Konstruktion, die unserer genaueren Inspektion bedarf. So ein Mühlenrad würde ich auch gerne mal bauen… das würde mich echt interessieren.

An der Schlickeralm angelangt, lässt sich der touristische Charakter dieses Gebietes nicht mehr verleugnen. Riesengroß ist dieser Bau, mit allen möglichen Nebengebäuden und einem gemütlichen Kinderspielplatz.

Am Besinnungsweg sammeln wir nochmals unsere Kräfte, damit wir uns für das eigentliche Highlight vorbereiten können.

Immer wieder neue Aufgaben kommen auf uns zu, ein recht schöner Weg, wie ich zugeben muss.

Schließlich erreichen wir den Panoramaweg und da in der Nähe den Einstieg in den Scheibenweg. Letu hat es schon fast nicht mehr erwarten können…

Schon an der Talstation haben wir uns eine „Scheibe“ gekauft, diese kann nun über Bahnen und verschiedene Hindernisse wieder ins Tal gerollt werden.

Kurzweilig vergeht dieser Abschnitt der Wanderung, so manches Hindernis ist richtig lustig, wenn gleich die ganze Anlage auch wieder für die kleineren Kinder gedacht ist.

An der Fronebenalm (1.306m) kehren wir ein, leider sind wir zu spät und bekommen kein Essen mehr, die Küche ist geschlossen. Dafür schmeckt das Kaltgetränk auch sehr gut.

Während Letu den Berg ein kurzes Stück hinauf läuft, um die Gondel ins Tal zu nehmen, versuche ich, in der gleichen Zeit zu Fuß ins Tal zu kommen.

Ohne lange um den heißen Brei zu reden, Letu hat gewonnen, allerdings waren es nur ein paar Minuten, die uns getrennt hatten. Überrascht blicke ich auf den nun fast leeren Parkplatz.

Eine tolle Wanderung, wir haben auch ein paar Caches gefunden. Es war super, und das Wetter war sehr fein. Gerne immer wieder…

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:15 h
Gesamtlänge: 12,45 km
Höhenmeter:
– Aufstieg 339 m
– Abstieg 1440 m
Geocaches: 6 Stk.

210821 Weißstein (2.640m), Rosskogel (2.646m) ✨

Endlich schaffe ich eine Tour, die ich mir schon lange vorgenommen habe. Meinen Namensberg, Weißstein, zumindest fast… und den Rosskogel, den ich zu HTL Zeiten einmal von Oberperfuss begangen bin. Ich starte meine Tour am großen Parkplatz „Stieglreith“, hoch über Oberperfuss.

Es ist noch früh, dennoch steht die Sonne schon hoch am Himmel. Der Parkplatz ist gut besucht. Über die Skipiste geht der erste Teil des Weges, bald erreiche ich die Rosskogelhütte

An der Hütte vorbei ist mein nächstes Ziel das Rangger Köpfl…

…zuerst über die Skipiste…

… mit wunderschönen Blicken ins Inntal. Leider ist es diesig, und damit ist die Fernsicht gerade nicht so gut.

Bald rückt mein zweites Tourenziel ins Blickfeld, der Rosskogel. Erinnerungen an den Ewigkeitshatsch vor fast 30 Jahren kommen hoch.

Am Ranggerköpfl mache ich eine kurze Rast, und suche gleich einen Geocache, den ich rasch finde.

Die Aussicht auf das Inntal und die Hohe Munde bringen die nächsten guten Erinnerungen, die Tour mit Michi und Konrad, wieder zum Vorschein.

Da ich heute eine Überschreitung geplant habe, zweige ich beim Krimpenbachsattel (1.896m) Richtung Hundstalsee ab.

Am Schützensteig wandere ich hoch über der Inzinger Alm. Der Steig ist gut angelegt, manchmal ein wenig steil, aber gut begehbar. Da ein großer Teil dieses Abschnitts noch im Schatten liegt, und das Gras hoch steht, sind meine Hosenrohre bald „soachnass“.

Am Ende des Schützensteiges ist das Gras dann zum Glück nicht mehr so hoch und die Sonne scheint wieder auf den Weg. Bevor ich auf den Steig ins Seeloch abzweige, passiere ich noch einen schönen Bach…

… und eine verfallene Schafhütte. Nun sehe ich den weiteren Weg. War der Schützensteig fast eben vom Krimpenbachsattel bis zur Schafhütte, steilt der Weg nun wieder auf.

War ich bis jetzt alleine auf meiner Wanderung, gesellen sich nun ein paar Gruppen dazu, die alle Richtung Hundstalsee wandern.

Der Seebach sprudelt lustig vor sich hin und verführt mich zu dem Glauben, gleich mal am See zu sein. Leider weit gefehlt…

Nachdem ich den ersten Kessel hinter mir habe, sehe ich die nächste Steilstufe vor mir. Von See keine Spur weit und breit. Erst von oben offenbaren sich zwei Lacken.

Nach der zweiten Steilstufe erreiche ich den Hundstalsee mit dem berühmten Apollontempel. In 20 Jahren Bauzeit wurde dieser, dem griechischen Gott der Künste, von zwei tiroler Künstlern erbaut.

Der Platz ist malerisch, der Tempel auch… wenngleich das Bauwerk nicht immer gerne gesehen wurde. Sogar Gerichtsverhandlungen wegen unerlaubtem Aufstellen eines Bauwerks wurden gefochten. Schlussendlich wurde zugunsten der Künstler entschieden.

Vom See steige ich nun weiter auf, in die sogenannten Gruben. Eine richtige Mondlandschaft, die Wegfindung ist hier mehr als schwierig. Zum Glück gibt es Steinmander und ein paar Markierungen, die allerdings gesehen werden wollen.

Oben am Sattel angelangt, rückt das erste Mal der Weißstein in mein Gesichtsfeld. Ein wahrlich schroffer Zacken. Von hier schaut er nicht leicht besteigbar aus.

Zuerst muss ich wieder ein paar Höhenmeter absteigen, dann geht es wieder aufwärts. An der südlichen Mauer vorbei kommt der Einstieg in Sicht.

Eine Tafel warnt vor dem unbedachten Einstieg: „Weisstein – Gipfelanstieg sehr schwierig“. Das verspricht spannende Minuten. Die ersten Schritte sind schnell absolviert, dann muss ich eine erdige Rinne hochklettern.

Nicht immer ganz angenehm, aber dennoch gut machbar erreiche ich wieder einfachere Passagen. Eingeklebte Standhaken sind für schwächere Gipfelaspiranten vorhanden.

Schwere und leichte Passagen wechseln sich ab, einzig die erdigen Stellen machen keinen Spaß. Wahrscheinlich hat der letzte Starkregen hier seine Signatur hinterlassen, denn der Weg schaut nicht ganz „original“ aus.

Immer höher steige ich auf, bald kommt das Gipfelkreuz in Sicht. Nur noch kurze, relativ leichte Kletterstellen müssen bewältigt werden.

Vor dem Gipfel sind auch Seile eingebaut, die den Aufstieg erleichtern. Hier ist der Fels kompakt und gut zu erklettern. Genuss pur.

Dann stehe ich auf „meinem“ Berg, dem Weißstein. Weissensteiner steht auf Weißstein, geht mir als nicht-reimender Reim durch den Kopf… und heute kann ich den Gipfel sogar für mich alleine genießen.

Die Aussicht ist fantastisch, die schlechte Sicht vom Morgen ist vergessen, es ist warm, fast windstill, also so gut wie perfekt.

Ich bleibe eine kurze Zeit auf dem Gipfel, will aber, weil noch „warm“, gleich weiter klettern, denn der Weg zum Rosskogel hat noch ein paar pfiffige Stellen parat, denke ich mir.

Weit gefehlt, die Überschreitung zum Rosskogel ist am Anfang anregend, aber nicht schwer, die Wegfindung auch sehr gut. Und je näher ich dem Nachbarn komme, desto einfacher wird der Weg.

Der Weg führt meist südwärts in den Grashängen, vorbei an Schafen zum sanften Nachbarn.

Ein Blick zurück offenbart die Ostseite des Weißsteins. Ein schöner Berg, finde ich.

Ein ungleiches Paar, die zwei Bergnachbarn. Während der eine, gerade bestiegene, steil, schroff und abweisend wirkt, ist der Rosskogel ein wahrer Kogel… rund, sanft, leicht zu besteigen. Dementsprechend mehr Leute treffe ich hier.

Der Abstieg vom Rosskogel ist aktuell nur über die Ostseite möglich, am Nordgrat ist ein Wegstück abgebrochen, daher ist der Weg nicht begehbar.

Über den Ostgrat erreiche ich einen großen Wegweiser, der mich weiter über das Schartl in die Weite Grube führt.

Hier wird die Landschaft grüner, perfekte Almgründe mit viel Vieh. Immer mehr Almen, ja richtige Almdörfer sehe ich.

Auch hier finde ich wieder verfallene Gebäude, sehr zu meinem Gefallen…

Je tiefer ich komme, desto üppiger werden die Wiesen.

Wobei meine Vermutung ist, dass hier die meisten Almen mittlerweile nur noch dem Vergnügen dienen und nicht so sehr der Landwirtschaft…

Der Steig entlang der ganzen Hütten, immer mit toller Aussicht auf das Unterinntal, ist wunderschön und ein toller Abschluss.

Ein weiteres Ziel von mir sehe ich ganz am Schluss, den Großen und Kleinen Solstein, die auch noch auf eine Besteigung meinerseits warten.

Die letzten Meter steige ich wie in der Früh über die Piste ab, hoch über mir kutschieren die Gondeln Gäste hoch in Richtung Rosskogelhütte.

Nach über 6 Stunden, ohne große Pausen, außer jener am Rosskogel, bin ich froh, wieder am Ausgangspunkt zu stehen. Und zufrieden mit der schönen Runde bin ich allemal.

Tourendaten
Gesamtdauer: 6:40 h
Gesamtlänge: 20,44 km
Höhenmeter: 1.741 m

210626 Pfrimeswand (2.103m)

Eine Wanderung, die mir schon länger im Kopf spukt, ist eben jene, die ich heute verwirkliche. Gestartet wird in Mutters, geendet in Axams. An- und Rückfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ich möchte versuchen, in Zukunft öfters Zug und Bus zu verwenden, damit ich einen Betrag leistet kann, dass die nächsten Generationen auch noch eine so tolle Natur genießen können.

Von Aldrans fahre ich mit dem Postbus bis Innsbruck, dann weiter mit der schönen Stubaitalbahn nach Mutters. Dort sattle ich schlussendlich noch auf die Mutterer Bergbahnen um, den Luxus eines verkürzten Aufstiegs gönne ich mir heute dank Freizeitticket.

Obwohl ich einer der ersten bin, die mit der Bahn hochfahren, ist dennoch auffällig, dass hier mehr Downhiller unterwegs sind als Wanderer.
Obwohl das Wetter mild ist, umfängt mich bei der Bergstation gleich eine dichte Nebeldecke.

Der Nebel bleibt heute mein Begleiter, zwar reißen die Wolken immer wieder auf, aber genauso plötzlich ist wieder Null Sicht.

Mir gefällt dieses Schauspiel sehr gut, denn es verzaubert die Landschaft in einer Art und Weise, die man eben nicht jeden Tag erlebt. Schönstes Sommerwetter ist toll auf dem Berg, aber oben Blau und unten Felsig kann auch eintönig werden…

… da bringt der Nebel bzw. die Wolken ein wenig Pepp in die Geschichte.

Die erste Station, die ich erreiche, ist der Pfriemeskopf (1.887m), ein unscheinbarer Gupf, zumindest von hier oben gesehen. Wesentlich imposanter ist da mein zweites Ziel, die Pfriemeswand. Unnahbar erhebt sich dieser Block von meinem Standort.

Bedingt durch den Nebel ist der Boden sehr feucht. Nicht, dass es mich stören würde, im Gegenteil. Ich bewundere auf dem Weg ein paar Frauenmäntelchen mit schönen Wasserperlen, die den Pflanzen noch eine Krone aufsetzen.

Dass man ein Ziel immer von mehreren Seiten anschauen und auch angehen kann und sollte, prägt sich mir hier bei der Pfriemeswand wieder ein. Während die Nordwestseite unnahbar amzusehen war, ist der Aufstieg von der Südseite ein breiter Pfad ohne Schwierigkeiten.

Breit zieht sich der Weg auf dem Rücken hin zum Gipfelkreuz.

Ein Blick zurück eröffnet mir den Blick auf die Saile, die sich gerade aus dem Dunst schält. Obwohl es mich reizt, dort rauf zusteigen, ist meine Route heute eine Andere. Die Saile kommt ein andermal dran!

Auf den letzten Metern zum Gipfel der Priemeswand (2.103m) kann ich blühende Almrosen bewundern, die in kräftigem Rot leuchten.

Am Gipfel mache ich eine Rast, viel Andrang scheint hier nicht zu sein. Ein Solist, gleich wie ich und eine Familie sind noch zugegen. Ich setze mich zum Gipfelkreuz, der einzelne Wanderer macht ein Foto von mir, dann ziehe ich weiter…

Mir gefällt es hier ausgesprochen gut, was teilweise am Nebel liegen könnte.

Ein Blick zurück zur Pfrimeswand offenbart einen einfachen Grashang mit Latschen, nicht das grimmige Nordgesicht vom Morgen.

Ins Tal blickend zeigt mir die Aussicht Teile meines weiteren Weges. Da ich dank Öffis nicht mehr zum Ausgangspunkt zurück muss, werde ich nach Axams absteigen.

Einen weiteren Gipfel nehme ich auf dem Weg mit, die Zwölferspitze (2.098m). Durch ein paar sehr schöne Alpenblumenwiesen erreiche ich dieses Kreuz.

Auch hier verweile ich nicht lange, weiter geht es zum Birgitzköpflhaus. Meine kurze Überlegung, hier einzukehren, verwerfe ich, als ich das Schild „Selbstbedienung“ lese. Wenn schon, dann möchte ich mich einfach setzten und was bestellen…

Die folgende Gegend ist mir nun von einigen Skitouren bekannt. Das Birgitzköpfl (1.982m) habe ich schon einige Male mit Ski besucht, aber noch nie im Sommer. Und ich muss sagen, auch wenn die Wege sehr einfach sind, macht es dennoch Spaß, in dieser großartigen Landschaft zu wandeln.

Im Gegensatz zum Beginn meiner Wanderung sind hier nun schon viel mehr Leute am Weg. Am Gipfelplateau mache ich eine Jause, mit mir ungefähr 20 andere Wanderer. Aber Platz ist hier ja genügend…

Während ich meine Brotzeit genieße, öffnet sich plötzlich der Blick auf die Kalkkögel, die Dolomiten Nordtirols. Ampferstein, Marchreisen-, Malgrubenspitze und Steingrubenkogel warten auf einen neuerlichen Besuch meinerseits!

Ich wandere zur Birgitzer Alm, dort gönne ich mir ein Getränk im Schatten, bevor ich den Abstieg nach Axams in Angriff nehme.

Entlang der Skipiste, die mir im Winter verständlicherweise viel kürzer (da Skiabfahrt) vorkommt, erreiche ich den Adelshof.

Ab hier führt ein steiler Pfad durch Wald weiter hinunter ins Tal.

Es ist nun recht heiß geworden, die Wolken haben sich zurückgezogen und es ist durchwegs sonnig.

Der Blick über das westliche Mittelgebirge, mit der Hohen Munde und dem Mieminger Gebirge im Hintergrund, der Martinswand im Vordergrund beeindruckt mich immer wieder.

Im Ortsgebiet von Axams führt ein gut beschilderter Weg zum Ortszentrum. Ich erreiche die Bushaltestelle exakt drei (3) Minuten bevor der Bus einfährt. Das nenne ich eine Punktlandung.

Das war wieder einmal eine feine Wanderung, die ich mir schon länger vorgenommen hatte und nun endlich verwirklicht habe…

Tourendaten
Gesamtlänge: 11,56 km
Gesamtdauer: 3:10 h
Höhenmeter: 650 m (rauf) / 1.365 m (runter)

210228 Rötenspitze (2.481m) ✨

Es gibt Touren, da geben sich der Zufall und Fortuna die Hand und heraus kommt so was wie heute…
Wolfi und ich haben ausgemacht, eine gemütliche Firntour auf den Leitnerberg zu machen. Als wir dort ankommen, stellen wir fest, dass die ersten 100 Höhenmeter kein Schnee mehr liegt. Nach kurzer Beratung fahren wir weiter ins hintere Obernbergtal zum Gastaus Waldesruh. Die Alternativroute führt auf die Rötenspitze…

Vom Parkplatz folgen wir erst einer eisigen, aber durchgängigen Schneebahn flach ansteigend zur Lärchenwälder. Schon bald kommt die Sonne raus und taucht die Landschaft in schönstes Licht.

Der Aufstieg über die Forststraße ist angenehm zum Aufwärmen, nach ein paar Kehren erreichen wir die kleine Kastenalm. Hier erkenne ich das erste Mal, wie viel Schnee hier noch liegt, trotz der letztens hohen Temperaturen.

Bei der Kastenalm zweigt der Weg nun ins Gelände ab, wir entledigen uns unserer Jacken, denn in der Sonne ist es jetzt schon angenehm warm.

Bald über der Alm erreichen wir schönen Skihänge, die von der Rötenspitze herunter ziehen. Die Vorfreude ist bei diesem Anblick groß, der Weg allerdings auch noch lang.

Mit jedem Höhenmeter wird das Panorama besser, im Obernberger Talschluss sehen wir einige bekannte Ski- und Kletterberge.

Den Kamm nach Nordosten schauend sehen wir den Leitner- und Eggerberg, zwei weitere einfache, aber lohnende Skiberge, wenn denn genug Schnee liegt.

Zivilisationsspuren vom Almsommer sind iimmer wieder zu sehen, ein Stück müssen wir an einem Zaun entlanglaufen, das müssen wir für die Abfahren merken und ein wenig Acht geben.

Im Talschluß liegt der Obernbergersee, dahinter Grubenkopf, Geierkragen, Hoher Lorenzen, und ein wenig vorgelagert die Allerleigrubenspitze.

Der Weg wird nun steiler, der Schnee ist noch recht hart, daher muss ich die Ski schön aufsetzen, um das kraftraubende Rutschen zu vermeiden.

Kurz vor einem steileren Stück montiere ich dann doch die Harscheisen, damit ist das gehen dann um einiges leichter und angenehmer.

Die Spur ist schön angelegt, hier passt alles, auch die Steigung, dennoch ist das Gelände jetzt so steil, dass wir Spitzkehren machen müssen. Eine wunderbare Übung…

Hinter einer der letzten Kuppen erblicken wir schließlich den Gipfelhang. Hier zieht nochmals eine steile Spur im Zickzack empor, die wir noch meistern müssen.

Kurz vor dem Gipfel ist fast kein Schnee mehr, die Ski kommen bei mir auf den Rucksack und die letzten Peter gehe ich zu Fuß empor. Wolfi ist da schon härter, er geht auch den letzten Meter mit Ski zum höchsten Punkt.

Hier machen wir nun eine Pause. Erst fast alleine, füllt sich das Gipfelplateau innerhalb weniger Minuten… woher kommen die ganzen Leute, frage ich mich.

Aber die Ansammlung ist nicht störend, wir genießen unsere Brotzeit und die Aussicht auf die wunderschöne Bergwelt.
Prominent lacht im Südosten der Olperer mit Fußstein und Kraxentrager zu uns herüber. Die Aussicht ist heute phänomenal, keine Wolke oder Schliere beeinträchtigt die Sicht.

Dann scheint die Zeit für die Abfahrt gekommen zu sein, der Schnee „firnt auf“, wir ziehen uns an und dann sausen wir den ersten Hang hinunter. Wir wollen ja den richtigen Zeitpunkt nicht missen…

… doch was ist das? Der Schnee ist noch pickelhart, gut zu fahren zwar, aber wir wollen Firn. Also machen wir nochmals eine kurze Pause und lassen eine Viertelstunde vergehen. In der Sonne lässt es sich schon aushalten.

Der zweite Versuch ist nun schon um einiges besser, der Schnee ist weich und wir können ein paar schöne Bögen ziehen.

Ein paar der tiefen Spuren vom Vortag sind noch hart gefroren und bringen mich das eine oder andere Mal aus dem Konzept. Aber die Fahrt macht einfach nur Spaß…

Im Mittelteil stellen wir zwei Nassschneelawinen vom Vortag fest, da wollen wir aber gar nicht hin, zu Steil wäre das Gelände dort…

Hänge mit feinem Firn lassen uns jubeln. So sollte wohl jeder Skitag sein.

Das beste Stück finden wir im lichten Lärchenwald. Unverspurter Schnee mit einer butterweichen Firnauflage, wunderbar!

Als Belohnung müssen wir nun ein paar Höhenmeter zu Fuß rauf laufen zur Kastneralm, aber das hat sich auf jeden Fall gelohnt! Die Abfahrt war der Hammer.

Direkt oberhalb der Kastenalm erreichen wir den Forstweg, der uns nun nach unten bringt. Hier im Wald scheint selten die Sonne, daher ist der Weg auch richtig hart.

Erst kurz vor dem Parkplatz wird der Schnee nochmals weicher.

Wir haben unser (nicht geplantes) Ziel erreicht, dafür haben wir uns ein Bier verdient… Beim Gasthaus Waldesruh gibt es Coronaüblich Take-Away. Glücklich setzen wir uns in die wärmende Sonne und quatschen über Gott und die Welt. Eine wunderbare Tour mit toller Gesellschaft. Mögen noch viele solche Ausflüge kommen!

Tourendaten
Gesamtlänge: 12,21 km
Gesamtdauer: 4:26 h
Höhenmeter: 1.074 m
Lawinenwarnstufe: 2 (Vormittags: Gleitschnee)

210216 Birgitzköpfl (1.982m)

Es ist schon wieder eine Zeit her, dass Michi und ich was unternommen haben, daher beschließen wir spontan, auf das Birgitzköpfl zu steigen. Direkt nach der Arbeit fahren wir Richtung Axamer Lizum, zum Parkplatz Adelshof. Es ist, obwohl schon Nachmittags, noch recht viel los, wir finden dennoch rasch eine Parklücke.

Überraschend viel Schnee liegt hier noch, die Aufstiegsspur ist vom Parkplatz weg gangbar, einzig das Ende der Rodelbahn sieht recht eisig aus. Der erste Teil des Aufstiegs erfolgt im Wald, dann öffnet sich eine Schneise, an der wir entlang aufsteigen.

Nachdem wir ein schönes Wegkreuz bei einer größeren Lichtung passieren, stehen wir bald vor der Birgitzer Alm. Hier ist der Start der Rodelbahn. Auch heute sind wieder ein paar Leute aufgestiegen, um sich an der Alm per TakeAway zu laben und dann die rasante Abfahrt zu genießen.

Unser Weg führt uns weiter, direkt nach der Alm über offenes Gelände dem Gipfel entgegen.

Das Wetter ist heute „komisch“, eine Mischung aus allem, man kann nie genau sagen, was als nächstes kommt… zumindest geht kein Wind und es ist relativ lau.

Am Gipfel angekommen, werden wir Zeugen eines wunderbaren Schauspiels. Die Sonne zaubert, dank des wolkigen Himmels, schönste Muster in die Landschaft.

Die Berggipfel leuchten Rot, die Sage von König Laurin mit seinem Rosengarten kommt mir in den Sinn. Leider kann meine kleine Wunderkamera vom Smartphone diese Eindrücke nicht einfangen, so muss ich mir das Gesehene einfach einprägen.

Gegen Südwesten sehen wir die Kalkkögel mit Ampferstein und Marchreisenspitze.

Und auch die Nockspitze mit der berühmten Mairrinne lacht zu uns her.

Klarerweise sind wir nicht alleine auf diesem beliebten und zugegebenermaßen leichten Berggipfel. Der Platz um das Gipfelkreuz ist allerdings so großzügig bemessen, dass da noch viele Menschen „corona-gerecht“ untergebracht werden könnten…

Das Schauspiel, besonders beim Karwendel, will einfach nicht abreißen. Während unsere Gipfelkameraden nach und nach ins Tal abfahren, bleiben wir noch stehen und genießen das Naturschauspiel…

Schlussendlich leuchten nur noch die Namhaften an der Nordkette (Inntalkette und Gleiersch-Halltal-Kette): Hoher Gleirsch, Praxmarerkar-Spitze, Bachofenspitze, Großer Lafatscher, Speckkarspitze und zu guter Letzt, der mächtige Bettelwurf mit der Walderkamp-Spitze.

Im Unterland zieht der Nebel ins Inntal, die Dämmerung bricht herein und wir beschließen, zumindest noch einen Teil der Abfahrt bei Tageslicht zu absolvieren.

Die Abfahrt geht flott von Statten, einzig am Schluss gönnen wir uns einen Schnitzer bei der Abfahrt, wählen kurzerhand die falsche Piste und landen ein Stück über dem Parkplatz an der Straße. Trotzdem erreichen wir dank guter Schneelage den Ausgangspunkt mit den Brettern an den Füßen.

Tourendaten
Gesamtlänge: 7,23 km
Gesamtdauer: 2:00 h
Höhenmeter: 619 m
Lawinenwarnstufe: 2 (Triebschnee, Altschnee)

201010 Obernberger See

Samstag ist Wandertag, wie so oft. Leider hat der Wetterbericht das Aufkommen einer Kaltfront am Nachmittag prognostiziert, daher werden unsere Tourenpläne an die Gegebenheiten angepasst. Statt zum Lichtsee wandern wir nun zum Obernbergersee…

Vom Parkplatz in Obernberg starten wir unseren Spaziergang. Wir wählen den Zustieg über die Rodelbahn, im Abstieg werden wir dann über die Wiesen wandern.

Die urige Unterreinsalm (1.486m) säumen den Weg hinauf zum See, den wir nach kurzer Zeit erreichen. Gleich am Anfang stehen wir vor dem alten Gasthaus „Obernbergersee“ (1.600m), das leider nicht mehr bewirtschaftet ist und sich in einem erbärmlichen Zustand befindet.

Das Wetter ist traumhaft, fast wolkenlos zeigt sich der Himmel und dementsprechend schön spiegel sich die schneebedeckten Berge im See. Wir können uns fast nicht sattsehen.

„Maria am See“, die kleine Kapelle liegt wunderschön auf einer kleinen Insel, dem Ergebnis eines Felssturzes vom „Kleinen Tribulaun“. Auf diesen schönen Flecken kommt man von der Ostseite aus über einen kleinen Holzsteg.

Wir steigen die paar Meter hinauf zu dem schönen Gotteshaus. Unterwegs finden wir einen geschnitzen Jesus an einem Baum hängen, eine kleine, aber feine Arbeit eines Künstlers.

Vom Hügel aus sieht man sehr schön auf den südlichen, größeren Teil des Obernberger Sees.

Nach Norden geschaut sieht man wieder das Gasthaus, an dem wir zu Beginn vorbeigekommen sind.

Wir nehmen nun den westlich gelegenen Steig zurück zum Gasthaus, einige schöne Buchten und ein Geocache liegen auf dem Weg.

An einer gemütlichen Uferstelle machen wir eine Pause, die Kinden spielen mit Flipsteinen, während ich den nächsten Geocache suche. Die Kombination aus frischem Schnee in der Höhe, herbstlichen Farben und dem noch relativ guten Wetter verleihen der Szenerie eine besondere Stimmung…

Zurück beim Gasthof sehen wir am Himmel die ersten Wolken aufziehen, die Kaltfront erreicht uns bald.

Den Abstieg bestreiten wir über den Wiesensteig…

… vorbei an der Oberreinsalm, die einen schönen Ausblick ins Obernberger Tal hat.

Auch diese Alm ist sehr urig, Wohnen ist allerdings bestimmt mit vielen Komforteinbussen verbunden.

Schlussendlich sehen wir schon fast wieder unseren Ausgangspunkt, mit der Rodelbahn. Schönes Skigelände, das ich noch von einer Skitour auf den Grubenkopf kenne, liegt vor uns… allerings (und Gottlob) noch ohne Schnee.

Im Wald zweigen wir nochmals vom Normalweg ab, und besuchen einen Weiher im Wald und auch noch einen letzten Geocache für heute.

Eine wunderschöne Tour, die sich auch wettertechnisch genau ausgegangen ist. Am Parkplatz sehen wir schon über uns eine geschlossene Wolkendecke. Unterwegs, auf Höhe von Steinach am Brenner beginnt es zu regnen… der Wetterbericht war sehr genau!

Tourendaten
Gesamtlänge: 6,93 km
Gesamtdauer: 2:50 h
Höhenmeter: 346 m

200731 Hoadlrunde (2.340 m)

Der Wetterbericht hat einen warmen Tag prognostiziert und ich möchte unbedingt vor dem Wochenende noch eine Tour machen. Was ist da besser als vor der Arbeit noch eine schnelle Runde zu gehen.
Die Wahl fällt auf die Hoadlrunde (Axamer Kögele, Pleisenspitze und Hoadl), die im Gegensatz zur Saile/Nockspitze nicht so überlaufen ist.

Ich starte vom Parkplatz „Axamer Lizum“, bis zur Bärenhütte nehme ich die Forststraße. Es ist noch stockfinster und ich benötige die Taschenlampe.
Ich kenne mich auf dieser Seite nicht gut aus, bin heute das erste Mal hier und da möchte ich ungern irgendwo im Wald falsch abzweigen 😁. Daher Forststraße… die ist nicht zu übersehen.

Rasch mache ich Höhe, bald schon kommt der erste Silberstreif am Horizont. Nach einer guten Stunde erreiche ich das Axamer Kögele (2.097 m). Hier sitzen schon zwei junge Frauen, eingehüllt in einer Decke und warten auf den Sonnenaufgang. Ich schnappe mir den Ersten einer Reihe von Geocaches hier auf dem Hoadlkamm, dann wandere ich weiter.

Bald steig der warme Sonnenball am Horizont auf, ziemlich genau an der Pleisen (2.236 m) habe ich einen wunderschönen Ausblick auf das Spektakel. Ich weiß nicht, wie viele Sonnenauf- und Untergänge ich schon gesehen habe, aber jedes Mal wieder finde ich das wunderschön.

Das bekannte Skigebiet ist jetzt in goldenes Licht getaucht, im Hintergrund strahlen die Kalkkögel, eines meiner Lieblingsgebiete und locken mich wieder… heuer habe ich es noch kein einziges Mal hier her geschafft.

Direkt vor mir liegt eine der vielen Bausünden der Axamer Lizum. Das Hoadlhaus auf dem Gipfel des gleichnamigen Berges. Auf der einen Seite ist man ja froh um die Infrastruktur im Winter beim Skifahren… da muss man schon fair bleiben. Andererseits ärgere ich mich immer wieder über solche Klötze, die so gar nicht in mein Naturverständnis reinpassen wollen.

Rückblickend sehe ich nochmals auf den Hoadlkamm, im Hintergrund die Pleisen. Die Sonne ist nun schon ein gutes Stück über dem Horizont und langsam aber sicher steigen die Temperaturen…

Nach ca. 2:30 h erreiche ich die höchste Erhebung, den Hoadl. Das ist eigentlich eine recht lange Zeit, aber in dieser Zeit musste ich auch schon 9 Geocaches suchen, und nicht alle waren gleich gefunden… also eigentlich doch recht flott 😊.

Am Hoadl verweile ich kurz und schaue mich um. Die Aussicht, wenn man die Spuren des Skigebiets ein wenig ausblendet, ist umwerfend. Speziell die Kalkkögel mit Ampferstein, Marchreisenspitze, Malgrubenspitze, Hochtennspitze, Steingrubenkogel lassen mich von weiteren Touren hier träumen.

Den ersten Teil des Abstiegs absolviere ich auf der sogenannten Damenabfahrt, zu Fuß. Immer wieder höre ich Pfiffe von Murmeltieren, dann sehe ich die ersten Nager schon… und diese kann man fast nicht übersehen… überall laufen die putzigen Tiere herum.

Der Himmel ist nun strahlend blau, das Licht hat sich verändert, vom goldigen Hauch gleich nach dem Sonnenaufgang ist jetzt ein hartes Licht geworden…

Die Sicht ist gut und die Berge heben sich plastisch hervor. Da wünschte man sich fast eine gute Spiegelreflex zur Hand… 😁

Der Abstieg über die Piste geht zwar schnell, ist aber nicht unbedingt spannend. Da bin ich schon froh, als der Pfad plötzlich nach links abzweigt und auf der orographisch linken Seite des Bächleins gemütlich ins Tal führt.

Schlussendlich erreiche ich zufrieden wieder den Parkplatz, auch hier muss ich immer ein wenig nachdenken. Hotel Olympia, ein wahrlich besonderer Bau… ob er jedem gefällt, ist eine andere Frage. Auch einer jener Bausünden, die ich Eingangs erwähnt hatte…
Schlussendlich muss ich sagen, dass das eine feine runde zum Frühstück war… mir hat es sehr gut gefallen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:38 h
Gesamtlänge: 11,41 km
Höhenmeter: 1.012 m

200618 Rauher Kopf (2.308m) und Brechten (2.419m)

Heute bin ich mal alleine am Weg, es ist wieder Zeit für eine ausgedehntere Tour. Ein Ziel, das mir schon öfter auf- und eingefallen ist, ist der Rauhe Kopf, bei Inzing. Normalerweise bekannter im Winter als längere Skitour, ist er auch im Sommer für seine Aussicht bekannt. Ich fahre von Inzing ein Stück den Berg hinauf und parke im Weiler Hof, den ich vor kurzem schon mal besucht hatte…

Blick auf Hof

Zuerst muss ich eine Asphaltstraße entlanglaufen. Nicht gerade ein super Start, denke ich mir, als ich plötzlich „etwas“ über die Strasse hüpfen sehe… bei einer genaueren Nachschau entdecke ich einen Buntspecht, der gerade fliegen lernt… aber es eben noch nicht kann. Ich kann das kleine, hilflose Tier auf einen Baum lotsen, bevor Nachbars Katze angerannt kommt.

Kurz nach der netten Begegung mit dem Specht zweigt ein steiler Steig von der Straße ab, das soll nun mein weiterer Weg sein. Ziemlich gerade zieht der Steig, steil und ohne Pause über schöne Felder und vorbei an alten Städeln.

Schöne Aussicht

Immer wieder fällt mir heute die wunderschöne Natur auf, die überall allgegenwärtig ist. Grillen, Schmetterlinge, Eichhörnchen…

… und bunte Wanderer. Von denen ich aber heute das einzige Exemplar bin. Keine Menschenseele begegnet mir auf dem Anstieg.

Seltene Spezies

Einmal nehme ich eine „falsche“ Abzweigung und muss mich richtig steil hochplagen, als ich den Pfad wieder erreiche bin ich verschwitzt, aber froh.

Endlich wieder am richtigen Weg…

Bei der Archbrandalm (1.696m) mach ich eine kurze Pause und geniee die Aussicht. Und die ist heute trotz oder eben wegen der schönen Wolken wunderbar. Leider zieht manchmal eine Nebelbank ein und versperrt wieder die Sicht ins Inntal.

Archbrandhütte

Ein wenig oberhalb der Hütte befindet sich das schöne Jugendkreuz (1.960m), von dem aus auch eine grandiose Aussicht versprochen wird, wenn nicht gerade Nebelwolken vor dem Kreuze ziehen… ich bin jedoch dankbar, denn die Stimmung ist wunderschön.

Jugendkreuz

Nun wird die Vegetation ein wenig karger, waren hier noch ein paar Almrosen zu sehen, die gerade anfangen zu blühen, ist kurz nach dem Kreuz die typische Bergwiesen mit kurzem Gras, von Fern höre ich immer wieder Gebimmel… von Schafen.

Nun kommt auch mein Ziel in Sicht, das Gipfelkreuz des Rauhen Kopfes (2.308m). ein kurzes Stück muss ich noch über einen einfach Wiesengrat laufen, dann habe ich mein erstes Ziel erreicht. Den Geocache am Gipfel finde ich auch gleich mal, der wurde schon über ein Jahr nicht mehr gelogged.

Blick auf das erste Ziel (Rauher Kopf)

Leider ist die Aussicht nicht so toll, daher mache ich mich gleich auf zum Nachbargipfel, dem Brechten (2.419m). Auch hier ist der Weg sehr einfach, einzig eine Herde Schafe macht mir sorgen. Nicht, daß die Tiere in irgendeiner Art und Weise gefährlich erscheinen, das ist es nicht. Scheinbar habe ich ihr Interesse erweckt und sie wollen mich begutachten. Das behagt mir gar nicht, schon mal, vor vielen Jahren, wurde ich von Schafen, die den Salzstein in meinem Rucksack gerochen hatten, bedrängt… und die Tiere können ganz nett schieben…

Blick ins Inntal

Ich schalte einen höheren Gang ein und entkomme den Schafen. Was aber wahrscheinlich nicht an meiner Geschwindigkeit, sondern eher am einsetzenden Desinteresse der Schafe gelegen haben muss.

Aussicht auf den Brechten

Am Brechten stehe ich nur kurz, ein sehr unspektakulärer Berg, mit einem riesigen, grasigen Gipfelplateau…
Im Abstieg steht noch eines der hartnäckigeren Schafe am Horizont und blöckt mir nach…

Gruß vom letzten Schaf

Nach einer Weile, wie schon im Aufstieg bemerkt, ändert sich die Vegetation, es wird wieder grün und die Almrosen blühen vor sich hin… im Hintergrund gut sichtbar, die Martinswand und der Inn.

Almrosenblüte hoch über dem Inntal

Bald erreiche ich wieder die Archbrandhütte, hier fülle ich meine Wasservorräte ein wenig auf.

Fast wieder bei der Archbrandhütte

Am Schluß mache ich noch eine kleine Abzweigung, denn in der Nähe ist ein Geocache versteckt, den ich auch noch mitnehmen möchte. Heute ist die Bilanz an gefundenen Dosen recht gut und ich bin zufrieden.

Aussicht auf den Weiler Hof und im Tal Inzing

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:45 h
Gesamtlänge: 15,70 km
Höhenmeter: 1.640 m

200617 Klettersteig St. Magdalena im Gschnitz

Schon bei der Einfahrt ins Gschnitztal kommt wieder unser „Bergspruch“, den ich hier schon mal erwähnt habe und den Letu mittlerweile auswendig kann:

Der Hogar im Gschnitz
der Waldraster Spitz
und die Martinswand,
sind die Höchsten im Land…

Wir sind auf dem Weg zur „Alpine Safety Area“ beim Klettersteig zur Wallfahrtskapelle St. Magdalena im Gschnitztal. Dort wollen wir mal die ersten Schritte mit dem neu erworbenen Klettersteigset erwerben. Sara ist zwar mitgekommen, aber sie fühlt sich nicht so wohl und will lieber eine Runde im Auto schlafen…
Und Letu und ich müssen zuerst einen kleiner Aufstieg meistern…

Wir starten mit dem Übungsklettersteig der Schwierigkeit A. Hier muss schon ein wenig ausgesetzt klettert werden, aber dafür sind die Schwierigkeiten echt überschaubar. Als wir beim Habichtblick angelangt sind, ist für Letu noch lange nicht genug…

Also beschließen wir, die nächste Stufe anzugehen, diese können wir ja wieder abseilen, so mein Kalkül… doch auch hier habe ich nicht mit Junior gerechnet. Der will einfach weiter.

Zum Glück habe ich ein Kletterseil dabei, daher kann ich bei den ganz knackigen Stellen ein wenig mitsichern.

Dem Junior macht es sichtlich Spaß, und mir natürlich auch. Mit der schwersten Stelle der Wertung C ist der Klettersteig gar nicht so ohne…

Einziger Wermutstropfen bei dieser Steiganlage sind die erdigen Stufen, die zwischen den Kletterstellen immer wieder aufgestiegen werden müssen. Durch den Regen der letzten Tage sind die Erdpassagen richtig rutschig geworden.

Immer wieder laden Bänke an schönen Aussichtspunken auf eine Rast ein, doch wir können uns diesen Luxus heute nicht leisten, denn das Wetter schaut nichts so gut aus und zwischendurch hat es immer wieder ein wenig getröpfelt.

Der Ausstieg des Klettersteigs ist nochmals richtig schön, denn man sieht bei den letzten Metern schon die schöne Wallfahrtskirche, die 1307 erstmals erwähnt wurde.

Oben angekommen ist Letu sichtbar stolz auf seine Leistung.

Hier kehren wir kurz ein, eine junge Frau komme aus der Wirtsstube. Eine Änderung, seit heuer hat nicht mehr Peter, der alte Hüttenwirt diesen Platz unter seiner Fuchtel, nun hat ein junges Paar diesen Platz von der Gemeinde gepachtet. Gott sei Dank geht es hier weiter…

Wir können uns ein Getränk und einen Kuchen, dann machen wir uns schnell wieder auf ins Tal… das heißt, wir laufen runter…

Wir sind sehr flott am Weg, doch unterwegs überholt uns trotzdem der Hüttenwirt, denn er muss noch was aus dem Tal holen…

Schlußendlich erreichen wir wieder den Ausgangspunkt, wo wir das Auto abgestellt haben. Sara schläft noch im Auto, es geht ihr aber zum Glück wieder besser.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:20 h
Gesamtlänge: 5,76 km
Höhenmeter: 500 m