Archiv der Kategorie: Bergtouren

260418 Wanderung Monte Spino (1.504 m)

Der zweite Tag unseres Buabenwochenendes ist abgebrochen. Wir wollen heute den Monte Spino besteigen. Daniel hat sich am Vortag die Achillesferse beleidigt, daher macht er heute einen gemütlichen Tag, während der Rest vom Volksfest mit dem Auto zum Wanderparkplatz fährt.

Der Weg wird immer kleiner, schmaler und ruppiger. Alfons, Maggo und ich lachen über den wilden Weg, während Papa, dem Autobesitzer jegliches Lachen im Halse stecken bleibt.

Es dauert eine ganze Weile, bis wir schließlich einen Parkplatz finden. Der richtige Wanderparkplatz wäre noch weiter (als Dead-End) gewesen, allerdings wollten wir Papa nicht den ganzen Tag verderben.

Vom Ende der Straße startet ein schöner Pfad weiter ins wilde Tal hinein. Bald schon müssen wir eine Brücke überqueren. Die Temperatur ist recht hoch.

Zuerst wandern wir durch dichten, fast schon an Dschungel erinnernden Wald, überall wächst und gedeiht es.

Nach einiger Zeit verlassen wir das Bachbett und steigen nach Rechts, über Serpentinen immer höher hinauf, in Richtung Passo di Spino. Es wird ein wenig trockener, dennoch blühen hier schon allerlei Pflanzen.

Wir passieren die Ruine Casina Gamelle (952m), den Zweck des Baus können wir allerdings auch im Internet nicht herausfinden.

Ein paar Blümchen zieren unseren weg, ganze Primelbüche verkünden die nahende Sommerzeit.

Wir erreichen am Pass das „Osservatorio Ornitologico Regionale Anonio Duse“ (1.154m), ein Vogelbeobachtungszentrum, scheinbar sogar eines der wichtigsten Zentren im Lande.

Hier macht der Weg wieder eine steile Wende nach Nordwesten, nun haben wir den Gipfel und Tagesziel schon vor Augen.

Vorbei an einer zweiten Ruine, der „Casina Spino) geht es ein paar Meter gerade über den Kamm, wir stehen nun auf dem eigentlichen Passo di Spino

Vor uns entdecken wir nun das „Refugio Pirlo allo Spino“ auf einem Bergrücken. Dort werden wir nach der Tour wohl noch einkehren, wenn das Wetter mitspielt.

Das Wetter ist heute auch nicht so gut wie gestern, hier am Bergrücken bläst ein kühler Wind. Solange wir in Bewegung sind, passt alles, aber beim stehenbleiben hört man schon fast die Erkältung anrollen.

Auf dem Weg zu Gipfel entdecke ich den für mich ersten Enzian dieses Jahres. Die Blume mit dem intensiven Blau ist wunderschön anzuschauen!

Rückblickend über das Tal, durch das wir gekommen sind, erahnen wir den Lago, doch dazu müssen wir noch ein paar Schritte höher gehen.

Schließlich erreichen wir eine Kuppe, von der aus wir nun den See sehen können. Auf der vorgelagerten Landzunge liegt „San Felice del Benaco“.

Die sattgrüne Vegetation haben wir mittlerweile hinter uns gelassen, hier haben wir eine Höhe erreicht, bei der auch hier am Lage noch kein Gräschen wächst… zumindest nicht zu dieser Jahreszeit.

Der Übergang zum Gipfel erfolgt über einen schönen, teils ein wenig schmalen Grat ohne Schwierigkeiten.

Am Berg im Hintergrund, dem Monte Pizzocollo waren Alfons, Maggo und Papa letztes Jahr, als ich wegen Krankheit ausgefallen bin.

Schließlich erreichen wir den Gipfel des Monte Spino (1.504m). Ein kleines Kreuz markiert die höchste Stelle.

Zu unserer Überraschung ist dort auch eine wasserdichte Tonne mit einer „Mocca“, Kaffee, Kaffeeservice, Gaskocher und sogar einem Grappa angebunden. Ein Zettel informiert, dass man sich hier gerne bedienen kann und dann ein Bild schicken soll. Wegen der frischen Temperaturen verzichten wir auf diesen tollen Genuss. Viel länger als für ein Gipfelfoto bleiben wir nicht hier…

Nun geht´s über steile Bergwiesen ein Stück Richtung Tal, ein Weg ist vorhanden, aber nicht immer gut sichtbar. Wir suchen eine windstille Stelle…

Das Wetter ist einmal feiner, dann ziehen wieder dunkle Wolken auf. Nach Regen schaut es noch nicht aus, aber gemeldet wurde eine Wetterverschlechterung für den Abend und die kommende Nacht.

Wir finden einen feinen Platz ohne Wind, hier genießen wir die Brote, die Maggo dankenswerterweise den ganzen Weg hochgeschleppt hat. Die schmecken jetzt richtig gut.

Ein paar Schritte weiter sehen wir dann wieder das Refugio, nun ist es nicht mehr weit bis zur Einkehr.

Wir finden einen netten Platz vor der eigenwilligen Hütte, und bald schon steht ein kühles Bier vor uns auf dem Tisch.

Die Temperaturen sind in Ordnung, aber der Wind läßt uns dann doch die Jacken anziehen. Wir genießen das Bier und reden über das aktuelle und vergangene Buabenwochenende!

Von der Hütte zweigt ein Weg direkt hinab in das Tal, das wir am Anfang der Tour genommen hatten. Der Pfad ist steil, aber gut gewartet. Bald schon erreichen wir erst den Bach und dann den Parkplatz.

Da wir nicht wussten, ob die Hütte offen ist, haben wir im Bach 4 Bier eingelagert. Hier im Wald ist es Windstill, da kann ein kühles Blondes kein Fehler sein.

Wir stoßen auf eine feine Tour in toller Gesellschaft an, das war wieder mal ein toller Ausflug, den wir natürlich nächstes Jahr wiederholen müssen!

Nachtrag: Am Abend gehen wir nochmals fein essen, eine Pizzeria ganz in der Nähe der Unterkunft mit phänomenalen Ausblick auf den See rundet den Tag ab. Daniel hat den Tag mit ein paar Besorgungen verbraucht, zusätzlich war er im Pool schwimmen…
Am Nächsten Tag fahren Maggo und Daniel zum Flughafen bzw. nach Hause. Alfons, Papa und ich fahren über den Brenner retour. Das Wetter ist durchwachsen, daher fahren wir gleich direkt nach Hause!

Eines steht auf jeden Fall fest, nächstes Jahr sehen wir uns wieder…

Tourendaten
Gesamtdauer:4:15 h
Gesamtlänge: 10,04 km
Höhenmeter: △ 1.017 m / ▽ 987 m

260417 Wanderung Tremosine sul Garda (440m)

Der Frühling ist ins Lande gezogen und damit auch der Termin für unser heuriges „Buabenwochenende“. Heuer zieht es uns wieder an den Gardasee, das Meer der Tiroler. Wir haben unsere Unterkunft in Gardone Riviera an der Westküste des „Lago“.
Wir fahren am Freitag in der Früh los, Papa holt erst Alfons, dann mich ab und wir fahren über den Brenner und über die Autostrada bis Garda Nord, dann über kleine Straßen zu unserem Ziel.

Unterwegs haben wir einen Zwischenstopp in Campione del Garda. Hier wollen wir eine kurze Klettersteig/Wanderungs-Kombi machen. Wir treffen uns dort Maggo und Daniel, diese sind von Bergamo angereist.

Die Sonne lacht vom Firmament, es ist relativ warm, daher haben wir schon mal die kurze Hose angezogen. Vom Parkplatz müssen wir erst mal den Einstieg zum Klettersteig finden. Da der Steig nicht offiziell beworben wird, müssen wir ein wenig schauen… aber wir sind erfolgreich und steigen ein.

Der Steig ist mit einer Bewertung von A/B wirklich einfach, eigentlich würde man kein Set brauchen. Wir haben das Set mit, hängen uns aber an den einfachen Passagen gar nicht ein, das Gelände ist total ungefährlich.

Die Sonne hat die Wand gut aufgewärmt, solche Temperaturen sind wir noch nicht gewöhnt. Dementsprechend wird geschwitzt!

Von weiter oben sehen wir nochmals auf Campione. Die ehemalige Baumwollfabrik wurde in den 1980ern geschlossen, mittlerweile würde der Platz gut an das Straßennetz angebunden.

Das war nicht immer so, früher war der Platz nur per Schiff erreichbar. Daher hatten die Arbeiter der Baumwollfabrik einen kleinen Steig angelegt, über den sie in die Dörfer oberhalb des Platzes kommen konnten. So entstand der kleine Klettersteig, den wir heute begehen!

Obwohl kein offizieller Klettersteig, ist die Anlage sehr gut gewartet. Wahrscheinlich kommt das daher, dass im oberen Bereich noch Steinschlagnetze zu warten sind und so erreicht werden können. Und natürlich ist der Steig kein Geheimtipp mehr, dank dem Internet.

Eine interessante Passage für durch ein kleines Felstor, aber hier legt sich die Steigung zurück und wir erreichen den Ausstieg.

Am oberen Teil des Steiges befindet sich ein großes Holzkreuz, von dem aus wir einen wunderschönen Ausblick auf den Gardasee haben!

Vom Ausstieg des Klettersteigs wandern wir zurück in die Schlucht „San Michele“. Wir schreiten über eine Brücke, hier beginnt nun der zweite Teil unseres Ausflugs.

Der Pfad schlängelt sich einer Felswand entlang, anfangs noch ein wenig ausgesetzt und schmal, aber dann immer weiter und aussichtsreicher.

Im Blick retour sehen wir die Felswand, die wir vorher durchstiegen haben.

Immer wieder entdecken wir Marienbilder am Wegesrand, Symbole der Gläubigkeit der hier ansässigen Bevölkerung. Oder aber als Erinnerung an vergangene Unglücke…

Bald erreichen wir die ersten Olivenhaine, der Weg ist nun Breit, wir können nebeneinander gehen und reden. Dennoch sind die Straßen zum Teil so steil angelegt, dass wir gar nicht glauben können, dass hier ein Auto hochkommen kann.

Unser Ziel ist Tremosine, das Dorf mit den Schauerterrassen!

Hier wachsen unglaublich viele Oliven, aus denen später das leckere Olivenöl gepresst werden wird.

Schließlich erreichen wir Tremosine, und schon bald verstehen wir den Begriff „Schauerterrasse“. Bei einem Gasthaus hängt die Terrasse wirklich über dem Untergrund, hoffentlich hat der Bauherr hier gewissenhaft gearbeitet.

Direkt beim Gasthaus führt unser Weg nun wieder hinunter zum See und zum ehemaligen Hafen von Tremosine. Der Weg schaut steil aus, daher entscheiden wir uns gegen eine Einkehr und wollen gleich diesen Pfad hinter uns bringen.

Der Weg ist dann doch besser als befürchtet, zwar steil, aber gut ausgebaut und teilweise sogar mit Leuchten ausgestattet.

Und immer wieder haben wir schöne Aussichten auf den See.

Teilweise ist der Weg extrem steil und stotterig, aber für uns ist das kein Problem. Bald schon erreichen wir den unteren Teil der Tour. Ein Blick zurück zeugt nochmals von der Ausgesetztheit der Terrasse…

Der Gardasee ist nicht umsonst Sehnsuchtsziel vieler Tiroler. Der Mix aus Nähe zu Innsbruck, mediterranes Feeling, Wärme, Sonne, Zypressen… das alles passt und versetzt uns schon nach kurzem Aufenthalt in Urlaubsstimmung.

Im unteren Teil erreichen wir die alte Straße am See entlang. Heute verläuft die moderne Straße in Tunneln unter dem Berge, da der Steinschlag hier immer ein Problem war. Dafür können die alten Straßen heute als Wanderwege verwendet werden.

Am Weg entdecken wir einen kleinen, feinen Klettergarten, erste Ideen für nächstes Jahr werden schon besprochen… evtl. könnte man für den ersten Tag mal einen Sportklettergarten einplanen.

Die Straße hat verschieden gut erhaltene Abschnitte, war der Weg am Anfang noch asphaltiert, ist es jetzt nur noch eine Schotterstraße. Schon sehen wir unser Ziel, Campione del Garda im letzten Licht leuchten. Durch die steilen Wände ist es hier schon am Nachmittag schattig.

Wir genießen ein erstes Bier am Parkplatz, dann fahren wir in die Unterkunft und lassen den Nachmittag ausklingen. Jeder muss mal ins Bad, danach richten wir uns für das Abendessen im Ort.

Mit dem Auto müssen wir ein Stück in den Ort runterfahren, denn unser Apartment ist ziemlich hoch am Berg gelegen.

Maggo, Alfons und Papa kennen die Pizzeria schon, sie waren letztes Jahr hier. Wir bekommen sehr gutes Essen, und Vino de la Casa, rosso! So lassen wir es uns gut gehen und genießen einen feinen Abend.

Zurück beim Apartment genießen wir nochmals den schönen Ausblick auf den See, bevor wir uns zur Ruhe begeben!

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:30 h
Gesamtlänge: 9,56 km
Höhenmeter: △ 583 m / ▽ 581 m

251004 Kraspesssee (2.549m)

Das Wetter ist nicht perfekt, aber eine kleine, feine Bergtour geht immer, denken wir uns. Biggi, Doris und ich machen uns vom Haggen im Sellrain auf in das Kraspestal. Unser Ziel ist der Kraspessee.

Von Haggen wandern wir erst die Forststraße ins Tal hinein, schon bald „schluckt“ uns die Einsamkeit dieses Tals. Heute sind scheinbar keine Leute am Weg.

Wir wandern immer tiefer ins Tal, bei Zwingeben steilt der Pfad auf, und wir müssen eine Geländestufe überwinden. Der Herbst meldet sich hier mit großen Schritten an, der Weg ist teilweise vereist, aber unproblematisch zu begehen.

Bei der „Hütte beim Stoa“ machen wir kurz Pause wir erdreisten uns, auf der Bank vor der Hütte Platz zu nehmen, räumen aber nach dem Verlassen alles genauso auf wie vorgefunden…

Weiter geht´s ins Tal hinein, über eine Brücke queren wir den Kraspesbach, dann gehen wir auf der linken Talseite weiter aufwärts. Ein paar Gämsen können wir auch beobachten, die ob des Wetters wohl in die Niederungen wechseln.

Weiter, weiter geht es hoch, über einen schönen Pfad. Wir sind nun auf dem Weg hinter den Muggenbichl, zwischen dem sich der Weg weiter hoch schlängelt.

Je höher wir kommen, desto stärker vereist sind die Bäche und kleinen Wasserfälle. Richtig warm wird es hier heuer wohl nicht mehr werden.

Die wunderschönen Herbstfarben, teilweise von der Sonne beschienen, verzaubern die Landschaft.

Speziell die kurzen Sonnenfenster, die nur einen Teil der unglaublichen Landschaft beleuchten, sind traumhaft schön.

Der Weg führt nun in einem weiten Bogen, dem Bachverlauf folgend, wieder nach Westen.

Teilweise ist der Weg abgerutscht, da hat wohl im Sommer das eine oder andere Schlagwetter seine Spuren hinterlassen.

Oberhalb der letzten, vierten Steilstufe erreichen wir die letzten Meter zum See, eine richtige Mondlandschaft. Plötzlich hören wir den heute stattfindenden Sirenenalarm, vom Tal herauf tönen. Am Handy haben wir leider keinen Empfang für etwaige Meldungen. Da sind die analogen Sirenen doch noch ein Segen!

Zum Glück ist der Weg hier gut angezeichnet, gefühlt jeder zweite Stein hier wackelt und wahrscheinlich würde die Überquerung des Geröllfeldes ohne Wegführung wesentlich länger dauern.

Schließlich erreichen wir den See, der in einer größeren Mulde liegt. Der erste Teil des Sees scheint ausgetrocknet, aber als wir weiter nach Westen, in Richtung Kraspesspitze wandern, desto mehr See wird sichtbar.

Dann ist er da, der Kraspessee (2.549m). Und genau in diesem Moment zaubern ein paar Sonnenstrahlen ein wunderschönes Schauspiel vor uns. Türkis schimmert der See, der Wind kräuselt die Oberfläche zusätzlich…

Wir setzen uns in den Windschatten und genießen unsere Jause. Immer wieder müssen wir über diese besondere Landschaft staunen…

Es ist, trotz guter Kleidung windig und kalt, daher bleiben wir nicht allzu lange… wir steigen wieder den selben Weg ab.

Zurück durch das schöne Kraspestal sehen wir im Hintergrund nun das Sellraintal.

Über die Schulter geschaut sehen wir die das Tal dominierende Kraspessspitze. Bald erreichen wir wieder Haggen, dort lockt uns das Gasthaus Forellenhof, dem eine sehr gute Küche nachgesagt wird.

Wir essen Suppe (einen Tick zu stark gewürzt), und Moosbeernockern (sehr gut), abgerundet wird alles mit einem Kaffee und bei mir mit einem Bier. Wunderbar, das war heute wieder eine tolle Tour.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:56 h
Gesamtlänge: 12,71 km
Höhenmeter: ∆ 937 m / ∇ 937 m

250927 Ebner Joch (1.957m)

Nachdem wir schon letzte Woche in der Gegend waren, ist der Weg zum Start der heutigen Tour schon bekannt. Wir wollen heute auf das Ebner Joch gehen, nachdem wir das letzte mal nur bis zur Alm gegangen sind.

Mit von der Partie ist die Schwester von Biggi mit Familie, und Letu auf meiner Seite. Eine feine Truppe.

Der Aufstieg zur Astenau verläuft rasch, dort machen wir eine kurze Trinkpause, bevor wir weiter aufsteigen.

Das Wetter ist super, das war im Vorfeld noch nicht ganz klar, der Wetterbericht war nicht so präzise.

Die Fernsicht ist toll, so sehen wir vom Wilden Kaiser bis tief in die Ötztaler Alpen.

Bald sehen wir den Gipfel, fast bis oben hin bedeckt mit Latschen. Wir sind alle froh, dass die Temperaturen „anständig“ sind. Im Sommer wäre es hier wohl übel.

Bald rückt auch der Achensee in unser Blickfeld, kleinere Wolkenbänke versperren für kurze Zeit den Blick, um sich bald wieder zu öffnen.

Schließlich erreichen wir den Gipfel, natürlich sind wir nicht die Einzigen.

Das Ebner Joch (1.957m) ist gerade auch bei Familien beliebt, ein einfacher, aber doch toller Gipfel. Im Norden sieht man die bekannten Berge des Rofan.

Wir gönnen uns einen Müsliriegl, heute ist die Brotzeit zu Hause geblieben, denn wir planen noch eine Einkehr in der Astenau

Den Abstieg beschreiten wir zuerst auf dem gleichen Weg…

… dann zweigen wir nach Westen ab, um noch der Kirchenspitze einen Besuch abzustatten.

Im Rückblick sieht man nochmals den Latschenbewehrten Rücken des Berges…

Bald haben wir wieder Sicht auf die Alpe, wir können das gute Essen schon fast riechen. Der Hunger ist auf jeden Fall vorhanden.

Ein Pfeifen und Schnaufen erregt unsere Aufmerksamkeit, bald schon sehen wir die Achensee-Dampflokomotive, die sich den Hang zum Achensee hinaufquält.

Auf der Alm wird dann mal genossen, es gibt leider heute keinen Schweinsbraten, daher wird es heute ein ebenso gutes Schnitzel.

Letu hat „seinen“ Stuhl entdeckt, aus alten Skiern zusammengebaut. Das klingt nach einem guten Vorschlag für ein neues Bastelprojekt…

Gestärkt wandern wir nach der Einkehr hinab ins Tal.

Eine tolle Wanderung, die allen gut gefallen hat. Und für mich war diese Tour mal was Neues, das mag ich sehr!

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:08 h
Gesamtlänge: 8,64 km
Höhenmeter: △ 993 m / ▽ 960 m

250907 eBike&Hike Hoher Burgstall (2.611m)

Nachdem wir letztes Jahr mit der Haneburgerbesteigung in ebendiesem Team recht viel Spaß hatten, wird heuer ein Revival eingeläutet. Andi, Paul, Wolfi und ich treffen uns am Dorfplatz Aldrans, jeder mit einem Ebike ausgestattet. Unser Ziel ist heute ambitioniert: Der Hohe Burgstall im Stubaital steht auf der „Speiseliste“

Wir fahren erst nach Innsbruck, um die Sill dort zu queren und dann in Richtung Mutters wieder in die Höhe zu streben.

Durch Mutters hindurch, nach Kreith kommen wir an einem der berühmten Gondeleier der Mutterer Bergbahnen vorbei.

Wir zweigen ins Stubaital ein, und haben sogleich einen Blick auf den Gletscher im Hintergrund und den beeindruckenden Bergen links und rechts im Tal.

Wir haben einen langen Tag vor uns, aber eine Pause ist immer drinnen. An einem netten Bankerl inmitten der Telfer Wiesen gönnen wir uns eine Rast.

Dann fahren wir weiter, Elfer, Zwölfer direkt vor uns, der Habicht thront direkt über uns, das Haupt schneebedeckt.

Bei Milders zweigen wir ins Oberbergtal ein, gleich am Anfang müssen wri durch einen Tunnel, der uns hinauf in Richtung Starkenburger Hütte führt.

Der Tunnel ist ungefähr 600m lang, noch ein paar Meter fahren wir auf Asphalt, dann wechseln wir endlich auf fein zu fahrenden Schotter.

Der Weg führt in angenehmer Steigung immer Höher, wir erreichen die bereits geschlossene Kaserstattalm (1.900m). Nun ist es nicht mehr weit zu unserem ersten Ziel…

Eine kurze Trinkpause gönnen wir uns hier dennoch, dann fahren wir rauf Richtung Hütte.

Der Ausblick auf das Oberbergtal, mit der Franz-Senn-Hütte und ganz im Hintergrund, den Zentralalpenkamm ist wundervoll…

Wir stellen unsere Räder bei der Starkenburgerhütte (2.237m) ab, bis jetzt haben wir schon rund 1.900 Höhenmeter in den Haxn, beziehungsweise im Akku…

Nun steigen wir hinter der Hütte weiter in die Höhe, der Hohe Burgstall ist unser finales Ziel. Der Weg ist gut begehbar, Wolfang gibt ein angenehmes Tempo vor, so steigen wir stehts weiter empor.

Der letzte Teil zum Gipfel ist ein wenig felsiger, aber dennoch sehr einfach zu begehen.

Wir haben den höchsten Punkt unserer Tour, den „Hohen Burgstall (2.611m) erreicht. Nun setzen wir uns erst einmal hin, genießen die Aussicht und den letzten Rest der Brotzeit. Der Rundblick ist berauschend, das Wetter ist heute nicht wolkenlos, aber mehr als gut genug, um auch die Berge in der Ferne gut zu sehen.

Der Burgstall erlaubt eine wunderschöne Aussicht auch aus dem Stubai hinaus ins Wipp – und weiter ins Inntal. Der Patscherkofel liegt fast schon ein wenig unauffällig direkt vor uns am Eingang zum Wipptal.

Wir wandern den gleichen Weg wieder hinunter in Richtung Hütte. Wir wollen ja doch noch kurz einkehren und auf den Gipfelsieg anstoßen.

Gut gesichert erreichen wir bald wieder die Bergmähder und dann auch gleich die Starkenburgerhütte.

Die Hütte liegt gut, wir finden einen feinen Platz in der Sonne. Das Personal ist sehr freundlich, gleich werden wir bedient und wir fühlen uns sehr willkommen.

Wir genießen eine längere Pause auf der Terrasse, da wir noch einen weiten Weg vor uns haben, gönnen wir uns ein alkoholfreies Weizen und was zu Essen.

Der erste Teil des Weges führt wieder bis zur Kaserstattalm, dann fahren wir geradeaus, parallel zum Tal immer geradeaus auf den Patscherkofel zu.

Vorbei an der Galtalm erreichen wir das Skigebiet der Schlick2000. An der Talstation vorbei fahren wir durch Fulpmes hindurch, dann erreichen wir den neuen Radweg, der uns bis zur Stefansbrücke bringen soll.

Der Radweg ist unglaublich, hier auf den Bildern meint man, es handelt sich um eine normale Straße, aber es ist wirklich nur für Radfahrer zugelassen.

Ab der Stefansbrücke müssen wir auf die Bundesstraße wechseln, zum Glück ist nicht zu viel Verkehr und wir kommen rasch voran. Bei Gerberbach wechseln wir über die Sill und fahren über den Handlhof hinauf nach Vill. Nun ist es ein Heimspiel, mit den letzten Akkureserven erreichen wir schließlich Aldrans.

Bei Wolfi gibt´s noch ein Abschlussbier, damit beschließen wir die tolle Tour heuer wieder einmal. Ich hoffe, dass wir das nächstes Jahr auch wieder schaffen, das wäre toll!

Tourendaten
Bike Hinfahrt
Gesamtdauer: 3:23 h
Gesamtlänge: 39,14 km
Höhenmeter: △ 1944 m / ▽ 470 m

Aufstieg Haneburger
Gesamtdauer: 1:40 h
Gesamtlänge: 3,03 km
Höhenmeter: △▽ 385 m

Bike Rückfahrt
Gesamtdauer: 1:51 h
Gesamtlänge: 32,23 km
Höhenmeter: △ 440 m / ▽ 1.845 m

Gesamtdaten
Gesamtdauer: 6:54 h
Gesamtlänge: 74,40 km
Höhenmeter: ∆ 2769 m / ∇ 2768 m

250831 Bergtour Hüttenspitze (1.858m)

Es ist Sonntag, das Wetter ist wunderbar. Es ist der letzte Urlaubstag angebrochen und wir haben die Jungs überreden können, mit uns heute auf die Hüttenspitze zu steigen. Gestartet wird am Hackl in Absam, ein paar Schritte hinein ins Halltal.

Über die Brücke am Hacklweiher queren wir den Bergbach und gehen auf der Ostseite weiter ins Halltal. Das Wasser ist braun, und es ist viel Wasser vorhanden. Da muss es wohl vor kurzem noch im hinteren Tal geregnet haben.

Nachdem wir die ersten Schwierigkeiten gemeistert haben, der Bach hat Teile des Weges überspült, erreichen wir das Maximiliansbründl. Ab hier geht es nun aufwärts, durch Gras und lichten Wald.

Wir steigen in mehr oder weniger steilen Serpentinen höher und höher…

… aber richtig spannend, so sage ich den Buben, wird es wohl erst weiter oben.

Kurz vor dem Jausenplatz sehen wir eine Gämse, die ziemlich zutraulich im Walde steht. Von Fluchttierallüren keine Anzeichen, das Tier schaut uns mindestens so interessiert an wie wir es betrachten.
Dann machen wir noch eine kurze Jause auf der schönen Wiese, so motiviert sind wir bereit für den zweiten Teil des Aufstiegs.

Nachdem wir den steilen Waldaufstieg hinter uns gelassen haben, wird es lichter, aussichtsreicher und auch ein wenig felsiger. Da müssen die Hände auch mal her zum Aufsteigen.

Die Rinne ist gut zu begehen, dennoch ist es gut, sich vor Steinschlag in Acht zu nehmen. Heute haben wir Glück, bald schon können wir ohne Zwischenfall die Rinne nach Westen hin verlassen.

Nun muss noch ein bröckliger Schotterhang überwunden werden, gefühlt ist der ganze Hang in Bewegung.

Schließlich erreichen wir wieder festen, soliden Kalkfels, der uns das Aufsteigen sehr erleichtert.

Unter uns liegt das wunderbare Halltal, das in den letzten Fahren stark an Popularität gewonnen hat. „Schuld“ daran hat sicher auch die tolle Wirtschaft bei St. Magdalena.

Der Gipfel ist erreicht, nun ist Zeit für eine zweite Jause. Georg hat für sich und Letu einen Nudelsalat gemacht, ich bleibe mit Biggi bei der klassischen Jause. Zumindest für heute.

Es schmeckt, das Wetter ist fein und so bleiben wir eine Weile sitzen. Für die Buben gibt es auch noch was zu sehen, der Rettungshubschrauber hat einen Einsatz bei der gegenüberliegenden Bettelwurfhütte…

Nun müssen wir vom Gipfel erst in die Wechselscharte abklettern, die Schlüsselstelle ist mittlerweile mit einem Seil entschärft. Den Jungs ist der kompakte Fels aber doch mehr geheuer als das Seil.

Noch ein paar Meter durch und über Latschen, dann ist die Wechselreise erreicht.

Wir genießen noch einmal den Ausblick ins Unterinntal, zum Kellerjoch und den ganzen Tuxer Alpen. Dann werden die Schuhe gut gebunden, jetzt kommt der große Spaß des Tages…

Wir starten in die Wechselreise, die im oberen Teil leider schon ein wenig abgelaufen ist. Aber je weiter wir in die Reise kommen, desto besser geht das Laufen in Ebendieser.

Letu beweist mal wieder sein Talent als Bewegungsmeister, der macht auch schon das eine oder andere Kunststück.

So pulverisieren wir die Höhenmeter in keiner Zeit, rasch geht es nach unten, zum Wegzusammenschluss von der Bettelwurfhütte.

Letu kann gar nicht genug bekommen und macht noch ein paar Extrarunden, während Biggi, Georg und ich auf dem Normalweg weiterlaufen.

Im unteren Teil fast schon Dschungel-ähnlich, erreichen wir schließlich die Wasserfassung Halltal und damit auch die Bergstraße.

Über den Fluchtsteig erreichen wir rasch den Parkplatz. Von hier sieht man die Hüttenspitze fast unscheinbar als vorgelagerter Gipfel zum Bettelwurf und der Wechselspitze. Die Füße werden zur Linderung noch in das Kneippbecken gehängt, damit ist dann alles erreicht, das wir uns vorgenommen haben!

Ein wunderschöner Tag mit einigen Highlights, es hat allen Spaß gemacht und wird, zumindest von mir, sicher bald mal wiederholt.

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:31 h
Gesamtlänge: 9,83 km
Höhenmeter: ∆ 1.068 m / ∇ 1.086 m

250826 Bergtour Litnisschrofen (2.068m)

Heute haben wir eine Bergtour mit meinem Papa ausgemacht, wir treffen uns bei ihm zu Hause, dann fahren wir ins Tannheimertal, zum großen Parkplatz am Haldensee.
Am Strindenbach entlang, einem bekannten Canyoningbach, steigen wir steil hoch.

Der erste Weg ist wirklich steil, aber als wir am oberen Ende, am Forstweg ankommen, legt sich der Weg zurück und es wird wieder angenehmer zu gehen.

Durch lichten Wald wandern wir erst in Richtung Nesselwängler Edenalpe, dann zweigen wir ab zur Gräner Ödalpe

Nun öffnet sich das Gelände und wir bekommen an diesem wunderschönen Tag eine tolle Rundumsicht auf die Tannheimer, Lechtaler und Allgäuer Alpen.

Nun führt der Weg nach Westen, der Litnisschofen ist unser heutiges Tagesziel. Ich habe ehrlich gesagt noch nie was von diesem Berg gehört, aber Papa, der hier öfter am Weg ist, hat das Ziel gewählt.

Rasch kommen wir weiter, bis zum Gipfelstock ist der Weg einfach, dann wird es felsig und kiesig.

Stahlseile sind als zusätzliche Sicherheit eingebaut, und so manche Stelle ist ein wenig angenehmer zu gehen.

Über einen Grat steigen wir nun eben zum Gipfel hinüber. Schließlich haben wir unser Ziel, den Litnisschrofen (2.068m) erreicht.

Der Rundblick ist super, wir sehen im Nordosten die Krinnenspitze und dahinter gleich die berühmten Tannheimer Berge, Rotflüh, Gimpel, Köllenspitze und Gehrenspitze.

Auf dem Gipfel wird gejausnet, dann, es ist eher eng, steigen wir wieder ab.

Erst wollen wir über das Grat zur Strindenscharte, aber der Weg schaut „ungut“ aus und wir beschließen, auf dem gleichen Weg wieder abzusteigen.

Die Mähder unter dem Gipfel werden von Schafen und auch Kühen beweidet, wir treffen den Ziegenhirten, der gerade Salz zu seinen Schützlingen gebracht hat.

Wir steigen an der Gräner Ödalpe vorbei ab, dann kommt noch ein von Kühen zertretener Pfad, der uns weiter zur Nesselwängler Edenalpe führt.

Im Norden sehen wir den markanten Einstein mit dem steilen Gipfelanstieg. Aber die Gegend ist schon wesentlich lieblicher als die letzten Bereiche, die wir besucht hatten…

Rückblickend zeigt und der Litnisschrofen noch eine abweisende Seite, brüchiges Gestein und gar nicht so einladend. Da war die Südseite schon besser zum besteigen.

In der Nesselwängler Edenalpe. Im Tannheim kann man schon die Nähe zum Allgäu erkennen, denn hier heißen die sonst in Tirol genannten Almen eben Alpe und nicht Alm.

Ein junges Pärchen führt den Betrieb, wir bekommen guten Kaffee, Bier und einen Apfelstrudel. Perfekt gestärkt machen wir uns auf den Rückweg zum Auto.

Wir liefern Papa wieder zu Hause ab, dann fahren wir wieder zum Baumplatz in Pflach. Hier stellen wir das Auto ab und wandern die letzten Meter hoch zur Hütte. Ein feiner Kaffee wird zubereitet und wir genießen die Nachmittagssonne!

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:40 h
Gesamtlänge: 12,32 km
Höhenmeter: ∆ 999 m / ∇ 961 m

2508025 Bergtour Säuling (2.048m)

Biggi und ich sind am Sonntag auf die Hütte gefahren. Das Wetter hat sich über das Wochenende beruhigt, daher beschließen wir, direkt den Hausberg, den Säuling zu besteigen. Von der Hütte aus sparen wir uns ca. 150 Höhenmeter…

… dafür müssen wir den ersten Teil über die Forststraße aufsteigen. Doch nach dem unspektakulären Start erreichen wir bald den Steig.

Die gabelt sich der Weg nochmals, gerade aus erreicht man das Pfacher Älpele, Koflerjoch und die Sieben Täler, wir zweigen nach Links in Richtung Säulinghaus.

Zuerst noch ein wenig im Wald, wird die Vegetation immer lichter und wir bekommen einen Blick auf unser Tagesziel.

Am aktuell geschlossenen Säulinghaus machen wir eine Trinkpause und verstecken eine Flasche Bier, die wir extra für den Schluss mitgenommen haben.
Die Wirtschaft wurde nach vielen Jahren geschlossen, da bestimmte Investitionen in das Haus nicht mehr getätigt wurden. Nun schaut das geschichtsträchtige Haus einer unsicheren Zukunft entgegen…

Anstatt wir üblich auf den Gipfel zu gehen, haben wir beschlossen, zuerst die Umrundung des Säulingsockels anzugehen. Dafür zweigen wir direkt beim Winterraum in westliche Richtung ab.

Über große Schotterreisen und vorbei an kompakten Felswänden wandern wir fast eben in Richtung Pilgerschorfen. Über uns thronen die 12 Apostel, so ist der zackige Grat zwischen Pilgerschrofen und Säuling genannt.

Es ist angenehm warm, nicht zu heiß. Es liegen schon einige Cirren in der Luft, der nächste Wetterumschwung kündigt sich an.

Auf den Schotterreisen haben wir Glück, Steinböcke haben sich zu einem Stelldichein versammelt. Sie ignorieren uns gekonnt, man könnte fast meinen, wir Wanderer sind ihnen egal.

Im Westteil des Säulings war vor einigen Jahren ein großer Kahlschlag des Bergwaldes, nun hat man eine tolle Aussicht auf den Talkessel und den Eingang zum Lechtal.

Im Nordwesten liegt Vils, Pfronten und die Allgäuer Seen im Voralpengebiet. Immer wieder staune ich, wie abrupt der Wechsel vom Berg- zum Flachland hier am Säuling von Statten geht.

Am Wegesrand gibt es viel zu bestaunen, wie zum Beispiel den grün-metallischen Käfer, der regelmäßige Löcher in ein Pestwurzblatt stanzt. Nun wandern wir flach und teils abwärts auf Deutschem Staatsgrund.

Mit der Wilzsulzhütte erreichen wir den niedrigsten Punkt am Sockel des Säulings. Die Hütte wird gerade renoviert, das ist wohl dringend notwendig geworden.

Nun geht es wieder bergauf, durch uralten Waldbestand, hier darf der Wald noch Wald sind, ohne großen Eingriff durch den Menschen.

Wechseln wandern wir durch den Wald, dann wieder über kleine Lichtungen, die den Blick ins wunderschöne Allgäu eröffnen.

Schließlich erreichen wir wieder eine Abzweigung, jetzt geht es über steile Pfade endlich hinauf zum Gipfel. Den Start macht eine Eisenleiter, der Weg anschließend ist relativ einfach.

Steil führt der Steig ziemlich gerade durch die Nordwand, es ist teils schattig und angenehm zu gehen. Die Temperaturen sind mittlerweile wieder recht hoch, da ist Schatten höchst willkommen.

Die Aussicht auf das Alpenvorland, Tegelberg und Schloss Neuschwanstein ist wunderbar.

Rasch haben wir die Wand durchstiegen, der Wegweiser am Anfang hat uns beide ob der Länge ein wenig verunsichert… zum Glück war das wohl eine falsche Angabe.

Über die Gamswiese geht es nun weiter über breite Wege hinauf zum Gipfel.

Das letzte Stück ist nochmals ein wenig felsiger, schließlich erreichen wir den Gipfel des Säulings (2.048m). Das neue Gipfelkreuz, von meinem Cousin gezeichnet, strahlt uns schon entgegen. Ein würdiger Ersatz für das ehemalige Holzkreuz.

In den Osten geblickt sehen wir den massiven Bergstock des Wettersteins mit der dominierenden Zugspitze, vor uns liegt das Koflerjoch, dahinter die Soldatenköpfe und ein Teil des Plansees, bei der „Forelle“. Morgen wollen wir dort stehen…

Während im Südwesten noch die Allgäuer und Lechtaler Berge sind, öffnet ich das Land im Nordwesten und wird „Brettl-eben“.

Das neue Gipfelkreuz, wie schon oben beschrieben, finde ich sehr gelungen.

Nach einer feinen Pause am Gipfel machen wir uns an den Rückweg, dieses Mal geht es über die österreichische, bzw. Südseite hinab zu Säulinghaus.

Das Grenzschild bei der Gamswiese steht noch, der Unterstand der Zöller ist nur mehr schwer erkennbar.

Ein paar Stellen sind seilversichert, generell ist die Südseite häufiger begangen und auch speckiger. Dennoch ist der Weg gut zu begehen und rasch erreichen wir wieder den schönen Boden vor dem Säulinghaus.

Nun holen wir unser Bier aus einer Felsnische, es ist jetzt richtig kühl. Damit setzen wir uns zum Säulinghaus und genießen die feine Sonne und den Durstlöscher!

Der weitere Weg ist nur ident mit dem Aufstieg, erst über den Steig, dann die letzten Meter über den Forstweg. Schließlich erreichen wir wieder unsere Hütte.

Wir setzen uns noch auf die Terrasse, die Sonne schein noch ein wenig her. Dann bereiten wir das Essen her, es gibt heute Pfifferlinge mit Spiralnudeln. Dazu einen guten Salat, ein herrliches Menü.

Nach einem gemütlichen Abend, einem Kartenspiel und Gesprächen krabbeln wir müde ins Bett, es war ein langer, aber feiner Tag!

Tourendaten
Gesamtdauer: 7:09 h
Gesamtlänge: 13,69 km
Höhenmeter: △ 1. 331 m / ▽ 1.311 m

250820 Kaunergratrunde – Abstieg nach Mandarfen

Wir wachen auf, das Geräusch vor dem Fenster ist nur eine Bestätigung des Wetterberichts. Die Kaltfront ist eingezogen und macht unsere weiteren Pläne zu Nichte. Schweren Herzens beschließen wir, die Tour hier abzubrechen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück packen wir unsere Siebensachen, und wandern über den erst steilen Steig nach Mandarfen ab.

Bevor wir starten, rufe ich noch beim Taschachhaus an, um unsere Buchung abzusagen. Natürlich ist der Wirt nicht erfreut, aber es bringt auch nichts, heute zum Taschachhaus zu wandern und morgen im festen Regen zurückzugehen.

Zuerst wandern wir zum See, danach wandern wir am Talsteig abwärts. Schnell erreichen wir tiefere Gefilde.

Ein netter Weg, direkt unter dem Fulderer Höhenweg, führt uns ins Tal.

Ein Blick über die Schulter zeigt nochmals das Skigebiet und die Riffelseehütte.

Im Pitztal ist alles so steil und schräg, dass sogar die Sitzbänke schräg gebaut werden…

Wir erreichen nach ca. einer Stunde Mandarfen, gleich gehen wir zur Bushaltestelle. Wir sind nicht die Einzigen, die heute von hier wegfahren

Bald kommt der Bus, wir bekommen einen feinen Sitzplatz. Der Bus wird mit jedem Stopp voller, daher freuen wir uns über unser Glück mit dem Platz.

In Imst steigen wir auf den ICE um, der uns rasch nach Innsbruck bringt. Früher als geplant erreichen wir die Landeshauptstadt.
Am nächsten Tag ist das Wetter echt „grottig“, daher sind wir froh um unsere Entscheidung. Eine tolle Tour in einer urtümlichen Landschaft. Uns hat es sehr gut gefallen!

Tourendaten
Gemamtdauer: 1:07 h
Gesmmtlänge: 4,68 km
Höhenmeter: ∆ 5 m / ∇ 587 m

250819 Kaunergratrunde – Cottbuser Höhenweg (2.677m)

Eine feine Nachtruhe geht zu Ende und ein neuer Tag beginnt. Gut gerastet frühstücken wir erst mal auf der Kanuergrathütte, dann richten wir uns für die nächste Etappe her. Von der Veranda der Hütte aus sehen wir den Hüttensteinbock „Frederick“…

Das Wetter ist gut, die Temperaturen relativ warm, die Sonne lugt schon hinter den Bergen hervor. Heute steht der Cottbuser Höhenweg vor uns, mit einer etwas geänderten Wegeführung, wegen Steinschlaggefahr.

Die Hütte thront von dieser Seite aus Hoch über dem Planggerroßtal, hier hatten wir einen tollen Aufenthalt und eine wahrlich unglaublich spannende Aussicht.

Wir nehmen den einfachen Weg durch das Tal, wir müssen ein gutes Stück auf dem Weg ins Pitztal, dabei verlieren wir einiges an Höhe.

Während wir bei der Hütte noch Blockgletscher um uns herum hatten, neben vielem Moränengeröll, kommen wir nun bei einem kleinen sumpfigen See vorbei, der mit dem Schlick der umliegenden Gletscher gespeist und gebildet wurde.

Ein Blick über die Schulter zeigt uns die beeindruckende Wazespitze mit dem Gletscher auf der linken Seite.

Neben uns fließt ein sehr aktives Bächlein, das von den ganzen abschmelzenden Gletschern in der Umgebung gespeist wird.

Auch die Spuren der letzten Gewitter sind noch gut sichtbar, einige Murenstriche liegen in diesem Tal und der originale Cottbuser Höhenweg ist mittlerweile auch gesperrt, zumindest in Teilen.

Wir haben nun fast 700 Höhenmeter abwärts geschafft, nun geht es über eine Brücke und dann geht der ehemalige Notweg hinauf zum Höhenweg.

Dieser Weg ist ab heuer wahrscheinlich der neue Weg, einiges an Arbeit war das Anlegen, wir wir hier immer wieder sehen. Der Pfad ist steil, aber angenehm zu gehen.

Wir erreichen eine Schulter unterhalb des Steinkogels, hier machen wir eine kurze Pause, bevor wir den nächsten Abschnitt in Angriff nehmen.

Zuerst ist das Gelände noch relativ flach und gut zu gehen, ein paar Steinhalden müssen überquert werden…

… dann wird es steiler. Eine Stufe, auch als die Schlüsselstelle bezeichnet, ist mit Seil und Klammern entschärft und liegt schnell hinter uns.

Der weitere Weg schmal und teilweise ausgesetzt. Es empfiehlt sich, hier mit hoher Konzentration zu gehen, ein falscher Schritt wäre nicht so angenehm.

Wieder kommen wir an eine Stelle, die abgerutscht ist, ein Alternativweg wurde schon eingerichtet und führt uns zwar steil, aber sicher nach oben, zum Umgehen der abgebrochenen Stelle.

Seit der Schulter haben wir immer wieder Ausblicke auf den Rettenbachferner, der nun direkt vor uns liegt. Unter uns liegt steil und eng das Pitztal.

Nach einiger Zeit kommen wir wieder an eine flachere Schulter, nun sehen wir schon unter Tagesziel, den Rifflsee vor uns.

Zuvor wollen wir aber noch eine Abzweigung auf den Brandkogel machen, dieser Aussichtsberg liegt direkt am Weg und sollte nicht allzu lange Zeit zur Besteigung in Anspruch nehmen

Der Rucksack bleibt bei der Abzweigung. Steil führt nun der Weg nach oben, ein paar Kraxelstellen erfreuen das Gemüt und sorgen für Abwechslung.

Der Ausblick auf den See, den Rettenbachferner und auch die Pitztaler Gletscher wird von Meter zu Meter besser.

Und schon bald haben wir den Gipfel erreicht. Ein kleines Kreuz ziert den Gipfel des Brandkogels (2.677m). Wir haben die Brotzeit im Rucksack, nur ein Fernglas dabei.

Daher beschränkt sich unser Aufenthalt auf eine feine Umschau, dann steigen wir wieder den Teilen Berghang hinunter. Im Tal sehen wir schon den Ort Mandarfen.

Bald erreichen wir unsere Rucksäcke, wir sind mittlerweile sehr hungrig und freuen uns sehr auf die gute Jause.

Nach guter Rast wandern wir zum Riffelsee. Hier sehen wir mit Erstaunen die höchstgelegene Flossfahrt Europas… einen Kaffee gibt es beim Kiosk leider nicht!

Es ist noch früh, daher wandern wir im Gegenuhrzeigersinn um den See herum.

Obwohl wir keinen Kaffee bekommen, machen wir doch eine kurze Rast am See und lassen unsere Füße ins eiskalte Wasser gleiten. Lange bleiben die Extremitäten nicht im Wasser, schon die kurze Exposition führt zu stechendem Kälteschmerz in den Zehen… es ist eindeutig Gletscherwasser…

Dennoch wollen wir (zumindest nachher) die Abkühlung und Erfrischung nicht missen.

Der weitere Weg führt nun am Südufer des Sees in Richtung Riffelseehütte (2293m).

Diese Hütte liegt im Skigebiet und ist im Winter, wie auch im Sommer gut besucht. Dennoch kommt gleich wieder das typische Hüttenflair auf, das die Alpenvereinshütten ausstrahlen. Wir holen uns Getränke an der Theke, dann bekommen wir noch unser Mehrbettzimmer zugeteilt.

Der Abend verläuft wieder ruhig, es gibt zum Abendessen ein Buffet, später im Zimmer treffen wir noch unsere Mitbewohner, die Deutsche, die wir schon seit der Verpeilhütte immer wieder treffen, und ein junges Pärchen. Es ist angenehm ruhig und schon bald verfallen wir in einen tiefen Schlaf!

Tourendaten
Gesamtdauer: 6:51 h
Gesamtlänge: 12,48 km
Höhenmeter: ∆ 836 m / ∇ 1.364 m