Archiv der Kategorie: Bergtouren

211024 Naviser Sonnenspitze (2.619m) ✨

Der Herbst ist für mich eine der schönsten Zeiten zum Berggehen. Warum dem so ist, kann ich hier heute mit Wort und Bild beschreiben.
Ziel ist die Naviser Sonnenspitze, von der Entfernung schon ein paar Mal gesehen, soll sie heute unser Ziel werden. Wolfgang holt mich in der Früh ab, wir fahren nach Navis, genauer gesagt zum Parkplatz „Schranzberg“. Die Temperaturen liegen noch in der Nähe von Null, aber im Hintergrund locken uns schon die besonnten Berghänge.

Bis zur Peeralm (1.663m) ist der Aufstieg kühl, aber angenehm. Überall liegt Reif, der erste Gruß des Gevatter Winter.

Kurz nach der Alm steigt die Sonne über den Bergkamm empor und schickt uns erste wärmende Strahlen.

Sobald die Sonne am Firmament steht, ist es warm. Bald schon können wir uns unserer Jacken entledigen.

Die Sonne hat, abgesehen von den wärmenden Eigenschaften im Herbst noch eine zweite wunderbare Seite. Die Intensität der Farben ist zu dieser Jahreszeit, besonders durch die warme Sonnenfarbe, fulminant.

Bald erreichen wir die Zehenteralm (1.878m), in wunderschöner Lage hoch über dem Navistal.

Obwohl die Sonne hier bei schönes Wetter wohl immer leuchtet, fallen die Temperaturen wohl immer wieder unter dem Gefrierpunkt. Neben dem Bachlein, das an der Alm vorbeifließt, haben sich sonderbare Eisfiguren gebildet. Ein kuriose und vergängliche Kunst…

Weiter steigen wir den Berg empor, wir passieren die Grafmartalm (2.162m), ab hier führt der Steig durch eine typische Tuxer-Landschaft, große Felsbrocken, karge Landschaft, keine Latschen.

Nun liegt auch unser Ziel schon vor uns (im Bild auf kleine Steingipfel rechts oben), die Naviser Sonnenspitze. Gar nicht so weit wirkt dieser Punkt von hier…

Weit getäuscht… obwohl wir fast in direkter Linie zum Gipfel aufsteigen, scheint sich dieser immer wieder zu entfernen. Hat die Entfernung recht kurz gewirkt, brauchen wir doch noch eine ganze Weile, bis wir am Gipfel stehen.

Die Sonnenspitze besteht eigentlich aus zwei Gipfeln. Einem einfachen Gipfelkreuz, das ohne Schwierigkeiten erreicht werden kann, und ein leichter Klettergipfel, auf den eine Seilversicherung führt. Diese ist allerdings „interessant“ angelegt und daher gar nicht so leicht zu benutzen.

Dennoch stehen wir abwechseln auf dem Gipfel, damit wir schöne Fotos machen können. Platz zum Brotzeiten ist auf dem Gipfel eh nicht, feiner ist das am leichteren Gipfel in einer windgeschützten Kuhle.

Die Aussicht ist heute unglaublich, ungetrübte Sicht auf die Gletscher, im Hintergrund glauben wir sogar den Ortler zu erkennen.

Nach einer feinen Pause auf dem Gipfel wandern wir weiter, wir haben noch eine gute Strecke vor uns. Der erste Teil führt uns hinunter zum Mölsjoch (2.334m)…

…und weiter zum Nördlichen Schober (2.448m).

Der Pfad führt uns weiter, fast bis zum Talende. Bei einem kleinen Bergsee, der ganz in der Nähe vom Klammjoch (2.359m) liegt, zweigen wir ab und wandern wieder Talauswärts.

Über wundeschöne Almen, genannt die Kuchlböden, mit den Stubaiern im Hintergrund, bewegen wir uns wieder zurück in Richtung Ausgangspunkt.

Die Kuchlböden sind eine sehr eigene Landschaft. Mir scheint es, wie wenn hier vor Zeiten ein riesengroßer See gewesen sein muss, evtl. die letzten Überreste eines Gletschers.

Eine weite, flache Ebene eröffnete sich uns, durch die ein stark schüttender Bach fließt. Wasser scheint im Navis kein Problem darzustellen.

Bei der Klammalm verändert sich die Landschaft, das Tal bricht zum Wipptal ab, noch immer sind hier die letzten Spuren vom Almsommer zu spüren.

Die Alm stellte lt. neuesten Theorien den Abschluss des Gletschers dar, der hier vor Urzeiten gewesen sein muss. Darauf deutet auch der zuvor beobachtete See im Talschluss.

Die Sonne ist im Sinken begriffen, nun modellieren sich die Lärchen in geradezu aufdringlichem Gelb aus den in langen Schatten versinkenden Hängen.

Die Klammalm (1.947m), am Übergang von den Kuchlböden zum äußeren Navistal gelegen, ist ein feiner Einkehrpunkt. Heute sind zwar noch Leute auf der Alm, aber Ausschank ist wohl keiner mehr… der Ort wird winterfest gemacht.

Wir ziehen weiter, nun immer durch leuchtende Lärchenwälder, bis wir die nächste Alm, die auch schon geschlossene Poltenalm (1.880m) erreichen.

Die Aussicht von der Fläche vor der Poltenalm auf das Navistal ist phänomenal.

Über die Stöcklalm (1.882m) erreichen wir die Naviser Hütte, einen modernen Bau, der so gar nicht zu den anderen Almen passt.

Doch die Moderne hat auch Vorteile. Obwohl auch die Naviser Hütte geschlossen ist, brummt hier ein Bierautomat vor sich hin… Gott sei Dank haben wir genügend Münzen zur Hand, so geht sich ein kühler Schluck Belohnung aus!

Nach einer gemütlichen Rast, das Aufstehen fällt uns fast ein wenig schwer, wandern wir über den Talsteig hinab zum Parkplatz. Mit den letzten Sonnenstrahlen erreichen wir das Tal.
Eine tolle Wanderung, dennoch sind wir froh, wieder beim Auto zu sein. Wunderbare Eindrücke werden uns wohl länger an diese Tour denken lassen.

Tourendaten
Gesamtlänge: 22,67 km
Gesamtdauer: 7:06 h
Höhenmeter: 1.347 m

211003 Gamskogel (2.659m)

Heute steht eine Tour in den Kalkkögel am Programm. Mit von der Partie sind neben Letu und mir auch noch Michi und David. Um 08:00 Uhr holen wir die Zwei ab und fahren auf der Mautstraße zur Kemater Alm. Noch ist nicht viel los…

Kurz vor Erreichen der Alm sieht man schon das atemberaubende Panorama der Kalkkögel. Dieses Gebirge ist eine geologische Besonderheit in Nordtirol, und für Bergenthusiasten ein schier unerschöpfliches Gebiet.

Von der Kemateralm wandern wir zur Adolf-Pichler-Hütte. Diese ist schon winterfest gemacht, hier wird sich heute keine Einkehr ausgehen…

Über das weite Almgelände, das Vieh ist schon wieder im Tale, wandern wir gen süd-süd-westen zum Seejöchl.

Noch laufen wir im Schatten, es ist kühl und wir brauchen sogar die Jacken.

Es weht ein unguter Südföhn, der gefühlsmäßig immer stärker wird. Wir queren unter der beeindruckenden Riepenwand, der direkte Weg unter der Felswand ist allerdings wegen Steinschlag gesperrt.

Der Weg wird ein wenig steiler, jedoch ist der Pfad gut angelegt und angenehm zu gehen.

Während im Inntal schon die Sonne scheint, halten Ochsenwand, Riepenwand und Seespitze die wärmenden Strahlen effektiv ab.

Erst kurz vor dem Seejöchl (2.518m) bricht der Feuerball durch und wärmt unsere Gesichter. Welch eine Wohltat…

Wir haben erst überlegt, die Schlicker Seespitze zu besteigen, aber da sich der Wind intensiviert hat, beschließen Letu und ich, auf den Gamskogel zu gehen, während Michi und David am eigentlich Ziel festhalten.

Während der Aufsteig zur Seespitze noch im Schatten liegt, haben Letu und ich viel mehr Glück, unser Aufstieg liegt vollends in der Sonne.

Obwohl der Föhn relativ stark ist, ist es in der Sonne gut aushaltbar, dennoch brauchen wir Handschuhe und Kappe, um die Extremitäten warm zu halten.

Der Gamskogel ist ein rechter Steinhaufen, dennoch macht der Aufstieg speziell Letu viel Spaß. Ein markierter Weg führt zwar auf den Gipfel, ist aber nicht nötig, denn gekraxelt werden kann überall.

Schnell haben wir das Gipfelkreuz erreicht, eine großartige Pause geht sich hier allerdings wegen dem „Blasius“ nicht aus.

Kurz unter dem Gipfel finden wir eine kleine leeseitige Nische, die auch noch ein wenig sonnenbestrahlt ist. Hier wird mit Hochgenuss die Jause verzehrt.

Schließlich steigen wir wieder zum Seejöchl ab, von Michi und David ist aktuell keine Spur zu sehen. Also, schlussfolgern wir richtig, müssen sie noch weiter oben sein.

Die beeindruckende Seespitze werde ich wohl nochmals in Angriff nehmen müssen, beeindruckend steht der Zapfen vor mir…

Am Seejöchl verweilen wir nur kurz, es ist auch hier sehr windig. Zumindest sehen wir die zwei Seen, die dem Jöchl wohl den Namen „eingebrockt“ haben.

Wir steigen weiter ab, folgen dem selben Weg, den wir im Aufstieg verwendet haben…

… und erreichen bald wärmere Gefilde.

An den Ufern eines ausgetrockneten Sees pausieren wir und warten auf unsere Mitwanderer. Vor kurzem haben sie sich telefonisch gemeldet…

Bald sind wir wieder vereint und wandern über die Adolf-Pichler-Hütte hinab zur Kemateralm.

Zum Glück hat dieser Platz offen, wir gönnen uns eine kleine Stärkung, während sich der Himmel immer mehr zuzieht.

Das Wetter war heute nicht ideal, aber es blieb trocken und die Fernsicht war in Ordnung. Letu meinte sogar, den Säuling gesehen zu haben, unseren Hausberg in Pflach. Leider kann ich das nicht bestätigen, will es aber auch nicht als unrichtig einstufen. Zumindest die Zugspitze haben wir gemeinsam sicher gesehen.

Danke an die tolle Truppe, es war wieder mal eine feine Bergfahrt mit feinen Leuten.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:48 h
Gesamtlänge: 12,06 km
Höhenmeter: 1.112 m

210821 Weißstein (2.640m), Rosskogel (2.646m) ✨

Endlich schaffe ich eine Tour, die ich mir schon lange vorgenommen habe. Meinen Namensberg, Weißstein, zumindest fast… und den Rosskogel, den ich zu HTL Zeiten einmal von Oberperfuss begangen bin. Ich starte meine Tour am großen Parkplatz „Stieglreith“, hoch über Oberperfuss.

Es ist noch früh, dennoch steht die Sonne schon hoch am Himmel. Der Parkplatz ist gut besucht. Über die Skipiste geht der erste Teil des Weges, bald erreiche ich die Rosskogelhütte

An der Hütte vorbei ist mein nächstes Ziel das Rangger Köpfl…

…zuerst über die Skipiste…

… mit wunderschönen Blicken ins Inntal. Leider ist es diesig, und damit ist die Fernsicht gerade nicht so gut.

Bald rückt mein zweites Tourenziel ins Blickfeld, der Rosskogel. Erinnerungen an den Ewigkeitshatsch vor fast 30 Jahren kommen hoch.

Am Ranggerköpfl mache ich eine kurze Rast, und suche gleich einen Geocache, den ich rasch finde.

Die Aussicht auf das Inntal und die Hohe Munde bringen die nächsten guten Erinnerungen, die Tour mit Michi und Konrad, wieder zum Vorschein.

Da ich heute eine Überschreitung geplant habe, zweige ich beim Krimpenbachsattel (1.896m) Richtung Hundstalsee ab.

Am Schützensteig wandere ich hoch über der Inzinger Alm. Der Steig ist gut angelegt, manchmal ein wenig steil, aber gut begehbar. Da ein großer Teil dieses Abschnitts noch im Schatten liegt, und das Gras hoch steht, sind meine Hosenrohre bald „soachnass“.

Am Ende des Schützensteiges ist das Gras dann zum Glück nicht mehr so hoch und die Sonne scheint wieder auf den Weg. Bevor ich auf den Steig ins Seeloch abzweige, passiere ich noch einen schönen Bach…

… und eine verfallene Schafhütte. Nun sehe ich den weiteren Weg. War der Schützensteig fast eben vom Krimpenbachsattel bis zur Schafhütte, steilt der Weg nun wieder auf.

War ich bis jetzt alleine auf meiner Wanderung, gesellen sich nun ein paar Gruppen dazu, die alle Richtung Hundstalsee wandern.

Der Seebach sprudelt lustig vor sich hin und verführt mich zu dem Glauben, gleich mal am See zu sein. Leider weit gefehlt…

Nachdem ich den ersten Kessel hinter mir habe, sehe ich die nächste Steilstufe vor mir. Von See keine Spur weit und breit. Erst von oben offenbaren sich zwei Lacken.

Nach der zweiten Steilstufe erreiche ich den Hundstalsee mit dem berühmten Apollontempel. In 20 Jahren Bauzeit wurde dieser, dem griechischen Gott der Künste, von zwei tiroler Künstlern erbaut.

Der Platz ist malerisch, der Tempel auch… wenngleich das Bauwerk nicht immer gerne gesehen wurde. Sogar Gerichtsverhandlungen wegen unerlaubtem Aufstellen eines Bauwerks wurden gefochten. Schlussendlich wurde zugunsten der Künstler entschieden.

Vom See steige ich nun weiter auf, in die sogenannten Gruben. Eine richtige Mondlandschaft, die Wegfindung ist hier mehr als schwierig. Zum Glück gibt es Steinmander und ein paar Markierungen, die allerdings gesehen werden wollen.

Oben am Sattel angelangt, rückt das erste Mal der Weißstein in mein Gesichtsfeld. Ein wahrlich schroffer Zacken. Von hier schaut er nicht leicht besteigbar aus.

Zuerst muss ich wieder ein paar Höhenmeter absteigen, dann geht es wieder aufwärts. An der südlichen Mauer vorbei kommt der Einstieg in Sicht.

Eine Tafel warnt vor dem unbedachten Einstieg: „Weisstein – Gipfelanstieg sehr schwierig“. Das verspricht spannende Minuten. Die ersten Schritte sind schnell absolviert, dann muss ich eine erdige Rinne hochklettern.

Nicht immer ganz angenehm, aber dennoch gut machbar erreiche ich wieder einfachere Passagen. Eingeklebte Standhaken sind für schwächere Gipfelaspiranten vorhanden.

Schwere und leichte Passagen wechseln sich ab, einzig die erdigen Stellen machen keinen Spaß. Wahrscheinlich hat der letzte Starkregen hier seine Signatur hinterlassen, denn der Weg schaut nicht ganz „original“ aus.

Immer höher steige ich auf, bald kommt das Gipfelkreuz in Sicht. Nur noch kurze, relativ leichte Kletterstellen müssen bewältigt werden.

Vor dem Gipfel sind auch Seile eingebaut, die den Aufstieg erleichtern. Hier ist der Fels kompakt und gut zu erklettern. Genuss pur.

Dann stehe ich auf „meinem“ Berg, dem Weißstein. Weissensteiner steht auf Weißstein, geht mir als nicht-reimender Reim durch den Kopf… und heute kann ich den Gipfel sogar für mich alleine genießen.

Die Aussicht ist fantastisch, die schlechte Sicht vom Morgen ist vergessen, es ist warm, fast windstill, also so gut wie perfekt.

Ich bleibe eine kurze Zeit auf dem Gipfel, will aber, weil noch „warm“, gleich weiter klettern, denn der Weg zum Rosskogel hat noch ein paar pfiffige Stellen parat, denke ich mir.

Weit gefehlt, die Überschreitung zum Rosskogel ist am Anfang anregend, aber nicht schwer, die Wegfindung auch sehr gut. Und je näher ich dem Nachbarn komme, desto einfacher wird der Weg.

Der Weg führt meist südwärts in den Grashängen, vorbei an Schafen zum sanften Nachbarn.

Ein Blick zurück offenbart die Ostseite des Weißsteins. Ein schöner Berg, finde ich.

Ein ungleiches Paar, die zwei Bergnachbarn. Während der eine, gerade bestiegene, steil, schroff und abweisend wirkt, ist der Rosskogel ein wahrer Kogel… rund, sanft, leicht zu besteigen. Dementsprechend mehr Leute treffe ich hier.

Der Abstieg vom Rosskogel ist aktuell nur über die Ostseite möglich, am Nordgrat ist ein Wegstück abgebrochen, daher ist der Weg nicht begehbar.

Über den Ostgrat erreiche ich einen großen Wegweiser, der mich weiter über das Schartl in die Weite Grube führt.

Hier wird die Landschaft grüner, perfekte Almgründe mit viel Vieh. Immer mehr Almen, ja richtige Almdörfer sehe ich.

Auch hier finde ich wieder verfallene Gebäude, sehr zu meinem Gefallen…

Je tiefer ich komme, desto üppiger werden die Wiesen.

Wobei meine Vermutung ist, dass hier die meisten Almen mittlerweile nur noch dem Vergnügen dienen und nicht so sehr der Landwirtschaft…

Der Steig entlang der ganzen Hütten, immer mit toller Aussicht auf das Unterinntal, ist wunderschön und ein toller Abschluss.

Ein weiteres Ziel von mir sehe ich ganz am Schluss, den Großen und Kleinen Solstein, die auch noch auf eine Besteigung meinerseits warten.

Die letzten Meter steige ich wie in der Früh über die Piste ab, hoch über mir kutschieren die Gondeln Gäste hoch in Richtung Rosskogelhütte.

Nach über 6 Stunden, ohne große Pausen, außer jener am Rosskogel, bin ich froh, wieder am Ausgangspunkt zu stehen. Und zufrieden mit der schönen Runde bin ich allemal.

Tourendaten
Gesamtdauer: 6:40 h
Gesamtlänge: 20,44 km
Höhenmeter: 1.741 m

210807 Kogelseespitze (2.647m) ✨

Endlich mal wieder eine ausgedehnte Tour, denke ich mir, als mich Papa anruft und fragt, ob ich mit ihm auf die Kogelseespitze gehen möchte. Wir wollen nicht den „Standardweg“ über die Hanauerhütte machen, sondern eine Rundtour, um ein paar mehr Höhenmeter zu sammeln.
In der Früh treffen wir uns in Boden am Hahntennjoch, um Punkt 7:00 Uhr starten wir los.

Die erste Etappe führt uns vom Parkplatz in Boden hinauf zum Sattele (2.057m), dem Übergang nach Gramais.

Die Wegfindung ist nicht immer ganz einfach, doch Verlaufen ist in diesem Kessel fast nicht möglich. Teilweise ist der Weg gut in Schuss, teilweise fast nicht auffindbar. Ein Beweis, dass dieser Aufstieg keine Standardtour ist.

Der Weg vom Sattele hinab nach Gramais ist am Anfang steil, rutschig durch die letzten Regenfälle und daher mit Vorsicht zu genießen.

An einem Teil des Weges fällt uns ein besonderes Phänomen auf. Hier scheint eine regelrechte Käferplage zu grassieren, überall findet man skelettierte „Pfleschen“…

Wir müssen ungefähr 500m absteigen, dann erreichen wir die Abzweigung zum Kogelsee.

Das schöne Tal kommt mir gleich bekannt vor, hier bin ich vor ein paar Jahren mit Oma und den Kindern zum Kogelsee, allerdings von Gramais aus, rauf gelaufen.

Das Brett über den Bach ist immer noch das Selbe, wackelig wie eh und je. Anschließend erfolgt der Aufstieg durch das ausgedehnte Latschenfeld. Gott sei Dank ist es noch kühl…

Bald öffnet sich der Latschenwald und wir bekommen wieder eine leichte Brise zu spüren. Das tut gut und kühl uns ein wenig.

Die Wasserfälle des Platzbachs sprudeln frisch und munter. Dank der letzten Regenfälle ist mehr als genug Wasser vorhanden.

Der Weg hinauf zum Kogelsee zieht sich dann doch wider Erwarten, am Talanfang hat die Entfernung nicht so weit ausgesehen.

Schöne, hellrosa schimmernde Almrosen säumen den Weg. Während im Inntal die Blüte schon fast vorbei ist, fangen hier im Lechtal die Bergblumen erst an…

Kurz vor dem Kogelsee sehen wir den Kogel (2.318m). Für die nächsten Stunden wird dieser Berg immer wieder in unserem Blickfeld auftauchen.

Der Kogelsee (2.071m) ist einer der schönsten Bergsehen der Gegend, mit dem Kogel im Hintergrund ein sehr dankbares Fotomotiv. Zum Schwimmen ist es allerdings heute zu kalt.

Unser Weg führt uns hinauf Richtung Kogelseescharte (2.497m).

Ein Blick zurück zeigt nochmals die Schönheit des Kogelsees und Kogelkars.

Kurz vor der Kogelseescharte zweigen wir nach Südwesten ab.

An einem ausgedehnten Schneefeld verstauen wir unsere Wanderstöcke und ziehen den Helm auf.

Jetzt geht es ans Eingemachte. Obwohl der Weg nicht schwierig ist, ist das Geröll ist im ersten Teil doch sehr unangenehm. Jeder Schritt muss dreimal kontrolliert werden, und dennoch brechen immer Steine aus. Zum Glück haben wir Helme mit.

Spannende Passagen, sowohl wegen des Schotters als auch wegen der Wegfindung sind unser steter Begleiter.

Je höher wir kommen, desto besser wird die Felsqualität. Nun macht die Kraxlerei richtig Spaß.

Bald erreichen wir den Grat, hier sind nur noch moderate Schwierigkeiten zu bewältigen.

Leichtes Auf und Ab führt uns zum schon sichtbaren Gipfel.

Wieder neue Seen sind in unser Blickfeld gerückt, der Obere und Untere Parzinnsee im gleichnamigen Kessel leuchten wie zwei Augen zu uns empor.

Der letzte Teil des Grates ist normales Wandergelände mit gut ausgetretenem Pfad.

Schließlich erreichen wir den Gipfel der Kogelseespitze (2.647m).

Der Wind am Grat und am Gipfel ist enorm, daher pausieren wir nur kurz, eine Pause werden wir in windstillen Gefilden machen.

Ein Pärchen ist noch am Gipfel, das nutzen wir aus und lassen noch ein Gipfelbild machen.

Der Abstieg erfolgt nun über den Normalweg.

Der Ausblick ins Parzinn ist herrlich, die Seen sind gut zu sehen.

Im Westen liegt der Gufelsee, auch dieser wunderschön gelegen. Hier sind wir vor ein paar Jahren bei unserer Wanderung von Zürs nach Nasserreith vorbeigekommen.

Ein Blick zurück zeigt unser Weg über das Grat (oben: vom Gipfel rechts der Bildmitte, mit den Wolken über das Grat zum linken Gipfel, nicht sichtbar)

Am Gufelseejöchl schauen wir nochmal auf den Gufelsee, im Hintergrund der beeindruckende Vordere Gupfelkopf mit seinem blätterförmigen Schichtaufbau.

Am Unteren Parzinnsee (2.180m) machen wir unsere wohlverdiente Pause. Gemütlich jausnen wir, während gegenüber ein paar Murmelen herumlaufen.

Bei der Hanauer Hütte (1.922m) kehren wir kurz ein, trinken ein alkoholfreies Weizen und schauen, dass wir weiterkommen. Das Wetter schaut nicht mehr so gut aus… dunkle Wolken sind über dem Parzinn aufgezogen.

Die Hanauer Hütte hat eine gewaltige Lage, im Westen liegt das malerische Parzinn, das wir soeben durchquert haben, im Norden verbindet das Angerletal die Hütte mit Boden.

Der Abstieg von der Hütte zur Seilbahnstation ist einfach, aber dennoch mit Vorsicht wegen dem feinen Kies zu begehen. Kurz vor der Seilbahn treffen wir eine Gruppe, eine Frau ist ausgerutscht und hat sich den Fuß verdreht. Auf die Frage, ob wir helfen können, kommt nur ein knappes: „Nein, die Bergrettung ist am Weg!“.

Nachdem auch eine Gruppe älterer Damen stehengeblieben ist, Schmerzmittel werden der Verletzten übergeben, steigen wir weiter ab.

An der Brücke über den Angerlebach wird der Weg flacher, bald erreichen wir die Seilbahnstation.

Ein wunderschöner Anblick, der mich an die Tour mit Luis und Papa erinnert, ist die Dremelspitze am Talende…

Schließlich erreichen wir nach etlichen Kilometern wieder unseren Ausgangspunkt, eine tolle Wanderung, die uns wieder mal sehr gut getaugt hat.

Tourendaten
Gesamtdauer: 8:07 h
Gesamtlänge: 20,11 km
Höhenmeter: 2.112m

Ausrichtung Nord
Ausrichtung Süd

210620 Hüttenspitze (1.858m) ✨

Nachdem das Wetter nicht so schlecht gemeldet ist, mir aber noch die lange Nacht des Bergfeuers in den Knochen steckt, beschließe ich, eine beschauliche Tour auf die Hüttenspitze am Eingang des Halltals zu machen. Es sind schon ein paar Jahre vergangen, seit ich auf diesem schönen Gipfel gesessen bin.
Ausgangspunkt ist der Hackl, da ich nicht allzu früh am Wege bin, ist der Parkplatz schon gut belegt. Trotzdem finde ich gleich einen Platz und mache ich auf den Weg.

Vom Hackl aus ist die Wegsuche immer ein wenig abenteuerlich, ein Stück muss ich am Halltalbach bzw. Weißenbach entlang wandern. An einigen Stellen ist der Steig unterbrochen, den hat wohl der Bach bei höheren Wasserständen „abgenagt“.

Schließlich zieht der Weg recht in den Wald hinauf. Die Temperaturen im Wald sind grenzwertig und schrauben meinen Flüssigkeitsbedarf dramatisch in die Höhe.

Ab und zu kommt ein laues Lüftchen auf, höchst willkommene Erfrischung, die aber nicht von Dauer ist.

Faszinierende Blicke ins Halltal entschädigen für die Anstrengung. So mancher Wanderer begegnet mir, später stelle ich fest, dass diese zum Großteil von der Alpensöhnehütte kommen.

Nachdem ich die Hütte passiert habe, wird es ruhiger, nur wenige Bergsteiger finden den Weg auf diesen faszinierenden Berg, der im Schatten seiner größeren Nachbarn, wie zum Beispiel dem Bettelwurf steht.

Die Fernsicht ist heute in zweierlei Hinsicht nicht besonders: Zum einen ist die Luft immer noch Gewitterschwanger, wobei kein akuter Ausbruch zu erwarten ist, zum anderen bläst der Südwind Saharastaub in die Alpen und beeinträchtigt damit die Sicht.

Nun habe ich die Rinne erreicht, die einfach zu erklettern, aber dennoch mit Vorsicht zu genießen ist. Zu locker ist das Gestein geschichtet und immer wieder brechen kleinere und größere Brocken ab und suchen schwerkraftsbedingt ihren Weg nach unten.

Nachdem ich den bröckeligen Teil hinter mir gelassen habe, ist der Rest des Aufstiegs einfach und, Gott sei es Gedankt, auch ein wenig erträglicher geworden, da nun ein reges, stetes Lüftchen weht.

Auch im Unterland ist die Sicht alles andere als gut, den Glotzen und auch das Kellerjoch kann man gerade noch erahnen.

Unter mir liegt das Halltal in seiner ganzen Pracht, St. Magdalena und im Hintergrund Kartellerjöchl mit den altehrwürdigen Herrenhäusern, überragt von Wildanger-, Stempeljochspitze und Roßkopf. Sogar die Rumerspitze lässt sich erahnen.

Zufrieden erreiche ich den Gipfel, nun wird gejausnet und auch eine Cachekontrolle eines meiner ältesten Caches, „Hüttenspitze“ durchgeführt.

Für mich ist das Highlight der Tour die „Abfahrt“ über die Wechselreise. Da ich keine Möglichkeit habe, in den oberen Teil der Rinne einzusehen, bleibt ein gewisses Restrisiko, dass noch Schneefelder den Abstieg erschweren.

Dennoch wage ich den nordöstlichen Abstieg, der ein wenig pfiffiger als der Aufstieg ist.

Die Schlüsselstelle, eine steile Rinne, ist wie ich schon das letzte Mal feststellen konnte, mit Henkelgriffen ausgestattet und daher leicht abzusteigen. Rasch befinde ich mich am Einstieg in die Wechselreise, die sich schneefrei präsentiert.

Die ersten Meter des Abstiegs sind immer ein wenig holprig, das Gestein ist hier grob und erlaubt keine feinen Schwünge. Doch nach ca. 100m eröffnet sich die Bahn mit perfektem Laufschotter… und das fast 600 Höhenmeter bis kurz vor die Halltalstraße.

Rückblickend schaut die Reise nicht ganz so steil aus, allerdings täuscht dies ein wenig. Die objektiven Gefahren halten sich in Grenzen, ein Totalabsturz ist unwahrscheinlich, eher würden die scharfkantigen Steine ihre volle Bremswirkung entfalten, was dem weichen Hautgewebe wohl nicht sehr zuträglich wäre.

Just diese Erfahrung muss ich im untersten Bereich machen. Ein unachtsamer Tritt und schon habe ich einen unangenehmen Schnitt am Oberschenkel. Die bei diesen Temperaturen nicht ausbleibende Schweißbildung erinnert mich anschließend permanent auf unangenehme Weise an meine Unachtsamkeit.

Dennoch kann eine solche Lappalie mir das Lächeln ob der tollen Abfahrt nicht aus dem Gesicht vertreiben. Einen solchen Abstieg kann man nur genießen.

Einmal noch schaue in den Talschluss mit seinen majestätischen Gipfeln ausgiebig an. Einige davon stehen immer noch ganz oben auf meiner Liste.

Den Abschluss meiner tollen Tour macht dann der Fluchtsteig, der mich wieder an den Parkplatz beim Hackl leitet. Dort, auch schon Tradition, drehe ich 5 Runden im Kneippbecken, bis ich meine Füße nicht mehr spüre… so erfrischt kann der ruhige Teil des Tages beginnen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:25 h
Gesamtlänge: 10,29 km
Höhenmeter: 1.084 m

210604 Säuling (2.048m)

Der zweite Tag auf der Hütte schaut vom Wetter gar nicht so schlecht aus, also beschließen wir, auf das Säulinghaus aufzusteigen.

Der erste Teil des Weges ist ident mit dem gestrigen Aufstieg, wir müssen wieder zum Steig queren.

Obwohl das Wetter ein wenig stabiler ist als gestern, ist dennoch ist ein wachsames Auge gefordert, es könnte jederzeit umschlagen.

Meter um Meter steigen wir höher, bald queren wir das letzte Mal die Forststraße, nun ist es nicht mehr weit bis zum Säulinghaus.

Das Haus lassen wir vorerst links liegen, und steigen weiter zum Start des anspruchsvolleren Teils der Tour. Zuvor sehen wir allerdings, keine 100m von der Hütte entfernt ein Rudel Steinböcke, fast zum Angreifen nahe… 10 Stück liegen gemütlich in der Sonne und lassen sich nicht stören.

Der Aufstieg über den Steig ist brüchig und speckig, aber der Weg gut angelegt. Leider gibt es immer wieder Wanderer, die Abkürzungen nehmen und damit eine klare Linie zerstören. Daher hat man gerade hier am überlaufenen Säuling immer mehrere Alternativen…

Wir nehmen immer den Weg des geringsten Widerstandes. So steigen wir rasch höher. Heute sind wenige Leute am Weg, wohl auch wegen Wochentag und nicht-perfektem Wetter.

Letu hat Spaß am Steig, es ist ja nicht das erste Mal, dass er auf seinen Lieblingsberg steigt. Vor Kurzem hat er in der Schule ein Referat über den Berg gehalten, nun steigt er hinauf auf das Haupt des Säulings.

Am Sattel angelangt ist der schwierigere Teil überstanden, nun genießen wir erst den schönen Ausblick nach Deutschland, dann gehen wir weiter. Das Wetter schaut leider nicht mehr so gut aus.

Wir beeilen uns, den Gipfel noch zu erreichen. Wir sind nicht die einzigen, vor und hinter uns sind doch ein paar Wanderer mitgekommen.

Sogar einen Paragleiter vom Tegelberg können wir beobachten, einmal fliegt er recht knapp vorbei uns winkt Letu und mir herunter. Solange die Paragleiter in der Luft sind, kann es mit dem Wetter nicht so schlimm sein, denke ich mir…

Die letzten Meter werden nochmals steil, Letu darf heute führen. Bis auf ein paar Hinweise sucht er selbstständig einen feinen Weg, der uns sicher zum Gipfel bringt.

Die letzten paar Meter flach zum Kreuz sind immer spektakulär, denn es eröffnet sich der Blick auf den Talkessel und den Eingang ins Lechtal.

Endlich geschafft, ein tolles Gefühlt, auf dem Hausberg zu stehen. Ein Rundumblick offenbart uns die Pracht der Allgäuer-, Ammergauer- und Lechtaler Alpen. Überall liegt noch viel Schnee…

Wir genießen eine feine Brotzeit, die gehört einfach zum Gipfelglück, wie der i-Punkt auf das i. Dann schauen wir uns nochmals um und beschließen, abzusteigen. Das Wetter wird einfach nicht besser.

Runter gehen wir den selben Weg, rasch erreichen wir wieder den Sattel.

Ein Blick vom Sattel ins Tal, und davor sehen wir das Säulinghaus. Dort kehren wir heute noch ein…

Der steile Abstieg ist rasch geschafft, den Steinböcken sagen wir ade, dann gönnen wir uns einen Apfelstrudel im Schutzhaus… natürlich haben wir einen Corona-Test dabei uns müssen uns registrieren, das ist die „Neue Normalität“.

Ein Blick hinauf zum Gipfel zeigt uns, dass das Wetter umgeschlagen hat. Während es bei uns noch relativ warm war, ist es oben am Gipfel sicher nicht mehr so gemütlich.

Wir brauchen für den weiteren Abstieg zeitweise die Regenjacke, denn es hat zum Tröpfeln begonnen. Dennoch beschließen wir, über das Pflacher Älpele abzusteigen. Vielleicht ist unser Hüttennachbar Klaus da…

Über Vils hängen die Gewitterwolken und auch so mancher Donnergroll tönt herüber. Es wird Zeit, dass wir zurück zur Hütte kommen.

Beim Pflacher Älpele ist leider niemand anwesend, scheinbar wollte auch Klaus bei diesem Wetter nicht rauf in die Höhe. Wieder bewundere ich den schönen Platz, den diese ehemalige Alm hat.

Schnellen Schrittes erledigen wir die Strecke zur Hütte, der letzte Teil des Rückweges führt uns über die Forststraße. Ein toller Ausflug, der sich trotz instabilem Wetter gelohnt hat.
Bei der Hütte wird wieder gegrillt, das haben wir uns heute wieder verdient!

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:52 h
Gesamtlänge: 11,57 km
Höhenmeter: 1.056 m

210405 Hochmahdkopf (1.738m)

Den eigentlichen Plan hat es mir heute ein wenig durcheinander gewirbelt, da sieht man wieder, wie wichtig eine Tourenplanung, inklusive Alternative oder Notfallplan ist.
Ich starte um 7:15 Uhr beim Hackl in Absam, gleich vom Parkplatz zieht ein steiler Pfad hinauf, mein erstes Ziel ist der Hochmahdkopf.

Steil ist der Weg, aber so macht man halt auch schnell Höhe. Das Wetter ist noch blenden, der Ausblick auch. Vor mir taucht immer wieder das beeindruckende Bettelwurfmassiv auf.

Im Tal grünt es schon sehr, das sieht man aus dieser Höhe gut. Und ich sehe von hier auch nach Hause, ins Mittelgebirge und nach Aldrans.

Der Blick ins Unterland zeigt anhand der Luft schon den kommenden Wetterumschwung. Sogar mit Schnee ist zu rechnen, aktuell fast nicht vorstellbar.

Ich habe nun den Bereich erreicht, der besonders schwer vom Waldbrand 2014 betroffen war. Noch hat sich hier die Natur nicht erholt, das wird wohl noch einige Jahre dauern.

Schließlich erreiche ich den Hochmahdkopf (1.738 m). Ich bin alleine, ein Stück hinter mir sehe ich einen zweiten Wanderer hochsteigen.

Ich raste kurz aus, trinke einen Schluck und mache mich auf zum zweiten Gipfel, dem Haller Zunterkopf.

Von hier finde ich die Aussicht auf Innsbruck immer sehr schön, eingebettet zwischen den Bergen liegt sie da, die Alpenhauptstadt.

War bis jetzt fast gar kein Schnee beim Aufstieg vorhanden, wechselt nun die Landschaft recht rasch. Das hat auch mit der Ausrichtung zu tun, hier oben scheint die Sonne dann doch nicht direkt auf den Schnee und er hält sich umso länger.

Schon von weitem habe ich die Schlüsselstelle zum Haller Zunterkopf gesehen. Meist ist der Weg einfach, einzige die Steilstelle mit Seil, die überwunden werden will, damit der Weg fortgesetzt werden kann, ist ein wenig fordernd.
Leider muss ich feststellen, dass mit meinen Bordmitteln und meinem Können hier Schluss ist. Zu steil und ausgesetzt wäre die Eiskletterei über die Stufe. Diesen Gang werde ich nochmals bei weniger Schnee durchführen.

Ich verschnaufe kurz und betrachte den Aufstiegsweg. Die Schneedecke auf der Nordseite ist noch recht mächtig. Ich beschließe dennoch, mein Glück mit dem Nordabstieg nach St. Magdalena zu wagen.

Hier kommt die Sonne selten her, daher hat sich der Schnee gut gehalten und macht so manche Passage spannend. Ich montiere mir die Grödel, und wieder einmal bin ich froh, dass ich im Frühjahr dieses Hilfsmittel immer im Rucksack habe.

Sehr steil führt der Pfad durch den Hochwald, drei Lawinenkegel muss ich queren. Der Weg ist nicht immer sichtbar und die wenigen Fußspuren, denen ich folge, sind auch nicht immer schlüssig.

Dennoch erreiche ich nach ca. 40 Minuten das Gasthaus St. Magdalena. Hier gönne ich mir ein Bier und wunderbar schmeckende „Sankt Johanner“ (übrigens seit kurzer Zeit meine absoluten Lieblingswürste).

Mit meinem Sitznachbarn, einem ehemaligen Gschnitzer, habe ich eine feine Konversation, so vergeht die Zeit im Fluge. Leider muss ich nach kurzer Zeit schon wieder aufbrechen, ich habe noch was vor…

Für den Abstieg wähle ich den Fluchtsteig, der mich rasch bis zur zweiten Ladhütte führt.

Schnee ist fast keiner mehr vorhanden, aber ein paar eisige Stellen verlangen Aufmerksamkeit. Die Hüttenspitze lacht zu mir herüber, diese hätte ich heute auch als Ziel im Auge gehabt.

Der Fluchtsteig ist trotz der frühen Jahreszeit in sehr gutem Zustand und kann ohne größere Probleme begangen werden, wie mir durch die Frequenz der mir entgegenkommenden Wanderaspiranten vor Augen geführt wird.

Ich bin glücklich, meinen speziellen Weg heute gegangen zu sein. Meistens war ich auf einsamen Bergpfaden unterwegs, die wenigen Begegnungen waren sehr angenehm. Im Halltal ist heute auch nicht ganz so viel los, aber je weiter ich zum Hackl komme, desto mehr Spaziergänger treffe ich.

Schließlich erreiche ich den Ein- und Ausgang des Halltals, den Hackl. Die Brücke ist mir immer ein lieber Wegmarker, über den ich gerne zum Abschluss schreite.
Eine tolle Tour neigt sich dem Ende zu, das Wetter ist zwar noch warm, aber nicht mehr so strahlend schön wie in der Früh…

Tourendaten
Gesamtlänge: 11,28 km
Gesamtdauer: 4:12 h
Höhenmeter: 1.352 m
Lawinenwarnstufe: 2 (Nassschnee, Triebschnee)

201129 Hochmahdkopf (1.738m)

Nachdem das Wetter die letzten Tage schön war, beschließen wir, auch den Sonntag noch zu nützen. Doch welcher Schreck, in der Früh hängt eine richtig fiese Hochnebeldecke über dem Inntal. Wir wollen trotzdem probieren, ob wir dieses Grau nicht umgehen können. Heute wollen wir auf den Hochmahdkopf steigen…

Beim Parkplatz beim Hackl in Absam geht es los, direkt auf einen kleinen Steig, der steil den Berg hinaufzieht.

„Steil“ ist heute Programm, der Weg lässt nur ganz kurze Verschnaufpausen zu, der Pfad zieht zuerst durch Wald und später durch die Verbrennungszone (Waldbrand 2014) am Hochmahdkopf hinauf. Hier im unteren Teil hat der Nebel wunderschöne Eisgebilde an die Vegetation gezaubert…

… die Stimmung ist heute grandios, mit dem Reif, dem Nebel und dem „Grau-in-Grau“ erzeugt dies eine fast schon gespenstische Stimmung.

Je höher wir steigen, desto heller wird es in der Umgebung, fast erscheint es wie eine zweite Dämmerung…

Schließlich brechen wir durch den Nebel, ein grandioses Schauspiel, das man nicht so oft erlebt. Wie ein Wattekissen liegt der Hochnebel über dem Inntal, teilweise sieht man noch den verschwommenen Wald durch die Schwaden.

Wir haben nun den Teil erreicht, an dem 2014 das Wetter wohl am fürchterlichsten gewütet hatte.. das Gras hat sich schnell erholt, aber die Latschen (Legföhren) werden wohl noch viele Jahre brauchen, bis sie sich hier wieder ansiedeln werden… wenn überhaupt!

War es im Tal noch kalt, ca. -1°C, so haben wir über der Hochnebeldecke schon wieder T-Shirt-Temperaturen. Nun ja, ich gebe zu ich bin nicht verfroren, aber es ist wirklich sehr angenehm geworden.

Der Gipfelhang mit den verbrannten Latschen liegt nun vor uns, im Sommer sicher unter Tags eine Herausforderung, wegen der südlichen Ausrichtung.

Immer wieder schweifen unsere Blicke ins wolkenverhangene Inntal, sogar Aldrans scheint heute keine Chance auf Sonne zu bekommen.

Der Bettelwurf lacht zu uns herüber, genauso wie im Hintergrund das Kellerjoch. Wie Inseln im Meer schauen die Bergriesen heute aus… vielleicht hat es zur Eiszeit mit dem Inntalgletscher auch so ausgesehen.

Schlussendlich erreichen wir nach ziemlich genau 1.000 steilen Höhenmetern den Gipfel des Hochmahdkopfs (1.738m). Die Fernsicht ist außergewöhnlich, der Blick über die Alpengipfel fast unendlich…

Die Brotzeit, ein uns wichtiges Ritual, wird ausgepackt und die Umgebung mit dem Fernglas erkundet. Im Aufstieg hatten wir ein paar Gämsen gesehen, nun ist es aber wohl zu hektisch geworden, viele Wanderer haben nun den Gipfel erreicht.

Wir haben eine Bank am Gipfelaufbau ergattert, da lässt es sich schon eine Weile aushalten. Während wir uns stärken, erörtern wir unsere Optionen für den Weiterweg. Wir beschließen, den Weg nach St. Magdalena zu wagen, hoffen allerdings auf nicht zu viel Schnee und Eis.

Schon die ersten Meter zeigen uns, wie der Weg ins Tal ausschauen wird… Eis und Schnee… Trotzdem wollen wir den Abstieg wagen, höchste Konzentration ist nun gefragt.

Im oberen Teil ist der Weg teils eisig und stark abschüssig, da müssen wir mit größter Vorsicht absteigen. Letu macht seine Sache sehr gut und steig bei den kritischen Stellen vorsichtig ab.

Der Schnee ist nur im oberen Teil der Wand zu finden, weiter unten wird es dann aper und somit auch leichter.

Schließlich erreichen wir das wunderschöne Kloster St. Magdalena. Der Nebel kommt wieder herein, es wird wohl bald wieder dumper werden.

Dieses ehemalige Kloster und nunmehr als Restaurant benutze Plätzchen ist einfach wunderbar. Ob im Nebel, im Sonnenschein, bei Nacht oder am Tage, immer strahlt dieser Ort Kraft und Ruhe aus. Wir schauen einen Sprung in die Kapelle, die mich immer wieder an die Hüttenkapelle am Hüttenbichl in Pflach erinnert.

Es ist kühl, daher brechen wir auf, nun müssen wir durch ein schon fast hoch-winterlich anmutendes Halltal zurück zum Parkplatz wandern. Letu bereut, dass wir keine Rodel mitgenommen haben und versucht mit seinen Schuhen den Weg hinunter zu rutschen.

Es macht eindeutig Spaß und die Vorfreude auf den Winter ist nun schon groß.

Am Ende ist das Halltal dann wieder Grau-in-Grau gehalten, der Schnee ist weg und der Nebel in Talnähe dick und zäh.

Die letzten Meter wandern wir auf dem Fluchtsteig hinaus aus dem urigen Tal. Waren wir im oberen Teil des Tales noch alleine, begegnen uns nun ein paar Spaziergänger, die sich trotz vermeintlichem Schmuddelwetter hinaus gewagt haben.

Auf der Brücke am Hackl schauen wir auf den Parkplatz und sind verwundert… da ist heute richtig was los. Wir scheinen die ruhigere Tour ausgesucht zu haben.

Eine wunderschöne, wenn auch in der Nordlage herausfordernde Wanderung, die heute ein wenig Vorsicht beim Abstieg ins Halltal gefordert hat.

Tourendaten
Gesamtlänge: 10,83 km
Gesamtdauer: 4:10 h
Höhenmeter: 1.022 m

201114 Schafseitenspitze(kreuz) (2.564m)

Heute steht uns eine gewaltige Tour bevor, wir starten im bewährten Team, Michi und ich, schon um 6:30 am Parkplatz am Eingang des Padastertals.

Noch ist es finster, aber den Weg finden wir trotzdem gut, am Anfang noch mit Hilfe einer „Hirabira“, einer Stirnlampe. Doch schon bald wird es heller und wir können das Hilfsmittel wieder einpacken. Wir folgen zuerst dem Wipptalerweg gen Norden.

Es ist kalt und am Anfang laufen wir meist im Schatten, daher sind die paar sonnigen Passagen absolut willkommen, um sich ein wenig aufzuwärmen. Dennoch bleibt der erste Teil der Tour vorwiegend kühl und schattig. Beim Mauracher Berg zweigen wir Richtung Osten ab, nun geht es hinauf auf den Berg.

Immer dem Gratrücken folgend, erst im Wald, später über offenes Weideland erreichen wir, vorbei an der Spörralm den ersten Gipfel, den Schröflkogel (2.151m). Wenn wir es nicht wüssten, würden wir hier keinen Gipfel erahnen, so unscheinbar ist der Zapfen.

Weiter folgen wir dem breiten Gratverlauf, endlich hat uns die Sonne erreicht und es wird wärmer, obwohl hier ein stetiger Wind von Süden blast. Wie Michi richtig findet: „Wir sind halt im Wipptal, da pfeift der Wind immer…“

Immer weiter steig der Pfad, manchmal nicht ganz einfach zu finden, aber in diesem Gelände eigentlich egal, denn hier kann man sich nicht versteigen. Den nächsten Gipfel, den wir erreichen, ist der Bentlstein, der gleich zwei Gipfelkreuze aufweist. Zuerst besuchen wir den Südgipfel (2.370m), hier steht das Schützenkreuz.

Gleich geht es weiter zum nahegelegenen Bentlstein (2.378m), mit einem kleinen, aber schönen Kreuz, das mit einem Engelskopf verziert ist. Die Aussicht von hier ist phänomenal, im Westen sieht man die Tannheimer Berge, im Süden den Hauptalpenkamm. Zugspitze, Hohe Munde, Serles, Habicht, alle Berge liegen vor uns ausgebreitet.

Vom Bentlstein müssen wir ein paar Höhenmeter absteigen, es wird wieder schattig und kühl. Hier scheint die Sonne in den Wintermonaten selten hin, daher liegt der erste Schnee noch, und bleibt wohl auch bis nächstes Jahr liegen.

Auf dem Weg in die Scharte finden wir ein windstilles, sonniges Plätzchen, hier machen wir eine Pause, und stärken uns mit einer ausgiebigen „Marend“.

Doch allzu lange können und wollen wir nicht sitzenbleiben, wir haben noch einen langen Weg vor uns. Nun müssen wir ein paar Schneefelder, relativ hart, überqueren. Wir haben in weiser Voraussicht die Grödel eingepackt, daher sind diese Stellen gut zu meistern.

Zum Glück haben wir diese „kalte Kuchl“ bald hinter uns, und kommen wieder in die wärmende Sonne, die wir heute wirklich zu schätzen wissen.

Der folgende Gipfel wartet nach einem kurzen Aufstieg auf uns. Nun stehen wir auf dem Sunntiger (2.400m), zumindest den Wintersportlern ein Begriff. Außerhalb vom Winter bekommt dieser Berg nicht arg viel Besuch.

Kein Gipfelkreuz markiert diesen Punkt, einzig ein Stein mit einer Farbmarkierung lässt die Spitze erkennen. Der weitere Weg wird nun einsehbar, doch zuerst müssen wir wieder einmal, nicht das erste und letzte Mal absteigen.

Der Gratverlauf ist aper, während die Nordhänge schon ein schönes Winterkleid tragen. Natürlich reicht es noch nicht für eine Skitour, aber zum Wandern kann das durchaus ein ungemütliches Hindernis darstellen.

Schlussendlich kommt unser Ziel in Sichtweite, direkt am Grat geht es nun hinauf zum höchsten Punkt der Tour.

Die letzten Meter am Grat müssen wir dann noch über Schnee laufen, die Qualität Ebenjenes ist aber gut, daher erreichen wir relativ einfach den Gipfel, bzw. das Gipfelkreuz der Schafseitenspitze (2.564m). Da auch hier eine Skitour emporführt, wurde ein einfacher zu erreichendes Ziel, eben dieses Gipfelkreuz aufgestellt. Der „echte“ Gipfel ist über einen schmalen Grat zu erreichen, den wir heute auslassen.

Zum Greifen nahe sehen wir Olperer, Fussstein und das Hintertuxer Skigebiet vor uns liegen. Hier wird man sich wieder bewusst, wie nahe die Täler doch eigentlich beieinanderliegen.
Hier wird nun bei Windstille und feiner Sonne, der Rest der Brotzeit genossen, immerhin sind wir schon seit ein paar Stunden auf dem Weg.

Der Rückweg birgt nun keine großen Geheimnisse mehr, dennoch ist der Weg ein „Anderer“ geworden. Das Licht, das uns nun Nachmittags begleitet, zaubert neue Eindrücke in die Landschaft.

Wunderschöne Erosionsformen zeigen sich am Südhang des Brentlsteins, die wir in der Früh nicht wahrgenommen hatten. Wir wundern uns, wie diese wohl entstanden sind. Eine Erklärung finden wir jedoch nicht.

Ein Blick zurück auf den schönen Gratverlauf zeigt nochmals den großen Kontrast zwischen den Nord- und Südhängen.

Wir erreichen das vorher genannte Schneeloch wieder und ziehen uns wieder die Grödel an. Sicher ist sicher… ein Rutscher hier würde wahrscheinlich erst kurz vor der Schafalm enden…

Weiter geht es über den Brentlstein retour. Immer wieder bleiben wir stehen und bewundern die großartige Natur, die wir hier direkt vor der Haustür haben.

Ab der Hütte am Schröflkogel gehts nur mehr Bergab, doch das ist manchmal anstrengender als der Aufstieg. Die Sonne steht auch schon tief, wir müssen uns also sputen.

Zweimal rutsche ich beim Abstieg auf der gefrorenen Wiese aus, ohne mir wehzutun. Trotzdem lästig, denn die Hose darf danach gleich in de Wäsche wandern…

An der wunderschön gelegenen Spörralm erreichen wir wieder den dichteren Wald.

Michi hat Probleme mit dem Knie, ein Leiden, das sie schon die ganze Saison verfolgt. Hoffentlich wird das bald wieder, denn gerade im Abstieg ist das sehr unangenehm.

Schlussendlich erreichen wir den Wipptalerweg, der uns zum Parkplatz führt. Die Sonne sendet uns ihre letzten Grüße, bald setzt die Dämmerung ein.

Gerade rechtzeitig zum letzten Licht erreichen wir das Auto beim Eingang ins Padastertal. Eine wunderschöne, aber anstrengende Tour geht dem Ende zu.

Tourendaten
Gesamtdauer: 10:35 h
Gesamtlänge: 24,48 km
Höhenmeter: 2.052 m

201107 Großer Gamsstein (2.142m)

Eigentlich war das Ziel heute ein anderes… wir wollten auf den Gilfert (2.506m), aber das ist sich nicht ganz ausgegangen. Dazu allerdings später mehr. Nachdem das Wetter gestern so gut war, und heute wieder super gemeldet ist, müssen wir ins Gebirge. Als Ziel haben wir eine Tour vom Loassattel (1.675m) ausgesucht. Die Anreise von Aldrans ist schon eine Herausforderung, die letzten 5km auf einer Mautstraße ziehen sich. Und am Parkplatz angekommen sehen wir sofort, daß wir nicht die einzigen mit dieser Idee gewesen sind.

Vom Loassattel zieht unser Weg nun Richtung Gilfert, als nach Westen. Der Weg ist gut, aber recht „gatschtig“. Das liegt wohl an den letzten Schneefällen, die den Boden durchnässt haben.

Überall sind kleine Seen, die so richtig schön in der Herbstsonne glänzen und wunderschöne Farben aufweisen.

Der Weg zieht bedächtig den Berg hinauf, ziemlich genau am breiten Wiesengrat. Schon bald sehen wir das erste Gipfelkreuz am Horizont, nämlich vom Kleinen Gamstein (1.924m). Hinter uns zieht ein steiler Weg hinauf zum Kühmöser (2.264m), auch Kuhmesser genannt. Im Hintergrund sieht man das Kellerjoch und das Gasthaus Hecher.

Die oben genannten Miniseen und Teiche sind fast alle mit einer feinen Eisschicht bedeckt, das ruft klarerweise die Kinder auf den Plan. Mit jedem Stein, dem sie habhaft werden, versuchen sie das Eis zu durchbrechen.

Die Aussicht ins Inntal wird immer besser, das Karwendel lockt im Hintergrund mit vielen lohnenden Bergzielen.

Da wo die Sonne dieser Tage nicht mehr hinscheint, ist der Boden mit einer feinen Eisschicht überzogen, der schon fast unnatürlich wirkende Kunstwerke aus Blättern und Gräsern formt. Wunderschön anzuschauen…

Wir erreichen unser erstes Ziel, den Kleinen Gamstein. Hier legen wir eine kurze Pause ein, der Hunger ist schon groß, daher wird hier die mitgebrachte Jause vertilgt. Und wie gut das schmeckt…

Nach der Stärkung wandern wir weiter am Grat entlang, erst mal müssen wir ein flaches Stück hinter uns bringen, bevor der Pfad wieder steiler wird.

Rückblickend sehen wir eine wahrlich interessante Landschaft, mit vielen kleinen Hügeln und Senken, am Horizont erkennt man den Kleinen Gamsstein.

Und dazwischen immer wieder kleine Lacken. Mich würde interessieren, ob diese Tümpel vom letzen Schnee herrühren oder ob diese immer hier sind.

Der nächste Gipfel ist schon relativ nahe, wir müssen noch eine Steilstufe hochmarschieren, dann erreichen wir den höchsten Punkt unserer Wanderung.

Eigentlich wollten wir ja auf den Gilfert gehen , aber nachdem wir nun hier auf dem Großen Gamsstein stehen, sehen wir, dass doch schon viel Schnee auf dem Weiterweg liegt. Das ist mir mit den Kindern dann doch ein wenig riskant, daher beschließen wir, es hier gutsein zu lassen.

Kurz unter dem Gipfel machen wir an einem gemütlichen Platz nochmals Pause, ein Müsliriegel als Reserve ist immer im Rucksack. Der Ausblick ist heute einmalig…

Der Abstieg erfolgt über den selben Weg, natürlich werden wieder Steine mitgeschleppt, um an den vielen Kleinseen Löcher im Eis zu fabrizieren…

Wir erreichen wieder den Kleinen Gamsstein, der Parkplatz ist nun nicht mehr weit…

Eine wunderschöne Wanderung, nicht ganz so wie geplant, aber ein Weitergehen auf zum Teil schneebedeckten Pfaden hätte vielleicht eine tolle Bergtour verpfuscht.

Tourendaten
Gesamtlänge: 6,34 km
Gesamtdauer: 3.00 h
Höhenmeter: 574 m