Archiv der Kategorie: Bergtouren

220923 Largoz (2.214m) Wattenspitze (2.321m), Rosskopf (2.382m)

Es gibt bestimmte Touren, die sich einfach nicht mit Öffis machen lassen. Dazu gehören einige Touren im Voldertal. Es stimmt, man könnte den Fußmarsch vom Tals aus machen, dann würden sich aber manche Touren zu regelrechten Gewaltmärschen auswachsen. Lange Rede, kurzer Sinn: Heute bin ich mit „meinem“ Flomobil am Weg…

Der Parkplatz bei der Krepperhütte, einer der wenigen verbliebenen Gratisparkplätze ist mein Ausgangspunkt. Von hier steige ich über einen wunderschönen Steig hinauf Richtung Kamm.

Die Wegfindung im unteren Teil ist einfach, bis zur Alm führt eine regelrechte Autobahn den Berg hinauf.

Bei der Alm genieße ich einen kurzen Blick auf das Inntal, doch zum längeren Verweilen ist es einfach noch zu kalt. Das hebe ich mir für später auf.

Der Aufstieg ist nun richtig kühl, ich packe Handschuhe und Mütze aus, die sind nun schon notwendig. Kurz vor dem Largoz kommt dann doch noch die Sonne über den Horizont und es wird wärmer.

Das Wetter ist noch gut, aber über den Bergen sind doch schon ein paar kaum merkliche Schleier sichtbar… das soll sich im Laufe des Tages noch verstärken.

Vom Glotzen, wie er auch im lokalen Sprachgebrauch genannt wird, sehe ich nun das erste Mal den weiteren Wegverlauf.

Ker Kamm bis zur Wattenspitze schaut relativ schneefrei aus, der Weg ist einfach, und ein Verlaufen eigentlich ausgeschlossen.

Teilweise sehe ich Spuren eines Wanderers im Schnee, der die Runde vor mir gemacht hat. Das ist an bestimmten Stellen doch hilfreich. Der Ausblick ist wunderbar, rechts von mir das Voldertal und links sehe ich das Wattental, mit dem Lager Walchen (Truppenübungsplatz)

Auch ins Unterland, speziell in den Rofan sieht man von diesem Kamm aus sehr gut.

Mein zweiter Gipfel ist die Wattenspitze, ein unscheinbarer Zapfen, der allerdings nicht ganz trivial zu besteigen ist. Ein klein wenig kraxeln sollte man können…

Ein kleines, aber feines Gipfelkreuz krönt die höchste Stelle hier am Grat…

Die sogenannte „Schlüsselstelle“ am Weg ist ein kurzes Band, bei dem man sich ein wenig bücken muss. Nichts spektakuläres, einfach eine schöne Stelle.

Auf dem Weg zum Roßkopf liegt nun immer mehr Schnee, der Aufstieg ist aber noch gut und einfach möglich.

Im Rückblick sieht man auch , dass ab hier immer mehr weißes Gold liegt. Ich freue mich schon auf den Winter…

Auf dem Gipfel des Roßkopfes ist kein klassisches Gipfelkreuz, sondern ein Brettkonstrukt auf einem Steinfundament, geziert von einem Tiroler Adler.

Ursprünglich hatte ich geplant, noch weiter zum Haneburger (2.550m) aufzusteigen, aber wegen dem Schnee lasse ich diesen Plan dann doch sausen. Deshalb nehme ich den Rückweg über den oberen Steig.

Vorbei an wunderschönen Tümpeln, die zum fotografieren einladen, erreiche ich noch ein paar Moosbeerfelder.

Die Moosbeeren sind gefroren, überreif und schmecken nicht mehr gut, allerdings finde ich noch ein paar Granten, die noch gut sind. Diese sammel ich ein, die geben eine wunderbare Marmelade ab.

Ein paar Meter sind es noch, dann sehe ich erste Anzeichen menschlicher Tätigkeiten… eine Mauer aus Steinen, wahrscheinlich als Schutz für Tiere.

Und gleich darauf stehe ich wieder vor der Largozalm, nun allerdings sonnengeflutet. Ich setze mich auf eine kleine Bank, packe meine Brotzeit aus. Dazu gibt es noch ein Bier aus dem Brunnen, das die Wirtsleute hier für einsame Wanderer gegen kleinen Obolus zurückgelassen haben.

Der Himmel ist nun voller Schlieren und das merkt man auch an den Temperaturen. Also beschließe ich nach einer guten Stunde Pause, den Abstieg zu wagen.

Ich folge dem selben Weg ins Tal, den ich in der Früh schon aufgestiegen bin.

Rasch erreiche ich den Parkplatz und fahre zurück nach Hause. Eine feine Herbstwanderung, die mir wieder mal richtig gut getan hat.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:30 h
Gesamtlänge: 11,86 km
Höhenmeter: 1.217 m

220826 Augsburger Höhenweg: Abstieg Augsburger Hütte (2.289 m)

Nach einer gemütlichen Nacht im privaten Zimmer wachen wir wieder zu bestem Wetter auf. Ein Blick aus dem Fenster, spektakulär über das Stanzertal, lässt den Tag gut beginnen.

Heute steht nicht mehr viel auf dem Programm, wir packen unsere Siebensachen, frühstücken auf der gemütlichen AV-Hütte und bereiten uns auf den Abstieg vor.

Von der Hütte haben wir nochmals einen tollen Blick auf den Passeier und der davor liegende Bocksgartenspitze. Wir verabschieden uns von Hubert, Vanessa und dem Hüttenpersonal.

Der Abstieg ist steil, aber gut hergerichtet. Teilweise ist der Weg sogar betoniert, das finden wir ein wenig übertrieben, aber es wird wohl einen Grund dafür geben…

Ein Blick zurück zur Hütte zeigt den extremen Platz, den sich die Sektion Augsburg für ihre Hütte ausgesucht hat. Bis jetzt wohl eine der schönsten Hütten, auf denen ich war, sowohl was den Platz als auch die Hütte betrifft.

Ein Blick hinauf ins Gasilltal offenbart hier große Geschiebebewegungen. Bei Gewitter ist das wahrscheinlich kein Platz, an dem man gerne sein möchte.

Der Wetterbericht hat für das kommende Wochenende eine Wetterverschlechterung gemeldet, aber heute haben wir noch Glück, die Sonne lacht vom Himmel.

Doch schon wachsen ein paar Wolken am Himmel. Der Nachmittag bzw. Abend wird wohl ein wenig nass werden…

Auf dem Weg nach Grins müssen wir einmal den Gasillbach queren, das erfolgt über eine neu gebaute Stahlbrücke.

Wann immer wir zurückschauen, wie hier in Richtung Gatschkopf, werden uns wieder die Dimensionen dieses Bergstocks bewusst.

Ab der Brücke wird der Weg gemütlich, es geht durch Latschen, genannt ist die Gegend hier „Steiniger Boden“.

Der Weg ist nun flach geworden, dadurch zieht er sich in die Länge…

Dennoch erreichen wir schlussendlich den Parkplatz am Schwimmbad. Hier ist für Papa nun Endstation, er hat mit Hubert ausgemacht, dass sie gemeinsam zurückfahren. Hubert ist aus Kempten, da fährt er sowieso durch Reutte durch.

Daniel und ich wandern weiter, zuerst ins Ortsgebiet von Grins. Hier erhalten wir die Auskunft, dass die Bushaltestelle verlegt wurde. Wir gehen in Richtung Pians.

Über einen kleinen Steig erreichen wir den Weiler Gurnau, hier sehen wir gerade, wie unser Bus abfährt. Zum Glück kommt in einer halben Stunde erneut ein Bus

Der Bus bringt uns von Gurnau nach Landeck. Während Daniel mit dem Auto nach Hause fährt, nehme ich den Zug nach Innsbruck… um Mittag sind wir alle wieder wohlbehalten zu Hause.

Eine tolle Tour mit feinen Begleitern und tollen Erlebnissen ist zu Ende. Lange wollte ich diese Tour machen, schlussendlich wurden meine Erwartungen sogar übertroffen…

Tourendaten
Gesamtlänge: 9,12 km
Gesamtdauer: 2:30 h
Höhenmeter: ∆ 29 m / ∇ 1.477 m

220825 Augsburger Höhenweg: Über den Dawinkopf (2.968m)

Heute, endlich nach ein paar Jahren, steht der Augsburger Höhenweg auf dem Programm. Der AVF Lechtaler Alpen schreibt hierzu: „Einer der anspruchsvollsten, aber auch großartigsten Höhenwege überhaupt. Absolute Trittsicherheit im Schrofengelände, gute Verhältnisse und zuverlässiges Wetter unbedingt notwendig…“

Die Verhältnisse könnten idealer nicht sein. Die Sonne scheint vom Firmament und die Temperaturen sind geradezu perfekt.

Start von der Ansbacher Hütte

Der Start von der Ansbacher Hütte zur Kopfscharte (2.484 m) ist angenehm und einfach zu begehen, schon vor Jahren bin ich hier mal mit Papa unterwegs gewesen.

Kopfscharte (2.484 m)

Unter dem Stierkopf mit seinen brüchigen Hängen wandern wir weiter zum Winterjöchl (2.528 m)

Unterm Stierkopf

Am Winterjöchl legen wir eine kurze Pause ein, schauen uns den weiteren Weg an und staunen ob der Schönheit und Wildheit der Lechtaler Berge.

Am Winterjöchl (2.528 m)
Am Winterjöchl (2.528 m)

Der Weg führt nun durch das Untere Grießl, ein längerer Abschnitt ohne Schwierigkeiten…

Unteres Grießl

… der uns in weiterer Folge zum Grünen Brünnele führt.

Unteres Grießl

Der Hohe Riffler (3.168 m) kommt immer wieder ins Blickfeld, ein herrlicher Berg, der wohl auch mal auf meiner Liste stehen wird.

Blick zum Hohen Riffler

Rund ums Grüne Brünnele wird der Weg nun rassiger, die Tobel unter dem Stierlochkopf und Schwarzlochkopf erfordern Konzentration, der Weg ist allerdings vorbildlich gewartet und gut begehbar.

Einstieg in die Tobel beim Stierlochkopf
Aufstieg zum Schwarzlochkopf

Wir erreichen eine berüchtigte Stelle, mit Seilen versichert. Die Eisrinne, hier liegt normalerweise bis in den Spätsommer Schnee, ist heute komplett trocken und dank Versicherungen gut zu begehen.

Hier befindet sich normalerweise eine Schneerinne

Es müssen hier ein paar Meter ab- und dann wieder aufgestiegen werden. Wir haben sicherheitshalber Grödel mitgenommen, aber die scheinen dieses Mal nicht notwendig zu sein.

Der Weg verläuft weiter spektakulär über Felsbänder, Schotterriepen und Tobel.

Brüchiges Gelände

Schließlich müssen wir noch ein paar Höhenmeter aufsteigen und erreichen den Übergang beim Grießmuttekopf, der uns wieder auf die Südseite der Schotterhänge bringt.

Aufstieg
Übergang beim Großmuttekopf

Bald kommt die eindrucksvolle Eisenspitze (2.855 m) ins Blickfeld. Ein formschöner Berg, der von der Passeierscharte aus bestiegen werden kann.

Eindrucksvolle Eisenspitze

Wir sind schon eine Zeit lang am Weg, daher gönnen wir uns an einem schönen Platz eine kurze Pause.

Kurze Pause

Es wird noch einmal ein wenig ausgesetzter und mit schottrigen Passagen.

Schotterpassagen
Rückblick

Über den Glatten Rücken erreichen wir dann den schon fast als lieblich zu bezeichnenden Flirscher Passeier, tief unter uns ist sogar eine kleine Schäferhütte mit ein paar Tieren.

Der Glatte Rücken
Durch den oberen Teil des Flirscher Passeier

Der Schluss des Aufstiegs durch den oberen Flirscher Passeier wird wieder Vegetationslos, steinig und dank der Sonne nun auch recht warm. Langsam wandern wir himmelwärts….

Heißer Aufstieg zur Passeierscharte

… bis wir schlussendlich die Passeierscharte erreichen. Hier wäre die Abzweigung zur Eisenspitze, die wir aber ob der Länge des Höhenweges auslassen.

Rückblick auf den Arlberg

Hier beginnt nun der Weg ins Gelbe Schartl. Steil, ausgesetzt und moralisch anspruchsvoll. Dank der Sektion Augsburg ist der Weg aber sehr gut in Schuss. An dieser Stelle ein großes Kompliment an die Wegebauer der Sektion DAV Augsburg!

Kurz nach der Passeierscharte (2.604 m)

Im Rückblick sieht man, wie ausgesetzt der Weg ist. Ein Fehltritt ist hier keine Option, zu tief wäre der Fall. Eine Versicherung ist in diesem Gelände nicht möglich, eine stabile Verankerung wäre nicht setzbar. Also obliegt es der Trittsicherheit des Bergsteigers allein, hier heil über diese Stelle zu gelangen.

Steile Stelle nach der Passeierscharte

Schritt für Schritt, so bewältigen wir die Stelle. Und wieder wächst mein Vertrauen in meine neuen Bergschuhe, die mir ein sehr gutes Standgefühl geben.

Durch den Steinschlag

Nach dieser unguten Stelle müssen wir ein paar Meter im sogenannten Steinschlag absteigen…

Abstieg im Steinschlag
Abstieg im Steinschlag

In der Nähe hören wir immer wieder Steinschlag, die erste und einzige Gruppe kommt uns hier entgegen.
Die moralische Schlüsselstelle befindet sich kurz vor dem Gelben Schartl… kiesig, nicht versicherbar, und der Weg gerade mal Handbreit.
Gut beschrieben auch durch folgenden Spruch: „Ein gewaltiger Steinbruch über den Köpfen und Luft unter den Füßen!“

Steile Passagen im Gelben Schartl

Das Gelbe Schartl, oftmals mit Eis gefüllt, finden wir heute auch schneefrei vor. Daher müssen wir hier ein paar Meter am gespannten Seil absteigen und gegenüber wieder hinauf.

Eis(freie) Rinne im Gelben Schartl

Dann kommt noch eine kurze, fast könnte man sagen Klettersteigpassage, hinauf zur Dawinscharte.

Aufstieg zur Dawinscharte (2.650 m)

Dort können wir durchatmen und schauen hinab zum Zammer Passeier mit dem Passeierbach.

Blick in den Zammer Passeier

Hier trinken wir wieder etwas, wir sind schon einige Stunden am Weg. Die reine Entfernung und Höhe ist weniger das Problem, es sind die anspruchsvollen Stellen, die immer wieder Zeit kosten.

Dawinscharte (2.718 m)

Von der Dawinscharte wandern wir durch einfaches Gelände in Richtung „Südlicher Schwarzer Kopf“.

Rücken von der Dawinscharte zum Dawinkopf (2.968 m)
Letzte Meter

Kurz unter dem Gipfel müssen wir in die südliche Flanke ausweichen und über Bänder in die nächste namlose Scharte queren.

Durchschlupf zwischen „Südlicher Schwarzer Kopf“ und „Dawinkopf“

Der Dawinkopf liegt nun zum Greifen nahe… der zweithöchste Gipfel der Lechtaler Alpen. Nur vom Passeier wird dieser Gipfel übertrumpft.

Ein letzter Verschnaufer…

Ein kurzer versicherter Klettersteig bringt uns auf den höchsten Punkt unserer Tour.

… dann ist das Gipfelkreuz da.

Hier wird nun eine Brotzeit ausgepackt, die sich sehen lässt. Während ich hier nicht mitgedacht habe, sind Papa und Daniel kulinarisch ausgerüstet und lassen mich an ihren Leckerbissen teilhaben. Was für ein Glück…

Ausblick vom Dawinkopf auf den Weg, im Hintergrund die Ansbacher Hütte

Neben der Jause ist mehr wie genug Zeit, die Aussicht zu genießen. Man merkt allerdings die fast 3.000 m, die hier vorherrschen. Sobald eine kleine Wolke die Sonne verdeckt, wird es kühl und unangenehm.

Aussicht genießen…

Nach ausgiebiger Rast machen wir uns an den Abstieg vom Dawinkopf. Der Weg geht nun vorerst im gleichen Takt weiter…

Abstieg vom Dawinkopf

Der Abstieg erfordert nochmals höchste Konzentration, speziell nach einer längeren Pause stellt der Start eine kleine Herausforderung dar.

Abstieg vom Dawinkopf

Ein Blick nach Norden erlaubt uns die kläglichen Reste des einst mächtigen Parsseier Ferners zu betrachten. Nur noch kleine Reste, die die nächsten Jahre wohl nicht mehr überstehen werden, sind zu sehen.

Nördlicher Schwarzer Kopf mit Resten des Passeier Ferners

Der Abstieg ist spektakulär, aber überschaubar schwierig… richtige Genusskraxlerei am Grat entlang.

Die letzten Meter werden von uns noch klettern überwunden, dann stehen wir am Übergang zum Bocksgarten.

Letzte Klettermeter

Feine Wege führen hier über den Rücken unter die Bocksgartenspitzen.

Aufstieg zum Bocksgarten

Und dann sehen wir den Kessel unterhalb der Passeierspitze (3.036 m). Erst hatten wir uns eine Besteigung eben Dieser überlegt, aber es sprechen einige Faktoren dagegen. Zum einen sind wir schon ob der langen Wanderung müde, zum Anderen sind ein paar Gruppen eingestiegen und verursachen immer wieder Steinschlag… später erfahren wir auch, dass ein Bergsteiger hier großes Glück hatte…

Im Bocksgarten, Blick auf Passeierspitze und Gletscherreste vom Grinnerferner

Wir beschließen infolge dessen, über den Bocksgarten hinunter zum Grinner Ferner, bzw. dessen Überresten abzusteigen.

Pause am Rücken zum Gatschkopf (2.945 m)

Am Gletschersee vorbei erreichen wir den Aufstieg zum Gatschkopf (2.945 m) und die Patrolscharte (2.846 m). Es sind zwar nur ein paar Höhenmeter, aber diese ziehen sich.

Mondlandschaft am Gatschkopf

Der Rücken zum Gatschkopf ist eine echt schräge Landschaft. Daniel meint, wie eine Mondlandschaft, dem kann ich nur zustimmen. Bänder von hellem und dunklem Geröll wechseln sich hier ab. Lias-Fleckenmergel heißt das Gestein, wie ich später herausfinde…

Immer noch fit…

Vom Gatschkopf haben wir eine wunderschöne Aussicht, im Westen liegt die beeindruckende Passeierspitze mit dem dunklen Band im Gipfelaufbau und dem Kessel mit dem ehemaligen Grinner Ferner.

Vom Gatschkopf, Blick auf Passeierspitze, Grinner Ferner und Bocksgartenspitzen

Gegen Nordwesten sehen wir die ganzen namhaften Gipfel der Lechtaler und Allgäuer Alpen. Ein Panorama, das seinesgleichen sucht. Sogar meinen geliebten Hausberg, den Säuling können wir ausmachen.

Blick über die Lechtaler und Allgäuer Berge

Am Gipfel treffen wir ein deutsches Pärchen, das sich nach einem erfolglosen Versuch an der Passeierspitze auch zum Abstieg zur Augsburger Hütte aufmacht.

Am Gatschkopf (2.945 m)

Obwohl der Gipfelaufbau des Gatschkopfs recht unspektakulär aussieht, hat es der Abstieg nochmals in sich. Nicht die technischen Schwierigkeiten stehen hier im Vordergrund…

Abstieg vom Gatschkopf

… es ist die Länge und die teilweise schwere Wegfindung. Ein Verlaufen ist allerdings unmöglich, hier führen wirklich alle Wege, mehr oder weniger schwer, nach Rom.

Abstieg vom Gatschkopf
Abstieg vom Gatschkopf

Nach langen 8 ¾ h erreichen wir schließlich unser heutiges Refugium. Schon am Eingang werden wir mit einem Schnaps begrüßt. Die junge Hüttlerin meint, nachdem sie uns mit Vornamen begrüßt hat, wir sind heute fast alleine. Scheinbar haben wir uns den richtigen Tag ausgesucht. Wir gönnen uns ein Bier und lehnen uns zufrieden zurück.

Letzte Meter zur Augsburger Hütte (2.289 m)

Eine gewaltige Tour, die wir heute absolviert haben. Wir sind hoch zufrieden, der Hüttenabend mit neuen Bekannten, Vanessa und Hubert lässt den feinen Tag gut ausklingen.
Hubert erzählt uns beiläufig, dass ihn bei seinem Passeierbesteigungsversuch ein Stein durch vorgehende Bergsteiger oder evtl. auch Gämsen nur knapp verfehlt hat. Sein Rucksack wurde allerdings beschädigt…

Tourendaten
Gesamtdauer: 8:47 h
Gesamtlänge: 18,90 km
Höhenmeter: ∆ 1.317 m / ∇ 1.339 m

220824 Augsburger Höhenweg: Aufstieg Ansbacher Hütte (2.376m)

Der Lechtaler Höhenweg ist schon ein paar Jahre her, damals wollten Papa und ich den Augsburger Höhenweg „mitnehmen“. Leider hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht und wir mussten eine Alternativroute nehmen.
Einige Jahre später ist es nun so weit, wir probieren uns nochmals am Augsburger Höhenweg. Start der Tour ist in Schnann, das ich mit Bahn und Bus erreiche

Die Anfahrt ist sehr schön, schon ewig bin ich nicht mehr in dieser Ecke von Tirol gewesen. Das Wetter ist dieses Mal auch perfekt, was soll da noch schief gehen.

Start ist in der Ortschaft Schnann, die bekannt für die schöne Klamm ist.

Diese Schlucht ist eine Besonderheit. Man steigt durch einen kurzen, sehr engen Teil, dann weitet sich die Schlucht schon wieder. Durch diese Eigenheit bildet der vordere, enge Teil schon fast einen natürlichen Schutz gegen Lawinen und Muren.

Während die Engstelle aus hartem Gestein besteht, ist der hintere Teil aus Schiefer, der schneller verwitterte und diese Landschaft bildete.

Im Rückblick sieht man nochmals den Riegel, der die Engstelle bildet. Eine faszinierende Stelle, finde ich.

Der weitere Teil der kurzen Schlucht ist mit Leitern und Brücken begehbar gemacht, daher ist der Aufstieg einfach zu bewerkstelligen.

Die Temperaturen, wir sind erst zu Mittag gestartet, sind entsprechend warm, da sind wir um jeden schattigen Fleck, wie hier im Wald dankbar.

Steil zieht der Pfad immer weiter durch das Holz, nur kurze Stücke sind flach.

Nach 1:20 h erreichen wir die Fritzhütte, ein gemütlicher Rastplatz auf 1.736 m.

Gleich hinter der Hütte liegt ein kleiner Badeteich, in dem sich auch ein paar kapitale Forellen tummeln. Ob es die zum Abendessen gibt?

Nun lichtet sich der Wald, und die Aussicht auf den Arlberg wird immer besser.

Die Hütte können wir allerdings noch nicht sehen, es fliegt aber ein Versorgungshubschrauber immer wieder an uns vorbei, daher können wir ahnen, wo sich unser heutiger Schlafplatz befinden muss.

Der Hohe Riffler (3.168 m) lacht immer wieder mit seinem (noch) schönen Gletscher zu uns herüber.

Vor uns öffnet sich die ganze Pracht der Tiroler Bergwelt, der Verwall, die Saumnauner und Ötztaler Alpen direkt vor uns.

Auf der anderen Seite bekommen wir einen ersten Blick auf einen Teil unserer morgigen Route. Der Eisenkopf sendet uns schön Grüße.

Dann endlich erreichen wir nach 2:46 h die Hütte. Der Aufstieg hatte es in sich, aber nun sind wir gut angekommen. Der Hubschrauber fliegt immer noch, es sind Umbauarbeiten an der Hütte im Gange, da muss das Material fliegend geliefert werden.

Der Blick zurück offenbart nochmals den letzten Teil des Aufstiegs über schöne Almwiesen. Ein paar Schäfferhütten, teilweise noch aktiv, haben wir passiert.

Angekommen, ist es nun Zeit für etwas Gemütlichkeit. Wir sitzen in der Sonne, schon bald haben wir noch einen Bergsteiger kennengelernt, Manuel, der bei uns im Mehrbettzimmer untergekommen ist.

Die Sonne lässt alle Strapazen vergessen, es ist einfach nur perfekt hier oben.

Der Abend wir lustig, das Essen ist sehr gut, und die Hüttenleute und überhaupt alles sehr nett. Hier kehrt man einfach gerne ein. Nach einem längeren Plausch verabschieden wir uns in die wohlverdiente Nachtruhe.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:46 h
Gesamtlänge: 7,5 km
Höhenmeter: ∆ 1239 m / ∇ 88 m

220517 Schneidspitze (2.009m)

Um meinen Kurzaufenthalt im wunderschönen Ausserfern zu krönen, beschließen Papa und ich am Vormittag eine feine Bergtour auf die Schneidspitze. Obwohl ich in diesem Massiv schon einige Gipfel bestiegen habe, die Schneidspitze hatte ich noch nicht erreicht.

Papa und ich starten vom Parkplatz der Reuttener Bergbahnen, auch Hahnenkammlift genannt in Richtung Gehrenalm. Das Wetter ist heute gut, nur ein paar Wolken zieren aktuell den Himmel

Der Weg ist gut angelegt, in angenehmer Steigung wandern wir immer höher, der Talkessel breitet sich unter uns aus.

Vorbei an der Gehrenalm, die noch im Winterschlaf liegt wandern wir unter der beeindruckenden Südwand der Gehrenspitze durch.

Nun macht sich das erste, aber nicht letzte Mal der Starkregen vom Vortag bemerkbar. Der Mergel ist überall aufgeweicht und rutschig.

Ein Blick zurück zeigt uns den Tauern und die schönen Ammergauer Alpen. So manche lustige Wolkenformation weist auf die Labilität der Luft hin.

Kurz unterm Gehrenjoch verlassen wir den Weg und gehen über die Grashänge, die fein zu begehen sind, bergauf.

Im Rückblick sehen wir nochmals den unangenehmen Teil des Weges. Rutschig, dreckig und nicht fein zu gehen.

Am Joch verschnaufen wir kurz und schauen zur beeindruckenden Köllenspitze hinüber. Vor vielen Jahren stand ich dort mal auf dem Haupt.

Unser Ziel liegt nun zum Greifen nahe. Die Schneidspitze macht ihrem Namen kurz vor dem Gipfel alle Ehre, ein feiner Grat zieht hinauf zum Gipfelkreuz.

Am höchsten Punkt verweilen wir kurz, schauen uns um und genießen unsere Brotzeit. Dann steigen wir auf der anderen Seite in Richtung Sabachjoch ab.

Eine steile Kehre bringt uns kurz vor dem Joch wieder unter den Felswänden der Schneidspitze, in Richtung Lechaschauer Alpe.

Rückblickend, von der Seite der Alpe, schaut die Schneidspitze sogar beeindruckend aus. Der Aufstieg ist allerdings viel einfacher, als hier der Eindruck erweckt wird.

Auch die Lechaschauer Alpe ist aktuell geschlossen, daher schreiten wir zügig ins Tal ab.

Papa hat angeboten, auf Mittag Weißwürste zum kredenzen, so ein Angebot kann ich unmöglich ausschlagen.

Während Papa dann beim Herrichten des Mittagessens ist, schau ich nochmals rüber zu der heutigen Tour. Von Reutte aus schaut die Schneidspitze schon wieder ein wenig unspektakulärer aus…

Tourendaten
Gesamtlänge: 12,02 km
Gesamtdauer: 3:37 h
Höhenmeter: 1.117m

211024 Naviser Sonnenspitze (2.619m) ✨

Der Herbst ist für mich eine der schönsten Zeiten zum Berggehen. Warum dem so ist, kann ich hier heute mit Wort und Bild beschreiben.
Ziel ist die Naviser Sonnenspitze, von der Entfernung schon ein paar Mal gesehen, soll sie heute unser Ziel werden. Wolfgang holt mich in der Früh ab, wir fahren nach Navis, genauer gesagt zum Parkplatz „Schranzberg“. Die Temperaturen liegen noch in der Nähe von Null, aber im Hintergrund locken uns schon die besonnten Berghänge.

Bis zur Peeralm (1.663m) ist der Aufstieg kühl, aber angenehm. Überall liegt Reif, der erste Gruß des Gevatter Winter.

Kurz nach der Alm steigt die Sonne über den Bergkamm empor und schickt uns erste wärmende Strahlen.

Sobald die Sonne am Firmament steht, ist es warm. Bald schon können wir uns unserer Jacken entledigen.

Die Sonne hat, abgesehen von den wärmenden Eigenschaften im Herbst noch eine zweite wunderbare Seite. Die Intensität der Farben ist zu dieser Jahreszeit, besonders durch die warme Sonnenfarbe, fulminant.

Bald erreichen wir die Zehenteralm (1.878m), in wunderschöner Lage hoch über dem Navistal.

Obwohl die Sonne hier bei schönes Wetter wohl immer leuchtet, fallen die Temperaturen wohl immer wieder unter dem Gefrierpunkt. Neben dem Bachlein, das an der Alm vorbeifließt, haben sich sonderbare Eisfiguren gebildet. Ein kuriose und vergängliche Kunst…

Weiter steigen wir den Berg empor, wir passieren die Grafmartalm (2.162m), ab hier führt der Steig durch eine typische Tuxer-Landschaft, große Felsbrocken, karge Landschaft, keine Latschen.

Nun liegt auch unser Ziel schon vor uns (im Bild auf kleine Steingipfel rechts oben), die Naviser Sonnenspitze. Gar nicht so weit wirkt dieser Punkt von hier…

Weit getäuscht… obwohl wir fast in direkter Linie zum Gipfel aufsteigen, scheint sich dieser immer wieder zu entfernen. Hat die Entfernung recht kurz gewirkt, brauchen wir doch noch eine ganze Weile, bis wir am Gipfel stehen.

Die Sonnenspitze besteht eigentlich aus zwei Gipfeln. Einem einfachen Gipfelkreuz, das ohne Schwierigkeiten erreicht werden kann, und ein leichter Klettergipfel, auf den eine Seilversicherung führt. Diese ist allerdings „interessant“ angelegt und daher gar nicht so leicht zu benutzen.

Dennoch stehen wir abwechseln auf dem Gipfel, damit wir schöne Fotos machen können. Platz zum Brotzeiten ist auf dem Gipfel eh nicht, feiner ist das am leichteren Gipfel in einer windgeschützten Kuhle.

Die Aussicht ist heute unglaublich, ungetrübte Sicht auf die Gletscher, im Hintergrund glauben wir sogar den Ortler zu erkennen.

Nach einer feinen Pause auf dem Gipfel wandern wir weiter, wir haben noch eine gute Strecke vor uns. Der erste Teil führt uns hinunter zum Mölsjoch (2.334m)…

…und weiter zum Nördlichen Schober (2.448m).

Der Pfad führt uns weiter, fast bis zum Talende. Bei einem kleinen Bergsee, der ganz in der Nähe vom Klammjoch (2.359m) liegt, zweigen wir ab und wandern wieder Talauswärts.

Über wundeschöne Almen, genannt die Kuchlböden, mit den Stubaiern im Hintergrund, bewegen wir uns wieder zurück in Richtung Ausgangspunkt.

Die Kuchlböden sind eine sehr eigene Landschaft. Mir scheint es, wie wenn hier vor Zeiten ein riesengroßer See gewesen sein muss, evtl. die letzten Überreste eines Gletschers.

Eine weite, flache Ebene eröffnete sich uns, durch die ein stark schüttender Bach fließt. Wasser scheint im Navis kein Problem darzustellen.

Bei der Klammalm verändert sich die Landschaft, das Tal bricht zum Wipptal ab, noch immer sind hier die letzten Spuren vom Almsommer zu spüren.

Die Alm stellte lt. neuesten Theorien den Abschluss des Gletschers dar, der hier vor Urzeiten gewesen sein muss. Darauf deutet auch der zuvor beobachtete See im Talschluss.

Die Sonne ist im Sinken begriffen, nun modellieren sich die Lärchen in geradezu aufdringlichem Gelb aus den in langen Schatten versinkenden Hängen.

Die Klammalm (1.947m), am Übergang von den Kuchlböden zum äußeren Navistal gelegen, ist ein feiner Einkehrpunkt. Heute sind zwar noch Leute auf der Alm, aber Ausschank ist wohl keiner mehr… der Ort wird winterfest gemacht.

Wir ziehen weiter, nun immer durch leuchtende Lärchenwälder, bis wir die nächste Alm, die auch schon geschlossene Poltenalm (1.880m) erreichen.

Die Aussicht von der Fläche vor der Poltenalm auf das Navistal ist phänomenal.

Über die Stöcklalm (1.882m) erreichen wir die Naviser Hütte, einen modernen Bau, der so gar nicht zu den anderen Almen passt.

Doch die Moderne hat auch Vorteile. Obwohl auch die Naviser Hütte geschlossen ist, brummt hier ein Bierautomat vor sich hin… Gott sei Dank haben wir genügend Münzen zur Hand, so geht sich ein kühler Schluck Belohnung aus!

Nach einer gemütlichen Rast, das Aufstehen fällt uns fast ein wenig schwer, wandern wir über den Talsteig hinab zum Parkplatz. Mit den letzten Sonnenstrahlen erreichen wir das Tal.
Eine tolle Wanderung, dennoch sind wir froh, wieder beim Auto zu sein. Wunderbare Eindrücke werden uns wohl länger an diese Tour denken lassen.

Tourendaten
Gesamtlänge: 22,67 km
Gesamtdauer: 7:06 h
Höhenmeter: 1.347 m

211003 Gamskogel (2.659m)

Heute steht eine Tour in den Kalkkögel am Programm. Mit von der Partie sind neben Letu und mir auch noch Michi und David. Um 08:00 Uhr holen wir die Zwei ab und fahren auf der Mautstraße zur Kemater Alm. Noch ist nicht viel los…

Kurz vor Erreichen der Alm sieht man schon das atemberaubende Panorama der Kalkkögel. Dieses Gebirge ist eine geologische Besonderheit in Nordtirol, und für Bergenthusiasten ein schier unerschöpfliches Gebiet.

Von der Kemateralm wandern wir zur Adolf-Pichler-Hütte. Diese ist schon winterfest gemacht, hier wird sich heute keine Einkehr ausgehen…

Über das weite Almgelände, das Vieh ist schon wieder im Tale, wandern wir gen süd-süd-westen zum Seejöchl.

Noch laufen wir im Schatten, es ist kühl und wir brauchen sogar die Jacken.

Es weht ein unguter Südföhn, der gefühlsmäßig immer stärker wird. Wir queren unter der beeindruckenden Riepenwand, der direkte Weg unter der Felswand ist allerdings wegen Steinschlag gesperrt.

Der Weg wird ein wenig steiler, jedoch ist der Pfad gut angelegt und angenehm zu gehen.

Während im Inntal schon die Sonne scheint, halten Ochsenwand, Riepenwand und Seespitze die wärmenden Strahlen effektiv ab.

Erst kurz vor dem Seejöchl (2.518m) bricht der Feuerball durch und wärmt unsere Gesichter. Welch eine Wohltat…

Wir haben erst überlegt, die Schlicker Seespitze zu besteigen, aber da sich der Wind intensiviert hat, beschließen Letu und ich, auf den Gamskogel zu gehen, während Michi und David am eigentlich Ziel festhalten.

Während der Aufsteig zur Seespitze noch im Schatten liegt, haben Letu und ich viel mehr Glück, unser Aufstieg liegt vollends in der Sonne.

Obwohl der Föhn relativ stark ist, ist es in der Sonne gut aushaltbar, dennoch brauchen wir Handschuhe und Kappe, um die Extremitäten warm zu halten.

Der Gamskogel ist ein rechter Steinhaufen, dennoch macht der Aufstieg speziell Letu viel Spaß. Ein markierter Weg führt zwar auf den Gipfel, ist aber nicht nötig, denn gekraxelt werden kann überall.

Schnell haben wir das Gipfelkreuz erreicht, eine großartige Pause geht sich hier allerdings wegen dem „Blasius“ nicht aus.

Kurz unter dem Gipfel finden wir eine kleine leeseitige Nische, die auch noch ein wenig sonnenbestrahlt ist. Hier wird mit Hochgenuss die Jause verzehrt.

Schließlich steigen wir wieder zum Seejöchl ab, von Michi und David ist aktuell keine Spur zu sehen. Also, schlussfolgern wir richtig, müssen sie noch weiter oben sein.

Die beeindruckende Seespitze werde ich wohl nochmals in Angriff nehmen müssen, beeindruckend steht der Zapfen vor mir…

Am Seejöchl verweilen wir nur kurz, es ist auch hier sehr windig. Zumindest sehen wir die zwei Seen, die dem Jöchl wohl den Namen „eingebrockt“ haben.

Wir steigen weiter ab, folgen dem selben Weg, den wir im Aufstieg verwendet haben…

… und erreichen bald wärmere Gefilde.

An den Ufern eines ausgetrockneten Sees pausieren wir und warten auf unsere Mitwanderer. Vor kurzem haben sie sich telefonisch gemeldet…

Bald sind wir wieder vereint und wandern über die Adolf-Pichler-Hütte hinab zur Kemateralm.

Zum Glück hat dieser Platz offen, wir gönnen uns eine kleine Stärkung, während sich der Himmel immer mehr zuzieht.

Das Wetter war heute nicht ideal, aber es blieb trocken und die Fernsicht war in Ordnung. Letu meinte sogar, den Säuling gesehen zu haben, unseren Hausberg in Pflach. Leider kann ich das nicht bestätigen, will es aber auch nicht als unrichtig einstufen. Zumindest die Zugspitze haben wir gemeinsam sicher gesehen.

Danke an die tolle Truppe, es war wieder mal eine feine Bergfahrt mit feinen Leuten.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:48 h
Gesamtlänge: 12,06 km
Höhenmeter: 1.112 m

210821 Weißstein (2.640m), Rosskogel (2.646m) ✨

Endlich schaffe ich eine Tour, die ich mir schon lange vorgenommen habe. Meinen Namensberg, Weißstein, zumindest fast… und den Rosskogel, den ich zu HTL Zeiten einmal von Oberperfuss begangen bin. Ich starte meine Tour am großen Parkplatz „Stieglreith“, hoch über Oberperfuss.

Es ist noch früh, dennoch steht die Sonne schon hoch am Himmel. Der Parkplatz ist gut besucht. Über die Skipiste geht der erste Teil des Weges, bald erreiche ich die Rosskogelhütte

An der Hütte vorbei ist mein nächstes Ziel das Rangger Köpfl…

…zuerst über die Skipiste…

… mit wunderschönen Blicken ins Inntal. Leider ist es diesig, und damit ist die Fernsicht gerade nicht so gut.

Bald rückt mein zweites Tourenziel ins Blickfeld, der Rosskogel. Erinnerungen an den Ewigkeitshatsch vor fast 30 Jahren kommen hoch.

Am Ranggerköpfl mache ich eine kurze Rast, und suche gleich einen Geocache, den ich rasch finde.

Die Aussicht auf das Inntal und die Hohe Munde bringen die nächsten guten Erinnerungen, die Tour mit Michi und Konrad, wieder zum Vorschein.

Da ich heute eine Überschreitung geplant habe, zweige ich beim Krimpenbachsattel (1.896m) Richtung Hundstalsee ab.

Am Schützensteig wandere ich hoch über der Inzinger Alm. Der Steig ist gut angelegt, manchmal ein wenig steil, aber gut begehbar. Da ein großer Teil dieses Abschnitts noch im Schatten liegt, und das Gras hoch steht, sind meine Hosenrohre bald „soachnass“.

Am Ende des Schützensteiges ist das Gras dann zum Glück nicht mehr so hoch und die Sonne scheint wieder auf den Weg. Bevor ich auf den Steig ins Seeloch abzweige, passiere ich noch einen schönen Bach…

… und eine verfallene Schafhütte. Nun sehe ich den weiteren Weg. War der Schützensteig fast eben vom Krimpenbachsattel bis zur Schafhütte, steilt der Weg nun wieder auf.

War ich bis jetzt alleine auf meiner Wanderung, gesellen sich nun ein paar Gruppen dazu, die alle Richtung Hundstalsee wandern.

Der Seebach sprudelt lustig vor sich hin und verführt mich zu dem Glauben, gleich mal am See zu sein. Leider weit gefehlt…

Nachdem ich den ersten Kessel hinter mir habe, sehe ich die nächste Steilstufe vor mir. Von See keine Spur weit und breit. Erst von oben offenbaren sich zwei Lacken.

Nach der zweiten Steilstufe erreiche ich den Hundstalsee mit dem berühmten Apollontempel. In 20 Jahren Bauzeit wurde dieser, dem griechischen Gott der Künste, von zwei tiroler Künstlern erbaut.

Der Platz ist malerisch, der Tempel auch… wenngleich das Bauwerk nicht immer gerne gesehen wurde. Sogar Gerichtsverhandlungen wegen unerlaubtem Aufstellen eines Bauwerks wurden gefochten. Schlussendlich wurde zugunsten der Künstler entschieden.

Vom See steige ich nun weiter auf, in die sogenannten Gruben. Eine richtige Mondlandschaft, die Wegfindung ist hier mehr als schwierig. Zum Glück gibt es Steinmander und ein paar Markierungen, die allerdings gesehen werden wollen.

Oben am Sattel angelangt, rückt das erste Mal der Weißstein in mein Gesichtsfeld. Ein wahrlich schroffer Zacken. Von hier schaut er nicht leicht besteigbar aus.

Zuerst muss ich wieder ein paar Höhenmeter absteigen, dann geht es wieder aufwärts. An der südlichen Mauer vorbei kommt der Einstieg in Sicht.

Eine Tafel warnt vor dem unbedachten Einstieg: „Weisstein – Gipfelanstieg sehr schwierig“. Das verspricht spannende Minuten. Die ersten Schritte sind schnell absolviert, dann muss ich eine erdige Rinne hochklettern.

Nicht immer ganz angenehm, aber dennoch gut machbar erreiche ich wieder einfachere Passagen. Eingeklebte Standhaken sind für schwächere Gipfelaspiranten vorhanden.

Schwere und leichte Passagen wechseln sich ab, einzig die erdigen Stellen machen keinen Spaß. Wahrscheinlich hat der letzte Starkregen hier seine Signatur hinterlassen, denn der Weg schaut nicht ganz „original“ aus.

Immer höher steige ich auf, bald kommt das Gipfelkreuz in Sicht. Nur noch kurze, relativ leichte Kletterstellen müssen bewältigt werden.

Vor dem Gipfel sind auch Seile eingebaut, die den Aufstieg erleichtern. Hier ist der Fels kompakt und gut zu erklettern. Genuss pur.

Dann stehe ich auf „meinem“ Berg, dem Weißstein. Weissensteiner steht auf Weißstein, geht mir als nicht-reimender Reim durch den Kopf… und heute kann ich den Gipfel sogar für mich alleine genießen.

Die Aussicht ist fantastisch, die schlechte Sicht vom Morgen ist vergessen, es ist warm, fast windstill, also so gut wie perfekt.

Ich bleibe eine kurze Zeit auf dem Gipfel, will aber, weil noch „warm“, gleich weiter klettern, denn der Weg zum Rosskogel hat noch ein paar pfiffige Stellen parat, denke ich mir.

Weit gefehlt, die Überschreitung zum Rosskogel ist am Anfang anregend, aber nicht schwer, die Wegfindung auch sehr gut. Und je näher ich dem Nachbarn komme, desto einfacher wird der Weg.

Der Weg führt meist südwärts in den Grashängen, vorbei an Schafen zum sanften Nachbarn.

Ein Blick zurück offenbart die Ostseite des Weißsteins. Ein schöner Berg, finde ich.

Ein ungleiches Paar, die zwei Bergnachbarn. Während der eine, gerade bestiegene, steil, schroff und abweisend wirkt, ist der Rosskogel ein wahrer Kogel… rund, sanft, leicht zu besteigen. Dementsprechend mehr Leute treffe ich hier.

Der Abstieg vom Rosskogel ist aktuell nur über die Ostseite möglich, am Nordgrat ist ein Wegstück abgebrochen, daher ist der Weg nicht begehbar.

Über den Ostgrat erreiche ich einen großen Wegweiser, der mich weiter über das Schartl in die Weite Grube führt.

Hier wird die Landschaft grüner, perfekte Almgründe mit viel Vieh. Immer mehr Almen, ja richtige Almdörfer sehe ich.

Auch hier finde ich wieder verfallene Gebäude, sehr zu meinem Gefallen…

Je tiefer ich komme, desto üppiger werden die Wiesen.

Wobei meine Vermutung ist, dass hier die meisten Almen mittlerweile nur noch dem Vergnügen dienen und nicht so sehr der Landwirtschaft…

Der Steig entlang der ganzen Hütten, immer mit toller Aussicht auf das Unterinntal, ist wunderschön und ein toller Abschluss.

Ein weiteres Ziel von mir sehe ich ganz am Schluss, den Großen und Kleinen Solstein, die auch noch auf eine Besteigung meinerseits warten.

Die letzten Meter steige ich wie in der Früh über die Piste ab, hoch über mir kutschieren die Gondeln Gäste hoch in Richtung Rosskogelhütte.

Nach über 6 Stunden, ohne große Pausen, außer jener am Rosskogel, bin ich froh, wieder am Ausgangspunkt zu stehen. Und zufrieden mit der schönen Runde bin ich allemal.

Tourendaten
Gesamtdauer: 6:40 h
Gesamtlänge: 20,44 km
Höhenmeter: 1.741 m

210807 Kogelseespitze (2.647m) ✨

Endlich mal wieder eine ausgedehnte Tour, denke ich mir, als mich Papa anruft und fragt, ob ich mit ihm auf die Kogelseespitze gehen möchte. Wir wollen nicht den „Standardweg“ über die Hanauerhütte machen, sondern eine Rundtour, um ein paar mehr Höhenmeter zu sammeln.
In der Früh treffen wir uns in Boden am Hahntennjoch, um Punkt 7:00 Uhr starten wir los.

Die erste Etappe führt uns vom Parkplatz in Boden hinauf zum Sattele (2.057m), dem Übergang nach Gramais.

Die Wegfindung ist nicht immer ganz einfach, doch Verlaufen ist in diesem Kessel fast nicht möglich. Teilweise ist der Weg gut in Schuss, teilweise fast nicht auffindbar. Ein Beweis, dass dieser Aufstieg keine Standardtour ist.

Der Weg vom Sattele hinab nach Gramais ist am Anfang steil, rutschig durch die letzten Regenfälle und daher mit Vorsicht zu genießen.

An einem Teil des Weges fällt uns ein besonderes Phänomen auf. Hier scheint eine regelrechte Käferplage zu grassieren, überall findet man skelettierte „Pfleschen“…

Wir müssen ungefähr 500m absteigen, dann erreichen wir die Abzweigung zum Kogelsee.

Das schöne Tal kommt mir gleich bekannt vor, hier bin ich vor ein paar Jahren mit Oma und den Kindern zum Kogelsee, allerdings von Gramais aus, rauf gelaufen.

Das Brett über den Bach ist immer noch das Selbe, wackelig wie eh und je. Anschließend erfolgt der Aufstieg durch das ausgedehnte Latschenfeld. Gott sei Dank ist es noch kühl…

Bald öffnet sich der Latschenwald und wir bekommen wieder eine leichte Brise zu spüren. Das tut gut und kühl uns ein wenig.

Die Wasserfälle des Platzbachs sprudeln frisch und munter. Dank der letzten Regenfälle ist mehr als genug Wasser vorhanden.

Der Weg hinauf zum Kogelsee zieht sich dann doch wider Erwarten, am Talanfang hat die Entfernung nicht so weit ausgesehen.

Schöne, hellrosa schimmernde Almrosen säumen den Weg. Während im Inntal die Blüte schon fast vorbei ist, fangen hier im Lechtal die Bergblumen erst an…

Kurz vor dem Kogelsee sehen wir den Kogel (2.318m). Für die nächsten Stunden wird dieser Berg immer wieder in unserem Blickfeld auftauchen.

Der Kogelsee (2.071m) ist einer der schönsten Bergsehen der Gegend, mit dem Kogel im Hintergrund ein sehr dankbares Fotomotiv. Zum Schwimmen ist es allerdings heute zu kalt.

Unser Weg führt uns hinauf Richtung Kogelseescharte (2.497m).

Ein Blick zurück zeigt nochmals die Schönheit des Kogelsees und Kogelkars.

Kurz vor der Kogelseescharte zweigen wir nach Südwesten ab.

An einem ausgedehnten Schneefeld verstauen wir unsere Wanderstöcke und ziehen den Helm auf.

Jetzt geht es ans Eingemachte. Obwohl der Weg nicht schwierig ist, ist das Geröll ist im ersten Teil doch sehr unangenehm. Jeder Schritt muss dreimal kontrolliert werden, und dennoch brechen immer Steine aus. Zum Glück haben wir Helme mit.

Spannende Passagen, sowohl wegen des Schotters als auch wegen der Wegfindung sind unser steter Begleiter.

Je höher wir kommen, desto besser wird die Felsqualität. Nun macht die Kraxlerei richtig Spaß.

Bald erreichen wir den Grat, hier sind nur noch moderate Schwierigkeiten zu bewältigen.

Leichtes Auf und Ab führt uns zum schon sichtbaren Gipfel.

Wieder neue Seen sind in unser Blickfeld gerückt, der Obere und Untere Parzinnsee im gleichnamigen Kessel leuchten wie zwei Augen zu uns empor.

Der letzte Teil des Grates ist normales Wandergelände mit gut ausgetretenem Pfad.

Schließlich erreichen wir den Gipfel der Kogelseespitze (2.647m).

Der Wind am Grat und am Gipfel ist enorm, daher pausieren wir nur kurz, eine Pause werden wir in windstillen Gefilden machen.

Ein Pärchen ist noch am Gipfel, das nutzen wir aus und lassen noch ein Gipfelbild machen.

Der Abstieg erfolgt nun über den Normalweg.

Der Ausblick ins Parzinn ist herrlich, die Seen sind gut zu sehen.

Im Westen liegt der Gufelsee, auch dieser wunderschön gelegen. Hier sind wir vor ein paar Jahren bei unserer Wanderung von Zürs nach Nasserreith vorbeigekommen.

Ein Blick zurück zeigt unser Weg über das Grat (oben: vom Gipfel rechts der Bildmitte, mit den Wolken über das Grat zum linken Gipfel, nicht sichtbar)

Am Gufelseejöchl schauen wir nochmal auf den Gufelsee, im Hintergrund der beeindruckende Vordere Gupfelkopf mit seinem blätterförmigen Schichtaufbau.

Am Unteren Parzinnsee (2.180m) machen wir unsere wohlverdiente Pause. Gemütlich jausnen wir, während gegenüber ein paar Murmelen herumlaufen.

Bei der Hanauer Hütte (1.922m) kehren wir kurz ein, trinken ein alkoholfreies Weizen und schauen, dass wir weiterkommen. Das Wetter schaut nicht mehr so gut aus… dunkle Wolken sind über dem Parzinn aufgezogen.

Die Hanauer Hütte hat eine gewaltige Lage, im Westen liegt das malerische Parzinn, das wir soeben durchquert haben, im Norden verbindet das Angerletal die Hütte mit Boden.

Der Abstieg von der Hütte zur Seilbahnstation ist einfach, aber dennoch mit Vorsicht wegen dem feinen Kies zu begehen. Kurz vor der Seilbahn treffen wir eine Gruppe, eine Frau ist ausgerutscht und hat sich den Fuß verdreht. Auf die Frage, ob wir helfen können, kommt nur ein knappes: „Nein, die Bergrettung ist am Weg!“.

Nachdem auch eine Gruppe älterer Damen stehengeblieben ist, Schmerzmittel werden der Verletzten übergeben, steigen wir weiter ab.

An der Brücke über den Angerlebach wird der Weg flacher, bald erreichen wir die Seilbahnstation.

Ein wunderschöner Anblick, der mich an die Tour mit Luis und Papa erinnert, ist die Dremelspitze am Talende…

Schließlich erreichen wir nach etlichen Kilometern wieder unseren Ausgangspunkt, eine tolle Wanderung, die uns wieder mal sehr gut getaugt hat.

Tourendaten
Gesamtdauer: 8:07 h
Gesamtlänge: 20,11 km
Höhenmeter: 2.112m

Ausrichtung Nord
Ausrichtung Süd

210620 Hüttenspitze (1.858m) ✨

Nachdem das Wetter nicht so schlecht gemeldet ist, mir aber noch die lange Nacht des Bergfeuers in den Knochen steckt, beschließe ich, eine beschauliche Tour auf die Hüttenspitze am Eingang des Halltals zu machen. Es sind schon ein paar Jahre vergangen, seit ich auf diesem schönen Gipfel gesessen bin.
Ausgangspunkt ist der Hackl, da ich nicht allzu früh am Wege bin, ist der Parkplatz schon gut belegt. Trotzdem finde ich gleich einen Platz und mache ich auf den Weg.

Vom Hackl aus ist die Wegsuche immer ein wenig abenteuerlich, ein Stück muss ich am Halltalbach bzw. Weißenbach entlang wandern. An einigen Stellen ist der Steig unterbrochen, den hat wohl der Bach bei höheren Wasserständen „abgenagt“.

Schließlich zieht der Weg recht in den Wald hinauf. Die Temperaturen im Wald sind grenzwertig und schrauben meinen Flüssigkeitsbedarf dramatisch in die Höhe.

Ab und zu kommt ein laues Lüftchen auf, höchst willkommene Erfrischung, die aber nicht von Dauer ist.

Faszinierende Blicke ins Halltal entschädigen für die Anstrengung. So mancher Wanderer begegnet mir, später stelle ich fest, dass diese zum Großteil von der Alpensöhnehütte kommen.

Nachdem ich die Hütte passiert habe, wird es ruhiger, nur wenige Bergsteiger finden den Weg auf diesen faszinierenden Berg, der im Schatten seiner größeren Nachbarn, wie zum Beispiel dem Bettelwurf steht.

Die Fernsicht ist heute in zweierlei Hinsicht nicht besonders: Zum einen ist die Luft immer noch Gewitterschwanger, wobei kein akuter Ausbruch zu erwarten ist, zum anderen bläst der Südwind Saharastaub in die Alpen und beeinträchtigt damit die Sicht.

Nun habe ich die Rinne erreicht, die einfach zu erklettern, aber dennoch mit Vorsicht zu genießen ist. Zu locker ist das Gestein geschichtet und immer wieder brechen kleinere und größere Brocken ab und suchen schwerkraftsbedingt ihren Weg nach unten.

Nachdem ich den bröckeligen Teil hinter mir gelassen habe, ist der Rest des Aufstiegs einfach und, Gott sei es Gedankt, auch ein wenig erträglicher geworden, da nun ein reges, stetes Lüftchen weht.

Auch im Unterland ist die Sicht alles andere als gut, den Glotzen und auch das Kellerjoch kann man gerade noch erahnen.

Unter mir liegt das Halltal in seiner ganzen Pracht, St. Magdalena und im Hintergrund Kartellerjöchl mit den altehrwürdigen Herrenhäusern, überragt von Wildanger-, Stempeljochspitze und Roßkopf. Sogar die Rumerspitze lässt sich erahnen.

Zufrieden erreiche ich den Gipfel, nun wird gejausnet und auch eine Cachekontrolle eines meiner ältesten Caches, „Hüttenspitze“ durchgeführt.

Für mich ist das Highlight der Tour die „Abfahrt“ über die Wechselreise. Da ich keine Möglichkeit habe, in den oberen Teil der Rinne einzusehen, bleibt ein gewisses Restrisiko, dass noch Schneefelder den Abstieg erschweren.

Dennoch wage ich den nordöstlichen Abstieg, der ein wenig pfiffiger als der Aufstieg ist.

Die Schlüsselstelle, eine steile Rinne, ist wie ich schon das letzte Mal feststellen konnte, mit Henkelgriffen ausgestattet und daher leicht abzusteigen. Rasch befinde ich mich am Einstieg in die Wechselreise, die sich schneefrei präsentiert.

Die ersten Meter des Abstiegs sind immer ein wenig holprig, das Gestein ist hier grob und erlaubt keine feinen Schwünge. Doch nach ca. 100m eröffnet sich die Bahn mit perfektem Laufschotter… und das fast 600 Höhenmeter bis kurz vor die Halltalstraße.

Rückblickend schaut die Reise nicht ganz so steil aus, allerdings täuscht dies ein wenig. Die objektiven Gefahren halten sich in Grenzen, ein Totalabsturz ist unwahrscheinlich, eher würden die scharfkantigen Steine ihre volle Bremswirkung entfalten, was dem weichen Hautgewebe wohl nicht sehr zuträglich wäre.

Just diese Erfahrung muss ich im untersten Bereich machen. Ein unachtsamer Tritt und schon habe ich einen unangenehmen Schnitt am Oberschenkel. Die bei diesen Temperaturen nicht ausbleibende Schweißbildung erinnert mich anschließend permanent auf unangenehme Weise an meine Unachtsamkeit.

Dennoch kann eine solche Lappalie mir das Lächeln ob der tollen Abfahrt nicht aus dem Gesicht vertreiben. Einen solchen Abstieg kann man nur genießen.

Einmal noch schaue in den Talschluss mit seinen majestätischen Gipfeln ausgiebig an. Einige davon stehen immer noch ganz oben auf meiner Liste.

Den Abschluss meiner tollen Tour macht dann der Fluchtsteig, der mich wieder an den Parkplatz beim Hackl leitet. Dort, auch schon Tradition, drehe ich 5 Runden im Kneippbecken, bis ich meine Füße nicht mehr spüre… so erfrischt kann der ruhige Teil des Tages beginnen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:25 h
Gesamtlänge: 10,29 km
Höhenmeter: 1.084 m