Archiv der Kategorie: Bergtouren

250826 Bergtour Litnisschrofen (2.068m)

Heute haben wir eine Bergtour mit meinem Papa ausgemacht, wir treffen uns bei ihm zu Hause, dann fahren wir ins Tannheimertal, zum großen Parkplatz am Haldensee.
Am Strindenbach entlang, einem bekannten Canyoningbach, steigen wir steil hoch.

Der erste Weg ist wirklich steil, aber als wir am oberen Ende, am Forstweg ankommen, legt sich der Weg zurück und es wird wieder angenehmer zu gehen.

Durch lichten Wald wandern wir erst in Richtung Nesselwängler Edenalpe, dann zweigen wir ab zur Gräner Ödalpe

Nun öffnet sich das Gelände und wir bekommen an diesem wunderschönen Tag eine tolle Rundumsicht auf die Tannheimer, Lechtaler und Allgäuer Alpen.

Nun führt der Weg nach Westen, der Litnisschofen ist unser heutiges Tagesziel. Ich habe ehrlich gesagt noch nie was von diesem Berg gehört, aber Papa, der hier öfter am Weg ist, hat das Ziel gewählt.

Rasch kommen wir weiter, bis zum Gipfelstock ist der Weg einfach, dann wird es felsig und kiesig.

Stahlseile sind als zusätzliche Sicherheit eingebaut, und so manche Stelle ist ein wenig angenehmer zu gehen.

Über einen Grat steigen wir nun eben zum Gipfel hinüber. Schließlich haben wir unser Ziel, den Litnisschrofen (2.068m) erreicht.

Der Rundblick ist super, wir sehen im Nordosten die Krinnenspitze und dahinter gleich die berühmten Tannheimer Berge, Rotflüh, Gimpel, Köllenspitze und Gehrenspitze.

Auf dem Gipfel wird gejausnet, dann, es ist eher eng, steigen wir wieder ab.

Erst wollen wir über das Grat zur Strindenscharte, aber der Weg schaut „ungut“ aus und wir beschließen, auf dem gleichen Weg wieder abzusteigen.

Die Mähder unter dem Gipfel werden von Schafen und auch Kühen beweidet, wir treffen den Ziegenhirten, der gerade Salz zu seinen Schützlingen gebracht hat.

Wir steigen an der Gräner Ödalpe vorbei ab, dann kommt noch ein von Kühen zertretener Pfad, der uns weiter zur Nesselwängler Edenalpe führt.

Im Norden sehen wir den markanten Einstein mit dem steilen Gipfelanstieg. Aber die Gegend ist schon wesentlich lieblicher als die letzten Bereiche, die wir besucht hatten…

Rückblickend zeigt und der Litnisschrofen noch eine abweisende Seite, brüchiges Gestein und gar nicht so einladend. Da war die Südseite schon besser zum besteigen.

In der Nesselwängler Edenalpe. Im Tannheim kann man schon die Nähe zum Allgäu erkennen, denn hier heißen die sonst in Tirol genannten Almen eben Alpe und nicht Alm.

Ein junges Pärchen führt den Betrieb, wir bekommen guten Kaffee, Bier und einen Apfelstrudel. Perfekt gestärkt machen wir uns auf den Rückweg zum Auto.

Wir liefern Papa wieder zu Hause ab, dann fahren wir wieder zum Baumplatz in Pflach. Hier stellen wir das Auto ab und wandern die letzten Meter hoch zur Hütte. Ein feiner Kaffee wird zubereitet und wir genießen die Nachmittagssonne!

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:40 h
Gesamtlänge: 12,32 km
Höhenmeter: ∆ 999 m / ∇ 961 m

2508025 Bergtour Säuling (2.048m)

Biggi und ich sind am Sonntag auf die Hütte gefahren. Das Wetter hat sich über das Wochenende beruhigt, daher beschließen wir, direkt den Hausberg, den Säuling zu besteigen. Von der Hütte aus sparen wir uns ca. 150 Höhenmeter…

… dafür müssen wir den ersten Teil über die Forststraße aufsteigen. Doch nach dem unspektakulären Start erreichen wir bald den Steig.

Die gabelt sich der Weg nochmals, gerade aus erreicht man das Pfacher Älpele, Koflerjoch und die Sieben Täler, wir zweigen nach Links in Richtung Säulinghaus.

Zuerst noch ein wenig im Wald, wird die Vegetation immer lichter und wir bekommen einen Blick auf unser Tagesziel.

Am aktuell geschlossenen Säulinghaus machen wir eine Trinkpause und verstecken eine Flasche Bier, die wir extra für den Schluss mitgenommen haben.
Die Wirtschaft wurde nach vielen Jahren geschlossen, da bestimmte Investitionen in das Haus nicht mehr getätigt wurden. Nun schaut das geschichtsträchtige Haus einer unsicheren Zukunft entgegen…

Anstatt wir üblich auf den Gipfel zu gehen, haben wir beschlossen, zuerst die Umrundung des Säulingsockels anzugehen. Dafür zweigen wir direkt beim Winterraum in westliche Richtung ab.

Über große Schotterreisen und vorbei an kompakten Felswänden wandern wir fast eben in Richtung Pilgerschorfen. Über uns thronen die 12 Apostel, so ist der zackige Grat zwischen Pilgerschrofen und Säuling genannt.

Es ist angenehm warm, nicht zu heiß. Es liegen schon einige Cirren in der Luft, der nächste Wetterumschwung kündigt sich an.

Auf den Schotterreisen haben wir Glück, Steinböcke haben sich zu einem Stelldichein versammelt. Sie ignorieren uns gekonnt, man könnte fast meinen, wir Wanderer sind ihnen egal.

Im Westteil des Säulings war vor einigen Jahren ein großer Kahlschlag des Bergwaldes, nun hat man eine tolle Aussicht auf den Talkessel und den Eingang zum Lechtal.

Im Nordwesten liegt Vils, Pfronten und die Allgäuer Seen im Voralpengebiet. Immer wieder staune ich, wie abrupt der Wechsel vom Berg- zum Flachland hier am Säuling von Statten geht.

Am Wegesrand gibt es viel zu bestaunen, wie zum Beispiel den grün-metallischen Käfer, der regelmäßige Löcher in ein Pestwurzblatt stanzt. Nun wandern wir flach und teils abwärts auf Deutschem Staatsgrund.

Mit der Wilzsulzhütte erreichen wir den niedrigsten Punkt am Sockel des Säulings. Die Hütte wird gerade renoviert, das ist wohl dringend notwendig geworden.

Nun geht es wieder bergauf, durch uralten Waldbestand, hier darf der Wald noch Wald sind, ohne großen Eingriff durch den Menschen.

Wechseln wandern wir durch den Wald, dann wieder über kleine Lichtungen, die den Blick ins wunderschöne Allgäu eröffnen.

Schließlich erreichen wir wieder eine Abzweigung, jetzt geht es über steile Pfade endlich hinauf zum Gipfel. Den Start macht eine Eisenleiter, der Weg anschließend ist relativ einfach.

Steil führt der Steig ziemlich gerade durch die Nordwand, es ist teils schattig und angenehm zu gehen. Die Temperaturen sind mittlerweile wieder recht hoch, da ist Schatten höchst willkommen.

Die Aussicht auf das Alpenvorland, Tegelberg und Schloss Neuschwanstein ist wunderbar.

Rasch haben wir die Wand durchstiegen, der Wegweiser am Anfang hat uns beide ob der Länge ein wenig verunsichert… zum Glück war das wohl eine falsche Angabe.

Über die Gamswiese geht es nun weiter über breite Wege hinauf zum Gipfel.

Das letzte Stück ist nochmals ein wenig felsiger, schließlich erreichen wir den Gipfel des Säulings (2.048m). Das neue Gipfelkreuz, von meinem Cousin gezeichnet, strahlt uns schon entgegen. Ein würdiger Ersatz für das ehemalige Holzkreuz.

In den Osten geblickt sehen wir den massiven Bergstock des Wettersteins mit der dominierenden Zugspitze, vor uns liegt das Koflerjoch, dahinter die Soldatenköpfe und ein Teil des Plansees, bei der „Forelle“. Morgen wollen wir dort stehen…

Während im Südwesten noch die Allgäuer und Lechtaler Berge sind, öffnet ich das Land im Nordwesten und wird „Brettl-eben“.

Das neue Gipfelkreuz, wie schon oben beschrieben, finde ich sehr gelungen.

Nach einer feinen Pause am Gipfel machen wir uns an den Rückweg, dieses Mal geht es über die österreichische, bzw. Südseite hinab zu Säulinghaus.

Das Grenzschild bei der Gamswiese steht noch, der Unterstand der Zöller ist nur mehr schwer erkennbar.

Ein paar Stellen sind seilversichert, generell ist die Südseite häufiger begangen und auch speckiger. Dennoch ist der Weg gut zu begehen und rasch erreichen wir wieder den schönen Boden vor dem Säulinghaus.

Nun holen wir unser Bier aus einer Felsnische, es ist jetzt richtig kühl. Damit setzen wir uns zum Säulinghaus und genießen die feine Sonne und den Durstlöscher!

Der weitere Weg ist nur ident mit dem Aufstieg, erst über den Steig, dann die letzten Meter über den Forstweg. Schließlich erreichen wir wieder unsere Hütte.

Wir setzen uns noch auf die Terrasse, die Sonne schein noch ein wenig her. Dann bereiten wir das Essen her, es gibt heute Pfifferlinge mit Spiralnudeln. Dazu einen guten Salat, ein herrliches Menü.

Nach einem gemütlichen Abend, einem Kartenspiel und Gesprächen krabbeln wir müde ins Bett, es war ein langer, aber feiner Tag!

Tourendaten
Gesamtdauer: 7:09 h
Gesamtlänge: 13,69 km
Höhenmeter: △ 1. 331 m / ▽ 1.311 m

250820 Kaunergratrunde – Abstieg nach Mandarfen

Wir wachen auf, das Geräusch vor dem Fenster ist nur eine Bestätigung des Wetterberichts. Die Kaltfront ist eingezogen und macht unsere weiteren Pläne zu Nichte. Schweren Herzens beschließen wir, die Tour hier abzubrechen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück packen wir unsere Siebensachen, und wandern über den erst steilen Steig nach Mandarfen ab.

Bevor wir starten, rufe ich noch beim Taschachhaus an, um unsere Buchung abzusagen. Natürlich ist der Wirt nicht erfreut, aber es bringt auch nichts, heute zum Taschachhaus zu wandern und morgen im festen Regen zurückzugehen.

Zuerst wandern wir zum See, danach wandern wir am Talsteig abwärts. Schnell erreichen wir tiefere Gefilde.

Ein netter Weg, direkt unter dem Fulderer Höhenweg, führt uns ins Tal.

Ein Blick über die Schulter zeigt nochmals das Skigebiet und die Riffelseehütte.

Im Pitztal ist alles so steil und schräg, dass sogar die Sitzbänke schräg gebaut werden…

Wir erreichen nach ca. einer Stunde Mandarfen, gleich gehen wir zur Bushaltestelle. Wir sind nicht die Einzigen, die heute von hier wegfahren

Bald kommt der Bus, wir bekommen einen feinen Sitzplatz. Der Bus wird mit jedem Stopp voller, daher freuen wir uns über unser Glück mit dem Platz.

In Imst steigen wir auf den ICE um, der uns rasch nach Innsbruck bringt. Früher als geplant erreichen wir die Landeshauptstadt.
Am nächsten Tag ist das Wetter echt „grottig“, daher sind wir froh um unsere Entscheidung. Eine tolle Tour in einer urtümlichen Landschaft. Uns hat es sehr gut gefallen!

Tourendaten
Gemamtdauer: 1:07 h
Gesmmtlänge: 4,68 km
Höhenmeter: ∆ 5 m / ∇ 587 m

250819 Kaunergratrunde – Cottbuser Höhenweg (2.677m)

Eine feine Nachtruhe geht zu Ende und ein neuer Tag beginnt. Gut gerastet frühstücken wir erst mal auf der Kanuergrathütte, dann richten wir uns für die nächste Etappe her. Von der Veranda der Hütte aus sehen wir den Hüttensteinbock „Frederick“…

Das Wetter ist gut, die Temperaturen relativ warm, die Sonne lugt schon hinter den Bergen hervor. Heute steht der Cottbuser Höhenweg vor uns, mit einer etwas geänderten Wegeführung, wegen Steinschlaggefahr.

Die Hütte thront von dieser Seite aus Hoch über dem Planggerroßtal, hier hatten wir einen tollen Aufenthalt und eine wahrlich unglaublich spannende Aussicht.

Wir nehmen den einfachen Weg durch das Tal, wir müssen ein gutes Stück auf dem Weg ins Pitztal, dabei verlieren wir einiges an Höhe.

Während wir bei der Hütte noch Blockgletscher um uns herum hatten, neben vielem Moränengeröll, kommen wir nun bei einem kleinen sumpfigen See vorbei, der mit dem Schlick der umliegenden Gletscher gespeist und gebildet wurde.

Ein Blick über die Schulter zeigt uns die beeindruckende Wazespitze mit dem Gletscher auf der linken Seite.

Neben uns fließt ein sehr aktives Bächlein, das von den ganzen abschmelzenden Gletschern in der Umgebung gespeist wird.

Auch die Spuren der letzten Gewitter sind noch gut sichtbar, einige Murenstriche liegen in diesem Tal und der originale Cottbuser Höhenweg ist mittlerweile auch gesperrt, zumindest in Teilen.

Wir haben nun fast 700 Höhenmeter abwärts geschafft, nun geht es über eine Brücke und dann geht der ehemalige Notweg hinauf zum Höhenweg.

Dieser Weg ist ab heuer wahrscheinlich der neue Weg, einiges an Arbeit war das Anlegen, wir wir hier immer wieder sehen. Der Pfad ist steil, aber angenehm zu gehen.

Wir erreichen eine Schulter unterhalb des Steinkogels, hier machen wir eine kurze Pause, bevor wir den nächsten Abschnitt in Angriff nehmen.

Zuerst ist das Gelände noch relativ flach und gut zu gehen, ein paar Steinhalden müssen überquert werden…

… dann wird es steiler. Eine Stufe, auch als die Schlüsselstelle bezeichnet, ist mit Seil und Klammern entschärft und liegt schnell hinter uns.

Der weitere Weg schmal und teilweise ausgesetzt. Es empfiehlt sich, hier mit hoher Konzentration zu gehen, ein falscher Schritt wäre nicht so angenehm.

Wieder kommen wir an eine Stelle, die abgerutscht ist, ein Alternativweg wurde schon eingerichtet und führt uns zwar steil, aber sicher nach oben, zum Umgehen der abgebrochenen Stelle.

Seit der Schulter haben wir immer wieder Ausblicke auf den Rettenbachferner, der nun direkt vor uns liegt. Unter uns liegt steil und eng das Pitztal.

Nach einiger Zeit kommen wir wieder an eine flachere Schulter, nun sehen wir schon unter Tagesziel, den Rifflsee vor uns.

Zuvor wollen wir aber noch eine Abzweigung auf den Brandkogel machen, dieser Aussichtsberg liegt direkt am Weg und sollte nicht allzu lange Zeit zur Besteigung in Anspruch nehmen

Der Rucksack bleibt bei der Abzweigung. Steil führt nun der Weg nach oben, ein paar Kraxelstellen erfreuen das Gemüt und sorgen für Abwechslung.

Der Ausblick auf den See, den Rettenbachferner und auch die Pitztaler Gletscher wird von Meter zu Meter besser.

Und schon bald haben wir den Gipfel erreicht. Ein kleines Kreuz ziert den Gipfel des Brandkogels (2.677m). Wir haben die Brotzeit im Rucksack, nur ein Fernglas dabei.

Daher beschränkt sich unser Aufenthalt auf eine feine Umschau, dann steigen wir wieder den Teilen Berghang hinunter. Im Tal sehen wir schon den Ort Mandarfen.

Bald erreichen wir unsere Rucksäcke, wir sind mittlerweile sehr hungrig und freuen uns sehr auf die gute Jause.

Nach guter Rast wandern wir zum Riffelsee. Hier sehen wir mit Erstaunen die höchstgelegene Flossfahrt Europas… einen Kaffee gibt es beim Kiosk leider nicht!

Es ist noch früh, daher wandern wir im Gegenuhrzeigersinn um den See herum.

Obwohl wir keinen Kaffee bekommen, machen wir doch eine kurze Rast am See und lassen unsere Füße ins eiskalte Wasser gleiten. Lange bleiben die Extremitäten nicht im Wasser, schon die kurze Exposition führt zu stechendem Kälteschmerz in den Zehen… es ist eindeutig Gletscherwasser…

Dennoch wollen wir (zumindest nachher) die Abkühlung und Erfrischung nicht missen.

Der weitere Weg führt nun am Südufer des Sees in Richtung Riffelseehütte (2293m).

Diese Hütte liegt im Skigebiet und ist im Winter, wie auch im Sommer gut besucht. Dennoch kommt gleich wieder das typische Hüttenflair auf, das die Alpenvereinshütten ausstrahlen. Wir holen uns Getränke an der Theke, dann bekommen wir noch unser Mehrbettzimmer zugeteilt.

Der Abend verläuft wieder ruhig, es gibt zum Abendessen ein Buffet, später im Zimmer treffen wir noch unsere Mitbewohner, die Deutsche, die wir schon seit der Verpeilhütte immer wieder treffen, und ein junges Pärchen. Es ist angenehm ruhig und schon bald verfallen wir in einen tiefen Schlaf!

Tourendaten
Gesamtdauer: 6:51 h
Gesamtlänge: 12,48 km
Höhenmeter: ∆ 836 m / ∇ 1.364 m

250818 Kaunergratrunde – Kaunergrathütte (2.817m)

Nach einer feinen Nachtruhe im Zweibettzimmer frühstücken wir erst ausgiebig auf der Hütte, bevor wir uns auf den Weg zur zweiten Etappe machen. „Morgenstund hat Gold im Mund“, das stimmt auf jeden Fall, die Stimmung in der Früh ist magisch!

Wir gehen die ersten Schritte nach Süden im Schatten, doch schon bald sehen wir ober uns die ersten Sonnenhänge und damit auch die wärmeren Regionen.

Wir erreichen die Sonne und es ist schlagartig um ein Stück wärmer. Der Weg führt steil hinauf zu den Madaschtürmen, diese prägen eine Weile unseren Weg.

Mächtig, zerklüftet und unnahbar schauen sie aus, diese Türme. kletternd bewegt man sich hier im IV Schwierigkeitsgrad, allerdings ist die Kletterei sehr ausgesetzt und auch brüchig… wir müssen zum Glück nur darunter durch!

Zurückschauend sehen wir bis ins Inntal, die Aussicht wird mit jedem Schritt besser. Die Landschaft aber auch karger und karger…

Nun biegt der Weg um den Fuß des Schwabenkopfes herum und wir bekommen einen ersten Blick auf den Madatschferner.

Am unteren Ende der Moräne ist ein kleiner Gletschersee, der hier wohn dank der warmen Temperaturen entstanden ist.

Je näher wir kommen, desto größer erscheint der Gletscher. Die letzten Sommer haben aber schon ihre Spuren hinterlassen, die Oberfläche ist eisig, und verglichen mit der Karte ist der Rückgang schon sichtbar.

Der Aufstieg über das Blockgestein ist teils mühsam, besonders wenn man wieder einmal den Weg verfehlt. Dann heißt es wieder, in dem instabilen Gelände den richtigen Pfad zu entdecken.

Wir steigen immer höher, vor uns ist eine Gruppe, die schon das Madatschjoch erreicht hat. Diesen Übergang müssen wir auch bewältigen. Der untere Teil ist mit einer Leiter entschärft, insgesamt ist der Weg bröslig, aber doch gut zu begehen.

Der obere Teil des Madatschjochs ist dann nochmals seilversichert.

Es ist eine hochalpine, öde, aber wunderschöne Gegend. Wenig Pflanzenbewuchs, aber es gibt sie doch, die Überlebenskämpfer… in Nischen, windgeschützt und in der Sonne, keinem zarte Gewächse.

Einmal versteigen wir uns, die Abzweigung auf den richtigen Weg war leicht zu übersehen. Rasch sind wir in unangenehm bröckligem Gelände, das fast keinen stabilen Schritt erlaubt. Mit ein paar Spreizschritten überwinden wir den unguten Teil und erreichen wieder den halbwegs festen Weg.

Schlussendlich erreichen wir das Apere Madatschjoch (3.030m), und der Blick in das Planggeroßtal öffnet sich vor uns.

Wir müssen am Grat in Richtung Schneeiges Madatschjoch (3.020m), einem früheren Übergang, als der Gletscher noch weiter hoch reichte. Der Grat ist wieder drahtseilversichert und gut zu gehen.

Bald schon steigen wir unter der unter Kletterern bekannte Wazespitze hinab ins obere Tal, in Richtung Kaunergrathütte.

Es ist wirklich eine tolle, aber eigene Mondlandschaft, durch die wir uns hier bewegen.

Rückblickend sehen wir die zwei Joche, links das ein wenig niedrigere Schneeige-, rechts das von uns überschrittene Apere Madatschjoch.

Bevor wir zur Hütte gehen, zweigen wir nochmals vom Weg ab und bestiegen den unscheinbaren Planggerroßkopf (3.057m), da diesem am Weg liegt und auch

Auch hier fällt uns die Wegfindung schwer, aber wir stiegen einfach ziemlich direkt auf den Kopf, am Schluss finden wir wieder den Weg. Hier machen wir eine längere Pause, und verzehren unsere Brotzeit.

Wir schauen uns ein wenig um, dann sehen wir plötzlich Steinböcke, 2… 4… 7… immer mehr dieser beeindruckenden Tiere fallen uns auf. Gut getarnt liegen sie in einer Schotterhalde gegenüber, mit dem Fernglas super beobachtbar.

Nach ausgiebiger Pause, Biggi stellt sich nochmals vor die zwei Joche, damit ich noch ein Foto machen kann, wandern wir weiter zum Tagesziel.

Ein wenig versteckt liegt die Hütte auf einem schönen Boden, den wir nach kurzem Abstieg nun erreichen.

Wir setzen uns auf die Terasse, die Sonne brennt ganz nett herunter, daher suchen wir ein wenig Schatten. Das Bier schmeckt mir heute besonders gut!

Die Hüttenleute sind super, rasch sind wir eingecheckt, wir sind wieder in einem Zweibettzimmer. Wir bekommen alle Infos von der Hüttenwirtin, auch Weiteres zum morgigen Weg.
Im späteren Verlauf kommt noch „Frederick“, der Hüttensteinbock auf eine Stippvisite vorbei. Natürlich sorgt das bei allen Wanderern für großes Hallo!

Am Abend bekommen wir ein tolles Menü kredenzt, wir lesen noch ein wenig in der Stube und später im Zimmer, dann schlafen wir, gespannt auf den nächsten Tag, ein.

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:56 h
Gesamtlänge: 8,45 h
Höhenmeter: ∆ 1261 m / ∇ 472 m

250817 Kaunergratrunde – Verpeilhütte (2.025m)

Schon seit unserer letztjährigen Wanderung in den Tuxer Alpen, haben Biggi und ich weiter Höhenweg-Ambitionen gesponnen. Am Beginn des Jahres haben wir uns auf das Kaunergrat geeinigt. Ein Gebiet, das uns beiden nicht geläufig ist.
Nach einiger Planung, Buchung der Hütten und Packen der Rucksäcke geht es heute los! Ganz sportlich mit dem Fahrrad zum Bahnhof…

Von Innsbruck fahren wir erst nach Landeck, dort müssen wir dann weiter mit dem Bus.

Erst fahren wir von Landeck mit dem Bus bis Prutz, noch einmal Umsteigen und wir sitzen im dem Bus nach Feichten im Kaunertal

Nach einer längeren Anreise stehen wir endlich am Ausgangspunkt unserer mehrtägigen Wanderung. Die Vorfreude ist groß, der Steig gleich steil hoch!

Von Feichten müssen wir erst ein paar Höhenmeter aufsteigen, dann gelangen wir auf die Forststraße. Von hier zweigt bald wieder ein Steig ab…

Und schon nach ein paar Minuten sehen wir ins Kaunertal, der Himmel scheint noch gut mitzuspielen. Später sollen noch mehr Wolken kommen…

Wir zweigen auf den „Knappensteig“ ab, der durch die Bergbaugeschichte von Feichten führt. Die Temperaturen sind moderat, wir liegen aber schon auf über 1.200 m.

Am Steig sind ein paar Stationen zum Bergbau angelegt. Wirklich schön und speziell auch für Kinder empfehlenswert. Bei der Station „Mittlerer Tschinglstollen“ sind Helme und Taschenlampen vorhanden, damit kann man ein Stück in den Stollen einfahren.

Schrämmarbeiten finden wir keine, der Stollen scheint also noch nicht ganz so alt zu sein, aber absolut interessant. Und die Spur für den Hunt (Lore) ist noch original, fast 300 jahre alt!

Es ist dunkel im Stollen, trotz Taschenlampe. Erst beim ausfahren stelle ich fest, dass ich meine Sonnenbrille vergessen habe, abzunehmen.

Ein letzter Blick zurück zu dieser interessanten Station, dann wandern wir weiter am Knappensteig.

Einer der höchsten Punkte zeigt das Leben der Knappen, auch geologische Informationen sind hier auf Tafeln ausgestellt. Wir verweilen kurz, lesen die Informationen, und gehen dann weiter.

Wir folgen dem Steig, bis wir die Einzweigung auf die Forststrasse erreichen. Nun folgen wir Dieser, immer wieder müssen wir wegen Verkehr auf die Seite treten. Schließlich kommen wir an den großen Wanderparkplatz kurz unter der Verpeilalm (1.802m).

Knapp nach diesem Parkplatz sehen wir die Alpe und unseren weiteren Weg. Da wir noch viel Zeit haben, beschließen wir, am Bach eine Pause zu machen.

Der weitere Weg ist sehr angenehm zu gehen, fast flach verläuft der Pfad in den Talkessel hinein… bis wir schließlich an der AV-Hütte stehen.

Wir setzen und, trinken einen Kaffee, später ein Bier und genießen noch einen Kuchen. Auf Nachfrage durch Biggi erhalten wir ein 2-Bett-Zimmer, sehr gemütlich eingerichtet

Anschließend an unsere Pause und nachdem wir unser Zeug ins Zimmer gebracht haben, wollen wir noch eine Runde in den Kessel spazieren.

Wir wandern querfeldein ein wenig höher, dann über wilde Schotterreisen zurück in den Boden des Kessels. Hier setzen wir uns und schauen den übermütigen Haflinger-Pferden zu.

Überall ist viel Wasser, der kurze Regen vorher dürfte dazu wohl nichts beigetragen zu haben.

Wir setzen uns zu zwei jungen Männern, die eine ähnliche Route vorhaben. Und schon bald kommt das Essen, Suppe, Spaghetti Bolognese sin carne, Bananensplit.

Ein wenig spielen wir Karten, dann machen wir uns auf ins Bett. Morgen ist ein langer Tag, da wollen wir gut ausgeruht sein.

–> Tag 2 – Kaunergratrunde – Kaunergrathütte (2.817m)

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:33 h
Gesamtlänge: 7,40 km
Höhenmeter: ∆ 915 m / ∇ 178 m

250810 Seeberg- (2.085m), Seekarspitze (2.053m)

Mit Biggi habe ich schon öfter über die heute anstehende Bergtour gesprochen, die Überschreitung der zwei See-*-Spitzen am Achensee. Eine ausgewachsene Tour, aber bei idealem Wetter durchaus ein Erlebnis. Vor einigen Jahren hatte ich die Tour mit Alfons schon gemacht, nun soll eine Wiederholung her.
Wir starten in Pertisau, am Wanderparkplatz. Hier geht ein versteckter Steig direkt auf den Rücken der Seebergspitze.

Es ist schon sehr war, zum Glück ist es im Wald noch ein wenig kühler. Die Sonne knallt auch noch nicht vom Himmel, aber wie gesagt, es ist warm, fast schon ein wenig schwül.

Schon bald öffnet sich der Wald und wir haben einen tollen Ausblick in den Karwendel, heute allerdings eine ganz andere Perspektive als gestern, von der Nordkette.

Der Weg ist gut begehbar, kaum sind wir aus dem Wald heraus, kommen wir in den Genuss der starken Sonne, im Gegenzug dazu spüren wir einen leichten Wind auf der Haut.

Der wunderschöne Achensee liegt unter uns und glitzert in der Sonne.

Das Wetter ist zwar nicht mehr so wolkenlos wie gestern, aber dennoch wunderschön, ein paar Wolken, die sich vor die Sonne schieben, bilden einen natürlichen Schatten, der mehr als willkommen ist.

Die große Befürchtung, im Latschengürtel der Hitze schutzlos ausgeliefert zu sein, bewahrheitet sich Gott sei Dank nicht. Es ist aushaltbar…

Kurz vor der Seebergspitze machen wir noch eine kurze Pause, trinken einen Schluck und essen einen Müsliriegel.

Dann nehmen wir die letzten paar Meter zum Gipfel auf, nun haben wir schon über 1.100 Höhenmeter hinter uns gebracht. Schließlich erreichen wir die Seebergspitze (2.085m)

Der Weg über den Gipfelgrat ist schön zu gehen und die Aussicht auf das „Meer Tirols“ einmalig. Zur Linken liegt besagter Karwendel, Lamsenspitze, Bärenkopf und Feilkopf lachen zu uns rüber.

Vor uns liegt der weitere Weg zur Seekarspitze, fast immer am Grat entlang. Es ist noch eine ganz nette Distanz, die wir zurücklegen müssen. Da lassen wir uns die Brotzeit am Gipfel mal gut schmecken.

Der erste Teil des Weges für durch steile, aber gut begehbare Felsleisten. Der Fels ist Karwendeltypisch brüchig. Dennoch kommen wir rasch voran.

Ein paar ausgesetztere Stellen, die wohl das Prädikat „Schwindelfreiheit notwendig“ verursachen, meistern wir, dann kommt noch eine längere Felsrippe, die wir hinuntersteigen.

Nun sind wir im Joch und der Weg geht wieder hinauf, der Weg auf die Seekarspitze schaut aber weiter aus als er ist.

Höher und höher steigen wir den Berg empor, unter uns der wunderschöne Achensee. Während wir auch hier in luftiger Höhe schwitzen, verspricht der See später noch eine herbeigesehnte Abkühlung.

Auf der Seekarspitze (2.053m) machen wir nun nochmals eine ausgedehnte Pause. Biggi hat einen guten Linsensalat hochgeschleppt, der wird nun genussvoll verspeist.

Wir genießen den wunderschönen Rundumblick, ins Rofan, ins bayrische Vorland, in den Karwendel und auch zurück ins Inntal…

Hier oben geht ein feines Lüftchen, so kann man es schon aushalten.

Die Zeit vergeht und wir haben noch ein gutes Stück weg vor uns. Daher packen wir wieder unsere sieben Sachen und machen uns an den Abstieg.

Es ist heiß, die Sonne strahlt vom Firmament, nur wenige Wolken schieben sich ab- und an vor die Sonne… dennoch kommen immer noch einige Leute den steilen Nordhang herauf…

Der erste Teil ist noch nicht ganz so steil, dann kommen wir zur Kante, hier bricht der Hang steiler ab. Der Weg ist aber gut angelegt, und so kommen wir rasch voran.

Im Rückblick sieht man den ganzen Schotterhaufen, den der Berg von dieser Seite aus in meinen Augen recht unattraktiv macht. Hier möchte ich nicht rauf laufen müssen.

Nach dem ganzen Schotter erreichen wir bei der Seekaralm (1.500m) wieder liebliches Almengelände und lichten Wald.

Hier zweigt der Weg direkt an der Alm in Richtung Osten und zur Koglalm (1.286m).

Teilweise über Steige, teils über Forststraßen bewegen wir uns nun rasch in Richtung Achensee.

Direkt am See erreichen wir den großen, aber ehrlich gesagt nicht besonders einladenden Campingplatz in Achensee. Wir durchqueren einen großen Kinderspielplatz und erreichen schließlich den See.

Rasch ist das Badezeug angezogen und wir springen „fast“ ins kalte Wasser. Ich schwimme ein paar Züge, aber das Wasser ist hier unglaublich kalt. Da sind sogar die kalten Ausserferner Seen wahre Thermen. Aber erfrischend ist das Wasser allemal und so ist für Erfrischung gesorgt. Biggi hat einen leichten Hitzestich und lässt es nun lieber ruhig angehen.

Mit dem Bus fahren wir bis Pertisau und während Biggi im Schatten kurz rastet, wandere ich noch die letzten Meter zum Auto, um dieses wieder auszulösen.

Das war eine lange, aber tolle Tour heute. Die Hitze war schon grenzwertig, wir haben aber genügend Flüssigkeit mitgenommen und auch gebraucht… eine tolle Vorbereitungstour für unsere längere Tour nächste Woche… doch das ist eine andere Geschichte und wird ein andermal erzählt…

Tourendaten
Gesamtdauer: 7.09 h
Gesamtlänge: 13,50 km
Höhenmeter: △ 1.366 m / ▽ 1.341 m

250609 Bergtour Peilspitze (2.392m) und Blaser (2.241m)

Wunderbares Wetter, ein Feiertag, da fällt der Entschluss, eine Bergtour zu machen nicht schwer. Ein kurzer Blick auf unsere „Liste“, es ist Frühsommer, da muss ein Blumenberg her… also peilen wir die Peilspitze und den Blaser an.

Mit dem Auto fahren wir über die Mautstraße bis zur Matreier Ochsenalm, hier stellen wir das Fahrzeug ab und spazieren an der Alm vorbei in Richtung Matreier Grube

Erst über Almwiesen, dann durch lichten Wald und Latschenfelder steigen wir immer höher.

Bald erreichen wir die Waldgrenze, die Aussicht wird nun immer besser. Das Wetter ist perfekt, es ist warm, aber nicht heiß und die Sonne lacht vom Himmel. Es ist ein wenig diesig, das stört aber noch kaum.

Und überall um uns herum sehen wir die Blumenpracht, für die dieses Gebiet bekannt ist. „Enzian“, „Platenigl“, „Kuhschellen“, „Leimkraut“, sogar das seltene „Bunte Läusekraut“ finden wir.

Wir steigen immer höher und erreichen bald das Kalbenjoch (2.226m).

Bis hierhin war der Weg einfach und flach, nun sehen wir den weiteren Weg, der ein wenig steiler wird.

Wir machen am Kalbenjoch eine kurze Trinkpause und genießen die tolle Rundumsicht. Nun geht es an den Bereich, der laut Beschreibung Trittsicherheit verlangt!

Zuerst gehen wir an der Nordseite einen schmalen Pfad in Richtung Grat, zwei kleine Schneefelder, die hier noch über geblieben sind, müssen gequert werden. Der Schnee ist aber angenehm weich und schon mit guten Tritten versehen, daher ist die Querung kein Problem.

Wir erreichen den Grat, hier führt der Weg nun fast in einer Linie in Richtung Peilspitze, unser nächstes Ziel.

Im Hintergrund sehen wir die Kesselspitze, Roter Kopf und Wasenwand und das Foppmandl.

Der Gipfel der Peilspitze rückt jetzt in immer greifbarere Nähe, schon bald werden wir am höchsten Punkt stehen.

Der letzte Aufstieg erfolgt wieder über eine Blumenwiese, die Peilspitze (2.392m) hat wirklich zwei Gesichter. Die Nordseite ist eher schroff und brüchig, während der nun erreichte Südbereich grasig und fast lieblich ist, wären da nicht die vielen Lawinenverbauungen.

Nun haben wir uns eine Pause verdient, im Windschatten auf der Südseite finden wir ein feines Plätzchen in der Sonne. Die mitgebrachten Jause schmeckt uns beiden, die Aussicht ist in Ordnung, aber es wird komisch diesig! Später erfahren wir, dass dies die Auswirkungen der Waldbrände in Kanada sind… unglaublich!

Von der Peilspitze wandern wir nun über grün-bunte Wiesen über die Kalbenjochmähder zur Blaserhütte. Während auf der Peilspitze relative Ruhe geherrscht hat, ist auf dem Blaser um einiges mehr los.

Die Hütte ist wahrlich kein Schmuckstück, weder der Bau, noch die Lage. Dennoch finde ich es schade, dass der Gastbetrieb noch nicht aufgenommen wurde, das soll erst am kommenden Wochenende passieren.

Die 150m Höhenmeter zum Blaser gönnen wir uns auch noch, um dort einmal die Runde am Panorama zu genießen.

Im Südwesten sehen wir die mächtigen Tribulaune und den Zentralkamm. Was für eine beeindruckende Kulisse!

Nach einem kurzen Rundumblick wandern wir wieder hinunter zur Blaserhütte und kurz davor zweigen wir rechts ab, hinunter ins „Lange Tal“

Wir wandern nun, immer im Blickfeld die Serles, wieder gen Norden. Je tiefer wir kommen, desto farbenprächtiger wird die Landschaft wieder…

Unterhalb der Serles liegt beeindruckend der Wallfahrtsort „Maria Waldrast“, ein Kloster des Servitenordens. Es zählt zu den höchstgelegensten Klöstern Europas.

Der Weg vom Blaser bzw. der Blaserhütte ist erst angenehm flach, dann fällt er bei einer Geländekante steil nach unten. Immer noch sehr gut begehbar, aber die Steilheit ist in den Beinen spürbar.

Hier begegnen wir wieder ein paar Leuten im Auf- und Abstieg. Wir sind froh, dass es für uns nach unten geht.

Im Hintergrund können wir das Wipptal und den Patscherkofel erkennen, die diesige Luft vereitelt einen tollen Weitblick.

Durch das „Lange Tal“ erreichen wir schließlich wieder die Matreier Ochsenalm, hier beschließen wir noch kurz einzukehren. Es ist viel los, aber wir finden einen feinen Platz in der Sonne. Ein Getränk und ein wunderbarer Apfelstrudel komplettieren diesen feinen Wandertag!

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:47 h
Gesamtlänge: 10,72 km
Höhenmeter: △ 960 m / ▽ 951 m

241019 Rosskar- und Schafkarsee (2.125m)

Es ist schon eine Weile her, dass ich mit meinem „Alten Herrn“ auf dem Weg war. Heute steht für uns zwei eine tolle Tour in den Lechtaler Alpen auf dem Programm. Am Vortag bin ich schon angereist, damit wir gleich in der Früh starten können, denn die Tage sind mittlerweile kurz genug.

In Gramais im Lechtal parken wir das Auto, leider ist hier an ein Anreisen mit Öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mal im Ansatz zu denken. Hier gibt es das einfach nicht… vom Dorf wandern wir südwestlich ins Tal des Roßkarbaches.

Schon von Beginn an sehen wir, dass hier gut Wasser vorhanden ist… überall, und im Besonderen am Talschluß sehen wir viele Wasserfälle.

Wir wandern über dem Bachbett, durch die Latschen immer weiter ins Tal hinein.

Teilweise ist der Weg durch die letzten Regenfälle lädiert, allerdings ist das hier nichts besonderes… im Gebirge verändern sich die Bedingungen im Laufe der Zeit… manchmal langsam, manchmal schneller.

Ein Blick zurück, wir sehen Gramais und das Sattele, das Papa und ich vor einigen Jahren schon auf dem Weg der Kogelseespitze passiert haben.

Faszinierend finde ich, und darauf wurde ich schon vorbereitet, die vielen Wasserfälle, die hier über die Felswände schießen.

Wir müssen die Felsen immer wieder umgehen, aber schlußendlich kommen wir auf der oberen Ebene an, vor uns liegt ein wohl ehemaliger See, der sich nun in ein Moor-ähnliches Gebilde verwandelt hat. Im Hintergrund sehen wir die zerklüftete Grüntalspitze.

In die entgegengesetzte Richtung liegt der Rosskarsee, majestätisch erheben sich darüber Rosskarspitze und Großstein.

Nur noch kurz, dann stehen wir vor dem Rosskarsee. Dieser liegt in einem wunderschönen Kessel, umrahmt von sehr beeindruckenden Bergen. Nachdem wir bei einer Pause die Gegend ein wenig genauer betrachten, debattieren wir, ob diese Gegend vor nicht allzu langer Zeit noch vergletschert war.

Unser weiterer Weg führt uns oberhalb der „Oberen Petschinger Böden“, unter der Großen Schafkarspitze auf teilweise ungutem Wege auf den Rücken des Hirschhals.

Ein paar ausgesetzte Stellen, die aber gut begehbar sind, müssen wir meistern. Bei Regen ist das wohl eine ganz andere Liga, aber heute, bei diesen Verhältnissen, da passt der Weg sehr gut.

Rückblickend sehen wir nochmals die vermuteten Schrämmspuren, im Kessel des Rosskarsees. Wie schon gesagt, einfach eine Vermutung… aber eine interessante Vermutung. Und schließlich erreichen wir die Ausläufer des Hirschhalses.

Der Weg von hier zum Schafkarsee schaut zwar weit aus, aber nach einer knappen 1/2 Stunde erreichen wir auch den zweiten und letzten See für heute…

Die Berge im Lechtal finde ich genauso faszinierend wie die Abgelegenheit oder auch Abbeschiedenheit. Heute sind wir noch niemandem auf der Wanderung begegnet.

Der Schafkarsee liegt auch wunderschön in einem Kessel, kommt allerdings von der Farbe her nicht an den Rosskarsee heran. Ein interessantes Details, hier waren wir im Winter schon mit den Skier

Auch an diesem See pausieren wir kurz, dann wandern wir den selben Weg zurück bis zum Hirschhals. Noch ein paar Meter den Hang hinab, dann sehen wir das Kreuz. Schon interessant, wenn das Kreuz unter einem liegt!

Vom Kreuz am Hirschhals haben wir einen tollen Ausblick auf Gramais und auf das Sattele, das wir 2021 begangen sind.

Ein Stück weiter vor an der Kante kann man fast die ganze Tour einsehen.

Nun geht es steil hinab durch lockeren Wald. Allerdings bleibt nicht viel Zeit zur Rundschau, der Weg ist echt steil und heute ein wenig rutschig. So vernichten wir in kürzester Zeit einige Höhenmeter…

Am Schluss erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt Gramais, das Dorfgasthaus hat leider Betriebsurlaub, also fahren wir zu Papa nach Hause und lassen dort die Tour ausklingen.
Später fahre ich mit dem Zug wieder zurück nach Innsbruck, ich möchte am Sonntag noch eine Tour anhängen, das Wetter soll ja wunderbar werden!

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:56 h
Gesamtlänge: 14,48 km
Höhenmeter: ∆∇ 1.310 m

240901 Steinernes Tor (1.955m)

Schon länger wollten Biggi und ich eine Tour am Achensee unternehmen, heute können wir endlich auch diese Wanderung abhacken. Mit Doris einer Freundin von Biggi, starten wir am Parkplatz in Buchau.

Ein paar Schritte müssen wir an der Hauptstraße und durch den Ort spazieren, vorbei an so mancher Hotelburg…

… doch schon bald sind wir weg vom Trubel, auf einem schönen Steig wandern wir in Richtung Dalfazalm.

Auf dem Weg liegt der Dalfazer Wasserfall, ca. 60m hoch. Eine Plattform vor dem Wasserfall erlaubt den uneingeschränkten Blick auf das Schauspiel und an den beeindruckenden Klettersteig direkt nebenan.

Unser Steig führt in der Nähe des Wasserfalls über einen steilen Pfad weiter nach oben.

Ab hier haben wir die ersten Ausblicke auf den Achensee, das Meer Tirols. Im Hintergrund sieht man das Karwendel.

Immer wieder sehen wir die Materialseilbahn der Dalfazalm, die hier neben dem Weg nach oben führt. Im unteren Teil recht rudimentär aufgebaut, sind die Stützen im oberen Bereich beeindruckend modern.

Wir erreichen die schon geöffnete Dalfazalm (1.693m), hier gönnen wir uns einen Kaffee.

Das Dach des Nebengebäudes fasziniert mich sehr. Schindeldächer mit Schneestangen und Steinen sieht man nicht mehr oft, zumindest nicht in den Gegenden, in denen ich unterwegs bin.

Die Alm ist sehr schön gelegen, nicht umsonst eines der Paradedestinationen am Achensee.

Gestärkt wandern wir nun weiter in Richtung Steinernes Tor. Über einen schönen Pfad steigen wir immer höher.

Überraschenderweise hören wir bald das typisches Geräusch eines Traktor. Zuerst denke ich mir, das muss eine Täuschung sein, aber dann kommt wirklich ein knallroter Traktor hinter einem Hügel hervor. Welche Mission dieses Gefährt hat, können wir nicht feststellen. Kurios bleibt es auf jeden Fall!

Nach ein paar Minuten erreichen wir dann das sogenannte „Steinerne Tor“ (1.978m)), ein Felsdurchbruch.

Ein paar Meter müssen wir noch hoch, dann stehen wir am höchsten Punkt unserer Wanderung.

Der weitere Weg führt in Richtung Achenseehof, allerdings müssen wir hierzu noch durch ein schönes Hochtal.

Erst steigen wir steil vom Steinernen Tor ab, hier suchen wir uns eine gemütliche Stelle um zu jausnen.

Anschließend gehen wir weiter in Richtung Kotalm.

Das Hochtal, das wir nun durchschreiten, ist wunderschön und scheinbar sehr einsam. Linkerhand liegt das Kolbenjoch.

Am Wegesrand sehen wir die Überreste einer abgegangenen Alm, das war mal der Kotalm Hochleger.

Die Felswände hier sind beeindruckend, das Rofan ist ein bekanntes Klettergebiet. Bei diesen Ausblicken kann ich mir das sehr gut vorstellen.

Über die letzten Ausläufer des Hochtals kommen wir an einen leichten Abbruch.

Unter diesem, am Ende liegt der Kotalm-Mitterleger (1.608m)

Und weiter den Weg ins Tal hinunter passieren wir dann noch den Kotalm-Niederleger (1.260m). Rückblickend sieht man nochmals das mächtige Kolbenjoch.

Nun bewegen uns wir langsam aber sicher wieder ins Tal, es wird wieder waldiger, es kann also nicht mehr weit sein bis zum See.

Vorbei an einem ausgetrockneten Bach erreichen wir erst einen Klettergarten, dann nach ein paar Metern das Ufer des Achensees. Wir haben vorsorglich unser Schwimmzeug mitgenommen und hüpfen nun ins kühle Nass.

Doris spendiert noch eine Runde Getränke, dann müssen wir auch schon zum Bus, der uns Zurück zum Parkplatz in Buchau fahrt.

Eine wunderschöne Wanderung, in einer mir neuen Gegend… auf jeden Fall hat mich dieser Fleck nicht das letzte Mal gesehen. Da möchte ich noch gerne die eine andere Runde drehen…

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:37 h
Gesamtlänge:11,54 km
Höhenmeter: ∆ ∇ 1.035m