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180929 Sellesköpfe (1.644m)

Heute steht ein Ausflug mit Oma und den Kindern an. Wir haben uns entschlossen, obwohl der Wetterbericht nicht ganz so tolles Wetter ansagte, nach Nauders zu fahren und dort Hochfinstermünz, Altfinstermünz und die Sellesköpfe anzuschauen.

Die Fahrt startet um 9:00 Uhr in Aldrans, dort machen wir uns auf nach Wildermieming, wo wir die Oma abholen. Dann fahren wir weiter. Erstes Ziel ist das bekannte „Grandhotel Hochfinstermünz“, ein geschichtlich interessanter Bau, der auf der Reschenstraße liegt. Dies war in früheren Zeiten ein berühmtes Hotel, in dem namhafte Personen, unter anderem Luis Trenker abgestiegen waren. Auch Filme, wie „Der Rebell“ und „Der Feuerteufel“ wurden hier gedreht.

Heute ist vom vergangenen Gland nicht mehr viel geblieben, die letzte Wirtin, „Frau Emmi“, ist heuer im Frühjahr gestorben, seit dem fristet das Hotel, das schon über die letzten Jahrzehnte immer mehr in Vergessenheit geraten ist, ein Schattendasein und verfällt zusehens. Trotzdem war es gerade für die Kinder interessant, ein wenig bei dem Gebäude durch die Fenster zu sehen und vielerlei Dinge zu entdecken.

Direkt vom Hotel zweigt dann auch ein Pfad hinunter zum Inn, der hier noch relativ klein ist, und zur Festung Altfinstermünz.

Wir wandern einen steilen Waldpfad runter, immer lauter hören wir den Inn, der hier auch schön grün ist, rauschen. Und hier erreichen wir noch einen geschichtsträchtigen Platz, das heute sehr schön renovierte Altfinstermünz. Diese Grenzfestung zur Schweiz hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Schon zu Römerzeiten, als Via Claudia Augusta war dies einer der wichtigsten Alpenübergänge, erst der Bau der Brennerstraße ließ den Reschen ein wenig in den Hintergrund rücken.

Leider ist genau heute das Museum geschlossen, sodaß wir die Anlage nur von aussen besichtigen können. Ein Grund, wieder einmal an diesen schönen Ort zurückzukehren. Es stimmt schon nachdenklich, dass der Verkehr ins Engadin einmal über diese kleine Holzbrücke verlief. Heute wohl unvorstellbar…

Nachdem wir uns sattgesehen haben, steigen wir uns wieder den steilen Waldhang hinauf, und fahren weiter nach Nauders und zur Norbertshöhe. Dort stellen wir unser Auto ab, denn jetzt steht die zweite Wanderung an, auf die Sellesköpfe.

Zuerst geht es auf einem gemütlichen Feldweg durch den Wald, hier können wir auch ein paar Geocaches der Runde „Kampf um die Sellesköpfe“ einsammeln. Die Kinder halfen fleissig mit, manchmal mit lustigen Verrenkungen…

Bald erreichen wir die freien Flächen mit Blick auf Nauders. Alte Stellungen sind hier sichtbar, und es wird uns bald klar, warum genau auf diesem Hügel die Stellungen erbaut wurden. Der Blick reicht weit über Nauders hinweg, ein idealer Aussichtspunkt.

Ab hier befinden wir uns nun auf dem Kaiserschützenweg, der an der Westseite der Sellesköpfe, hoch über dem Inn kühn in die abschüssige Wand gebaut wurde. Ein besonderer Punkt ist der „Hohe Turm“, eine wilde Felsnadel, die über dem Tale thront.

Nun erreichen wir die verfallene Zettler Alm, und die in der Nähe liegenden Kavernen. Das ist wieder ein sehr spannender Teil, den die Kinder gerne erkunden. Teilweise wurde hier das beschwerliche Leben der Kaiserjäger nachgestellt, ein Stockbett, eine Essensecke und weitere spärliche Einrichtung kann hier bewundert werden. Ein hartes Los, das auch schon ohne kriegerische Aktionen beschwerlich genug gewesen sein muß.

Jetzt sind wir nicht mehr weit vom Ausgangspunkt entfernt, für die Kinder ist der der Weg nun schon beschwerlich geworden. Doch die Aussicht auf ein Eis hebt die Stimmung wieder, wir müssen nur noch das Gasthaus erreichen.

Am Gasthaus angelegt verschwinden die beiden Junioren gleich am Spielplatz, auch eine lustige Strandmuschel erregt ihre Aufmerksamkeit.

Wir genießen ein Eis in der warmen Herbstsonne und lassen den schönen Tag Revue passieren. Das war wieder ein schöner Tag, bei dem das Wetter bestens mitgespielt hat.

Tourendaten Altfinstermünz
Gesamtdauer: 50 min.
Gesamtlänge: 2,74 km
Höhenmeter: 145 m

Tourendaten Sellesköpfe
Gesamtdauer: 3:00 h
Gesamtlänge: 6,85 km
Höhenmeter: 373 m

180622 Hochreichkopf (3.010m)

Dieses Mal verschlägt es mich in eine Gegend, in der ich noch nicht unterwegs war… zumindest nicht im Sommer. Es geht ins Ötztal, genauer gesagt auf den Hochreichkopf. Ich habe mich mit Tamara in Ötztal Bahnhof verabredet, von dort fahren wir nach Niederthai, dort soll unsere Wanderung starten.

Der erste Teil der Wanderung unspektakurär durch das Horlachtal auf einer Forststraße, dabei kommen wir an der Touristenfalle „Larstigalm“ vorbei. Ein wenig schmunzeln muss ich schon, als mir Tamara das mit der Falle erklärt.

Bald schon kommt die Schweinfurther Hütte in Sicht, die wir jedoch nicht besuchen, sondern einen Schwenker nach Links hinauf Richtung Finstertal-Alm machen. Wolken ziehen immer wieder am Himmel durch, aber der Wetterbericht hat bis zum Nachmittag gutes Wetter vorhergesagt, das sich dann auch bewahrheiten soll.

Ab der Abzweigung steilt der Weg ein wenig auf, nun haben sich die letzten Wolken verzogen und ein wunderschöner blauer Himmel tut sich vor uns auf. Vorbei an einem rauschenden Bach erreichen wir die Finterstal-Alm (2.142m).

Hier begegnen wir 3 Deutschen, die von der Schweinsfurther Hütte losgegangen sind und auch auf den Hochreichkopf wollen. Zuerst marschieren sie an uns vorbei, doch dann, Dank guter Tempovorgabe von Tamara, holen wir die 3 bald wieder ein und sichern uns wieder die Pol-Position.

Durch verblocketes Gelände, aber immer auf schönem Steiglein machen wir gut Höhe. Die Aussicht ist phantastisch und das Wetter spiel auch noch gut mit. Tamara erklärt mir mit einer Eselsgeduld die Namen aller Umliegenden Berge: Strahlkogel, Hohe Wasserfalle, Sulzkogel usw. aber immer wieder muß ich nachfragen, weil ich mir´s Dank der Fülle an Eindrücken einfach nicht merken kann.
Bald erreichen wir das „Kleine Hairlacher Steinkar“, die Höhe macht sich nun langsam bemerkbar, wir befinden uns schon auf 2.600m, und der Schnee will sich in diesen Höhen noch nicht wirklich vom Jahre 2018 verabschieden.

Der Schnee ist griffig, schon fast ein wenig batzig, aber das Gehen ist unproblematisch. Einzig aufzupassen ist auf die kleinen Seen, die sich in den Senken gebildet haben. Diese könnten rasch zur bösen Falle werden. Großräumig umgehen wir diese gut sichtbaren Stellen.

Die eigentliche Herausforderung ist dann der Aufsteig zur Hochreich-Scharte (2.912m). Der Weg, wenn man ihn als solchen noch bezeichnen darf, ist immer wieder mit Altschneeresten verdeckt, daher umgehen wir diese Stellen, meist in der Direttisima-Variante. Doch auch da, wo der Weg gut sichtbar ist, ist die Beschaffenheit des Weges mehr schlecht als recht. Hier hat der letzte Regen ganze Arbeit geleistet.

Überraschend gut geht der Aufstieg dann doch vonstatten, das hat von unten viel „wilder“ ausgeschaut, als es dann ist. Bald erreichen wir die Hochreich-Scharte, von der aus der Weg hinauf zu unserem Tagesziel, der Hochreichspitze abzweigt.

Am Gipfel bläst ein kalter Nordwind, wie schon im Wetterbericht vermerkt worden ist. Wir suchen uns eine windgeschütze Stelle, an der wer unsere mitgebrachte Jause genießen. Sobald man aus dem Wind heraus ist, ist es richtig fein. Eine Jacke wird trotzdem genötigt, es sind immerhin 3.000m. Im Anschluß an die Pause steigen wir auf der Nordwestseite hinab ins Tal, auf dem Wilhelm-Oltrogge-Weg. Der Steig ist schön angelegt, aber an manchen Stellen sollte man auf jeden Fall schwindelfrei sein.

Eine knifflige Stelle ist der Übergang über ein recht steiles Firnfeld, das wir aber gut meistern. Ein Rutscher an dieser Stelle wäre sehr unangenehm, man würde sich hier den Abstieg nach Umhausen mit ziemlicher Sicherheit sparen können.

Ab hier wird der Weg aber immer feiner zu gehen, Schneefelder sind keine mehr im Wege, und der Steig ist gut zu finden. Wir erreichen, nachdem wir eine Weile auf dem einfachen Grasgrat laufen eine Erhöhung mit dem lustigen Namen „Lauser (2.611m)“.

Hier machen wir noch eine gemüliche Pause, bevor es hinunter nach Farst geht.

Der weitere Weg ist zuerst noch am Grat entlang. Wir schauen gerade auf den Piburger See hinunter, der wunderschön im Walde eingebettet ist, als plötzlich direkt vor uns eine Schneehuhnmama mit ihrem Kücken hochschreckt. Schneehühner habe ich schon öfter gesehen, aber noch nie mit Kücken.

Nachdem wir noch an einer Schafherde und an der Hohen Warte (2.371m) vorbeigekommen sind, wo wir auch eine Weile nach dem Weg Ausschau halten müssen. Durch wunderschöne Alpenrosen erreichen wir wieder den Steig Richtung Reichalm (1.962m).

Leider ist niemand zu Hause, hier wäre die Tante von Tamara manchmal zugegen, daher steigen wir weiter ab.

Das nächste Steiglein, dessen Einstieg wir auch eine Weile suchen, führt uns dann auf direktem Weg ins Hochdorf Farst.

Dort hat das Wirtshaus offen, daher beschließen wir hier eine weitere Pause mit Stärkung einzulegen.

Die Wirtin ist ein besonders feiner Mensch, und lange unterhalten wir uns, während es immer kühler wird.

Bald wird es Zeit, den Heimweg anzutreten, immerhin sind wir schon seit 7:30 Uhr auf dem Weg. Die Tour nimmt ein ebenso unspektakuläres Ende, wie alles begonnen hat. Die Straße von Farst ins Tal, wohlgemerkt erst in den 90ern des letzten Jahrtausends fertiggestellt, zieht in langen Serpentinen hinunter nach Umhausen. Ein Forststraßenhatsch halt…

Immerhin erreichen wir wohlbehalten das Tal, Tamara hat dort ihr Auto geparkt, mit dem wir dann wieder zurück nach Niederthai fahren. So schließt sich die Runde. Wunderbar wars.

Tourendaten
Gesamtlänge: 14,20 km
Gesamtdauer: 8:00 h
Höhenmeter: 1.629 m

171011 Rundflug übers Oberland und Ausserfern

Nach gefühlten 2 Jahren schaffen wir es endlich, mein wundervolles Geburtstagsgeschenk einzulösen. Ein Rundflug mit einem kleinen Flieger. Obwohl das keine Bergtour ist, ist es doch spannend, da man von „oben“ neue Ziele ausmachen kann.

Die Kinder fliegen mit mir mit, wissen aber beim losfahren von zu Hause noch nichts von ihrem Glück. Am Flughafen angekommen, ist Sara natürlich sofort im Bilde… „wir fliegen mit einem Sportflieger, juhu!“.

Die Aufregung ist groß, doch dann dauert es doch noch eine Weile, bis wir endlich die Freigabe bekommen, denn beim Security-Check gibt’s mehr zu tun als gedacht.

Dann endlich ist es soweit, wir steigen in das Flugzeug, Christian, unser Pilot stellt sicher, daß die Kinder korrekt „verstaut“ sind. Noch ein kurzer Check mit dem Tower, dann können wir abheben.

Das Wetter ist super, Turbulenzen sind so gut wie ausgeschlossen. Zuerst fliegen wir an der Martinswand entlang, und dann über Seefeld ins Gaistal. Linkerhand erhebt sich der mächtige Bergstock der Hohen Munde. Ein Wahnsinnsausblick…

Über Ehrwald erreichen wir Zwischentoren und den Heiterwanger See, schon bald kommen die Tannheimer Berge und die Ruine Ehrenberg ins Blickfeld.

Über dem Talkessen Reutte machen wir eine Schleife, fliegen genau über den Hüttenbichl und dann weiter ins Lechtal. Die „heiße“ Kurfe macht vor allem den Kindern viel Spaß.

Wir gewinnen bald an Höhe, Christian lässt mich auch mal ans Steuer.

Über die Knittelkarspitze in den Lechtaler Alpen fliegen wir nach Nasserreith und dann gleich weiter ins Ötztal.

Nun befinden wir uns auf ca. 4000m, die Berggipfel unter uns sind dennoch zum Greifen nahe.

Bald erreichen wir die Ötztaler Gletscher und drehen in einer Schleife wieder zurück Richtung Inntal. Die Fernsicht ist super, wir sehen sogar die Dolomiten in Südtirol.

Bei Sautens erreichen wir wieder das Inntal, nun geht es rasch über die die Inntaldörfer weiter ins westliche Mittelgebirge.

Ein kleines Flugmanöver für die Kinder macht nochmals gute Laune auf den „billigen Plätzen“. Da wir relativ hoch sind, muss unser Pilot nun einen steilen Sinkflug einleiten. Das schlägt den Kindern auf die Ohren.

Eine Schleife über Aldrans bringt uns dann auf Kurz zum Flughafen. Eine Musterlandung bringt uns wieder auf den geliebten Boden.

Danke an alle, die diesen Flug möglich gemacht haben, es hat uns sehr viel Spaß gemacht.

Route:
Flugroute