Schlagwort-Archive: Ammergauer Alpen

220708 Canyoning Stuibenfälle

Und schon wieder bin ich in den Stuibenfällen. Obwohl ich am Parkplatz einen echten Schreck bekomme, soviel Leute sind hier, verläuft sich im Aufstieg das Gewimmel…

Heute habe ich richtig Glück, ich habe eine kleine, feine Familie aus Dänemark. Zu Viert ist man einfach sehr flexibel und es macht richtig Spaß, den einen oder anderen Sprung nochmals zu machen.

Die Abseilstellen sind rasch und ohne befürchteten Stau absolviert, die anfängliche Nervosität der Jugendlichten ist verpufft.

Am großen Abseiler sind wir wieder allein, es ist schon fast verdächtig ruhig. Aber schlussendlich stellt sich heraus, dass wir einfach Glück haben…

… wahrscheinlich haben gerade eine gute Zeit erwischt, um die Stuibenfälle in vollen Zügen genießen zu können.

Im zweiten Teil wird dann wieder viel gesprungen und geschwommen, bei diesen Temperaturen ist das eine willkommene Erquickung.

Der Spaßfaktor ist heute hoch, die Jugendlichen sind sehr motiviert und springen wirklich gut. Da kann man dann schon den einen oder anderen besonderen Sprung wagen.

Wohlbehalten erreichen wir wieder den Ausstieg und machen uns gleich wieder auf den Weg zur Bootshütte. Eine tolle Tour, die mir auch wieder sehr viel Spaß gemacht hat.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:24 h
Gesamtlänge: 8 km
Höhenmeter: 100 m
Abseiler: 2
Sprünge: mind. 8

220707 Canyoning Stuibenfälle

Ein fast schon fixes Canyoningevent im Jahreskreis ist der Besuch einer Jugendgruppe aus Belgien. Jedes Jahr aufs Neue kommt eine ausgewählte Mannschaft ins Lechtal und bucht regelmäßig eine Canyoningtour.

Wir starten, nachdem die Ausrüstung in der Bootshütte verteilt wurde, vom Parkplatz Stuibenfälle mit dem schweißtreibenden Aufstieg über den Ministersteig.

Oben, mittlerweile schon fast traditionell hüpfen wir zur Abkühlung in den Plansee, alle sind wieder frisch und schon gespannt auf die Tour. Nach einer Sicherheitseinweisung legen wir auch schon mit einem Sprung los.

Direkt im Anschluss kommt schon die erste Abseilstelle mit 23m. Ein gemütlicher Einstieg ins Abenteuer.

Nach einem Sprung und einer kurzen Wanderstrecke erreichen wir den zweiten Wasserfall mit ca. 30 Meter Höhe.

Obwohl die Abseilstelle leichter ist als der erste Absatz kostet es die Teilnehmer doch immer wieder Überwindung, sich ins Seil zu setzen und die viele Luft unter den Füssen zu ignorieren.

Beim „Hohen Abseiler“, wie der eigentliche Stuibenfall auch genannt wird, landen die Gäste direkt im Wasser und müssen eine kurze, aber kühle Strecke schwimmen.

Alle meistern das zweite Hindernis ohne Probleme, nun können wir das Seil einpacken und uns auf die Springerei konzentrieren.

Da man im frischen Wasser in den hinteren Stuibenfälle immer, auch bedingt durch Wartezeiten, auskühlt, ist die nun folgende Gehstrecke eine willkommene Aufwärmung.

Schlussendlich erreichen wir mit der „Arschbombe“ wieder feines Hüpfgelände, jeder kommt auf seine Kosten.

Da die heutige Truppe wunderbar diszipliniert ist und alle sehr gut springen, wagen wir uns an den Geländersprung, den höchsten Absatz im Schluchtenverlauf. Ganze 9 Meter sind luftig zu überwinden, ein Heidenspaß…

Am Schluss der Schlucht ist nochmals Sprung auf Sprung, manche nicht so hohen Absätze können auch mittels Rolle gemeistert werden.

Der finale Sprung ist war nicht sehr hoch, muss aber weit gesprungen werden, damit man die Felswand nicht touchiert. Aber bei solch guten Springern wie heute stellt auch das kein Problem dar…

Eine sehr feine Truppe, die wir heute führen durften!

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:05 h
Gesamtlänge: 8 km
Höhenmeter: 100 m
Abseilstellen: 2
Sprünge: mind. 8

220517 Canyoning Stuibenfälle

Gestern hatte ich den ersten Teil der Schülergruppe, heute ist der zweite, wenn auch kleinere Teil dran. Wir steigen wieder über den Ministersteig auf, am See hüpfen wir ins kühle Nass, eine wahre Wohltat nach dem schweißtreibenden Aufstieg.

Die Gruppe ist heute ein wenig quirliger, aber dennoch kann ich die Aufmerksamkeit aller Teilnehmer binden und das „Sicherheitsgespräch“ durchführen.

Dann starten wir schon mit dem ersten Sprung. hinein in das kalte Schluchtenwasser.

Die Abseilstellen stellen für so machen wieder eine Herausforderung dar, aber schlussendlich seilen ausnahmslos alle der Gruppe ab. Toll gemacht!

Die Sprünge sind ein Highlight dieser Tour, und wirklich jedem taugen die kleinen und größeren Herausforderungen.

Auch im weiteren Verlauf müssen wir so manchen Sprung meistern, zu schnell vergeht hier die Zeit…

Das Wetter ist heute ein wenig stabiler, weder regnet es, noch hallt grusliges Donner-grollen von den Schluchtenwänden.

Nach einer kurzen Zwischenwanderung, damit auch jeder wieder warm bekommt, erreichen wir die Abschlussstelle mit ein paar der schönsten Sprüngen und Szenerien.

Die Stuibenfälle waren 2015 für die Fernsehshow „9 Plätze, 9 Schätze“ nominiert. Für das Stockerl hat es damals nicht ganz gereicht, aber für uns Ausserferner wohl doch einer der schönsten Plätze!

Die Tour ist wieder ein voller Erfolg, den Kindern und Lehrpersonen hat es viel Spaß und Freude gemacht, so mancher konnte seinen inneren Schweinehund besiegen… was will man mehr!

Tourendaten
Gesamtlänge: 4,00 km
Gesamtdauer: 2:30 h
Höhenmeter: 120 m

220516 Canyoning Stuibenfälle

Mit dem späteren Frühjahr beginnt auch immer die Canyoning-Saison, und ich habe das Glück, gleich eine der ersten Touren zu ergattern.

Eine Stammgastgruppe, genauer gesagt eine Gruppe von Schülern, die Projektwochen im schönen Lechtal verbringen, geht heute mit uns die Stuibenfälle.

Der erste Teil der Tour ist auch immer der Anstrengendste. Über den Ministersteig wandern wir zuerst relativ steil auf der orografisch rechten Seite der Schlucht ein paar Höhenmeter hinauf.

Die feuchte Hitze ist drückend, dennoch marschieren alle Teilnehmer brav zum Einstieg, bei der wir uns sofort ins kühle Nasse begeben.

Nach einer Einführung zur Begehung starten wir gleich mit einem tollen 4m-Sprung ins noch kühlere Schluchtenwasser.

Direkt im Anschluss haben wir auch schon die erste Abseilstelle über 20m, die die Kinder mit Bravour meistern, wenn auch dem Einen oder Anderen die Angst ein wenig ins Gesicht geschrieben steht.

Die zwischenzeitlichen Abkühlungen sind an diesem Tag sehr willkommen und werden von allen Teilnehmern mit Genuss ausgekostet.

Insgesamt sind es 24 Teilnehmer, plus 3 Guides, daher brauchen wir trotz toller Arbeitsteilung bei den Abseilstellen einiges an Zeit.

Das eine oder andere Mal müssen wir die Kinder ein wenig „einfangen“, wenn sie zu übermütig werden, aber im Großen und Ganzen ist die Disziplin sehr hoch.

Die zwei Abseilstellen in den Stuibenfällen liegen relativ nahe zu einander…

… als wir die zweite Stelle erreichen, öffnet der Himmel seine Schleusen und und beginnt richtig zu regnen. Der Donner grollt in der Schlucht um einiges stärker als im freien Gelände…

… dennoch bleiben wir alle ruhig und meistern auch die zweite Stelle.

Beim großen „Plungen“ können die Schüler nun ihr Springvermögen unter Beweis stellen, es ist für heute der höchste Sprung mit ca. 7m.

Bei einer Stelle üben wir noch unsere Überraschung, die Rückwärtsrolle ins Wasser. Die Gesichtsausdrücke beim Auftauchen sind eine Klasse für sich.

Es macht allen sehr viel Spaß, allerdings zehrt nun die Kälte trotz Neoprenanzug, und alle sind froh, dass wir jetzt ein paar Meter neben dem Flusslauf gehen können.

Die Nachzügler sind noch am Springen, während die ersten in der Gruppe nun schon los marschieren.

Schnell haben wir die Hauptgruppe eingeholt und gemeinsam marschieren wir zum letzten Teil des Canyons.

Hier sind noch ein paar schöne Sprünge zu bewältigen, die sehr viel Spaß machen.

Den mittleren Sprung müssen wir nochmals umgehen, da diese zu anspruchsvoll ist.

An Schuss warten wir alle zusammen und begeben uns zurück zum Auto. Eine tolle erste Tour mit sehr feinen Gästen, so sollte es immer sein!

Tourendaten
Gesamtlänge: 4,00 km
Gesamtdauer: 2:58 h
Höhenmeter: 120 m

211031 Bitterlehütte

Der goldene Herbst hat Tirol fest im Griff, bei so einem Wetter macht ein Aufenthalt auf der Hütte richtig Freude. Mit dem Zug fahren wir von Innsbruck nach Reutte, Coronabedingt haben wir das schon länger nicht mehr getan.

Obwohl der Zug rein von der Fahrzeit länger braucht als ein Auto, ist man zum ersten viel entspannter bei der Ankunft, und kurzweilig ist die Reise dank Spielkarten auch.

Kurz vor Erreichen des Bahnhofs in Reutte sehen wir den Säuling in all seiner Pracht, rechts daneben erhebt sich das Koflerjoch und die Dürrenbergeralm.

Mama holt uns am Bahnhof ab, die erste Nach verbringen wir in Pflach, am Vormittag des zweiten Tages wandern wir zur Hütte.

Juri ist mit von der Partie, damit sind die zwei Buaben gut versorgt und toben sich am Bach aus, während ich mich um verschiedene Belange der Hütte kümmern kann.

Die herbstlichen Farben umgarnen uns und leuchten wunderschön im Abendlicht.

Die Stimmung ist herrlich, jedoch bricht die Nacht auch jahreszeitlich bedingt viel früher als im Sommer an. Schon zeitig ziehen wir uns in die Hütte zurück, heizen ein und spielen Karten.

Am nächsten Tag, es ist nun Freitag, bekommen wir Besuch aus dem Tal, ein großes Hallo auf der Hütte. Während ich mich um den Stadel kümmere, kocht meine Schwester was zum Essen und Mama und die Kinder helfen Bachsteine zu sammeln.

Am Abend, der Trubel ist wieder vorbei, sitzen Letu und ich vergnüglich am Lagerfeuer, eine Decke ist aber bei den kühlen Temperaturen fast schon notwendig.

Am Abend spielen Letu und ich wieder Karten, auch andere Spiele wie Mensch-Ärgere-Dich-Nicht und Malefiz werden ausgepackt.

Am Samstag kommt Papa noch auf die Hütte und wir können einen kaputten Stamm am Stadl austauschen. Nun steht das Teil hoffentlich wieder eine Zeit in der Waage.

Auch die Luke, bis jetzt immer offen gewesen, habe ich mit ein paar alten Brettern verschließen können…

Während wir am Stadel gewerkelt haben, ist die Straße auch bearbeitet worden. Durch den Einsatz von LKWs zum Abtransport des geschlägerten Holzes ist der Weg arg in Mitleidenschaft gezogen worden.

Nun wird der Forstweg komplett repariert, viel Arbeit, die sich aber wohl lohnen wird, auch für uns.

Da ein Durchkommen bei der Straße mit normalen Fahrzeugen nicht möglich ist, haben wir das Auto ein wenig unterhalb der Hütte geparkt. Obwohl es nur ein paar Stunden gestanden ist, ist es vollends mit Blättern bedeckt.

Hier nochmals ein Blick auf die Straße, in diesem Zustand klarerweise mit normalen Vehikeln nicht befahrbar wäre.

Nach so vielen feinen Stunden auf der Hütte fahren wir wieder zu Mama nach Hause, dort werden wir wieder freudig begrüßt. Die Schar bringt uns dann auch zum Bahnhof…

Die Zugfahrt nach Innsbruck vergeht gemütlich…

… und wir sind froh, wieder nach Hause zu kommen….

210731 Bitterlehütte

Donnerstag, 29.07.2021

Am Donnerstag, direkt nach der Arbeit fahren wir nach Pflach. Es ist wieder das alljährliche Mäh-Wochenende… bei Mama gibt’s noch ein gutes Abendessen, dann steige ich mit Maggo und unseren zwei Jungs zur Hütte auf.

Das Wetter ist überraschend gut, im Verlauf des Wochenendes soll es unbeständig werden. Heute ist es allerdings richtig warm, wir genießen den Abend vor der Hütte, die Buben zünden ein Feuer an, während Maggo und ich das Arbeitsmaterial für Morgen vorbereiten.

Der Abend ist lau, ich kann mich nicht erinnern, so einen feinen Tag auf der Hütte verbracht zu haben.

Während ich das Sensenblatt dengle, ist Juri beim Holzhacken. Die Motorsense haben wir auch zum Laufen gebracht… es scheint alles vorbereitet zu sein.

Das Feuer brennt gut, eine starke Glut ist vorhanden, Letu und Juri „hängen“ ein paar Grillwürstel ins Feuer, Maggo und ich haben im Bach ein kleines „Kühllager“ angelegt.

Bis spät in die Nacht sitzen wir am Feuer, genießen die Wärme und staunen ob der Sternenpracht über uns…

Freitag, 30.07.2021

Am frühen Morgen, 5:30 Uhr, fangen wir an zu mähen. Die ersten Vögel zwitschern von den Bäumen, ansonsten herrscht Ruhe. Rasch kommen wir weiter, das Gras ist hoch, lässt sich aber gut schneiden.

Einzig die Bremsen sind lästig wie immer, speziell beim Schneiden kommen sie aus dem Gras heraus und fügen uns schmerzhafte Stiche zu…

Um 7:30 Uhr stößt Papa zu uns hinzu, nun ist aus mit der Ruhe. Er startet die Motorsense und schneidet am Wiesenrand die Stauden und Brennnessel aus. Bereiche, die wir mit den Sensen ungerne mähen würden…

Meine Mähtechnik wird immer besser, daher ist es „fast nicht mehr“ anstrengend, auch dichteres Gras zu schneiden.

Gegen Mittag sind wir mit dem Mähen fast fertig, Mama ist auch zum Helfen gekommen. Papa und ich schneiden die letzten Flächen, während Maggo, Mama und die Buben das Heu rechen.

Zum Mittag gibt es dann einen Leberkäs, das ist schon Tradition. Gemütlich sitzen wir in der Hütte zusammen und genießen die Pause.

Dann werden noch die Restflächen gemäht, die Arbeit nähert sich dem Ende zu.

Rechen, abtransportieren und Wiese putzen geht zu viert, bzw. zu sechst rasch von der Hand, um ca. 15:00 Uhr haben wir alles erledigt.

Entspannt schauen wir auf unser Tageswerk. Wenn die Wiese wieder mit neuer „Frisur“ vor einem liegt, breitet sich Zufriedenheit aus.

Während Papa und Mama wieder ins Tal fahren, bleiben Maggo und ich mit Letu und Juri noch eine Nacht oben. Am Abend wird gegrillt, dann zieht ein arges Unwetter über den Säuling. Sogar Hagelkörner sind dabei, aber es entsteht kein Schaden.

Während draußen der Regen fällt, lassen wir den Abend mit einem Kartenspiel ausklingen.

Samstag, 31.07.2021

Am Morgen schlafen wir länger, dann wird die Hütte aufgeräumt und geputzt. Beim Abstieg schauen wir nochmals zufrieden auf die gemähte Wiese… wir freuen uns schon wieder auf den nächsten Aufenthalt.

210604 Säuling (2.048m)

Der zweite Tag auf der Hütte schaut vom Wetter gar nicht so schlecht aus, also beschließen wir, auf das Säulinghaus aufzusteigen.

Der erste Teil des Weges ist ident mit dem gestrigen Aufstieg, wir müssen wieder zum Steig queren.

Obwohl das Wetter ein wenig stabiler ist als gestern, ist dennoch ist ein wachsames Auge gefordert, es könnte jederzeit umschlagen.

Meter um Meter steigen wir höher, bald queren wir das letzte Mal die Forststraße, nun ist es nicht mehr weit bis zum Säulinghaus.

Das Haus lassen wir vorerst links liegen, und steigen weiter zum Start des anspruchsvolleren Teils der Tour. Zuvor sehen wir allerdings, keine 100m von der Hütte entfernt ein Rudel Steinböcke, fast zum Angreifen nahe… 10 Stück liegen gemütlich in der Sonne und lassen sich nicht stören.

Der Aufstieg über den Steig ist brüchig und speckig, aber der Weg gut angelegt. Leider gibt es immer wieder Wanderer, die Abkürzungen nehmen und damit eine klare Linie zerstören. Daher hat man gerade hier am überlaufenen Säuling immer mehrere Alternativen…

Wir nehmen immer den Weg des geringsten Widerstandes. So steigen wir rasch höher. Heute sind wenige Leute am Weg, wohl auch wegen Wochentag und nicht-perfektem Wetter.

Letu hat Spaß am Steig, es ist ja nicht das erste Mal, dass er auf seinen Lieblingsberg steigt. Vor Kurzem hat er in der Schule ein Referat über den Berg gehalten, nun steigt er hinauf auf das Haupt des Säulings.

Am Sattel angelangt ist der schwierigere Teil überstanden, nun genießen wir erst den schönen Ausblick nach Deutschland, dann gehen wir weiter. Das Wetter schaut leider nicht mehr so gut aus.

Wir beeilen uns, den Gipfel noch zu erreichen. Wir sind nicht die einzigen, vor und hinter uns sind doch ein paar Wanderer mitgekommen.

Sogar einen Paragleiter vom Tegelberg können wir beobachten, einmal fliegt er recht knapp vorbei uns winkt Letu und mir herunter. Solange die Paragleiter in der Luft sind, kann es mit dem Wetter nicht so schlimm sein, denke ich mir…

Die letzten Meter werden nochmals steil, Letu darf heute führen. Bis auf ein paar Hinweise sucht er selbstständig einen feinen Weg, der uns sicher zum Gipfel bringt.

Die letzten paar Meter flach zum Kreuz sind immer spektakulär, denn es eröffnet sich der Blick auf den Talkessel und den Eingang ins Lechtal.

Endlich geschafft, ein tolles Gefühlt, auf dem Hausberg zu stehen. Ein Rundumblick offenbart uns die Pracht der Allgäuer-, Ammergauer- und Lechtaler Alpen. Überall liegt noch viel Schnee…

Wir genießen eine feine Brotzeit, die gehört einfach zum Gipfelglück, wie der i-Punkt auf das i. Dann schauen wir uns nochmals um und beschließen, abzusteigen. Das Wetter wird einfach nicht besser.

Runter gehen wir den selben Weg, rasch erreichen wir wieder den Sattel.

Ein Blick vom Sattel ins Tal, und davor sehen wir das Säulinghaus. Dort kehren wir heute noch ein…

Der steile Abstieg ist rasch geschafft, den Steinböcken sagen wir ade, dann gönnen wir uns einen Apfelstrudel im Schutzhaus… natürlich haben wir einen Corona-Test dabei uns müssen uns registrieren, das ist die „Neue Normalität“.

Ein Blick hinauf zum Gipfel zeigt uns, dass das Wetter umgeschlagen hat. Während es bei uns noch relativ warm war, ist es oben am Gipfel sicher nicht mehr so gemütlich.

Wir brauchen für den weiteren Abstieg zeitweise die Regenjacke, denn es hat zum Tröpfeln begonnen. Dennoch beschließen wir, über das Pflacher Älpele abzusteigen. Vielleicht ist unser Hüttennachbar Klaus da…

Über Vils hängen die Gewitterwolken und auch so mancher Donnergroll tönt herüber. Es wird Zeit, dass wir zurück zur Hütte kommen.

Beim Pflacher Älpele ist leider niemand anwesend, scheinbar wollte auch Klaus bei diesem Wetter nicht rauf in die Höhe. Wieder bewundere ich den schönen Platz, den diese ehemalige Alm hat.

Schnellen Schrittes erledigen wir die Strecke zur Hütte, der letzte Teil des Rückweges führt uns über die Forststraße. Ein toller Ausflug, der sich trotz instabilem Wetter gelohnt hat.
Bei der Hütte wird wieder gegrillt, das haben wir uns heute wieder verdient!

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:52 h
Gesamtlänge: 11,57 km
Höhenmeter: 1.056 m

210603 Bitterlehütte und Umgebung

Bei einem verlängerten Wochenende bietet sich für uns immer ein Aufenthalt bei der Hütte an. Da der Rest der Familie anderweitig verplant ist, machen sich heute Letu und ich auf, dort ein paar Tage zu verbringen.

Rund um die Hütte gibt es immer was zu tun, das hier zu beschreiben wäre allerdings öde. Doch auch Wanderungen stehen auf dem Programm…

Am Nachmittag des ersten Tages spazieren wir erst auf der Forststraße, an uralten Fichten vorbei, bis zum Einstieg in den Säulingsteig.

Um die Monotonie des Forstweges aufzubessern, lässt sich Letu so einiges Einfallen. Eine der besten Ideen ist der Sonnenhut!

Obwohl nicht mehr viel gemäht wird am Säuling, sind überall noch schöne Städel, zum Teil gut hergerichtet, zu sehen.

Das Wetter ist, wie der Wetterbericht schon vorhergesagt hat labil, während unseres Aufstiegs können wir dem beeindruckenden Aufbau von Gewitterwolken zusehen.

Am Steig angelangt, wandern wir nun talwärts, denn hier gibt es einen für mich unentdeckten Geocache.

Obwohl das Ausserfern klimatisch gegenüber dem Inntal definitiv kühler ist, ist der Frühling doch auch hier am Kommen…

Erste Enziane kündigen die nahende warme Jahreszeit an…

Als wir das „Buchenwäldele“ erreichen, wird mir klar, wie lange ich diesen Steig nicht mehr gegangen bin. Früher war das mein Standardaufstieg auf den Säuling, die letzten Jahre habe ich den Aufstieg immer bei der Hütte begonnen…

Bald erreichen wir wieder die Forststraße, die uns nun von „unten“ wieder zur Hütte führt.

Letu findet ein paar Kletterfelsen am Wegesrand, doch als dann eine Schuppe ausbricht, ist es vorbei mit der Kraxlerei… zum Glück ist er mit dem Schrecken davon gekommen…

Kurz vor der Hütte sehen wir noch den Säulinggipfel in voller Pracht, der uns auf einen Besuch einlädt…

Es ist noch warm, aber nicht mehr so gewitterträchtig. Während Letu an der Hütte bastelt, richte ich uns das Abendessen am Grill her! Das passt als Abschluss des feinen Tages perfekt.

Ein gemütlicher Kartler schließt dann unseren feinen Tag ab…

210515 Hütte und Säulinghaus (1.720m)

Ein verlängertes Wochenende ist prädestiniert, um ein paar Kleinigkeiten auf der Hütte herzurichten. Die Entscheidung ist daher schnell gefällt und wir begeben uns auf zu unserem Bergdomizil.

Die Wiese ist hat gerade das Winterkleid abgeschüttelt und ist noch dementsprechend kurz, das wird sich wohl in den nächsten Wochen rasch ändern. Am „Alten Baum“ haben wir eine Feuerstelle eingerichtet,

Während wir uns am Feuer gemütlich unterhalten, habe ich ein paar Würstel auf den Grill gelegt… das duftet gut.

Der Abend ist gemütlich, wie es halt auf einer Hütte so ist und die Nachtruhe erholsam, da man fast keine störenden Geräusche hört.

Am Morgen haben wir mit Papa ausgemacht, auf das Säulinghaus zu wandern. Sara bleibt in der Hütte, während Letu und ich mitgehen. Von der Hütte starten wir ein Stück über den Forstweg, dann erreichen wir den Steig.

Im oberen Teil des Weges liegt noch Schnee, deshalb begraben wir unser Vorhaben, auf den Gipfel zu gehen gleich wieder. Dafür haben wir nicht die richtigen Schuhe an.

Kurz vor der Hütte zweigt ein unscheinbarer, steiler Pfad in den Wald ab…

… diesem folgen wir, steil und nicht immer ganz ohne, höher und höher.

Zu meiner Überraschung stehen wir plötzlich direkt vor dem Säulinghaus. Obwohl ich schon so viele Male hier war, diesen Weg kannte ich noch nicht.

Das Refugium hat noch nicht geöffnet, der Hüttenwirt ist zwar mit Helfern am Werk, aber außer einer nicht sehr positiven Einschätzung zu den Corona-Maßnahmen erhalten wir nichts… schade!

Wir sitzen eine Weile auf der Terrasse, dann wandern wir wieder retour zu unserer Hütte.

Der Steig führt gut ausgebaut, aber steil hinab ins Tal. Stellenweise müssen wegen Vereisung aufpassen, die Sonne scheint hier doch noch nicht überall hin.

Am Forstweg angelangt, beschließen wir spontan, den Weg über das Pflacher Älpele zu nehmen. Ein Blick zurück bringt den Pilgerschrofen und die Zwölf Apostel ins Blickfeld… vielleicht schaffe ich diese zwei Ziele heuer…

Der Blick auf den Talkessel ist wunderbar, besonders die Tannheimer Berge stechen hier prominent ins Auge. Die alles überragende Gehrenspitze ist allerdings nicht die höchste Ergebung, wie man hier vermuten würde…

Rasch erreichen wir das Älpele, das seit zwei Jahren einen engagierten neuen Pächter gefunden hat. Klaus ist zufällig gerade anwesend, das bedeutet für uns eine kurze Einkehr mit einem Schnapserl, dazu gibt es ein paar Anekdoten über die Hüttenrenovierung. Einfach super…

Vom Älpele wandern wir zurück zum Forstweg und über diesen wieder zurück zu unserer Hütte. Eine kurze, tolle Wanderung, der uns viel Freude gemacht hat.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:30 h
Gesamtlänge: 7,99 km
Höhenmeter: 677 m

Nachtrag:
Während Papa im Anschluss an die Tour wieder ins Tal absteigt, bleiben wir noch eine Nacht auf der Hütte, frühstücken ausgiebig, und dann wird aufgeräumt… damit wir das nächste Mal wieder eine schöne Bleibe vorfinden!

210313 Bitterlehütte

Die ersten lauen Tage dieses Jahres locken uns auf die Hütte. Wir müssen mal Stand machen und schauen, was heuer alles zu tun ist… schlussendlich kommt allerdings alles wieder einmal ganz anders.

Mama ist als Hausherrin mitgekommen, die Sonne scheint noch auf die Terrasse, daher setzen wir uns gemütlich mit einem Kaffee raus.

Letu, wie immer ruhelos, hat den Drachen mitgenommen und versucht sein Glück als „Mini-Paragleiter“. Er hüpft immer wieder hoch in die Luft, ob das allerdings am Auftrieb des Schirms liegt, wage ich zu bezweifeln.

Papa ist mittlerweile auch noch zu uns gestoßen. Allerdings ist es nicht mehr ganz so angenehm, die Sonne ist hinter einen leichten Wolkenschleier verschwunden, die ersten Anzeichen des Wetterwechsels.

Sara macht ein kleines Lagerfeuer und setzt sich mit einem Buch in die Wiese. Mama und Papa verlassen uns nun, wir bleiben heute Nacht „heroben“. Letu und ich beschließen spontan, Mama ins Tal zu begleiten, während Papa mit dem Mountainbike abdampft.

Der Abstieg ist schnell erledigt, bald erreichen wir die weitläufige Säulingwiese. Beim Abzweiger ins „Benkat“ drehen Letu und ich um, wir müssen wieder rauf die Hütte.

Beim Aufstieg zeigt ein Blick über die Schulter die ersten Schneeschauer auf der anderen Talseite, über Gehrenspitze, Bärenfalle und Schlick.

Wir erreichen die Hütte, das Lagerfeuer ist mittlerweile aus und Sara hat sich in die Hütte zurückgezogen.

Wir spielen Karten und Mensch-Ärgere-Dich-Nicht, dann gibts Abendessen.

Spät schlafen wir ein, es ist kühl geworden. Im Ofen glühen die Kohlen, die braucht es heute…

In der Früh hat sich die Landschaft verändert, es ist über Nacht weiß geworden. Der Ofen ist kalt, aber nach kurzer Zeit knistert wieder ein schönes Feuer.

Als es halbwegs warm ist, kommen auch die Kleinen aus den Federn gekrochen und wir frühstücken gemeinsam.

Dann wird die Hütte noch aufgeräumt und unser Zeug gepackt. Immer wiederholende Routine, die gehört halt zum Aufenthalt dazu.

Der Schnee ist gut zu laufen, und wir müssen nicht weit gehen, denn wir sind gestern mit dem Auto hochgefahren. Die Abfahrt erfolgt unspektakulär und ohne Zwischenfälle.

Einen Einkehrschwung bei Mama rundet das gemütliche Wochenende auf der Hütte ab. Bis bald…