Der zweite Tag unseres Buabenwochenendes ist abgebrochen. Wir wollen heute den Monte Spino besteigen. Daniel hat sich am Vortag die Achillesferse beleidigt, daher macht er heute einen gemütlichen Tag, während der Rest vom Volksfest mit dem Auto zum Wanderparkplatz fährt.

Der Weg wird immer kleiner, schmaler und ruppiger. Alfons, Maggo und ich lachen über den wilden Weg, während Papa, dem Autobesitzer jegliches Lachen im Halse stecken bleibt.

Es dauert eine ganze Weile, bis wir schließlich einen Parkplatz finden. Der richtige Wanderparkplatz wäre noch weiter (als Dead-End) gewesen, allerdings wollten wir Papa nicht den ganzen Tag verderben.

Vom Ende der Straße startet ein schöner Pfad weiter ins wilde Tal hinein. Bald schon müssen wir eine Brücke überqueren. Die Temperatur ist recht hoch.

Zuerst wandern wir durch dichten, fast schon an Dschungel erinnernden Wald, überall wächst und gedeiht es.

Nach einiger Zeit verlassen wir das Bachbett und steigen nach Rechts, über Serpentinen immer höher hinauf, in Richtung Passo di Spino. Es wird ein wenig trockener, dennoch blühen hier schon allerlei Pflanzen.

Wir passieren die Ruine Casina Gamelle (952m), den Zweck des Baus können wir allerdings auch im Internet nicht herausfinden.

Ein paar Blümchen zieren unseren weg, ganze Primelbüche verkünden die nahende Sommerzeit.

Wir erreichen am Pass das „Osservatorio Ornitologico Regionale Anonio Duse“ (1.154m), ein Vogelbeobachtungszentrum, scheinbar sogar eines der wichtigsten Zentren im Lande.

Hier macht der Weg wieder eine steile Wende nach Nordwesten, nun haben wir den Gipfel und Tagesziel schon vor Augen.

Vorbei an einer zweiten Ruine, der „Casina Spino) geht es ein paar Meter gerade über den Kamm, wir stehen nun auf dem eigentlichen Passo di Spino

Vor uns entdecken wir nun das „Refugio Pirlo allo Spino“ auf einem Bergrücken. Dort werden wir nach der Tour wohl noch einkehren, wenn das Wetter mitspielt.

Das Wetter ist heute auch nicht so gut wie gestern, hier am Bergrücken bläst ein kühler Wind. Solange wir in Bewegung sind, passt alles, aber beim stehenbleiben hört man schon fast die Erkältung anrollen.

Auf dem Weg zu Gipfel entdecke ich den für mich ersten Enzian dieses Jahres. Die Blume mit dem intensiven Blau ist wunderschön anzuschauen!

Rückblickend über das Tal, durch das wir gekommen sind, erahnen wir den Lago, doch dazu müssen wir noch ein paar Schritte höher gehen.

Schließlich erreichen wir eine Kuppe, von der aus wir nun den See sehen können. Auf der vorgelagerten Landzunge liegt „San Felice del Benaco“.

Die sattgrüne Vegetation haben wir mittlerweile hinter uns gelassen, hier haben wir eine Höhe erreicht, bei der auch hier am Lage noch kein Gräschen wächst… zumindest nicht zu dieser Jahreszeit.

Der Übergang zum Gipfel erfolgt über einen schönen, teils ein wenig schmalen Grat ohne Schwierigkeiten.

Am Berg im Hintergrund, dem Monte Pizzocollo waren Alfons, Maggo und Papa letztes Jahr, als ich wegen Krankheit ausgefallen bin.

Schließlich erreichen wir den Gipfel des Monte Spino (1.504m). Ein kleines Kreuz markiert die höchste Stelle.

Zu unserer Überraschung ist dort auch eine wasserdichte Tonne mit einer „Mocca“, Kaffee, Kaffeeservice, Gaskocher und sogar einem Grappa angebunden. Ein Zettel informiert, dass man sich hier gerne bedienen kann und dann ein Bild schicken soll. Wegen der frischen Temperaturen verzichten wir auf diesen tollen Genuss. Viel länger als für ein Gipfelfoto bleiben wir nicht hier…

Nun geht´s über steile Bergwiesen ein Stück Richtung Tal, ein Weg ist vorhanden, aber nicht immer gut sichtbar. Wir suchen eine windstille Stelle…

Das Wetter ist einmal feiner, dann ziehen wieder dunkle Wolken auf. Nach Regen schaut es noch nicht aus, aber gemeldet wurde eine Wetterverschlechterung für den Abend und die kommende Nacht.

Wir finden einen feinen Platz ohne Wind, hier genießen wir die Brote, die Maggo dankenswerterweise den ganzen Weg hochgeschleppt hat. Die schmecken jetzt richtig gut.

Ein paar Schritte weiter sehen wir dann wieder das Refugio, nun ist es nicht mehr weit bis zur Einkehr.

Wir finden einen netten Platz vor der eigenwilligen Hütte, und bald schon steht ein kühles Bier vor uns auf dem Tisch.

Die Temperaturen sind in Ordnung, aber der Wind läßt uns dann doch die Jacken anziehen. Wir genießen das Bier und reden über das aktuelle und vergangene Buabenwochenende!

Von der Hütte zweigt ein Weg direkt hinab in das Tal, das wir am Anfang der Tour genommen hatten. Der Pfad ist steil, aber gut gewartet. Bald schon erreichen wir erst den Bach und dann den Parkplatz.

Da wir nicht wussten, ob die Hütte offen ist, haben wir im Bach 4 Bier eingelagert. Hier im Wald ist es Windstill, da kann ein kühles Blondes kein Fehler sein.

Wir stoßen auf eine feine Tour in toller Gesellschaft an, das war wieder mal ein toller Ausflug, den wir natürlich nächstes Jahr wiederholen müssen!

Nachtrag: Am Abend gehen wir nochmals fein essen, eine Pizzeria ganz in der Nähe der Unterkunft mit phänomenalen Ausblick auf den See rundet den Tag ab. Daniel hat den Tag mit ein paar Besorgungen verbraucht, zusätzlich war er im Pool schwimmen…
Am Nächsten Tag fahren Maggo und Daniel zum Flughafen bzw. nach Hause. Alfons, Papa und ich fahren über den Brenner retour. Das Wetter ist durchwachsen, daher fahren wir gleich direkt nach Hause!
Eines steht auf jeden Fall fest, nächstes Jahr sehen wir uns wieder…
Tourendaten
Gesamtdauer:4:15 h
Gesamtlänge: 10,04 km
Höhenmeter: △ 1.017 m / ▽ 987 m


