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220320 Wanderung Monte Brione (376m)

Nach zwei schönen Klettersteigen beschließen wir zum Abschluss, noch eine gemütliche Tour auf den Monte Brione zu machen. Obwohl nicht besonders hoch, ist der Monte Brione aus Riva nicht wegzudenken. Die besondere Form dieses Felsen ist auffällig! Ein echter Hingucker von allen umgebenden Touren!

Wir starten beim Jachthafen, dort ist ein großer Wanderparkplatz. Aktuell noch recht leer, wird der sich bei diesem Wetter bestimmt noch gut füllen.

Ein wunderschöner, einfacher Steig führt am Rücken dieses Hügels empor zum Gipfelkreuz. Immer wieder öffnen sich wunderschöne Ausblicke auf den See, die Stadt und das Umland.

Den Steig, den wir gestern gemacht haben, können wir auch sehr gut einsehen. Wir sind früh genug dran, daher ist es noch windstill, und damit sehr angenehm.

Nicht nur die Natur und der See faszinieren bei dieser Wanderung, auch die geschichtliche Komponente kommt nicht zu kurz. Riva war bis zum I. Weltkrieg noch Teil von Österreichs und damit Grenzgebiet. Dementsprechend wurden hier Bunker und Festungen gebaut, die heute noch besichtigt werden können.

Gerade im Zuge der aktuellen Situation (Ukrainekrieg) ist es immer wieder verstörend, wie viel Energie der Mensch in den Kampf und Krieg stecken. Das Paradox des Festungsbaus muss man sich immer wieder ins Gedächtnis zu rufen: „Man baut auf, um das Selbe zu zerstören“.

Nachdem wir die Bunker inspiziert haben, schauen wir wieder in die Ferne… der Gardasee, der größte See Italiens, wurde durch einen Seitenast des Etschtalgletscher geformt. Eckdaten zum Gewässer: 51,6km lang, bis zu 17.2km breit, die tiefste Stelle beträgt 346m. Damit befindet sich hier ein unglaubliches Wasserreservoir, ein echter Schatz!

Die Landschaft, die sich hier um den See gebildet hat, ist klimatisch sehr begünstigt. Nicht umsonst zieht es hier jedes Jahr abertausende Touristen an die Gestade, um Urlaub zu machen.

Vom Monte Brione haben wir fast alle unsere Touren, die wir heuer und in den letzten Jahren gemacht haben, im Blick. Cima Rocca, den Klettersteig Amicia und die vielen zugehörigen Gipfel…

Der Pfad, obwohl eigentlich immer am Grat verlaufend, zweigt immer wieder ins Unterholz ab. Die Aussicht ist dann kurzfristig weg, nur um an der nächsten Kurve wieder einen Prachtblick auf die Umgebung freizugeben.

Gemütlich erreichen wir die Bunkerfestung nahe am Gipfel. Hier ist nun schon mehr los, viele Leute sind auch mit dem Fahrrad bzw. E-Bike zum Gipfel geradelt…

Mittlerweile sind T-Shirt-Termperaturen angebrochen, der Frühling ist eindeutig im Anmarsch.

Am Gipfelkreuz machen wir eine kurze Rast, dann wandern wir weiter Richtung Norden, wir wollen den ganzen Kamm abschreiten.

Der Blick nach Arco mit der bekannten Burg öffnet sich kurz hinter dem Gipfel, auch hier haben wir schon so manchen Klettersteig bestritten.

Der weitere Weg führt über die Westflanke des Monte Brione wieder ins Tal. Wir suchen uns einen alternativen Weg, da wir ein paar Geocaches auf dem Weg suchen wollen. Natürlich finden wir alle Dosen! Papa kann dazu nur schmunzeln…

An einigen geschützten, sonnigen Stellen blühen schon die ersten Primeln. Es muss sich hier um eine eigene Art handeln, die Blütenkelche sind fast doppelt so groß wie die mir gekannten Schlüsselblumen daheim…

Ein Großteil des Rückwegs führt durch alte Olivenbaumhaine, manche dieser Bäume müssen schon hunderte Jahre auf dem Buckel haben.

Noch einmal erhaschen wir einen Blick auf den Cima SAT, mit dem Klettersteig Amicizia. Dieser Steig wird lange in Erinnerung bleiben, ewig lange Leitern sind das Hauptmerkmal.

Retour am Parkplatz ist dieser nun fast voll, es sind also einige Leute am Weg. Wir packen unser Zeug ins Auto, dann fahren wir auf direktem Weg zurück nach Tirol. Nach ein wenig mehr als 2 Stunden erreichen wir Innsbruck. Papa macht vor der Weiterfahrt noch eine kleine Pause, Maggo fährt am späten Abend mit dem Zug nach Hause!

Ein gelungenes Wochenende neigt sich dem Ende zu. Es hat uns Spaß gemacht, war teilweise fordernd und kulinarisch vom Feinsten. Was will man mehr. Nach 2 Jahren war das Buabenwochenende wieder ein voller Erfolg.
Mögen noch Viele folgen!

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:50 h
Gesamtlänge: 7,74 km
Höhenmeter: 541m

220319 Sentiero Contrabbandieri Massimo Torti

Ausgesetzte Kraxlerei hoch über dem Gardasee, so wird diese etwas andere Tour beschrieben. Der Sentiero Contrabbandieri (Schmugglersteig), auch als Percorso alpinistico Massimiliano Torti bekannt, ist kein klassischer Klettersteig, da einige Passagen selber versichert werden müssen.

Wir fahren mit dem Auto Richtung Pregasina, dort finden wir bei der weithin sichtbaren Madonnenstatue einen Parkplatz. Direkt nebenan führt der Weg hinunter zum See, bzw. zum Einstieg in die Tour.

Noch ist es kühl, eine leichte Brise weht, aber wir sind flott unterwegs und der Weg ist anfänglich auch gut auffindbar. Kurz bevor wir am Start sind, versteigen wir uns, und machen eine Extrarunde zum Aufwärmen. Nachdem wir wieder „OnTrack“ sind, ist der Einstieg schnell gefunden.

Wir ziehen das Klettersteigset an, die Helme auf den Kopf, so gerüstet machen wir uns auf ins Abenteuer.

Gleich am Anfang zeigt der Schmugglersteig seine Qualitäten. Ein schmales Band schlängelt sich ungefähr 150m über dem See, leicht überdacht, entlang der Felswand. Gut zu gehen, aber schwindelfrei muss man schon sein, ansonsten hält sich der Genuss vermutlich in Grenzen.

Manchmal ist der Steig ein wenig breiter, und dann auch gut gangbar. An den schmalen Stellen sichern wir uns selber, denn ein Stahlseil sucht man hier im Regelfall umsonst. Nur die Schlüsselstellen sind solala versichert.

Man muss sich, auch ohne Höhenangst, immer sehr gut konzentrieren, ein falscher Schritt könnte hier fatale Folgen haben. Dennoch muss man auch den Blick auf den See und speziell auch über Riva del Garda schweifen lassen…

… die Sicht ist einfach phänomenal. Es ist eine wunderschöne Gegend, die mich immer wieder in Erstaunen versetzt. Eigentlich ist man zu selten am Meer der Tiroler…

Bald erreichen wir die erste Schlüsselstelle, ein Spreizschritt hoch über dem See. Allerdings müsste man hier schon fast ein Balletttänzer sein, um grazil, mit guter Figur über den Spalt zu kommen.

So probiert jeder, eine mehr oder weniger gute Figur beim Grätschen zu machen. Das Resultat passt bei allen: Wir sind drüben… übrigens, das Stahlseil an dieser Stelle ist alles, bloß nicht vertrauenerweckend. Gut dass wir unser eigenes Sicherungsseil dabei haben.

Nach dieser Stelle wird das Gelände ein wenig einfacher, wir kommen zügig voran, die Seilsicherungen sind nun nicht mehr überall notwendig. Aber wir sind überzeugt, dass es das noch nicht gewesen ist…

Die zweite Schlüsselstelle stellt eine Strickleiter mit Aluminiumsprossen dar. Wenig vertrauenerweckend, ist auch schon eine Sprosse gebrochen und notdürftig repariert. Wir sichern uns von oben mittels HMS, die langjährige Übung zahlt sich aus…

Anschließend verengt sich der Pfad wieder, ist aber gut begehbar und offeriert schönste Ausblicke, unter anderem auch auf die vielen Segler und Surfern tief unter uns.

Ein paar pfiffige Stellen würzen den Weg immer wieder, es kommt also nie Langeweile auf, im Gegenteil. Ein sehr anregender Steig, der auch Respekt den Schmugglern gegenüber einfordert.

Eine „böse“ Stelle kommt nochmals, es scheint hier ist der Steig über eine längeres Stück abgebrochen zu sein. Dankenswerterweise hat jemand ein Stahlseil montiert, das auch sehr neu und gut verlegt den Eindruck bombenfester Sicherheit vermittelt.

Mit ein wenig Armkraft und der Zuhilfenahme versteckter Klammern meistern wir auch diese Stelle mit Bravour. Nun sind wir auch schon fast am Ende der Tour.

Ein gutes Stück laufen wir horizontal über kleine und weniger kleine Steige, allerdings bei weitem nicht mehr so ausgesetzt wie am Anfang. Schließlich erreichen wir den Ausstieg der Tour. Eine größere italienische Gruppe bereitet sich auch auf den bitteren Schluss vor.

Gute 300 Höhenmeter müssen nun erklommen werden, Der Steig steigt fast direkt durch eine Rinne hinauf zum Plateau von Pregasina.

Den Erbauern sind wohl am Schluss die Kurven ausgegangen… zumindest fühlt sich der Aufstieg so an.

Nach einem kurzen, aber nicht hässlichen Stück auf der Asphaltstraße erreichen wir wieder zufrieden die am Anfang erwähnte Madonnenstatue. Hier packen wir die Brotzeit aus, eine Dose Bier hat Papa auch noch die ganze Tour mitgeschleppt. Man schmeckt die Spannung bei jedem Schluck.

Auch von hier oben muss die wunderbare Aussicht nochmals erwähnt werden. Riva liegt uns zu Füßen, und im Norden liegt der Cima Rocca. Dort verläuft ein wunderschöner Klettersteig, den wir vor Jahren gemacht haben.

Zurück in der Unterkunft erfrischen wir uns, dann spazieren wir nochmals in die Stadt. Die Orangen hängen schon an den Bäumen. Der Ora, am Nachmittag ständig begleitender Wind lässt nicht glauben, dass hier Palmen, Kakteen und eben Orangen eine Überlebenschance haben.

Ein altes Schiff, vertaut am Kai lässt an alte Tage denken, als Riva noch zu Österreich gehörte…

Wir gönnen uns ein wunderbares Essen in einer kleinen Kneipe, gestärkt und zufrieden wandern wir wieder zurück zur Unterkunft.

Tourendaten
Gesamtlänge: 6,3 km
Gesamtdauer: 4:08 h
Höhenmeter: 600 m
Schwierigkeit: C/D

220318 Via Ferrata Rio Sallagoni

Nach zwei langen Jahren ist es endlich wieder soweit, das „Buabenwochenende“ steht vor der Tür. Heuer fährt Papa, Maggo ist mit dem Zug angereist, Alfons und Daniel sind leider verhindert…
Um 9:00 Uhr fahren wir von Aldrans los, rasch geht es über den Brenner, der Verkehrt ist flüssig…

… und so erreichen wir rasch den Bereich um Arco genauer gesagt Dro. Wir haben schon einen Klettersteig bei der Anfahrt ausgesucht, den wir nun direkt anfahren.

Wir essen eine Kleinigkeit, dann wandern wir zum Einstieg in die Schlucht. Ein einfacher, aber dennoch sehr lohnender Steig. Schon vor ein paar Jahren sind wir diese Ferrata im Zuge eines Buabenwochenendes gemacht…

Der Aufstieg ist nie ausgesetzt, aber es sind ein paar schöne Stellen dabei, die doch ein wenig Armkraft fordern. Also perfekt zum Eingehen im Frühjahr, wenn der Körper noch auf Ski und Rodel, aber nicht auf Fels eingestellt ist.

Der untere Teil des Steiges ist vorbildlich gesichert, einzig für kleinere Personen und Kinder könnte so manche Sprosse und auch der Seilabstand eine größere Herausforderung darstellen… .

Eine speziell schöne Stelle ist der sogenannte Klemmblock, an dem man auch die Wandseite in der Schlucht wechseln muss.

Im Mittelteil öffnet sich der Verlauf komplett, es wird wieder heller, im Hintergrund fließt ein schöner Wasserfall.

Hier erreichen wir eine schöne Seilbrücke über den kleinen Fluss, der uns wieder auf die im Aufstieg gesehen rechte Seite zurückbringt.

Die Seilbrücken sind auch perfekt angelegt, der Blick hinunter ins Bachbett ist anregend. Papa meint dazwischen, das ist ja fast wie Canyoning!

Der obere Teil ist nun auch ein wenig einfacher, steilere Passagen sind mit Klammern bestückt, rundherum wächst das Grün in der Schlucht… fast ein wenig wie in einem Dschungel.

Im oberen Teil erreichen wir noch eine kurze Seilbrücke, die mit lohnender Aussicht auf den Bach lockt.

Bald erreichen wir einen Teil, der abgesperrt ist. Aus dem Internet wissen wir schon, dass hier die Versicherungen nicht mehr so üppig sind, mit einer Sperre haben wir allerdings nicht gerechnet.

Wir treffen zwei Italiener, die uns zusichern, dass der Weg ohne Probleme begehbar ist. Daher setzen wir unseren Weg weiter fort. Es sind nur noch Klammern, keine Seile mehr vorhanden, aber das stellt uns vor kein Problem…

… die letzten Meter wandern wir über ein Band, dann erreichen wir einen Weinberg unter der Burg von Drena.

Wir spazieren zurück zum Auto und setzen unsere Fahrt nach Riva del Garda fort. Die Unterkunft haben wir rasch gefunden, wir richten uns ein, dann spazieren wir ins Zentrum.

Wir finden ein nettes Lokal, dort gehen wir essen und schließen den feinen Tag mit einer netten Plausch ab!

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:20 h
Gesamtlänge: 2,4 km
Höhenmeter: 205 m
Schwierigkeit: C

190317 Klettersteig Susatti

Heute ist der dritte und letzte Tag unseres Buabenwochenendes… wir haben einen Steig gewählt, den wir schon mal gemacht haben… einzig, dass wir die Runde heute ein wenig abändern werden. Wir starten den „Susatti“ wieder am Anfang des Ledrotals, am Wanderparkplatz in Biacesa di Ledro. Wir haben Glück und ergattern den letzten Parkplatz. Eine große Wandergruppe mit Kindern steht am Platz. Die müssen wir unbedingt noch überholen…

Zuerst müssen wir ein gutes Stück am Bergfuß, in einem schönen Wald zum Einstieg des Steiges gehen. Es sind heute doch ein paar Leute am Weg… so gut besucht war der Steig das letzte Mal nicht.

Nach ca. 1 Stunde erreichen den Einstieg zum Klettersteig. Wir ziehen uns unser Kletterzeug an, dann geht der Spaß los. Stetig rauf geht der schöne Steig, immer wieder haben wir wunderbare Ausblicke auf den Gardasee… leider ist es ein wenig diesig, aber trotzdem sind die Tiefblicke spektakulär.

Nach 1,5 Stunden stehen wir auf dem Gipfel, der Cima Capi. Hier machen wir eine kurze Pause, bleiben aber nicht so lange, da es heute zwar nicht arg kalt, aber eben auch nicht besonders gemütlich ist.

Vom Gipfel mit der Italienischen Flagge steigen wir Richtung Norden über einen kleinen, aber feinen Steig hinauf zum Cima Rocca. Dieser Zustieg unterscheidet sich zum letzten Mal, heute sind wir den direkten Weg gegangen.

Am Gipfel machen wir eine längere Pause, leider ist die Aussicht nicht besser geworden, es ist allerdings das erste Mal, dass wir hier schlechteres Wetter haben. Und immerhin ist es trocken.

Der Abstieg vom Cima Rocca führt durch ein, heute zur Gedenkstätte gewandelten Kriegspfad. Hier, Nahe Riva hatten die Österreicher und Italiener gegenübergestanden. Wobei der Krieg hier nie ausgetragen wurde. Heute kann man die Kavernen, Betonbunker und Schützengräben anschauen… und sich vorstellen, welche Entbehrungen die Soldaten an der Alpenfront wohl gelitten haben müssen.

Wir haben vorsorglich die Taschenlampen mitgenommen und in den Tunneln sind diese auch notwendig. Manch der Gänge sind so lange, dass kein Tageslicht mehr eindringt. Da ist künstliches Licht ein Muss.

Schlussendlich erreichen wir wieder einen „normalen“ Wanderweg, der uns ins Tal führt. Hier sehen wir auch eine ungewöhnliche Raupenkette… sogenannte Eichenprozessionsspinner sind giftig und können bei Berührung allergische Reaktionen auslösen. Also besser nur bewundern und nicht berühren.

Am Parkplatz wird noch einmal gut gebrotzeitet, dann fahren wir heim. Die Fahrt vergeht wie im Fluge, jedes Mal wieder eine Überraschung, wie nahe der Gardasee doch an Innsbruck liegt. Zu Hause gibt es noch Kaffee, dann fahren alle weiter… ein schönes Buabenwochenende neigt sich dem Ende zu. Nächstes Jahr ist das wieder ein Fixum!

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:45 h
Gesamtlänge: 9,70km
Höhenmeter: 847 hm

190316 Klettersteig Amicizia

Nach einem Frühstück, das wir Dank gut eingerichteter Küche und ausgewählten Zutaten voll und ganz genießen, machen wir uns zu Fuß auf zum nächsten Klettersteigabenteuer.

Heute steht ein Gardasee-Klassiker auf dem Programm, die „Ferrata Via dell‘ Amicizia“. Mit Alfons und Papa bin ich diese Tour schon mal 2016 gegangen.

Nach einem gemütlichen Aufwärmgang durch die Stadt erreichen wir den Weg hinauf zur Bastione, einer ehemaligen Venezianischen Festung. Durchgehend mäßig steil zieht der Pfad von hier weiter hinauf zum Einstieg in den Klettersteig.

Vor Erreichen des Einstieges ist eine kleine Wiese mit einem Heliport vorhanden, hier beschließen wir, unsere Sets anzuziehen, damit wir am Eingang dann gleich loslegen können.

Eine kleine Stärkung gönnen wir uns noch, dann steigen wir in die Ferrata ein. Zuerst geht es relativ einfach über leichte Wandstellen aufwärts, hier können wir die wunderbare Aussicht auf Riva del Garda und den Gardasee genießen.

Und dann kommen auch schon die eigentlichen Herausforderungen dieses Abenteuers zum Vorschein. Ewig lange Leitern, manchmal auch nicht mehr so vertrauensvoll, wobei hier die Sicherheit sicher auch groß geschrieben wird. Die erste Leiterkombo ist auch eine der schwierigsten, nahezu senkrecht verläuft und viel Luft „unter den Füßen“ hat.

Dafür braucht man kein besonderes Kletterkönnen, einzig eine schöne Steigtechnik oder aber Armkraft sind hier für den Erfolg ausschlaggebend. Natürlich schaffen wir alle diese Stelle ohne Probleme, wenn auch glücklich, oben zu sein.

Weiter geht es wieder über leichtes Gehgelände, bis wir die nächste Leiterkombo vor uns sehen. Diese ist zwar nicht mehr so steil wie die erste Leiter, aber dafür um einiges länger.

Wir haben heute Glück, wenige Leute sind auf dem Weg, daher gibt es keine Wartezeiten und wir müssen uns auch nicht treiben lassen. Einer nach dem anderen bewältigt die hohe Metallkonstruktion, im Anschluss haben wir wieder feines Gehgelände.

Vor dem Gipfel haben wir dann nochmals ein paar kurze Leitern, die uns auf den Gipfel „Cima Sat [1.246m] bringt.

Da es am Gipfel ein wenig zieht, beschließen wir, kurz hinter dem Gipfel eine Pause einzulegen, wir wollen alle Brotzeiten.

Da auch der Abstieg nicht unterschätzt werden darf, machen wir uns dann über den „Weg 405“ auf ins Tal. Zuerst müssen wir von Riva aus gesehen nach links über die Wand ausweichen, denn dort führt der kühne Weg wieder hinunter ins Tal.

Von Riva aus gehen ist es nicht vorstellbar, dass hier ein Weg ohne Kletterei angelegt werden konnte.

Wir erreichen nach einem guten Fußmarsch die Kapelle zur Heiligen Barbara, dort waren wir auf Alfons und Daniel.

Diese hatten wir beim Abstieg „verloren“, nachdem sie aufgeholt hatten, wußten wir auch warum: Daniel hatte nochmals seine Drohe fliegen lassen und ein paar spektakuläre Bilder gemacht.

Nachdem wir wieder komplett sind, gehen wir die letzten Meter hinunter in die Altstadt. Nun haben wir uns ein Bier redlich verdient!

Tourendaten
Gesamtdauer: 7:24 h
Gesamtlänge: 17,41 km
Höhenmeter: 1.286 m

190315 Klettersteig Colodri

Es ist so weit, das „Buabenwochenende 2019“ steht vor der Tür. So wie letztes Jahr haben wir es wieder alle geschafft, uns diesen Termin freizuhalten. Markus ist schon zur unchristlichen Zeit angereit, über Nacht mit dem RailJet. Nach einem Kaffee und einem kleinen Frühstück trudeln auch die anderen Teilnehmer, Papa, Alfons und Daniel ein. Nun sind wir komplett und können gen Süden fahren. Da wir letztes Jahr nicht so viel Glück mit dem klettersteigen hatten, haben wir uns heuer wieder auf eine verlässliche Region, nämlich die Gardaseeberge besinnt.
Bei uns ist das Wetter jetzt nicht gerade toll, aber je näher wir an den Gardasee kommen, desto besser werden die Verhältnisse.

In Arco machen wir halt, hier ist unsere erste Station. Der Klettersteig „Sentiero attrezzato del Colodri“ soll uns als erster Übungssteig dienen. Noch haben nicht alle von uns die „Eisentaufe“ erhalten, daher ist ein einfacher Steig gerade das Richtige, mal mit dem Metier „Via Ferrata“ in Berührung zu kommen.

Wir starten bei einem kleinen Parkplatz direkt am Wegbeginn, die ersten paar Meter sind ein normaler Steig, dann kommt der Einstieg in den Klettersteig. Wir ziehen unsere Ausrüstung an, für die Neulinge gibt es noch eine Einschulung, dann starten wir schon durch.

Der Anfang ist leicht, und doch gerade richtig, um sich einzugewöhnen. Schnell machen wir Höhe, der Steig ist wie gesagt, für Anfänger gut geeignet. Das sieht man auch auch am speckigen Fels, der schon x-tausend Bergschuhe gesehen haben muss.

Schneller als gedacht erreichen wir den Ausstieg aus dieser Ferrata. Ein schöner Steig, der auch mit Kindern gut machbar sein sollte. Da wir nun recht schnell waren, gibt’s einen guten Gipfelschnaps von Papa, wir stoßen auf ein erfolgreiches Wochenende an, dann marschieren wir weiter.

Vorbei an extrem schönen und interessanten Felsformationen erreichen wir den Gipfel des Cima Colodri [380]. Hier machen wir eine kurze Pause, brotzeigen ein wenig, während wir Daniel beim Drohen fliegen zuschauen. Das sind schon beeindruckende Fluggeräte. Am Gipfel geht ein mittelstarker Wind, trotzdem bleibt die Drohne schön ruhig stehen. Wow…

Der Drohne macht der Wind offensichtlich nichts aus, uns jedoch schon, daher beschließen wir weiterzugehen. Immer am Rücken entlang gehen wir über die Ziegenscharte zum Monte Colt [435m]. Als letzen Gipfel auf dem Rücken besuchen wir noch den Croce di Colt [390m].#

Anschließend führt ein steiler Weg hinunter ins Tal, im Windschatten ist es wieder sehr angenehm zu gehen, bald erreichen wir den Talboden und gehen hinaus zur Brücke über die „Sarca“. Nun müssen wir am Bergfuss wieder retour zum Auto gehen. Einen kurzen Stopp machen wir noch bei der Einsiedelei „San Giacomo“. Leider ist die kleine Kapelle verschlossen, aber auch von Außen ist dieses Gebäude sehenswert. Direkt nebenbei sind ein paar extreme Klettertouren eingebohrt, die uns nur verwundert staunen lassen.

Vorbei an unzähligen Weinbergen und Apfelplantagen erreichen wir das Auto. Rasch erreichen wir von Arco aus Riva del Garda, unsere Unterkunft haben wir auch bald gefunden. Nach kurzer Warterei kommt die Besitzerin und weist und in der Wohnung ein. Sehr gemütlich, hier haben wir wieder mal richtig Glück gehabt.

Am Abend gehen wir noch in die Stadt, Palmenalleen verkünden hier die Zugehörigkeit dieses Ortes in den Süden! Ein Blick über den Hafen sorgt auch für urlaubliche Stimmung.

Wir finden ein gemütliches Lokal, wir genießen Pizza und „Vino de Casa, rosso“. Lecker.

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:54 h
Gesamtlänge: 9,84 km
Höhenmeter: 547 m

Ferratarunde Cima Rocca, 1.089m (13.03.2016)

Wieder ein neuer Tag am Gardasee, ein Blick aus dem Fenster zeigt nicht so feines Wetter wie gestern an, aber es ist trocken und nicht so kalt. Wir frühstücken und packen zusammen, denn heute ist auch der letzte Tag, ein Wochenende ist halt doch recht kurz.

Der Besitzer des Appartments wird angerufen, doch das Telefon ist ausgeschaltet. Oh Schreck… wir müssen doch los. Nach unzähligen Anrufen dann doch noch der erlösende Rückruf… wir sollen doch bitte das Geld einfach auf dem Tisch liegenlassen und den Schlüssel dazulegen. Na, das nenne ich mal Vertrauen.

Wir fahren von Riva aus ins Ledrotal, in Biacesa parken wir unser Auto und starten die Tour. Heute stehen 4 Klettersteige auf dem Programm, im Laufe des Tages finden wir aber, das nur zwei Steige den Begriff Klettersteig verdienen. Die anderen zwei Wege sind schwierige Wanderwege, aber eben keine Klettersteige und brauchen daher auch kein Geschirr.

Wir starten also vom Parkplatz, zuerst auf dem Steig „Senter dei Bech“, der uns von Biacesa Richtung Gardasee zurückführt. Unterwegs entdecken wir eine spektakuläre Raupenstrasse, sowas habe ich auch noch nie gesehen…

Bei einem Bunderloch ziehen wir uns das Klettersteiggeschirr an und steigen in den Klettersteig „Via ferrata F. Susati“ ein. Dieser zieht landschaftlich sehr schön am Grat des „Cima Capi“ über dem Gardasee hoch. Nachdem wir immer wieder stehen bleiben und uns die wunderbare Landschaft anschauen, erreichen wir nach kurzer Zeit den Gipfel des „Cima Capi“.

Wir verbleiben nur kurz auf dem Gipfel und machen und dann weiter, über die „Via ferrata M. Foletti“ hinüber an den Fuss des „Cima Rocca“. Dort finden wir die Hütte „Arcione“, angenehm duftet es hier nach Lagerfeuer.

Wir steigen direkt weiter, nun in den „Sentiero dei Camminamenti“. Dieser Steig bringt uns über alte Bunker und Schützenanlagen hinauf auf den „Cima Rocca“.

Kurz vor dem Gipfel durchsteigen wir eine längere Bunkeranlage, die „Gallerie de Guerre“, dann erreichen wir den Gipfel und gönnen uns eine Wahnsinnsaussicht. Über einen kleinen Steig kommen wir zurück zur Hütte und zu einer Kapelle.

Dann machen wir uns auf ins Tal. Auch hier wieder über einen versicherten Steig, den „Sentiero delle Laste“, der uns hinunter ins Tal und an den Weg zurück zum Ort bringt.

Eine wirklich schöne Runde, die wir da gemacht haben. Wir ziehen uns beim Auto um, da wir dann gleich nach Hause fahren . Wir machen zuvor aber noch eine Brotzeitspause, um dann gestärkt nach Aldrans zu fahren.

Die halbe Fahrt geht an mir einfach vorbei, da ich ein Powernapp mache, als wir zuhause ankommen, durftet es schon herrlich aus der Küche. Chiappati mit Curry, lecker. Im Anschluß gibt es den „Reindl“, von dem uns Papa das ganze Wochenende vorgeschwärmt hat. Nicht ganz unbegründet, wie wir finden…

Tourendaten
Gesamtdauer: 4,30h
Gesamtlänge: 8,9km
Höhenmeter: 995m

  

Via dell‘ Amicizia, 1.246m (12.03.2016)

Heute steht der zweite und für diese Reise längste Klettersteig auf dem Programm. Gestern am Abend konnten wir uns noch einen Zielpunkt auf dem Weg zum Gipfel bestaunen, die Kapelle der Heiligen Barbara. Diese thront steil und hoch über dem See.

Doch starten wir den Tag von Anfang an. Ein guter Tag fängt mit einem deftigen Frühstück an, dank Papa können wir richtig gute Spezialitäten aus der Steiermark genießen. Manch wenige Sachen müssen wir uns halt einfach vorstellen. Ein Blick aus dem Fenster zeigt gutes Wetter an.

Von unserem Appartement können wir direkt zum Klettersteig losgehen. Der Weg führt uns zuerst an die „Bastione“, einer Festung der Venezianer, die auch einmal über den Gardasee geherrscht hatten.

Kurz genießen wir die Aussicht, dann wandern wir weiter, zunächst zur Capanna. Dann erreichen wir die Kapelle Santa Barbara, auch hier verweilen wir kurz und genießen die Aussicht.

Nun geht der richtige Klettersteig erst los, bis jetzt war das nur der Zustieg. Wir ziehen unsere Klettersachen an und machen uns auf den Weg. Zuerst geht es noch einfach über kleine Kletterstellen hinweg. Vor uns ist ein italienisches Pärchen, auch auf dem Weg zum „Freundschaftssteig“. Eine Zeit lang wechseln sich kleine Kletterpassagen mit Wanderwegen ab, dann erreichen wir die erste Leiter.

Diese zieht steil die Wand empor und schaut ganz schön hoch aus. Vor uns kämpfen sich schon zwei Seilschaften empor, dann sind wir an der Reihe. Sprosse für Sprosse ziehen wir uns empor, irgendwann erreichen wir auch das Ende.

Nach dieser ersten Herausforderung kommt wieder eine kleine Gehpassage, dann erreichen wir das zweite Leiterassemble. Die lange Leiter schaut echt nach Herausforderung aus, ist aber dann doch leichter als die erste, steile Leiter am Anfang. Den letzten Teil des Klettersteigs wird mit einer kurzen Gratwanderung eingeleitet, dann kommen die letzten Meter auf 3 weiteren Leitern.

Dann sehen wir auch schon die Gipfelmarkierung. Endlich haben wir den Gipfel erreicht. Die Aussicht ist überragend, und die Sonne zeigt schon frühlingshafte Stärke.

Wir pausieren im Windschatten eines Steinblocks und genießen die Wärme. Nach einer ausgiebigen Rast machen wir uns auf ins Tal. Im ersten Teil haben wir eine gute Schneeauflage, der Schnee ist jedoch rutschig, hohe Konzentration gefordert. Bald erreichen wir wärmere Gefilde, der Schnee wird weniger und das Gehen einfacher.

Vor dem erreichen der Kapelle Santa Barbara müssen wir noch eine Leiter meistern. Dann stehen wir wieder bei der Kapelle und genießen die Aussicht. Nach fast 6h erreichen wir glücklich und zufrieden die Unterkunft, mit Vorfreude auf eine gute Jause.

Am Nachmittag spazieren wir noch ein wenig in der Stadt, essen zu Abend und genießen das fast schon mediterrane Flair.

Tourendaten
Gesamtdauer: 6h
Gesamtlänge: 11km
Höhenmeter: 1.220

Via Ferrata Rio Sallagoni (11.03.2016)

Buabenausflug… Mehr sag ich nicht. Endlich ist es so weit, Papa, Alfons und ich machen uns auf den Weg in den Süden, zum Gardasee… ein paar Klettersteige wollen wir bezwingen.

Über die Brennerautobahn geht’s rasch und ohne Stau bis Trento, dort zweigen wir zum See ab. In Dro zweigen wir ab nach Drena, dort parken wir und ziehen uns um.

Vom Parkplatz bis zum Einstieg sind es gerade mal 5 Mnuten, dort ziehen wir das „Geschirr“ an, dann sind wir bereit…

Dieser Klettersteig geht durch eine Schlucht bis zum Castello Drena. Gespannt starten wir in die erste Passage hinein.

Am Anfang ermöglichen uns ein paar Steigbügel ein schnelles Vorwärtskommen, die ersten Stellen sind nett und lassen die Vorfreude steigen. Bald sind dann ein paar der schwierigen Stellen, leicht überhängend, aber gut machbar für uns.

Zwischendrinnen werden wir von zwei „Joggern“ überholt, ohne jede Ausrüstung. Wir gehen lieber auf Nummer sicher.

Inzwischen ist die Schlucht eng geworden, wir müssen auch mal die Wandseite wechseln. Landschaftlich ist diese Schlucht wirklich schön.

Auch zwei Seilbrücken müssen wir bezwingen, die erste Brücke stellt sich als recht wackeliges Ding heraus…

Eine kurze Gehpassage lockert die Passage durch die Schlucht aus. Die ersten Blumen erwachen schön und erfreuen uns mit ihrer Schönheit.

Der zweite Teil des Steiges ist kein richtiger „Eisenweg“ mehr, schwierige Passagen sind mit Klammern ausgestattet, aber kein Sicherungsseil ist mehr vorhanden.

Die Schwierigkeit im zweiten Teil besteht darin, keine Nassen Füße zu bekommen. Das gelingt uns dank GoreTex Schuhen sehr gut.

Bald erreichen wir den Ausstieg, der uns zum Castello Drena führt.

Von der Burg aus gehen wir neben der Schlucht hinunter ins Tal.

Ohne Probleme erreichen wir das Auto. Eine sehr gelungene Tour, in einer schönen Landschaft.

Tourendaten
Gesamtdauer: 1,5h
Gesamtlänge 4,35km
Höhenmeter: 180m