Archiv der Kategorie: Klettersteige

201018 Peter-Kofel-Klettersteig (1.430m)

Das Wetter in Innsbruck zeigt sich nicht ganz so schön, es ist bewölkt, in der Früh hat es sogar noch geregnet. Aber trotzdem ist der Bewegungsdrang enorm, daher haben Michi und ich kurzfirstig ausgemacht, den Peter-Kofel-Klettersteig in St. Jodok am Brenner zu begehen. Bei mir ist es ja schon ein paar Jahre her, daß ich hier war, aber ich habe den Steig in guter Erinnerung.

Im St. Jodak angekommen lacht die Sonne vom Himmel, daß es nur eine Freude ist. Vom Parkplatz aus ist es nur ein kurzer Marsch zum Einstieg, das zeichnet diesen Genußklettersteig der Schwierigkeit C schon mal aus. Rasch haben wir uns ausgerüstet, wir sind nicht die Einzigen.

Vorbildlich angelegt beginnt der Eisenweg gleich mit einer C-Stelle, wer die nicht schafft, sollte hier überlegen auszusteigen. Der Steig ist nie schwierig, aber dafür anhaltend in- und knapp unter diesem Grad.

Rasch gewinnen wir Höhe, und obwohl hier kein Gipfel auf uns wartet, ist genügend Luft unter den Füßen.

Immer wieder wechseln sich schöne Stellen mit leichten Passagen ab, dann wird wieder ein Stück gequert, bis wieder eine Wand erklommen werden will.

Gebaut wurde der Klettersteig vor einigen Jahren von der Bergrettung, die Versicherungen sind vorbildlich, auch die Rettungspunkte sind gut beschildert. Sogar ein Materialdepot entdecken wir ziemlich genau in der Mitte, somit entfällt der Transport bei einem Notfall.

Zwei Seilbrücken erhöhen die Spannung ein wenig, aber im Vordergrund steht hier wirklich der Genuß, es ist einfach spaßig, zwischen Wänden, Querungen, Seilbrücken und glatten Wandstellen zu wechseln.

Dazwischen kann man noch endemische Pflanzen, die scheinbar nur in der Stafflacherwand vorkommen, bewundern. Besonders der Stinkwacholder fällt meiner empfindlichen Nase immer wieder auf.

Während des ganzen Kletterspaßes sollte man hier, wie auch sonstwo, nie vergessen, den Kopf mal zu heben und die wunderschöne Landschaft zu bewundern…

…im Hintergrund sehen wir Kraxentrager und die bekannten Skiberge Vennspitz und Silleskogel, manchmal allerdings mit Hut.

Am Schluß kommt nochmals eine kleine Wand, und eine Querung…

… dann sehen wir schon das Gipfelkreuz. Eine rasche Tour, die sich fast das ganze Jahr über machen läßt, denn die Wand ist südseitig ausgerichtet… im Sommer sicher eine sehr warme, wenn nicht heiße Angelegenheit.

Eine Besonderheit ist die Getränkebox am Ausstieg, die zu einer kurzen Pause einlädt. Waren beim letzten Mal noch viele verschiedene Getränke, gibts heute nur Apfelsaft… aber es ist auch schon Saisonende. Und der Saft schmeckt sehr gut.

Wir genießen die Sonne und die Aussicht auf die Schneeriesen im hinteren Valsertal. Es ist einfach wunderschön hier. Nach einer ausgiebigen Pause machen wir uns über den Steig ins Tal auf.

Am Fusse der Wand angekommen schauen wir nochmals hinauf. Der Steig umfasst nur etwa ein Viertel der Stafflacherwand, da ist also noch viel Potential für Erweiterungen. An einer Stelle dachten wir eh, daß da aktuell erweitert wird.
Eine tolle Tour, die ***fast immer***, das heißt das ganze Jahr über, gemacht werden kann.

Tourendaten
Gesamtlänge: 5,31 km
Gesamtdauer: 2:32 h
Höhenmeter: 363 m
Schwierigkeit: C

200920 Leite-Klettersteig

Heute, bei tollem Wetter, steht uns ein besonderes Abenteuer bevor. Wir haben beschlossen, den Leite-Klettersteig in Nasserreith zu absolvieren. Wer sind wir? Heute sind Papa, Sara, Letu und meine Wenigkeit am Wege. Für Sara ist es sogar der erste Klettersteig. Es ist wohl eine Herausforderung, immerhin sind ein paar Stellen, glatte Platten, mit der Klettersteigschwierigkeit C/D bewertet. Da meine Junioren aber gute Kletterer sind, sollte das kein Problem darstellen.

Schon am Einsteig heißt es mal fest zugreifen, aber die Zwei machen ihre Sache sehr gut und schon bald ist diese Stelle gemeistert. Die Kletterei ist immer an schrägen Platten, diese zeichnen sich jedoch an manchen Stellen als recht griffarm dar. Und noch dazu ist der Klettersteig gut begangen und teilweise schon speckig.

Auf jeden Fall macht es uns schon nach kurzer Zeit viel Spaß, die leichten und natürlich auch die schweren Stellen zu meistern. Ich gehe voraus, die Kinder hinterher und Papa macht das Schlußlicht. Immer wieder geben Papa und ich gute Tipps, sozusagen von den alten an die jungen Hasen…

Die Aussicht über den Kessel von Nasserreith wird immer besser, die Aussicht ist grandios und auch das Wetter spielt heute toll mit. Noch ein Faktor macht die Begehung heute spaßig… es ist nicht so viel los.

Weiter und weiter zieht das Stahlseil in die Wand hinauf, bald haben wir den höchsten Punkt erreicht. Ab hier geht es immer über Mehrseillängentouren, in denen sich schon ein paar Kletterer tummeln, in Quergängen weiter.

Ein kleines Highlight wartet am Ende der Tour noch auf uns, eine kurze Seilbrücke, die es aber in sich hat. Ein wackeliges Stahlseil zum balancieren, das aber alle wieder souverän meistern. Letu meint zwar kurz darauf, daß Seilbrücken ihm den Spaß am Klettersteiggehen verderben könnten, aber das ist bald wieder vergessen…

Überglücklich erreichen wir alle Vier wieder „festen Boden“, im hinteren Kar ist der Ausstieg. Ab hier geht es nun über einen kleinschottrigen Pfad wieder hinunter ins Tal. Der Abstieg ist auch nicht Ohne, hier muss man auf jeden Schritt achten.

Vom höchsten Punkt des Kars können wir nochmals den Tourenverlauf einsehen, die Kinder sind stolz auf ihre Leistung und ich bin es natürlich auch.

Nun heißt es gerade noch fest aufpassen, daß uns auf den letzten Metern nichts passiert. Das wäre nämlich hier nicht fatal, aber sehr unangenehm.

Zufrieden erreichen wir den Talboden, noch einmal schauen wir uns die Tour auf der Schautafel an. Hierher kommen wir sicher wieder einmal. Der Steig ist sehr angenehm zu gehen und der Zustieg ist sehr Kinderfreundlich…

Nasserreith ist seit ein paar Jahren ein richtiges Kletterparadies geworden, dem Entsprechend tummeln sich viele Kletterer in den Wänden herum… wir beobachten ein paar Kraxler, die hier tolle Wege begehen.

Am Parkplatz angekommen gibts eine Wurstsemmel, für Letu ist aber der Wasserspielplatz viel wichtiger. Hier kann er sich voll entfalten.

Am Heimweg nach Aldrans fahren wir über den Holzleitensattel. Und es ist schon wieder voll, in Richtung Deutschland ist Stau… hoffentlich kommt Papa gut nach Hause, denn das ist genau seine Richtung (später erfahre ich, daß es zwar gestockt hat, aber eigentlich alles gut gegangen ist).

Tourendaten
Gesamtlänge: 3,82 km
Gesamtdauer: 2:30 h
Höhenmeter: 372 m
Schwierigkeit: C/D

200913 Sonnenspitze, Glungezer, Schartenkogel

So, am Freitag hatte ich schon gesagt, dass dies wohl als mein „Glungezerwochenende“ in Erinnerung bleiben würde, nun schließt sich heute der Kreis. Am Freitag waren wir im Tulferwald Pilze sammeln, gestern sind wir über den Zirbenweg zum Glungezer spaziert, und heute mache ich noch den Glugezerklettersteig mit Letu.

Der erste Aufstieg über die Piste ist heuer leider ein nicht besonders schönes, aber notwendiges Übel, das wir aber gerne in Kauf nehmen. Die steile Piste kenne ich schon vom Winter als Skitourenaufstieg, heute kommt mir aber alles noch ein wenig steiler vor.

Auch Letu, sonst nicht schnell unterzukriegen, schnauft erleichtert auf, als wir endlich die alte Bergstation erreichen. Ab hier flacht der Weg ein wenig ab.

Ein Stück über der Bergstation ist der neue Speichersee zu sehen, wunderschön schaut das Wasser aus.

Bei der Stütze 8 des Schartenkogellifts erreichen wir schließlich den markanten Stein mit einer Zirbe oben drauf… hier ist der Einstieg in den Klettersteig.

Zuerst müssen wir nur über ein paar Blöcke kraxeln, das geht auch noch ohne Ausrüstung. Auf einer kleinen Almmatte machen wir dann Pause, brotzeiten ein wenig und ziehen uns die Klettersachen an. Nun gehts los…

Der Klettersteig ist, wie die Beschreibung auch sagt, eigentlich eher ein Kraxelpark über Blöcke, durch Schründe und Schluchten… viel Klettersteig ist nicht vorhanden, trotzdem macht es uns beiden richtig Spaß.

Am Schluss kommt das eigentliche Highlight, die Abschlußwand. Letu meistert auch Diese mit Bravour, dann stehen wir am Ausstieg.

Nun müssen wir noch ein Geröllfeld durchqueren. Hier macht der Gang fast gleich viel Spaß wie der Klettersteig vorher. Weglos, aber nicht ohne Markierungen steigen wir fast gerade hinauf zur Sonnenspitze. Wer wohl all diese Steine hier verteilt hat…

Nur noch ein paar Minuten, dann haben wir den ersten Gipfel des Tages erreicht, die Sonnenspitze (2.639m). Wir setzen uns am Gipfel hin, viel los ist trotz des schönen Wetters nicht.

Wir sind recht durstig und haben fast keine Vorräte mehr, also beschließen wir, in der Glungezerhütte einzukehren. Diese ist nur 5 Minuten vom Sonnenspitzgipfel entfernt. Letu bekommt fürs brave Marschieren einen Kuchen, ich begnüge mich mit einem Isogetränk.

Nach der wohltuenden Pause nehmen wir noch rasch das Glungezerkreuz (2.660m) mit. Dieser nicht besonders schöne Gipfel, immerhin steht hier ein Betonklotz des österreichischen Bundesheeres, fesselt uns nicht lange. Ein kurzes Foto am Kreuz, dann gehen wir den Abstieg an.

Fast schon im Laufschritt geht es an der Hütte vorbei und durch das Geröllfeld weiter ins Tal, Richtung Schartenkogel. Unterwegs kommen wir an einem lustigen Tor vorbei, das hier irgendwie deplatziert wirkt.

Ein Blick ins Voldertal sagt mir, dass ich da auch bald wieder mal „reingehen“ muss. Im Hintergrund lacht der Olperer herüber

Die Aussicht ist fantastisch, egal wohin man schaut. Immer wieder bleiben wir stehen und schauen abwechselnd ins Oberland, Unterland, gen Süden zu den Gletscherriesen…

Schließlich erreichen wir das Tulfeinjöchl und kurz darauf den Schartenkogel. Hier pausieren wir noch einmal und genießen die Aussicht.

Die kleinen Wolken vom Vormittag haben sich fast verzogen, aber immer noch ist es relativ diesig. Der Blick auf Innsbruck ist trotzdem spektakulär.

Direkt am Gipfel des Schartenkogels steht eine Bank mit allen Gipfeln der näheren Umgebung. Ein kurzer Vergleich zeigt uns, dass wir Beide schon alle gezeigten Gipfel erstiegen haben. Letu will es aber nochmals wissen, und steigt in Sekundenschnelle über alle Gipfel.

Nun folgen wir dem Schartenkogelsteig, bei der Abzweigung zur Bergstation nehmen wir den Alternativweg, der uns ein Stück hinunter ins Voldertal führt.

Die Nachmittagssonne taucht mit ihren Strahlen die ganze Natur in ein warmes, herbstliches Licht, dazu kommen noch die wunderbaren Herbstfarben.

Der Steig scheint nicht so oft begangen zu sein, führt uns aber immer näher an Halsmarter. Nun wird Letu schön langsam müde, und ich muss ihn immer wieder motivieren. Wir spielen ein paar Buchstabenspiele und schon geht es wieder.

Am Weg kommen wir erst an der Stalsinsalm vorbei, dann noch bei der Hubertushütte.

Schlussendlich stehen wir bei der Mittelstation bei Halsmarter. Das ist nun auch Zeit geworden, viel länger hätte die Tour für Letu nicht mehr sein brauchen.

Wir hüpfen in die Gondel und fahren hinunter zum Parkplatz. Einen Sprung schauen wir noch im Larchenhittl vorbei, eine kleine Stärkung muss nach dieser Tour sein!

Eine tolle Tour, die uns beiden sehr gut gefallen hat. Diese müssen wir in irgendeiner Form wieder mal machen, sind wir uns einig.

Tourendaten
Gesamtlänge: 14,0 km
Gesamtdauer: 6:05 h
Höhenmeter: 1317 m

200821 Steingrubenkogel (2.633m)

Das Wetter soll am Wochenende wieder schlechter werden, der schönste Tag soll der heutige Freitag werden. Spontan beschließen Michi und ich, noch eine etwas andere Sonnenaufgangstour zu machen. Wir treffen uns um 2:45 Uhr in Innsbruck und starten mit einem Auto los Richtung Kemater Alm.

Dort wird dann erst mal das Geleucht aufgesetzt, denn es ist noch richtig finster… da brauchen wir eine gute Beleuchtung, um den Weg zu finden. Rasch erreichen wir die Adolf-Pichler-Hütte (1.977m), im oberen Stock sehen wir schon die ersten Lichter… noch wissen wir nicht, wen wir hier später noch treffen werden.

Weiter geht es von der Hütte über ein steiles Kar hinauf zur Alpenklub-Scharte (2.451m). Der Weg ist steil, im oberen Bereich auch ein wenig brüchig, aber durch die Dunkelheit haben wir einen großen Vorteil… wir sehen nicht, wie lange der Aufstieg ist.

Bei der Alpenklub-Scharte angekommen, ziehen wir uns das Klettersteigset an, im Westen ist schon ein Silberstreif am Horizont sichtbar. Doch noch ist es nicht hell genug, um ohne Lampen weiterzugehen. Die Stimmung ist ein Wahnsinn, über uns ein wunderschönes Himmelszelt und über den Bergen das eben erwähnte erste Zeichen eines neuen, wunderschönen Tages.

Der Klettersteig auf den Steingrubenkogel ist nicht schwer, seit ein paar Jahren sind auch die Versicherungen auf neuen Stand gebracht. Die Routenführung ist sehr gelungen, nicht umsonst wird dieser Klettersteig manchmal mit den großen Steigen in den Dolomiten vergleichen. Die schwierigste Stelle, Schwierigkeit C, ist ein Kamin kurz vor dem Gipfel, der aber mittels Metallstiften ein wenig entschärft ist.
Nachdem diese Stelle gemeistert ist, sehen wir schon bald das Gipfelkreuz.

Wir erreichen den Gipfel der Steingrubenkogels (2.633m), ziehen uns eine Jacke an, setzen uns hin, und schon beginnt das Spektaktel. Ein Wunder, das jeden Tag aufs Neue bewundert werden kann. Der Sonnenaufgang über den Bergen. Wir sind auf die Sekunde genau angekommen… keine 5 Minuten haben wir warten müssen.

Der Feuerball schiebt sich nun immer weiter über den Horizont, und damit kommt auch ein wenig Wärme zu uns. Wobei man heute sagen muß, daß wir wahrscheinlich einen der wärmsten Tage im Gebirge erwischt haben, der Aufstieg mit kurzer Hose und T-Shirt auf dieser Höhe ist nicht alltäglich.

Während wir die Stimmung rund um uns aufsaugen, schnell ändern sich die Farben und auch das Licht, verzehren wir unsere Brotzeit, die nätürlich auf dieser Höhe besonders gut schmeckt…

Wir sitzen eine Weile, doch irgendwann müssen wir auch wieder ins Tal, während Michi heute frei hat, heißt es für mich nach der Tour noch zur Arbeit zu gehen. Das sollte mir allerdings ob dem tollen Tagesstart heute nicht schwerfallen.

Der Abstieg von diesem Berg erfolgt gleich wie der Aufstieg. Da wir früh unterwegs sind, müssen wir uns den Steig mit niemandem teilen. Das wäre ja an sich kein Problem, aber Gegenverkehr in einem Klettersteig ist nicht das Allerfeinste.

Der Steig ist in beiden Richtungen sehr angenehm zu gehen, wir kommen zügig voran.

Nun, im schönen Tageslicht sehen wir die ganzen Türmchen, Bänder und Felsformationen, die wir im Aufstieg teilweise nur erahnen konnten.

Ohne jemandem zu begegnen, erreichen wir die Alpenklubscharte. Dort verstauen wir unser Kletterzeug wieder.

Einen Teil des Abstieg versuchen wir im „Schotterreisenlauf“ hinter uns zu bringen, es sind aber jetzt schon die ersten Leute im Aufstieg, daher entscheiden wir uns aus Sicherheitsgründen gehen diese schnelle Varianten. Trotzdem entwischt uns einmal ein Stein, der sofort mit einem lauten „Achtung Stein“ verkündet wird, und eine hektische Flucht zweier unter uns gehenden Bergsteiger zur Folge hat.

Ansonsten kommen wir ohne Zwischenfälle zum Grund der Reise und gehen durch das Weidegebiet hinüber zur Adolf-Pichler-Hütte. Plötzlich sehen Noah und Martin, zwei Nachbarn aus Aldrans vor uns… sie gehen heute auch auf diesen schönen Kletterberg. Im Haus treffen wir dann noch Martina, Greta und das Neugeborene… die Welt ist doch klein… und Tirol sowieso.

Von der Adolf-Pichler-Hütte ist es nicht weit bis zur Kemater Alm, dort haben wir das Auto geparkt. Ein pünklicher Arbeitsbeginn geht sich heute bei mir nicht mehr aus, ich werde mich wohl ein klein wenig verspäten.

Eine tolle Bergtour mit sehr schönen Eindrücken endet hier, mögen uns noch viele wunderbare Tage beschert sein!

Tourendaten:
Gesamtdauer: 4:50 h
Gesamtlänge: 11,71 km
Höhenmeter: 1.059 m

200617 Klettersteig St. Magdalena im Gschnitz

Schon bei der Einfahrt ins Gschnitztal kommt wieder unser „Bergspruch“, den ich hier schon mal erwähnt habe und den Letu mittlerweile auswendig kann:

Der Hogar im Gschnitz
der Waldraster Spitz
und die Martinswand,
sind die Höchsten im Land…

Wir sind auf dem Weg zur „Alpine Safety Area“ beim Klettersteig zur Wallfahrtskapelle St. Magdalena im Gschnitztal. Dort wollen wir mal die ersten Schritte mit dem neu erworbenen Klettersteigset erwerben. Sara ist zwar mitgekommen, aber sie fühlt sich nicht so wohl und will lieber eine Runde im Auto schlafen…
Und Letu und ich müssen zuerst einen kleiner Aufstieg meistern…

Wir starten mit dem Übungsklettersteig der Schwierigkeit A. Hier muss schon ein wenig ausgesetzt klettert werden, aber dafür sind die Schwierigkeiten echt überschaubar. Als wir beim Habichtblick angelangt sind, ist für Letu noch lange nicht genug…

Also beschließen wir, die nächste Stufe anzugehen, diese können wir ja wieder abseilen, so mein Kalkül… doch auch hier habe ich nicht mit Junior gerechnet. Der will einfach weiter.

Zum Glück habe ich ein Kletterseil dabei, daher kann ich bei den ganz knackigen Stellen ein wenig mitsichern.

Dem Junior macht es sichtlich Spaß, und mir natürlich auch. Mit der schwersten Stelle der Wertung C ist der Klettersteig gar nicht so ohne…

Einziger Wermutstropfen bei dieser Steiganlage sind die erdigen Stufen, die zwischen den Kletterstellen immer wieder aufgestiegen werden müssen. Durch den Regen der letzten Tage sind die Erdpassagen richtig rutschig geworden.

Immer wieder laden Bänke an schönen Aussichtspunken auf eine Rast ein, doch wir können uns diesen Luxus heute nicht leisten, denn das Wetter schaut nichts so gut aus und zwischendurch hat es immer wieder ein wenig getröpfelt.

Der Ausstieg des Klettersteigs ist nochmals richtig schön, denn man sieht bei den letzten Metern schon die schöne Wallfahrtskirche, die 1307 erstmals erwähnt wurde.

Oben angekommen ist Letu sichtbar stolz auf seine Leistung.

Hier kehren wir kurz ein, eine junge Frau komme aus der Wirtsstube. Eine Änderung, seit heuer hat nicht mehr Peter, der alte Hüttenwirt diesen Platz unter seiner Fuchtel, nun hat ein junges Paar diesen Platz von der Gemeinde gepachtet. Gott sei Dank geht es hier weiter…

Wir können uns ein Getränk und einen Kuchen, dann machen wir uns schnell wieder auf ins Tal… das heißt, wir laufen runter…

Wir sind sehr flott am Weg, doch unterwegs überholt uns trotzdem der Hüttenwirt, denn er muss noch was aus dem Tal holen…

Schlußendlich erreichen wir wieder den Ausgangspunkt, wo wir das Auto abgestellt haben. Sara schläft noch im Auto, es geht ihr aber zum Glück wieder besser.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:20 h
Gesamtlänge: 5,76 km
Höhenmeter: 500 m

190923 Kleiner und Großer Bettelwurf [2.726m]

„[…]U. 10 ist der höchste Punkt erreicht. Jetzt erst fliegen die Blicke rings in’s Weite. Blauer Himmel oberhalb und die vorhandenen Wolken über den Gebirgen. Rufe der Freude schallen hernieder rings in’s Thal.“

Carl Gsaller, Österreichischer Alpinist

Um 6:00 Uhr ist Abmarsch, das Dreiergespann, Michi, Max und meine Wenigkeit stehen wieder mal in den Startlöchern. Der vierhöchste Karwendelgipfel ist heute unser Ziel.

Wir wollen über die Bettelwurfhütte [2.077m], den Klettersteig auf den Kleinen Bettelwurf [2.650m] und dann auf den Großen Bettelwurf [2.725m] gehen. Gestartet wird am Hackl, dem Eingang zum geschichtsträchtigen und mir gar so lieben Halltals.

Wir steigen auf dem unteren Fluchtsteig, da es noch recht finster ist sehen wir nicht viel, auf zum Wasserwerk der Hall AG, jenem besonderen Bauwerk, das wegen Muren- und Lawinengefahr in der Berg gebaut wurde und somit heutzutage als sicher gilt. Nun kitzel die Sonne schon die ersten Berggipfel, schön sind sie an zusehen, Speckkarspitze und Lafatscher…

Hier startet der neue Steig auf die Bettelwurfhütte, nachdem der alte Steig dem „Zorn“ der Bettelwurfreise zum Opfer gefallen ist. Steil geht´s erst durch lichten Wald und Latschen, dann erreichen wir auch schon die Reise selber, und gehen im Zickzack, vorbei am Gamsgufel hinauf zum Alten Schlag.

Hier tauchen wir nun wieder ein in die Latschen, da es aber noch relativ kühl ist, ist der Aufstieg angenehm und wir kommen zügig voran. Ich erinnere mich noch an ein Mal, wo ich hier später am Vormittag unterweg war… da war ich richtig ins Schwitzen gekommen.

Vorbei am Juchizer, von hier hat man einen ersten Blick auf die Bettelwurfhütte, und ein paar Gämsen erreichen wir den Quergang zur Hütte. Nun haben wir unser erstes Ziel schon fest vor Augen und nach 2:45 h haben wir endlich die AV-Schutzhaus erreicht. Wir machen nur eine kurze Pause, noch lange ist unser Weg heute

Direkt hinter der Hütte ist der Weg auf den Kleinen Bettelwurf angezeigt, vor uns ist eine größere Gruppe, wie wir später erfahren vom Alpenverein. Abgesehen davon sind noch ein paar Individualisten unterwegs, ansonsten ist es heute recht ruhig. Evtl. spielt das Wetter eine Rolle, besonders sonnig ist es nicht, aber das Wolkenspiel dafür umso schöner und imposanter.

Wir steigen über den Rücken bis zu den Felsbändern auf, dann wird es Zeit, das Klettersteigset anzulegen. Der Steig auf den Kleinen Bettelwurf ist kühn angelegt, nicht besonders schwer, aber entgegen den heute gewohnten Klettersteigen auch nicht durchgehend gesichert. Immer wieder müssen Bereiche bis zum Schwierigkeitsgrad UIAA II- begangen werden. Nicht arg schwierig, aber ungewohnt und auch sehr anregend.

Bänder, kleine Wände, Stufen, wie Bänder… schön zieht sich der Steig direkt Richtung Einschartung zwischen Kleinem und Großem Bettelwurf. Bei dieser müssen wir nochmals ein paar Meter in die entgegengesetzte Richtung, damit wir endlich auf unserem ersten Gipfel stehen. Der Kleine Bettelwurf ist erreicht, nicht ohne kleine Irrwege bei den letzten Metern…

Nun haben wir uns eine „gscheite“ Brotzeit verdient, es ist gerade windstill, zwar keine Sonne, aber aushaltbar. Wir sitzen schlussendlich nicht so lange hier, denn die Kälte kriecht unter das Gewand und die Finder werden taub…

Wir machen uns wieder auf den Weg zurück zur Einschartung, ab hier geht’s nun ein wenig mehr zur Sache. Von der Philosophie, nicht alles mit Stahlseilen abspannen zu müssen, hat sich wenig geändert, aber die Schwierigkeit ist nun ein wenig höher. Tritte sind spärlich, trotzdem kommen wir gut voran… und es macht richtig Spaß.

Ein paar Leute vor und hinter uns sind ohne Klettersteigset am Weg, naja, jeder wie er will. Die meisten Stellen gingen auch ohne, aber zwei, drei Stellen möchte ich ohne KS-Set nicht bewältigen müssen…

Bald schon werden die Schwierigkeiten weniger, wir sind noch auf dem Plateau vom Gipfel und wandern noch auf schönem Steig, nahe am Grat hinauf zum Höchsten Punkt des Massivs. Glücklich erreichen wir den Gipfel des Großen Bettelwurfs [2.736m], einem der wenigen Berge im Karwendel, die die Höhe von 2.700m übersteigt.

Die Aussicht ist grandios, die ersten schweren Wolken sind schon am Pflerscher Tribulaun zu sehen. Der Wetterumschwung wird nicht mehr lange auf sich warten lassen…

Allzu lange bleiben wir nicht, denn die Gipfelhause beim letzten Gipfel war definitiv angenehmer. Der Wind hat aufgefrischt und es ist recht kühl geworden. Also auf ins Tal… es sind noch über 2.000 Höhenmeter runter. Gerade als wir starten wollen, rutscht Michi auf einer Schotterreise aus… puh, das war knapp. Ausrutschen ist hier nie eine gute Idee!

Nun machen wir uns über das Eisengattergrat auf ins Tal. Schnell laufen wir die gut abgesicherte Steiganlage, an den kniffligen Stellen sind Stahlseile. Plötzlich das nachte Unglück… Max rutscht auf einem Stein aus und schlägt sich den Daumen auf, und zwar richtig. Er blutet richtig, daher muss ein Schnellverband drauf… Michi hat das schon im Griff. Bald ist unser Schwerverwundeter versorgt und wir können weiter.

Der Weg zieht sich, aber irgendwann kommt dann doch die Hütte in Reichweite. Vorher sehen wir noch ein paar Gämsen, die auf dem Steiglein stehen. Noch ein Hinweis drauf, das sich das Wetter wohl verschlechtern wird…

Schlussendlich erreichen wir die Hütte und gönnen uns eine Pause mit Speis und Trank. Das Wetter ist wieder ein wenig besser geworden, aber von Schön ist es noch weit entfernt. Wir genießen die Pause auf dem „schönsten Balkon in Innsbrucker Nähe“. Leider sind die Wirtsleute ein wenig gestresst und daher nicht so fein wie sonst. Aber jeder halt mal einen schlechten Tag, das wird schon wieder…

Bei der Hütte haben wir noch ausgemacht, einen Sprung nach St. Magdalena zu schauen, dort ist es auch immer fein zu sitzen. Ein kurzer Gegenanstieg sollte uns wohl nichts ausmachen… von der zweiten Ladhütte bis ‚Magdalena ist es eh nur 10 Minuten… sag ich!

Erst müssen wir mal zur Ladhüttekommen. Wir steigen flott ab, überholen so manche Mannschaft, auch den Innsbrucker Alpenverein. In der Bettelwurfreise nehmen wir fast jede mögliche Abkürzung über den Schotter und haben in Null-Komma-Nix den Talboden bei der Ladhütte erreicht. Obwohl wir schnell gehen, schaffen die die prognostizieren 10 Minuten nach Magdalena knapp nicht, aber das Kaltgetränkt schmeckt dann trotzdem und ich werde nicht angefeindet… a feine Truppe sind wir schon!

Der Schlussweg führt uns dann über den wunderschönen Fluchtsteig hinunter nach Absam, zum Hackl. Unterwegs sehen wir den Schaf-Abtrieb von St. Magdalena, die Tiere müssen jetzt auch wieder ins Tal.

Nach über 9 Stunden erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt. Hier, eine echte Wohltat, hängen wir unsere Füsse ins Kneippbecken, bis sie schmerzen… doch anschließend sind die Beine wieder fit.

Noch ein Blick zurück offenbart die wunderschönen Berge, die wir heute wieder besuchen durften. Einfach herrlich…

Tourendaten
Gesamtdauer: 9:20 h
Gesamtlänge: 21,94 km
Höhenmeter: 2.297 hm

190904 Ampferstein [2.556m] u. Marchreisenspitze [2.620m]

Der Wetterbericht für die nächsten Tage schaut nicht so rosig aus, heute soll einer der letzten richtig schönen Tage sein. Das will ausgenutzt werden. Ein kurzer Blick auf die Tourenliste enthüllt ein sehr schönes Ziel in den Kalkkögeln. Eine Überschreitung von Ampferstein und Marchreisenspitze solls werden. Wir treffen uns nach der Arbeit um 15:00 Uhr und fahren direkt in die Axamer Lizum. Der Sommer mit den sehr langen Tagen ist leider schon vorbei, daher müssen wir uns ein wenig sputen, um das Vorhaben bei Tageslicht abschließen zu können.

Von der Lizum starten wir direkt hinauf zum Halsl, dem Übergang, der von viele Touren in diesem Gebiet gestreift wird.

Ab hier steilt der Weg auf, den Ampferstein muss man sich schon verdienen. Der Weg ist allerdings sehr leicht und angenehm zu gehen, die Temperaturen sind auch nicht mehr so hoch wie beim Einstieg zum Halsl. Schnell machen wir Höhe, mit jedem gewonnenen Meter wird die Aussicht ins Tiroler Land schöner. Aber auch in der Nähe gibt es viel zu bestaunen.

Bald wird der Weg rassiger, der „Lustige Bergler Steig“ auf den Ampferstein ist ein schöner versicherter Weg, der mancherorts auch als Klettersteig eingetragen ist, aber für den geübten nicht wirklich ein Klettersteigset erfordert.

Kurze Aufschwünge und zwei Rinnen müssen überquert werden, dann ist der erste Gipfel der heutigen Tour erreicht.

Nur kurz bleiben wir auf dem ersten Gipfel, denn der Weg ist noch weit und wir müssen immer den Sonnenstand im Auge behalten. Nachdem wir den weiteren Pfad nicht kennen, das Klettersteigset aber eh im Rucksack haben, beschließen wir, diesen anzulegen, damit wir bei heikleren Passagen schon vorbereitet sind. Zwei Stellen, die ein wenig ausgesetzt sind und ein kleiner Riss stellen jedoch die einzigen Herausforderungen dar.

So manches Bändchen und Wändchen, stellen weise sehr brüchig, erinnern an die Dolomiten. Nicht umsonst werden die Kalkkögel auch oft als die Dolomiten Nordtirols genannt. Es ist kein direkter Weg zum Gipfel, wir müssen eine Weile absteigen, dann geht’s wieder hinauf, immer dem Gipfel zu.

Im Rückblick sehen wir den Ampferstein und noch ein wenig weiter hinten die Saile und den Patscherkofel. Im Unterinntal ist es schon ein wenig diesig.

Der Gipfel ist erreicht und somit auch unser höchster Punkt des Tages, die Marchreisenspitze. Hier gönnen wir uns eine längere Pause, die Rundumsicht ist ein Traum, ebenso sind es die Temperaturen. Gemütlich sitzen wir hier, bestaunen unser schönes Hoamat´l und genießen, dank Michi, Mannerschnitten! Welch ein Genuss.

Die letzten Sonnenstrahlen ermahnen uns, dass der Weg noch nicht ganz zu Ende ist und wir uns sputen sollten. Also packen wir unsere Siebensachen und gehen weiter. Der Weg ist nun unkompliziert, jedoch zieht sich die Strecke, bis wir die Malgrubenscharte erreichen.

Am Himmel spielt sich ein kleines Farbwunder ab, die Dämmerung mit ihren Pastellfarben hat eingesetzt. Schlussendlich erreichen wir auch die Malgrubenscharte und ein besonderer Leckerbissen steht noch an, sozusagen als vorzeitiger Abschluss der Tour. Eine wunderschöne Reisenabfahrt…

Über die olympische Damenabfahrt erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt, den Parkplatz der Lizum. Im „Hotel Lizumerhof“ gönnen wir uns noch ein Weizen, das haben wir uns nach dieser Wunderschönen Tour verdient.

Tourendaten:
Gesamtdauer: 4:48 h
Gesamtlänge: 11,87 km
Höhenmeter: 1.278 hm

190814 Steingrubenkogel (2.633m)

Wir fahren direkt an ab Werk zur Kemater Alm, dort parken wir das Auto.

Der erste Weg führt uns zum Adolf-Pichler-Haus, dass wir aber links liegen lassen und gleich weiter zur Alpenclubscharte gehen. Der Aufstieg zur Scharte ist immer ein „Tschoach“, aber der muss sein, um die wunderschöne Tour zum Steingrubenkogel zu begehen.

Aber schon bald haben wir den beschwerlichen Weg geschafft und können uns nun auf den schönen Steig freuen. Schnell wird noch das Klettersteigset angezogen, dann kann’s los gehen.

Der erste Teil muss ein wenig abgeklärter werden, dann kommen immer wieder schöne Passagen, die auch spektakuläre Ausblicke zulassen.

Wunderschöne zieht sich der Weg zwischen Türmchen, auf Bändern, durch Risse hinauf zum Gipfel.

Dann sind wir sich schon auf dem Gipfel, mit dem wunderschönen Rundumblick ins Unter- und Oberinntal und auch ins Wipptal.

Lange bleiben wir nicht am Gipfel, es ist kühl, obwohl sich kein Lüftchen regt. Der Abstieg folgt dem gleichen Weg runter, einer der wenigen Klettersteige, bei dem der Auf- und Abstieg ident sind.

In der Alpenklubscharte entledigen wir uns unserer Kletterausrüstung und steigen hinab Richtung Adolf-Pichler-Haus. Das letzte Stück fahren wir auf einer Reise ab.

Ein exklusiver Spaß in den Kalkalpen 😊. Dann setzen wir uns noch in die Sonne, die letzten Sonnenstrahlen tauchen die Berge in eine unwirkliche Farbe ein…

Die wunderschöne Bergtour lassen wir in der Kemater Alm ausklingen, wir sind die letzten Gäste für diesen Tag.

Tourendaten
Gesamtlänge: 10,46 km
Gesamtdauer: 3:55 h
Höhenmeter: 1.017 hm

190317 Klettersteig Susatti

Heute ist der dritte und letzte Tag unseres Buabenwochenendes… wir haben einen Steig gewählt, den wir schon mal gemacht haben… einzig, dass wir die Runde heute ein wenig abändern werden. Wir starten den „Susatti“ wieder am Anfang des Ledrotals, am Wanderparkplatz in Biacesa di Ledro. Wir haben Glück und ergattern den letzten Parkplatz. Eine große Wandergruppe mit Kindern steht am Platz. Die müssen wir unbedingt noch überholen…

Zuerst müssen wir ein gutes Stück am Bergfuß, in einem schönen Wald zum Einstieg des Steiges gehen. Es sind heute doch ein paar Leute am Weg… so gut besucht war der Steig das letzte Mal nicht.

Nach ca. 1 Stunde erreichen den Einstieg zum Klettersteig. Wir ziehen uns unser Kletterzeug an, dann geht der Spaß los. Stetig rauf geht der schöne Steig, immer wieder haben wir wunderbare Ausblicke auf den Gardasee… leider ist es ein wenig diesig, aber trotzdem sind die Tiefblicke spektakulär.

Nach 1,5 Stunden stehen wir auf dem Gipfel, der Cima Capi. Hier machen wir eine kurze Pause, bleiben aber nicht so lange, da es heute zwar nicht arg kalt, aber eben auch nicht besonders gemütlich ist.

Vom Gipfel mit der Italienischen Flagge steigen wir Richtung Norden über einen kleinen, aber feinen Steig hinauf zum Cima Rocca. Dieser Zustieg unterscheidet sich zum letzten Mal, heute sind wir den direkten Weg gegangen.

Am Gipfel machen wir eine längere Pause, leider ist die Aussicht nicht besser geworden, es ist allerdings das erste Mal, dass wir hier schlechteres Wetter haben. Und immerhin ist es trocken.

Der Abstieg vom Cima Rocca führt durch ein, heute zur Gedenkstätte gewandelten Kriegspfad. Hier, Nahe Riva hatten die Österreicher und Italiener gegenübergestanden. Wobei der Krieg hier nie ausgetragen wurde. Heute kann man die Kavernen, Betonbunker und Schützengräben anschauen… und sich vorstellen, welche Entbehrungen die Soldaten an der Alpenfront wohl gelitten haben müssen.

Wir haben vorsorglich die Taschenlampen mitgenommen und in den Tunneln sind diese auch notwendig. Manch der Gänge sind so lange, dass kein Tageslicht mehr eindringt. Da ist künstliches Licht ein Muss.

Schlussendlich erreichen wir wieder einen „normalen“ Wanderweg, der uns ins Tal führt. Hier sehen wir auch eine ungewöhnliche Raupenkette… sogenannte Eichenprozessionsspinner sind giftig und können bei Berührung allergische Reaktionen auslösen. Also besser nur bewundern und nicht berühren.

Am Parkplatz wird noch einmal gut gebrotzeitet, dann fahren wir heim. Die Fahrt vergeht wie im Fluge, jedes Mal wieder eine Überraschung, wie nahe der Gardasee doch an Innsbruck liegt. Zu Hause gibt es noch Kaffee, dann fahren alle weiter… ein schönes Buabenwochenende neigt sich dem Ende zu. Nächstes Jahr ist das wieder ein Fixum!

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:45 h
Gesamtlänge: 9,70km
Höhenmeter: 847 hm

190316 Klettersteig Amicizia

Nach einem Frühstück, das wir Dank gut eingerichteter Küche und ausgewählten Zutaten voll und ganz genießen, machen wir uns zu Fuß auf zum nächsten Klettersteigabenteuer.

Heute steht ein Gardasee-Klassiker auf dem Programm, die „Ferrata Via dell‘ Amicizia“. Mit Alfons und Papa bin ich diese Tour schon mal 2016 gegangen.

Nach einem gemütlichen Aufwärmgang durch die Stadt erreichen wir den Weg hinauf zur Bastione, einer ehemaligen Venezianischen Festung. Durchgehend mäßig steil zieht der Pfad von hier weiter hinauf zum Einstieg in den Klettersteig.

Vor Erreichen des Einstieges ist eine kleine Wiese mit einem Heliport vorhanden, hier beschließen wir, unsere Sets anzuziehen, damit wir am Eingang dann gleich loslegen können.

Eine kleine Stärkung gönnen wir uns noch, dann steigen wir in die Ferrata ein. Zuerst geht es relativ einfach über leichte Wandstellen aufwärts, hier können wir die wunderbare Aussicht auf Riva del Garda und den Gardasee genießen.

Und dann kommen auch schon die eigentlichen Herausforderungen dieses Abenteuers zum Vorschein. Ewig lange Leitern, manchmal auch nicht mehr so vertrauensvoll, wobei hier die Sicherheit sicher auch groß geschrieben wird. Die erste Leiterkombo ist auch eine der schwierigsten, nahezu senkrecht verläuft und viel Luft „unter den Füßen“ hat.

Dafür braucht man kein besonderes Kletterkönnen, einzig eine schöne Steigtechnik oder aber Armkraft sind hier für den Erfolg ausschlaggebend. Natürlich schaffen wir alle diese Stelle ohne Probleme, wenn auch glücklich, oben zu sein.

Weiter geht es wieder über leichtes Gehgelände, bis wir die nächste Leiterkombo vor uns sehen. Diese ist zwar nicht mehr so steil wie die erste Leiter, aber dafür um einiges länger.

Wir haben heute Glück, wenige Leute sind auf dem Weg, daher gibt es keine Wartezeiten und wir müssen uns auch nicht treiben lassen. Einer nach dem anderen bewältigt die hohe Metallkonstruktion, im Anschluss haben wir wieder feines Gehgelände.

Vor dem Gipfel haben wir dann nochmals ein paar kurze Leitern, die uns auf den Gipfel „Cima Sat [1.246m] bringt.

Da es am Gipfel ein wenig zieht, beschließen wir, kurz hinter dem Gipfel eine Pause einzulegen, wir wollen alle Brotzeiten.

Da auch der Abstieg nicht unterschätzt werden darf, machen wir uns dann über den „Weg 405“ auf ins Tal. Zuerst müssen wir von Riva aus gesehen nach links über die Wand ausweichen, denn dort führt der kühne Weg wieder hinunter ins Tal.

Von Riva aus gehen ist es nicht vorstellbar, dass hier ein Weg ohne Kletterei angelegt werden konnte.

Wir erreichen nach einem guten Fußmarsch die Kapelle zur Heiligen Barbara, dort waren wir auf Alfons und Daniel.

Diese hatten wir beim Abstieg „verloren“, nachdem sie aufgeholt hatten, wußten wir auch warum: Daniel hatte nochmals seine Drohe fliegen lassen und ein paar spektakuläre Bilder gemacht.

Nachdem wir wieder komplett sind, gehen wir die letzten Meter hinunter in die Altstadt. Nun haben wir uns ein Bier redlich verdient!

Tourendaten
Gesamtdauer: 7:24 h
Gesamtlänge: 17,41 km
Höhenmeter: 1.286 m