Archiv des Autors: Wisse

230102 Skifahren Glungezer

Der erste Skitag mit den Kindern… und dafür haben wir uns den Glungezer auserkoren. Das Wetter ist super, es ist allerdings leichter Föhn angesagt.

Mit dem Bus fahren wir bequem nach Tulfes, die neue Gondel bringt uns schnell ins Skigebiet. Wir probieren alle Lifte aus, der Schartenkogellift taugt uns schließlich am Besten…

Normalerweise ist dieses Skigebiet bei den Kindern nicht so hoch im Kurs, da die Kalte Kuchl genauso ist, wie der Name klingt… heute, bei den milden Temperaturen, ist es hier fast wie im Frühjahr.

Und um Mittag herum „verirrt“ sich sogar die Sonne ein wenig hier her. Fein ist es! Wir sind endlich bereit für die Skisaison, allerdings brauchen wir noch eine Schaufel Schnee… Petrus erhöre uns!

221230 Pleisen (2.236m)

Das Wetter ist gut und lockt ins Freie. Elisabeth und ich haben nochmals ausgemacht, dieses Mal schauen wir uns eine kleine Pistentour in der Axamer Lizum an. Der Pleisen soll heute unser Ziel sein.
Vom Ski-Parkplatz an der Talstation steigen wir über den Rodelweg die erste Strecke auf, vorbei an der Schafalm. Eine ganze Jägerschar kommt uns hier entgegen…

Am Ende der Rodelbahn wechseln wir ins freie Gelände. Die Schneehöhe reicht für den Aufstieg, die Abfahrt wäre hier wohl kein so großes Vergnügen.

Rechter Hand sehen wir immer wieder ins Skigebiet, es sind ein paar Leute auf der Piste, aber überlaufen ist das Gebiet heute nicht.

Im Hintergrund lacht die Nockspitze zu uns herrüber, das wäre auch mal ein Ziel, das ich gerne angehen würde. Zu Fuß war ich schon des öfteren dort, aber noch nicht mit den Skier.

Die Aussicht ins Inntal ist wunderschön, allerdings kann man hier auch gut erkennen, dass sich der Schnee in den meisten Plätzen verzogen hat, nur noch die Gipfel sind in Weiß getüncht. An so einen schneearmen Jahreswechsel kann ich mich nicht erinnern.

Am Grat zum Pleisen erhaschen wir einen Blick ins Senderstal, mit dem viel-fotografierten Salfeins-See, im Hintergrund Auf-Sömen und Zischgeles.

Der Föhn, mit dem wir gestern schon Bekanntschaft gemacht haben, hat sich zwar gelegt, aber am Himmel erkennt man, dass ein Wetterumschwung bevorstehen könnte.

Viele Leute sind nicht am Weg, aber als wir uns dem Gipfel nähern, sehen wir doch ein paar Tourengeher, die dort pausieren.

Wir machen eine kurze Pause und genießen die Rundumsicht, Inntal, Kalkkögel, Stubaier, Sellrainer Berge, Karwendel… es fehlt der Platz, alle aufzuzählen.

Nach der Pause fahren wir über die im oberen Bereich perfekte Piste ab, auf den höher frequentierten Pisten ist es schon recht hart und abgefahren. Den unteren Teil rutschen wir auf der Rodelbahn ab und erreichen wohlbehalten den Parkplatz.

Eine schöne und aussichtsreiche Tour, in bester Gesellschaft. Was will man mehr!

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:30 h
Gesamtlänge: 7,91 km
Höhenmeter: ∆ 709 m / ∇ 709 m
Lawinenwarnstufe: 1/2

221229 Patscher Alm (1.694m)

Nach der Arbeit geht es mit Elisabeth hinauf zum Parkplatz bei Heiligwasser. Die Schneelage ist armselig, überall grünt es, fast kein Schnee ist zu sehen.

Wir müssen die Ski vom Parkplatz bis zur Skipistenquerung tragen, von dort können wir starten. Vorbei an der Teehütte und dem engen Zugweg erreichen wir den Tunnel. Ab hier wird die Piste ein wenig breiter.

Der Föhn bricht durch, es ist windig und ungemütlich… wie man es halt oft vom Kofel kennt. Die letzten Meter zur Patscheralm sind dann noch extrem eisig, es herrschen halt keine idealen Skitourenbedingungen.

Auf der Patscher Alm haben wir es dann richtig lustig, die Hüttenwirtin erzählt einen Schwank nach dem Andern, es ist richtig gemütlich.

Die kurze Abfahrt bis zur Piste ist pickelhart, die Piste selber ist dann besser im Schuss und die Abfahrt verläuft besser als erhofft.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:20 h
Gesamtlänge: 7,94 km
Höhenmeter: ∆ 690 m / ∇ 690 m
Lawinenwarnstufe: 2

221227 Schartenkogel (2.311m)

Die erste Trainingsrunde mit den Skiern führt heute auf den Schartenkogel. Da die Schneelage nicht gerade prickeln ist, sind wir ob der guten Verhältnisse im Skigebiet überrascht.
Der Aufstieg über die Lifttrasse ist angenehm und wenig rutschig, der Gipfelaufenthalt gewohnt kühl und windig (Hallo, wir sind in den Tuxern 😀), die Abfahrt überraschend gut mit griffigem Schnee und nur ein paar wenigen, unangenehmen Eisplatten.
In Ermangelung von aktuellen Fotos habe ich 3 Bilder mit ähnlicher Schneelage, aber aus früheren Jahren eingefügt…

Tourendaten
Gesamtlänge: 8,55 km
Gesamtdauer: 2:38 h
Höhenmeter: ▲ 796 m / ▼ 796 m
Lawinenwarnstufe: 2

221226 Rinner- und Aldranser Alm

Dank „guter“ Zeiteinteilung ist mir in letzter Zeit der Outdoor-Sport ein wenig abhanden gekommen. Heute schaffe ich endlich wieder eine kleine Runde… eh meine Standardroute mittlerweile…
Mit dem Bus nach Rinn, dann über teils verschneite Wege hinauf zur Rinner Alm.

Die Alm stellt ziemlich genau den Bereich von kein/wenig zu wenig/bisschen Schnee dar, endlich fühle ich mich ein wenig winterlich.

Der Steig von der Rinner Alm zur Aldranser Alm ist an den offenen Stellen (Lichtungen) gut verschneit, im Wald ist von dem weißen Gold weit und breit nichts zu sehen.

Bei der Aldranser Alm, trotz kühler Bedingungen, setzte ich mich auf die Bank und packe meine Brotzeit aus. Jetzt bin ich recht froh, dass ich mir einen heißen Kräutertee mitgenommen habe

Die Grödel habe ich auch kurz vor der Alm aufgezogen, der Schnee ist pickelhart und teilweise auch eisig.

Die Aldranser Alm ist heute der höchste Punkt, nach dem kleinen Stich hinauf zur Forststrasse liegt nun nur noch Abwärtssteigen vor mir.

Das Wetter ist toll, leider schafft es die Sonne nicht zu mir. Neidig schiele ich zur Nordkette rüber, dort ist es vielleicht sogar ein wenig warm…

Der Abstieg verläuft sehr gut

Tourendaten
Gesamtlänge: 11,35 km
Gesamtdauer: 2:37 h
Höhenmeter: ▲ 665 m / ▼ 824 m

221126 Kriegerkapelle (1.739m)

Dem Wetterbericht zum Trotz beschließe ich heute zur Kriegerkapelle in Rinn aufzusteigen. Heuer war ich noch nicht bei diesem wunderschönen Aussichtspunkt, daher wird es wieder mal Zeit, denke ich mir…

Mit dem Postbus fahre ich nach Rinn, vom Kirchplatz aus steige ich über den Rinner Almensteig, der auch manchmal die Rodelbahn von der Rinner Alm kreuzt, auf.

In Rinner Wald liegt schon ein wenig Schnee…

… dennoch gibt es abgesehen von mir noch andere unbelehrbare Spezies, die es nochmals wissen wollen… oder liegt hier beim Eierschwammerl nur verpatztes Timing vor?

Der Schwammerlsack bleibt heute im Rucksack, ich kann mir nicht vorstellen, dass die Ausbeute heute groß würde. Durch den düsteren Wald, an den lichteren Stellen liegen bis zu 15 cm Schnee, erreichte ich die Rinner Alm (1.394 m).

Der Wald lichtet sich und ich stehe wieder mal vor der schönen Alm.

Nur kurz pausiere ich hier, denn mein Weg führt mich heute noch ein wenig höher. Der Steig führt direkt hinter der Alm weiter, ein Stück entlang der Forststraße…

Schöne Details wie farbige Eiszapfen, die die Farbstoffe aus dem Moos ausgelaugt haben, liegen direkt am Weg.

Auch die Waldbauern nutzen den ersten Schnee, wohl wegen der Gleiteigenschaften. Der Weg ist zwar nicht gesperrt, aber doch muss ich mir einen Weg über die Holzstämme suchen…

Nach diesem Engpass stelle ich fest, dass ich wohl der Erste bin, der nach dem Schneefall die Kriegerkapelle besucht. Ich darf spuren. Nicht besonders anstrengend, da der Schnee sehr locker ist, aber teilweise ist der Untergrund unangenehm rutschig.

Schließlich erreiche ich den höchsten Punkt meiner heutigen Wanderung, die Kriegerkapelle auf 1.739 m.

Nach einer kurzen Andacht in der Kapelle genieße ich den Ausblick auf mein Dorf, das Mittelgebirge und auch die Landeshauptstadt. im Hintergrund sieht man das wilde Karwendel.

Ich finde ein trockenes Plätzchen, hier lasse ich mich nieder und genieße eine feine Brotzeit mit Käse, Wurst, Ei, selbst gemachtem Brot und heißem Tee. So lässt sich sogar die ungewohnte Kühle aushalten.

Lange halte ich es dennoch nicht aus, mein weiterer Weg führt mich ein Stück am Aufstiegsweg zurück, dann zweige ich zur Aldranser Alm.

Heuer war Hüttenwirtin Gitti zum 3ten und letzten Mal auf der Alm, ein nettes Abschiedsschild, bei dem sie sich bei den Gästen bedankt, erinnert daran.

Ich nehme den kurzen, steilen Weg von der Alm talwärts. Teilweise ist der Steig und dem Schnee nur zu erahnen, aber je tiefer ich komme, desto weniger „weiße Pracht“ hemmt den Abstieg.

Im unteren Bereich zieht plötzlich eine düstere Nebelbank durch den Wald… eine gespenstische Stimmung macht sich breit!

Der Nebel ist nur von kurzer Dauer, schon bald wieder reißt es auf… aber richtig schön ist es sowieso den ganzen Tag nicht gewesen.

Wie schon bei den letzten Malen steige ich von der Aste direkt nach Aldrans ab. Ein kurzer Blick auf den Busfahrplan zeigt mir, dass ich zu Fuß schneller im Dorf bin.

Eine gemütliche Tour vor der Haustüre… bei ein wenig mehr Schnee bin ich dann mit den Schneeschuhen unterwegs… darauf freue ich mich schon!

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:50 h
Gesamtlänge: 14,24 km
Höhenmeter: ∆ 892 m / ∇ 1.066 m
Wetter: bewölkt, kalt, trocken

221101 Halltalrunde

Schon viele Male habe ich mit Papa ausgemacht, dass wir zusammen eine Halltalrunde machen sollten, damit wir gemeinsam die Hinterlassenschaften des Salzbergbaus erkunden können. Heute endlich ist es soweit. Als erweitertes Ziel haben wir uns noch die Speckkarspitze (2.621m) überlegt

Wir starten am Hackl, es ist leicht diesig, daher ist der Parkplatz bei unserer Ankunft noch überschaubar besetzt. Bei der ersten Gelegenheit zweigen wir auf den interessanten Fluchtsteig.

Schon zu Beginn finden wir erste Zeugnisse des Salzabbaus. Die ehemalige Soleleitung, die das gelöste Salz ins Tal, nach Hall in Tirol lieferte, wird zwar nicht mehr gewartet, aber ist noch an einigen Stellen sichtbar. Wer weiß wie lange diese Holzrohre noch bestehen…

An der zweiten Ladhütte zweigen wir in Richtung St. Magdalena, dem ehemaligen Kloster im Halltal, ab. Der Weg führt durch einen dichten Buchenwald, der Boden ist übersät mit Buchenblättern.

In angenehmer Steigung zieht sich der Steig hinauf zum nun als Gasthaus fungierendem St. Magdalena.

Bald haben wir die erste Station erreicht, die Raststation ist geöffnet, das behalten wir uns für den Rückweg im Kopf.

Wir wandern weiter über den oberen Fluchtsteig und erreichen, nachdem wir die ersten Stollen gesichtet haben, das altehrwürdige Herrenhaus.

Dieses besichtigen wir ausgiebig, ein paar Veränderungen sind seit meinem letzten Besuch geschehen. Ein Verein kümmert sich nun um den Erhalt, es sind auch Überwachungskameras installiert worden, um den überbordenden Vandalismus Herr zu werden.

Eine gute Sache, finde ich, denn bei diesem Komplex handelt es sich um den ältesten Industriebetrieb von Tirol. Das sollte wohl erhaltenswert sein!

Nach wir den Rundgang um das Herrenhaus und die Rupertikapelle absolviert haben, wandern wir weiter Richtung Issboden.

Die oberen Stollen schauen wir uns natürlich auch noch an, zum Teil sind Rohrleitungen für eine erneute Wartung der Stollen an den Vorplätzen gelagert.

Am oberen Knappenhäusl machen wir eine Pause, verzehren unsere Jause und genießen den historischen Platz. Leider ist es ein wenig kühl geworden, daher können wir nicht allzu lange bleiben.

Kurz vor dem eigentlichen Issboden erhaschen wir einen Blick auf die beeindruckenden Bergriesen im hinteren Halltal, allen voran die kühne Spitze des Rosskopfs.

Der Issboden, früher mal wurde dieser verlassene Flecken Erde von der Saline bewirtschaftet, erinnert an eine urtümliche Moorlandschaft, und stellt für uns den Umkehrpunkt dar. Erst wollten wir noch weiter auf das Lafatscherjoch und die Speckkarspitze, aber das Wetter sieht nicht so einladend aus, daher verschieben wir unseren Plan auf unbestimmte Zeit.

Über Holzstege „schweben“ wir über die sumpfigen Stellen, eine gute Installation, denn der Moorboden würde durch die Wanderer wohl oder übel Schaden nehmen.

Die Wälder leuchten in bunten Herbstfarben, besonders die gelben Lärchen erzeugen ein magisches Bild des sich zum Ende neigenden Jahres.

Zuerst ist der Weg noch relativ flach und angenehm zu gehen, ein wenig später steilt der Pfad auf und fällt rapide ab zum Ochenbrünnl

Kurz bevor wir den Aufstiegsweg erreichen, halten wir noch einer beeindruckenden Aussicht und schauen ins untere Halltal mit dem Kloster.

Bald haben wir eben Jenes erreicht, beim Aufstieg hatten wir schon ausgemacht, dass wir hier noch einkehren.

Bei einem gemütlichen Bier lassen wir die schöne Wanderung Revue passieren, sehr viele, speziell historische Eindrücke haben sich heute eingebrannt.

Vom Gasthaus nehmen wir den Steig über das Eibtal, kurioserweise stehen auf dem Wirtschaftsgebäude von St. Magdalena ein paar Geißen.

Über das Eibtal erreichen wir wieder den Fluchtsteig, der uns nun gemütlich zurück zum Hackl bringt.

Kurz vor dem Hackl sehen wir nochmals die Tuxer Alpen vor uns liegen, mit dem Haneburger, der mir letztes Mal leider verwehrt blieb.

Eine wunderschöne Tour, dieses Mal mit vielen geschichtlichen Eindrücken…

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:40 h
Gesamtlänge: 18,10 km
Höhenmeter: ∆ 956 m / ∇ 1.004 m
Wetter: Windig, bewölkt, trocken

221030 Säulingumrundung

Nach unserem Trip nach Bozen steht schon die nächste Reise an. Wir fahren auf die Hütte, dort müssen noch ein paar Sachen vor dem Winter erledigt werden. Letu und ich übernachten auf der Hütte, am nächsten Tag stößt Papa noch zu uns.

Wir wollen heute um den Säuling gehen, den Gipfel wollen wir am Rückweg dann noch mitnehmen. Start ist zuerst wieder der Forstweg bis zur Abzweigung „Pflacher Älpele“, dann folgen wir dem Steig zum Säulinghaus.

Trotz regem Andrang ist die Hütte heute geschlossen. Allerdings könnte das Naturfreundehaus evtl. am Nachmittag öffnen, so unser Kalkül. Wir wandern weiter in Richtung Pilgerschrofen.

Plötzlich sehen wir ein kleine Herde Steinböcke, die nicht weit vom Wege grasen. für Letu und mich eine kleine Sensation, Papa kennt diese Herde schon besser.

Nachdem wir uns an den majestätischen Tieren sattgesehen haben, wandern wir in konstantem Auf- und Ab weiter zum Pilgerschrofen.

Im Rückblick kann man gut den Gipfel des Säulings ausmachen. Es ist warm, ein leichter Föhnwind bläst.

Der Ausblick auf den Talkessel, das Lechtal und die Tannheimer Berge ist beeindruckend, allerdings bilden sich schon leichte Schlieren in der Luft.

Auch das Alpenvorland, Vils, Pfronten kann man von hier gut einsehen.

An der „berühmten“ blau-weißen Grenzstange, die auch den Aufstieg zum Pilgerschrofen kennzeichnet, machen wir eine kurze Trinkpause.

Dann wird es ein wenig schattig, wir sind nun in den Nordhängen der 12 Apostel, die über uns thronen.

Auch hier ist stetiger Wechsel von Auf- und Abstieg zu bewältigen, bis wir wieder auf die Abzweigung zum Säuling stoßen.

Ab hier wird der Weg wieder ein wenig interessanter, ein paar harmlose Kletterstellen gefallen besonders meinem Junior.

Die kleine Eisenleiter ist sicher ein Highlight des kurzweiligen Aufstieges.

Es sind nun schon mehr Leute am Weg, die von der Bleckenau, bzw. vom Schloss Neuschwanstein aufgestiegen sind. Beim Blick zurück ins Alpenvorland kann man das Schloss, dahinter den Forggensee gut erkennen.

Kurz vor dem Hexenboden am Säuling erblicken wir das erste Mal den Gipfelaufstieg. Uns trifft fast der Schlag, wahre Kolonnen sind auf dem Weg zum Gipfel. Für einen Sonntag war das eigentlich zu erwarten.

Letu legt sich kurz in die Sonne, während Papa und ich überlegen, wie wir weitergehen sollen. Nach kurzer Beratung beschließen wir, den Gipfel heute auszulassen, zu viele Leute sind am Weg. Nicht nur die Staugefahr ist hoch, auch Steinschlag ist somit ein Thema.

Der knackige Abstieg zum Säulinghaus ist jetzt noch besser machbar, wenn sich nicht alle Leute im Abstieg befinden. Hier heißt es nun aufpassen, auch um keine Steine loszutreten.

An den Engstellen müssen wir immer wieder auf Leute, die von unten kommen, warten. Es ist echt die Hölle los…

Unbeschadet erreichen wir das Säulinghaus, hier machen wir nochmals eine kurze Pause. Die Hütte ist immer noch geschlossen, der Wirt versäumt heute wohl einen potentiell umsatzreichen Tag.

Nach kurzer Rast und Stärkung machen wir uns wieder zur unserer Hütte auf, dort gibt es zwar kein Bier, aber Saft und eine gute Brotzeit.

Am Forstweg entlang erreichen wir schon bald die Abzweigung zur Hütte, am Himmel sind immer wieder Föhnfische zu sehen.

An der Hütte setzen wir uns gemütlich in die Sonne und lassen uns die Jause schmecken. Wieder mal haben wir den Tag gut genutzt und sind zufrieden mit der schönen Tour.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:45 h
Gesamtlänge: 12,97 km
Höhenmeter: ▲1.270 m / ▼ 1.284 m

221027 Bozen

Schon viel habe ich von der Welt gesehen, aber die nahen Ziele sind mir irgendwie immer wieder durchgerutscht. Heute, der Oktober zeigt sich von seiner besten Seite, fahre ich mit den Kindern für einen Kurztrip nach Bozen.
Mit dem Zug ab Innsbruck erreichen wir schon nach kurzer Fahrt die Landeshauptstadt von Südtirol.

Unser Gepäck können wir im Büro des Apartment-Anbieters deponieren, so erleichtert machen wir uns auf, die Stadt zu erkunden.

Laubengasse, Obstmarkt, Walterpark…

… Rathaus. Lauter schöne Gebäude, viele lebendige Cafés und reges Treiben. Das ist unser erster Eindruck von Bozen.

Am Nachmittag haben wir uns das Archäologiemuseum vorgenommen, in dem der „Mann aus dem Eis“, der Ötzi ausgestellt ist. Viele Informationen um den Sensationsfund erfahren wir hier, und schlussendlich können wir noch einen Blick auf die Gletschermumie werfen. Sehr spannend…

Nach dem Museum, das Wetter ist einfach ein Traum, spazieren wir noch zur Talfer, dem Fluss durch Bozen.

Über die Talferbrücke sehen wir das Siegesdenkmal aus der Faschistenzeit, das den Übergang vom alten, deutschen zum neuer, italienischen Teil von Bozen markiert.

Sara und Letu finden immer wieder etwas Lustiges als kurzzeitige Ablenkung, währenddessen kann ich so manchen Geocache bergen.

Nach diesem ausführlichen Spaziergang wandern wir wieder zurück in die Altstadt, holen unser Gepäck und machen uns zur Unterkunft auf… ein kleines, aber gemütliches Apartment.

Am Abend spazieren wir nochmals in die Stadt, finden ein kleines Restaurant, in dem wir vorzüglich speisen. Satt, zufrieden, aber müde gehen wir zurück zur Unterkunft.

Am nächsten Morgen steht Schloss Runkelstein, die sogenannte Bilderburg auf dem Programm. Wir spazieren der Talfer entlang nach Norden, vorbei an kleinen Schlössern, Villen und Weinbergen.

Es ist noch frisch, aber die morgentliche Sonne wärmt uns dann doch ein wenig auf.

Nach gut 45 Minuten erreichen wir die für ihre Fresken bekannte Burg. Ein kurzer, steiler Aufstieg bringt uns zum Schloss, das auf einem Porphyrfelsen thront.

Wunderschön erhalten, bzw. restauriert, ist das imposante Gebäude ein wahrer Hingucker.

Im Hof ist eine kleine Schank, die uns sofort ins Auge sticht, dort werden wir nach dem Rundgang noch einkehren.

Die Innenräume sind mit wunderschönen Fresken bemalt, in manchen Räumen sind nur mehr Fragmente erhalten, andere Kammern sind bis an die Decke verziert.

Szenen aus dem profanen Leben im Mittelalter sind hier sichtbar, Jagd-, Kampf und Alltagsausschnitte, die viele Rückschlüsse auf das damalige Leben ermöglichen.

Ein Rundgang über die Wehranlage lässt uns nochmals den Innenhof gut einsehen, auch an den geschützten Außenfassaden sind Bilder aufgemalt.

Der Ausblick von den Wehrgängen nach Süden zeigt wieder die liebliche Landschaft um Bozen, mit den für Herbst so typischen Farben.

Im Gastgarten gönnen wir uns ein gutes Mittagessen, Schnitzel für die pikanten, Kaiserschmarrn für die süßen Gemüter…

An der Talfer entlang erreichen wir wieder die Altstadt, hier machen wir noch einen Zwischenstopp am Obstmarkt und kaufen würzigen Käse ein und genießen ein Getränk in der Herbstsonne.

Dann ist der Kurzurlaub auch schon fast wieder um, wir holen unser in der Früh deponiertes Gepäck wieder ab und spazieren zum Bahnhof. Hier erhaschen wir noch einen Blick auf die Rosengartenspitze mit dem berühmten Rosengarten vom Zwergenkönig Laurin.

Die Fahrt von Bozen über den Brenner vergeht wieder wie im Fluge, schon bald erreichen wir mit neuen Eindrücken gestärkt, unsere Heimat.
Hier sind wir bestimmt nicht das letzte Mal gewesen.

221023 Hüttenspitze (1.858m)

Ein schöner Tag kündigt sich an, im Tal hält sich noch Nebel, die Höhen sind schon klar. Ein wunderbarer Start für eine Bergtag. Die Hüttenspitze ist wieder mal das Ziel.

Da ich aktuell das Auto von meiner Mama zur Verfügung habe, sind solche Touren auch gut möglich, mit dem Bus ist es schon ein wenig aufwendig, hierher zu kommen. Ich parke bei der Walderkapelle, nach kurzem Marsch passiere ich die Sprungschanze.

Ich steige auf der Ostseite des Halltals und des Halltalbachs auf, gegenüber von mir entledigt sich der Zunterkopf der letzten Nebelfetzen und zeigt seinen breiten Rücken…

Obwohl mir vorkommt, dass die Hüttenspitze doch ein paar Besucher empfängt, ist der Steig schmal und wirkt an manchen Stellen sogar ein wenig urig. Das sollte nicht täuschen, einige Wanderer besuchen hier die Winkler- oder die Alpensöhnehütte.

Gedankenverloren bleibe ich einmal kurz stehen, sehe aus dem Augenwinkel etwas. Ich drehe meinen Kopf, keine 3 Meter von mir stehe eine Gämse. Ich schaue genau, kann aber keine Bewegung ausmachen… was ist los mit dem Tier. Ich gehe ein paar Schritte und sehe wie sich der Kopf der Gämse dreht. Also doch nicht ausgestopft…

Eine eigentümliche Situation, mit der Gämse. Fast ein wenig gruslig…
Ich habe nun gut an Höhe gewonnen, der Ausblick ins Halltal öffnet sich mehr und mehr.

Noch komme ich immer wieder in leichten Bergwald, der mir die Sicht raubt, aber weit kann es nicht mehr sein, in die baumfreie Zone.

Vorbei an der Winklerhütte, dort finde ich einen frisch ausgelegten Geocache „Halltalerhütte“ stapfe ich nun zur zweiten Hütte auf meinem Weg.

Obwohl, wie gesagt, nicht die Massen hier rauf laufen ist der Weg hier bei den Hütten gut gewartet und zeugt von viel Liebe für die Instandhaltung…

Die zweite und letzte Hütte, die Alpensöhnehütte thront hoch über dem wilden Halltal.

Besonders der Ausblick hinter der Seilbahn, mit Bankl ist jeden Groschen wert! Auch hier wurde vor kurzem ein neuer Cache verlegt: der Halltalblick.

Nachdem ich mich an der Aussicht satt gesehen habe, mit Zunterkopf, Herrenhäusern, St. Magdalena, Wildangerspitze, Kartellerjöchl, Roßkopf, Lafatscher und Speckkarspitze, folge ich weiter meinem Wege.

Der Baumbestand ist nun den zähen Zunterstauden gewichen, die selbst strengen Wettern standhalten können und dem Wanderer im Hochsommer den letzten Tropfen Wasser aus dem Körper zu saugen vermögen.

Eine steile Steinrinne, zum Glück frei von Gämsen, tut sich vor mir auf. Gerne bringe ich dieses Hindernis rasch hinter mich…

… bald darauf quert der Weg einen schotterigen Hang, auch hier, wie fast überall am Weg heute, beobachten mich zwei Gämsen. Ich komme mir schon fast wie bei Hitchcock vor. Und wie von mir befürchtet, alsbald flüchten die scheuen Tiere und ein Steinhagel ergießt sich in die oben genannte Schlucht.

Ein Wanderer, der hinter mir im Aufstieg ist, hatte Glück und war kurz vorher aus der Rinne ausgestiegen. So was könnte auch ins Auge gehen.

Erst kurz vor dem Erreichen der Hüttenspitze offenbart sich mir das kleine Kreuz. Ein paar Meter muss ich noch absteigen, damit ich schließlich zum Gipfel steigen kann.

Schon öfter bin ihr am Gipfel gestanden, auch heute wieder ist ein grandioser Tag, wenn gleich nun der Föhn ein wenig Kühle in die Jause bringt.

Eine rasche Stärkung muss sein, dann setzte ich meinen Weg fort. Von der Hüttenspitze steige ich in die Wechselreise ab, die mich rasch ins Halltal zurückbringen wird.

Ein paar kurze Kraxelstellen sind zu bewältigen, dann erreiche ich den Übergang zur Wechselreise.

Dieses mächtige Schotterfeld, ein Spielplatz sondergleichen, öffnet sich mir. Wenngleich der obere Teil Dank grobem Schotter nicht ganz leicht zu bewältigen ist…

… wird der Kies im unteren Teil immer feiner, da steht dem „Reisenlaufen“ nichts mehr im Wege… beim gelben Kreuz, schon von weit oben sichtbar, muss ich nach links ausweichen, denn dort führt der reguläre Weg weiter in die Talsohle.

Ein Blick zurück lässt mich erfreut lächeln, Hüttenspitze mit Winklerwand, und links daneben die Wechselreise sind für mich ein wunderbares Bild, das mir nie fad werden wird.

Die gegenüberliegende Seite, nun im wunderschönen Licht, offenbart das urtümliche Halltal.

Der Steig führt nun über erdige Wege hinunter zur Wasserfassung und zum Bettelwurfbrünndl, dort wechsle ich auf den Fluchtsteig.

Dieser Fluchtsteig war immer eine relativ sichere Variante für die Salzknappen, ihren Arbeitsplatz im hinteren Halltal zu erreichen. Heute lädt dieser Wege viele Sonntagsspaziergänger ein, die ein wenig Erholung in der Natur suchen.

Nach der einsamen Überschreitung der Hüttenspitze ist es für mich ein großer Kontrast, wie viele Leute heute hier zu Gange sind.

Da ich bei der Walderkapelle parke, geht es für mich über eine Brücke üben den Weißenbach, dann spaziere ich auf breiter Straße zum Parkplatz.
Beim Auto werde ich nochmals einen Blick hinauf zur Gleiersch-Halltal-Kette, Wechselspitze, Hohe Fürleg, Walderkampspitze, Tratten und Hundskopf… so viele schöne Ziele noch!

Ich bin froh und dankbar, dass ich einen solch schönen Tag im wunderschönen Halltal verbringen durfte! Hoffentlich bald wieder…

Tourendaten
Gesamtlänge: 11,0 km
Gesamtdauer: 3:30 h
Höhenmeter: ∆ 1.085m / ∇ 1.085m