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210424 Figln – Nordkette

Heute steht eine für uns neue Sache auf dem Programm… Figln. Figl, auch Firngleiter genannt, sind Kurzski ohne Belag, damit die Teile auch richtig robust sind. Die Fahrt mit diesem Spaßgerät ist fast ausschließlich im Frühjahr, eben bei Firn möglich. Und die Nordkette in Innsbruck ist hier ein Hotspot dafür geworden…

Mit Skischuhen neben der Blumenwiese

Im Frühjahr finde ich die letzten Winteraktivitäten immer sehr amüsant. Während wir mit Skischuhen durch die Stadt trampeln, kommen uns schon Leute mit Shorts entgegen. Trotzdem, das zeichnet Innsbruck aus, man wird nicht komisch angeschaut, das ist hier ganz normal… das Nebeneinander der Extreme.

Auffahrt mit der Hungerburgbahn

Mit der Hungerburg- und anschließend der Nordkettenbahn erreichen wir rasch die sogenannte Seegrube. Das Anziehen der Figl gestaltet sich als recht mühsam, weil unsere Leihgeräte eine Schnürung aufweisen. Das wird aber dem Spaß keinen Abbruch tun…

Erste Schritte

Nachdem die Gleiter fest am Schuhwerk montiert sind, starten wir unsere ersten Versuche… spaßig, aber gar nicht so leicht. Die Ski sind so kurz, das man fast vergessen könnte, dass da überhaupt was an den Schuhen ist.

Übersicht Seegrube

Nach der Devise, der frühe Vogel fängt den Wurm, sind wir zeitig auf der Seegrube gekommen und dementsprechend sind noch nicht so viele Leute. Der Schnee ist aber schon weich, daher haben wir gut gewählt…
Die erste Abfahrt besteht noch aus viel Bodenkontakt, aber mit jedem Meter wird, das Gleichgewicht fordernd, die Figlkunst besser. So bald rauschen wir in den Rinnen und im weichen Schnee nach unten…

Rinne

Speziell die Rinnen sind ein Markenzeichen der Nordkette… da hier viele Leute die selben Spuren abfahren, sind diese Abfahrtsschneisen in manchen Wintern fast schon mannshoch.

Sara in der Rinne

So manchen Sturz gönnen wir uns, wegen dem weichen Schnee wird man aber nur nass, richtig wehtun kann man sich zum Glück nicht…

Mit fortschreitender Stunde füllt sich das Skigebiet mit Figlern. Da der Sessellift hier schon an die Grenzen kommt, wird die Schlange der Wartenden immer länger… am Schluss brauchen wir fast 15min. am Lift.

Das ist was los…

Beim Hochfahren sieht man wieder die Rinnen, die hier überall entstehen.

Bergfahrt

Der Blick auf die Landeshauptstadt, Patscherkofel, Serles und Habicht, Tuxer und Stubaier Alpen ist einfach toll…
Wir genießen die Aussicht und beschließen, es gut sein z -lassen.

Innsbruck mit Tuxern und Stubaiern

Die Gondel bringt uns wieder ins Tal, überrascht stellen wir fest, wie viele Leute hier noch auf die Bergfahrt warten. Die Entscheidung, früh zu starten, war definitiv die Richtige.
Den Kindern und mir hat es sehr gut gefallen… das ist definitiv nicht das letzte Mal mit den Firngleitern.

Da ist noch mehr los…

210416 Seeblesspitze (2.628m) ✨

Der Winter ist in den letzten Tagen wieder bis in die Tallagen vorgedrungen, die Berge glitzern in reinstem Weiß. Wolfi macht den Vorschlag, den Tag frei zu nehmen für eine Skitour. Nach kurzer Suche entscheiden wir uns für das Arztal. Eigentliches Ziel soll die Grünbergspitze sein, aber dazu später…

Start ist beim bekannten Parkplatz Hinterlarcher, jedes Mal wieder begeistert mich hier die faire Parkgebührenpolitik! Danke an dieser Stelle dafür!

Die Schneelage erscheint beim Hinterlarcher erst nicht üppig, aber am Forstweg liegt bald genug Schnee, um die Ski anzuschnallen.

Mit jedem Meter wird die Schneehöhe besser. Eine Spur führt hinein ins Arztal, jedoch sind seit dem letzten Schneefall nicht mehr viele Leute hier gewesen.

Ich kenne den Weg zum Arztal Niederleger vom Sommer, da ich hier ein paar Mal unterwegs war, aber im Winter verändert sich die Landschaft dennoch stark…

Wolfi ist seinen neuen Skiern unterwegs, das merke ich speziell am Tempo, das heute deutlich zugelegt hat.

Kurz nach dem Niederleger, über eine Kuppe kommend, eröffnet sich das wunderschöne Skigelände des hinteren Arztals.

Mit uns sind zwei junge Männer am Weg, die uns beim Aufstieg überholen. Das ist uns nicht unrecht, denn diese legen nun eine schöne Spur und machen uns den Aufstieg angenehmer.

Immer wieder bewundern wir die Auswirkungen des letzten Wintereinbruchs. Es ist kühl, aber sehr sonnig. Dementsprechend glitzert die Sonne auf der Schneeoberfläche…

Am Ende des Almbodens erklimmen wir eine etwas steilere Stufe und erreichen den Arztaler Hochleger.

Im Hintergrund sehen wir unser eigentliches Ziel, die Grünbergspitze (2.790m). Wir müssen noch ein gutes Stück aufsteigen, das Gelände ist jedoch sehr angenehm zu begehen.

Die Grünbergspitze teilt sich einen großen Teil des Aufstiegs mit der Seeblesspitze, er im Bereich der Seeblesböden teilt sich der Weg. Hier stellen wir fest, dass der weitere Aufstieg zur Grünbergspitze schon einen unangenehmen Harschdeckel aufweist, daher beschließen wir kurzentschlossen, auf die Seeblesspitze mit ihren Nordhängen auszuweichen. Hier lockt noch Pulverschnee…

Der Blick von dieser Höhe ins Wipptal lässt uns fast vergessen, dass es schon Mitte April ist.

Vor dem Gipfel wird es nochmals ein wenig steiler, der Untergrund ist sehr hart, daher ziehe ich mir der Bequemlichkeit geschuldet Harscheisen an. Es sind zwar nur ein paar kurze, rutschige Stellen, aber ich bin dennoch froh, die kleine „Krallenhilfe“ zu haben.

Schließlich erreichen wir unser Tagesziel, auch wenn sich dieses erst während der Tour ergeben hat.

Ein Gipfel mit schönem Gipfelkreuz erwartet uns. Es ist richtig zapfig (kalt) am höchsten Punkt, garniert mit eine „Wipptal-üblichen“ Brise. Eine lange Pause wird das hier also nicht werden…

Der Blick nach Osten zeigt uns noch die Grünbergspitze mit feinen Skihängen, wenn denn die Schneequalität passt.
Mittlerweile sind mit uns sechs Leute auf dem Gipfel, das Gedränge hält sich allerdings sehr in Grenzen… mich fasziniert die Ruhe in diesem Tal, berücksichtigt man die Nähe zu Innsbruck, immer wieder.

Da die Kälte echt unangenehm ist, verstauen wir unser Zeug und stürzen uns ins Vergnügen. Und das ist es im oberen Teil auch wirklich. Waden-tiefer, sehr feiner Pulverschnee. Und das Gefälle ist auch perfekt, um ein paar schöne Schwünge in den frischen Schnee zu ziehen.

Gemessen an der Schneequalität ist diese Tour mein Highlight im Winterhalbjahr 2020/2021. Um es mit Wolfi´s punktgenauen Worten zu wiederholen: „Perfekt!“

Wir genießen die Abfahrt, bei einer nicht so steilen Passagen verschneide ich einmal und schaue als Konsequenz aus wie ein Schneemann… egal, es macht einfach Spaß.

Bis zum Hochleger finden wir besten Pulver vor und Wolfi beweist sein untrügliches Gespür für die besten Ecken, unverspurt und fein zu fahren.

Je tiefer wir abfahren, desto mehr leidet die Schneequalität. Das Frühjahr ist trotz niedrigen Temperaturen mit einer starken Sonneneinstrahlung merkbar.

Dennoch, der Spaß der Abfahrt ist uns in die Gesichter geschrieben, auch wenn ich mir immer wieder ein wenig besseres Skikönnen wünschen würde.

Beim Arztaler Niederleger (Arztalalm) machen wir unsere wohlverdiente, am Gipfel ausgefallene Pause. Die Sonne scheint genau auf die windgeschützte Bank, da schmeckt die Jause gleich doppelt.

Die Aussicht, mit wunderschönen Abfahrtsspuren, zeigt uns das Pfoner Kreuzjöchl, eine Tour, die noch auf meiner Liste steht.

Die weitere Abfahrt bestreiten wir über die Forststraße, der Schnee ist nun schon schwer, Kurven zu fahren eine Kunst…

Wir können trotzdem fast bis zum Ende der Forststraße abfahren, am Schluss schaut so mancher Stein aus dem Schnee, außer ein paar Schreckmoment entsteht jedoch kein bleibender Schaden…
Eine wunderschöne Tour, die mir sehr viel Spaß gemacht hat. Und wenn es ist letzte Tour für heuer wäre, sie wäre absolut würdig dieses Titels..

Tourendaten
Gesamtlänge: 15,56 km
Gesamtdauer: 4:47 h
Höhenmeter: 1.355 m
Lawinenwarnstufe: 2 (Triebschnee)

210411 Straßberghaus (1.191m)

Der Blasius (Föhn) kündet von nahendem Ungemach, am Wochenbeginn soll das Wetter umschlagen. Die Füße jucken und wollen nochmals ins Freie geführt werden. Da fällt mir der vor nicht allzu langer Zeit neu eröffnete Zimmerbergklamm-Steig ein. Ein holpriger Name für eine tolle Wanderung.

Wir starten hinter dem Thöni-Werk in Telfs, schon nach ein paar Metern ist keine Spur der großen Fabrik zu sehen…

Wildromantisch fließt der kleine Zimmerbergklammbach durch das Ende der Schlucht gen Telfs.

Wir marschieren ein gutes Stück am Bach entlang, anfangs ist der Steig sehr einfach im Wald gelegen, je weiter wir kommen, desto ansprechender wird das Gelände. Ein wenig pfiffig darf es ruhig sein…

Die Schlucht schaut nun endlich ein wenig wie eine Schlucht aus…

… der Hinweis, dass hier mit Steinschlag zu rechnen ist, kommt mir dennoch ein wenig deplatziert vor. Auch hier scheint die neue Mentalität „Lieber etwas zu vorsichtig sein…“ Einzug gehalten

Der Blick zurück Richtung Inntal zeigt ein paar der schönen Skiberge, Hocheder und Rietzer Grießkogel stechen prominent hervor.

Endlich erreichen wir den neuen Teil des Steiges, die Holzstiege, die über die Felswand führt. Der Stieg wurde vor ein paar Jahren erst wieder reaktiviert, nachdem die alte Steiganlage zu gefährlich worden war.

Der Ausblick von der Stiege ist spektakulär, sehr gut sieht man auf die schon zurückgelegte Wegstrecke.

Teilweise ist der alte Steig noch erkennbar, doch in ein paar Jahren wird die Natur alle Spuren des alten Zimmberbergklammsteigs ausgelöscht haben.

Letu hat heute seine GoPro mit dabei und damit lassen sich manch lustige Bilder erzeugen.

Nach dieser Engstelle weitet sich das Tal wieder ein wenig, unser Weg führt am oberen Elektrizitätswerk vorbei in Richtung Straßberghaus.

Der Steig ist sehr schön angelegt, dennoch erkennt man die latente Gefahr von Steinschlägen, Muren und Wegverlegungen. Der Untergrund scheint nicht überall stabil zu sein. Vielleicht habe ich dem Eingangs gesehenen Schild doch unrecht getan.

Wir verlassen die Schlucht und wandern über offene Waldstücke weiter. War am Anfang des Steigs noch Frühling angesagt, ist der Winter in der Höhe noch sehr präsent.

Am Straßberghaus (1.191m) treffen wir eine eBike-Gruppe, die gerade angeregt über die Kapazität der Akkus im Zusammenspiel mit der weiteren Routenplanung diskutieren…

Unser Akku ist noch voll, Müdigkeit ein Fremdwort. Aber eine Jause schmeckt immer, daher suchen wir uns eine gemütliche Bank am Wegesrand und lassen es uns gut gehen.

Das aktuelle Wetter ist sehr wechselhaft, im einen Moment ist einem im T-Shirt fast zu warm, im nächsten Moment braucht man eine Jacke. Hinzu kommt ein permanenter Wind, der zusätzlich kühlt.

Das Inntal liegt uns zu Füßen, auch den Patscherkofel und unser schönes Dorf können wir in der Ferne sehen.

Beim Abstieg sammeln wir noch Geocaches ein, Letu nützt jede Gelegenheit, auf Baumstämmen zu balancieren.

Mir scheint, dass der Wind hier zu größeren Forstschäden geführt hat. Nun wir aufgeräumt. Zwar sind die Schneisen nicht immer schön anzusehen, aber mit den modernen Maschinen geht die Arbeit dafür um ein Vielfaches schneller von der Hand als früher.

Ein kleiner Wermutstropfen der ansonsten reizenden Frühlingstour ist der kurze Gegenanstieg am Schluss, den wir bewältigen müssen. Das war so nicht geplant, wir schaffen es allerdings zügig und erreichen alsbald das Auto.
Die Zimmerbergklamm-Rundtour hat uns sehr gefallen und wird sicherlich mal wiederholt.

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:57 h
Gesamtlänge: 12,70 km
Höhenmeter: 681 m

210409 Rinner Wald

Eigentlich ist das Ziel eine schnelle Runde auf die Rinner Alm gewesen, aber wegen umfangreichen Holzschlägerarbeiten können wir den gewohnten Weg nicht benützen.
Die Alternative erweist sich als nicht ganz so günstig, irgendwann beschließen wir, den Weg nicht weiter zu verfolgen und die Rinner Alm Rinner Alm sein zu lassen. Die läuft uns schon nicht weg.
Wir lassen es uns nicht verdrießen, trinken ein gemütliches Bier aus Manni’s Rucksack (der muss in dem kleinen Ding eine Quelle haben), und spazieren wieder zum Ausgangspunkt. Hauptsache draußen in der wunderschönen Natur…

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:45 h
Gesamtlänge: 5,31 km
Höhenmeter: 373 m

210405 Hochmahdkopf (1.738m)

Den eigentlichen Plan hat es mir heute ein wenig durcheinander gewirbelt, da sieht man wieder, wie wichtig eine Tourenplanung, inklusive Alternative oder Notfallplan ist.
Ich starte um 7:15 Uhr beim Hackl in Absam, gleich vom Parkplatz zieht ein steiler Pfad hinauf, mein erstes Ziel ist der Hochmahdkopf.

Steil ist der Weg, aber so macht man halt auch schnell Höhe. Das Wetter ist noch blenden, der Ausblick auch. Vor mir taucht immer wieder das beeindruckende Bettelwurfmassiv auf.

Im Tal grünt es schon sehr, das sieht man aus dieser Höhe gut. Und ich sehe von hier auch nach Hause, ins Mittelgebirge und nach Aldrans.

Der Blick ins Unterland zeigt anhand der Luft schon den kommenden Wetterumschwung. Sogar mit Schnee ist zu rechnen, aktuell fast nicht vorstellbar.

Ich habe nun den Bereich erreicht, der besonders schwer vom Waldbrand 2014 betroffen war. Noch hat sich hier die Natur nicht erholt, das wird wohl noch einige Jahre dauern.

Schließlich erreiche ich den Hochmahdkopf (1.738 m). Ich bin alleine, ein Stück hinter mir sehe ich einen zweiten Wanderer hochsteigen.

Ich raste kurz aus, trinke einen Schluck und mache mich auf zum zweiten Gipfel, dem Haller Zunterkopf.

Von hier finde ich die Aussicht auf Innsbruck immer sehr schön, eingebettet zwischen den Bergen liegt sie da, die Alpenhauptstadt.

War bis jetzt fast gar kein Schnee beim Aufstieg vorhanden, wechselt nun die Landschaft recht rasch. Das hat auch mit der Ausrichtung zu tun, hier oben scheint die Sonne dann doch nicht direkt auf den Schnee und er hält sich umso länger.

Schon von weitem habe ich die Schlüsselstelle zum Haller Zunterkopf gesehen. Meist ist der Weg einfach, einzige die Steilstelle mit Seil, die überwunden werden will, damit der Weg fortgesetzt werden kann, ist ein wenig fordernd.
Leider muss ich feststellen, dass mit meinen Bordmitteln und meinem Können hier Schluss ist. Zu steil und ausgesetzt wäre die Eiskletterei über die Stufe. Diesen Gang werde ich nochmals bei weniger Schnee durchführen.

Ich verschnaufe kurz und betrachte den Aufstiegsweg. Die Schneedecke auf der Nordseite ist noch recht mächtig. Ich beschließe dennoch, mein Glück mit dem Nordabstieg nach St. Magdalena zu wagen.

Hier kommt die Sonne selten her, daher hat sich der Schnee gut gehalten und macht so manche Passage spannend. Ich montiere mir die Grödel, und wieder einmal bin ich froh, dass ich im Frühjahr dieses Hilfsmittel immer im Rucksack habe.

Sehr steil führt der Pfad durch den Hochwald, drei Lawinenkegel muss ich queren. Der Weg ist nicht immer sichtbar und die wenigen Fußspuren, denen ich folge, sind auch nicht immer schlüssig.

Dennoch erreiche ich nach ca. 40 Minuten das Gasthaus St. Magdalena. Hier gönne ich mir ein Bier und wunderbar schmeckende „Sankt Johanner“ (übrigens seit kurzer Zeit meine absoluten Lieblingswürste).

Mit meinem Sitznachbarn, einem ehemaligen Gschnitzer, habe ich eine feine Konversation, so vergeht die Zeit im Fluge. Leider muss ich nach kurzer Zeit schon wieder aufbrechen, ich habe noch was vor…

Für den Abstieg wähle ich den Fluchtsteig, der mich rasch bis zur zweiten Ladhütte führt.

Schnee ist fast keiner mehr vorhanden, aber ein paar eisige Stellen verlangen Aufmerksamkeit. Die Hüttenspitze lacht zu mir herüber, diese hätte ich heute auch als Ziel im Auge gehabt.

Der Fluchtsteig ist trotz der frühen Jahreszeit in sehr gutem Zustand und kann ohne größere Probleme begangen werden, wie mir durch die Frequenz der mir entgegenkommenden Wanderaspiranten vor Augen geführt wird.

Ich bin glücklich, meinen speziellen Weg heute gegangen zu sein. Meistens war ich auf einsamen Bergpfaden unterwegs, die wenigen Begegnungen waren sehr angenehm. Im Halltal ist heute auch nicht ganz so viel los, aber je weiter ich zum Hackl komme, desto mehr Spaziergänger treffe ich.

Schließlich erreiche ich den Ein- und Ausgang des Halltals, den Hackl. Die Brücke ist mir immer ein lieber Wegmarker, über den ich gerne zum Abschluss schreite.
Eine tolle Tour neigt sich dem Ende zu, das Wetter ist zwar noch warm, aber nicht mehr so strahlend schön wie in der Früh…

Tourendaten
Gesamtlänge: 11,28 km
Gesamtdauer: 4:12 h
Höhenmeter: 1.352 m
Lawinenwarnstufe: 2 (Nassschnee, Triebschnee)

210403 Feuerköpfle (1.494m)

Obwohl das Wetter nicht gerade einladend ist, beschließen Papa, Letu und ich, ein Stück zu wandern. Das Ziel ist ein wenig flexibel gehalten, wir starten zuerst zur schön gelegenen Costaris-Kapelle, dann sehen wir weiter.

Startpunkt ist der Frauensee, ein mystischer See in wunderbarer Lage. Die Sage erzählt von einem versunkenen Schloss, das am Seegrund liegen soll. Auch ein Drache soll hier sein Unwesen treiben.

Schon kurz nach der Abzweigung vom See liegt eine geschlossene Schneedecke auf der Forststraße. Der Schnee ist sehr angenehm zu gehen und wir benötigen die Schneeschuhe noch nicht.

Rasch machen wir Höhe, an einer Kehre zweigen wir in den Wald ab. Aber hier wird es spürbar steiler. Und die Schritte müssen wohl gewählt werden, der gefrorene Schnee ist teils hinterhältig rutschig.

Immer wieder erreichen wir Passagen, die gut mit den Schneeschuhen gehen würden, um im nächsten Moment wieder fast schneefrei weiterzulaufen.

Das Wetter ist heute kühl und wechselhaft, jedoch wird es während unserer Tour immer wieder kurzfristig sonnig, im nächsten Moment zieht dann schon wieder eine Nebelbank ein.

Dementsprechend ist die Aussicht auf den Talkessel. Wir sind allerdings froh, wenn kurze Wolkenfenster einen Blick ins Tal ermöglichen.

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Bei einer Stelle mit nettem Bänklein machen wir eine kurze Trinkpause, im Anschluß kommt der steilste Teil der Tour auf uns zu.

Erst müssen wir über ein wenig Fallgut klettern, dann ist der Weg richtig Steil unterhalb einer Felswand. Doch stet, Fuss vor Fuss wird auch dieser Teil erklommen…

… und dann haben wir es geschafft, das Feuerköpfl liegt vor uns. Mit schöner Bank zum Ausruhen und sich eine kleine Jause zu gönnen.

Wir haben auch Glück, das Wetter klart just in diesem Moment ein wenig auf.

Zwar sehen wir nicht arg viele Berge, aber dafür direkt in die Heimat und wo das Heimhaus steht.

Beim Abstieg nehmen wir nun doch die Schneeschuhe zur Hilfe, gerade für Papa und mich wegen dem Einbrechen in die Schneedecke eine große Hilfe.

Letu verwendet die Teller am Anfang, aber bald will er nicht mehr. Und mit seinem Gewicht „schwebt“ er fast über den Schnee…

Das macht sich im Abstieg dann auch bemerkbar, wie ein Sausewind flitzt er über den harten Schnee…

… und gönnt sich auch den einen oder anderen Sprung.

Rasch erreichen wir den Frauensee, die gemütliche Tour war viel zu schnell vorbei. Gerne wieder einmal…

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:20 h
Gesamtlänge: 5,31 km
Höhenmeter: 519 m
Lawinenwarnstufe: 2 (Nassschnee, Triebschnee)

210401 Hahnenkamm (1.938m)

Ich verbringe ein paar Tage bei meiner Mutter in Reutte, da geht sich auch noch eine Skitour mit Papa aus. Der Hahnenkamm bietet sich als schnelle Alternative an, hier muss man nicht ganz so früh los starten und kommt trotzdem sicher rauf und runter… immerhin herrschen jetzt Frühjahresverhältnisse.

Der Start am Parkplatz ist nur für Sekunden gemütlich, dann heißt es, den „Schüttler“ empor steigen. Steil, steiler, am steilsten ist hier die Devise…

Vorsorglich haben wir die Harscheisen montiert und sind auch recht froh. Nach dem Steilstück können wir die Aufstiegshilfe wieder verstauen, der weitere Weg ist nun nicht mehr so „gaach“.

Wir wandern an der Chilihütte vorbei, Erinnerungen an meine Jugend kommen auf. Der Hahnenkamm war „mein“ Skigebiet, hier waren wir öfter. Und als ein paar Jahre bei der Bergwacht war, hatte ich hier Pistendienst.

Natürlich ist das Skigebiet mittlerweile modernisiert worden, an die alte Gondelbahn erinnert nur noch die baufällige Bergstation, die Pisten sind allerdings die Selben geblieben…

Die Singerhütte hat auch schon bessere Zeiten gesehen, dennoch hoffe ich, dass den Reuttener ihr feines Skigebiet weiterhin erhalten bleibt. Es ist ein Luxus, ein Skigebiet direkt vor der Haustüre zu haben.

Beim Aufstieg meine ich noch zu Papa: „Wenn die Bergstation noch ein paar Jahre hier steht, dann muss das Gebäude wohl unter Denkmalschutz gestellt werden…“. Wer weiß…

Bald erreichen wir die letzte Bergstation, der Gipfel ist nun in greifbare Nähe gerückt.

Der Sendemast am höchsten Punkt ist nicht zu übersehen…

… ein Gipfelkreuz ist ein wenig südwestlich auch vorhanden.

Die letzten Meter sind nochmals ein wenig steiler, dann stehen wir beim Skidepot ein paar Meter unterhalb des Gipfels.

Richtig schön ist aber der ganze Gipfel nicht. Dafür ist die Aussicht mehr als Ausgleich.

Von Gipfel sieht man den Talkessel, ins Tannheim und in das untere Lechtal.

Am Gipfel treffen wir einen Kollegen von Papa, mit dem wir uns ein wenig unterhalten. Dann geht es an die Abfahrt.

Auf der Piste selber ist die Fahrerei zwar anstrengend, aber zumindest gut machbar, abseits der Piste ist das Fahren für mich fast nicht mehr möglich… zu weich ist der Schnee mittlerweile geworden.

Der Schüttler ist dennoch rasch erreicht, der Säuling lacht zu mir herrüber. Auf den letzten Metern ins Tal wundere ich mich, dass immer noch Leute aufsteigen. Aber gut, hier am Hahnenkamm ist das wegen fehlender Gefahren gut möglich…

Im Tal angekommen, nehme ich die Einladung zu einer guten bayrischen Jause bei Papa gerne an. WWeißwürscht, Weißbier und Brexgen“… so lass ich gerne eine Tour ausklingen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:55 h
Gesamtlänge: 7,62 km
Höhenmeter: 991 m
Lawinenwarnstufe: 2 (Nassschneeproblem)

210329 Sonnenspitze (2.639m)

Die Zeitumstellung bringt abgesehen von einem durcheinander gewirbelten Biorhythmus auch gewisse Vorteile. Die Sonne steht länger am Firmament, so kann nun manche Tour, die besser bei Tageslicht begangen wird, auch nach der Arbeit durchgeführt werden.

Mit Wolfi treffe ich mich heute, um die Sonnenspitze im Glungezergebiet zu besteigen. Der erste Teil ist ident mit dem mir sehr bekannten Aufstieg auf den Schartenkogel.

Da aktuell das FIS-Rennen stattfindet, wurden wir vom zuvorkommenden Liftpersonal informiert, nicht die Piste, sondern die Skitourenroute zu verwenden. Und speziell bei der Abfahrt sollten wir auf entgegenkommende Ratracks achten.

Im oberen Teil der „Pistentour“ kürzen wir ein wenig über Gelände ab. Vor uns, als mächtiger Block, ergebt sich das Glungezermassiv.

Kurz vor Erreichen des Schartenkogel zweigt der Weg nach Westen ab. Wir verlassen die Piste und steigen über eine gut ausgetretene Skispur höher.

Die Frühlingssonne scheint schon recht warm, daher können wir den Aufstieg „hemdsärmelig“ bestreiten, ein Privileg des Frühlings…

Lange stehenbleiben dürfen wir trotzdem nicht, sobald der „Motor“ runterfährt, wird es kühl… und animiert uns sogleich, weiterzugehen.

Der Gipfel des Glungezer, des Nachbargipfels „unserer“ Sonnenspitze, kommt in Sichtweite. Auf seinem Haupt, bzw. ganz in der Nähe steht die berühmte Glungezerhütte und die militärische Einrichtung „Goldhaube“.

Unser Ziel ist nun auch in greifbarer Nähe gerückt, einen letzten Hang müssen wir noch im Zickzack aufsteigen.

Dann stehen wir auf dem höchsten Punkt der Tour, der Sonnenspitze (2.639m). Die Aussicht ist phänomenal, es ist fast windstill auf dem Gipfel und die Sonne lacht noch schwach vom Himmel.

Der Blick nach Westen zeigt mir den Verlauf einer meiner heurigen Touren, der „Route Roman“.

Nach Osten liegt das schon grüne Inntal vor uns, auf den Bergen liegt aber noch genügend Schnee, um noch die eine oder andere Tour zu ermöglichen.

Am Gipfel ist es kalt geworden, daher fahren wir ab. Der erste Teil ist gut befahren, aber dennoch im Gelände. Da stellt sich Buckelpistengefühl ein.

Den unteren Teil bestreiten wir im Skigebiet, einmal kürzen wir noch über eine weitere Buckelpiste ab. Die Sonne steht nun tief und zaubert warme Farben auf die bestens präparierte Pisten.

Mit der Gondel fahren wir das letzte Stück ins Tal, am Parkplatz genießen wir noch die letzten Strahlen der untergehenden Sonne… perfektes Timing zu einer perfekten After-Work-Tour.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:50 h
Gesamtlänge: 10,17 km
Höhenmeter: 1.185 m
Lawinenwarnstufe: 2 (Altschneeproblem, Gleitschneeproblem)

210326 Patscherkofel Schutzhaus (1.965m)

Obwohl die heutige Tour zugegebenermaßen meine Wochenendplanung komplett durcheinander gewirbelt hat, hat es sich absolut rentiert. Wenig anstrengend, schönstes Wetter, eine gute Aussicht, T-Shirt-Temperaturen und last, but not least, wunderbare Gesellschaft in Form von Wolfi! Was will man mehr…
Die Tour ist ja schon hinlänglich durch andere Beschreibungen auf diesem Blog bekannt, daher lasse ich hier ein paar Bilder sprechen…

Tourendaten
Gesamtlänge: 8,61 km
Gesamtdauer: 2:10 h
Höhenmeter: 960 m
Lawinenwarnstufe: 1

210324 Rinner alm (1.394m)

Das Wetter will ausgenützt werden, so zieht es mich nach der Arbeit noch schnell auf die Rinner Alm… schon zum x-ten Mal. Dieses Mal ist Manni dabei, der schon „Aldranser-Alm-geprüft“, nach kurzem Überlegen zusagt.
Auf der Alm zaubert Manni zwei „Zillertaler“ aus dem Rucksack… eine feine und wohlschmeckende Überraschung
Zum Weg selber muss nicht mehr viel gesagt werden, daher teile ich hier nur ein paar Impressionen.

Tourendaten
Gesamtlänge: 6,65 km
Gesamtdauer: 1:47 h
Höhenmeter: 497 m
Lawinenwarnstufe: 2 (Gleitschnee)