Schlagwort-Archive: Tuxer Alpen

210315 Erste Figlversuche

Wer schon mal auf Figl gestanden ist, weiß, was das für ein Gelächter ist. Speziell für jene, die nicht auf den Figl´n stehen. Aber was sind Figl… das sollten zumindest die Tiroler kennen… Figl steht für Firn Gleiter, eine lustige Erfindung aus der Mitte des letzten Jahrhunderts.

Lange Rede, kurzer Sinn, Letu und ich machen uns bei sehr untypischen Figlverhältnissen zur Heiligwasserwiese auf, um unser „neues“ Spielzeug auszuprobieren. Und gleich vorweg… einfach ist anders… Letu macht auf jeden Fall die bessere Figur und deshalb sind keine Beweise meiner Fahrkunst sichtbar…

Wie man auf den Bildern sieht, handelt es sich um einfache Aluschienen mit einer Bindung drauf, die mittels Schnur gebunden wird.

Leider ist das Gefälle der Heiligwasserwiese nicht so groß, daher ist die Fahrerei noch ein wenig schwieriger.

Wir haben trotz des Wetters die größte Gaudi, die Teile sind „Fun Pur“, und werden sicher noch öfter im Einsatz sein.

210312 Aldranser Alm (1.511m)

Das Wetter der nächsten Tage verheißt wieder weiße Pracht, ein der Jahreszeit nicht ungewöhnlicher Zauber. Heute jedoch locken die milden Temperaturen, gaukeln schon eine noch nicht ganz eröffnete Wandersaison vor.

Das Ziel, heute gut gangbar, ist die Aldranser Alm. Und einen neuen Mitstreiter habe ich auch gewonnen, Manni begleitet mich auf dieser Marsch.

Wir starten in Fagslung, einem kleinen Weiler von Aldrans. Von hier müssen wir erst ein Stück mit dem Forstweg vorlieb nehmen, bis wir den eigentlich Steig erreichen. Dieser führt dann, immer wieder die Forststraße kreuzend, relativ direkt Richtung Alm.

Im oberen Drittel der Wanderung müssen wir uns mit Schnee und Eis herumschlagen, eine Stelle, ein vereister Bach, erfordert höchste Konzentration…

Der letzte Teil ist steil und führt und fast aper hinauf zur Aldranser Alpe.

Dann stehen wir vor der gemütlichen Hütte. Hoffentlich auch bald wieder geöffnet, und wieder zu einer feinen Einkehr einladend.

Wir setzen uns auf die Westseite der Hütte, auf einen leckeren Trunk müssen wir nicht verzichten, denn irgendwie haben sich Dosen in den Rucksack verirrt und wollen jetzt konsumiert werden.

Das Wetter wechselt währenddessen dauern die „Gesichtsfarbe“… mal düster wie hier, dann wieder Sonnenschein…

… sogar kurzzeitige Schneeschauer sind dabei. Da möchte man fast meinen, das Wetter des Folgemonats sei am Werke.

Nach der gemütlichen Rast, die Dämmerung setzt nun ein, läuten wir den Abstieg ein.

Naturgemäß geht es runter viel schneller als rauf… dennoch ist Obacht, speziell bei den eisigen Stellen angeraten.

Im oberen Bereich des Anstieges, bzw. nun Abstieges, sind immer wieder längere Eis- und Schneeflächen zu passieren.

Obwohl teilweise Konzentration gefordert ist, sind wir natürlich nicht aus der Ruhe zu bringen und haben so manches Späßchen am laufen…

Als wir beim Parkplatz ankommen, ist es schon fast dunkel. Das Timing heute war perfekt, ein toller Auftakt in die neue Wandersaison.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:50 h
Gesamtlänge: 9,68 km
Höhenmeter: 627 m

210310 Rinner Alm (1.394m)

A schnelle Tour nach der Arbeit, da bietet sich die Rinner Alm geradezu an. Mit Junior starte ich direkt nach der Arbeit zuerst mit dem Auto nach Rinn, zum Parkplatz bei der Kirche.

Vom Parkplatz wandern wir ein paar Meter auf der Asphaltstraße, dann erreichen wir das Ende der Rodelbahn. Diese sind wir noch vor Kurzem runter gerauscht…

Es ist der Jahreszeit entsprechend kühl, aber im „Bergaufgang“ wird uns schon warm ums Herz und in den Muskeln und Fasern.

Dennoch, Sonne haben wir auf der Wanderung heute keine… und das läge nicht an einer Wolkendecke oder ähnlichem… nein, es liegt einzig an der Uhrzeit und auch der Hangausrichtung…

Der Rinner Alm Steig ist ein angenehm angelegter Steig, der bis auf eine steile Stelle eine moderaten Anstieg zur Alm erlaubt.

Im Sommer, besonders an heißen Tag eine empfehlenswerte Strecke, ist es hier im Winter relativ kühl, auch wenn im Tal schon die Frühjahresgefühle erwachen…

In der unteren Hälfte verläuft der Weg immer im dichten Wald, nur ein paar Schneisen erlauben einen schönen Rundblick, wie hier auf das Bettelwurfmassiv.

Trotz hoher und fordernder Geschwindigkeit ist Letu immer wieder für Späße zu haben, sei es ausgewachsene Bäume ausreißen, laufen, springen und sonstigen Schindluder.

Die Forststraße auf die Alm verläuft im feinen Zickzack den Berg hinauf, der Wanderpfad geht weniger Kompromisse ein, schnurstracks verläuft die Schneide den Wald hinauf. Und natürlich haben wir Zweitere gewählt…

Ungefähr ab der Hälfte wird das Vorhandensein von Schnee immer häufiger. Generell gut begehbar, offenbaren einzelne eisige Stellen einen tückischen Hinterhalt.

Mit offenem Auge für Rutschpartien, aber auch mit dem wunderbaren Farbenspiel am Horizont klimmen wir immer weiter nach oben.

Eine letzte, zugegeben mächtige Schneelandschaft müssen wir meistern…

… dann erreichen wir das lustige „Tor zur Alm“, wie ich es gerne betituliere.

Die Alm hat zu, es war nicht anders erwartet. Selbst in normalen Jahren wäre nun, ob der nicht-fahrbereiten Rodelbahn wohl kaum offen, noch unwahrscheinlicher unter der Woche…

In einer windstillen Ecke ziehen wir uns schnell um. Handschuhe, Kappe und wärmende Jacke sind nun angezeigt, als der Tag flux der Nacht den Platz überlässt.

Ehrfürchtig beobachten wir das tägliche Spiel am Horizont, da so gar nie langweilig wird.

Den ersten Teil des Abstiegs schaffen wir ohne Lampen, spätestens im Wald brauchen wir zur unfallfreien Orientierung ein zusätzliches Licht…

Gerade um die blanken Eisstellen zu erspähen, ist die Stirnlampe ein wahrlich rentables Werkzeug, das zwar fast immer im Rucksack schlummert, aber heute gute Dienste verrichtet.

Naturgemäß ist der Abstieg wesentlich schneller als der Aufstieg bewerkstelligt. Die Schrittgeschwindigkeit wird durch ein gewisses Unwohlsein von Letu im Wald, wohl der vielen unheimlichen Geräusche geschuldet, immer schneller. Und daher stehen wir schneller als erwartet wieder am Ausgangspunkt…

Eine gemütliche Feierabendrunde, die wir heuer hoffentlich noch öfter nach der Arbeit / der Schule absolvieren können.

Tourendaten
Gesamtlänge: 5,16 km
Gesamtdauer: 1:42 h
Höhenmeter: 503 m

210220 Hirzer (2.725m)

Heute steht einer der großen Klassiker auf dem Programm, der Hirzer. Eine tolle Tour aus dem Wattental. Vor vielen Jahren bin ich hier mit dem Bundesheer gewesen und habe so manche Tour gemacht, allerdings ist meine Erinnerung daran ein wenig verwelkt. Mit zwei Pauls und einem Reinhard geht es heute auf Tour…

Wir starten beim Parkplatz am Gasthaus Hanneburger bei ca. 1.400 m los. Wir haben Glück, wir sind früh genug dran und finden gleich einen Parkplatz…

Der Start verläuft recht unspektakulär über eine Forststraße, bei deren Ende wir auf schönes Almengelände stoßen. Steil zieht die Spur nun über noch sehr harten Schnee nach oben.

An der „anderen“ Talseite leuchtet schon die Sonne, wir sind allerdings froh, noch in kühler Luft aufsteigen zu dürfen, denn heute wird es laut Wetterbericht noch recht warm.

Durch schöne Zirbenbestände steigen wir immer höher hinauf…

Unsere Vierergruppe hat sich mittlerweile ein wenig aufgelöst, aber immer wieder stoßen wir zusammen. Später, am Gipfel sind wir uns einig… wir haben alle ungefähr das gleiche Tempo, also eine angenehme Truppe…

Nun erreichen wir die Waldgrenze, es eröffnet sich ein spektakuläres Panorama, das uns beim weiteren Verlauf der Tour begleiten wird.

Es ist die erste Tour, die ich mit Paul mache, aber ich muss jetzt schon sagen, dass es hoffentlich nicht die Letzte sein wird. Stimmung, Tempo und das Rundherum passen perfekt…

Vorbei am Polvesalm-Hochleger steigen wir in Richtung Grat auf.

Schöne Skihänge eröffnen sich vor uns, einzig über die Schneequalität sind wir uns noch nicht einig. Aber bevor überhaupt ein Gedanke an die Abfahrt verschwendet wird, wir haben noch ca. 600 Hm vor uns…

Die Sonne steht nun schon ein wenig höher und wärmt uns. Es ist gerade richtig, noch nicht zu warm, und dennoch sehr angenehm.

Schließlich erreichen wir den Grat, der Schnee wird, wie in den Tuxern üblich, immer weniger, je höher man kommt… das ist dem immer währenden Wind zu verdanken.

Teilweise müssen wir über Steine steigen, zum Glück schützen die Felle den Skibelag und wir können unverfroren weitertappen.

Durch den Windeinfluss ist die Spur recht hart, daher lege ich meine Harscheisen an. Damit ist der weitere Aufstieg für mich doch um einiges einfacher…

Kurz vor dem Gipfel müssen wir noch einmal kurz abfahren, dann steht dem letzten Aufstieg nichts mehr im Wege.

Glücklich haben wir das Ziel erreicht, der Hirzer, 2.725m. Heuer bis dato mein „Höchster“. Die Aussicht ist absolut phantastisch, bei diesem Panorama schmeckt die Brotzeit gleich zweimal so gut.

Wir sind fast eine Stunde auf dem Gipfel, so gemütlich ist es schon lange nicht mehr gewesen. Irgendwann wird es allerdings doch Zeit für die Abfahrt…

Ich lasse den Profis die Vorfahrt, einzig Paul fährt als Schlusslicht, um die Leichen einzusammeln. Zum Glück ist das heute nicht von Nöten.

Im oberen Bereich ist die Abfahrt relativ lustig, je weiter wir ins Tal kommen, desto schwerer wird der Schnee und desto kraftraubender werden auch die Kurven. Dennoch macht die Abfahrt Spaß.

Am Schluss der unteren Almwiese müssen wir auf die Forststraße wechseln.

Diese ist in bestimmten Bereichen relativ flach, dennoch erreichen wir zügig den Parkplatz… ein paar Mal müssen wir halt doch schieben.

Am Parkplatz angelangt kommt eine feine Überraschung, es gibt eine „Hülse“ (= Bier). In diesen schweren Zeiten muss man halt das Zusammensitzen am Ende einer Tour ein wenig anders gestalten… von meiner Seite „Hoch-die-Daumen“, nach so einer Tour schmeckt ein Bier einfach wunderbar.

Das Wette ist nun wirklich warm geworden, daher ziehe ich mir zu Hause die „Kurze“ an und setzte mich auf den Balkon… und gönne mir noch ein Bier auf die tolle Runde!

Tourendaten
Gesamtlänge: 15,19 km
Gesamtdauer: 4:57 h
Höhenmeter: 1.446m
Lawinenwarnstufe: 2 (Triebschnee)

210214 Vom Patscherkofel zum Glungezer

Viele Jahre ist es hier (um genau zu sein, 2015), dass ich diese Route, die sogenannte „Route Roman“ mit Alfons gegangen bin. Schon länger will ich diese feine Skitour wiederholen, aber finde keine Mitstreiter. Heute mache ich mich alleine auf, die einfache Grattour zu absolvieren.

Mit der Kofelbahn gönne ich mir den Luxus des vereinfachten Aufstieges, die ersten 1000 Höhenmeter sind so ein Klax…

Da ich recht früh dran bin, und die Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt sind, ist auf im Skigebiet fast nichts los.
Von der Bergstation geht es gleich steil hinauf, im Nordhang des Patscherkofels ist eine angenehme Spur angelegt, der ich folge. Schön langsam strömen doch ein paar Leute zum Skifahren, bis hierher kann ich die Kanten knirschen hören.

Je näher ich dem Gipfel komme, desto mehr sieht man den Einfluss des Windes. Es hat schon einige Zeit nicht mehr geschneit, die Schneedecke ist windgepresst und überall sieht man „Gangeln“. Kein gutes Zeichen, aber in diesem Falle vernachlässigbar, da der Kofel extrem verspurt ist.

Der Patscherkofel ist ein Aussichtsberg par excellence, besonders schön an einem eiskalten Wintermorgen wie heute. Die Fernsicht ist grandios, und ich bin froh, dass ich mir diesen Tag für die Tour ausgesucht habe.

Am Gipfel ist es sonnig, windstill und sehr angenehm. Dennoch kann ich nicht verweilen, ich habe noch eine gute Strecke vor mir. Ich begebe mich zum Osthang, oberhalb dessen ich abfelle und mich für die erste Abfahrt des Tages bereit mache.

Einer der kleinen Nachteile dieser Tour ist die immer wieder dünne Schneeauflage am Grat. Da es in dieser Region immer windet, ist der Schnee teilweise verblasen. Dennoch finde ich ski-schonende Spuren zum Abfahren.

Zwischenzeitlich muss immer wieder geschoben werden, aber für´s erneute Auffellen ist es noch zu früh. Sobald ich in den Nordbereich der Tour wechsle, liegt Schnee von überraschend guter Qualität.

Ein Blick zurück offenbart den ersten Teil der Abfahrt, mit viel Gemüse dazwischen. Es führen nur ein paar wenige Spuren den Hang herunter, scheinbar ist die Tour aktuell nicht so gut besucht.

Der Blick Richtung Süden offenbart ein weiteres „Wunderland“ für Tourengeher. Das oft übersehene Viggartal mit schönen Skibergen, im Hintergrund die Kreuzspitze (2.746m) und das Rosenjoch (2.798m)

Nach ein wenig „Tretteln“ erreiche die das Lanser Kreuz, nun steht wieder eine schöne Steile Abfahrt vor mir. Zum Glück habe ich die Felle noch nicht „montiert“.

Bevor ich hinunter schwinge, schaue ich mir nochmals den Routenverlauf an. Vor mit ausgebreitet liegt wie auf einer Karte der Pfad. Dem sonnigen Grat entlang geht es rechts an der Viggarspitze (Pyramide) vorbei und dann zwischen Felsen nach oben zur Sonnenspitze.

Die Spur, der ich heute folge, unterscheidet sich an ein paar Stellen von der mir im Gedächtnis gebliebenen. Und da ich immer wieder mit Fellen abfahren muss, denke ich mir, dass die „alte“ Route von 2015 wohl geschickter angelegt war.

Noch ist es kühl und immer wieder schattig, nachdem ich allerdings ein Stück hinter Boscheben in die Sonne komme, kann die Jacke auch im Rucksack verschwinden.

An den Wegweisern kann man erkennen, dass hier viel Schnee liegt. Bei einer Abzweigung des Zirbenweges sehe ich die Viggarspitze in voller Pracht. Eine schöne geformter Pyramide…

Es geht fast gerade auf den Gipfel zu, hier im kleinen Tal ist es schattig und dementsprechend kalt. Aber vor mir lockt schon die Sonne.

Schlussendlich erreiche ich die Südhänge der Viggarspitze mit viel Sonne. Wind ist auch nicht vorhanden, daher sind die Temperaturen nun sehr angenehm.

Da ich eine längere Strecke vor mir habe, lasse ich die Viggarspitze heute aus. Das nächste Mal stehe ich wieder dort oben. Der Blick ins Viggartal und zurück auf den Patscherkofel zeugt recht deutlich, dass dieses Tal recht langzogen ist. Die Skitouren am Talschluss sind dementsprechend auch niemals „kurz“…

Nun bewege ich mich weiter auf die Sonnenspitze zu, auch zur Neunerspitze ganz in der Nähe sende ich meinen Gruß. Die Spur ist schon älter, daher ist stellenweise unberührter Schnee vor mir…

Die originale „Route Roman“ führt immer am Grat entlang, doch ich entscheide mich, der Spur am Sommerweg in den Südhängen zu folgen.

Der erste Teil des Weges ist wunderschön, wobei die Spur nicht wirklich hilfreich ist. Später erreiche ich aber auch Stellen, bei denen ich froh bin, wenn ich diese hinter mir lasse. Meine Versuche, Gefahrenstellen auszuweichen, sind fast immer von Erfolg gekrönt, dennoch brechen bei steileren Stellen immer wieder Schollen aus dem Bruchharsch, der hier vorherrscht…

Je Steiler die Hänge werden, desto vorsichtiger bin ich. Am Schluss muss ich noch durch den Gipfelhang, der mich auf die Glungezer Hütte bringen wird. Durch halbwegs geschickte Spurenwahl bleibt die Steilheit immer unter 35°. Die Hänge oberhalb habe ich besonders im Auge..

Der Schlusshang ist recht hart, daher muss ich die Harscheisen anlegen. Das klappt hervorragend, und nun ist das Raufgehen doch um einiges leichter geworden.
Dann erreiche ich, zugegeben erleichtert, den Grat vor der Hütte. Diese liegt nun direkt vor mir, ich zieht aber noch ein paar Meter weiter, zum Glungezer Kreuz (2.660m).

Hier gönne ich mir eine einsame Pause. Während auf der Sonnenspitze schon Menschenmassen stehen, bin ich hier, circa 250 Meter Luftlinie alleine…

Die Pause tut gut, ich merke allerdings, dass ich bedingt durch den nun einsetzenden Wind auskühle. Da ich eine tolle Abfahrt vor mir habe, packe ich zusammen. Nach der Hütte muss ich nochmals ein paar Meter in die Schulter der Sonnenspitze aufsteigen, denn dort startet die eigentliche „Piste“.

Das Aufwärmen in der Hütte bleibt mir heute/heuer corona-bedingt verwehrt, aber die Abfahrt wertet das Gesamterlebnis absolut auf. 1.800 m Abfahrt, wo hat man das sonst…

Vom Gipfel, mit Buckelpiste, über die sehr gut präparierte Piste im Skigebiet und schlussendlich über die gesperrte, weil teilweise recht eisige Talabfahrt erreiche ich zufrieden die Talstation der Glungezerbahn. Beim Weg zur Bushaltestelle hole ich mir noch ein Bier bei der Larchhittn, dann warte ich in der Sonne auf den Bus.
Eine wunderschöne Tour, die mir viel Spaß und manch erhöhten Puls beschert hat…

Tourendaten

Skitour
Gesamtlänge: 8,41 km
Gesamtdauer: 3:51 h
Höhenmeter: 1.171 m
Lawinenwarnstufe: 3 (Triebschnee, Altschneeproblem)

Abfahrt
Gesamtlänge: 8,89 km
Gesamtdauer: 35:00 h
Höhenmeter: -1.800 m
Lawinenwarnstufe: – (Pistenabfahrt)

210208 Schartenkogel (2.311m)

Heuer ist bei mir echt das „Schartenkogeljahr“, so scheint es. Schon einige Male bin ich auf diesen Muggel rauf gelaufen, heute eben wieder. Eigentlich wollte ich noch weiter auf den Glungezer, aber die Zeit hat gegen mich gespielt und daher war beim Schartenkogel Ende… aber mal wieder von Vorne.

Trotz dass ich schon einige mal hier war, es gibt immer wieder was zu entdecken. Heute probiere ich den Tagesaufstieg über die ehemalige Lifttrasse. Und schon vom ersten Meter weg muss ich zugeben, dieser Aufstieg hat es in sich… steil ist geil, könnte man sich da denken.

Die Spur selber kenne ich noch sehr gut aus den vergangenen Jahren. Hier führe der alte Schlepplift im Winter bzw. Einser-Sessellift im Sommer hinauf zur Tulfeinalm. Die Fahrt mit dem Einser-Sessellift war noch ein richtiger Spaß.

Bequemer ist natürlich der nun moderne Aufstieg mit Gondel oder Sessellift. Neben der Piste stehen immer wieder prachtvolle Zirben.

In schnurgerader Linie erreiche ich die Bergstation der Glungezer-Sektion-II. Hier beschließe ich, wieder einen für mich neuen Weg zu probieren. Direkt hinter der Bergstation zweigt ein Weg ins Gelände. Nun ist der Pieps auch aktiv…

Wunderschön und meiner Meinung nach absolut unkritisch steige ich parallel zur Skipiste, aber ohne diese zu sehen durch lichten Wald weiter hinauf.

Das phänomenale Panorama auf Innsbruck wird heute nur noch durch den frisch gefallenen Schnee getopt, der die Landschaft fast unwirklich erscheinen lässt.

Hatte ich im ersten Teil der Tour (auf der Lifttrasse) noch keine Sonne, habe ich nun Glück und immer wieder wärmen mich die goldenen Strahlen.

Mein Blick wechselt immer wieder nach Westen, zum Glungezer… so sich der heute noch ausgehen würde? Doch nun liegt erst mal der Weg Richtung Schartenkogel vor mir, hier im Hintergrund schon zu sehen.

Nachdem ich letzten Dienstag später unterwegs war und dort schon feststellen musste, dass hier echt was los war, scheint jetzt genau das Gegenteil der Fall zu sein. Wenige Mitstreiter treffe ich heute… vielleicht sind die alle im Geschäft, denn diese haben das erste Mal seit langem wieder geöffnet (Stichwort Covid19).

Noch ein paar Schritte vom Gipfel entfernt wird es lauter. Es sind doch ein paar Leute am Weg. Am Gipfel ist eine größere Gruppe mit Kindern, die hier einen feinen Ausflug gemacht haben und nun mit Brotzeit und Fackeln ein wenig Gemütlichkeit fabrizieren.

Nach Süden hin sehe ich das düstere und für mich so faszinierende Voldertal. Hier möchte ich heuer unbedingt ein paar Touren machen.

Und gegenüber liegt der Glungezer mit der berühmten Hütte. Mein eigentliches Ziel ist heute aufgeschoben, aber natürlich nicht aufgehoben.

Mit der Dämmerung ist der Wind stärker geworden, schnell richte ich mich (wie fast immer an diesem Berg) für die Abfahrt. Das Zusammenpacken geht von Mal zu Mal schneller.

Die Sonne ist nun untergegangen und die Dämmerung zaubert wunderbare Lichtspiele in den Himmel.

Die Nordkette über Innsbruck leuchtet im letzten Licht des Tages, mit dem frischen Schnee besonders prächtig. Bei der Abfahrt treffe ich eine nette Dame, die mir erklärt, heute 4 mal wieder aufgestiegen zu sein, einzig weil ihr das Powdern so viel Spaß gemacht hatte…

An der Gondel angekommen, der Talabfahrtspiste traue ich wieder nicht (nicht wegen der Schwierigkeit, sondern wegen dem fehlenden Schnee), fahre ich die Glungezer-Sektion-I wieder retour ins Tal.
Eine tolle, schnelle Tour, die ich bestimmt bald wieder mache!

Tourendaten
Gesamtlänge: 7,40 km
Gesamtdauer: 1:47 h
Höhenmeter: 764 m
Lawinenwarnstufe: 3 (Altschnee/Gleitschnee)

210202 Schartenkogel (2.311m)

Und wieder mal, dank gespannter Lage und später Stunde, geht es hinauf auf den Schartenkogel. Zu dieser Tour gibt es ja nicht mehr viel zu sagen… dennoch musste ich heute ein paar Mal beim Aufstieg grübeln. Hatte sich doch unweit der Aufstiegsspur kürzlich ein Lawinenereignis, Gott sei Dank ohne Folgen, abgespielt… so nahe liegen manchmal Glück und Unglück nebeneinander…

Nach 1:08 h stehe ich auf dem Gipfel des Schartenkogel und genieße die wunderbaren Blick ins Tal. Es ist zwar nicht kalt, aber windig, und daher verzichte ich auf eine längere Gipfelpause.

Die Abfahrt ins Tal ist heute lustig, obwohl die Piste knollig ist und teilweise schon leichte Tendenzen zur Eisbildung hat. Da ich relativ früh am Weg war, hatte ich mit der Menge an Mitläufern kein Problem… nun sieht die Sache ein wenig anders aus, Karawanen steigen am Pistenrand empor… dennoch läuft alles sehr zivilisiert ab. Hut ab vor der Disziplin.

Tourendaten
Gesamtlänge: 7,47 km
Gesamtdauer: 1:26 h
Höhenmeter: 742 m
Lawinenwarnstufe: 3 (Altschnee, Triebschnee)

210120 Rodeln Rinneralm

Die Schneeverhältnisse sind sehr gut, daher beschließen Letu und ich, die Rodel auszupacken und noch eine kleine Abendrunde zu gehen. Die Rinner Alm ist unser Ziel (auch wenn wir dann doch nicht ganz bis zur Alm gehen).

Einer der Hauptvorteile dieser Bahn abgesehen vom guten Pistenzustand ist der getrennte Aufstieg. So kann man gemütlich nebeneinander laufen und sich unterhalten.

An manchen Stellen, wie hier am Brunnen, sieht man, dass die nördliche Lage dieser Rodelbahn mit niedrigen Temperaturen und einem dementsprechend gutem Bahnzustand einhergeht…

Kurz vor der Alm kommen die Aufstiegs- und Abfahrtspur zusammen. Letu will nicht mehr länger aufs Rodeln warten, also beschließen wir, hier abzukürzen. Da wir nur eine Rodel mithaben, müssen wir uns ein wenig Aufteilen, während ich hinten für die Ausleuchtung und das Lenken zuständig bin, übernimmt Letu die Korrekturmaßnahmen und das Bremsen…

Die Abfahrt geht wunderbar, die Bahn ist hügelig und lustig zu befahren. Auf eine konstante, sprich tägliche Präparierung wird lt. Homepage aus aktuellem Anlass (Covid19) verzichtet, dennoch ist die Bahn ist sehr gutem Zustand. Hier ein Lob an den Hüttenwirt!

Viel zu schnell erreichen wir wieder den Ausgangspunkt in Rinn… aber lustig war es Allemal. Was machen wir das nächste Mal besser? Wir nehmen eine zweite Rodel mit…

Letu meint am Schluss nur, jetzt bin ich hungrig und müde… naja, erst hat der kleine Mann 3 Stunden Eishockey gespielt, und dann noch diese Wanderung unternommen. Da darf man schon mal Schwäche zeigen… 😂😂😂

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:12 h
Gesamtlänge: 6,06 km
Höhenmeter: 355 m
Lawinenwarnstufe: 3 (Triebschnee / Altschnee)

210118 /200119 Schartenkogel (2.311m)

Montag und Dienstag sind Nachschitouren-Tage am Glungezer, und da ich gerne in dem Gebiet unterwegs bin, machte ich da nach der Arbeit gerne eine schnelle Runde. Eine tolle Neuerung ist die Benützbarkeit der Gondel am Abend, damit entfällt die lästige Parkplatzsuche bei der „Neuen Gufel“

Die Fahrt mit der neuen Gondel macht mir jedes mal wieder kindisch viel Freude, ohne Wehmut denke ich an den langsamen Zweiersessellift zurück…

Beim Start, ich bin früh dran, sehe ich die letzten Skifahrer zusammenpacken, für die Tourengeher ist es fast noch zu Früh. Dennoch darf ich nach Rücksprache mit dem Liftpersonal auf der Piste rauflaufen.

Zügig wird Meter für Meter zurückgelegt, ich habe mir heute ein gemütliches, aber stetes Tempo vorgenommen.

Die Aussicht mit dem wunderschönen Wolkenspiel begleitet meine Schritte, im Oberland hängen noch ein paar Wolken. Aber auch am Schartenkogel und Glungezer wollen die Wolken nicht ganz weichen.

Je näher ich der Bergstation komme, desto kälter wird es, denn ein immer stärker werdender Nordwind ist aufgekommen.

Der gesamte Weg ist auf der Piste machbar, einzig eine Abkürzung gönne ich mir, diese ist ungefährlich und vermeidet ein flaches Stück…

Kurz vor dem Gipfel sehe ich surreal wirkende Felsen, die mit Schneeformen bedeckt sind, die sich ein Mensch so nicht ausdenken könnte. Wunderschön anzuschauen, besonders ist dem jetzt vorherrschenden Licht.

Kurz vor dem Gipfel wird es nochmals richtig steil, normalerweise war das immer ein für mich sehr unangenehmes Stück, heute stört es mich nicht, im Gegenteil, ich kann mich hier nochmals ein wenig aufwärmen.

Dann ist schließlich das Gipfelkreuz in Sicht, eine große Wechte hat sich hier aufgebaut. Die war das letzte Mal noch nicht vorhanden…

Es ist spät geworden, die Sonne geht schlafen und überlässt unser Landl der Nacht.

Es ist richtig kalt, mit dem Wind noch gefühlt viel mehr. Ich kühle schnell aus, mein Trinkschlauch ist eingefroren, daher halte ich mich nicht lange auf, sondern richtige mich für die Abfahrt her.

Ein letzter Blick ins Inntal und auf Innsbruck, dann setze ich meine Schwünge ins Tal…

Da ich nicht weiß, ob die Talabfahrt präpariert ist, fahre ich das letzte Teilstück wieder mit der Gondel ab. 6 Minuten dauert die Fahrt, dann erreiche ich wieder den Talboden.

Wiederum tolle Trainingstouren…

Nachtrag: Ein paar Tage später habe ich erfahren, dass am 14.01.2021 (LWS = 4) und 19.01.2021 (LWS = 3) im freien Gelände am Glungezer Lawinen mit Personenbeteiligung (Quelle: https://lawis.at/incident/) geschehen sind. Gott sei Dank ist nichts passiert, es zeigt jedoch sehr deutlich, dass die Lage aktuell angespannt ist und ein Ausweichen auf Pistenskitouren angezeigt ist.

Tourendaten Montag 18.01.2021
Gesamtlänge: 7,66 km
Gesamtdauer: 1:43 h
Höhemeter: 759 m
Lawinenwarnstufe: 4 (Altschnee / Triebschnee)

Tourendaten Dienstag, 19.01.2021
Gesamtlänge: 7,58 km
Gesamtdauer: 1:26
Höhemeter: 759 m
Lawinenwarnstufe: 3 (Altschnee / Triebschnee)

210116 Herztal-Wanderung mit Schneeschuhen

Eigentlich hat die Planung heute in der Früh ganz anders ausgesehen. Wir wollten Skifahren, ich parallel dazu eine Skitour machen. Das Material war im Auto, die Kinder angezogen, so fuhren wir spät aber doch von Zuhause los. Leider wohl zu spät. Am Patscherkofel war schon die Hölle los, also disponierten wir um. Doch was machen? Kurzentschlossen gingen die Junioren Schlittschuh laufen, und ich mit den Schneeschuhen eine Runde spazieren.

Vom Parkplatz am Eislaufplatz starte ich los, erst geht es ein paar Meter aufwärts, dann über schöne Wiesen in mit feiner Sonne eben dahin.

Der erste Teil des Spaziergangs entspricht im Übrigen dem Weg zum Goaßgogl. Da es selten so einen tollen Schnee in den Niederungen hat, ist das heute die perfekte Aktivität für mich.

Der Blick über das Inntal ist zwar nicht ganz so spektakulär wie von einem Berggipfel, aber man muss schon zugeben, dass von allen Dörfern in der Gegend Aldrans wohl den besten Logenplatz hat.

Die Bäume und Stauden sind tief verschneit, damit ergeben sich immer wieder schöne Fotomotive.

Kurz vor der Abzweigung zum Goaßgogl bleibe ich am Aussichtspunkt stehen und schau „hinab“ ins Unterland. Ein paar Wolken hängen an den Bergflanken, aber ansonsten ist das Wetter heute kaiserlich!

An der Nockspitze haben sich auch ein paar Wolken am Gipfel verfangen, lt. Wetterbericht ist es heute recht windig im Gebirge, und die Schneefahnen, die immer wieder sichtbar werden, bestätigen dies eindrucksvoll.

Im Wald habe ich diese Sorgen nicht, hier muss ich eher drauf achten, nirgends anzustoßen. Eine falsche Bewegung, und das wunderbare Weiß verwandelt sich im Nacken zu eiskaltem Wasser… eine Erfrischung, auf die ich heute verzichten kann.

Der Abstieg vom Goaßgogl ist steil, aber kurz. Gar nicht so einfach mit den Schneeschuhen, gut dass die richtige Spikes montiert haben. Die Wiese unter dem Ampasser Kirchbichl ist rasch überquert. Es sind fast keine Leute am Weg, und es ist total ruhig.

Ein kurzes Stück muss ich mir die Schneeschuhe ausziehen und über die steile Straße Richtung Herztal hochsteigen. Da aber fast keine Autos unterwegs sind, ist das kein Problem.

Nach kurzer Strecke erreiche ich die Abzweigung ins Herztal. Überall sind schon Fußspuren, nicht viele, aber immerhin. Ohne Schneeschuhe ist das ein zweifelhaftes Vergnügen.

Ich beschließe, nicht den ganzen Weg durch das schöne Herztal zu wandern, sondern zweige auf dem aktuell nicht sichtbaren Sommerweg hinauf zu den schönen Wiesen über dem Pfarrtal.

An den Bäumen sieht man sehr gut, wie der Schnee hier mit Windbeteiligung „gewütet“ hatte. Wie eine zweite Haut klebt der Schnee teilweise auf der Rinde fest.

Im Schatten ist es kalt, aber darauf war ich vorbereitet. Ein paar Mal muss ich nun vom Weg abweichen, damit ich mit den Schneeschuhen einen feinen Pfad laufen kann, doch immer wieder kehre ich auf den normalen Sommerweg zurück.

Die Sonne kommt nun immer öfter zum Vorschein, ich freue mich schon wieder auf offenes Gelände.

Der Weg öffnet sich und der Patscherkofel lacht mir schon entgegen. Nun bin ich wieder draußen auf dem Feld.

Die Aussicht ist toll, unter mir liegt das Pfarrtal, im Hintergrund die Aldranser Pfarrkirche mit dem schönen, neu renovierten Turm. Und von überall her leuchtet prächtig der frisch gefallene Schnee.

Ein letzter Blick zur Sonne, dann laufen ich den Hügel hinab zum Sportplatz. Da warten schon die Kinder auf mich. Eine feine Route, die dank dem Schnee aktuell gut mit Schneeschuhen machbar ist. Im Sommer werde ich hier mal laufen, das macht sicher auch Spaß.

Das Fazit heute: Wegen Corona muss man trotz Bewegungsdrangs den Verstand bemühen. Wäre Skifahren heute sicher unsere bevorzugte Betätigung gewesen, war es meiner Meinung nach dennoch schlau, eine ruhigere Tätigkeit auszusuchen. Das haben wir getan, und jeder war glücklich…. was will man mehr!

Tourendaten
Gesamtlänge: 3,7 km
Gesamtdauer: 1:15 h
Höhenmeter: 180 m
Lawinenwarnstufe: 4