Schon seit einiger Zeit „kitzelt“ mich eine Schneeschuhtour, endlich ist es so weit. Weit weg will ich nicht fahren, daher beschließe ich, eine Runde auf und um den Patscherkofel zu machen.
Mit der Bahn fahre ich bis zur Mittelstation, die Talabfahrt ist schon wegen Schneemangels geschlossen. Hier starte ich, mit Grödeln bewaffnet, die Schneeschuhe bleiben auf dem Rucksack.

Ich erreiche nach ein paar Minuten die Patscher Alm (1.694m), hier verlasse ich das Skibgebiet und folge dem Forstweg, auch Vitalweg genannt, in Richtung Hochmahdalm

Es ist und bleibt eine Forststraßen-Hatscherei, egal ob Sommer oder Winter. Dennoch tröstet die wunderschöne Aussicht ein wenig über diesen Fakt hinweg.

Das Stubai, für die Jahreszeit auch schon auffällig schneefrei, liegt direkt vor mit. Ich komme an der sogenannten David-Hütte, in super Lage, vorbei.

Der Weg ist immer noch gut zu gehen, die Schneeschuhe können noch am Rucksack bleiben.

Schließlich erreiche ich auch die Hochmahdalm (1.907m). Hier treffe ich auch zwei Skitourengeher, die gerade eine Pause machen.

Kurz nach der Alm biege ich von der Straße ab ins Gelände, hier sind auch mehrere Skitourengeher am Weg. Nun endlich kommen die Schneeschuhe zum Einsatz.
Der Aufstieg auf den Gipfel des Kofels ist einfach, aber die Sicht grenzwertig… fast wie ein „Whiteout“.

Ich stapfe vor mich her, Sicht gegen Null, als plötzlich die Wolkendecke aufreißt und die Sendeanlage direkt vor mir liegt. Ich bin überrascht, dass ich schon fast auf dem Gipfel stehe.

Für eine Pause ist es noch zu früh, ich gehe an der Gipfelstube vorbei, diese ist trotz des nicht idealen Wetters gut gefüllt.

Ein Abstecher zum Gipfelkreuz des Patscherkofels ist Pflicht. Der Wind bläst wie verrückt, daher bleibe ich nur einen Augenblick stehen.


Vom höchsten Punkt wandere ich nun ostwärts, vorbei an der riesigen Sendeanlage und über den Osthang in eine Mulde. Der Schnee ist gut tragfähig, dennoch muss man aufpassen, wohin man steigt, um nicht in eine Klusse (Felsloch) zu steigen.

Unter dem Lanser Kreuz wird es ein weniger steiler, ich finde eine alte Spur, der ich folge. Obwohl der Nimbus des Erstbegehers verloren , ist das Fortkommen um einiges leichter geworden.

… in einer steileren Passage zweigt der Weg hinab in eine Mulde und weiter Richtung Zirbenweg.

Die Orientierung ist im Winter wesentlich schwieriger, ich quere den Zirbenweg unbemerkt und befinde mich plötzlich tiefer als eigentlich geplant. Unter dem Osthang des Kofels wandere ich dann zur Grünbichlhütte.

Über einen flachen Boden mit vielen Latschen, das „Lieblingsgebiet“ ein jedes Schneeschuhwanderers, führt der weitere Weg. Obwohl keine steilen Passagen sind, muss ich bei jedem Schritt aufpassen, nicht einzubrechen.

Ich erreiche die Grünbichlhütte, ein Blick über die Schulter zeigt düsteres Wetter im Unterinntal. Mal schauen ob der Sonnenschein an meinem Standort noch ein wenig hält…

Von der Hütte führt eine Spur in Richtung Patscherkofel-Bergstation, undeutlich, aber erkennbar. Dieser folge ich, vermutend, dass ich auf dem Zirbenweg bin. Dies dürfte auch der Fall sein, allerdings ist der Weg zugeschneit und relativ steil, mit den Schneeschuhen stellt diese eine Herausforderung dar.
Zusätzlich ist die Schneeschichtung gelinde gesagt „komisch“, oberflächlich liegt ein fast schon schmieriger Schneefilm, unterhalb eine sehr harte Schneeschicht. Dies beeinflusst den Gripp der Schneeschuhe, ansonsten kein Thema, heute ein wenig negativ!

Ich quere die steileren Hänge, teils mit ungutem Gefühl, teil unter Zuhilfenahme von „ungewöhnlichen“ Steigtechniken und erreich schlussendlich wieder sicheren Untergrund.

Der Pulsschlag fährt langsam wieder runter, und nach kurzer Zeit eröffnet sich der Blick auf die Bergstation der Patscherkofelbahn. Ich habe es geschafft.

Eine schöne Tour mit Schneeschuhen, die Steilheit und der ungute Schneedeckenaufbau haben mich am Schluss ein wenig auf Trab gehalten, aber Spaß gemacht hat die Tour allemal!
Tourendaten
Gesamtdauer: 3:18 h
Gesamtlänge: 8,79 km
Höhenmeter: ∆ 685m / ∇ 437m
Lawinenwarnstufe: 1


