Nach einer guten Nachruhe stehen wir erholt und ausgeruht auf. Ich habe mir ungeschickter Weise am Vortag zwei satte Blasen eingefangen, diese werden nun mit Blasenpflaster versorgt. Anschließend steht ein stärkendes Frühstück am Programm.

Von der Hütte, das Wetter schaut akzeptabel aus, steigen wir nordwärts zum Einstieg des Klettersteiges auf den Kleinen Bettelwurf auf.

Zwar sind genug Wolken anwesend, doch die Sonne lacht immer wieder zwischen Fenstern hervor.

Wir haben den Einstieg fast erreicht, als sich das Wetter fast schlagartig ändert. Es ist finster geworden und nach kurzer Beratung beschließen wir, umzudrehen.


Beim Abstieg zur Bettelwurfhütte fängt es auch zu regnen, die Entscheidung war also richt gewesen.

In der Früh haben wir einen Teil der Ausrüstung bei der Hütte gelassen, diese Sachen holen wir mil ab. Dann beschließen wir über Lafatscherjoch, Issboden und Herrenhäuser abzusteigen.

Über den Wilde-Bande-Steig machen wir uns, Papa und ich schon zum zweiten Mal dieses Wochenende, auf zum Lafatscherjoch.

Der Weg ist fein zu gehen, das Wetter ist so lala. Immerhin ist es nicht so heiß und wir müssen nicht schwitzen beim wandern.

Der Weg zieht sich gefühlt ewig hin, und es geht immer aufwärts, egal welche Richtung man geht. Dann beginnt auch noch der Regen stärker zu werden und wir sind dankbar, dass wir am Bettelwurf umgekehrt sind.


Das Wetter wird immer schlechter, je weiter wir nach Westen kommen.

Beim Lafatscherjoch kommt auch noch ein leichter Wind dazu, nun wird es richtig kühl. Zum Glück sind wir halbwegs gut ausgerüstet.


Am Lafatscherjoch machen wir eine kurze Pause, trinken etwas und schauen retour auf unseren Aufstiegsweg auf die Speckkarspitze vom Vortag.


Das Lafatscherjoch kenne ich noch mit besserem Wetter, vor vielen Jahren bin ich hier mit Alfons mal mit dem Mountainbike rübergekommen, da sind wir von Scharnitz nach Hall in Tirol gefahren.

Den Weg vom Joch hinab zum Issboden sind wir damals teils abgefahren, beim Zustand des Weges kann ich mir das fast nicht vorstellen. Per Pedes ist der Weg allerdings gut begehbar.

Der Blick reicht von hier zurück bis zum Stempeljoch. Unvorstellbar, dass die Bergwerker hier früher die Stempel (Holzpflöcke) von der Pfeis herüber transportiert haben.

Der Blick retour offenbart uns nochmals, dass die Besteigung des Bettelwurfs heute keine feine Sache gewesen wäre.

Als wir im Issboden ankommen, ist der Wind abgeflaut und es sind sogar erste blaue Flecken am Himmel zu sehen. Vielleicht haben wir jetzt am Nachmittag noch Glück mit dem Wetter.

Durch den kleinen Wald am Issboden wandern wir auf der Forststraße zu den Herrenhäusern.

Dann erreichen wir die ersten Zeugnisse des Bergbaus. Das altehrwürdige Berghaus, Unterkunft für die Knappen am Wasserbergstollen, zeugt noch von einer regen Bergbautätigkeit. 1967 wurde der Bergbau nach fast 700 jährigem Bestehen eingestellt.

Bei den Herrenhäusern angekommen, einem Komplex sehr schöner Gebäude, schauen wir uns die Zeugnisse der vergangenen Zeit an.

Der König Max Stollen ist der einzige verbliebene Stollen, den man auf ca. 5m befahren kann, zumindest wenn man als Besucher kommt. Mittlerweile wurde sogar im hinteren Bereich ein Licht montiert, damit sieht man recht tief in den Stollen.

Die Rupertikapelle, schön restauriert vom Absamer Künstler Obleitner, erstrahlt wieder in meinem Glanz, nachdem sie nach der Auflassung des Bergbaus durch Vandalismus stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Auch das südwestliche Eck des Herrenhauses, das 1999 von einer Lawine stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, und anschließend provisorisch mit Dachpapp repariert wurde, erstrahlt in neuem Glanz. Wenngleich es sich hier nur um eine bedruckte Plane handelt. Ein neuer Verein bemüht sich um den Erhalt, scheinbar mit Erfolg.

Bei St. Magdalena, dem einzigen bewirteten Stützpunkt im unteren Halltal, gönnen wir uns ein Erfrischungsgetränk. Daniel, immer um das Allgemeinwohl bedacht, hat noch eine Jause mitgebracht, die wir allerdings erst im Abstieg genießen.


Und langsam schließt sich der Kreis wieder, im Abstieg sehen wir den Klettersteig, den Maggo und Daniel am Vortag bewältigt haben, in voller Pracht.


Der Abstieg durch den schönen Buchenwald ist für mich auch immer wieder ein Erlebnis, ich bin einfach gerne hier im Halltal.

Auch unseren, Papa und meinen Aufstiegsweg können wir nochmals ausgiebig betrachten. Die mächtige Bettelwurfreise schaut von unten fast ein wenig zum Fürchten aus.

Wohlbehalten erreichen wir wieder den Parkplatz am Hackl. Obwohl wir unsere Ziele nicht ganz erreicht haben, hatten wir doch zwei schöne und ereignisreiche Tage, die wir wohl nicht so schnell vergessen werden.

Auf der Heimfahrt, das Wetter ist nun wirklich besser geworden, sehen wir nochmals den gewaltigen Bergstock, Kleiner und Großer Bettelwurf, die Hohe Fürleg, Tratten, und auch den Hundskopf. Im Vordergrund linkerhand der Zunterkopf.

Ein tolles Wochenende in feinster Gesellschaft ist nun zu Ende. Wir hatten sehr viel Spaß und das wird nicht die letzte Runde in dieser Konstellation sein. Berg Heil!
Tourendaten
Gesamtdauer: 5:29 h
Gesamtlänge: 18,26 km
Höhenmeter: △ 613 m / ▽ 1.915 m



Danke nochmals Michi für die tolle Organisation!
Auch wenn uns das Wetter nicht immer wohlgesonnen war an diesem WE, waren es dennoch zwei tolle Tage mit euch allen!!
Der Bettelwurf bleibt eindeutig auf der Bucketlist… 😉
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Hallo Maggo, danke für den netten Kommentar! Ja, es war eine tolle Tour in toller Begleitung! Das müssen wir wiederholen! Und natürlich bleibt die Tour auf den Bettelwurf ein Ziel für unseren Trupp!
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