Der Föhn wütet schon seit gestern im Land Tirol, besonders in den typischen Windschneisen. Damit fällt unsere geplante Skitour aus, wir müssen umdisponieren. Nach kurzer Überlegung fällt mir das Halltal ein, das ja durch die geographische Ausrichtung windgeschützt sein sollte.
Zum Parkplatz Hackl fahren wir mit dem Auto, dann starten wir über die Salzstraße ins Tal hinein.

Schon nach kurzer Wegstrecke wechseln wir auf den feinen Fluchtsteig, der im unteren Bereich breit ist und feines „Nebeneinanderlaufen“ zulässt.

Der erste Teil der Wanderung liegt noch offen zum Inntale, daher bläst auch hier der Wind mit vehementer Intensität. Zumindest ist es nicht so kalt!

Beim Bettelwurfeck macht das Halltal einen Knick nach Westen, damit wird dem Wind ein Hindernis in den Weg gelegt und für uns wird der weitere Aufstieg angenehmer.

Wir bleiben immer nahe an der Bergflanke, wir beschließen beim Aufstieg, den Eibentalsteig zu nehmen. Damit sind wir nördlich vom Zunterkopf und an der Leeseite vom Föhnwind.

In der Früh war der Himmel noch recht schicklich, aber jetzt ziehen immer mehr Wolken auf. Dennoch, es ist lau und trocken, also wandern wir weiter.

Wir erreichen das wunderschön gelegene Alpengasthaus Sankt Magdalena, eine Einkehr ist obligatorisch. Wir finden einen feinen Platz in der Veranda-Stube, der Kachelofen ist eingeschürt, es ist lauschig warm in der Stube.
Eine feine Tom-Yam-Suppe (Thai) mit anschließender Topfenschnitte stillen den kleinen Hunger.

Das Wetter wird leider eher nicht besser, daher machen wir uns an den Rückweg. Dieses Mal nehmen wir den „unteren“ Fluchtsteig, der durch schöne Buchen- und Eibenwälder ins Tal führt.

Zeitzeugen des ehemaligen Salzbergbaus sind immer noch sichtbar, die Soleleitung, die ich schon seit Jahren immer wieder fotografisch dokumentiere, ist immer noch „gut in Schuss“, zumindest streckenweise.

In den Grashängen und auch in den Schotterreisen sitzen, liegen und stehen Gämsen. Zum Fotografieren (mit der iPhone-Kamera) sind sie dann doch zu weit weg.

Am Talanfang lässt der Frühling seine ersten Boten sprießen, die ersten Leberblümchen, und auch Seidelbast entdecken wir.

Dies war eine feine Wanderung durch das Halltal, die sich heute rentiert hat. Während sonstige Aktivitäten ob des Windes wohl nur erschwert möglich gewesen wären, hat diese Runde definitiv Spaß gemacht.
Tourendaten
Gesamtdauer: 2:38 h
Gesamtlänge: 7,72 km
Höhenmeter: ∆ 533 m / ∇ 532 m


