Schon ewig ist es her, dass ich mich Michi auf dem Berg war… heute endlich treffen wir uns, und Michi hat gleich ein „Schmanker“ vorbereitet.
Vom Parkplatz „Axamer Lizum“ starten wir, neben der Standardausrüstung mit Figl bestückt in Richtung Halsl und Saile…

Der Frühling ist auch hier eingekehrt. Überall sprießen Enzian, Platenigl und vielerlei Blühwerk und erfreuen das Auge!

Michi macht das Tempo, und so erreichen wir innerhalb kurzer Zeit das Halsl. An diesem Übergang ins Stubai teilen sich die Wege. Wir wandern heute weiter in Richtung Saile, man könnte aber weiter auch auf den Ampferstein oder eben ins besagte Stubai (über Pfarrach)

Mein obligatorischer Wetterbericht darf natürlich nicht fehlen, das Wetter ist sehr fein, allerdings ein wenig windig!

Je höher wir steigen, desto schöner wird der Blick in den „Kessel“ der Kalkkögel, wo die Adolf Pichler Hütte liegt. Im hinteren Bereich, beim Steingrubenkogel und auch der Seespitze liegt noch viel Schnee in den Rinnen… ein Hoffnungsschimmer für unser heutiges Unternehmen.

Die Wiesen sind hier voller Blumen, ein buntes Meer liegt vor uns.

Bald kommt der Gipfel der Saile ins Blickfeld. Wir haben ein paar Wanderer getroffen, die Meisten mit Schlafsack und Isomatte am Weg… das Ziel ist klar und selbstredend. Die Saile ist bekannt als „Schlafberg Innsbrucks“.

Das Wetter wäre an sich toll zum Übernachten, der Wind würde mich aber stören, in dieser Höhe ist die Brise empfindlich kalt geworden.

Wir statten dem Gipfel nur einen kurzen Besuch ab, dann wandern wir nach Südwesten, zur Mairrinne. Diese im Winter bekannte Tourenvariante wollen wir mit den Figln abfahren. Viel Schnee wird nicht mehr liegen, aber vielleicht reicht es aus.

Sobald wir in die Rinne reinsehen, wissen wir auch, dass wir die Abfahrt genießen können. Wir pausieren im oberen Bereich, verspeisen unsere Jause und bestaunen das einsetzende Farbenspektakel am Himmel, Vorbote des kommenden Sonnenuntergangs.

Dann heißt es, Jacke, Gamaschen, Figl und Handschuhe anziehen, und dem Vergnügen steht nichts mehr im Wege. Ich bin bis jetzt immer mit Skischuhen gefiglt, daher ist es für mich am Anfang eine größere Umstellung…

… aber der Schnee ist super weich und die Sonnen schein zumindest im oberen Bereich noch auf die Rinne. Das muss einfach Spaß machen!

Michi macht den ersten Schwung, ein wenig geübter als ich, aber Kontrolle ist bei den Figln sowieso eine Eigenschaft, die nicht ganz zutreffend ist!

Überraschend schnell habe ich die Bewegung mit den weichen Bergschuhen heraußen. Und so macht die Rinne sehr viel Spaß. Sobald man von der Sonnen- auf die Schattenseite wechselt, merkt man einen „Härteunterschied“ der Schneedecke.

Ein Heidenspass, der sich hier uns erschließt…

… leider viel zu schnell wieder vorbei! Die letzten Meter steigen wir „klassisch“ ab, die Figl verstauen wir wieder am Rucksack.

Die Sonne schiebt sich hinter ein Wolkenband am Horizont, und sobald der Feuerball verborgen ist, wird es merklich kühler.

Die Reststrecke der Mairrinne, bis zum Bigitzköpflhaus laufen wir über eine schöne Schotterreise ab, rasch erreichen wir die aktuell geschlossene Hütte.

Der Himmel wird immer bunter…

Beim weiteren Abstieg über den steilen Bergpfad hinunter zur Axamer Lizum können wir ein wunderschönes Farbenspiel am Himmel beobachten.

Zufrieden erreichen wir wieder den Parkplatz, da ist so gut wie nichts mehr los. Eine tolle Tour, hoffentlich schaffen wir es bald wieder!
Tourendaten
Gesamtdauer: 3:04 h
Bewegungszeit: 1:40 h
Gesamtlänge: 7,60 km
Höhenmeter: 880 m


