Es ist schon eine Weile her, dass ich mit meinem „Alten Herrn“ auf dem Weg war. Heute steht für uns zwei eine tolle Tour in den Lechtaler Alpen auf dem Programm. Am Vortag bin ich schon angereist, damit wir gleich in der Früh starten können, denn die Tage sind mittlerweile kurz genug.

In Gramais im Lechtal parken wir das Auto, leider ist hier an ein Anreisen mit Öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mal im Ansatz zu denken. Hier gibt es das einfach nicht… vom Dorf wandern wir südwestlich ins Tal des Roßkarbaches.

Schon von Beginn an sehen wir, dass hier gut Wasser vorhanden ist… überall, und im Besonderen am Talschluß sehen wir viele Wasserfälle.

Wir wandern über dem Bachbett, durch die Latschen immer weiter ins Tal hinein.

Teilweise ist der Weg durch die letzten Regenfälle lädiert, allerdings ist das hier nichts besonderes… im Gebirge verändern sich die Bedingungen im Laufe der Zeit… manchmal langsam, manchmal schneller.

Ein Blick zurück, wir sehen Gramais und das Sattele, das Papa und ich vor einigen Jahren schon auf dem Weg der Kogelseespitze passiert haben.

Faszinierend finde ich, und darauf wurde ich schon vorbereitet, die vielen Wasserfälle, die hier über die Felswände schießen.

Wir müssen die Felsen immer wieder umgehen, aber schlußendlich kommen wir auf der oberen Ebene an, vor uns liegt ein wohl ehemaliger See, der sich nun in ein Moor-ähnliches Gebilde verwandelt hat. Im Hintergrund sehen wir die zerklüftete Grüntalspitze.

In die entgegengesetzte Richtung liegt der Rosskarsee, majestätisch erheben sich darüber Rosskarspitze und Großstein.

Nur noch kurz, dann stehen wir vor dem Rosskarsee. Dieser liegt in einem wunderschönen Kessel, umrahmt von sehr beeindruckenden Bergen. Nachdem wir bei einer Pause die Gegend ein wenig genauer betrachten, debattieren wir, ob diese Gegend vor nicht allzu langer Zeit noch vergletschert war.

Unser weiterer Weg führt uns oberhalb der „Oberen Petschinger Böden“, unter der Großen Schafkarspitze auf teilweise ungutem Wege auf den Rücken des Hirschhals.

Ein paar ausgesetzte Stellen, die aber gut begehbar sind, müssen wir meistern. Bei Regen ist das wohl eine ganz andere Liga, aber heute, bei diesen Verhältnissen, da passt der Weg sehr gut.

Rückblickend sehen wir nochmals die vermuteten Schrämmspuren, im Kessel des Rosskarsees. Wie schon gesagt, einfach eine Vermutung… aber eine interessante Vermutung. Und schließlich erreichen wir die Ausläufer des Hirschhalses.

Der Weg von hier zum Schafkarsee schaut zwar weit aus, aber nach einer knappen 1/2 Stunde erreichen wir auch den zweiten und letzten See für heute…

Die Berge im Lechtal finde ich genauso faszinierend wie die Abgelegenheit oder auch Abbeschiedenheit. Heute sind wir noch niemandem auf der Wanderung begegnet.

Der Schafkarsee liegt auch wunderschön in einem Kessel, kommt allerdings von der Farbe her nicht an den Rosskarsee heran. Ein interessantes Details, hier waren wir im Winter schon mit den Skier…

Auch an diesem See pausieren wir kurz, dann wandern wir den selben Weg zurück bis zum Hirschhals. Noch ein paar Meter den Hang hinab, dann sehen wir das Kreuz. Schon interessant, wenn das Kreuz unter einem liegt!

Vom Kreuz am Hirschhals haben wir einen tollen Ausblick auf Gramais und auf das Sattele, das wir 2021 begangen sind.

Ein Stück weiter vor an der Kante kann man fast die ganze Tour einsehen.

Nun geht es steil hinab durch lockeren Wald. Allerdings bleibt nicht viel Zeit zur Rundschau, der Weg ist echt steil und heute ein wenig rutschig. So vernichten wir in kürzester Zeit einige Höhenmeter…

Am Schluss erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt Gramais, das Dorfgasthaus hat leider Betriebsurlaub, also fahren wir zu Papa nach Hause und lassen dort die Tour ausklingen.
Später fahre ich mit dem Zug wieder zurück nach Innsbruck, ich möchte am Sonntag noch eine Tour anhängen, das Wetter soll ja wunderbar werden!
Tourendaten
Gesamtdauer: 5:56 h
Gesamtlänge: 14,48 km
Höhenmeter: ∆∇ 1.310 m



