Reisetag Belgrad – Podgorica (26.04.2015)

Nach einer langen guten Rast, gestern war doch anstrengend gewesen, starken wir uns mit einem guten Schluck Kaffee und reden eine Weile mit unserem „Host“. Dann machen wir uns auf zum Bahnhof.

Die Sonne lacht schon wieder vom Firmament, ein gutes Zeichen für einen weiteren abenteuerlichen Tag. Ducan, unser „Host“ hat uns mental auf eine wilde Fahrt vorbereitet, selten pünktlich, voll und dreckig. Na, schauen wir mal.

Am Bahnhof finden wir gleich mal unseren Zug, die Sitzplätze, die uns zugewiesen sind, warten auch auf uns. Mit im Abteil sind zwei Einheimische und zwei Amerikaner.  Platz ist genug und aufgeräumt schaut es auch aus. Also schon mal viel besser als befürchtet.

Der Zug füllt sich langsam, der Abreisezeitpunkt rückt näher. Dann setzt sich der Zug langsam, ruckeln und stöhnend in Bewegung… Galack, galack… so kling der Start unserer Reise. Wir fahren aus dem Bahnhofsgelände, dann nimmt der Zug fährt auf. Gar nicht langsam und lattrig kommt uns die Fahrt vor.

Nach einer Stunde muss ich mal auf’s stille Örtlichen. Nicht gerade Rosenduft, aber ok. Ich schließe die Türe, fast finster. Durch ein paar Ritzen im lackieren Fenster kommt Sonnenlicht. Na, dann geht das schon, denke ich mir. Ich bin gerade beim „pieseln“, als es ganz dunkel wird. Hoppla, ein Tunnel. Zielen im Dunkeln ist echt eine Herausforderung, stelle ich fest.

Am Fenster zieht eine sonnendurchflutete bäuerliche Landschaft mit Feldern, Tieren und Wäldchen vorbei. Ab und an kommt ein Örtchen, oder aber ein Industriekomplex. Nach einiger Zeit verändert sich die Landschaft, es wird gebirgiger und dadurch müssen wir öfter durch einen Tunnel. Sind diese am Anfang noch kurz, werden sie mit Näherkommen von Montenegro auch länger, da die Berge höher werden. Auch wandelt sich das Wetter, war es am Anfang unserer Reise noch wolkenlos und schön, ziehen jetzt schon ein paar Wolken auf. Hoffentlich bleibt das Wetter trotzdem noch schön oder zumindest trocken.

Die Amerikaner habe sich als Briten herausgestellt und wir haben eine sehr interessante Zeit mit Ihnen. Sie sind fast immer mit dem Zug am Weg, alte Hasen sozusagen. Und in Innsbruck und Wien waren sie auch schon.

Wir Brotzeiten gemütlich, reden und schauen beim Fenster raus. Im Nachbarabteil sitzt eine Gruppe fussballafiner Jugendlicher, die ein paar Lieder preisgeben. Mit dem Konsum von Bier werden die Gesangskünste zwar nicht besser, aber lauter und ambitionierter. Schlussendlich endecken sie, dass ihre Füße im Zug auch eine nützliche Trommelfunktion haben. Nicht allen gefällt’s, aber auch nicht alle stört’s.

Ich hole uns im Speisewagen zwei türkische Kaffee’s. Da wird der Kaffee direkt mitgekocht. Nachdem ich bestellt habe, schmeißt der Koch einen Camping-Gaskocher an und braut mir einen köstlichen Wachmacher. Lecker. Danach gönne ich mir noch ein montinigrisches Bier, das auch sehr lecker schmeckt. Jetzt kann kommen, was wolle…

Je weiter wir in den Süden kommen, desto steiler werden die Berghänge. Um kurz vor 5 Uhr erreichen wir die Grenze zu Montenegro, von serbischen Grenzpolizisten werden unsere Pässe gecheckt. Die Krawallmacher neben uns sind schon gut im Öl, aber Probleme gibt’s keine. Eine Diskussion mit dem Schaffner hatten sie schon, rausgekommen ist nicht viel. Um 19:45, mit 10 Minuten Verspätung erreichen wir Podgorica.

Müde, aber glücklich suchen wir unsere Herberge. Von den Engländern verabschieden wir uns noch, viel hatten wir miteinander geredet.

Das Hostel ist gleich gefunden, der „Padron“ spricht alle möglichen Sprachen, außer Englisch und Deutsch. Mir Armbein-Sprache erreichen wir auch so unser Ziel. Im Anschluss an die Formalitäten gehen wir noch essen, in einen Grill. Das Essen ist sehr schwer und fleischlastig, im Landesinneren. Fast wie griechisches Essen. Und eben auch sehr g’schmackig.

Wir sitzen hier noch eine Weile, diskutieren über Gott und die Welt und lassen so den schönen Tag ausklingen.

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