Der neue Tag begrüßt uns mit glasklarem Firmament, die Sonne lacht vom Himmelszelt. Heute haben wir eine nicht ganz so anstrengende Etappe vor uns, wir wollen von der Lizumer Hütte auf die Weidener Hütte wandern.
Zuerst gibt es ein Frühstück, das sehr gut durchorganisiert ist. Man sieht, dass das Personal hier größere Anstürme gut managen kann.

Wir wandern ein paar Meter Talauswärts, bis fast zum Lager Lizum, dann zweigen wir in die Osthänge hinauf.

Noch liegt unser Weg im Schatten, während die Osthänge schon gut in der Sonne liegen. Wir finden die morgendliche Frische mehr als angenehm, und das Wetter trägt seinen Teil bei zum super Wandererlebnis.

Unterweg entdecken wir Gespinnstmotten, die in emsiger Kleinarbeit wahre Kunstwerke aus feinen Fäden spinnen.

Ein Blick zurück zeigt uns den Recken, den wir gestern bei nicht so tollem Wetter dennoch schon gesichtet hatten. Heute, bei strahlend schönem Himmel schaut die Landschaft magisch aus.

Vor uns liegen Almmatten, Moosbeerfelder und Zirbenwälder. Wir sind ja auch in den Tuxern. Diese Mischung finde ich, charakterisiert dieses Gebiet sehr gut.

Langsam kommt die Sonne auch auf unseren Weg und die Temperaturen steigen merklich.

Zeit für die kurze Hose, denkt sich auch Biggi. Bei einer kleinen Rast passen wir uns dem Wetter an.

Der Blick in das Talende zeigt die bekanntesten Lizumer Berge, Tarntaler Köpfe, Lizumer Sonnenspitze, Recken, Geier… ein wunderschönes Panorama.

Eine Kuhherde mit Jungtieren stellt sich uns auch in den Weg, wir gehen auf Nummer sicher und umwandern diese kurzerhand.

Schließlich erreichen wir das Kravenzjoch (2.450m). Nach kurzer Pause und Beratung beschließen wir, die Hippoldspitze gleich mitzunehmen, da diese sehr nahe am Weg liegt.

Ein steiler, bröckliger Aufstieg mit Tiefblicken zum Lager Walchen ist bald geschafft…

… dann verändert sich der Gipfelaufbau und sanft leiten die letzten Meter hinauf zum Gipfel. Nun haben wir uns eine Pause verdient.

Die kurze Pause am Gipfel müssen wir uns noch teilen, ein paar Meter abseits vom Gipfel finden wir eine traumhafte Wiese, die für unsere Pause perfekt erscheint.

Inmitten von Blumen, mit Aussicht auf Gilfert und Kellerjoch, gönnen wir uns eine ausgedehnte Pause, mit Brot, Wurst und Käse… immer noch das Wanderproviant von zu Hause.

Der Rundumblick ist phantastisch, auch die Fernsicht ist heute unglaublich. Nur am Horizont sind ein paar Schönwetterwolken sichtbar.


Nachdem wir uns ein wenig satt gesehen haben, wandern wir wieder zurück zum Kravenzjoch und steigen über die Ostseite hinab zur Grafennsalm.

Der Weg und die Landschaft wird merklich lieblicher, feine Wanderwege ziehen durch Almrosen- und Moosbeermatten.

Im Rückblick sehen wir die wilde Seite der Hippoldspitze. Kaum zu glauben, dass wir vor kurzem dort oben gestanden sind.

Wir kommen an einem kleinen Unterstand oberhalb der Alm vorbei. Ein toller, wenn auch abgelegener Platz für eine Hütte

Nun führt der Weg steil am Bach entlang hinab, von hier sehen wir schon die Forststraße weit unten im Tal

Wir sehen nun das obere Weertal mit der Grafennsalm, schöne Almen zeichnen dieses Gebiet aus. Von solchen Almen können andere Alpengebiete nur träumen.

Der ganze Hang, wunderschön in der Sonne gelegen, ist mit Moosbeeren überzogen. Biggi schafft es nicht, hier vorbei zugehen. Schon bald stehen wir beide inmitten der blauen Früchte und stillen den kleinen Hunger.

Am Schluss, nach dem Auslaufen auf der Forststraße wandern wir auf einem schönen Steig durch den Wald. Bald lichtet sich dieser und wir sehen die Hütte direkt vor uns, jedoch ein paar Höhenmeter oben gelegen.

Wir nutzen den kleinen Bach, um uns zu erfrischen. Ein sehr gutes Gefühl, wenn man nach einer längeren Wanderung die Füße ins eiskalte Nass stecken kann.

Ein paar Meter nach oben, Biggi marschiert die letzten Meter barfuß, und wir erreichen die Weidener Hütte, auch Nafinghütte genannt (1.799m).

Wir verbringen einen total feinen Nachmittag und Abend mit super Essen auf der Hütte. Wir treffen wieder unsere „Mitwanderer“. Heute haben wir ein Zweibett-Zimmer, sehr angenehm. So können wir uns richtig für die nächste Etappe ausruhen.
Tourendaten
Gesamtdauer: 6:15 h
Gesamtlänge: 14,49 km
Höhenmeter: ∆ 930 m / ∇ 1.135 m




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