Nach einer guten Nachtruhe im Zweibettzimmer stehen wir vergnügt auf, wir freuen uns schon auf die nächste Etappe. Das Frühstück ist sehr gut, wie eigentlich alles hier auf der Weidener Hütte.
Auf der Veranda sitzen unsere zwei deutschen Kollegen, der Wetterbericht verspricht Gewitter schon am späten Vormittag. Sie haben beschlossen, das Risiko nicht einzugehen, und über den Talboden abzusteigen.
Biggi und ich unterhalten uns mit dem Hüttenwirt, dieser meint, dass wir das leicht schaffen, den Rastkogel haben wir bei Gewitterbeginn schon hinter uns. Da der Himmel auch vielversprechend ausschaut, fällt die Entscheidung auf „Weitergehen“.

Der Himmel ist, von einer paar Wolken im Süden abgesehen, strahlend blau. Eigentlich unvorstellbar, dass schon bald alles anders sein könnte.
Von der Hütte steigen wir zum Nafingsee auf, an diesem vorbei über Almrosen-Weiden und einer kleinen Almhütte immer weiter zum Joch.

Die Kühe werden gerade gemolken, 4 Senner sind gerade fleissig am Werk, das Vieh abzufertigen

Unser Weg liegt noch im Schatten, das ist angenehm, weil fein kühl. Wir werden gegen Mittag noch lange genug in der Sonne laufen!

Der Olperer zeigt sich heute wieder einmal in all seiner Pracht, ein wunderschöner Berg, den man speziell hier in den Tuxern immer wieder gut sehen kann.

Unter uns liegt das Geisljoch, unser Weg führt uns jedoch hinauf zum Nafingjoch (2.489m). Dort verweilen wir einen Moment, genießen den Rundumblick, bevor wir uns zum Aufstieg auf den Rastkogel machen.

Vom Joch haben wir einen wunderbaren Ausblick auf den Hauptalpenkamm.

Unterhalb vom Nafingjoch sind „komische“ Rippen im Gelände, teilweise sind kleine Seen und Teiche dazwischen. Wir wundern uns über die Entstehung dieser „Wellen“.

Südseitig passieren wir die Halsspitze, ein kleiner unmarkierter Gipfel, den wir auslassen. Unter uns liegen die wunderschönen Rastkogelseen.

Bald erreichen wir das Nurpensjoch, das den Abschluss des gleichnamigen Tals darstellt. Dort war ich vor Jahren auf der Haglhütte, mit dem Mountainbike.

Der Weg zum Gipfel schaut noch weit aus, das Hinweisschild relativiert die Gehzeit… lange haben wir es nicht mehr und das Wetter hält noch gut. Zum Glück haben wir die Tour nicht abgebrochen.

Rückblickend sehen wir nochmals die Rastkogelseen und den Olperer.

Der Grat wird ein wenig ausgeprägter, nun ist der Gipfel nicht mehr fern.

Die letzten Meter führen durch leichtes Blockgelände, dann haben wir den höchsten Punkt der Etappe, den Rastkogel (2.762m) erreicht.

Der Ausblick ist überragend, am Himmel zeigen sich leichte Cirren, aber das Wetter schaut noch stabil aus.

Wir gönnen uns eine längere Pause, essen unsere Jause, packen die Landkarte und das Fernglas aus und genießen das Panorama! Eine tolle Aussicht haben wir hier!

Nach der ausgedehnten Pause und einem Gespräch mit einem weiteren Bergsteiger setzen wir unseren Weg fort. Wir steigen ostwärts ab, unter Dreispitz-, Breiten- und Rosskopf führt uns der Weg durch ein namenloses Hochtal.

Hier liegen noch größere Schneereste in den schattigen Passagen, eine Spur auf der Schneedecke zeugt von ungenügendem Risikobewusstsein.

Je tiefer wir wieder absteigen, desto lieblicher wird die Landschaft. Bald sehen wir einen See vor uns liegen, der wohl auch zum Baden einladen würde.

Als wir dort ankommen, sehen wir, dass es sich um ein größeres Feuchtgebiet mit zwei Seen handelt. Der untere See ist recht brackig, aber der obere See wäre toll für eine Erfrischung. Allerdings treibt uns das nun instabiler werdende Wetter zur Eile an.

Über dem Rastkogel brauen sich die ersten Wolken zusammen, und der Weg ist doch noch nicht fertig für heute.

Der Weg führt durch Steilwiesen über dem Tal, im Hintergrund können wir schon die Rastkogelhütte ausmachen.

Die Wolken über dem Rastkogel werden immer mehr, dennoch müssen wir uns noch nicht fürchten. Ein bisschen Zeit haben wir noch. Im Rückblick sieht man den Weg durch die Steilwiesen gut.

Wir erreichen die Abzweigung zum kleinen Gilfert. Morgen müssen wir wieder hier her, denn unsere Alternativroute auf die Kellerjochhütte führt hier vorbei.

Die nächste Station ist das Sidanjoch (2.127m), ab hier ist der Weg nun nicht mehr weit.

Und das ist auch gut so, denn mittlerweile ziehen schwarze Wolken auf.

Ab dem Sidanjoch ist der Weg breit, auch E-Biker treffen wir hier. Vermutlich wurde der Weg genau deswegen erweitert…

Trocken erreichen wir die Rastkogelhütte (2.117m), wunderschön gelegen über dem Sidantal. Im Hintergrund können wir auch Hochfügen ausmachen.

Wir setzen uns auf die Terasse und genießen ein gutes Mittagessen. Die Tagesgäste machen sich ob des Wetters wieder auf den Heimweg, während für uns das Tageswerk getan ist.

Später am Nachmittag öffnet sich die Himmelsschleusen, es regnet ergiebig. Wanderer, die es nicht zeitig in die Hütte geschafft haben, werden dem entsprechend gewaschen.
Unsere Wiener Wanderer schaffen es leider auch nicht, später erzählen sie uns, wie sie inmitten des Gewitters Unterschlupf in einer Felshöhle suchen mussten.

Zum Glück hat unsere Tourenplanung auch heute wieder gut gepasst. Wir sind trocken und sicher angekommen und können den Abend genießen. Auch hier
Tourendaten
Gesamtdauer: 5:17 h
Gesamtlänge: 11,95 km
Höhenmeter: ∆ 1.109 m / ∇ 784 m



