Archiv für den Monat September 2024

240922 Hochmahdkopf (1.738m)

Gestern waren wir im Westen der Landeshauptstadt am Weg, heute ist der Osten dran, genauer gesagt, das Einzugsgebiet von Hall. Wir wollen auf den Hochmahdkopf, der 2014 durch einen dramatischen Waldbrand regionale Bekanntheit erlangte.

Vom Parkplatz, über die Zugangsbrücke über die Salzstraße erreichen wir den kleinen Pfad, der eine tolle Abkürzung auf dem Weg zum Hochmahdkopf darstellt. Auch die Forst- und im Winter Rodelstraße stellt eine, wenn auch unattraktivere Möglichkeit dar, auf den Steig zu gelangen.

Erst durch Fichten und Föhren, wird der Wald mit der Höhe schnell lichter und der Ausblick besser. Je offener das Gelände wird, desto mehr sieht man vom Schaden und den Erhaltungsmaßnahmen.

Ich mag den Herbst. Gerade wenn die ersten Gipfel ein Schneekleid tragen, die tieferen Lagen aber noch die spät-sommerlich/herbstliche Farben aufweisen, finde ich die farblichen Kontraste wunderschön. Ein azurblauer Himmel rundet solche Bilder noch ab.

Der Weg auf den Hochmahdkopf ist ziemlich direkt angelegt, das bedeutet, dass Verschnaufpausen eingelegt werden müssen, der Weg gönnt uns keine Erholung. Es ist sehr warm, aber nicht heiß. Die Pausen nutzen wir gerne, um den Blick ins Inntal schweifen zu lassen.

Dann heißt es wieder, rauf, rauf, rauf! Steil ist der Pfad angelegt. Der Vorteil davon, man verschenkt keine Höhenmeter, und mit jeder Umschau sind wir wieder überrascht, wie hoch wir schon gekommen sind.

Die Brandwunden sind verheilt, die Spuren allerdings überall sichtbar und spürbar. Im oberen Bereich liegt viel verdorrtes, bzw. verbranntes Krummholz: Latschen oder auch Legföhren genannt.

Vor Zeiten hatte ich hierzu einen interessanten Bericht gelesen, wie langsam diese Höhenlagen besiedelt werden, also wie lange es dauert, dass hier ein durchgängiger „Latschengürtel“ entsteht…

… tausende Jahre Besiedelungsdichte wurde hier durch eine Unachtsamkeit zerstört, vier Tage brannte der Berg, bis die Einsatzkräfte endlich das „Brand-Aus“ geben konnten.

Von hier haben wir einen guten Blick auf den Gnadenwald, Mils, den Haller Wiesen, aber auch auf Kellerjoch, Glungezer, sogar den Haneburger können wir gut ausmachen.

Schließlich erreichen wir den Kopf des Hochmahdkopfes, ein Gipfelkreuz und ein paar Bänke und Tische zieren den höchsten Punkt. So eine „Einladung“ lassen wir uns nicht entgehen, hier wird nun mal bei bester Rundumsicht „gejausnet“

Wir sind nicht alleine am Gipfel, so können wir einen Bergkameraden nötigen, von uns das obligatorisches Gipfelfoto zu schießen.

Nach ausgedehnter Jause und Pause entschließen wir uns, nach Sankt Magdalena ins Halltal abzusteigen. Diesen Kraftort besuchen wir immer gerne…

Im nord-seitig gelegenen Abstieg liegt immer noch der Schnee, obwohl die Höhe und die Temperaturen was anderes erwarten lassen würden. Wir sehen auch in den hinteren Bereich des Halltals, mit Lafatscher und Rosskopf!

Nach ein paar Querungen erreichen wir schließlich Sankt Magdalena im Halltal, das jederzeit einen Besuch wert ist. Heute ist ganz schön was los, dennoch kehren wir ein und genießen eine gutes Essen und die wohlverdiente Pause.

Vom ehemaligen Kloster wandern wir über den Fluchtsteig ins Tal, teilweise durch alte Buchenwälder, die Blätter am Boden liegen dick und unübersehbar.

Am Talanfang sehen wir die Hüttenspitze, die durch die Winklerwand sehr imposant aussieht. Und von der Winklerhütte (Alpensöhnehütte) wehen immer wieder Musik-Klangfetzen zu uns herüber… dort ist heute ein Festl!

Über den schönen Teil des Fluchtsteiges kommen wir immer näher zum Ausgangspunkt zurück.

Und hier, schlussendlich wieder am Start, haben wir unsere Runde fertiggestellt.

Es war eine tolle Wanderung. Das Halltal, da sind sich Biggi und ich einig, ist immer einen Besuch wert. Das Wetter war zwar nicht ganz so gut wie am Vortag, aber dennoch oder gerade deshalb perfekt zum Wandern.
Ich freue mich schon auf die nächste Tour… wohin uns diese auch treiben wird.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:33 h
Gesamtlänge: 9,40 km
Höhenmeter: △▽ 965 m

240921 Neue Magdeburger Hütte (1.633m)

Nach einem sonnigen, heißen Sommer sind nun die klassischen Wandertage im Herbst angebrochen. Das Wetter ist perfekt, aber es ist nicht mehr ganz so heiß.
Biggi und ich fahren mit der Mittenwaldbahn nach Hochzirl, heute steht die Neue Magdeburger Hütte auf dem Programm.

Vom Bahnhof starten wir direkt auf den Wanderweg, wir sind nicht alleine, hinter uns ist eine lautstarke Gruppe Bayern, die singen und johlen. Wir beschleunigen unseren Schritte für die ersten Meter, das brauchen wir nicht wirklich…

Schon bald haben wir die Krawallmacher abgehängt und die Stille der Berge umschließt uns. Das ist schon um einiges angenehmer. Dem Brunnensteig folgend erreichen wir die vielen kleinen Hütten und Ferienhäuschen am Hörbstenboden.

Wir folgen hier dem Steig zur Kirchberger Alm, durch wunderschöne Lärchenwälder wandern wir immer weiter ins Gebirge.

Bei der Alm begegnet uns eine kleine Gruppe, die uns überholt, während wir eine Trinkpause machen. Die Aussicht ins Inntal ist wunderschön, aber es braucht eine Weile, bis wir uns orientiert haben.

Weiter führt der Weg hinauf zur Neuen Magdeburger Hütte, die wir nach gut zwei Stunden. Es ist Zeit für eine Pause, wir bekommen einen sonnigen Platz auf der Terrasse, hier gefällt es uns.

Nach der Pause marschieren wir weiter, ein kurzer Check mit der Hüttenwirtin klingt nicht so positiv. Wir können den von uns geplanten Weg wegen Schneelage nicht durchführen, also müssen wir eine Alternative einschlagen. Eigentlich wollten wir durch die Kranebitter Klamm wieder nach Innsbruck absteigen, aber der „Krummer Steig“ sei nicht begehbar.

Von der Hütte müssen wir erst noch ein wenig nach Westen aufsteigen, dann sehen wir den Anfang der Klamm vor uns. Teilweise ist der Weg beschädigt, aber schon wieder gut eingetrampelt. Auffällig sind die vielen umgestürzten Bäume, die immer wieder umgegangen werden müssen.

Bald sehen wir den weiteren Weg, von Schnee weit und breit keine Spur. Daher beschließen wir, den Steig doch zu begehen. Unterwegs treffen wir eine Gruppe Frauen, die meinen, der Weg ist begehbar, aber teilweise abgerutscht. „Schaurige Stellen“ ist das Stichwort…

Dies sehen wir schon bald selber, aber dank Stahlseilen und Tritten ist das Übersteigen dieser Hindernisse kein Problem.

Der Blick aus der Klamm ist toll, im Blickfeld liegen Serles und Nockspitze.

An der „Nassen Wand“ wollten wir eigentlich in die Klamm absteigen, aber auch hier haben wir einen Tipp eines Einheimischen bekommen. Der meinte, er wäre gerade heraufgekommen und kann den Abstieg nicht empfehlen. Teile des Weges, der schon seit Jahren nicht mehr betreut wird, ist abgegangen, und kann nur kletternd bewältigt werden. Im Aufstieg vielleicht noch möglich, im Abstieg definitiv nicht empfehlenswert.

Daher ändern wir die Route nochmals und erwählen den Pfad zum Rauschbrunnen, auch das eine tolle Variante.

Die Kranebitter Klamm ist, obwohl so Nahe bei der Landeshauptstadt, ein wildes, wenig erschlossenes Gebiet. Es ist relativ ruhig hier!

Der Steig ist gut gewartet, aber teilweise recht schmal und ausgesetzt. Für uns ist das kein Problem, aber der Hinweis, „trittsicher“ zu sein, ist hier nicht Fehl am Platz.

Immer wieder sehen wir nun ins Inntal und auf Innsbruck. Im Hintergrund das Kellerjoch, dem wir vor ein paar Wochen unsere Aufwartung gemacht hatten!

Am Alpengasthof Rauschbrunnen machen wir nochmals eine Pause, wir verzehren erst unsere Jause, dann kehren wir ein und gönnen uns noch ein Getränk.

Der Weg vom Rauschbrunnen führt uns in Richtung Höttinger Bild, dem wir heute jedoch keine Aufwartung machen.

Weiter wandern wir auf direktem Wege nach Innsbruck, in den Stadtteil Hötting.

Hötting ist Eigens, zwar ein Teil der Stadt, aber es hat doch seinen dörflichen Charakter erhalten. Schon interessant, dass es den Dorfcharm so behalten konnte.

Von Innsbruck nehme ich den Bus nach Hause, Biggi legt noch einen Umweg ein. Später treffen wir uns noch zum Abendessen, es gibt gebackene Forelle, Kartoffel und Gemüse. Perfekt, um den Tag abzurunden.

Tourendaten
Gesamtdauer: 6:13 h
Gesamtlänge: 18,19 km
Höhenmeter: △ 1.002 m / ▽ 1.343 m

240903 Arzleralm (1.067m)

Spontan haben Biggi und ich entschlossen, nach der Arbeit auf die Arzler Alm zu wandern. Den ursprünglichen Plan, die ersten Meter mit der Hungerburgbahn zu fahren, lassen wir fallen, da die Bahn direkt vor unserer Nase wegfährt.

Über den Hans-Psenner-Steg und weiter auf verschlungenen Wegen nahe der Hungerburg steigen wir bei schönem Wetter immer Höher.

Die Steigung ist sehr angenehm, es ist ein feiner Spaziergang nach der Arbeit. Perfekt, den Tag ausklingen zu lassen.

Wir erreichen die Alm, und haben Glück. Die Küche ist „gerade noch“ offen, wir können uns noch ein gutes Abendessen gönnen. Ich bestelle mir die Kässpätzle, heute genau das Richtige!

Biggi genießt eine gute Suppe. Es ist richtig gemütlich und überraschend wenig los.

Der Abstieg mittels Handy-Taschenlampe erweist sich dann als doch weniger schwierig als befürchtet, eine normale Stirnlampe wäre mir aber dennoch lieber gewesen.

Eine tolle, schnelle und unkomplizierte Wanderung nach Dienstschluss. Solch unkomplizierte Aktivitäten gefallen uns Beiden sehr!

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:21 h
Gesamtlänge: 10,32 km
Höhenmeter: 502 m

240901 Steinernes Tor (1.955m)

Schon länger wollten Biggi und ich eine Tour am Achensee unternehmen, heute können wir endlich auch diese Wanderung abhacken. Mit Doris einer Freundin von Biggi, starten wir am Parkplatz in Buchau.

Ein paar Schritte müssen wir an der Hauptstraße und durch den Ort spazieren, vorbei an so mancher Hotelburg…

… doch schon bald sind wir weg vom Trubel, auf einem schönen Steig wandern wir in Richtung Dalfazalm.

Auf dem Weg liegt der Dalfazer Wasserfall, ca. 60m hoch. Eine Plattform vor dem Wasserfall erlaubt den uneingeschränkten Blick auf das Schauspiel und an den beeindruckenden Klettersteig direkt nebenan.

Unser Steig führt in der Nähe des Wasserfalls über einen steilen Pfad weiter nach oben.

Ab hier haben wir die ersten Ausblicke auf den Achensee, das Meer Tirols. Im Hintergrund sieht man das Karwendel.

Immer wieder sehen wir die Materialseilbahn der Dalfazalm, die hier neben dem Weg nach oben führt. Im unteren Teil recht rudimentär aufgebaut, sind die Stützen im oberen Bereich beeindruckend modern.

Wir erreichen die schon geöffnete Dalfazalm (1.693m), hier gönnen wir uns einen Kaffee.

Das Dach des Nebengebäudes fasziniert mich sehr. Schindeldächer mit Schneestangen und Steinen sieht man nicht mehr oft, zumindest nicht in den Gegenden, in denen ich unterwegs bin.

Die Alm ist sehr schön gelegen, nicht umsonst eines der Paradedestinationen am Achensee.

Gestärkt wandern wir nun weiter in Richtung Steinernes Tor. Über einen schönen Pfad steigen wir immer höher.

Überraschenderweise hören wir bald das typisches Geräusch eines Traktor. Zuerst denke ich mir, das muss eine Täuschung sein, aber dann kommt wirklich ein knallroter Traktor hinter einem Hügel hervor. Welche Mission dieses Gefährt hat, können wir nicht feststellen. Kurios bleibt es auf jeden Fall!

Nach ein paar Minuten erreichen wir dann das sogenannte „Steinerne Tor“ (1.978m)), ein Felsdurchbruch.

Ein paar Meter müssen wir noch hoch, dann stehen wir am höchsten Punkt unserer Wanderung.

Der weitere Weg führt in Richtung Achenseehof, allerdings müssen wir hierzu noch durch ein schönes Hochtal.

Erst steigen wir steil vom Steinernen Tor ab, hier suchen wir uns eine gemütliche Stelle um zu jausnen.

Anschließend gehen wir weiter in Richtung Kotalm.

Das Hochtal, das wir nun durchschreiten, ist wunderschön und scheinbar sehr einsam. Linkerhand liegt das Kolbenjoch.

Am Wegesrand sehen wir die Überreste einer abgegangenen Alm, das war mal der Kotalm Hochleger.

Die Felswände hier sind beeindruckend, das Rofan ist ein bekanntes Klettergebiet. Bei diesen Ausblicken kann ich mir das sehr gut vorstellen.

Über die letzten Ausläufer des Hochtals kommen wir an einen leichten Abbruch.

Unter diesem, am Ende liegt der Kotalm-Mitterleger (1.608m)

Und weiter den Weg ins Tal hinunter passieren wir dann noch den Kotalm-Niederleger (1.260m). Rückblickend sieht man nochmals das mächtige Kolbenjoch.

Nun bewegen uns wir langsam aber sicher wieder ins Tal, es wird wieder waldiger, es kann also nicht mehr weit sein bis zum See.

Vorbei an einem ausgetrockneten Bach erreichen wir erst einen Klettergarten, dann nach ein paar Metern das Ufer des Achensees. Wir haben vorsorglich unser Schwimmzeug mitgenommen und hüpfen nun ins kühle Nass.

Doris spendiert noch eine Runde Getränke, dann müssen wir auch schon zum Bus, der uns Zurück zum Parkplatz in Buchau fahrt.

Eine wunderschöne Wanderung, in einer mir neuen Gegend… auf jeden Fall hat mich dieser Fleck nicht das letzte Mal gesehen. Da möchte ich noch gerne die eine andere Runde drehen…

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:37 h
Gesamtlänge:11,54 km
Höhenmeter: ∆ ∇ 1.035m