250818 Kaunergratrunde – Kaunergrathütte (2.817m)

Nach einer feinen Nachtruhe im Zweibettzimmer frühstücken wir erst ausgiebig auf der Hütte, bevor wir uns auf den Weg zur zweiten Etappe machen. „Morgenstund hat Gold im Mund“, das stimmt auf jeden Fall, die Stimmung in der Früh ist magisch!

Wir gehen die ersten Schritte nach Süden im Schatten, doch schon bald sehen wir ober uns die ersten Sonnenhänge und damit auch die wärmeren Regionen.

Wir erreichen die Sonne und es ist schlagartig um ein Stück wärmer. Der Weg führt steil hinauf zu den Madaschtürmen, diese prägen eine Weile unseren Weg.

Mächtig, zerklüftet und unnahbar schauen sie aus, diese Türme. kletternd bewegt man sich hier im IV Schwierigkeitsgrad, allerdings ist die Kletterei sehr ausgesetzt und auch brüchig… wir müssen zum Glück nur darunter durch!

Zurückschauend sehen wir bis ins Inntal, die Aussicht wird mit jedem Schritt besser. Die Landschaft aber auch karger und karger…

Nun biegt der Weg um den Fuß des Schwabenkopfes herum und wir bekommen einen ersten Blick auf den Madatschferner.

Am unteren Ende der Moräne ist ein kleiner Gletschersee, der hier wohn dank der warmen Temperaturen entstanden ist.

Je näher wir kommen, desto größer erscheint der Gletscher. Die letzten Sommer haben aber schon ihre Spuren hinterlassen, die Oberfläche ist eisig, und verglichen mit der Karte ist der Rückgang schon sichtbar.

Der Aufstieg über das Blockgestein ist teils mühsam, besonders wenn man wieder einmal den Weg verfehlt. Dann heißt es wieder, in dem instabilen Gelände den richtigen Pfad zu entdecken.

Wir steigen immer höher, vor uns ist eine Gruppe, die schon das Madatschjoch erreicht hat. Diesen Übergang müssen wir auch bewältigen. Der untere Teil ist mit einer Leiter entschärft, insgesamt ist der Weg bröslig, aber doch gut zu begehen.

Der obere Teil des Madatschjochs ist dann nochmals seilversichert.

Es ist eine hochalpine, öde, aber wunderschöne Gegend. Wenig Pflanzenbewuchs, aber es gibt sie doch, die Überlebenskämpfer… in Nischen, windgeschützt und in der Sonne, keinem zarte Gewächse.

Einmal versteigen wir uns, die Abzweigung auf den richtigen Weg war leicht zu übersehen. Rasch sind wir in unangenehm bröckligem Gelände, das fast keinen stabilen Schritt erlaubt. Mit ein paar Spreizschritten überwinden wir den unguten Teil und erreichen wieder den halbwegs festen Weg.

Schlussendlich erreichen wir das Apere Madatschjoch (3.030m), und der Blick in das Planggeroßtal öffnet sich vor uns.

Wir müssen am Grat in Richtung Schneeiges Madatschjoch (3.020m), einem früheren Übergang, als der Gletscher noch weiter hoch reichte. Der Grat ist wieder drahtseilversichert und gut zu gehen.

Bald schon steigen wir unter der unter Kletterern bekannte Wazespitze hinab ins obere Tal, in Richtung Kaunergrathütte.

Es ist wirklich eine tolle, aber eigene Mondlandschaft, durch die wir uns hier bewegen.

Rückblickend sehen wir die zwei Joche, links das ein wenig niedrigere Schneeige-, rechts das von uns überschrittene Apere Madatschjoch.

Bevor wir zur Hütte gehen, zweigen wir nochmals vom Weg ab und bestiegen den unscheinbaren Planggerroßkopf (3.057m), da diesem am Weg liegt und auch

Auch hier fällt uns die Wegfindung schwer, aber wir stiegen einfach ziemlich direkt auf den Kopf, am Schluss finden wir wieder den Weg. Hier machen wir eine längere Pause, und verzehren unsere Brotzeit.

Wir schauen uns ein wenig um, dann sehen wir plötzlich Steinböcke, 2… 4… 7… immer mehr dieser beeindruckenden Tiere fallen uns auf. Gut getarnt liegen sie in einer Schotterhalde gegenüber, mit dem Fernglas super beobachtbar.

Nach ausgiebiger Pause, Biggi stellt sich nochmals vor die zwei Joche, damit ich noch ein Foto machen kann, wandern wir weiter zum Tagesziel.

Ein wenig versteckt liegt die Hütte auf einem schönen Boden, den wir nach kurzem Abstieg nun erreichen.

Wir setzen uns auf die Terasse, die Sonne brennt ganz nett herunter, daher suchen wir ein wenig Schatten. Das Bier schmeckt mir heute besonders gut!

Die Hüttenleute sind super, rasch sind wir eingecheckt, wir sind wieder in einem Zweibettzimmer. Wir bekommen alle Infos von der Hüttenwirtin, auch Weiteres zum morgigen Weg.
Im späteren Verlauf kommt noch „Frederick“, der Hüttensteinbock auf eine Stippvisite vorbei. Natürlich sorgt das bei allen Wanderern für großes Hallo!

Am Abend bekommen wir ein tolles Menü kredenzt, wir lesen noch ein wenig in der Stube und später im Zimmer, dann schlafen wir, gespannt auf den nächsten Tag, ein.

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:56 h
Gesamtlänge: 8,45 h
Höhenmeter: ∆ 1261 m / ∇ 472 m

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