Eine feine Nachtruhe geht zu Ende und ein neuer Tag beginnt. Gut gerastet frühstücken wir erst mal auf der Kanuergrathütte, dann richten wir uns für die nächste Etappe her. Von der Veranda der Hütte aus sehen wir den Hüttensteinbock „Frederick“…

Das Wetter ist gut, die Temperaturen relativ warm, die Sonne lugt schon hinter den Bergen hervor. Heute steht der Cottbuser Höhenweg vor uns, mit einer etwas geänderten Wegeführung, wegen Steinschlaggefahr.

Die Hütte thront von dieser Seite aus Hoch über dem Planggerroßtal, hier hatten wir einen tollen Aufenthalt und eine wahrlich unglaublich spannende Aussicht.

Wir nehmen den einfachen Weg durch das Tal, wir müssen ein gutes Stück auf dem Weg ins Pitztal, dabei verlieren wir einiges an Höhe.

Während wir bei der Hütte noch Blockgletscher um uns herum hatten, neben vielem Moränengeröll, kommen wir nun bei einem kleinen sumpfigen See vorbei, der mit dem Schlick der umliegenden Gletscher gespeist und gebildet wurde.

Ein Blick über die Schulter zeigt uns die beeindruckende Wazespitze mit dem Gletscher auf der linken Seite.

Neben uns fließt ein sehr aktives Bächlein, das von den ganzen abschmelzenden Gletschern in der Umgebung gespeist wird.

Auch die Spuren der letzten Gewitter sind noch gut sichtbar, einige Murenstriche liegen in diesem Tal und der originale Cottbuser Höhenweg ist mittlerweile auch gesperrt, zumindest in Teilen.

Wir haben nun fast 700 Höhenmeter abwärts geschafft, nun geht es über eine Brücke und dann geht der ehemalige Notweg hinauf zum Höhenweg.

Dieser Weg ist ab heuer wahrscheinlich der neue Weg, einiges an Arbeit war das Anlegen, wir wir hier immer wieder sehen. Der Pfad ist steil, aber angenehm zu gehen.

Wir erreichen eine Schulter unterhalb des Steinkogels, hier machen wir eine kurze Pause, bevor wir den nächsten Abschnitt in Angriff nehmen.

Zuerst ist das Gelände noch relativ flach und gut zu gehen, ein paar Steinhalden müssen überquert werden…

… dann wird es steiler. Eine Stufe, auch als die Schlüsselstelle bezeichnet, ist mit Seil und Klammern entschärft und liegt schnell hinter uns.

Der weitere Weg schmal und teilweise ausgesetzt. Es empfiehlt sich, hier mit hoher Konzentration zu gehen, ein falscher Schritt wäre nicht so angenehm.

Wieder kommen wir an eine Stelle, die abgerutscht ist, ein Alternativweg wurde schon eingerichtet und führt uns zwar steil, aber sicher nach oben, zum Umgehen der abgebrochenen Stelle.

Seit der Schulter haben wir immer wieder Ausblicke auf den Rettenbachferner, der nun direkt vor uns liegt. Unter uns liegt steil und eng das Pitztal.

Nach einiger Zeit kommen wir wieder an eine flachere Schulter, nun sehen wir schon unter Tagesziel, den Rifflsee vor uns.

Zuvor wollen wir aber noch eine Abzweigung auf den Brandkogel machen, dieser Aussichtsberg liegt direkt am Weg und sollte nicht allzu lange Zeit zur Besteigung in Anspruch nehmen

Der Rucksack bleibt bei der Abzweigung. Steil führt nun der Weg nach oben, ein paar Kraxelstellen erfreuen das Gemüt und sorgen für Abwechslung.

Der Ausblick auf den See, den Rettenbachferner und auch die Pitztaler Gletscher wird von Meter zu Meter besser.

Und schon bald haben wir den Gipfel erreicht. Ein kleines Kreuz ziert den Gipfel des Brandkogels (2.677m). Wir haben die Brotzeit im Rucksack, nur ein Fernglas dabei.

Daher beschränkt sich unser Aufenthalt auf eine feine Umschau, dann steigen wir wieder den Teilen Berghang hinunter. Im Tal sehen wir schon den Ort Mandarfen.

Bald erreichen wir unsere Rucksäcke, wir sind mittlerweile sehr hungrig und freuen uns sehr auf die gute Jause.

Nach guter Rast wandern wir zum Riffelsee. Hier sehen wir mit Erstaunen die höchstgelegene Flossfahrt Europas… einen Kaffee gibt es beim Kiosk leider nicht!

Es ist noch früh, daher wandern wir im Gegenuhrzeigersinn um den See herum.

Obwohl wir keinen Kaffee bekommen, machen wir doch eine kurze Rast am See und lassen unsere Füße ins eiskalte Wasser gleiten. Lange bleiben die Extremitäten nicht im Wasser, schon die kurze Exposition führt zu stechendem Kälteschmerz in den Zehen… es ist eindeutig Gletscherwasser…


Dennoch wollen wir (zumindest nachher) die Abkühlung und Erfrischung nicht missen.

Der weitere Weg führt nun am Südufer des Sees in Richtung Riffelseehütte (2293m).

Diese Hütte liegt im Skigebiet und ist im Winter, wie auch im Sommer gut besucht. Dennoch kommt gleich wieder das typische Hüttenflair auf, das die Alpenvereinshütten ausstrahlen. Wir holen uns Getränke an der Theke, dann bekommen wir noch unser Mehrbettzimmer zugeteilt.

Der Abend verläuft wieder ruhig, es gibt zum Abendessen ein Buffet, später im Zimmer treffen wir noch unsere Mitbewohner, die Deutsche, die wir schon seit der Verpeilhütte immer wieder treffen, und ein junges Pärchen. Es ist angenehm ruhig und schon bald verfallen wir in einen tiefen Schlaf!
Tourendaten
Gesamtdauer: 6:51 h
Gesamtlänge: 12,48 km
Höhenmeter: ∆ 836 m / ∇ 1.364 m



