Schon längere Zeit wollte ich mir mal den Lichtsee im Obernbergtal anschauen. Das einzige Mal, wo ich in die Nähe gekommen bin, war während einer Skitour auf die Rötenspitze, und da war der See wohl unter Schnee begraben.
Heute starten wir bei bestem Wetter beim Gasthof Waldesruh, den wir mit dem Bus und Zug von Innsbruck aus erreicht haben.

Ein paar Meter vom riesigen Parkplatz weg liegt der trefflich benannte Waldbauer. Kurz nach dem Hof erreichen wir die Forststraße, die uns weiter in die Höhe führen wird.

Das herbstliche Licht ist wunderschön, die Farben sanft und doch satt, ohne das gleißende Licht des Sommers. Herbstzeit ist Wanderzeit, sage ich immer wieder!

Die Forststrasse führt durch lichten Lärchenwald empor, an diesen kann ich mich noch gut von der Skitour erinnern.

Schließlich erreichen wir die Kastneralm (1.734m), eine schön gelegene, aber nicht bewirtschaftete Hütte… bzw. bewirtschaftet ist die Alm schon, aber es gibt keinen Ausschank!

Kurz nach der Hütte wechseln wir von der Forststraße auf einen schönen Steig, der uns nun über wunderschöne Wiesen weiter in Richtung Lichtsee führt.

Es ist angenehm warm, aber nicht mehr so heiß, wie es dann und wann im Sommer war. Das perfekte Wanderwetter, mehr kann man nicht sagen!

Wir wandern in Richtung Nösslachjoch, aber viel spektakulärer ist immer wieder der Blick über die Schulter… das Tribulaun-Dreigestirn im Süden ist einfach eindrucksvoll.

Kurz vor dem See öffnet sich auch der Blick auf die sanften Berge in dieser Gegend, der Obernberger See mit dem umliegenden Bergen, Allerleigrubenspitze, Hoher Lorenzen, Geierkragen, Grubenkopf… allesamt bekannte und einfache Skitourenberge.

Der Herbst ist im Gebirge schon fest eingezogen, die Blätter der Moosbeeren (Heidelbeeren) verfärben sich rot, überall sind reife Granten (Preiselbeeren). Wir können dennoch widerstehen, diese Überfülle an Früchte zu ernten.


Schließlich erreichen wir den wunderschön gelegenen See. Wir setzen uns in die spätsommerlich-warme Almwiese und genießen die Ruhe am See… wir sind nicht die Einzigen, aber die Ruhe ist doch überragend. Im Hintergrund lacht der Olperer zu uns herüber…

Das Wasser schaut einladend aus, aber eine kurze Prüfung mit den Händen lässt uns zurückschrecken. Obwohl es ein paar Wenige gibt, die ins Wasser steigen, ist mir die Lust an einem (sehr) erfrischenden Bad vergangen.

Wir rasten eine Weile unterhalb der Fischerhütte, genießen unsere Jause im Angesicht des Sees und der Tribulaune, dann folgenden wir dem weiteren Weg in Richtung Nösslachjoch.

Die großen Steigungen haben wir schon am Anfang hinter uns gebracht, nun geht es in angenehmen Auf und Ab immer in der Nähe des Grates nach Nordosten.

Der Rundumblick bei dieser Wanderung ist einfach wunderbar, ich kann mich gar nicht sattsehen. Besonders der Blick in den Süden offeriert immer wieder neue Sichtungen.

An einer Stelle sind die Moosbeermatten besonders rot, es ist schon fast ein wenig kitschig.

Wir kommen immer näher ans Nösslachjoch, daher sehen wir mittlerweile auch gut auf den Brennerübergang nach Italien, rechts flankiert vom Sattelberg, links der beeindruckende „Spina del Lupo (Wolfendorn)“

Zwischendurch steigen wir vom Eggerjoch hinauf auf den Eggerberg, dieser liegt am Weg und bietet sich für eine kleine, einfache Überschreitung an. Auch hier ein krasser Unterschied zum damaligen Winteraufstieg.

Das letzte Ziel rückt nun ins Blickfeld. Der Wind hat mittlerweile stark aufgefrischt, es soll in den nächsten Tagen zu einem Wetterwechsel kommen, der sich mit stärkerem Föhnwind ankündigt. Das können wir hier eindeutig bestätigten.

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Zum Glück ist es nicht zu frisch, und auch sind wir froh, den Wind nicht die ganze Tour über gehabt zu haben.
Wir erreichen die Bergstation der „Hoher Turm“ – Bahn. Auch hier fällt mir wieder ein anderes Bild ein… Wintertraum… im Dezember 2023 hat das Wipptal hier anders ausgeschaut.

Im Panoramarestaurant Bergeralm gönnen wir uns ein Getränk und einen Apfelstrudel und beschließen so die tolle Tour von heute…

Mit dem Bus fahren wir direkt vom der Talstation wieder retour nach Innsbruck, so eine Rundwanderung mit Öffi´s ist schon was feines.

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:49 h
Gesamtlänge: 10,53 km
Höhenmeter: △ 1.067 m / ▽ 339 m



