Heute machen wir, Biggi, Doris und ich eine vom WWF organisierte Wanderung ins Platzertal. Die Anreise per Auto ist zwar lang, aber unkompliziert. Wir parken am Anfang der Pfundser Tschey, ab hier wandern wir zur Platzer Alm hoch.

Diese Gegend ist wunderschön, umso trauriger wäre, wenn dieses Tal durch unseren größten Stromerzeuger verbaut wird. Auch an den Städeln sehen wir Plakate gegen den Ausbau des Platzertals.

Wir wollen uns heute ein wenig hierzu informieren, natürlich sind wir bedingt durch die WWF-Führung wohl auf der negativen Seite gelandet…

Am Ende der Tschey zweigen wir nach Rechts, nun wandern wir in das engere Platzertal.

Über uns sehen andere Leute eine Gruppe Steinböcke, uns entgehen die leider durch den ungünstigen Blickwinkel. Es fängt nun auch wieder mehr zu regnen an… aber wir sind gut ausgerüstet.

Wir kommen an alten Bergwerkshäusern, hier am Pochwerk vorbei. Früher war hier im Platzer Erz abgebaut, 1610 musste der Bergbau wegen dem Gletscherzuwachs geschlossen werden, erst 1884 wurde die Mine wieder reaktiviert. Durch hohe Förderkosten und Wintersperre wurde der ertragreiche Abbau dennoch geschlossen!

Vom Pochwerk ist es nicht mehr weit bis zur Platzer Alm, über einen schönen Boden mit dem Platzerbach erreichen wir schließlich die Alm.

Wir gönnen uns eine Pause, wärmen und ein wenig auf und essen eine Knödelsuppe… leider ist das Essen keine Empfehlung wert, nur die Suppenbasis ist gut, die Knödel mehlig und pampig.

Bei der Alm treffen wir Maximilian, unseren Guide für den Tag. Er gibt uns in der Hütte eine kleine Einführung, dann wandern wir ins hintere Platzertal, dort wo der Staudamm für das Kraftwerk gebaut werden soll.

Wir sind schlussendlich ca. 15 Personen, die sich hier Informationen aus erster Hand einholen wollen. Verschiedene Stationen sollen uns die Bedeutung dieses Hochalpinen Niedermoors näherbringen.

Durch den Regen hat es in dieser Höhe zu schneien begonnen und wir sind genau an der Schneefallgrenze. Dadurch wirkt das Gebiet noch mysteriöser…

Obwohl der Staudamm für sich gesehen auf allen Plänen recht klein ausschaut, ist das dahinterliegende flache Tal, das zur Gänze überflutet werden soll, doch eindrücklich groß!

Maximilian erklärt uns anhand von anschaulichen Bildern die Entstehung eines Moores, den Unterschied zwischen Hoch- und Niedermoor und warum dieses Ökosystem so schützenswert ist.

Mit einem Rucksack voller Antworten und noch ein paar Meer Fragen gehen Biggi, Doris und ich wieder zurück zum Parkplatz.

Unterwegs genießen wir die Umgebung und tauschen uns über verschiedene Fragen aus. Ein spannendes Thema ist der Kraftwerksausbau auf jeden Fall, mit allen Für und Wider…

Vorbei an der Platzer Alm, wir kehren nicht mehr ein, wandern wir weiter talauswärts.

Ich würde gerne nochmals in dieses Tal, evtl. bei besserem Wetter wandern und das Bergwerk und die Geschichte dazu zu erkunden.

Die Tschey ist auch immer einen Besuch wert, ich wundere mich dass hier das Heu noch eingelagert wird… wahrscheinlich zum Verkauf als hochwertiges Bioheu.

Noch einmal, wie am Morgen, überqueren wir den Platzerbach und erreichen unseren Ausgangspunkt.

Eine interessante und auch wunderschöne Wanderung in einem für mich neuen Gebiet! Da würde ich gerne nochmals her!

Tourendaten
Gesamtdauer: 7:10 h
Gesamtlänge: 18,89 km
Höhenmeter: △ 804 m / ▽ 806 m


