150102 Blaser (2.241m)

Vorabend, Routenplanung: Wo soll es denn hingehen. Eine Tour am Brenner oben sollte eigentlich gut gehen, ein erster Blick auf die Schneekarte zeigt zwar gerade dort nicht so arg viel Schnee an, aber aus unserer Erfahrung war dort bis jetzt immer genug Schnee. Und da ja ein Lawinen-„Dreier“ herrscht, will man natürlich auch nicht ins wildeste Gelände. Nach ein bisschen Suchen wird das Tourenziel „Blaser“ gewählt. Und der soll beim Föhn seinem Namen alle Ehre machen, steht im Skitourenführer. Gott sei Dank erwarten wir keinen Föhn…

Um 6:40 holt mich Alfons an der Haustür ab, die morgentliche Routine, Zeugs einladen usw. Dann fahren wir los, bis Steinach am Brenner auf der Autobahn, dann weiter nach Trins im Gschnitztal und über eine wahrlich steile Straße kommen wir unbeschadet beim Parkplatz an. Schnell noch angezogen und den LVS-Partnercheck durchgeführt, dann kann es losgehen.

Vom Parkplatz aus gehen wir gleich eine Rinne, dem Sommerweg folgend ein paar Meter hinauf, um dann nach rechts in den Wald abzuzweigen. Und etwas fällt auch gleich auf… wo ist der ganze Schnee. Immer wieder schauen kleine böse schwarze Steine aus der weißen Pracht heraus, nur darauf versessen, das Steigfell oder noch schlimmer den Belag zu beißen… beim Raufgehen sprechen Alfons und ich uns immer wieder ab, um die Stellen zu verinnerlichen, an denen wir unbedingt die Ski ausziehen und tragen müssen. Immer weiter müssen wir die Skiausziehgrenze in die Höhe verschieben…

Doch auf Regen folgt bekanntlich Sonnenschein, in unserem Fall wird die Schneedecke, wenn auch nicht super, doch immer homogener, die Steine seltener…

Vor uns haben zwei Schneeschuhgeher eine schöne Spur gezogen, so konnten wir mühelos immer mehr Höhe gewinnen und schlussendlich auch aus dem Wald heraus und auf die Hänge des Blasers heraustreten. Und wie schön zeigt sich die Kirchdachspitze (rechte Seite im Bild) und weiter hinten der steile Zahn des Pflerscher Tribulaun (linke Bildseite)

Bald schon erreichen wir die Hänge unter dem Gipfel, doch auch hier in der Höhe ist der Schnee Mangelware, und wir müssen unsere Spur sorgsam auswählen, um nicht auf den harten Untergrund zu stoßen. Wir beschließen, nicht direkt zum Gipfel zu gehen, sondern auf der linken Seite unter dem Gipfelhang und über die Blaserhütte auf dem Rücken zum Gipfel aufzusteigen.

Unter den Hängen durch geht es Richtung Hütte. Und hier sieht man wieder, wie sehr man sich im Guten wie im Schlechten bei den Distanzen verschätzen kann. Mir hat der „Umweg“ gar nicht ins Konzept gepasst, da es wirklich lange ausgeschaut hat, aber in Null-Komma-Nix sind wir in der Nähe der Hütte.

Für eine Pause ist es aber zu früh, wir gehen gleich weiter auf den Gipfel, der nicht mehr weit weg ist. An den Wellen im Schnee sieht man auch sehr gut, dass in dieser Gegend der Wind zu Hause ist und gerne mit dem Schnee spielt. Beim Aufstieg auf den Gipfel merken wir das sehr gut, denn die Nordseite ist gut abgeblasen, der Schnee liegt in den Mulden und Senken auf der Südseite und wartet drauf, gestört zu werden…
Wir finden eine schöne Spur zum Gipfelkreuz und schon bald stehen wir auf unserem Tagesziel.

Jaja, am Blaser, da bläst´s. Daher bleiben wir auch nicht lange oben, sondern bereiten uns gleich auf die Abfahrt vor.

Bei der Blaserhütte kehren wir noch ein. Diese ist zwar geschlossen, aber die Terrasse lockt mit einer windgeschützten Sonnenlage und einer super Aussicht.

Und wie wir es gehofft haben, glüht die Sonne an die Terrasse. Wir genießen unsere Brotzeit und kommen fast ins Schwitzen.

Nach der Pause werden die Stiefel geschnallt, der Rucksack geschultert und die Abfahrt in Angriff genommen… ja was ist denn das, da liegt ja einer im Schnee!

Durch die warmen Temperaturen ist der Schnee teilweise so weich, und unverhofft kommen solche Stellen sowieso immer, da legt ich mich doch grad mal hin.

Doch ein Indianer kennt keinen Schmerz, der Schnee bleibt als „Trophäe“ auf dem Rucksack, und weiter gehts, im Batz-Schnee. Den unteren Teil bestreiten wir dann auf der Forststraße, da die Schneelage hier besser schein als im Gelände.

Doch auch hier ist irgendwann fertig: Man muss wissen, wann es genug ist. Wir schnallen die Schi ab und verstauen dieselben auf dem Rucksack, jetzt geht es Per Pedes weiter.

Wir zweigen auf den Wanderweg 31 ab, der einem Tal hinaus bis zum Parkplatz folgt. Wir sind allerdings die ersten, die diesen Weg bei Schnee gehen, und müssen feststellen, dass da schon länger niemand mehr gegangen ist.

Der Windwurf vom letzten Föhnsturm liegt noch unangetastet im Weg und wir wohl erst im Frühjahr weggeräumt. So müssen wir uns über und unter den Bäumen hindurcharbeiten, um unseren Weg beenden zu können.

Doch trotz der abenteuerlichen Bilder ist der Weg sehr gut zu gehen, wir erreichen nach kurzer Zeit doch noch den Parkplatz und sind zufrieden mit unserem Tageswerk

Als Resümee kann man sagen, der Aufstieg war super, die Rast auf der Hütte ein Hit, die Abfahrt war OK, und der Weg 31 war noch ein lustiges i-Tüpfchen.

Tourendaten:
Aufstieg: 1.110hm
Gesamtdauer: 4:26h
Gesamtdistanz: 13,57km

 

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