200411 Lanserköpfl (930m)

Man muss es schon fast ein wenig Ironie nennen, das Wetter ist seit Wochen trocken und wunderschön, und wir dürfen nur „moderate“ Sportaktivitäten im Freien durchführen. Heute, Sara ist dieses Mal auch mit von der Partie, machen wir eine Wanderung zum Lanserköpfl. Diese Runde können wir wunderbar von zu Hause aus starten, und der Weg dorthin ist interessant und schön.

Die ersten Meter vom Hause weg…

Von Zuhause startend wandern wir nach Westen, der Sonne entgegen. Erst über Bauernwiesen, flach und wenig anstrengend. Dann wird es ein wenig steiler, es geht rauf zum Aldiger Bahnhof, Haltestelle der Straßenbahn Nr. 6.

Kurz durch den Wald, in Richtung des kleinen, aktuell geschlossenen Gasthäuschens „Vogelhütte“. Dieser Name hat mich schon immer fasziniert. Woher kommt dies? Nach kurzer Recherche habe ich folgendes herausgefunden: In früheren Zeiten waren Vögel eine beliebte Delikatesse in Tirol (siehe auch Vogelfocher, oder Vogelfänger). Gasthäuser wie eben dieses hier hatten sich auf die Bewirtung mit dem kleinen Federvieh spezialisiert, daher auch der Name: Vogelhütte.
Kurz bevor wir jedoch die Jausenstation erreichen, biegen wir beim Golfplatz wieder in den Wald ab.

Abzweigung beim Golfplatz

Nun geht es in angenehmer Steigung, leicht schattig und daher angenehm kühl in Richtung Seerosenweiher. Immer wieder bewundern wir die schöne Aussicht, die sich hier, auf der östlichen Mittelgebirgsterasse eröffnet. Über allem tront immer der mächtige Patscherkofel.

Der mächtige Patscherkofel tront über allem…

Kurz bevor wir den unter Naturschutz stehenden Seerosenweiher erreichen, biegen wir wieder ab, zu unserem eigentlichen Tagesziel, dem Lanserkopf. Hier steilt der Weg ein letztes Mal auf und mündet fast am Schluß in einen Hohlweg ein. Flotte Downhiller kommen uns entgegen und stürzen sich wagemutig so manch steilen Steig hinunter.

Letu zieht seine Schwester die letzten steilen Meter über den Hohlweg…

Wer schon länger nicht mehr am Lanserkopf war, wird verwundert festellen, wie sehr hier ausgeholzt wurde. War der Gipfel dieses kleinen Hügels „früher“ noch völlig bewaldet, ist jetzt das ganze Plateau abgeholzt und neue Bäumchen wurden gepflanzt. Dies müssen wir feststellen, nachdem wir eine Abkürzung nehmen und oben ein Betretungsverbot festellen…

Forstliches Sperrgebiet… das haben wir wohl übersehen!

Die Kinder sind heilfroh, daß wir nun den Gipfel erreicht haben, ab jetzt ist der Weg eben oder abwärtsführend. Wir machen eine kleine Pause bei den Überresten ehemaliger Flakstellungen, die Innsbrucks Süden im Weltkrieg II verteidigten.

Letu und Sara bei den Flakstellungen

Ein Schluck Wasser stärkt uns und wir machen uns auf, den Weg weiter zum Lansersee zu gehen. Kaum unterwegs, fällt den Kindern und Letu im Besonderen immer wieder ein „Latzi“ ein…

Bald erreichen wir den Lansersee, der ruhig in der Frühlingssonne glänzt. In einem „normalen“ Jahr wäre der See wahrscheinlich geöffnet, und viele Leute würden, wenn auch nicht schwimmend, die Sonnenstrahlen genießen und sich leicht bekleidet bräunen. Heuer ist alles anders…

Menschenleere Liegewiese

Bald nach dem See erreichen wir den asphaltierten Weg zurück zur Vogelhütte, den wir ein Stück begehen werden. Wir sind nicht die Einzigen, viele Menschen nutzen den warmen Frühlingstag aus…

Wir gehen an der Mittelgebirgsbahn-Trasse entlang, leider wurde der Schienenverkehr dieser schönen Bahn in den letzten Jahren sukzessive reduziert und dieser Tage fährt die Bahn unter der Woche überhaupt blos noch 2x täglich. An den Wochenenden fährt sie ein dafür wenig öfter, das ist den Touristen geschuldet.

Wiederum zweigen wir vom geraden Weg ab, nun wandern wir über die Felder retour nach Aldrans, die Vogelhütte haben wir heute komplett ausgelassen. Nun ja, einkehren hätten wir eh nicht können, daher ist es nicht schlimm, daß uns unser Weg anders geführt hat.

Blick vorbei am Mühlsee auf den Patscherkofel

Vorbei am privaten Mühlsee mit dem schattigen alten Haus im Hintergrund, über das ich bis jetzt nicht viel rausfinden konnte, erreichen wir wieder Aldiger Grund. Kurz bevor wir den Wald erreichen, sehen wir ein gar sonderbares Getier über den Weg huschen.

Schwarzblauer Ölkäfer, auch Schwarzer Maiwurm

Es ist ein Schwarzblauer Ölkäfer, auch Schwarzer Maiwurm genannt. Noch nie hatte ich sowas gesehen und auch erst durch die Nachschau zu Hause konnte ich feststellen, um welchen Kreucher es sich hier handelt.

Letu und Sara auf den letzten Metern…

Das letzte Stück führt uns immer entlang des Lanser Baches, der angenehm gurgelnd mit uns mitzulaufen scheint. Dieser Teil ist einer meiner liebsten Stellen zum Spazieren und Joggen, die Ruhe hier kann ich immer wieder sehr genießen.

Idyllischer Lanser Bach

Abschließend erreichen wir wieder den Bahnhofsweg, der uns direkt und kurzweilig retour nach Hause bringt. Eine schöne Runde mit tollen Eindrücken.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:06 h
Gesamtlänge: 7,33 km
Höhenmeter: 213 hm

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