Archiv für den Monat März 2021

210310 Rinner Alm (1.394m)

A schnelle Tour nach der Arbeit, da bietet sich die Rinner Alm geradezu an. Mit Junior starte ich direkt nach der Arbeit zuerst mit dem Auto nach Rinn, zum Parkplatz bei der Kirche.

Vom Parkplatz wandern wir ein paar Meter auf der Asphaltstraße, dann erreichen wir das Ende der Rodelbahn. Diese sind wir noch vor Kurzem runter gerauscht…

Es ist der Jahreszeit entsprechend kühl, aber im „Bergaufgang“ wird uns schon warm ums Herz und in den Muskeln und Fasern.

Dennoch, Sonne haben wir auf der Wanderung heute keine… und das läge nicht an einer Wolkendecke oder ähnlichem… nein, es liegt einzig an der Uhrzeit und auch der Hangausrichtung…

Der Rinner Alm Steig ist ein angenehm angelegter Steig, der bis auf eine steile Stelle eine moderaten Anstieg zur Alm erlaubt.

Im Sommer, besonders an heißen Tag eine empfehlenswerte Strecke, ist es hier im Winter relativ kühl, auch wenn im Tal schon die Frühjahresgefühle erwachen…

In der unteren Hälfte verläuft der Weg immer im dichten Wald, nur ein paar Schneisen erlauben einen schönen Rundblick, wie hier auf das Bettelwurfmassiv.

Trotz hoher und fordernder Geschwindigkeit ist Letu immer wieder für Späße zu haben, sei es ausgewachsene Bäume ausreißen, laufen, springen und sonstigen Schindluder.

Die Forststraße auf die Alm verläuft im feinen Zickzack den Berg hinauf, der Wanderpfad geht weniger Kompromisse ein, schnurstracks verläuft die Schneide den Wald hinauf. Und natürlich haben wir Zweitere gewählt…

Ungefähr ab der Hälfte wird das Vorhandensein von Schnee immer häufiger. Generell gut begehbar, offenbaren einzelne eisige Stellen einen tückischen Hinterhalt.

Mit offenem Auge für Rutschpartien, aber auch mit dem wunderbaren Farbenspiel am Horizont klimmen wir immer weiter nach oben.

Eine letzte, zugegeben mächtige Schneelandschaft müssen wir meistern…

… dann erreichen wir das lustige „Tor zur Alm“, wie ich es gerne betituliere.

Die Alm hat zu, es war nicht anders erwartet. Selbst in normalen Jahren wäre nun, ob der nicht-fahrbereiten Rodelbahn wohl kaum offen, noch unwahrscheinlicher unter der Woche…

In einer windstillen Ecke ziehen wir uns schnell um. Handschuhe, Kappe und wärmende Jacke sind nun angezeigt, als der Tag flux der Nacht den Platz überlässt.

Ehrfürchtig beobachten wir das tägliche Spiel am Horizont, da so gar nie langweilig wird.

Den ersten Teil des Abstiegs schaffen wir ohne Lampen, spätestens im Wald brauchen wir zur unfallfreien Orientierung ein zusätzliches Licht…

Gerade um die blanken Eisstellen zu erspähen, ist die Stirnlampe ein wahrlich rentables Werkzeug, das zwar fast immer im Rucksack schlummert, aber heute gute Dienste verrichtet.

Naturgemäß ist der Abstieg wesentlich schneller als der Aufstieg bewerkstelligt. Die Schrittgeschwindigkeit wird durch ein gewisses Unwohlsein von Letu im Wald, wohl der vielen unheimlichen Geräusche geschuldet, immer schneller. Und daher stehen wir schneller als erwartet wieder am Ausgangspunkt…

Eine gemütliche Feierabendrunde, die wir heuer hoffentlich noch öfter nach der Arbeit / der Schule absolvieren können.

Tourendaten
Gesamtlänge: 5,16 km
Gesamtdauer: 1:42 h
Höhenmeter: 503 m

210307 Halltal, Herrenhäuser (1.485m)

Da sich heute aus familiären Gründen keine Skitour ausgegangen ist, habe ich beschlossen, die Bergschuhe auszupacken, die Zeit zu nutzen und ins Halltal zu wandern.

Ein wunderschöner Morgen, es ist ja immerhin schon 9:30 Uhr, öffnet mir den Weg vom Hackl hinein ins Halltal. Wo es geht vermeide ich die Asphaltstraße und laufe auf dem Steig.

So erreiche ich zügig den Trinkwasserstollen vor dem Bettelwurfeck. Überraschend aper ist es hier, der Lenz zieht dem Winter im vorderen Tal schon die Zähne.

Am Fluchtsteig sieht man die Spuren des Winters, überall liegt Schutt und manchmal auch größere Steine auf dem Pfad.

Der Fluchtsteig ist im ersten Teil nordöstlich ausgerichtet, und nur dank der relativ niedrigen Höhe vom Schnee entledigt. Teilweise, an Stellen ohne jeglichem Sonnenkontakt, liegen ein paar sulzige Schneefelder.

Ich wollte ja schon viele Malen den Weg durch das Eibental gehen, heute erfülle ich mir mein Wunsch. Steil zieht der Pfad vom Fluchtsteig hinauf. Obwohl ich mir dachte, es wäre hier wohl ruhig, werde ich von zwei „Läufern“ überholt.

Ich gehe mein stetes Tempo, mittlerweile mit T-Shirt und zur kurzen Hose umfunktionieren Beinkleid. Die beiden Burschen habe ich bald wieder geschnupft. In weiterer Folge werde ich allerdings auch wieder überholt. Ich beobachte lieber die gar nicht scheuen Gämsen…

Schließlich erreiche ich den Scheitel und die Sicht öffnet sich auf das Halltal.

Am Weg plätschert ein kleines Brünnlein, ich wundere mich, dass überhaupt Wasser fließt. Vor mir eröffnet sich ein wunderschöner Blick auf den Roßkopf, Großen und Kleinen Lafatscher.

Nun verläuft der Pfad ein gutes Stück flach, bis ich schließlich, fast ein wenig unverhofft, vor St. Magdalena stehe…

Das ehemalige Kloster fasziniert mich jedes Mal wieder, die Lage ist einfach einmalig. Heutzutage ist hier eine Wirtschaft untergebracht, die heute sogar Corona-konform geöffnet hat.

Ich will allerdings erst noch zu den Herrenhäusern weitergehen. Ab der zweiten Ladhütte, so sagt man, setzt im Frühjahr immer noch der Schnee ein… und ich kann das nur bestätigen…

Ich wandere an den Zeugen des ehemaligen Salzbergbaus vorbei. Vor kurzem hatte ich auch das sehr schöne Buch „tiroler SALZ“ geschenkt bekommen, mit vielen Informationen dieser langsam vergessenen Zeit.

Nach zwei weiteren Kehren sehe ich auch schon das Zentrum des Bergbaus hier im Halltal, die Herrenhäuser.

Leider muss ich feststellen, dass der Zustand der Gebäude mit jedem Jahr schlechter wird. Zumindest der Teil, in dem sich das Knappenhäusl befindet, macht einen guten Eindruck.

Das Herrenhaus mit dem Lawinenschaden von 1999 ist dagegen nicht mehr so toll in Schuss. Es wäre wünschenswert, wenn hier eine Einigung über die Zukunft der Gebäude gefunden werden würde… um diesen ältesten Industriebetrieb Tirols für die Nachwelt zu erhalten… gerade in Zeiten der großen Traditionspflege wäre es wichtig so ein bedeutendes Gebäude zu schützen.

Der Blick gegen das Inntal offenbart die Hüttensitze, von hier ein wunderschön geformter Berg, vom Inntal fast nicht erkennbar im Schatten seiner größeren Brüder und Schwestern, Fallbachkarspitze, Fürleg und Walderkampspitze.

Ich gehe fast den gleichen weg wieder retour, bei St. Magdalena kehre ich ein und gönne mir eine Stärkung, Sankt Johanner mit Brot! Die Kapelle lasse ich natürlich auch nicht aus…
Anschließend wandere ich durch den schönen Buchenwald zum Bettelwurfeck.

Den Schnee lasse ich beim Bettelwurfeck hinter mir, auch ein Skitourengeher, der vom Hafelekar gekommen ist, verstaut hier seine Tourenausrüstung.

Der Wechsel von hinteren ins vordere Halltal ist unglaublich und auch wunderschön… von tiefsten Schnee ins Frühjahr, und das auf wenigen Kilometern.

Eine stimmige Tour, bestimmt bin ich hier heuer wieder öfter am Weg. Und ich gebe es unverhohlen zu, ich freue mich schon wieder auf die Wander- und Bergsteigerzeit.

Tourendaten
Gesamtlänge: 11,55 km
Gesamtdauer: 2:50 h
Höhenmeter: 767 m
Lawinenwarnstufe: 1 (unter 2000m, Triebschnee NW, N, NO)