Ich habe von gestern auf heute auf der Hütte übernachtet, am Morgen kommen Maggo und Papa mich abholen, wir wollen heute auf das Koflerjoch steigen. Wir sind früh am Weg, es soll heute heiß werden.

Die Hütte räume ich noch schnell auf und mache sie Wetterfest, denn wir kommen hier nicht mehr vorbei. Die gemähte Wiese ist eine Freude zum anschauen, langsam wächst das Gras aber schon wieder nach.

Von der Hütte wechseln wir auf den Forstweg, dem wir ca. 15min. folgen. Dann erreichen wir den Säulingsteig, der zur wieder neu bewirtschafteten Hütte führt.

Es hat gestern ein wenig geregnet, daher treffen wir auch gleich auf ein paar „Regenmändle“, Alpensalamander, die sich im regen- und taunassen Gras tummeln.

Wir passieren das Pflacher Älpele, die ehemalige Viehalm der Pflacher, dann bewegen wir uns über saftige Wiesen hinauf zum Grat des Koflerjochs.

Am Grat wächst wie jedes Jahr der Eisenhut in dichten Büchseln, ich kenne keinen anderen Platz, an dem so viel Eisenhug steht. Das tiefe Blau ist eine Augenweide.

Noch schaut das Wetter gut aus, keine Gewitterwolken am Himmel. Die Aussicht vom Grat zu den Tannheimer Bergen mit Gehren-, Köllenspitz, Gimpel und Schlicke ist grandios.

Der Säuling lacht hinter uns herüber, dort sehen wir schon einige Leute auf dem Gipfel stehen. Wir haben eindeutig die ruhigere Tour gewählt.

Bald kommt der Gipfel in Sicht. Zum Glück sind wir früh am Weg, die Latschenfelder wären in der Mittagshitze wohl kaum angenehm.

Am Gipfel machen wir eine kurze Pause, ein angenehmer Wind umweht uns. Wir genießen die Aussicht und bleiben dennoch nicht allzu lange sitzen. Ich genieße eine kleine Jause mit Banane und Apfel.

Der Gipfel steht genau an der Grenze, schaut man nach Süden, sieht man den Reuttner Talkessel, im Norden sind die Almwiesen der Kofelalpe zu sehen. Das Klingeln der Kuhglocken dringt bis zu uns herauf.

Obwohl es warm ist, kühl uns der stehtige Wind aus und wir beschließen, weiter zu gehen. Unser nächstes Ziel sind die Sattelköpfe.

Der Weg führt allerdings nicht direkt über die Köpfe, sondern linkerhand vorbei, die Gipfel sind aber bis oben bewaldet und lassen wohl kaum eine Aussicht zu.

Dann erreichen wir die Dürrenberger Alm, diese wird gerade geöffnet. Im Hintergrund sehen wir den schönen Thaneller, der den Talkessel von Reutte dominiert.

Trotz der frühen Stunde, wir sind schon über zwei Stunden am Weg, gönnen wir uns ein Bierchen. Obendrein bekommen wir noch einen Schnaps.

So gestärkt wandern wir weiter über die Falzkopfalpe. Dort sitzt der Verantwortliche mit bayrisch anmutendem Hemd vor der Hütte. Papa kann sich einen lustigen Kommentar nicht verkneifen.

Weiter unten treffen wir noch ein paar Pferde, die hier oben auf Sommerfrische sind und ein wahres Paradies haben!

Ab hier kreuzen wir immer wieder die Forststraße, und schließlich erreichen wir den Lettenbach und dann auch den Parkplatz.

Wir sind zufrieden mit unserer tollen Runde, Papa lädt uns noch auf eine Pizza im Nati ein, so runden wir die feine Wanderung ab.
Tourendaten
Gesamtdauer: 3:15 h
Gesamtlänge: 9,87 km
Höhenmeter: △ 844 m / ▽ 1.045 m


