Heute geht´s gemeinsam ins wunderschöne Padastertal. Wobei genau genommen das Tal zwei Seiten hat: Einen industriell/montanen und einen altertümlich/modernen Aspekt.

Bis Steinach kommen wir mit dem Zug, dann wandern wir zum Taleingang. Hier startet die eigentliche Wanderung. Es gibt einen Panormaweg, der von der BBT (Brenner-Basis-Tunnel Gesellschaft) erbaut wurde und mit vielen Infotafeln ausgestattet.

Das Padastertal hat ein schweres Los gezogen. Ein großer Teil des Tunnel-Aushubs wird hier ins Tal geschüttet, und dadurch das Tal verflacht.

Glaubt man den Schautafeln, wir hier mal schönes Almgelände entstehen, aber bis dorthin ist es noch ein längerer Weg. Unser Weg führt direkt am Abraum vorbei…

Ich bin schon vor vielen Jahren hier gewesen, mittlerweile hat sich das Gesicht des Tals stark geändert!

Von weiter oben sieht man das ganze Ausmaß der Baustelle…

Und dann wandert man 2 Kurven weiter und steht mitten in unberührter Almlandschaft. Ein Phänomen. Die Baustelle ist vergessen, kein Geräusch stört die Ruhe. Ein Tal mit zwei Gesichtern…

Der Boden unterhalb der Alm ist wunderschön, die Hütte kommt schon ins Blickfeld.

Rückblickend, ins Wipptal nach Steinach am Brenner schauend, kann man die Baustelle erahnen, aber störend ist das Werk hier oben nicht mehr.

Und dann haben wir eine der urigsten Almen, die ich kenne, endlich erreicht.

Leider schaut die Alm nicht bewirtschaftet aus, als wir an der Hütte ankommen, ist alles verschlossen. Im Brunnen sind gekühlte Getränke und eine Kasse steht auch bereit. Wir setzen und in die Sonne, genießen ein erfrischendes Bier und schauen einem Esel beim Grasen zu!


Nach ausgiebiger Pause wandern wir wieder retour nach Steinach. Allerdings nehmen wir einen alternativen Weg, der direkt unter der Alm in die Tiefe führt.

Über die Almwiesen, fast nicht sichtbar führt der Weg erst über Felder, danach in den Wald hinein.

Auch im Wald ist der Weg stark verwachsen, es sieht so aus als ob es hier nicht allzu viel Verkehr gibt.

Fein ist der Weg auf jeden Fall, es ist angenehm kühl im Wald und rasch erreichen wir tiefere Lagen.

Bei einem größeren Rückhaltebecken finden wir den Eingang zum Ministollen, der Teil des Panoramawegs ist.

Das Tor ist offen, begehen nur bei guten Wetter steht hier. Wir treten ein und werden gleich von der kühlen Bergluft umfangen.

Der Tunnel ist nett angelegt, ungefähr 500 Meter lang ist der Stollen.

Beim Mundloch austretend sind wir wieder auf der Baustelle, hier wird auch am Wochenende gearbeitet.

Nochmals ein Blick auf die großen Halden, der Schotterlift läuft auch, hier werden die angelieferten Steine verteilt.

Am Ende des Tales bleiben wir im Wald und wandern oberhalb von Steinach am Brenner in Richtung Bahnhof. Pünktlich erreichen wir die Station, der Zug fährt ein paar Minuten später ein. Das nenne ich perfektes Timing.

Das Tal der zwei Gesichter ist spannend. Auf der einen Seite sieht man den massiven Eingriff des Menschen, aber der anderen Seite Almböden, die auch Menschgemacht sind, aber fast natürlich anmuten…
Tourendaten
Gesamtdauer: 3:56 h
Gesamtlänge: 11,92 km
Höhenmeter: △ 697 m / ▽ 675 m


