260829 Bergwerksführung Schneeberg, Ridnaun (2.690m)

Endlich, endlich schaffen wir es, mein letztjähriges Geburtstagsgeschenk einzulösen! Ich habe eine Bergwerksführung im Bergwerk Ridnaun / Schneeberg bekommen, nun haben wir es endlich geschafft einen Termin zu fixieren. Neben Biggi und mir sind auch Georg und Letu dabei!
Gleich in der Früh fahren wir von Innsbruck nach Maiern im Ridnaun, beim Museum werden wir schon erwartet, hier bekommen wir unsere Bergausrüstung (Helm, Mantel, Gummistiefel)

Mit einem Geländebus fahren wir über eine abenteuerlich enge Straße durch das Lazzachertal hinauf zur Moarerbergalm (2.188m)

Hier, auf der beliebtesten Almhütte Südtirols 2021 lassen wir uns einen sehr guten Kaffee kredenzen, wir sammeln und und dann starten wir das Abenteuer Schneeberg…

Das ganze Gebiet hier war unter dem Einfluss des Bergwerks. Die Almhütte, das Poschhaus, war als Station auf dem Weg der Knappen nach St. Martin. Ein kurzer Blick ins Gelände zeigt überall Spuren. Der Bergbau hier wurde erst 1985 geschlossen…

Über sogenannte Bremsberge wurde das Material über die Berge transportiert, später wurden auch Materialseilbahnen installiert.

Das Lazzacher Tal, im oberen Bereich ist eine wunderschöne Landschaft und die Spuren des Bergbaus sind zwar sichtbar, aber nicht zu störend…

Über einen Bremsberg steigen wir hoch bis auf ein Plateau, das ein Moor beherbergt.

Nach einer kurzen Verschnaufpause nehmen wir den weiteren Weg zur Schneebergscharte in Angriff. Wir erreichen den oberen Teil des Bremsberges, von unseren zwei Guides werden die Abläufe und auch verschiedene Mineralien erklärt.

Am oberen Teil des Bremsberges machen wir nochmals Pause…

…dann wandern wir über einen flachen Zubringerweg hinüber zum Eingang zum Kaindlstollen. Dieser mittlerweile verbrochene Tunnel führe auf die andere Talseite, um den beschwerlichen Aufstieg über die Schneebergscharte zu verkürzen.

Sogar Tiere wurden durchgetrieben, die Glocken mussten allerdings ausgestopft werden, wegen dem ansonsten lauten Gebimmel im Stollen…

In der Schneebergscharte stehen heute noch die Überreste der damaligen Seilbahn, die das Material von St. Martin hinüber nach Maiern geführt hat.

Auf der Schneebergscharte stehen auch noch Hütten und Ruinen des Bergbaus, im Hintergrund leuchten die Schneeberger Weißen. Bedingt durch den sehr hellen Kalk leuchten diese Berge sehr auffällig zu uns herüber.

Unter uns liegt nun St. Martin am Schneeberg, die ehemalige Bergwerkssiedlung, die zu ihren Hochzeiten bis zu 1.500 Personen, im Wahrsten Sinne des Worte „mit Kind und Kegel“ beherbergte.

Die Südtiroler haben das touristische Potential dieses Gebietes gut erkannt, Museum und eben diese Führungen sind super organisiert und super ausgeschildert.

Unterwegs immer wieder Stopps, bei denen wir ein paar interessante Details über den Bergbau zu hören bekommen.

Die Landschaft rund um St. Martin gleicht in vielen Bereichen eher einer Mondlandschaft als einer Almwirtschaft. Das ist dem jahrhundertelangen Abbau und auch den Teils giftigen Mineralien, die hier nun offen herumliegen.

Neben den Schneeberger Weißen gibt es noch die Moarer Weißen, mit einem sehr schönen Gipfelaufbau.

Bei St. Martin, heute besteht die Siedlung nur noch aus ein paar Häusern, kehren wir in die Wirtschaft ein, es gibt ein feines Schnitzel, Knödel und als Nachspeise ein Moosbeer-Omlette. Richtig gut!

Wir steigen von der Siedlung weiter ab, nun kommen wir in den Hauptabbaubereich, der wirklich zeigt, was der Mensch hier über die Jahrhunderte bewirkt hat.

Ein See am unteren Bereich soll für die Verkappung von allerlei montanistischem Material verwendet worden sein, daher auch die rötliche Farbe…

Wir queren diesen Bereich des Bergwerks, wir sind bald beim Highlight unserer Tour.

Wir haben den Eingang zum Karlstollen erreicht, den wir nun befahren werden. Rasch sind wir umgezogen, Gummistiefel, Mantel und besonders der Helm werden sich schon bald bewähren.

Der Karlstollen verbindet diese Talseite unterirdisch mit dem Poschhausstollen. Wir steigen durch teil handgetriebene, teils geschossene Stollen immer tiefer in den Berg.

Immer wieder lernen wir interessante Fakten, zum Beispiel über einen Pilz, der hier zwar nicht heimisch ist, aber sich unglaublich gut vermehrt…

Auch die Funktion von Karbid wird uns erklärt und auch vorgezeigt, eine tolle Stimmung im Stollen.

Beim Poschhausstollen, im tiefsten Inneren des Berges steigen wir auf ein moderneres Bewegungsmittel um, auf eine Grubenbahn. Diese bringt uns rasch durch den 3,5 km langen Poschhausstollen. Ein echtes Erlebnis.

Mit dem Geländebus, der schon auf uns wartet, fahren wir wieder retour nach Maiern. Ein sehr interessanter und toller Tag – ein tolles Geburtstagsgeschenk! Ich habe mich sehr gefreut und bin absolut nicht enttäuscht worden.

Die Rückfahrt nach Innsbruck verläuft rasch, in Sistrans kehren wir noch bei einer Pizzeria ein und genießen die letzten Sonnenstrahlen und den feinen Abend!

Tourendaten
Gesamtdauer: 6:38 h
Gesamtlänge: 13,10 km
Höhenmeter: △ 727 m / ▽ 832 m

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