Archiv für den Monat November 2014

141130 Guffert (2.195m)

Heute mal was was anderes… es geht ins Rofan. Und noch was ist extra… Der Papa ist heute auch mit von der Partie.
Wir haben uns den Guffert als Ziel erkoren, einen schönen, aber an vielen Tagen überlaufenen Gipfel, der eine Wahnsinns-Aussicht sowohl ins Voralpenland, wie auch auf das Kaisergebirge und die Zentralalpen bietet.
Papa hat sich auch entschieden, mitzukommen und fährt schon in der Früh von Reutte aus nach Aldrans, um dann mit uns weiter Richtung Achensee zu fahren.
Um 10:00 Uhr holen wir noch Alfons in Hall ab, dann geht es in einer gemütlichen Stunde nach Steinberg im Rofan. Wir parken das Auto beim „Waldhäusl“, der Parkautomat ist außer Betrieb, daher müssen wir auch nicht bezahlen. Wir richten uns gerade für den Abmarsch her, da erscheint wie aus dem Nichts eine alte Frau, und spricht uns wirr an. Nach ein paar Sätzen ist uns klar, dass diese Frau wohl nicht ganz klar ist. Wir sprechen höflich ein paar Worte mit ihr, dann machen wir uns auf den Weg. Schon komisch, immer wenn Alfons und ich mit Willi auf dem Weg sind, erscheinen uns komische Leute… 🙂
Gleich am Anfang überqueren wir ein einen „Schuhbaum“ und ein munteres Bächlein, dann steigt der Steig sanft durch den Wald hinauf.

Bald schon merken wir, dass sich der Weg mit dieser moderaten Steigung richtig zieht, es ist zwar ein sehr angenehmes Gehen, aber es geht halt auch nichts weiter…

Wir überqueren einen alten Lawinenstrich und klettern eine leichte Rinne hinauf.

Bei einer kurzen Rast besprechen wir den weiteren Weg, mutmaßen den Pfad an der linken Seite eines Kopfes, werden aber direkt beim weitergehen eines Besseren belehrt…

 

…der Weg weicht nach Rechts aus, um die wunderschöne, mit Höhlen durchsetzen Felsformation herum…

… dann wird es nochmals flach und ein unglaublicher Blick tut sich auf, überall nur Latschen, soweit das Auge reicht. Fast ohne Lücken, so wie ich das noch nie gesehen habe. Hier am Sattel des Gufferts ist ein „Latschenparadies“ sondergleichen entstanden…

Vom Sattel drehen wir nach Links, dem Grat entlang hinauf zum schon bald sichtbaren Gipfel. Nun wird auch die Höhe bemerkbar, denn in den Schatten liegt überall Schnee, nicht viel, aber doch genug, um liegenzubleiben.

Den Gipfel haben wir nun permanent im Blick, vor uns sehen wir schon einige Leute im Auf- oder Abstieg. In der Früh habe ich noch die Bemerkung gemacht, dass wir wohl nicht viele Leute auf dem Berg antreffen würden… wie man sich doch täuschen kann.
Gerade als wir fast am Gipfelfelsen anlangen, plötzlich ein Schrei von oben, eine Mannschaft vor uns ruft an die Nachfolger „Da ist gerade Einer abgerutscht… hat jemand von euch ein Handy dabei, und kann die Rettung anrufen…“.
Ich packe rasch das Handy aus und drücke auf die Notfallapp. Sofort wird ein Notruf abgesetzt, mit Position und allem Drum und Dran. Kein Überlegen, welche Nummer ich wählen muss… bin ich froh. Einzig mit dem Empfang haut es nicht ganz hin. Nachdem ich den Notruf abgesetzt habe, werde ich von der Leitstelle zurückgerufen, um die Meldung aufzunehmen. Da der Empfang aber recht schlecht ist, muss ich zig Positionswechsel machen, bevor ich überhaupt mal jemanden erreiche…
Des Weiteren weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht genau, was passiert ist. Nach und nach kommen jedoch die Informationen zu uns und ich versuche, diese weiterzugeben. Ein Wanderer ist auf einem Schneefeld abgerutscht und über die Nord-Ostseite den Berg runtergerutscht. Hier im Bild sieht man die Unglücksstelle, ein paar Fussabdrücke, und plötzlich nichts mehr…

Ich versuche immer noch, eine Verbindung mit der Landesleitzentrale aufzubauen, um die Daten durchzugeben… später beim Lesen der Zeitungsberichte werde ich mich wundern, was da alles verstanden wurde. Wieder steht die Verbindung ein paar Sekunden, ich höre, dass der Hubschrauber schon alarmiert und auf dem Weg zu uns ist.
Alfons und Papa stehen an der Nordseite, vom Verunfallten ist von dieser Warte aus nichts außer der Rutschspur zu sehen, der Bergsteiger muss über eine Kante abgerutscht sein. Ich stehe mit dem Handy des Empfangs wegen auf der Südseite, der Unfallstelle abgewandten Seite. Daher bin ich immer auf die Zurufe der Anderen angewiesen.

Bald schon hören wir den Hubschrauber, der mit lautem Geknatter angeflogen kommt. Dieser fängt auch gleich die Suche an, doch wir müssen feststellen, dass der Hubschrauber an der falschen Stelle sucht. Ich rufe mit Alfons Handy (Anderer Netzanbieter) nochmals bei der Leitstelle an, nun klappt die Verbindung wesentlich besser.
Ich teile mit, was ich zu wissen glaube, und teile auch mit, dass der Hubschrauber an der falschen Stelle sucht. Der Bitte, meine Position nicht zu verändern, um eine Handyortung durchführen zu können, komme ich gerne nach. Und siehe da, schon bald fliegt der Hubschrauber zu uns, uns wie können die Retter auf die Unglücksstelle hinweisen. Mittlerweile stehen sicher schon 15 Leute in unserer direkten Umgebung.
Der Hubschrauber fliegt die Unglücksstelle auf und ab, und schon bald ist der Verunglückte gefunden, zumindest soweit wir das beurteilen können. Mit dem Tau wird der Bergsteiger geborgen.
Wir entschließen uns, weiterzugehen, da wir hier nichts mehr tun können. Die Retter haben meine Telefonnummer, sollten noch Fragen sein. In diesem Moment muss ich zugeben, trifft mich diese Situation nicht so, wie ich es eigentlich vermutet hätte. Ich sehe mich, trotz Absetzens des Notrufs in einer „unbeteiligten“ Beobachterrolle, bin emotional recht ruhig. Auf die Frage, ob wir weitergehen sollen, sage ich nur ja, froh, wieder beschäftigt zu sein…

Die letzten Meter auf den Gipfel gehen wir schweigend hinauf, jeder für sich. Es ist nicht so sehr Beklemmung, die uns schweigen lässt, sondern eher eine Nachdenklichkeit, die Überraschung, wie schnell es gehen kann, ein kleiner Fehltritt, und das war´s. Ich für meinen Teil gehe noch vorsichtiger als sonst, setze meine Schritte mit Bedacht…

Schon bald stehen wir auf unserem Tagesziel, dem Gipfel des Gufferts. Natürlich sind wir nicht die Einzigen, denn schon während dem Rettungseinsatz sind die Einen oder Anderen weiter zum Gipfel gegangen.

Wir setzen uns in eine kleine Senke, geschützt vom kühlen Wind, lassen uns von der Sonne wärmen und verzehren unsere Jause. Wie gewohnt, sobald der Tisch gedeckt ist, gesellen sich die Dohlen, die Flugkünstler der Alpengipfel zu den Speisegästen und verlassen den Platz nicht, ohne ein paar Krümel abbekommen zu haben.

Da es ja schon spät im Jahr ist, darf man nie vergessen, wie früh es dunkel wird. Dieser Gedanke treibt uns schon bald wieder runter ins Tal, und wir beschließen, trotz der angenehmen Sonne den Abstieg zu wagen.

Als wir wieder bei der Unglücksstelle vorbeigehen, hören wir gerade wieder einen Hubschrauber. Ein Blick in den Himmel bestätigt dies, ein Polizeihubschrauber kreist über der Unglücksstelle und es werden Bilder gemacht. Als der Hubschrauber anstalten zum Landen macht, gehen wir Drei in die Hocke, halten unsere Siebensachen und warten, bis das Fluggerät gelandet ist.

Ein Polizist steigt aus dem Heli aus, dann fliegt dieser wieder weg vom Grat. Ich laufe rüber zum, wie sich herausstellt, Postenkommandanten und stelle mich kurz als „Notrufer“ vor, dann zeige ich ihm die Unglücksstelle. Auf die Nachfrage wird unsere Befürchtung bestätigt… der Alpinist hat den Absturz nicht überlebt…
Der Polizist nimmt noch meine Daten auf, dann werden ich auch schon wieder entlassen.

Wir steigen schnell ab, den gleichen Weg hinunten, der wir in der Früh aufgestiegen sind. Gerade zum letzten Licht erreichen wir den Parkplatz.
Gegenüber stehen die Alpingendarmen neben dem Leichenwagen… gemischte Gefühle machen sich wieder breit…

Nachtrag:
Am Abend und nächsten Tag sind alle Nachrichten voll vom Alpinunfall, weitere Unfälle sind in der Kranebitter Klamm und in Scharnitz geschehen. Alles in allem ein sehr düsteres Wochenende für Alpinisten, zumal es jahreszeitlich gesehen eine sehr untypische Zeit zum Bergsteigen ist… nur der sehr milde Herbst macht solche Touren noch möglich.
Der beschriebene Unfall hat sich nicht auf dem „Normalweg“ ereignet, sondern auf einem Steig, der als solcher durch das Schneefeld nicht mehr zu erkennen war. Eine „ängstlichere“ Person wäre hier wohl nicht auf das Schneefeld eingestiegen…

Tourendaten:
Aufstieg: 1279 hm
Dauer: 5:14
Distanz: 12,02 km

 

141123 Kaisersäule (1.700m) Thaurer Zunterkopf (1.918m) & Haller Zunterkopf (1.966m)

Aus Ermangelung an „Bergspezies“ habe ich entschlossen, diese Tour an einem der letzten schönen Tage in diesem Herbst (klingt schon fast wie eine Phrase) zu machen. Nach einer Weile der Suche am Vorabend bin ich auf die Zunterköpfe gekommen, die ich eh schon länger im Visier hatte. Ich schaute mir das Ganze auf der Karte an und entschloss mich, von der Romediuskirche zu starten und dann würde ich schon sehen.

Gleich in der Früh starte ich los, eben bei besagter Romediuskirche. Am Rande des Dorfes Thaur habe ich geparkt, dann gehe ich über einen sehr schön angelegten Kreuzweg entlang hinauf, bis die Kirche vor mir steht…

Diese wunderschöne Wallfahrtskirche ist den Heiligen Peter und Paul geweiht. Ganz in der Nähe liegt auch das Thaurer Schlössl, eine Burgruine, die einst die größte Burg Tirols gewesen sein soll. Auf jeden Fall ist es ein empfehlenswerter Spaziergang für einen Sonntag Nachmittag.

Mein Weg sollte aber noch weiter gehen, ich zweige schon bald nach der Kirche in den Wald, und ziehe damit hinauf Richtung Thaurer Alm. Auf dem Weg fällt mir auf der Seite des Forstweges ein kleines Schild auf, das meine Aufmerksamkeit erregt…

… und nach einem Blick auf die Karte beschließe ich kurz entschlossen, nicht mehr weiter Richtig Thaurer Alm, die eh geschlossen ist, zu gehen, sondern diesen Steig zu nehmen, der mich zügig zur Kaisersäule bringen soll. Schon bald muss ich feststellen, dass der Weg weder oft begangen, noch sehr betreut ausschaut. Das Steigen geht jedoch gut und der Weg ist landschaftlich wunderschön angelegt.

Auf dem Weg höre ich immer wieder ein Pfeifen aus den Latschen, nach einer Biegung sehe ich die Unruhestifter…

Ein Muttertier mit dem Kleinen macht sich so schnell es geht aus dem Staube, noch viele Gämsen werde ich heute sehen, immer wieder brechen sie aus den Büschen und erschrecken mich zu Tode. Ich kann mich nicht erinnern, so viele Gämsen an einem Tag gesehen zu haben. Beeindruckende Tiere, denen ich immer wieder gerne beim Klettern zuschauen. Nach einer kurzen Pause sind die Gämsen weg und ich gehe weiter.

Bald schon geht es in die Latschen rein, und ich bin überrascht, wie warm es schon in der Früh ist, obwohl wir schon Mitte November haben… schon bald laufe ich mit dem T-Shirt weiter, da mir das Fleecehemd zu warm ist. Im Sommer möchte ich hier nicht gerne unterwegs sein, zumindest nicht an einem heißen Sommertag, denn da könnte es richtig ungemütlich sein.

Nach ein paar weiteren Kehren und Gämsen erreiche ich mein erstes Ziel, die Kaisersäule, die zu Ehren von Franz Josef I. gebaut wurde, der sich hier anno 1815 die Schlachtfelder des Tiroler Freiheitskampfes angeschaut hatte. Die Salinenarbeiter der Haller Salzbergwerke hatten dann 1838/39 die Kaisersäule als Erinnerung an dieses Ereignis erbaut.

Hier mache ich meine erste richtige Pause, und genieße die Aussicht, wie damals der Kaiser das getan haben musste. Die Sonne lacht jetzt richtig vom Firmament und daher beschließe ich, weiterzugehen auf den Thaurer Zunterkopf, und mir von dort den weiteren Weg anzuschauen.

Schon auf den letzten Metern ist mir aufgefallen, dass der Boden recht feucht ist, und erst vor kurzem hier der Schnee geschmolzen ist. Bald schon ist mein Verdacht bestätigt, in den Schatten liegen immer mehr Schneereste, das Gehen auf dem harten Schnee ist jedoch angenehm, der Griff ist gut.

Ich gehe auf beschneiten Wegen bis zum sogenannten Törl, auf dem ich hinunter in das Halltal und auf die Herrenhäuser sehe, im Hintergrund türmt sich der mächtige Bettelwurf auf, der die ganze Szenerie dominiert.

Weiter geht es hinauf, jetzt kann es nicht mehr weit sein. Die Schneereste werden immer mehr.

Das Schöne am Schnee ist, das man immer weiß, ob man der Erste ist, oder ob jemand vor einem unterwegs war. In meinem Falle waren schon ein paar Leute vor mir am Weg, aber überlaufen scheint der Zunterkopf nicht  zu sein. Und natürlich finde ich auch Spuren von … na? Gämsen!

Die meiste Zeit von der Kaisersäule her bin ich nordseitig unterwegs, das erklärt auch den vielen Schnee. Als ich oben am Grat auf die Südseite wechsle, wird es weniger, und da, nach einer Kehre ist der erste Gipfel erreicht… der Thaurer Zunterkopf.

Ein schöner Blick auf das Inntal und auf der anderen Seite ins Karwendel tut sich auf, es ist einfach schön, hier zu stehen und zu sehen, wie wunderschön unser „Landl“ ist. Jedes Mal wieder läuft mir ein Schauer über den Rücken, aus Freude, dass ich dieses Panorama genießen darf.

Ich esse eine kleine Jause, dann mache ich mich auf, zum nächsten Gipfel zu gehen, dem Haller Zunterkopf. Unterwegs sehe ich immer wieder die Riesen im Karwendel an und dann auch wunderschön das Lafatscher Joch, das ich heuer mit Alfons mit dem Mountainbike bewältigt hatte. Unsere Abfahrtspiste sieht man in der Mitte des Bildes… schaut doch recht beeindruckend aus?

Am Grat entlang gehe ich zum Gipfel hinüber, die Aussicht auf das Grat ist auch Erfurcht einflössend, wegen dem mächtigen Bettelwurf.

Bald schon stehe ich auch auf dem zweiten Gipfel, dort treffe ich eine Thaurerin, mit der ich noch ein paar Worte über den Talweg wechsle. Sie macht, da ich alleine bin, noch ein Gipfelfoto, dann steige ich auch schon wieder ab…

Hinunter gehe ich über die Guggermauer, der erste Teil des Steiges ist richtig steil. Das denke ich mir im Abstieg, während mir von unten immer wieder Leute entgegenkommen. Naja, evtl. ist es wirklich feiner, von unten raufzulaufen, und dann über den angenehmen Steig, den ich hinter mir habe, auf die Thaurer Alm zu gehen.

Nichts desto trotz geht der Abstieg gut von Statten und bald schon erreiche ich den Ochsner, meine Abzweigstelle.

Die letzten Meter gehe ich durch Buchenwald, bei dem jedoch der letzte Sturm einiges an Bäume gekappt hat, beziehungsweise umgeworfen hat. Dadurch muss ich immer wieder einen Umweg gehen, aber trotzdem erreiche ich zufrieden die Romediuskirche und den Parkplatz, an dem mein Auto schon auf mich wartet…

Tourendaten:
Aufstieg: 1426 hm
Dauer: 4:41
Distanz: 13,79km

141114 Kirchberger Köpfl (1.943m)

Alfons und ich haben uns entschlossen, am Freitag das gute Wetter, das der Wetterbericht in seiner Güte prognostiziert hat, zu nutzen und eine Tour zu machen. Die Auswahl fällt gar nicht so leicht, weil in der Höhe schon der erste Schnee liegengeblieben ist und daher eine normale Bergtour gar nicht so einfach möglich ist.
Nach längerem Suchen am Donnerstag Abend finden wir doch noch eine Tour, die vielversprechend klingt… das Kirchberger Köpfl. Die Höhe verspricht eine gewisse Schneefreiheit, daher entschließen wir uns, diese Tour am Nachmittag anzugehen.

Punkt 11:30 starten wir los, zuerst eine Brotzeit holen, und dann hinauf zum Parkplatz nach Hochzirl. Sachen noch schnell zusammenpacken, uns los geht es, erstes Ziel ist die Magdeburger Hütte…

Zuerst geht es ein Stück auf einem Forstweg neben der Mittenwaldbahn entlang, dann wird der Steig steiler und führt durch einen wunderschönen Wald hinauf. Bald schon sehen wir auf dem Wegesrand kleine Ferienhäuser, eine ganze Siedlung ist hier entstanden, mit Hütten, die wohl nur einem Zwecke dienen… der Erholung.
Der Weg zur Magdeburger Hütte ist wunderschön angelegt und sehr fein zu gehen.

So manche alte Lärche ladet zum Verweilen ein. Wir haben viel Glück, heute ist dieser Platz fast menschenleer, und die Herbststimmung fängt uns ein. Wunderschön schauen Erlspitze und die Wand des Großen Solstein auf uns herab…

Nach ca. 2 Stunden erreichen wir die Neue Magdeburger Hütte, an einem Teich inmitten einer Waldlichtung gelegen. Vor kurzem hat der Föhn eingesetzt, daher bleiben wir nicht lange stehen, sondern stärken uns mit einem Müsliriegel, und wandern gleich weiter, Richtung Gipfel

Bis zur Hütte war der Weg noch gut zu gehen, und schneefrei, doch jetzt merken wir auch hier, dass die Höhe und die Nordseite den Schnee zum Verweilen einlädt und dieser auch heuer nicht mehr weggehen will… das Steigen geht dennoch gut, weil der Schnee schön griffig ist und bis auf ein paar Mal, in denen ich einbreche, ist das Gehen nicht sehr anstrengend.

Von der Hütte sind wir nochmals eine 3/4 Stunde bis zum Gipfel unterwegs, doch schlussendlich erreichen wir wohlbehalten das Kirchberger Köpfl…

Wir gehen noch gleich weiter zum Hechenberg (1.912m), den Nachbargipfel und entschließen und, dort im Windschatten einiger Latschen unsere wohlverdiente Pause zu machen…

Nach einer ausgiebigen Rast mit Wurstsemmel und Bier machen wir uns an den Abstieg. Als wir den Gipfel erreichten, hatten wir zwei weitere Gipfelstürmer getroffen, die einen kleinen versteckten Pfad runtergegangen sind. Diesen wollen wir auch probieren, denn der verspricht uns einen verkürzten Abstieg.

Zum Glück sind wir diesen Weg nicht rauf gegangen, weil der als Direttissima (Direktweg) angelegt ist, fast keine Kehren, einfach gerade runter (oder im Anstieg rauf). Unterwegs genießen wir noch die wunderschöne Stimmung, mit Blicken ins Unterinntal, ins Oberinntal und die Sonne legt sich auch schon langsam zur Ruhe…

Beim Abstieg erreichen wir nach einer Weile fast unsichtbarerer Pfade durch den Wald eine Forststraße. Wir überlegen noch, ob wir hier weitergehen sollen, dann kommt uns ein einsamer Wanderer entgegen, genau aus der von uns beäugten Richtung…

Nein, nein, meint er, da solltet ihr in der Dunkelheit nicht runtergehen, der Weg ist fast nicht zu finden. Schnell sind wir überzeugt, und gehen gemeinsam mit ihm ein Stück die Forststraße entlang. Wir kommen ins Gespräch, stellen jedoch bald schon fest, dass er einen anderen Weg gemeint hat, als wir gesucht hatten… nichts desto trotz sind wir nun froh, dass wir die Forststrasse genommen haben. Die Dunkelheit legt sich schnell über die Landschaft.

Die letzte Strecke legen wir ohne Probleme mit Hilfe unserer Stirnlampen zurück und erreichen wieder einmal überglücklich den Parkplatz und unser Auto…