150627 Innsbrucker Klettersteig (erster Teil)

Schon seit Langem, eigentlich seit ich nach Aldrans gezogen bin, begrüßt mich jeden Morgen die Nordkette, schön und verlockend.

Schon lange denke ich mir, da musst du doch mal rauf, damit du dir anschauen kannst, wie Aldrans von Oben ausschaut.

Heute ist es endlich soweit, mit Papa beschließe ich, den Klettersteig zu gehen. Das Wetter ist zwar nicht perfekt, aber zumindest für den Vormittag ist gutes Wetter angesagt. Am Nachmittag sollten wir nicht mehr oben sein, so unser Kalkül.
Wir starten um 8:00 Uhr von zu Hause, fahren rüber zur Hungerburg. Mit den Nordkettenbahnen geht es zuerst auf die Seegrube, dann weiter auf Hafelekar.

Dort begegnen uns noch weitere Klettersteigbegeher, mit denen wir kurz reden. Dann ziehen wir uns die Ausrüstung an und starten los ins Vergnügen. Die Startwand ist auch gleichzeitig eine der Schlüsselstellen.

Wer diesen Teil ohne größere Probleme schafft, der ist schon gut aufgehoben hier. Die Abstände der Tritte sind zwar nicht ohne, der Erbauer muss wohl an die 2m gewesen sein, aber abgesehen davon ist alles gut. Schon bald stehen wir oben auf dem Grat, dem wir in weiterer Folge entlangwandern.

Schon bald sehen wir die Seegrubenspitze, wir gehen weiter Richtung Kaminspitzen. Die Erste in dieser Reihe ist die östliche Kaminspitze, auf der wir kurz den Ausblick genießen. Der Klettersteig geht immer am Grat entlang, weicht manchmal auf die Karwendel, manchmal auf die Innsbrucker Seite aus.

Wunderschön ist die Aussicht, jedoch lassen dunkle Wolken in der Ferne einen baldigen Wetterumschwung erahnen.

Unterwegs ist einmal die berühmte „Seufzerbrücke“ zu überqueren, Gott sei Dank hat die nichts mit dem Venediger Pedant zu tun…

Die Kaminspitzen haben wir bald voll, dann geht es weiter Richtung Kemacher. Doch bevor wir diesen Gipfel besteigen können, müssen wir nochmals huldvoll ein paar Schritte ins Tal, in eine Rinne machen, sozusagen als Tribut für die Besteigung.

Doch auch diese Aufgabe meistern wir mit Bravour und schon bald stehen wir auf der Spitze des Kemacher. Endlich, nach so vielen Jahren stehe ich auf dem Kemacher, einem meiner „Sehe ich am Abend“ Berge…

Wir pausieren dort kurz, Papa macht ein paar Bilder, dann schließt ein weiterer Innsbruck zu uns auf. Wir reden kurz, auch er ist nicht sicher, obwohl das Wetter mittlerweile milder ausschaut, ob wir den zweiten Teil noch machen sollten. Er wolle erst einmal Brotzeiten, meint er…
Wir machen uns auf den Abstieg, unten und raus sind wir ja noch nicht. Ein paar anregende Stellen müssen wir noch überwinden, dann erreichen wir den Langen Sattel.

Dort schauen wir uns nochmals wegen dem Wetter um: Nein, eigentlich wollen wir ein Gewitter hier oben nicht riskieren, daher beschließen wir, von hier runter zur Seegrube zu gehen.

3 Stunden sind wir auch schon am Weg… auch der Brotzeiter ist unserer Meinung uns schließt sich an, den Absteig zu meistern.

Wir folgen dem Steig, der gar nicht so ohne ist, hinunter bis er auf den Weg von der Brandjochspitze trifft. Von dort folgenden wir dem Pfad bis zur Seegrube.
Dort setzen wir uns auf die Terasse, ein Radler muss her. Wir genießen den Ausblick, und müssen feststellen, daß es doch ganz schön kühl ist. Also Jacke an, dann genießen wir…

Nachtrag:
Nach dem Radler fahren wir mit der Gondel ins Tal, wir schauen beim Auto nochmals auf die Nordkette. Das Gewitter ist schon im Anmarsch. Zu Hause angekommen, zieht es völlig zu und wir beglückwünschen uns gegenseitig, daß wir die richtige Entscheidung getroffen haben.

Manchmal ist eben Umdrehen wichtig, damit der Tag in guter Erinnerung bleibt.

Tourendaten:
Gesamtdistanz: 6,09km
Gesamtdauer: 4:08h
Höhenmeter: 311m

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