Schlagwort-Archive: Tuxer Alpen

210329 Sonnenspitze (2.639m)

Die Zeitumstellung bringt abgesehen von einem durcheinander gewirbelten Biorhythmus auch gewisse Vorteile. Die Sonne steht länger am Firmament, so kann nun manche Tour, die besser bei Tageslicht begangen wird, auch nach der Arbeit durchgeführt werden.

Mit Wolfi treffe ich mich heute, um die Sonnenspitze im Glungezergebiet zu besteigen. Der erste Teil ist ident mit dem mir sehr bekannten Aufstieg auf den Schartenkogel.

Da aktuell das FIS-Rennen stattfindet, wurden wir vom zuvorkommenden Liftpersonal informiert, nicht die Piste, sondern die Skitourenroute zu verwenden. Und speziell bei der Abfahrt sollten wir auf entgegenkommende Ratracks achten.

Im oberen Teil der „Pistentour“ kürzen wir ein wenig über Gelände ab. Vor uns, als mächtiger Block, ergebt sich das Glungezermassiv.

Kurz vor Erreichen des Schartenkogel zweigt der Weg nach Westen ab. Wir verlassen die Piste und steigen über eine gut ausgetretene Skispur höher.

Die Frühlingssonne scheint schon recht warm, daher können wir den Aufstieg „hemdsärmelig“ bestreiten, ein Privileg des Frühlings…

Lange stehenbleiben dürfen wir trotzdem nicht, sobald der „Motor“ runterfährt, wird es kühl… und animiert uns sogleich, weiterzugehen.

Der Gipfel des Glungezer, des Nachbargipfels „unserer“ Sonnenspitze, kommt in Sichtweite. Auf seinem Haupt, bzw. ganz in der Nähe steht die berühmte Glungezerhütte und die militärische Einrichtung „Goldhaube“.

Unser Ziel ist nun auch in greifbarer Nähe gerückt, einen letzten Hang müssen wir noch im Zickzack aufsteigen.

Dann stehen wir auf dem höchsten Punkt der Tour, der Sonnenspitze (2.639m). Die Aussicht ist phänomenal, es ist fast windstill auf dem Gipfel und die Sonne lacht noch schwach vom Himmel.

Der Blick nach Westen zeigt mir den Verlauf einer meiner heurigen Touren, der „Route Roman“.

Nach Osten liegt das schon grüne Inntal vor uns, auf den Bergen liegt aber noch genügend Schnee, um noch die eine oder andere Tour zu ermöglichen.

Am Gipfel ist es kalt geworden, daher fahren wir ab. Der erste Teil ist gut befahren, aber dennoch im Gelände. Da stellt sich Buckelpistengefühl ein.

Den unteren Teil bestreiten wir im Skigebiet, einmal kürzen wir noch über eine weitere Buckelpiste ab. Die Sonne steht nun tief und zaubert warme Farben auf die bestens präparierte Pisten.

Mit der Gondel fahren wir das letzte Stück ins Tal, am Parkplatz genießen wir noch die letzten Strahlen der untergehenden Sonne… perfektes Timing zu einer perfekten After-Work-Tour.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:50 h
Gesamtlänge: 10,17 km
Höhenmeter: 1.185 m
Lawinenwarnstufe: 2 (Altschneeproblem, Gleitschneeproblem)

210326 Patscherkofel Schutzhaus (1.965m)

Obwohl die heutige Tour zugegebenermaßen meine Wochenendplanung komplett durcheinander gewirbelt hat, hat es sich absolut rentiert. Wenig anstrengend, schönstes Wetter, eine gute Aussicht, T-Shirt-Temperaturen und last, but not least, wunderbare Gesellschaft in Form von Wolfi! Was will man mehr…
Die Tour ist ja schon hinlänglich durch andere Beschreibungen auf diesem Blog bekannt, daher lasse ich hier ein paar Bilder sprechen…

Tourendaten
Gesamtlänge: 8,61 km
Gesamtdauer: 2:10 h
Höhenmeter: 960 m
Lawinenwarnstufe: 1

210324 Rinner alm (1.394m)

Das Wetter will ausgenützt werden, so zieht es mich nach der Arbeit noch schnell auf die Rinner Alm… schon zum x-ten Mal. Dieses Mal ist Manni dabei, der schon „Aldranser-Alm-geprüft“, nach kurzem Überlegen zusagt.
Auf der Alm zaubert Manni zwei „Zillertaler“ aus dem Rucksack… eine feine und wohlschmeckende Überraschung
Zum Weg selber muss nicht mehr viel gesagt werden, daher teile ich hier nur ein paar Impressionen.

Tourendaten
Gesamtlänge: 6,65 km
Gesamtdauer: 1:47 h
Höhenmeter: 497 m
Lawinenwarnstufe: 2 (Gleitschnee)

210323 Schartenkogel (2.311m)

Und wieder steht eine schöne „After-Work-Tour“ auf den Schartenkogel auf dem Programm. Ich fahre mit dem Bus zur Talstation. An der Bushaltestelle treffe ich Paul, mit dem ich am Hirzer gewesen bin.
Bei der Talstation muss er noch auf ein paar Leute warten, derweilen mache ich mich schon auf den Weg. Von Halsmarter steige ich rasch neben der Piste, im Pulk mit zig anderen Sportlern auf.

Das Wetter ist wunderbar, die Sonne lacht vom Himmel und es ist fast ein wenig lau.

Der Ausblick auf das Inntal ist wunderbar, wenn gleich die Fernsicht ein wenig getrübt ist. Gerade dieser lichte Nebel macht für mich den Reiz dieser Stimmung aus.

Ich nehme den linken Weg zum Schartenkogel, also nicht über die Piste, sondern ein wenig über flaches Skigelände.

Die Steigerei macht richtig Spaß, die Geschwindigkeit ist heute aber höher als sonst.

Über eine letzte Kuppe steigend, sehe ich nun auch mein Ziel, ein im heurigen Jahr schon mehrere Male besuchtes Gipfelkreuz, den Schartenkogel.

Die Aussicht vom Rücken auf das Skigebiet und besonders auf das Glungezermassiv ist beeindruckend. Die die Abendsonne tut den Rest dazu.

Am Gipfel sind schon ein paar Leute, unter anderem treffe ich wieder David (von letzter Woche).
Mir ist kalt, ich ziehe mich rasch um, genieße den Sonnenuntergang. Dann fahre ich wieder ab. Mein Zeitfenster ist ein wenig beschränkt, ich muss zum Bus. Wie der Sausewind rausche ich die Piste hinunter, die Gondel kommt mir unglaublich langsam vor… was sie jedoch faktisch nicht ist. Im Tal habe ich nur noch Minuten, ich jogge mit den Tourenskischuhen zum Gemeindeplatz, und erreiche gerade noch den Bus. Wunderbar!

Was für eine schöne Tour das heute war, im Bus genieße ich die letzten Sonnenstrahlen, bevor sich die Sonne zur Nachtruhe begibt.

Tourendaten
Gesamtlänge: 7,15 km
Gesamtdauer: 1:10 h
Höhenmeter: 771 m
Lawinenwarnstufe: 3 (Triebschnee, Gleitschnee)

210316 Schartenkogel (2.311m)

Ein kurzes, letztes Aufbäumen des Winters bringt nochmals schönsten Pulver in unsere Lande. Da bietet sich ein Ausflug auf den Schartenkogel, direkt nach der Arbeit an. Mit dem Postbus fahre ich direkt von zu Hause (ohne Umsteigen) zum Skigebiet, mit der Gondel hinauf zur Mittelstation.

Die letzten Ski- und Snowboardfahrer rauschen die Piste hinunter, während ich mich leicht bekleidet die alte Pistentrasse hoch quäle.

Das Wort quälen verwende ich in Zusammenhang mit jeglichen Sportarten nur selten, aber die ehemalige Trasse des Schlepplifts hat es echt in sich. Mich wundert manchmal, dass wir zu Zeiten des Schleppers ohne Blessuren rauf gekommen sind.

Nur kurze flachere Stücke laden zum Verschnaufen ein, dann kommt der nächste Steilanstieg. Doch nach ca. 400 Höhenmeter erreiche ich die Bergstation der neuen Bahn und bin aus dem Gröbsten raus.

War das Wetter bis hier noch in Ordnung, ist nun eine Kombination aus Dämmerung, Wolken und Schneefall eingetreten. Die Sicht ist schlecht, teilweise kann die Aufstiegsspur nicht gesehen werden.

Trotzdem sind immer wieder wunderschöne Stellen zu bestaunen, das Zusammenspiel von Bäumchen, frischem Schnee und Felsen fasziniert mich hier am „Glungi“ immer wieder…

Kurz vor der Bergstation „Schartenkogellift“ holt ein einsamer Tourengeher zu mir auf. Welche Überraschung, es ist ein Arbeitskollege von mir… David. Wir gehen gemeinsam weiter, und bald erreichen wir das Ziel, das Gipfelkreuz des Schartenkogels (2.311m)

Es ist nicht nur bitterkalt, sondern auf windig. Eigentlich nichts Neues, in dieser Ecke, aber immer wieder aufs Neue „grausig“. Rasch ziehen wir uns um und fahren wieder ab.

Der Aufstieg war steil, aber gut. Der Aufenthalt am Gipfel wie üblich kalt, windig und nicht besonders einladend, dafür war die Abfahrt richtig lustig. Weicher, fluffiger Schnee versüßt mir den Abschluss der Tour.

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:40 h
Gesamtlänge:7,77 km
Höhenmeter: 803 m
Lawinenwarnstufe: 3 (Triebschnee, Waldgrenze, alle Expo.)

210315 Erste Figlversuche

Wer schon mal auf Figl gestanden ist, weiß, was das für ein Gelächter ist. Speziell für jene, die nicht auf den Figl´n stehen. Aber was sind Figl… das sollten zumindest die Tiroler kennen… Figl steht für Firn Gleiter, eine lustige Erfindung aus der Mitte des letzten Jahrhunderts.

Lange Rede, kurzer Sinn, Letu und ich machen uns bei sehr untypischen Figlverhältnissen zur Heiligwasserwiese auf, um unser „neues“ Spielzeug auszuprobieren. Und gleich vorweg… einfach ist anders… Letu macht auf jeden Fall die bessere Figur und deshalb sind keine Beweise meiner Fahrkunst sichtbar…

Wie man auf den Bildern sieht, handelt es sich um einfache Aluschienen mit einer Bindung drauf, die mittels Schnur gebunden wird.

Leider ist das Gefälle der Heiligwasserwiese nicht so groß, daher ist die Fahrerei noch ein wenig schwieriger.

Wir haben trotz des Wetters die größte Gaudi, die Teile sind „Fun Pur“, und werden sicher noch öfter im Einsatz sein.

210312 Aldranser Alm (1.511m)

Das Wetter der nächsten Tage verheißt wieder weiße Pracht, ein der Jahreszeit nicht ungewöhnlicher Zauber. Heute jedoch locken die milden Temperaturen, gaukeln schon eine noch nicht ganz eröffnete Wandersaison vor.

Das Ziel, heute gut gangbar, ist die Aldranser Alm. Und einen neuen Mitstreiter habe ich auch gewonnen, Manni begleitet mich auf dieser Marsch.

Wir starten in Fagslung, einem kleinen Weiler von Aldrans. Von hier müssen wir erst ein Stück mit dem Forstweg vorlieb nehmen, bis wir den eigentlich Steig erreichen. Dieser führt dann, immer wieder die Forststraße kreuzend, relativ direkt Richtung Alm.

Im oberen Drittel der Wanderung müssen wir uns mit Schnee und Eis herumschlagen, eine Stelle, ein vereister Bach, erfordert höchste Konzentration…

Der letzte Teil ist steil und führt und fast aper hinauf zur Aldranser Alpe.

Dann stehen wir vor der gemütlichen Hütte. Hoffentlich auch bald wieder geöffnet, und wieder zu einer feinen Einkehr einladend.

Wir setzen uns auf die Westseite der Hütte, auf einen leckeren Trunk müssen wir nicht verzichten, denn irgendwie haben sich Dosen in den Rucksack verirrt und wollen jetzt konsumiert werden.

Das Wetter wechselt währenddessen dauern die „Gesichtsfarbe“… mal düster wie hier, dann wieder Sonnenschein…

… sogar kurzzeitige Schneeschauer sind dabei. Da möchte man fast meinen, das Wetter des Folgemonats sei am Werke.

Nach der gemütlichen Rast, die Dämmerung setzt nun ein, läuten wir den Abstieg ein.

Naturgemäß geht es runter viel schneller als rauf… dennoch ist Obacht, speziell bei den eisigen Stellen angeraten.

Im oberen Bereich des Anstieges, bzw. nun Abstieges, sind immer wieder längere Eis- und Schneeflächen zu passieren.

Obwohl teilweise Konzentration gefordert ist, sind wir natürlich nicht aus der Ruhe zu bringen und haben so manches Späßchen am laufen…

Als wir beim Parkplatz ankommen, ist es schon fast dunkel. Das Timing heute war perfekt, ein toller Auftakt in die neue Wandersaison.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:50 h
Gesamtlänge: 9,68 km
Höhenmeter: 627 m

210310 Rinner Alm (1.394m)

A schnelle Tour nach der Arbeit, da bietet sich die Rinner Alm geradezu an. Mit Junior starte ich direkt nach der Arbeit zuerst mit dem Auto nach Rinn, zum Parkplatz bei der Kirche.

Vom Parkplatz wandern wir ein paar Meter auf der Asphaltstraße, dann erreichen wir das Ende der Rodelbahn. Diese sind wir noch vor Kurzem runter gerauscht…

Es ist der Jahreszeit entsprechend kühl, aber im „Bergaufgang“ wird uns schon warm ums Herz und in den Muskeln und Fasern.

Dennoch, Sonne haben wir auf der Wanderung heute keine… und das läge nicht an einer Wolkendecke oder ähnlichem… nein, es liegt einzig an der Uhrzeit und auch der Hangausrichtung…

Der Rinner Alm Steig ist ein angenehm angelegter Steig, der bis auf eine steile Stelle eine moderaten Anstieg zur Alm erlaubt.

Im Sommer, besonders an heißen Tag eine empfehlenswerte Strecke, ist es hier im Winter relativ kühl, auch wenn im Tal schon die Frühjahresgefühle erwachen…

In der unteren Hälfte verläuft der Weg immer im dichten Wald, nur ein paar Schneisen erlauben einen schönen Rundblick, wie hier auf das Bettelwurfmassiv.

Trotz hoher und fordernder Geschwindigkeit ist Letu immer wieder für Späße zu haben, sei es ausgewachsene Bäume ausreißen, laufen, springen und sonstigen Schindluder.

Die Forststraße auf die Alm verläuft im feinen Zickzack den Berg hinauf, der Wanderpfad geht weniger Kompromisse ein, schnurstracks verläuft die Schneide den Wald hinauf. Und natürlich haben wir Zweitere gewählt…

Ungefähr ab der Hälfte wird das Vorhandensein von Schnee immer häufiger. Generell gut begehbar, offenbaren einzelne eisige Stellen einen tückischen Hinterhalt.

Mit offenem Auge für Rutschpartien, aber auch mit dem wunderbaren Farbenspiel am Horizont klimmen wir immer weiter nach oben.

Eine letzte, zugegeben mächtige Schneelandschaft müssen wir meistern…

… dann erreichen wir das lustige „Tor zur Alm“, wie ich es gerne betituliere.

Die Alm hat zu, es war nicht anders erwartet. Selbst in normalen Jahren wäre nun, ob der nicht-fahrbereiten Rodelbahn wohl kaum offen, noch unwahrscheinlicher unter der Woche…

In einer windstillen Ecke ziehen wir uns schnell um. Handschuhe, Kappe und wärmende Jacke sind nun angezeigt, als der Tag flux der Nacht den Platz überlässt.

Ehrfürchtig beobachten wir das tägliche Spiel am Horizont, da so gar nie langweilig wird.

Den ersten Teil des Abstiegs schaffen wir ohne Lampen, spätestens im Wald brauchen wir zur unfallfreien Orientierung ein zusätzliches Licht…

Gerade um die blanken Eisstellen zu erspähen, ist die Stirnlampe ein wahrlich rentables Werkzeug, das zwar fast immer im Rucksack schlummert, aber heute gute Dienste verrichtet.

Naturgemäß ist der Abstieg wesentlich schneller als der Aufstieg bewerkstelligt. Die Schrittgeschwindigkeit wird durch ein gewisses Unwohlsein von Letu im Wald, wohl der vielen unheimlichen Geräusche geschuldet, immer schneller. Und daher stehen wir schneller als erwartet wieder am Ausgangspunkt…

Eine gemütliche Feierabendrunde, die wir heuer hoffentlich noch öfter nach der Arbeit / der Schule absolvieren können.

Tourendaten
Gesamtlänge: 5,16 km
Gesamtdauer: 1:42 h
Höhenmeter: 503 m

210220 Hirzer (2.725m)

Heute steht einer der großen Klassiker auf dem Programm, der Hirzer. Eine tolle Tour aus dem Wattental. Vor vielen Jahren bin ich hier mit dem Bundesheer gewesen und habe so manche Tour gemacht, allerdings ist meine Erinnerung daran ein wenig verwelkt. Mit zwei Pauls und einem Reinhard geht es heute auf Tour…

Wir starten beim Parkplatz am Gasthaus Hanneburger bei ca. 1.400 m los. Wir haben Glück, wir sind früh genug dran und finden gleich einen Parkplatz…

Der Start verläuft recht unspektakulär über eine Forststraße, bei deren Ende wir auf schönes Almengelände stoßen. Steil zieht die Spur nun über noch sehr harten Schnee nach oben.

An der „anderen“ Talseite leuchtet schon die Sonne, wir sind allerdings froh, noch in kühler Luft aufsteigen zu dürfen, denn heute wird es laut Wetterbericht noch recht warm.

Durch schöne Zirbenbestände steigen wir immer höher hinauf…

Unsere Vierergruppe hat sich mittlerweile ein wenig aufgelöst, aber immer wieder stoßen wir zusammen. Später, am Gipfel sind wir uns einig… wir haben alle ungefähr das gleiche Tempo, also eine angenehme Truppe…

Nun erreichen wir die Waldgrenze, es eröffnet sich ein spektakuläres Panorama, das uns beim weiteren Verlauf der Tour begleiten wird.

Es ist die erste Tour, die ich mit Paul mache, aber ich muss jetzt schon sagen, dass es hoffentlich nicht die Letzte sein wird. Stimmung, Tempo und das Rundherum passen perfekt…

Vorbei am Polvesalm-Hochleger steigen wir in Richtung Grat auf.

Schöne Skihänge eröffnen sich vor uns, einzig über die Schneequalität sind wir uns noch nicht einig. Aber bevor überhaupt ein Gedanke an die Abfahrt verschwendet wird, wir haben noch ca. 600 Hm vor uns…

Die Sonne steht nun schon ein wenig höher und wärmt uns. Es ist gerade richtig, noch nicht zu warm, und dennoch sehr angenehm.

Schließlich erreichen wir den Grat, der Schnee wird, wie in den Tuxern üblich, immer weniger, je höher man kommt… das ist dem immer währenden Wind zu verdanken.

Teilweise müssen wir über Steine steigen, zum Glück schützen die Felle den Skibelag und wir können unverfroren weitertappen.

Durch den Windeinfluss ist die Spur recht hart, daher lege ich meine Harscheisen an. Damit ist der weitere Aufstieg für mich doch um einiges einfacher…

Kurz vor dem Gipfel müssen wir noch einmal kurz abfahren, dann steht dem letzten Aufstieg nichts mehr im Wege.

Glücklich haben wir das Ziel erreicht, der Hirzer, 2.725m. Heuer bis dato mein „Höchster“. Die Aussicht ist absolut phantastisch, bei diesem Panorama schmeckt die Brotzeit gleich zweimal so gut.

Wir sind fast eine Stunde auf dem Gipfel, so gemütlich ist es schon lange nicht mehr gewesen. Irgendwann wird es allerdings doch Zeit für die Abfahrt…

Ich lasse den Profis die Vorfahrt, einzig Paul fährt als Schlusslicht, um die Leichen einzusammeln. Zum Glück ist das heute nicht von Nöten.

Im oberen Bereich ist die Abfahrt relativ lustig, je weiter wir ins Tal kommen, desto schwerer wird der Schnee und desto kraftraubender werden auch die Kurven. Dennoch macht die Abfahrt Spaß.

Am Schluss der unteren Almwiese müssen wir auf die Forststraße wechseln.

Diese ist in bestimmten Bereichen relativ flach, dennoch erreichen wir zügig den Parkplatz… ein paar Mal müssen wir halt doch schieben.

Am Parkplatz angelangt kommt eine feine Überraschung, es gibt eine „Hülse“ (= Bier). In diesen schweren Zeiten muss man halt das Zusammensitzen am Ende einer Tour ein wenig anders gestalten… von meiner Seite „Hoch-die-Daumen“, nach so einer Tour schmeckt ein Bier einfach wunderbar.

Das Wette ist nun wirklich warm geworden, daher ziehe ich mir zu Hause die „Kurze“ an und setzte mich auf den Balkon… und gönne mir noch ein Bier auf die tolle Runde!

Tourendaten
Gesamtlänge: 15,19 km
Gesamtdauer: 4:57 h
Höhenmeter: 1.446m
Lawinenwarnstufe: 2 (Triebschnee)

210214 Vom Patscherkofel zum Glungezer

Viele Jahre ist es hier (um genau zu sein, 2015), dass ich diese Route, die sogenannte „Route Roman“ mit Alfons gegangen bin. Schon länger will ich diese feine Skitour wiederholen, aber finde keine Mitstreiter. Heute mache ich mich alleine auf, die einfache Grattour zu absolvieren.

Mit der Kofelbahn gönne ich mir den Luxus des vereinfachten Aufstieges, die ersten 1000 Höhenmeter sind so ein Klax…

Da ich recht früh dran bin, und die Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt sind, ist auf im Skigebiet fast nichts los.
Von der Bergstation geht es gleich steil hinauf, im Nordhang des Patscherkofels ist eine angenehme Spur angelegt, der ich folge. Schön langsam strömen doch ein paar Leute zum Skifahren, bis hierher kann ich die Kanten knirschen hören.

Je näher ich dem Gipfel komme, desto mehr sieht man den Einfluss des Windes. Es hat schon einige Zeit nicht mehr geschneit, die Schneedecke ist windgepresst und überall sieht man „Gangeln“. Kein gutes Zeichen, aber in diesem Falle vernachlässigbar, da der Kofel extrem verspurt ist.

Der Patscherkofel ist ein Aussichtsberg par excellence, besonders schön an einem eiskalten Wintermorgen wie heute. Die Fernsicht ist grandios, und ich bin froh, dass ich mir diesen Tag für die Tour ausgesucht habe.

Am Gipfel ist es sonnig, windstill und sehr angenehm. Dennoch kann ich nicht verweilen, ich habe noch eine gute Strecke vor mir. Ich begebe mich zum Osthang, oberhalb dessen ich abfelle und mich für die erste Abfahrt des Tages bereit mache.

Einer der kleinen Nachteile dieser Tour ist die immer wieder dünne Schneeauflage am Grat. Da es in dieser Region immer windet, ist der Schnee teilweise verblasen. Dennoch finde ich ski-schonende Spuren zum Abfahren.

Zwischenzeitlich muss immer wieder geschoben werden, aber für´s erneute Auffellen ist es noch zu früh. Sobald ich in den Nordbereich der Tour wechsle, liegt Schnee von überraschend guter Qualität.

Ein Blick zurück offenbart den ersten Teil der Abfahrt, mit viel Gemüse dazwischen. Es führen nur ein paar wenige Spuren den Hang herunter, scheinbar ist die Tour aktuell nicht so gut besucht.

Der Blick Richtung Süden offenbart ein weiteres „Wunderland“ für Tourengeher. Das oft übersehene Viggartal mit schönen Skibergen, im Hintergrund die Kreuzspitze (2.746m) und das Rosenjoch (2.798m)

Nach ein wenig „Tretteln“ erreiche die das Lanser Kreuz, nun steht wieder eine schöne Steile Abfahrt vor mir. Zum Glück habe ich die Felle noch nicht „montiert“.

Bevor ich hinunter schwinge, schaue ich mir nochmals den Routenverlauf an. Vor mit ausgebreitet liegt wie auf einer Karte der Pfad. Dem sonnigen Grat entlang geht es rechts an der Viggarspitze (Pyramide) vorbei und dann zwischen Felsen nach oben zur Sonnenspitze.

Die Spur, der ich heute folge, unterscheidet sich an ein paar Stellen von der mir im Gedächtnis gebliebenen. Und da ich immer wieder mit Fellen abfahren muss, denke ich mir, dass die „alte“ Route von 2015 wohl geschickter angelegt war.

Noch ist es kühl und immer wieder schattig, nachdem ich allerdings ein Stück hinter Boscheben in die Sonne komme, kann die Jacke auch im Rucksack verschwinden.

An den Wegweisern kann man erkennen, dass hier viel Schnee liegt. Bei einer Abzweigung des Zirbenweges sehe ich die Viggarspitze in voller Pracht. Eine schöne geformter Pyramide…

Es geht fast gerade auf den Gipfel zu, hier im kleinen Tal ist es schattig und dementsprechend kalt. Aber vor mir lockt schon die Sonne.

Schlussendlich erreiche ich die Südhänge der Viggarspitze mit viel Sonne. Wind ist auch nicht vorhanden, daher sind die Temperaturen nun sehr angenehm.

Da ich eine längere Strecke vor mir habe, lasse ich die Viggarspitze heute aus. Das nächste Mal stehe ich wieder dort oben. Der Blick ins Viggartal und zurück auf den Patscherkofel zeugt recht deutlich, dass dieses Tal recht langzogen ist. Die Skitouren am Talschluss sind dementsprechend auch niemals „kurz“…

Nun bewege ich mich weiter auf die Sonnenspitze zu, auch zur Neunerspitze ganz in der Nähe sende ich meinen Gruß. Die Spur ist schon älter, daher ist stellenweise unberührter Schnee vor mir…

Die originale „Route Roman“ führt immer am Grat entlang, doch ich entscheide mich, der Spur am Sommerweg in den Südhängen zu folgen.

Der erste Teil des Weges ist wunderschön, wobei die Spur nicht wirklich hilfreich ist. Später erreiche ich aber auch Stellen, bei denen ich froh bin, wenn ich diese hinter mir lasse. Meine Versuche, Gefahrenstellen auszuweichen, sind fast immer von Erfolg gekrönt, dennoch brechen bei steileren Stellen immer wieder Schollen aus dem Bruchharsch, der hier vorherrscht…

Je Steiler die Hänge werden, desto vorsichtiger bin ich. Am Schluss muss ich noch durch den Gipfelhang, der mich auf die Glungezer Hütte bringen wird. Durch halbwegs geschickte Spurenwahl bleibt die Steilheit immer unter 35°. Die Hänge oberhalb habe ich besonders im Auge..

Der Schlusshang ist recht hart, daher muss ich die Harscheisen anlegen. Das klappt hervorragend, und nun ist das Raufgehen doch um einiges leichter geworden.
Dann erreiche ich, zugegeben erleichtert, den Grat vor der Hütte. Diese liegt nun direkt vor mir, ich zieht aber noch ein paar Meter weiter, zum Glungezer Kreuz (2.660m).

Hier gönne ich mir eine einsame Pause. Während auf der Sonnenspitze schon Menschenmassen stehen, bin ich hier, circa 250 Meter Luftlinie alleine…

Die Pause tut gut, ich merke allerdings, dass ich bedingt durch den nun einsetzenden Wind auskühle. Da ich eine tolle Abfahrt vor mir habe, packe ich zusammen. Nach der Hütte muss ich nochmals ein paar Meter in die Schulter der Sonnenspitze aufsteigen, denn dort startet die eigentliche „Piste“.

Das Aufwärmen in der Hütte bleibt mir heute/heuer corona-bedingt verwehrt, aber die Abfahrt wertet das Gesamterlebnis absolut auf. 1.800 m Abfahrt, wo hat man das sonst…

Vom Gipfel, mit Buckelpiste, über die sehr gut präparierte Piste im Skigebiet und schlussendlich über die gesperrte, weil teilweise recht eisige Talabfahrt erreiche ich zufrieden die Talstation der Glungezerbahn. Beim Weg zur Bushaltestelle hole ich mir noch ein Bier bei der Larchhittn, dann warte ich in der Sonne auf den Bus.
Eine wunderschöne Tour, die mir viel Spaß und manch erhöhten Puls beschert hat…

Tourendaten

Skitour
Gesamtlänge: 8,41 km
Gesamtdauer: 3:51 h
Höhenmeter: 1.171 m
Lawinenwarnstufe: 3 (Triebschnee, Altschneeproblem)

Abfahrt
Gesamtlänge: 8,89 km
Gesamtdauer: 35:00 h
Höhenmeter: -1.800 m
Lawinenwarnstufe: – (Pistenabfahrt)