160820 Hechenbergrunde, Kirchbergköpfl (1.943m)

Schon länger schaue ich immer wieder beim Schlafzimmerfenster hinaus, in Richtung Hechenberg. Und immer wieder „gluschtet“ mich die Runde über das Hechenbergl, ein längst vergessener Steig, der westlich der Kranebitter Klamm, durch die extrem steile Wand des Hechenbergs zieht. Gerade gestern am Patscherkofel dachte ich noch dran…

Spontan machen Alfons und ich aus, heute diese Tour zu machen. Wir starten um 6:45 in Aldrans, fahren mit dem Auto bis nach Kranebitten und suchen uns dort einen legalen Parkplatz für das Auto… gar nicht so einfach.

Die ersten Meter gehen wir den Klammsteig entlang, dann zweigen wir auf den Schleifwandsteig ab. Dieser zieht stehtig in Serpentinen hinauf in die Wand. Die Ausblicke auf Innsbruck werden mit jeder Kehre spektakulärer, der Flughafenlärm leider auch…

Dann zweigt ein unscheinbarer Weg ab, mit dem Hinweis, „HECHENBERG, NUR FÜR GEÜBTE“.

Das ist unser Weg, den wir begehen wollen. Zuerst geht der Weg zwar schmal, aber in nicht allzu anstrengender Steigung in Kehren weiter, doch dann steilt der Weg immer mehr auf.

Seilversicherungen sind vorhanden, aber diese schauen nicht immer sehr vertrauenserweckend aus. Trotzdem verwende ich diese gerne, auch wenn es nur für die „Moral“ ist.

Mittlerweile ist der Weg sehr ausgesetzt, einen falschen Tritt darf man sich hier nicht leisten. Die Seilsicherungen helfen nur bedingt, aber der Untergrund ist trocken und bei entsprechender Vorsicht ist das Steigen gar kein Problem.

Bald erreichen wir das Hechenbergl (1.757m), einen kleinen Boden, der mit dem eigentlichen Hechenberg über ein breites Grat verbunden ist.


Von diesem kleinen Vorgipfel steigen wir weiter auf, bis wir endlich das Kreuz vom Hechenberg (1.912m), in manchen Karten auch als Rauhenkopf benannt, erreichen.

Hier gönnen wir uns einen kleinen Snack und schauen uns um. Das Wetter scheint zu halten, und nur im Unterland ist es diesig.

Nächste Station ist das Kirchbergköpfl (1.943), der auch mit einem kleinen Gipfelkreuz verziert ist.

Hier machen wir eine längere Pause, genießen die Aussicht und bewundern die umgebenden Bergriesen, in Namen: Kleiner und Großer Solstein, Hohe Warte, Brandjochspitze, weit im Westen sehen wir die Zugspitze mit dem unmöglichen Gipfelaufbau, im Süden schauen die Stubaier Gletscher zu uns, vorgelagert die Nockspitze und die Kalkkögel… ach wie schön haben wir es doch!

Langsam, leider auf die Uhr schauen müssend, machen wir uns zur Neuen Magdeburger Hütte auf, die wir auf einem sehr guten Pfad auch bald erreichen. Der Wind hat aufgefrischt, aber wir beschließen trotzdem, hier noch eine Kleinigkeit zu essen.

Wir sitzen zwar gemütlich, aber weder sind die Wirtsleute freundlich noch ist das Essen besonders gut… und zu guter Letzt ist der Preis auch noch gesalzen. Na, das wird uns wohl ein Weilchen im Gedächnis bleiben.

Nun kommt der zweite Teil unserer Wandung, zuerst über den Krummen Steig bis zu Nassen Wand. Dieser Teil vor der Nassen Wand ist sehr anregend, denn wunderschön geht der Steig unter den Felswänden der Solsteine hindurch.

Bei der Nassen Wand zweigen wir über eine Schotterreise hinab ins Bachbett der Kranebitter Klamm und und wandern den alten Weg durch die Klamm hindurch.

Nach dem Zustand der eingebauten Hilfen dürfte dieser Steig wohl kein „High-Priority-Project“ der zuständigen Sektion sein.

Trotzdem sind alle Sicherungen noch in gutem Zustand, hier muss man sich keine Gedanken machen.
Kurz vor dem Ausgang der Klamm passiert mir noch ein Unglück: Da es in der Klamm doch sonnenlos war, hatte ich die Sonnenbrille leger in den Ausschnitt meines T-Shirts gesteckt. Eine falsche Bewegung war’s, dann war auch die Brille weg. Auch mein Versuch, mittels Stecken die Brille im strömenden Wasser zu „fangen“ schlägt fehlt. Ich sehe nur noch, wie das gute Teil über einen kleinen Katerakt hinunterfällt…

Ohweh, was mache ich nun. Ich springe zum kleinen Becken und suche mit meinen Händen alles im tiefen Becken ab, frustriert will ich schon aufgeben, als mich Alfons nochmals ermuntert, zu suchen. Und siehe da, an einem Stein finde ich doch noch unter Wasser das gute Teil, ohne Schrammen, zumindest auf den ersten Blick.

Schnell verschwindet die Brille im Rucksack, nochmals kommt mir diese heute nicht aus.

Dann ist auch schon das Ende der Klamm und das Auto erreicht. Wieder einmal konnte ich mit Alfons eine wunderschöne Tour in unseren heißgeliebten Tiroler Bergen unternehmen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:10 h
Gesamtdistanz: 12,16 km
Höhenmeter: 1.390 m

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