210110 Hohe Warte (2.398m)

Da die Saison für mich heuer mit ein paar Patscherkofeltouren begonnen hatte, steht heute etwas Neues auf dem Programm. Mit Papa will ich in Navis auf die Hohe Warte steigen. Dazu kommt er extra von Reutte nach Innsbruck, also hoffe ich, dass die Tour diesen Aufwand auch gerechtfertigt.
Am Parkplatz beim Gemeindeamt Navis ist noch nicht viel los, das schaut heute mal recht beschaulich aus. Dafür ist es extrem kalt, im Tal zeigt das Thermometer -13°C an.

Der erste Teil des Aufstiegs erfolgt über eine vereiste Straße, dann zweigt der weitere Pfad in einen Hohlweg. Dieser ist angenehm zu gehen, die Steigung ist moderat, gerade richtig zum warm laufen.

Und das Warmlaufen brauchen wir heute. Es ist frisch und ich bin froh, dass ich mir noch eine zweite leichte Fleecejacke mitgenommen habe.

Wir müssen ein längeres Stück am Bach entlang gehen, der Weg verläuft fast flach. Wir erreichen den schönen Boden um die Weirichalm. Die Alm selber sehen wir nur von Weitem.

Da wir einen nordseitigen Aufstieg gewählt haben, sind die sonnenverwöhnten Berge natürlich nur in der Ferne sichtbar. Bei uns dominiert noch Schatten und Kälte.

Vorbei an der Blasigleralm steilt der Weg nun endgültig auf und wir erreichen ein schönes Hochtal. Das Ziel haben wir nun schon vor Augen, wobei wir nun den direkten Anstieg auf den Wintergipfel vornehmen und nicht mehr über den Silbersattel aufsteigen.

Immer steiler wird die Spur, bald sind schon Spitzkehren angesagt. Gott sei Dank sitzen diese, damit ist der Aufstieg schon viel leichter. Dem war in den letzten Jahren nicht immer so…

Kehre um Kehre müssen wir konzentriert meistern, die Aussicht darf man allerdings auch nicht vergessen. Mit zunehmender Höhe werden immer neue Berge und Bergziele sichtbar.

Auch der Blick ins Tal, hier ins kalte Navis ist lohnenswert. Rechts in der Mitte sieht man die phantastische Lage der Möslalm.

Das Wetter ist ein Hammer, und was vielleicht am meisten hervorzuheben ist… heute regt sich kein Lüftchen, und das ist im Wipptal schon eine Sensation für sich.

Schlussendlich erreichen wir den Grat und stehen in der Sonne. Welch eine Wohltat. Der Blick fällt auf Olperer, Fussstein, Schrammmacher und auch im Tal auf Kasern im Schmirntal

Nach Osten blickend sehen wir den Lizumer Recken und auch den Geier im Truppenübungsgebiet „Wattener Lizum“, zwei weithin bekannte Gipfelziele, speziell im Winter.

Am Grat und in der Sonne bewältigen wir noch die letzten Meter zum Wintergipfel. Der eigentliche Gipfel ist mit einer Abfahrt verbunden, daher hat sich ein sogenannter Wintergipfel für die Skitouristen etabliert.

Ein häufiger bestiegenes Ziel in Navis ist das Naviser Kreuzjöchl, das mit einem langen Grat mit „unserer“ Hohen Warte verbunden ist.

Am unmarkierten Gipfel angekommen gibt es eine wohlverdiente Pause und Jause, und wir lassen den Blick über die traumhafte Tiroler Bergwelt gleiten. Zufrieden packen wir unser Zeug zusammen, wir haben noch eine kühne Abfahrt vor uns.

Der Gipfelhang ist steil, jedoch geht die Fahrerei besser als erst gedacht. Dennoch stellen Papa und ich fest, wir müssen wohl noch ein wenig üben, um mit feinen Schwüngen ins Tal zu gleiten.

Dennoch haben wir heute super Verhältnisse, der Pulver ist zwar nicht mehr so pulvrig, aber dennoch gut zu fahren. Und die Lawinengefahr ist heute auch sehr gering, noch geringer, wenn man im verspurten Bereich bleibt.

Den unteren Teil der Tour müssen wir dann auf der Forststraße abfahren. Ein paar Leute kommen uns entgegen. Ich denke mir immer wieder, „Nur der frühe Vogel fängt den Wurm“…

Die Sonne scheint nun auch im Talgrund, lange wird sie hier wohl aber nicht strahlen.

Das letzte Stück der Forststraße ist sehr eisig, aber auch das schaffen wir und erreichen wohlbehalten den Parkplatz. Gerade als wir unser Zeug ins Auto verfrachten, ein Pärchen neben uns macht das selbe, ertönt ein lauter Knall… und im Anschluss hören wir „Zschhhhhhhhh…“… der Lawinenairbag des „Nachbarn“ hat sich aus Versehen aktiviert. Nun gut, jetzt habe ich das auch mal gesehen…

Wieder haben wir eine tolle Tour absolviert, es war toll, mit Papa wieder mal was Feines machen zu können. Da freue ich mich schon auf die nächste Tour…

Tourendaten
Gesamtlänge: 13,41 km
Gesamtdauer: 3:55 h
Höhenmeter: 1.140 m
Lawinenwarnstufe: 2 (Triebschnee oberhalb Waldgrenze)

Ein Gedanke zu „210110 Hohe Warte (2.398m)

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