2108007 Kogelseespitze (2.647m) ✨

Endlich mal wieder eine ausgedehnte Tour, denke ich mir, als mich Papa anruft und fragt, ob ich mit ihm auf die Kogelseespitze gehen möchte. Wir wollen nicht den „Standardweg“ über die Hanauerhütte machen, sondern eine Rundtour, um ein paar mehr Höhenmeter zu sammeln.
In der Früh treffen wir uns in Boden am Hahntennjoch, um Punkt 7:00 Uhr starten wir los.

Die erste Etappe führt uns vom Parkplatz in Boden hinauf zum Sattele (2.057m), dem Übergang nach Gramais.

Die Wegfindung ist nicht immer ganz einfach, doch Verlaufen ist in diesem Kessel fast nicht möglich. Teilweise ist der Weg gut in Schuss, teilweise fast nicht auffindbar. Ein Beweis, dass dieser Aufstieg keine Standardtour ist.

Der Weg vom Sattele hinab nach Gramais ist am Anfang steil, rutschig durch die letzten Regenfälle und daher mit Vorsicht zu genießen.

An einem Teil des Weges fällt uns ein besonderes Phänomen auf. Hier scheint eine regelrechte Käferplage zu grassieren, überall findet man skelettierte „Pfleschen“…

Wir müssen ungefähr 500m absteigen, dann erreichen wir die Abzweigung zum Kogelsee.

Das schöne Tal kommt mir gleich bekannt vor, hier bin ich vor ein paar Jahren mit Oma und den Kindern zum Kogelsee, allerdings von Gramais aus, rauf gelaufen.

Das Brett über den Bach ist immer noch das Selbe, wackelig wie eh und je. Anschließend erfolgt der Aufstieg durch das ausgedehnte Latschenfeld. Gott sei Dank ist es noch kühl…

Bald öffnet sich der Latschenwald und wir bekommen wieder eine leichte Brise zu spüren. Das tut gut und kühl uns ein wenig.

Die Wasserfälle des Platzbachs sprudeln frisch und munter. Dank der letzten Regenfälle ist mehr als genug Wasser vorhanden.

Der Weg hinauf zum Kogelsee zieht sich dann doch wider Erwarten, am Talanfang hat die Entfernung nicht so weit ausgesehen.

Schöne, hellrosa schimmernde Almrosen säumen den Weg. Während im Inntal die Blüte schon fast vorbei ist, fangen hier im Lechtal die Bergblumen erst an…

Kurz vor dem Kogelsee sehen wir den Kogel (2.318m). Für die nächsten Stunden wird dieser Berg immer wieder in unserem Blickfeld auftauchen.

Der Kogelsee (2.071m) ist einer der schönsten Bergsehen der Gegend, mit dem Kogel im Hintergrund ein sehr dankbares Fotomotiv. Zum Schwimmen ist es allerdings heute zu kalt.

Unser Weg führt uns hinauf Richtung Kogelseescharte (2.497m).

Ein Blick zurück zeigt nochmals die Schönheit des Kogelsees und Kogelkars.

Kurz vor der Kogelseescharte zweigen wir nach Südwesten ab.

An einem ausgedehnten Schneefeld verstauen wir unsere Wanderstöcke und ziehen den Helm auf.

Jetzt geht es ans Eingemachte. Obwohl der Weg nicht schwierig ist, ist das Geröll ist im ersten Teil doch sehr unangenehm. Jeder Schritt muss dreimal kontrolliert werden, und dennoch brechen immer Steine aus. Zum Glück haben wir Helme mit.

Spannende Passagen, sowohl wegen des Schotters als auch wegen der Wegfindung sind unser steter Begleiter.

Je höher wir kommen, desto besser wird die Felsqualität. Nun macht die Kraxlerei richtig Spaß.

Bald erreichen wir den Grat, hier sind nur noch moderate Schwierigkeiten zu bewältigen.

Leichtes Auf und Ab führt uns zum schon sichtbaren Gipfel.

Wieder neue Seen sind in unser Blickfeld gerückt, der Obere und Untere Parzinnsee im gleichnamigen Kessel leuchten wie zwei Augen zu uns empor.

Der letzte Teil des Grates ist normales Wandergelände mit gut ausgetretenem Pfad.

Schließlich erreichen wir den Gipfel der Kogelseespitze (2.647m).

Der Wind am Grat und am Gipfel ist enorm, daher pausieren wir nur kurz, eine Pause werden wir in windstillen Gefilden machen.

Ein Pärchen ist noch am Gipfel, das nutzen wir aus und lassen noch ein Gipfelbild machen.

Der Abstieg erfolgt nun über den Normalweg.

Der Ausblick ins Parzinn ist herrlich, die Seen sind gut zu sehen.

Im Westen liegt der Gufelsee, auch dieser wunderschön gelegen. Hier sind wir vor ein paar Jahren bei unserer Wanderung von Zürs nach Nasserreith vorbeigekommen.

Ein Blick zurück zeigt unser Weg über das Grat (oben: vom Gipfel rechts der Bildmitte, mit den Wolken über das Grat zum linken Gipfel, nicht sichtbar)

Am Gufelseejöchl schauen wir nochmal auf den Gufelsee, im Hintergrund der beeindruckende Vordere Gupfelkopf mit seinem blätterförmigen Schichtaufbau.

Am Unteren Parzinnsee (2.180m) machen wir unsere wohlverdiente Pause. Gemütlich jausnen wir, während gegenüber ein paar Murmelen herumlaufen.

Bei der Hanauer Hütte (1.922m) kehren wir kurz ein, trinken ein alkoholfreies Weizen und schauen, dass wir weiterkommen. Das Wetter schaut nicht mehr so gut aus… dunkle Wolken sind über dem Parzinn aufgezogen.

Die Hanauer Hütte hat eine gewaltige Lage, im Westen liegt das malerische Parzinn, das wir soeben durchquert haben, im Norden verbindet das Angerletal die Hütte mit Boden.

Der Abstieg von der Hütte zur Seilbahnstation ist einfach, aber dennoch mit Vorsicht wegen dem feinen Kies zu begehen. Kurz vor der Seilbahn treffen wir eine Gruppe, eine Frau ist ausgerutscht und hat sich den Fuß verdreht. Auf die Frage, ob wir helfen können, kommt nur ein knappes: „Nein, die Bergrettung ist am Weg!“.

Nachdem auch eine Gruppe älterer Damen stehengeblieben ist, Schmerzmittel werden der Verletzten übergeben, steigen wir weiter ab.

An der Brücke über den Angerlebach wird der Weg flacher, bald erreichen wir die Seilbahnstation.

Ein wunderschöner Anblick, der mich an die Tour mit Luis und Papa erinnert, ist die Dremelspitze am Talende…

Schließlich erreichen wir nach etlichen Kilometern wieder unseren Ausgangspunkt, eine tolle Wanderung, die uns wieder mal sehr gut getaugt hat.

Tourendaten
Gesamtdauer: 8:07 h
Gesamtlänge: 20,11 km
Höhenmeter: 2.112m

Ausrichtung Nord
Ausrichtung Süd

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