Freitag Nachmittag, das Wetter ist nicht so prickeln, die große Frage: Was machen wir heute? Biggi schlägt vor, trotz schlechter Prognosen, eine Rodelrunde auf die Birgitzer Alm zu riskieren. Ich bin initial nicht so überzeugt, aber wir wagen es… im schlimmsten Fall müssen wir die Rodeln halt wieder runter tragen.
Mit dem Auto fahren wir bis zum Parkplatz am Adelshof, dann schultern wir die Rodeln und marschieren los. Wie erwartet ist die Bahn in erbärmlichem Zustand, dennoch lassen wir uns nicht entmutigen.
Zum Gehen ist es fein, ein wenig seifig, aber nicht eisig. Die Rodelbahn ist natürlich offiziell geschlossen und auch die Alm hat heute nicht offen…
Ab dem Boden ist die Bahn überraschend gut beieinander, und Schnee liegt hier eigentlich auch noch genug. Überrascht muss ich feststellen, dass wir nicht die einzigen „Unerschrockenen“ sind, sogar zwei Tourengeher sind am Weg.
Wir haben es auf jeden Fall fein, die Bewegung an der Frischluft ist einfach super. Stetig wandern wir höher…
… vorbei an richtig hohen Schneemauern. Wobei hier der Eindruck wahrscheinlich ein wenig täuscht… es dürft hier noch zwischen einem halben und einem Meter Schnee haben.
Schließlich erreichen wir die Alm, die wie wir schon wussten, geschlossen ist. Dennoch haben die Wirtsleute Wurstsemmel, Kuchen und Getränke in den Windfang gestellt, zur kostenpflichtigen Entnahme! Was für ein genialer Service! An dieser Stelle dem Team der Birgitzer Alm ein großes Lob!
Wir stärken uns mit einem Kuchen, dann fahren wir mit den Rodeln ab.
Entgegen der Annahme, dass es unten Tragestrecken geben würde, schaffen wir es ohne Unterbrechung bis zum Parkplatz zu fahren. Natürlich sind manche Stellen nur mit rasanten Kurvenmanövern zu meistern, es macht uns auf jeden Fall viel Spaß.
Eine super Tour, die echt Spaß gemacht hat, obwohl ich am Anfang echt skeptisch war. Biggi hatte hier den richtigen Riecher…
Tourendaten Gesamtdauer: 1:34 h Gesamtlänge: 7,16 km Höhenmeter: ∆ 451m / ∇ 451m
Am Freitag, den 23.02.2024 meldete sich der Winter mit Trompeten und Fanfaren zurück, mit Verkehrschaos im ganzen Niederschlagsbereich, von Osttirol, Zillertal, über das Wipptal bis ins Tiroler Oberland… Am nächsten Tag lacht uns ein blauer Himmel entgegen, und verzaubert die Landschaft in das sprichwörtliche „Winter-Wonderland“.
Da unsere Zeit, und auch unser „Wollen“ heute ein wenig bescheiden ist, beschließen Biggi und ich, einen ausgedehnten Spaziergang durch die Zauberlandschaft zu machen.
Wir starten direkt in Aldrans und spazieren über die östlichen Felder, vorbei am Altersheim, zum Goaßgogl. Die steileren Passagen im Wald sind unangenehm zu gehen, da der Schnee, bzw. der Untergrund rutschig wie Seife ist.
Über das Pfarrtal erreichen wir die Wiesen vor dem Widum in Ampass. Hier haben wir einen wunderschönen Blick auf die zwei Türme der Ampasser Pfarrkirche. Der obere Turm musste gebaut werden, weil die Glocke für den originalen Kirchturm zu schwer war.
Vorbei am Kirchbühel und dem Ampasser Widum, müssen wir ein paar Meter der Straße folgend bergan Richtung Ebenwald. Nach 200m zweigt ein Weg nach Rechts ins Herztal ab.
Der Weg führt durch den Wald, es liegt einiges an Schnee, aber die Stapferei geht gut von Statten. Die Temperaturen sind schon wieder relativ hoch, daher schmilzt der Schnee auf den Bäumen relativ schnell ab.
Überall tropft es, immer wieder brechen kleine Schneelawinen von den Ästen ab. Wir ziehen uns vorsorglich die Kapuzen über den Kopf, das spart uns ein paar Mal ein kühles Genick.
Durch das Tal erreichen wir bald den Herzsee, der teils gefroren vor uns liegt. Natürlich keine tragende Eisschicht, dafür sind die Temperaturen zu hoch, aber immerhin schaut es hübsch aus.
Vom Herzsee spazieren wir schlussendlich über die Dörferstrasse hinab ins Dorfzentrum von Aldrans! So schließt sich eine gemütliche Rund in der Umgebung von Aldrans.
Tourendaten Gesamtdauer: 1:28 h Gesamtlänge: 4,79 km Höhenmeter: △ 169 m / ▽ 173 m
Das warme Wetter hat letztens dem Schnee sehr zugesetzt, im Inntal kommen schon Frühlingsgefühle auf. Aber es gibt auch Plätze, die noch winterliche Gefühle aufkommen lassen. Dazu zählt auch Praxmar im Lüsental.
Biggi und ich haben beschlossen, hier noch eine Rodelpartie zu probieren, leider sind wir heute spät genug dran, das werden wir beim Aufstieg noch merken.
Von Praxmar steigen wir erst über eine Skipiste auf, bald erreichen wir die Forststraße auf die Koglalm.
Über schöne Serpentinen steigen wir immer höher, allerdings ist der Untergrund sehr weich und damit auch der Aufstieg mühselig. Ich bin schon gespannt, wie die Abfahrt funktionieren wird.
Es ist auch hier, trotz dem vielen Schnee viel zu war. Es kommen uns immer wieder Skitouristen entgegen, die wohl vom Grieskogel oder der Lampsenspitze kommen.
Bei der Alm angekommen, trinken wir heißen Tee und bereiten uns für die Abfahrt vor…
Es ist ein wenig Nebel eingezogen, die Sicht wird schlechter. Allerdings ist der Weg sehr gut markiert, also haben wir kein Problem mit der Orientierung.
Wir freuen uns schon auf die Abfahrt, schnell noch alle Sachen verpacken, dann rauschen wir auch schon los.
Die Abfahrt ist nur in den flachen Stücken mühselig. Richtig schnell werden wir zwar nicht, aber dennoch macht die Rodelpartie Freude. Viel zu schnell erreichen wir wieder Praxmar. Rodeln macht echt Spaß!
Tourendaten Gesamtlänge: 7,40 km Gesamtdauer: 1:56 h Höhenmeter: △ 449 m / ▽ 453 m
Obwohl der „große Schnee“ noch immer ausgeblieben ist, sind Skitouren trotzdem möglich. Heute steht eine gemütliche Tour auf den Glungezer, von der Bergstation Tulfein auf dem Programm. Mit von der Partie sind Biggi und ihre Schwester.
Bei schönstem Wetter starten wir ein paar Meter über die Piste, dann zweigen wir auf den Sommerweg zum Schartenkogel ab. Ab hier ist es eine feine, aber auch sichere Tour zu unserem ersten Ziel.
Es ist eine schöne Spur angelegt, im Hintergrund sehen wir schon unser Hauptziel, den Gipfel des Glungezers. Bis dorthin müssen wir aber noch ein paar Meter machen…
Bald haben wir den lichten Zirbenwald hinter uns gelassen und nun haben wir eine wunderbare Aussicht auf das Inntal.
Bis zum Schartenkogel müssen wir nur 2 Mal kurz über apere Stellen (mit Steinen) treten, ansonsten haben wir ein feine und griffige Spur.
Bald erreichen wir den Schartenkogel (2.311m), hier fellen wir ab, denn wir fahren ein paar Meter hinab…
… zum Tulfeinjöchl. Nach einem Blick zurück zum Schartenkogel, einem Schluck Tee und wieder auffellen starten wir wieder durch.
Nach ein paar flachen Metern vom Jöchl steilt der Hang auf und wir müssen recht steil auf den Sommerweg zum Glungezer wechseln.
Die Spurensuche ist nicht immer einfach, einmal verfehlen wir die verblasene Spur und landen in den Felsen. Aber ungut ist die Situation nie, den Weg finden immer gleich wieder.
Der Wind leistet gerade am Glungezer immer ganze Arbeit. Fast schon verwunderlich, dass noch eine geschlossene Schneedecke zum Gipfel vorhanden ist.
Im Rückblick sehen wir nochmals unsere Spur, abgesehen vom ersten steilen Hang ist der Weg nun sehr angenehm zu gehen, wenn auch teilweise die Oberfläche pickelhart ist.
Wir sehen unterhalb vom Gipfelhang schon das Gipfelkreuz vom Glungezer, nun haben wir es bald geschafft.
Der Blick ins Unterland führt unser Auge bis zum Kaisergebirge. Die Aussicht heute ist wunderbar, die Luft sehr klar.
Kaum haben wir den Gipfel erreicht, fühlen wir auch schon den typischen Wind, der hier gefühlte 365 Tage im Jahr bläst.
Es ist zu ungemütlich für eine längere Pause, daher fellen wir nur ab.
Wir fahren vom Gipfelkreuz die paar Meter hinunter zur Glungezerhütte, hier wollen wir uns eine verdiente Einkehr gönnen. Aus dem Weg zur Hütte sehen wir auch den Verlauf der Route Roman… wir erinnern uns.
In der Hütte finden wir gleich einen gemütlichen Platz, ich gönne mir die bekannten „Spaghetti Kathmandu“, sehr interessant gewürzt…
Nach einer feinen, ausführlichen Rast auf der Hütte steht noch die Abfahrt über die Nordhänge des Glungezers ins Skigebiet vor uns.
Ein letzter Blick gilt noch in Richtung Kreuzspitze, die ich letztes Jahr im Sommer besucht hatte. Dann fahren wir über die pistenähnlich abgefahrenen Hänge hinterunter ins Skigebiet und weiter zur Mittelstation.
Heute war wieder ein toller Tourentag mit wunderbarer Begleitung. Ich freu mich schon auf die nächste Runde!
Tourendaten Gesamtlänge: 9,00 km Gesamtdauer: 2:50 h Höhenmeter: △ 745 m / ▽ 1.134 m Lawinenstufe: 1 (Gleitschnee / Triebschnee)
Gestern haben wir schon einen Teil der heutigen Route ausgekundschaftet, heute wollen wir die Überschreitung des Koflerjochs angehen. Biggi und ich haben auf der Hütte übernachtet, nach einem guten Frühstück kommt Papa noch zu unserer Wanderschaft dazu. Das Wetter ist heute ein Traum!
Der erste Teil des Aufstiegs liegt noch im Schatten, aber wir sind zuversichtlich, dass wir bald bestes Bergwetter genießen können.
Gegenüber sehen wir die Tannheimer Berge, die schon voll im Sonnenlicht strahlen. Was für ein Glück wir heute haben…
Beim Pflacher Älpele, das wir gestern schon besucht hatten, sehen wir ein wunderschönes Schauspiel: Cirren (Federwolken) am Himmel, wahrscheinlich bedingt durch eine Föhnströmung, sind wie Pinselstriche an den ansonsten blauen Himmel gemalt.
Kurz nach der Alm ziehen wir uns die Grödel an, die sich nun wieder sehr bewähren. Die Schneedecke ist hart gefroren und tragfähig. Daher reichen die Spikes und die Schneeschuhe bleiben noch am Rucksack.
Vom Grat beim Zunterkopf eröffnet sich ein besonderer Blick in die Ammergauer Alpen. Dieses zu Unrecht wenig bekannte und begangene Gebiet hat ein paar schöne Touren parat: Hoher Straußberg, Krähe, Hochplatte und Hochblasse. Hier könnte man Tage um Tage ohne Massenansturm verbringen.
Wir genießen eine kurze Pause und die Aussicht, mittlerweile haben wir die sonnigen Hänge erreicht. Der Schnee wird nun ein wenig weicher, aber noch brechen wir nicht durch den Harschdeckel durch
Während auf der Nordseite die Ammergauer Alpen locken, sehen wir im Süden den Eingang ins Lechtal, die Tannheimer Berge (Gehren-, Köllenspitze, Gimpel und Rotflüh). Heute sehen wir keine einzige Wolke am Firmament, auch das Tal ist heute sonnendurchflutet.
Den mächtige Säuling mit dem Ostanstieg und der Lehngära, und im Vordergrund unsere Spuren…
Wir folgen ungefähr dem Sommerweg auf den Gipfel des Koflerjochs, dennoch müssen wir das eine oder andere Mal ausweichen. Die Latschen sind mit Vorsicht zu genießen, unter den zugeschneiten Stauden können wir große Hohlräume verstecken, die unweigerlich zum Einbruch durch die Schneedecke führen.
Am Grat selber ist der Schnee ziemlich verblasen, die Aussicht zwischen Säuling und Tegelberg zeigt und schon das „Brettl-Eben“ Alpenvorland.
Die Sonne wärmt uns nun sehr gut, noch ein Stück schaffen wir am Rücken ohne Schneeschuhe, aber dann wird es doch Zeit, die Auflagefläche am Schnee zu vergrößern.
Die Schneeschuhe sind schnell angelegt, für Biggi übrigens das erste Mal, und dann stapfen wir schon am Grat weiter Richtung Gipfel. Schon von hier sehen wir, dass es hier heute nicht einsam ist…
Immer wieder müssen lassen wir unsere Blicke über die wunderschöne Landschaft schweifen, nach Westen blickens sehen wir Vils und Pfronten, darüber thronen die Große Schlicke, Vilser Kegel, Aggenstein, Breitenberg und viele mehr.
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Nun stehen wir schon direkt unter dem Gipfelkreuz, die letzten Meter steigen wir steil, aber doch problemlos zum Gipfel auf. Oben angekommen, schauen wir wieder in die Runde, unter uns der Almengrund der Kofelalpe, im Hintergrund der mächtige Bergstock der Zugspitze.
Da ich mir eine leichte Augenentzündung zugezogen habe, muss ich mit optischer Brille und darüber der Skibrille aufsteigen. Aber es ist eh Fasching…
Eine ausgiebige Pause am Gipfel, mit selbstgemachtem Zelten und Tee lässt uns neue Kraft tanken. Den Abstieg meistern wir, nachdem dies von ein paar entgegenkommenden Leuten empfohlen wurde, wieder mit den Grödeln. Der Aufstieg mit den Schneeschuhen war zwar leider kurz, hat aber viel Spaß gemacht.
Über die Sattelköpfe wandern wir nun hinab Richtung Dürrenberger Alm, die wir nach kurzem Auf- und Ab erreichen. Erst hatten wir überlegt, hier eine Einkehr zu machen, aber zum einen ist die Hüttenveranda voll, zum anderen haben wir noch eine gute Wegstrecke vor uns.
Am Westrand der Alm erreichen wir den Steig Richtung Falzkopfhütte.
Kurz bevor wir die Hütte erreichen, zweigen wir in die Sieben Täler ab, dieser Weg führt uns wieder zum Pflacher Älpele.
Hier wechselt der Weg nun häufig ab, zwischen hoch-winterlich und fast schon sommerlich. An manchen Stellen kommt wohl den ganzen Winter keine Sonne zu, daher müssen wir an diesen Stellen auch aufpassen.
Speziell der Oberlauf des Lettenbaches liegt in „ewigem Dunkel“ und ist stark vereist. Wunderschön anzuschauen, beim Abstieg mit ein wenig Vorsicht zu genießen
Der Schnee ist nur an einer Stelle stark gefroren, ansonsten ist es fast schon feiner Stapfschnee, in dem man gut Stufen treten kann. An den pfiffigeren Stellen ziehen wir die Grödel an, damit läuft es sich dann ganz sicher.
Nach einigem Auf- und Ab erreichen wir dann wieder das Pflacher Älpele, mit dem uns nun bekannten Weg zurück zur Hütte.
Die letzten Meter laufen wir angenehm der Forststraße entlang, ich finde diese Teil trotz Monotonie immer angenehm, denn hier kann man fein auslaufen…
Wir kehren noch kurz bei der Hütte ein, trinken ein Bier und Kaffee, Essen eine Kleinigkeit und räumen zusammen. Dann spazieren wir weiter ins Tal, zum Auto. Eine feine Zeit auf der Hütte neigt sich dem Ende zu, wir kommen hoffentlich bald wieder…
Tourendaten Gesamtdauer: 5:21 h Gesamtlänge: 13,10 km Höhenmeter: △ 1.074m / ▽ 1.060m
Diese Wochenende bin ich mit Biggi im schönen Außerfern, genauer gesagt auf der Hütte. Die Anreise am Freitag geht zügig, allerdings ist das Wetter alles andere als bergtauglich… es regnet. Am Morgen, wir wollen eine Runde wandern, regnet es zwar nicht mehr, aber es ist nebelig. Wir lassen uns nicht abschrecken…
Der erste Aufstieg von der Hütte folgt dem Forstweg, aber schon nach kurzer Zeit erreichen wir Steig zum Säulinghaus bzw. zum Koflerjoch.
Wir bewegen uns an der Obergrenze der Nebelbank, immer wieder erhaschen wir ein paar Sonnenstrahlen… das könnte noch ein schöner Tag werden.
Wir wandern über den Steig zum Pflacher Älpele, einer ehemaligen kleinen Alm im Gemeindegebiet…
Die Sonne wird immer prominenter, die Scharrhütte, eine Jagdhütte am gleichen Boden, leuchtet im Winterkleid.
Von der Alm zweigen wir auf den Forstweg Richtung Säulinghaus ab, das Koflerjoch wollen wir ohne Schneeschuhe nicht besteigen. Auch am Forstweg liegt viel Schnee, der das Stapfen manchmal beschwerlich macht.
Das wunderschöne Winterwetter und die damit verbundene geniale Landschaft ist allerdings jede Strapaze wert.
Die Wolken hängen nur noch im Tal, hier oben auf dem Berg herrscht wünderschönes, fast schon kitschiges Wetter vor.
Der Blick ins Lechtal, kurz vor dem Säulinghaus liegt immer noch fest eingepackt unter Wolken…
Schließlich erreichen wir das Säulinghaus, das jetzt im Winter nur an ausgewählten Tagen offen hat. Wer lastet der Schnee auf dem Vordach, ich hätte nicht gedacht, dass so viel Schnee hier oben liegt.
Biggi und ich setzen uns in die Sonne, wir beobachten, wie sich die Wolken im Tal langsam verziehen und auflösen.
Nach ausgiebiger Rast wandern wir über den Säulingsteig zurück zu Hütte.
Der Säuling leuchtet heute mit dem frischen Schnee wunderschön.
An der Stelle, die vorher noch den Lechtalblick mit Wolken versperrt hat sehen wir jetzt den Lech und das untere Lechtal.
Beim Blick zurück nach Norden stelle ich mal wieder fest, der Säuling ist der schönste Berg für mich.
Wir müssen ein gutes Stück durch den Wald, die milden Temperaturen habe diesem nun in einen sprichwörtlichen Regenwald verwandelt. Überall tropft der schmelzende Schnee herunter.
Immer wieder leuchtet die Sonne durch das Unterholz und verzaubert den Wald.
Schließlich erreichen wir die Hütte, und wir genießen einen Kaffee bei den letzten Sonnenstrahlen auf der Veranda. Sobald der Feuerball verschwunden ist, muss geheizt werden, damit es gemütlich bleibt.
Wir kochen was Gutes, spielen Karten und lassen den feinen Tag ausklingen.
Tourendaten Gesamtdauer: 3:18 h Gesamtlänge: 8,86 km Höhenmeter: ∆ 633 m / ∇ 674 m
Das Wetter ist super gemeldet, die Schneelage relativ gut. Da bietet sich wieder mal eine Tour in der Nähe an. Die Route Roman, die Verbindung zwischen Patscherkofel und Glungezer steht auf dem Programm. Mit der Patscherkofelbahn kommen wir unkompliziert auf 1.965m.
Von der Bergstation steigen wir gleich steil am Nordwesthang empor, vorbei an der alten Panoramabahn, deren Reste noch sichtbar sind.
Der Wald wird immer lichter, dafür die Aussicht großartiger. Von dieser Seite des „Kofels“ hat man einen wunderbaren Blick ins Stubaital, links die Serles, auf der rechten Seite die Kalkkögel.
Je weiter wir hochsteigen, desto mehr wird uns der Windeinfluss auf den Schnee bewusst. Die Schneegangeln erinnern mich immer wieder dran, dass die Natur ein Wunderwerk ist. Nur für kurze Zeit kann man diese Form bewundern, dann ändert der Wind auch schon wieder Kontur und Ausprägung…
Schließlich erreichen wir nach einem ungefähr Einstündigen Aufstieg den Gipfel des Kofels.
Hier rasten wir ganz kurz, dann fellen wir ab… nun steht ein wenig Abfahrt auf dem Programm…
Die Abfahrt über den Ostrücken ist wie schon von mir erwartet nicht grad eine Traumabfahrt, aber trotzdem irgendwie lustig. Zumindest liegt genug Schnee, über die Qualität kann man zweifelsohne streiten.
Bald erreichen wir das unbenannte Joch nach dem Ostrücken, hier folgend wir teils fahrend, teils schiebend dem weiteren Weg Richtung Lanserkreuz.
Nun heißt es wieder durch den Wald, teils am Grat entlang abfahren bzw. abrutschen. Ein Stück müssen wir gerade, mit geringem Gefälle noch fahren, dann erreichen wir Boscheben, das im Winterschlaf ruhende Almgasthaus (2.030m)
Hier, am Ellbögner Kreuz machen wir eine Pause, ein wenig heißer Tee und eine kleine Brotzeit stärken uns für den Weiterweg.
Aufgefellt haben wir rasch wieder, dann folgend wir dem Zirbenweg durch steilen Zirbenwald weiter Richtung Viggarspitze.
Bei einem Tal zweigen wir vom Zirbenweg ab und folgen nun, in ein paar steilen Kehren dem Tal immer Richtung Viggarspitze. Zurückschauend sehen wir den imposanten Gipfel des Patscherkofels mit der großen Sendeanlage.
War der Himmel in der Früh noch blau und klar, sind jetzt erste Cirren eingefallen, im Süden tummeln sich die ersten, unbedenklichen Wolken.
Die Spur ist schön angelegt, und wir kommen zügig weiter. Schon bald stehen wir am Fuße der Viggarspitze, die wir heute aber im Anbetracht der Gehstrecke nicht mitnehmen.
Lustige Schattenbilder begleiten uns, abgesehen von unserem Abbild sind aber keine weitere Bergaffine am Weg.
Immer weiter entfernen wir uns vom Kofel und nähern uns unserem höchsten Ziel, der Sonnenspitze. Die Aussicht auf die Landeshauptstadt ist toll, eine gute Fernsicht haben wir heute.
Der Blick gegen Südosten zeigt uns Kreuz- und Durrenseespitze, Tourenziele, die ich heuer im Sommer auf dem Programm hatte, davor die zwei Stufen mit „Gschriebener Stoan“ und „Blaue Seen“
Ein paar kurze Abfahren zwischendurch mit Fellen sorgen für Spaß, aber auch ein wenig Überwindung, da es teils recht steil zur Sache geht.
Dass die Natur auch hier Kunstwerke mittels „Windpinsel“ in die Landschaft gezaubert hat, ist bei dem heutigen Traumwetter ein auf Neudeutsch „Added Bonus“
Der Schlusshang auf die Sonnenspitze sieht aus der Ferne beeindruckend und auch recht steil aus, wir sind schon gespannt, wie die Verhältnisse dort sind. Im Nahbereich stellen wir schon fest, dass die Schneeoberfläche recht hart ist.
Wir legen sicherheitshalber die Harscheisen auf, und in ein paar Spitzkehren mühen wir uns den Hang hinauf. Allerdings hat der Hang aus der Nähe betrachtet seinen Schrecken verloren.
Die letzten paar Meter auf die Sonnenspitze sind wie erwartet sehr hart, das ist dem regen Ansturm aus dem Skigebiet geschuldet. Dafür haben wir für die Abfahrt dann auch fast pistenähnliche Verhältnisse.
Die Pause auf dem Gipfel der Sonnenspitze (2.639m) fällt wegen dem kühlen Wind entsprechend kurz aus, einen Schluck Tee aus der Thermoskanne gönnen wir uns dennoch. Dann richten wir uns für die Abfahrt ins Glungezer-Skigebiet her. Die Abfahrt ist dank der „Piste“ gut und lustig und bald erreichen wir die präparierte Abfahrt.
Ein Blick zurück lässt uns die untergehende Sonne erblicken, eine tolle, aber auch lange Tour liegt hinter uns. Bei der Mittelstation steigen wir in die Gondel ein und fahren ins Tal. Unten angekommen, stellen wir fest, dass die Talabfahrt „auf eigenes Risiko“ befahrbar gewesen wäre… schade, das haben wir nicht gesehen. Aber das ist wohl der einzige Wermutstropfen des heutigen Tourentages! Gemütlich tuckern wir mit dem Bus nach Hause… voller Eindrücke eines wunderschönen Tages!
Tourendaten Gesamtdauer: 5:16 h Gesamtlänge: 13,42 km Höhenmeter: ∆ 1.106 m / ∇ 1.160 m
Freitag, Dienstschluß! Biggi und ich haben uns zum Rodeln verabredet. Wir starten von Rinn aus über den Rodelaufstieg zur Alm.
Es hat vor kurzem wieder geschneit und die Landschaft hat sich nochmals ins Winterkleid geschält. Wunderbar, wenn alles vom feinen Weiß bedeckt ist.
Der Aufstieg, der von der Rodelbahn getrennt nach oben verläuft, lässt sich fein begehen, die Steigung ist gerade fein, um mit der Rodel gut nach oben zu kommen.
Die Nordseite liegt leider im Schatten, damit liegt der Weg auch im Kühlen. Beim Aufstieg ist dies kein Problem, manchmal sieht man doch in luftigen Höhen ein paar Sonnenstrahlen.
Auf der Karwendelseite leuchtet der Schnee im Sonnenschein, aber ob es dort wirklich wärmer ist, sei dahingestellt…
Nach einer guten Stunde erreichen wir die Rinner Alm, wir beschließen, hier noch einzukehren und uns einen Kuchen zu gönnen.
So gestärkt, macht die anschließende rasante Talfahrt mit der Rodel viel mehr Spaß.
Die Bahn läuft heute gut, ein paar kleine Hügel lassen uns hüpfen. Viel zu schnell sind wir wieder im Dorf angekommen.
Eine feine Tour, die Rodelbahn war heute super in Schuss, danke an das Team der Rinner Alm für das gute Präparieren!
Tourendaten Gesamtdauer: 1:30 h Gesamtlänge: 7,64 km Höhenmeter: ∆ 498 m / ∇ 502 m
Dienstag ist Abendtourentag am Glungezer, das ist schon seit Jahren ein Magnet für mich. Heute mache ich mich auf, mit Biggi die Tour zu bestreiten. Da es schon spät ist, als wir weggehen, beschließen wir, bis zur Bergstation zu gehen und dann weiter zu sehen…
Der Aufstieg über die Lifttrasse ist steil, aber bei diesen Schneeverhältnissen total fein zu gehen. Schnell gewinnen wir an Höhe. Die Strecke ist teils im Wald, teils von der Piste beleuchtet. Es ist kühl, aber nicht so kalt wie befürchtet.
Wir steigen höher und höher und erreichen schließlich die Bergstation. Ein kurzer, aber total feiner Trip am Abend, an der feinen frischen Luft! Wir trinken Tee, genießen die Aussicht und richten uns für die Abfahrt.
Der Glungezer ist als Ski- und Tourenberg einfach wunderbar, das Personal total nett und alles super präpariert! Da muss man wirklich mal ein Kompliment aussprechen.
Die Abfahrt geht wunderbar, allerdings merke ich, dass ich schön langsam doch mal einen Skiservice brauche. Kante ist bei mir Fremdwort… auf den härteren Platten rutsche ich gleich mal wild durch die Gegend… aber es macht voll Spaß.
Ein toller Abend mit Biggi, es ist immer total fein, zusammen am Abend eine Runde zu drehen. Ich freu mich schon auf die nächste Tour!
Tourendaten Gesamtdauer: 1:27 h Gesamtlänge: 4,48 km Höhenmeter: △ 475 m / ▽ 475 m
Nachdem die letzte Rodelpartie so ein Spaß war und es heute richtig gut geschneit hat, wagen Biggi und ich ein weiteres Abenteuer auf die Rinner Alm. Wir fahren mit dem Bus nach Rinn, im Bus wird ein wenig geblödelt…
Das rächt sich dann aber recht schnell, beim Aussteigen aus dem Bus, kaum ist dieser abgefahren, stelle ich fest, dass mir mein Rucksack abhanden gekommen ist… dieser macht nun eine Sonderfahrt nach Hall, während ich zugegebenermaßen ein wenig angezipft am Start der Rodelbahn stehe.
Eine kurze Kalkulation sagt mir, dass der Bus in circa einer Stunde wieder hier vorbei kommen sollte. Daher nutzen wir die Zeit und spazieren ein Stück weit die Rodelbahn hinauf. Auch heute sind wenig Leute am Weg, die Stimmung ist allerdings super, und sehr winterlich.
Ein paar wenige Rodler kommen uns entgegen, allerdings stellen wir schon beim Zuschauen fest, dass die Bahn heute nicht schnell geht! Zuviel Schnee und zu wenig Präparation, so unser Fazit.
Wir spazieren bis zur ersten Kurve, dann heißt es auch schon runter ins Tal, damit wir den Bus erreichen… hoffentlich stimmt meine Berechnung mit dem Bus!
Die Abfahrt ist dann wie erwartet nicht so einfach, die Bahn in diesem Teilstück auch zu wenig steil, um richtig vom Fleck zu kommen. Dennoch ist die Abfahrt den Umständen entsprechend lustig…
Im Ort angekommen, warten wir gespannt auf den Bus. Nach ein paar Minuten kommt er auch schon um die Kurve, Biggi meint dann auch schon: „Schau, das ist der gleiche Busfahrer“. Und siehe da, gleicher Busfahrer, gleicher Bus, und der Rucksack ist genau dort, wo ich ihn letztlich vergessen habe! Das Rodeln war nicht ganz nach unserer Vorstellung, aber zum Glück habe ich den Rucksack mit all meinen Sachen wieder bekommen. Ende gut, alles gut!
Tourendaten Gesamtdauer: 48 min Gesamtlänge: 2,4 km Höhenmeter: △ 157 m / ▽ 151 m