Archiv der Kategorie: Höhenweg

250820 Kaunergratrunde – Abstieg nach Mandarfen

Wir wachen auf, das Geräusch vor dem Fenster ist nur eine Bestätigung des Wetterberichts. Die Kaltfront ist eingezogen und macht unsere weiteren Pläne zu Nichte. Schweren Herzens beschließen wir, die Tour hier abzubrechen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück packen wir unsere Siebensachen, und wandern über den erst steilen Steig nach Mandarfen ab.

Bevor wir starten, rufe ich noch beim Taschachhaus an, um unsere Buchung abzusagen. Natürlich ist der Wirt nicht erfreut, aber es bringt auch nichts, heute zum Taschachhaus zu wandern und morgen im festen Regen zurückzugehen.

Zuerst wandern wir zum See, danach wandern wir am Talsteig abwärts. Schnell erreichen wir tiefere Gefilde.

Ein netter Weg, direkt unter dem Fulderer Höhenweg, führt uns ins Tal.

Ein Blick über die Schulter zeigt nochmals das Skigebiet und die Riffelseehütte.

Im Pitztal ist alles so steil und schräg, dass sogar die Sitzbänke schräg gebaut werden…

Wir erreichen nach ca. einer Stunde Mandarfen, gleich gehen wir zur Bushaltestelle. Wir sind nicht die Einzigen, die heute von hier wegfahren

Bald kommt der Bus, wir bekommen einen feinen Sitzplatz. Der Bus wird mit jedem Stopp voller, daher freuen wir uns über unser Glück mit dem Platz.

In Imst steigen wir auf den ICE um, der uns rasch nach Innsbruck bringt. Früher als geplant erreichen wir die Landeshauptstadt.
Am nächsten Tag ist das Wetter echt „grottig“, daher sind wir froh um unsere Entscheidung. Eine tolle Tour in einer urtümlichen Landschaft. Uns hat es sehr gut gefallen!

Tourendaten
Gemamtdauer: 1:07 h
Gesmmtlänge: 4,68 km
Höhenmeter: ∆ 5 m / ∇ 587 m

250819 Kaunergratrunde – Cottbuser Höhenweg (2.677m)

Eine feine Nachtruhe geht zu Ende und ein neuer Tag beginnt. Gut gerastet frühstücken wir erst mal auf der Kanuergrathütte, dann richten wir uns für die nächste Etappe her. Von der Veranda der Hütte aus sehen wir den Hüttensteinbock „Frederick“…

Das Wetter ist gut, die Temperaturen relativ warm, die Sonne lugt schon hinter den Bergen hervor. Heute steht der Cottbuser Höhenweg vor uns, mit einer etwas geänderten Wegeführung, wegen Steinschlaggefahr.

Die Hütte thront von dieser Seite aus Hoch über dem Planggerroßtal, hier hatten wir einen tollen Aufenthalt und eine wahrlich unglaublich spannende Aussicht.

Wir nehmen den einfachen Weg durch das Tal, wir müssen ein gutes Stück auf dem Weg ins Pitztal, dabei verlieren wir einiges an Höhe.

Während wir bei der Hütte noch Blockgletscher um uns herum hatten, neben vielem Moränengeröll, kommen wir nun bei einem kleinen sumpfigen See vorbei, der mit dem Schlick der umliegenden Gletscher gespeist und gebildet wurde.

Ein Blick über die Schulter zeigt uns die beeindruckende Wazespitze mit dem Gletscher auf der linken Seite.

Neben uns fließt ein sehr aktives Bächlein, das von den ganzen abschmelzenden Gletschern in der Umgebung gespeist wird.

Auch die Spuren der letzten Gewitter sind noch gut sichtbar, einige Murenstriche liegen in diesem Tal und der originale Cottbuser Höhenweg ist mittlerweile auch gesperrt, zumindest in Teilen.

Wir haben nun fast 700 Höhenmeter abwärts geschafft, nun geht es über eine Brücke und dann geht der ehemalige Notweg hinauf zum Höhenweg.

Dieser Weg ist ab heuer wahrscheinlich der neue Weg, einiges an Arbeit war das Anlegen, wir wir hier immer wieder sehen. Der Pfad ist steil, aber angenehm zu gehen.

Wir erreichen eine Schulter unterhalb des Steinkogels, hier machen wir eine kurze Pause, bevor wir den nächsten Abschnitt in Angriff nehmen.

Zuerst ist das Gelände noch relativ flach und gut zu gehen, ein paar Steinhalden müssen überquert werden…

… dann wird es steiler. Eine Stufe, auch als die Schlüsselstelle bezeichnet, ist mit Seil und Klammern entschärft und liegt schnell hinter uns.

Der weitere Weg schmal und teilweise ausgesetzt. Es empfiehlt sich, hier mit hoher Konzentration zu gehen, ein falscher Schritt wäre nicht so angenehm.

Wieder kommen wir an eine Stelle, die abgerutscht ist, ein Alternativweg wurde schon eingerichtet und führt uns zwar steil, aber sicher nach oben, zum Umgehen der abgebrochenen Stelle.

Seit der Schulter haben wir immer wieder Ausblicke auf den Rettenbachferner, der nun direkt vor uns liegt. Unter uns liegt steil und eng das Pitztal.

Nach einiger Zeit kommen wir wieder an eine flachere Schulter, nun sehen wir schon unter Tagesziel, den Rifflsee vor uns.

Zuvor wollen wir aber noch eine Abzweigung auf den Brandkogel machen, dieser Aussichtsberg liegt direkt am Weg und sollte nicht allzu lange Zeit zur Besteigung in Anspruch nehmen

Der Rucksack bleibt bei der Abzweigung. Steil führt nun der Weg nach oben, ein paar Kraxelstellen erfreuen das Gemüt und sorgen für Abwechslung.

Der Ausblick auf den See, den Rettenbachferner und auch die Pitztaler Gletscher wird von Meter zu Meter besser.

Und schon bald haben wir den Gipfel erreicht. Ein kleines Kreuz ziert den Gipfel des Brandkogels (2.677m). Wir haben die Brotzeit im Rucksack, nur ein Fernglas dabei.

Daher beschränkt sich unser Aufenthalt auf eine feine Umschau, dann steigen wir wieder den Teilen Berghang hinunter. Im Tal sehen wir schon den Ort Mandarfen.

Bald erreichen wir unsere Rucksäcke, wir sind mittlerweile sehr hungrig und freuen uns sehr auf die gute Jause.

Nach guter Rast wandern wir zum Riffelsee. Hier sehen wir mit Erstaunen die höchstgelegene Flossfahrt Europas… einen Kaffee gibt es beim Kiosk leider nicht!

Es ist noch früh, daher wandern wir im Gegenuhrzeigersinn um den See herum.

Obwohl wir keinen Kaffee bekommen, machen wir doch eine kurze Rast am See und lassen unsere Füße ins eiskalte Wasser gleiten. Lange bleiben die Extremitäten nicht im Wasser, schon die kurze Exposition führt zu stechendem Kälteschmerz in den Zehen… es ist eindeutig Gletscherwasser…

Dennoch wollen wir (zumindest nachher) die Abkühlung und Erfrischung nicht missen.

Der weitere Weg führt nun am Südufer des Sees in Richtung Riffelseehütte (2293m).

Diese Hütte liegt im Skigebiet und ist im Winter, wie auch im Sommer gut besucht. Dennoch kommt gleich wieder das typische Hüttenflair auf, das die Alpenvereinshütten ausstrahlen. Wir holen uns Getränke an der Theke, dann bekommen wir noch unser Mehrbettzimmer zugeteilt.

Der Abend verläuft wieder ruhig, es gibt zum Abendessen ein Buffet, später im Zimmer treffen wir noch unsere Mitbewohner, die Deutsche, die wir schon seit der Verpeilhütte immer wieder treffen, und ein junges Pärchen. Es ist angenehm ruhig und schon bald verfallen wir in einen tiefen Schlaf!

Tourendaten
Gesamtdauer: 6:51 h
Gesamtlänge: 12,48 km
Höhenmeter: ∆ 836 m / ∇ 1.364 m

250818 Kaunergratrunde – Kaunergrathütte (2.817m)

Nach einer feinen Nachtruhe im Zweibettzimmer frühstücken wir erst ausgiebig auf der Hütte, bevor wir uns auf den Weg zur zweiten Etappe machen. „Morgenstund hat Gold im Mund“, das stimmt auf jeden Fall, die Stimmung in der Früh ist magisch!

Wir gehen die ersten Schritte nach Süden im Schatten, doch schon bald sehen wir ober uns die ersten Sonnenhänge und damit auch die wärmeren Regionen.

Wir erreichen die Sonne und es ist schlagartig um ein Stück wärmer. Der Weg führt steil hinauf zu den Madaschtürmen, diese prägen eine Weile unseren Weg.

Mächtig, zerklüftet und unnahbar schauen sie aus, diese Türme. kletternd bewegt man sich hier im IV Schwierigkeitsgrad, allerdings ist die Kletterei sehr ausgesetzt und auch brüchig… wir müssen zum Glück nur darunter durch!

Zurückschauend sehen wir bis ins Inntal, die Aussicht wird mit jedem Schritt besser. Die Landschaft aber auch karger und karger…

Nun biegt der Weg um den Fuß des Schwabenkopfes herum und wir bekommen einen ersten Blick auf den Madatschferner.

Am unteren Ende der Moräne ist ein kleiner Gletschersee, der hier wohn dank der warmen Temperaturen entstanden ist.

Je näher wir kommen, desto größer erscheint der Gletscher. Die letzten Sommer haben aber schon ihre Spuren hinterlassen, die Oberfläche ist eisig, und verglichen mit der Karte ist der Rückgang schon sichtbar.

Der Aufstieg über das Blockgestein ist teils mühsam, besonders wenn man wieder einmal den Weg verfehlt. Dann heißt es wieder, in dem instabilen Gelände den richtigen Pfad zu entdecken.

Wir steigen immer höher, vor uns ist eine Gruppe, die schon das Madatschjoch erreicht hat. Diesen Übergang müssen wir auch bewältigen. Der untere Teil ist mit einer Leiter entschärft, insgesamt ist der Weg bröslig, aber doch gut zu begehen.

Der obere Teil des Madatschjochs ist dann nochmals seilversichert.

Es ist eine hochalpine, öde, aber wunderschöne Gegend. Wenig Pflanzenbewuchs, aber es gibt sie doch, die Überlebenskämpfer… in Nischen, windgeschützt und in der Sonne, keinem zarte Gewächse.

Einmal versteigen wir uns, die Abzweigung auf den richtigen Weg war leicht zu übersehen. Rasch sind wir in unangenehm bröckligem Gelände, das fast keinen stabilen Schritt erlaubt. Mit ein paar Spreizschritten überwinden wir den unguten Teil und erreichen wieder den halbwegs festen Weg.

Schlussendlich erreichen wir das Apere Madatschjoch (3.030m), und der Blick in das Planggeroßtal öffnet sich vor uns.

Wir müssen am Grat in Richtung Schneeiges Madatschjoch (3.020m), einem früheren Übergang, als der Gletscher noch weiter hoch reichte. Der Grat ist wieder drahtseilversichert und gut zu gehen.

Bald schon steigen wir unter der unter Kletterern bekannte Wazespitze hinab ins obere Tal, in Richtung Kaunergrathütte.

Es ist wirklich eine tolle, aber eigene Mondlandschaft, durch die wir uns hier bewegen.

Rückblickend sehen wir die zwei Joche, links das ein wenig niedrigere Schneeige-, rechts das von uns überschrittene Apere Madatschjoch.

Bevor wir zur Hütte gehen, zweigen wir nochmals vom Weg ab und bestiegen den unscheinbaren Planggerroßkopf (3.057m), da diesem am Weg liegt und auch

Auch hier fällt uns die Wegfindung schwer, aber wir stiegen einfach ziemlich direkt auf den Kopf, am Schluss finden wir wieder den Weg. Hier machen wir eine längere Pause, und verzehren unsere Brotzeit.

Wir schauen uns ein wenig um, dann sehen wir plötzlich Steinböcke, 2… 4… 7… immer mehr dieser beeindruckenden Tiere fallen uns auf. Gut getarnt liegen sie in einer Schotterhalde gegenüber, mit dem Fernglas super beobachtbar.

Nach ausgiebiger Pause, Biggi stellt sich nochmals vor die zwei Joche, damit ich noch ein Foto machen kann, wandern wir weiter zum Tagesziel.

Ein wenig versteckt liegt die Hütte auf einem schönen Boden, den wir nach kurzem Abstieg nun erreichen.

Wir setzen uns auf die Terasse, die Sonne brennt ganz nett herunter, daher suchen wir ein wenig Schatten. Das Bier schmeckt mir heute besonders gut!

Die Hüttenleute sind super, rasch sind wir eingecheckt, wir sind wieder in einem Zweibettzimmer. Wir bekommen alle Infos von der Hüttenwirtin, auch Weiteres zum morgigen Weg.
Im späteren Verlauf kommt noch „Frederick“, der Hüttensteinbock auf eine Stippvisite vorbei. Natürlich sorgt das bei allen Wanderern für großes Hallo!

Am Abend bekommen wir ein tolles Menü kredenzt, wir lesen noch ein wenig in der Stube und später im Zimmer, dann schlafen wir, gespannt auf den nächsten Tag, ein.

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:56 h
Gesamtlänge: 8,45 h
Höhenmeter: ∆ 1261 m / ∇ 472 m

240810 Zusammenfasstung Inntaler Höhenweg

Der Inntaler Höhenweg war eines der Highlights dieses Jahres. Die Tour war super , das Wetter war immer fein, und wir hatten Glück mit den Hütten und auch mit den Mit-Wanderern.

Etappe I

Etappe II

Etappe III

Etappe IV

Etappe V

Etappe VI

Tourendaten (gesamt)
Gesamtdauer: 25:25 h
Gesamtlänge: 77,5 km
Höhenmeter: ∆ 5.140 m / ∇ 5.742 m

240809 Inntaler Höhenweg Etappe VI (Kellerjoch)

Der letzte Tag unserer Wanderung ist angebrochen, das Wetter ist (zumindest auf unserer Höhe wunderbar. Das Frühstück hier auf der Kellerjochhütte ist ein super Start in den neuen Tag, ein Blick aus dem Fenster zeigt blauen Himmel, mit einer Nebeldecke im Tal.

Wir beschließen, noch zur Kapelle am Kellerjoch aufzusteigen, um die Aussicht zu genießen. Die Rucksäcke bleiben in der Hütte, da wir eh den gleichen Weg zurück müssen.

Der Aufstieg ist teilweise drahtseilgesichert, schwierig ist er allerdings nicht. Unterwegs treffen wir immer wieder auf Schafe, die überraschend geländegängig sind.

Die Kapelle wurde 1931 eingeweiht, betreut wird sie von den Schwazer Schützen. Schon viele Male hat hier der Blick eingeschlagen oder der Föhn zugeschlagen. Das ist der exponierten Lage des kleinen Gotteshauses geschuldet.

Der Blick ins Inntal, mit der sich lichtenden Wolkendecke, ist ein würdiger Abschuss unserer Tour.

Auch im Zillertal liegt noch Hochnebel, dieser sieht noch ein wenig kompakter aus als im Inntal.

Wir genießen die Sonne an der Kapelle, und natürlich den wunderbaren Rundumblick.

Am Rückweg passieren wir wieder die Schafe, die sich hier weidlich am Gras satt fressen. Zumindest bei gutem Wetter ein Paradies für die Tiere.

Wir wandern wieder zurück zur Kellerjochhütte, holen unsere Rucksäcke, verabschieden uns, dann steigen wir ab, in Richtung Hecherhaus.

Der Hochnebel hat sich nun fast ganz verzogen, wir sehen einen Teil unserer Tour, den Patscherkofel und auch näher den Gilfert. Eine tolle Tour, das muss ich schon sagen!

Vom Kellerjoch wandern wir Richtung Naunz, hier werden wir fündig… wir packen die Wasserflasche aus, die wir vorsorglich entleert haben und klauben Moosbeeren. Wir haben genau den richtigen Platz gefunden, süß und groß sind die „gschmackigen“ Früchte.

Schon gestern hatten wir beim Aufstieg vom Loassattel viele Moosbeeren (Heidelbeeren) gesehen, aber noch keine Zeit und Muße gehabt, diese zu sammeln. Heute ist das anders.

Nachdem wir unsere Behältnisse gefüllt haben, wandern wir weiter. Wir erreichen den Arbeserkogel (2.026m). Hier kann man noch die Überreste des alten Liftes sehen, der vom Hecherhaus herauf geführt hatte.

Steil wandern wir ins Inntal, nun sehen wir schon das Hecherhaus, das auch als Bergstation der Kellerjochbahn dient.

Hier kehren wir ein, gönnen uns eine kleine Jause. Gestärkt wandern wir, nachdem wir uns gegen die Liftbenutzung entschieden haben, am Wanderweg tiefer ins Tal

Der Steig ist schön und wir sind froh, diese Option gewählt zu haben. Rasch steigen wir tiefer und tiefer. Unterwegs finden wir noch eine kümmerliche Hand voll Pilze.

Schließlich erreichen wir die Talstation der Kellerjochbahn, damit auch das Ende unserer tollen Wanderung.

Ein Blick auf den Fahrplan zeigt uns, dass wir noch viel Zeit zum Warten haben, daher beschließen wir noch auf ein Getränk ins Hotel Frieden zukehren.

Der Ausblick von der Terrasse auf das Inntal ist phänomenal. So ausgerastet, machen wir uns pünklich auf zum Bus.

Eine spannende Fahrt vom Berg ins Tal ist die Busfahrt allemal, wohlbehalten erreichen wir zuerst Hall, und dann fahren wir über Innsbruck zurück nach Aldrans.

Der Inntaler Höhenweg, der mir schon ein paar Jahre immer wieder unterkommen ist, ist endlich absolviert. Und das in bester Gesellschaft. Die Wanderung hat sehr viel Spaß gemacht, die Hütten waren alle Tipp-Topp, das Wetter hat auch gut mitgespielt. Sozusagen alles perfekt! So eine Tour kann ich mir bald wieder vorstellen!

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:18 h
Gesamtlänge: 7,04 km
Höhenmeter: ∆ 168 m / ∇ 1022 m

240808 Inntaler Höhenweg Etappe V (Gilfert)

Heute steht die Königsetappe auf dem Programm. Wir haben uns einen alternativen Zustieg zur Kellerjochhütte überlegt, damit wir nicht über Hochfügen gehen müssen. Bei bestem Wetter starten wir bei der Rastkogelhütte los, zuerst folgen wir dem selben Weg, den wir gestern gekommen sind.

Wir passieren das Sidanjoch, von hier sehen wir schon auf den weiteren Weg mit dem kleinen Gilfert.

Überall in den Tuxern finden wir Weidevieh, die Almen hier sind riesig und sind, zumindest mit menschlichen Augen gesehen, ein Tierparadies! Über sprießt das Gras und dazwischen liegen schöne Tümpel zur Wasserversorgung.

Kurz nach dem Sidanjoch erreichen wir die Abzweigung auf den Kleinen Gilfert (2.388m). Ein schöner, wenn auch schmaler Pfad führt hier auf den Gipfel. Immer wieder fallen uns religiöse Symbole in der Landschaft auf.

Auf dem Gipfel des Kleinen Gilfert ist ein Freidenssymbol installiert, das den Weltreligionen huldigt.

Vom Gipfel steigen wir nach Norden, Richtung Pfundsalm ab. Im Sattel angekommen, steigen wir nun weglos in Richtung Pfaffenbichl (2.431m). Teils am Zaun entlang erreichen wir felsigeres Gelände.

Nun heißt es, im Felslabyrinth einen Weg auf den Gipfel des Pfaffenbichls zu finden.

Meist recht einfach, einmal müssen wir ein kurzes Stück zurück, erreichen wir den abenteuerlichen Gipfel.

Am Gipfel genießen wir den Rundumblick, machen eine kurze Trinkpause. Dann steigen wir wieder Richtung Nordwesten, nun auf einem kleinen Steiglein, hinab zur Bergstation bei der 8er Alm von Hochfügen.

Ich bin nun froh, dass wir den Weg über die Gipfel gegenüber der Strecke oberhalb von Hochfügen gewählt haben.

Ab der Bergstation wird der Weg nun grasig und lieblich, immer am Grat entlang, mit den nächsten Gipfeln vor uns aufgereiht. Die Wolken werden immer mehr, das bereitet uns ein wenig Sorgen.

Als nächstes erreichen wir den Gipfel des Metzen (2.355m). Nur eine einfache Stange markiert den höchsten Punkt.

Wieder steigen wir ein wenig ab, um gleich wieder hochsteigen zu müssen. Der Blick ins Inntal wird nun besser und besser, allerdings sehen wir damit auch die Gewitterfront, die auf uns zukommt.

Rückblickend auf Metzen und Pfaffenbichl schaut der Himmel viel freundlicher aus.

Wir beschließen, den Gipfel des Gilfert raschest möglich zu erreichen, denn sollte uns der Sturm wider erwarten doch noch erwischen, wären wir zumindest nicht mehr so exponiert.

Am Gipfel ziehen wir unser Regengewand an, es hat schon ein wenig getropft. Doch wir sind immer noch zuversichtlich, dass wir nicht ins schwere Wetter kommen werden.

Und genau so verhält es sich dann auch. Die Regenfront streift uns nur ganz leicht, schon bald können wir das Regenzeug im Rucksack verstauen, es ist immer noch warm und die Regenwolken verziehen sich auch schon wieder.

Nun folgen wir dem Steig hinab zum Graukopf und dann weiter zu den Gamssteinen.

Erst erreichen wir den Großen Gamsstein (2.142m), den wir direkt überschreiten.

Das Wetter ist zwar nun trocken geblieben, aber von Zeit zu Zeit kriechen Nebelwolken über den Boden und nehmen uns die Sicht. Ich mag diese Stimmung, wenn man den Weg nur von Zeit zu Zeit sehen kann.

Der Abstieg vom Gilfert zum Loassattel zieht sich, der Weg ist zwar gut, aber eben teilweise steil und einfach nur lang. Zwischendurch erreichen wir den Kleinen Gamsstein (1.924m), der ein wenig abseits vom Weg liegt.

Dann wandern wir weiter durch Alpenrosen- und Moosbeerfelder.

Wir können den weiteren Weg nun gut einsehen, zuerst müssen wir in die Loas (1.675m), dann müssen wir wieder den Anstieg auf das Kellerjoch angehen. Von hier sieht das noch relativ weit aus.

Bald erreichen wir den Loassattel, Biggi meint, dass nun eine Pause unausweichlich ist. Zum Glück gibt es auf der Loas ein Gasthaus, das weithin bekannt für seine Schnitzel ist. Dort wollen wir eine Einkehr halten.

Das Gasthaus, von dem ich schon öfter gehört habe, liegt ein paar Meter unterhalb des Sattels, schon bald haben wir es erreicht.

Wir bestellen uns gemeinsam ein (1!) Schnitzel, und wir werden beide locker satt. Die Portion ist sehr großzügig ausgefallen und das Schnitzel wirklich sehr köstlich. Wir fühlen, wir neue Kraft in uns strömt. Die Pause tut auf jeden Fall gut.

Nun ist der weitere Weg auch nicht mehr so erschreckend. Wir haben gut gerastet und sind wieder motiviert. Wir nehmen den Hochebenweg, der ein wenig flacher in Richtung Naunz führt.

Bei der Naunz müssen wir uns fast 180° in Richtung Süden drehen und nun folgen wir dem Grat hinauf zur Kellerjochhütte (2.237m)

Schließlich erreichen wir die letzte Hütte unserer Wanderung. Am Eingang treffen wir „unsere“ Wiener wieder, die über Hochfügen aufgestiegen sind.
Auch werden wir gleich informiert, dass das Wasser rationiert wurde, da der Tank leer ist. Wir bekommen für die tägliche Hygiene eine Flasche Wasser, aus dem Wasserhahn kommt nichts mehr.

Ab Abend bekommen wir ein wunderbares Essen kredenzt, dazu schönste Farbenspiele am Himmel, die wir unter anderem durch das Stubenfenster beobachten können.
Die Nacht verbringen wir zusammen mit den Wienern in einem Vierbett-Zimmer. Auch hier haben wir wieder viel Glück.

Am Abend ist es frisch geworden, das ist das erste Mal, dass wir am Abend eine Jacke brauchen. Der kurze Regen hat doch ein wenig Abkühlung gebracht.

Tourendaten
Gesamtdauer: 8:20 h
Gesamtlänge: 19,49 km
Höhenmeter: ∆ 1.522 m / ∇ 1.401 m

240807 Inntaler Höhenweg Etappe IV (Rastkogel)

Nach einer guten Nachtruhe im Zweibettzimmer stehen wir vergnügt auf, wir freuen uns schon auf die nächste Etappe. Das Frühstück ist sehr gut, wie eigentlich alles hier auf der Weidener Hütte.
Auf der Veranda sitzen unsere zwei deutschen Kollegen, der Wetterbericht verspricht Gewitter schon am späten Vormittag. Sie haben beschlossen, das Risiko nicht einzugehen, und über den Talboden abzusteigen.
Biggi und ich unterhalten uns mit dem Hüttenwirt, dieser meint, dass wir das leicht schaffen, den Rastkogel haben wir bei Gewitterbeginn schon hinter uns. Da der Himmel auch vielversprechend ausschaut, fällt die Entscheidung auf „Weitergehen“.

Der Himmel ist, von einer paar Wolken im Süden abgesehen, strahlend blau. Eigentlich unvorstellbar, dass schon bald alles anders sein könnte.
Von der Hütte steigen wir zum Nafingsee auf, an diesem vorbei über Almrosen-Weiden und einer kleinen Almhütte immer weiter zum Joch.

Die Kühe werden gerade gemolken, 4 Senner sind gerade fleissig am Werk, das Vieh abzufertigen

Unser Weg liegt noch im Schatten, das ist angenehm, weil fein kühl. Wir werden gegen Mittag noch lange genug in der Sonne laufen!

Der Olperer zeigt sich heute wieder einmal in all seiner Pracht, ein wunderschöner Berg, den man speziell hier in den Tuxern immer wieder gut sehen kann.

Unter uns liegt das Geisljoch, unser Weg führt uns jedoch hinauf zum Nafingjoch (2.489m). Dort verweilen wir einen Moment, genießen den Rundumblick, bevor wir uns zum Aufstieg auf den Rastkogel machen.

Vom Joch haben wir einen wunderbaren Ausblick auf den Hauptalpenkamm.

Unterhalb vom Nafingjoch sind „komische“ Rippen im Gelände, teilweise sind kleine Seen und Teiche dazwischen. Wir wundern uns über die Entstehung dieser „Wellen“.

Südseitig passieren wir die Halsspitze, ein kleiner unmarkierter Gipfel, den wir auslassen. Unter uns liegen die wunderschönen Rastkogelseen.

Bald erreichen wir das Nurpensjoch, das den Abschluss des gleichnamigen Tals darstellt. Dort war ich vor Jahren auf der Haglhütte, mit dem Mountainbike.

Der Weg zum Gipfel schaut noch weit aus, das Hinweisschild relativiert die Gehzeit… lange haben wir es nicht mehr und das Wetter hält noch gut. Zum Glück haben wir die Tour nicht abgebrochen.

Rückblickend sehen wir nochmals die Rastkogelseen und den Olperer.

Der Grat wird ein wenig ausgeprägter, nun ist der Gipfel nicht mehr fern.

Die letzten Meter führen durch leichtes Blockgelände, dann haben wir den höchsten Punkt der Etappe, den Rastkogel (2.762m) erreicht.

Der Ausblick ist überragend, am Himmel zeigen sich leichte Cirren, aber das Wetter schaut noch stabil aus.

Wir gönnen uns eine längere Pause, essen unsere Jause, packen die Landkarte und das Fernglas aus und genießen das Panorama! Eine tolle Aussicht haben wir hier!

Nach der ausgedehnten Pause und einem Gespräch mit einem weiteren Bergsteiger setzen wir unseren Weg fort. Wir steigen ostwärts ab, unter Dreispitz-, Breiten- und Rosskopf führt uns der Weg durch ein namenloses Hochtal.

Hier liegen noch größere Schneereste in den schattigen Passagen, eine Spur auf der Schneedecke zeugt von ungenügendem Risikobewusstsein.

Je tiefer wir wieder absteigen, desto lieblicher wird die Landschaft. Bald sehen wir einen See vor uns liegen, der wohl auch zum Baden einladen würde.

Als wir dort ankommen, sehen wir, dass es sich um ein größeres Feuchtgebiet mit zwei Seen handelt. Der untere See ist recht brackig, aber der obere See wäre toll für eine Erfrischung. Allerdings treibt uns das nun instabiler werdende Wetter zur Eile an.

Über dem Rastkogel brauen sich die ersten Wolken zusammen, und der Weg ist doch noch nicht fertig für heute.

Der Weg führt durch Steilwiesen über dem Tal, im Hintergrund können wir schon die Rastkogelhütte ausmachen.

Die Wolken über dem Rastkogel werden immer mehr, dennoch müssen wir uns noch nicht fürchten. Ein bisschen Zeit haben wir noch. Im Rückblick sieht man den Weg durch die Steilwiesen gut.

Wir erreichen die Abzweigung zum kleinen Gilfert. Morgen müssen wir wieder hier her, denn unsere Alternativroute auf die Kellerjochhütte führt hier vorbei.

Die nächste Station ist das Sidanjoch (2.127m), ab hier ist der Weg nun nicht mehr weit.

Und das ist auch gut so, denn mittlerweile ziehen schwarze Wolken auf.

Ab dem Sidanjoch ist der Weg breit, auch E-Biker treffen wir hier. Vermutlich wurde der Weg genau deswegen erweitert…

Trocken erreichen wir die Rastkogelhütte (2.117m), wunderschön gelegen über dem Sidantal. Im Hintergrund können wir auch Hochfügen ausmachen.

Wir setzen uns auf die Terasse und genießen ein gutes Mittagessen. Die Tagesgäste machen sich ob des Wetters wieder auf den Heimweg, während für uns das Tageswerk getan ist.

Später am Nachmittag öffnet sich die Himmelsschleusen, es regnet ergiebig. Wanderer, die es nicht zeitig in die Hütte geschafft haben, werden dem entsprechend gewaschen.
Unsere Wiener Wanderer schaffen es leider auch nicht, später erzählen sie uns, wie sie inmitten des Gewitters Unterschlupf in einer Felshöhle suchen mussten.

Zum Glück hat unsere Tourenplanung auch heute wieder gut gepasst. Wir sind trocken und sicher angekommen und können den Abend genießen. Auch hier

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:17 h
Gesamtlänge: 11,95 km
Höhenmeter: ∆ 1.109 m / ∇ 784 m

240806 Inntaler Höhenweg Etappe III (Hippoldspitze)

Der neue Tag begrüßt uns mit glasklarem Firmament, die Sonne lacht vom Himmelszelt. Heute haben wir eine nicht ganz so anstrengende Etappe vor uns, wir wollen von der Lizumer Hütte auf die Weidener Hütte wandern.
Zuerst gibt es ein Frühstück, das sehr gut durchorganisiert ist. Man sieht, dass das Personal hier größere Anstürme gut managen kann.

Wir wandern ein paar Meter Talauswärts, bis fast zum Lager Lizum, dann zweigen wir in die Osthänge hinauf.

Noch liegt unser Weg im Schatten, während die Osthänge schon gut in der Sonne liegen. Wir finden die morgendliche Frische mehr als angenehm, und das Wetter trägt seinen Teil bei zum super Wandererlebnis.

Unterweg entdecken wir Gespinnstmotten, die in emsiger Kleinarbeit wahre Kunstwerke aus feinen Fäden spinnen.

Ein Blick zurück zeigt uns den Recken, den wir gestern bei nicht so tollem Wetter dennoch schon gesichtet hatten. Heute, bei strahlend schönem Himmel schaut die Landschaft magisch aus.

Vor uns liegen Almmatten, Moosbeerfelder und Zirbenwälder. Wir sind ja auch in den Tuxern. Diese Mischung finde ich, charakterisiert dieses Gebiet sehr gut.

Langsam kommt die Sonne auch auf unseren Weg und die Temperaturen steigen merklich.

Zeit für die kurze Hose, denkt sich auch Biggi. Bei einer kleinen Rast passen wir uns dem Wetter an.

Der Blick in das Talende zeigt die bekanntesten Lizumer Berge, Tarntaler Köpfe, Lizumer Sonnenspitze, Recken, Geier… ein wunderschönes Panorama.

Eine Kuhherde mit Jungtieren stellt sich uns auch in den Weg, wir gehen auf Nummer sicher und umwandern diese kurzerhand.

Schließlich erreichen wir das Kravenzjoch (2.450m). Nach kurzer Pause und Beratung beschließen wir, die Hippoldspitze gleich mitzunehmen, da diese sehr nahe am Weg liegt.

Ein steiler, bröckliger Aufstieg mit Tiefblicken zum Lager Walchen ist bald geschafft…

… dann verändert sich der Gipfelaufbau und sanft leiten die letzten Meter hinauf zum Gipfel. Nun haben wir uns eine Pause verdient.

Die kurze Pause am Gipfel müssen wir uns noch teilen, ein paar Meter abseits vom Gipfel finden wir eine traumhafte Wiese, die für unsere Pause perfekt erscheint.

Inmitten von Blumen, mit Aussicht auf Gilfert und Kellerjoch, gönnen wir uns eine ausgedehnte Pause, mit Brot, Wurst und Käse… immer noch das Wanderproviant von zu Hause.

Der Rundumblick ist phantastisch, auch die Fernsicht ist heute unglaublich. Nur am Horizont sind ein paar Schönwetterwolken sichtbar.

Nachdem wir uns ein wenig satt gesehen haben, wandern wir wieder zurück zum Kravenzjoch und steigen über die Ostseite hinab zur Grafennsalm.

Der Weg und die Landschaft wird merklich lieblicher, feine Wanderwege ziehen durch Almrosen- und Moosbeermatten.

Im Rückblick sehen wir die wilde Seite der Hippoldspitze. Kaum zu glauben, dass wir vor kurzem dort oben gestanden sind.

Wir kommen an einem kleinen Unterstand oberhalb der Alm vorbei. Ein toller, wenn auch abgelegener Platz für eine Hütte

Nun führt der Weg steil am Bach entlang hinab, von hier sehen wir schon die Forststraße weit unten im Tal

Wir sehen nun das obere Weertal mit der Grafennsalm, schöne Almen zeichnen dieses Gebiet aus. Von solchen Almen können andere Alpengebiete nur träumen.

Der ganze Hang, wunderschön in der Sonne gelegen, ist mit Moosbeeren überzogen. Biggi schafft es nicht, hier vorbei zugehen. Schon bald stehen wir beide inmitten der blauen Früchte und stillen den kleinen Hunger.

Am Schluss, nach dem Auslaufen auf der Forststraße wandern wir auf einem schönen Steig durch den Wald. Bald lichtet sich dieser und wir sehen die Hütte direkt vor uns, jedoch ein paar Höhenmeter oben gelegen.

Wir nutzen den kleinen Bach, um uns zu erfrischen. Ein sehr gutes Gefühl, wenn man nach einer längeren Wanderung die Füße ins eiskalte Nass stecken kann.

Ein paar Meter nach oben, Biggi marschiert die letzten Meter barfuß, und wir erreichen die Weidener Hütte, auch Nafinghütte genannt (1.799m).

Wir verbringen einen total feinen Nachmittag und Abend mit super Essen auf der Hütte. Wir treffen wieder unsere „Mitwanderer“. Heute haben wir ein Zweibett-Zimmer, sehr angenehm. So können wir uns richtig für die nächste Etappe ausruhen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 6:15 h
Gesamtlänge: 14,49 km
Höhenmeter: ∆ 930 m / ∇ 1.135 m

240805 Inntaler Höhenweg Etappe II (Rosenjoch)

Nach einer überraschend guten Nacht im Matratzenlager, es war extrem ruhig, genießen wir ein gutes Frühstück auf der Glungezerhütte. Ein Blick aus dem Fenster offenbart Nebel, zumindest ist es trocken.
Wir sind heute auf der sogenannten „7-Summit-Etappe“ unterwegs, Gipfel bis zum Abwinken, verspricht der Prospekt. Leider ist die Sicht alles andere als berauschend.

Während der eine oder andere Wanderer noch zuwarten will, machen sich Biggi und ich auf, den Weg über das Grat zu meistern. Schwierigkeiten sind keine zu erwarten. Nach ein paar Schritten sind wir schon in der wilden Landschaft des Glunezers, Felsblöcke und Verbruch, wohin man schaut.

Wir erreichen zuerst den Glungzer (2.677m), ein paar Meter hinter der Hütte. Ab hier folgend wir immer dem Grat, der Weg ist gut markiert und leicht. Manchmal reißt ein Wolkenfenster auf und ermöglicht uns Blicke in die Umgebung.

So können wir einen Blick auf die Blauen Seen erhaschen, mit dem darunter liegenden „Gschriebenen Stein“. Die Farbe ist aktuell nicht so leuchtend, wie ich das sonst kenne.
Dann schließt sich die Wolkendecke wieder und wir sind von Nebel und Steinen umgeben.

Ein lustiges Auf und Ab charakterisiert diese Etappe, die nächsten Gipfel am Weg sind die Gamslahnerspitze (2.681m), und das Kreuzjoch (2.575m). Weiter dem Grat entlang erreichen wir dann auch die Kreuzspitze (2.746m).

Die Temperaturen sind perfekt zum Wandern, man kann jeder Witterung etwas positives abgewinnen. Die Laune ist gut, und wir kommen schnell voran. Immer wieder laufen uns zwei Deutschen über den Weg, die die Strecke mit uns teilen.

Wir sind auf über 2.500m, daher sind immer wieder Schneereste sichtbar. Allerdings nicht auf dem Weg, sondern immer in schattigen Karen, die wir seitlich passieren.

Der nächste Gipfel, die Beschreibung der vielen Spitzen ist nicht übertrieben, ist das Rosenjoch (2.796m), heute die höchste Erhebung. Hier setzen wir uns ein wenig in den Windschatten und verspeisen eine kleine Jause.

Faszinierend, wie schöne Pflanzen wie diese hier in dieser Höhe „überleben“ können. Eine einleuchtende Erklärung bekomme ich von Biggi: Hier müssen diese Pflanzen nicht mit anderen konkurrieren, der Preis ist die Anpassung an das raue Klima.

Immer wieder passieren wir schöne Passagen, die zum Fotografieren einladen.

In den Seeblesböden liegt noch mehr Schnee, auch Schafe entdecken wir, die hier den Almsommer genießen.

Gegen Mittag nähern wir uns unserem letzten großen Gipfel, die Grünbergspitze (2.690m). Alleerings müssen wir hier erst in den Sattel absteigen und auf der anderen Seite wieder hochsteigen.

Der Gipfel der Grünbergspitze ist überraschend sanft, ich kenne diesen Berg auch als lange Skitour aus dem Arztal heraus.

Hier wird nochmals eine kurze Pause eingelegt, der Himmel ist mittlerweile ein wenig freundlicher gestimmt und zeigt schon ein wenig Blau zwischen den vielen Wolken.

Beim Abstieg vom Gipfel entdecken wir einen kleinen See mit einem Schneefeld. Hier blitzt das Wasser richtig blau zu uns hoch. Das wird wohl auch der Grund für die Namensgebung der nahe gelegenen „Blauen Seen“ sein.

Kleine, einfache Kraxelstellen peppen den Weg ein wenig auf, die Aussicht wird mit jeder Stunde besser.

Wir erreichen bald den südlichen südlichen Punkt der „7 Sumits“, die Grafmartspitze. Zumindest ist das der letzte Gipfel, den wir besteigen. Die Naviser Sonnenspitze lassen wir heute nämlich aus.

Am weiteren Weg macht sich plötzlich wieder ein Wolkenfenster auf. Wir können nun endlich den heimlichen Herrscher der Tuxer Alpen sehen… den Olperer. Dieser liegt zwar in den Zillertaler Alpen, aber ich finde immer, dieser ist von fast überall in den Tuxern zu sehen.

Wir haben einen längeren Abstieg vom letzten Gipfel hinab ins Naviser Jöchl, der Weg ist spannend und durch die besonderen Steinformationen sehr schön.

Nun kommt der Olperer und der Hauptkamm immer öfter sichtbar hinter den Wolken hervor…

Wir nutzen eine kurze Sonnenphase machen Pause mit Jause auf einer Bergwiese. Die Jause, wir sind super ausgestattet, schmeckt super, wir genießen die Ruhe und Stille.

Gestärkt geht es wieder weiter, bald erreichen wir das Mölsjoch.

Hier überschreiten wir das erste, aber nicht das letzte Mal die Grenze zum Truppenübungsplatz. Heute werden uns noch öfter diese Infoschilder des Österreichischen Bundesheeres auffallen.

Unter der Naviser Sonnenspitze hindurch wandern wir weiter gen Osten, zu unserem heutigen Tagesziel, der Lizumer Hütte.

Die Landschaft wird lieblicher und das Wetter freundlicher. Es passt alles zusammen, und Biggi und ich kommen gut voran.

Am Klammsee angekommen müssen wir auf die Heeresstraße wechseln und ein gutes Stück auf dieser weitergehen. Wir kommen zwar flott voran, aber der Weg ist nicht gerade der Schönste… unterwegs kommt uns ein Puch G des Bundesheeres entgegen. Die Befürchtung, dass sie was von uns wollen, verpufft, als sie mit Staubwolke an uns vorbeirauschen.

Bald sehen wir das Lager Lizum und die Lizumer Hütte. Wir können die Forststraße ein wenig abkürzen und verlieren auf diesem Wege weniger Höhenmeter.

Den Lizumerbach überquerend stehen wir endlich am Ziel. Freundliches Personal empfängt uns gleich am Eingang, obwohl hier viel los ist, ist der Hüttenbetrieb absolut vorbildlich.

Wir setzen uns auf die Terasse, bestellen uns ein Getränk und können hier auch gleich „einchecken“. Das läuft alles wie am Schnürchen

Am Abend gibt es noch ein feines Menü, es ist zwar ein wenig eng am Tisch, dafür ist das Essen vorzüglich. Für heute haben wir ein 4-Bett-Zimmer mit zwei älteren Damen, da lässt es sich sehr gut schlafen.

Tourendaten:
Gesamtlänge: 7:43 h
Gesamtlänge: 16,47 km
Höhenmeter: ∇ 844 / ∇ 1.413

240804 Inntaler Höhenweg Etappe I (Glungezer, 2.677m)

Heute starten Biggi und ich den Inntaler Höhenweg, der vom Patscherkofel über einige Hütten bis nach Schwaz führt. Insgesamt sind es 6 Etappen, die wir zu bestreiten haben.
Den heutigen Tag starten wir gemütlich, mit der Patscherkofelbahn fahren wir zur Bergstation.

Das Wetter ist gut, ein paar Wolken sind am Himmel, aber die stören keinesfalls. Die nächsten Tage wird uns das Wetterglück noch verfolgen, aber das ist schon ein wenig vorgegriffen.

Beim Schutzhaus am Pastcherkofel werden nochmals die Stiefel geschnürt, dann wandern wir über den Zirbenweg Richtung Glungezer.

Am „berühmten“ gebogenen Baum kommen wir auch vorbei, ein Foto hier muss fast sein.

Der Zirbenweg, obwohl schon oft begangen, ist jedes Mal wieder schön. Wir sind gerne hier unterwegs, und es ist auch fein, die heutige Etappe gut zu kennen.

Beim Gedenkstein machen wir eine Pause, wir sind mit Brotzeit gut ausgestattet, heute haben wir sogar noch ein Stück selbst gemachter Pizza im Gepäck. So lässt sich Mittag ganz entspannt genießen.

Über die Blockfelsen bei der Viggarspitze (2.306m) gehen wir vorbei, heute soll es ja noch gemütlich von Statten gehen.

Auf dem Weg über dem Viggartal hören wir immer wieder die Murmeltiere pfeifen, dann sehen wir plötzlich einen Vertreter dieser putzigen Tiere in unmittelbarer Nähe. Scheinbar angstfrei kommt Dieses immer näher und näher. Schon lustig, diese Tiere, müssen wir feststellen.

Hoch über dem Viggartal steigen wir weiter in Richtung Glungezerhütte. Hier bin ich vor Zeiten mal mit den Ski unterwegs gewesen. Ein großer Kontrast zwischen Sommer und Winter, stelle ich fest.

Noch ein steiler Hang, dann erreichen wir die speziell gelegene Glungezerhütte (2.610m), geduckt in einer Mulde. Die Bauweise ist den Föhnstürmen, die hier vorherrschen, geschuldet. Heute ist es allerdings windstill und angenehm.

Wir statten der Sonnenspitze (2.639m) und dem Glungezerkreuz (2.660m) noch jeweils einen Besuch ab, bevor wir uns schließlich zur Ruhe in die Hütte zurückziehen.

Die Aussicht von der Sonnenspitze ist wunderschön, und das Wetter ist gut geblieben, wenn es auch ein wenig frisch geworden ist am Abend.

Das Abendessen auf der Hütte ist gut, wir genießen einen feinen Abend in der Stube und treffen schon die ersten Leute, die uns in den nächsten Tagen immer wieder über den Weg laufen werden.

Übernachtet wird heute im Mehrbettzimmer, es sind außen uns noch zwei Deutsche, zwei Briten und 3 Polen mit uns im Zimmer. Und diese sind genaue Jene, die wir immer wieder auf den folgenden Hütten treffen werden.

Hüttenruhe ist um 22:00 Uhr, wir sind schon ein wenig früher ins Bett gekrochen, es ist trotzt vieler Leute im Raum ruhig und wir schlafen wunderbar! Zum Glück haben wir keine Krawallmacher oder Schnarcher im Zimmer…

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:45 h
Gesamtlänge: 7,49 km
Höhenmeter: ∆∇687 m