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240808 Inntaler Höhenweg Etappe V (Gilfert)

Heute steht die Königsetappe auf dem Programm. Wir haben uns einen alternativen Zustieg zur Kellerjochhütte überlegt, damit wir nicht über Hochfügen gehen müssen. Bei bestem Wetter starten wir bei der Rastkogelhütte los, zuerst folgen wir dem selben Weg, den wir gestern gekommen sind.

Wir passieren das Sidanjoch, von hier sehen wir schon auf den weiteren Weg mit dem kleinen Gilfert.

Überall in den Tuxern finden wir Weidevieh, die Almen hier sind riesig und sind, zumindest mit menschlichen Augen gesehen, ein Tierparadies! Über sprießt das Gras und dazwischen liegen schöne Tümpel zur Wasserversorgung.

Kurz nach dem Sidanjoch erreichen wir die Abzweigung auf den Kleinen Gilfert (2.388m). Ein schöner, wenn auch schmaler Pfad führt hier auf den Gipfel. Immer wieder fallen uns religiöse Symbole in der Landschaft auf.

Auf dem Gipfel des Kleinen Gilfert ist ein Freidenssymbol installiert, das den Weltreligionen huldigt.

Vom Gipfel steigen wir nach Norden, Richtung Pfundsalm ab. Im Sattel angekommen, steigen wir nun weglos in Richtung Pfaffenbichl (2.431m). Teils am Zaun entlang erreichen wir felsigeres Gelände.

Nun heißt es, im Felslabyrinth einen Weg auf den Gipfel des Pfaffenbichls zu finden.

Meist recht einfach, einmal müssen wir ein kurzes Stück zurück, erreichen wir den abenteuerlichen Gipfel.

Am Gipfel genießen wir den Rundumblick, machen eine kurze Trinkpause. Dann steigen wir wieder Richtung Nordwesten, nun auf einem kleinen Steiglein, hinab zur Bergstation bei der 8er Alm von Hochfügen.

Ich bin nun froh, dass wir den Weg über die Gipfel gegenüber der Strecke oberhalb von Hochfügen gewählt haben.

Ab der Bergstation wird der Weg nun grasig und lieblich, immer am Grat entlang, mit den nächsten Gipfeln vor uns aufgereiht. Die Wolken werden immer mehr, das bereitet uns ein wenig Sorgen.

Als nächstes erreichen wir den Gipfel des Metzen (2.355m). Nur eine einfache Stange markiert den höchsten Punkt.

Wieder steigen wir ein wenig ab, um gleich wieder hochsteigen zu müssen. Der Blick ins Inntal wird nun besser und besser, allerdings sehen wir damit auch die Gewitterfront, die auf uns zukommt.

Rückblickend auf Metzen und Pfaffenbichl schaut der Himmel viel freundlicher aus.

Wir beschließen, den Gipfel des Gilfert raschest möglich zu erreichen, denn sollte uns der Sturm wider erwarten doch noch erwischen, wären wir zumindest nicht mehr so exponiert.

Am Gipfel ziehen wir unser Regengewand an, es hat schon ein wenig getropft. Doch wir sind immer noch zuversichtlich, dass wir nicht ins schwere Wetter kommen werden.

Und genau so verhält es sich dann auch. Die Regenfront streift uns nur ganz leicht, schon bald können wir das Regenzeug im Rucksack verstauen, es ist immer noch warm und die Regenwolken verziehen sich auch schon wieder.

Nun folgen wir dem Steig hinab zum Graukopf und dann weiter zu den Gamssteinen.

Erst erreichen wir den Großen Gamsstein (2.142m), den wir direkt überschreiten.

Das Wetter ist zwar nun trocken geblieben, aber von Zeit zu Zeit kriechen Nebelwolken über den Boden und nehmen uns die Sicht. Ich mag diese Stimmung, wenn man den Weg nur von Zeit zu Zeit sehen kann.

Der Abstieg vom Gilfert zum Loassattel zieht sich, der Weg ist zwar gut, aber eben teilweise steil und einfach nur lang. Zwischendurch erreichen wir den Kleinen Gamsstein (1.924m), der ein wenig abseits vom Weg liegt.

Dann wandern wir weiter durch Alpenrosen- und Moosbeerfelder.

Wir können den weiteren Weg nun gut einsehen, zuerst müssen wir in die Loas (1.675m), dann müssen wir wieder den Anstieg auf das Kellerjoch angehen. Von hier sieht das noch relativ weit aus.

Bald erreichen wir den Loassattel, Biggi meint, dass nun eine Pause unausweichlich ist. Zum Glück gibt es auf der Loas ein Gasthaus, das weithin bekannt für seine Schnitzel ist. Dort wollen wir eine Einkehr halten.

Das Gasthaus, von dem ich schon öfter gehört habe, liegt ein paar Meter unterhalb des Sattels, schon bald haben wir es erreicht.

Wir bestellen uns gemeinsam ein (1!) Schnitzel, und wir werden beide locker satt. Die Portion ist sehr großzügig ausgefallen und das Schnitzel wirklich sehr köstlich. Wir fühlen, wir neue Kraft in uns strömt. Die Pause tut auf jeden Fall gut.

Nun ist der weitere Weg auch nicht mehr so erschreckend. Wir haben gut gerastet und sind wieder motiviert. Wir nehmen den Hochebenweg, der ein wenig flacher in Richtung Naunz führt.

Bei der Naunz müssen wir uns fast 180° in Richtung Süden drehen und nun folgen wir dem Grat hinauf zur Kellerjochhütte (2.237m)

Schließlich erreichen wir die letzte Hütte unserer Wanderung. Am Eingang treffen wir „unsere“ Wiener wieder, die über Hochfügen aufgestiegen sind.
Auch werden wir gleich informiert, dass das Wasser rationiert wurde, da der Tank leer ist. Wir bekommen für die tägliche Hygiene eine Flasche Wasser, aus dem Wasserhahn kommt nichts mehr.

Ab Abend bekommen wir ein wunderbares Essen kredenzt, dazu schönste Farbenspiele am Himmel, die wir unter anderem durch das Stubenfenster beobachten können.
Die Nacht verbringen wir zusammen mit den Wienern in einem Vierbett-Zimmer. Auch hier haben wir wieder viel Glück.

Am Abend ist es frisch geworden, das ist das erste Mal, dass wir am Abend eine Jacke brauchen. Der kurze Regen hat doch ein wenig Abkühlung gebracht.

Tourendaten
Gesamtdauer: 8:20 h
Gesamtlänge: 19,49 km
Höhenmeter: ∆ 1.522 m / ∇ 1.401 m

240807 Inntaler Höhenweg Etappe IV (Rastkogel)

Nach einer guten Nachtruhe im Zweibettzimmer stehen wir vergnügt auf, wir freuen uns schon auf die nächste Etappe. Das Frühstück ist sehr gut, wie eigentlich alles hier auf der Weidener Hütte.
Auf der Veranda sitzen unsere zwei deutschen Kollegen, der Wetterbericht verspricht Gewitter schon am späten Vormittag. Sie haben beschlossen, das Risiko nicht einzugehen, und über den Talboden abzusteigen.
Biggi und ich unterhalten uns mit dem Hüttenwirt, dieser meint, dass wir das leicht schaffen, den Rastkogel haben wir bei Gewitterbeginn schon hinter uns. Da der Himmel auch vielversprechend ausschaut, fällt die Entscheidung auf „Weitergehen“.

Der Himmel ist, von einer paar Wolken im Süden abgesehen, strahlend blau. Eigentlich unvorstellbar, dass schon bald alles anders sein könnte.
Von der Hütte steigen wir zum Nafingsee auf, an diesem vorbei über Almrosen-Weiden und einer kleinen Almhütte immer weiter zum Joch.

Die Kühe werden gerade gemolken, 4 Senner sind gerade fleissig am Werk, das Vieh abzufertigen

Unser Weg liegt noch im Schatten, das ist angenehm, weil fein kühl. Wir werden gegen Mittag noch lange genug in der Sonne laufen!

Der Olperer zeigt sich heute wieder einmal in all seiner Pracht, ein wunderschöner Berg, den man speziell hier in den Tuxern immer wieder gut sehen kann.

Unter uns liegt das Geisljoch, unser Weg führt uns jedoch hinauf zum Nafingjoch (2.489m). Dort verweilen wir einen Moment, genießen den Rundumblick, bevor wir uns zum Aufstieg auf den Rastkogel machen.

Vom Joch haben wir einen wunderbaren Ausblick auf den Hauptalpenkamm.

Unterhalb vom Nafingjoch sind „komische“ Rippen im Gelände, teilweise sind kleine Seen und Teiche dazwischen. Wir wundern uns über die Entstehung dieser „Wellen“.

Südseitig passieren wir die Halsspitze, ein kleiner unmarkierter Gipfel, den wir auslassen. Unter uns liegen die wunderschönen Rastkogelseen.

Bald erreichen wir das Nurpensjoch, das den Abschluss des gleichnamigen Tals darstellt. Dort war ich vor Jahren auf der Haglhütte, mit dem Mountainbike.

Der Weg zum Gipfel schaut noch weit aus, das Hinweisschild relativiert die Gehzeit… lange haben wir es nicht mehr und das Wetter hält noch gut. Zum Glück haben wir die Tour nicht abgebrochen.

Rückblickend sehen wir nochmals die Rastkogelseen und den Olperer.

Der Grat wird ein wenig ausgeprägter, nun ist der Gipfel nicht mehr fern.

Die letzten Meter führen durch leichtes Blockgelände, dann haben wir den höchsten Punkt der Etappe, den Rastkogel (2.762m) erreicht.

Der Ausblick ist überragend, am Himmel zeigen sich leichte Cirren, aber das Wetter schaut noch stabil aus.

Wir gönnen uns eine längere Pause, essen unsere Jause, packen die Landkarte und das Fernglas aus und genießen das Panorama! Eine tolle Aussicht haben wir hier!

Nach der ausgedehnten Pause und einem Gespräch mit einem weiteren Bergsteiger setzen wir unseren Weg fort. Wir steigen ostwärts ab, unter Dreispitz-, Breiten- und Rosskopf führt uns der Weg durch ein namenloses Hochtal.

Hier liegen noch größere Schneereste in den schattigen Passagen, eine Spur auf der Schneedecke zeugt von ungenügendem Risikobewusstsein.

Je tiefer wir wieder absteigen, desto lieblicher wird die Landschaft. Bald sehen wir einen See vor uns liegen, der wohl auch zum Baden einladen würde.

Als wir dort ankommen, sehen wir, dass es sich um ein größeres Feuchtgebiet mit zwei Seen handelt. Der untere See ist recht brackig, aber der obere See wäre toll für eine Erfrischung. Allerdings treibt uns das nun instabiler werdende Wetter zur Eile an.

Über dem Rastkogel brauen sich die ersten Wolken zusammen, und der Weg ist doch noch nicht fertig für heute.

Der Weg führt durch Steilwiesen über dem Tal, im Hintergrund können wir schon die Rastkogelhütte ausmachen.

Die Wolken über dem Rastkogel werden immer mehr, dennoch müssen wir uns noch nicht fürchten. Ein bisschen Zeit haben wir noch. Im Rückblick sieht man den Weg durch die Steilwiesen gut.

Wir erreichen die Abzweigung zum kleinen Gilfert. Morgen müssen wir wieder hier her, denn unsere Alternativroute auf die Kellerjochhütte führt hier vorbei.

Die nächste Station ist das Sidanjoch (2.127m), ab hier ist der Weg nun nicht mehr weit.

Und das ist auch gut so, denn mittlerweile ziehen schwarze Wolken auf.

Ab dem Sidanjoch ist der Weg breit, auch E-Biker treffen wir hier. Vermutlich wurde der Weg genau deswegen erweitert…

Trocken erreichen wir die Rastkogelhütte (2.117m), wunderschön gelegen über dem Sidantal. Im Hintergrund können wir auch Hochfügen ausmachen.

Wir setzen uns auf die Terasse und genießen ein gutes Mittagessen. Die Tagesgäste machen sich ob des Wetters wieder auf den Heimweg, während für uns das Tageswerk getan ist.

Später am Nachmittag öffnet sich die Himmelsschleusen, es regnet ergiebig. Wanderer, die es nicht zeitig in die Hütte geschafft haben, werden dem entsprechend gewaschen.
Unsere Wiener Wanderer schaffen es leider auch nicht, später erzählen sie uns, wie sie inmitten des Gewitters Unterschlupf in einer Felshöhle suchen mussten.

Zum Glück hat unsere Tourenplanung auch heute wieder gut gepasst. Wir sind trocken und sicher angekommen und können den Abend genießen. Auch hier

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:17 h
Gesamtlänge: 11,95 km
Höhenmeter: ∆ 1.109 m / ∇ 784 m

240806 Inntaler Höhenweg Etappe III (Hippoldspitze)

Der neue Tag begrüßt uns mit glasklarem Firmament, die Sonne lacht vom Himmelszelt. Heute haben wir eine nicht ganz so anstrengende Etappe vor uns, wir wollen von der Lizumer Hütte auf die Weidener Hütte wandern.
Zuerst gibt es ein Frühstück, das sehr gut durchorganisiert ist. Man sieht, dass das Personal hier größere Anstürme gut managen kann.

Wir wandern ein paar Meter Talauswärts, bis fast zum Lager Lizum, dann zweigen wir in die Osthänge hinauf.

Noch liegt unser Weg im Schatten, während die Osthänge schon gut in der Sonne liegen. Wir finden die morgendliche Frische mehr als angenehm, und das Wetter trägt seinen Teil bei zum super Wandererlebnis.

Unterweg entdecken wir Gespinnstmotten, die in emsiger Kleinarbeit wahre Kunstwerke aus feinen Fäden spinnen.

Ein Blick zurück zeigt uns den Recken, den wir gestern bei nicht so tollem Wetter dennoch schon gesichtet hatten. Heute, bei strahlend schönem Himmel schaut die Landschaft magisch aus.

Vor uns liegen Almmatten, Moosbeerfelder und Zirbenwälder. Wir sind ja auch in den Tuxern. Diese Mischung finde ich, charakterisiert dieses Gebiet sehr gut.

Langsam kommt die Sonne auch auf unseren Weg und die Temperaturen steigen merklich.

Zeit für die kurze Hose, denkt sich auch Biggi. Bei einer kleinen Rast passen wir uns dem Wetter an.

Der Blick in das Talende zeigt die bekanntesten Lizumer Berge, Tarntaler Köpfe, Lizumer Sonnenspitze, Recken, Geier… ein wunderschönes Panorama.

Eine Kuhherde mit Jungtieren stellt sich uns auch in den Weg, wir gehen auf Nummer sicher und umwandern diese kurzerhand.

Schließlich erreichen wir das Kravenzjoch (2.450m). Nach kurzer Pause und Beratung beschließen wir, die Hippoldspitze gleich mitzunehmen, da diese sehr nahe am Weg liegt.

Ein steiler, bröckliger Aufstieg mit Tiefblicken zum Lager Walchen ist bald geschafft…

… dann verändert sich der Gipfelaufbau und sanft leiten die letzten Meter hinauf zum Gipfel. Nun haben wir uns eine Pause verdient.

Die kurze Pause am Gipfel müssen wir uns noch teilen, ein paar Meter abseits vom Gipfel finden wir eine traumhafte Wiese, die für unsere Pause perfekt erscheint.

Inmitten von Blumen, mit Aussicht auf Gilfert und Kellerjoch, gönnen wir uns eine ausgedehnte Pause, mit Brot, Wurst und Käse… immer noch das Wanderproviant von zu Hause.

Der Rundumblick ist phantastisch, auch die Fernsicht ist heute unglaublich. Nur am Horizont sind ein paar Schönwetterwolken sichtbar.

Nachdem wir uns ein wenig satt gesehen haben, wandern wir wieder zurück zum Kravenzjoch und steigen über die Ostseite hinab zur Grafennsalm.

Der Weg und die Landschaft wird merklich lieblicher, feine Wanderwege ziehen durch Almrosen- und Moosbeermatten.

Im Rückblick sehen wir die wilde Seite der Hippoldspitze. Kaum zu glauben, dass wir vor kurzem dort oben gestanden sind.

Wir kommen an einem kleinen Unterstand oberhalb der Alm vorbei. Ein toller, wenn auch abgelegener Platz für eine Hütte

Nun führt der Weg steil am Bach entlang hinab, von hier sehen wir schon die Forststraße weit unten im Tal

Wir sehen nun das obere Weertal mit der Grafennsalm, schöne Almen zeichnen dieses Gebiet aus. Von solchen Almen können andere Alpengebiete nur träumen.

Der ganze Hang, wunderschön in der Sonne gelegen, ist mit Moosbeeren überzogen. Biggi schafft es nicht, hier vorbei zugehen. Schon bald stehen wir beide inmitten der blauen Früchte und stillen den kleinen Hunger.

Am Schluss, nach dem Auslaufen auf der Forststraße wandern wir auf einem schönen Steig durch den Wald. Bald lichtet sich dieser und wir sehen die Hütte direkt vor uns, jedoch ein paar Höhenmeter oben gelegen.

Wir nutzen den kleinen Bach, um uns zu erfrischen. Ein sehr gutes Gefühl, wenn man nach einer längeren Wanderung die Füße ins eiskalte Nass stecken kann.

Ein paar Meter nach oben, Biggi marschiert die letzten Meter barfuß, und wir erreichen die Weidener Hütte, auch Nafinghütte genannt (1.799m).

Wir verbringen einen total feinen Nachmittag und Abend mit super Essen auf der Hütte. Wir treffen wieder unsere „Mitwanderer“. Heute haben wir ein Zweibett-Zimmer, sehr angenehm. So können wir uns richtig für die nächste Etappe ausruhen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 6:15 h
Gesamtlänge: 14,49 km
Höhenmeter: ∆ 930 m / ∇ 1.135 m

240805 Inntaler Höhenweg Etappe II (Rosenjoch)

Nach einer überraschend guten Nacht im Matratzenlager, es war extrem ruhig, genießen wir ein gutes Frühstück auf der Glungezerhütte. Ein Blick aus dem Fenster offenbart Nebel, zumindest ist es trocken.
Wir sind heute auf der sogenannten „7-Summit-Etappe“ unterwegs, Gipfel bis zum Abwinken, verspricht der Prospekt. Leider ist die Sicht alles andere als berauschend.

Während der eine oder andere Wanderer noch zuwarten will, machen sich Biggi und ich auf, den Weg über das Grat zu meistern. Schwierigkeiten sind keine zu erwarten. Nach ein paar Schritten sind wir schon in der wilden Landschaft des Glunezers, Felsblöcke und Verbruch, wohin man schaut.

Wir erreichen zuerst den Glungzer (2.677m), ein paar Meter hinter der Hütte. Ab hier folgend wir immer dem Grat, der Weg ist gut markiert und leicht. Manchmal reißt ein Wolkenfenster auf und ermöglicht uns Blicke in die Umgebung.

So können wir einen Blick auf die Blauen Seen erhaschen, mit dem darunter liegenden „Gschriebenen Stein“. Die Farbe ist aktuell nicht so leuchtend, wie ich das sonst kenne.
Dann schließt sich die Wolkendecke wieder und wir sind von Nebel und Steinen umgeben.

Ein lustiges Auf und Ab charakterisiert diese Etappe, die nächsten Gipfel am Weg sind die Gamslahnerspitze (2.681m), und das Kreuzjoch (2.575m). Weiter dem Grat entlang erreichen wir dann auch die Kreuzspitze (2.746m).

Die Temperaturen sind perfekt zum Wandern, man kann jeder Witterung etwas positives abgewinnen. Die Laune ist gut, und wir kommen schnell voran. Immer wieder laufen uns zwei Deutschen über den Weg, die die Strecke mit uns teilen.

Wir sind auf über 2.500m, daher sind immer wieder Schneereste sichtbar. Allerdings nicht auf dem Weg, sondern immer in schattigen Karen, die wir seitlich passieren.

Der nächste Gipfel, die Beschreibung der vielen Spitzen ist nicht übertrieben, ist das Rosenjoch (2.796m), heute die höchste Erhebung. Hier setzen wir uns ein wenig in den Windschatten und verspeisen eine kleine Jause.

Faszinierend, wie schöne Pflanzen wie diese hier in dieser Höhe „überleben“ können. Eine einleuchtende Erklärung bekomme ich von Biggi: Hier müssen diese Pflanzen nicht mit anderen konkurrieren, der Preis ist die Anpassung an das raue Klima.

Immer wieder passieren wir schöne Passagen, die zum Fotografieren einladen.

In den Seeblesböden liegt noch mehr Schnee, auch Schafe entdecken wir, die hier den Almsommer genießen.

Gegen Mittag nähern wir uns unserem letzten großen Gipfel, die Grünbergspitze (2.690m). Alleerings müssen wir hier erst in den Sattel absteigen und auf der anderen Seite wieder hochsteigen.

Der Gipfel der Grünbergspitze ist überraschend sanft, ich kenne diesen Berg auch als lange Skitour aus dem Arztal heraus.

Hier wird nochmals eine kurze Pause eingelegt, der Himmel ist mittlerweile ein wenig freundlicher gestimmt und zeigt schon ein wenig Blau zwischen den vielen Wolken.

Beim Abstieg vom Gipfel entdecken wir einen kleinen See mit einem Schneefeld. Hier blitzt das Wasser richtig blau zu uns hoch. Das wird wohl auch der Grund für die Namensgebung der nahe gelegenen „Blauen Seen“ sein.

Kleine, einfache Kraxelstellen peppen den Weg ein wenig auf, die Aussicht wird mit jeder Stunde besser.

Wir erreichen bald den südlichen südlichen Punkt der „7 Sumits“, die Grafmartspitze. Zumindest ist das der letzte Gipfel, den wir besteigen. Die Naviser Sonnenspitze lassen wir heute nämlich aus.

Am weiteren Weg macht sich plötzlich wieder ein Wolkenfenster auf. Wir können nun endlich den heimlichen Herrscher der Tuxer Alpen sehen… den Olperer. Dieser liegt zwar in den Zillertaler Alpen, aber ich finde immer, dieser ist von fast überall in den Tuxern zu sehen.

Wir haben einen längeren Abstieg vom letzten Gipfel hinab ins Naviser Jöchl, der Weg ist spannend und durch die besonderen Steinformationen sehr schön.

Nun kommt der Olperer und der Hauptkamm immer öfter sichtbar hinter den Wolken hervor…

Wir nutzen eine kurze Sonnenphase machen Pause mit Jause auf einer Bergwiese. Die Jause, wir sind super ausgestattet, schmeckt super, wir genießen die Ruhe und Stille.

Gestärkt geht es wieder weiter, bald erreichen wir das Mölsjoch.

Hier überschreiten wir das erste, aber nicht das letzte Mal die Grenze zum Truppenübungsplatz. Heute werden uns noch öfter diese Infoschilder des Österreichischen Bundesheeres auffallen.

Unter der Naviser Sonnenspitze hindurch wandern wir weiter gen Osten, zu unserem heutigen Tagesziel, der Lizumer Hütte.

Die Landschaft wird lieblicher und das Wetter freundlicher. Es passt alles zusammen, und Biggi und ich kommen gut voran.

Am Klammsee angekommen müssen wir auf die Heeresstraße wechseln und ein gutes Stück auf dieser weitergehen. Wir kommen zwar flott voran, aber der Weg ist nicht gerade der Schönste… unterwegs kommt uns ein Puch G des Bundesheeres entgegen. Die Befürchtung, dass sie was von uns wollen, verpufft, als sie mit Staubwolke an uns vorbeirauschen.

Bald sehen wir das Lager Lizum und die Lizumer Hütte. Wir können die Forststraße ein wenig abkürzen und verlieren auf diesem Wege weniger Höhenmeter.

Den Lizumerbach überquerend stehen wir endlich am Ziel. Freundliches Personal empfängt uns gleich am Eingang, obwohl hier viel los ist, ist der Hüttenbetrieb absolut vorbildlich.

Wir setzen uns auf die Terasse, bestellen uns ein Getränk und können hier auch gleich „einchecken“. Das läuft alles wie am Schnürchen

Am Abend gibt es noch ein feines Menü, es ist zwar ein wenig eng am Tisch, dafür ist das Essen vorzüglich. Für heute haben wir ein 4-Bett-Zimmer mit zwei älteren Damen, da lässt es sich sehr gut schlafen.

Tourendaten:
Gesamtlänge: 7:43 h
Gesamtlänge: 16,47 km
Höhenmeter: ∇ 844 / ∇ 1.413

240804 Inntaler Höhenweg Etappe I (Glungezer, 2.677m)

Heute starten Biggi und ich den Inntaler Höhenweg, der vom Patscherkofel über einige Hütten bis nach Schwaz führt. Insgesamt sind es 6 Etappen, die wir zu bestreiten haben.
Den heutigen Tag starten wir gemütlich, mit der Patscherkofelbahn fahren wir zur Bergstation.

Das Wetter ist gut, ein paar Wolken sind am Himmel, aber die stören keinesfalls. Die nächsten Tage wird uns das Wetterglück noch verfolgen, aber das ist schon ein wenig vorgegriffen.

Beim Schutzhaus am Pastcherkofel werden nochmals die Stiefel geschnürt, dann wandern wir über den Zirbenweg Richtung Glungezer.

Am „berühmten“ gebogenen Baum kommen wir auch vorbei, ein Foto hier muss fast sein.

Der Zirbenweg, obwohl schon oft begangen, ist jedes Mal wieder schön. Wir sind gerne hier unterwegs, und es ist auch fein, die heutige Etappe gut zu kennen.

Beim Gedenkstein machen wir eine Pause, wir sind mit Brotzeit gut ausgestattet, heute haben wir sogar noch ein Stück selbst gemachter Pizza im Gepäck. So lässt sich Mittag ganz entspannt genießen.

Über die Blockfelsen bei der Viggarspitze (2.306m) gehen wir vorbei, heute soll es ja noch gemütlich von Statten gehen.

Auf dem Weg über dem Viggartal hören wir immer wieder die Murmeltiere pfeifen, dann sehen wir plötzlich einen Vertreter dieser putzigen Tiere in unmittelbarer Nähe. Scheinbar angstfrei kommt Dieses immer näher und näher. Schon lustig, diese Tiere, müssen wir feststellen.

Hoch über dem Viggartal steigen wir weiter in Richtung Glungezerhütte. Hier bin ich vor Zeiten mal mit den Ski unterwegs gewesen. Ein großer Kontrast zwischen Sommer und Winter, stelle ich fest.

Noch ein steiler Hang, dann erreichen wir die speziell gelegene Glungezerhütte (2.610m), geduckt in einer Mulde. Die Bauweise ist den Föhnstürmen, die hier vorherrschen, geschuldet. Heute ist es allerdings windstill und angenehm.

Wir statten der Sonnenspitze (2.639m) und dem Glungezerkreuz (2.660m) noch jeweils einen Besuch ab, bevor wir uns schließlich zur Ruhe in die Hütte zurückziehen.

Die Aussicht von der Sonnenspitze ist wunderschön, und das Wetter ist gut geblieben, wenn es auch ein wenig frisch geworden ist am Abend.

Das Abendessen auf der Hütte ist gut, wir genießen einen feinen Abend in der Stube und treffen schon die ersten Leute, die uns in den nächsten Tagen immer wieder über den Weg laufen werden.

Übernachtet wird heute im Mehrbettzimmer, es sind außen uns noch zwei Deutsche, zwei Briten und 3 Polen mit uns im Zimmer. Und diese sind genaue Jene, die wir immer wieder auf den folgenden Hütten treffen werden.

Hüttenruhe ist um 22:00 Uhr, wir sind schon ein wenig früher ins Bett gekrochen, es ist trotzt vieler Leute im Raum ruhig und wir schlafen wunderbar! Zum Glück haben wir keine Krawallmacher oder Schnarcher im Zimmer…

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:45 h
Gesamtlänge: 7,49 km
Höhenmeter: ∆∇687 m

240721 Gipfelmesse Viggarspitze (2.306m)

Einmal im Jahr feiern die Aldranser Bergmesse auf der Viggarspitze. Ich bin heuer als Mesner eingeteilt und habe daher die Ehre, Roy, unseren Pfarrer auf die Bergspitze zu begleiten. Biggi und Letu sind heute auch dabei, so sind wir eine lustige Gemeinschaft.
Mit der Patscherkofelbahn fahren wir zur Bergstation und folgen dem Zirbenweg das erste Stück.

Letu und Roy legen einen Mörderschritt vor, Biggi und ich lassen es ein wenig gemütlicher angehen. Das Wetter heute ist perfekt, besser könnte es nicht sein!

Am Zirbenweg ist, wie soll es auch anders sein, einiges los. Immer wieder überholen wir langsamere Wanderer, auf dem breiten Weg ist das kein Problem.

Die Aussicht auf das Unterland mit Teilen des Karwendels und des Rofans ist beeindruckend. Nur ganz in der Ferne liegt leichter Dunst… trotzdem sehen wir bis zum Wilden Kaiser.

Die Hänge unter der Sendeanlage sind voll mit Moosbeer- und Grantenstauden. Aber Beeren selber sind noch nicht so viele… das dauert wohl noch ein wenig.

Schon bald erreichen wir die Grünbodenhütte, die private Hütte der Lanser (man muss zum Mieten den Hauptwohnsitz in Lans haben).

Der Blick nach Osten zeigt unser heutiges Ziel, die Viggarspitze, im Hintergrund sieht man Sonnenspitze und Glungezer.

An der Abzweigung mit Wegweiser zur Viggarspitze nehmen wir den kürzeren Weg, der direkt auf den Gipfel führt.

Der obligatorische Blick über die Schulter offenbart den Runden „Kopf“ des Patscherkofels.

Über Steintreppen, diese sind für mich Indiz, dass wir bald am Gipfel sind, steigen wir immer höher.

Auch ins Oberland sieht man heute sehr gut, hier sind allerdings schon ein paar Schönwetterwolken sichtbar. Die tun aber rein gar nichts.

Die letzten Meter auf den Gipfel nehmen wir über den nicht so steilen, dafür ein wenig längeren Aufstieg, wir sind noch früh genug, um alles für die Messe vorzubereiten.

Zuerst wird unsere Jause verspeist, dann helfe ich Roy den „Altar“ am Gipfelkreuz herzurichten. Recht rudimentär, aber wunderschön und feierlich schaut es aus. Es sind schon ein paar Aldranser am Gipfel, und auch Mesner-Kollegen sind da und helfen fleißig mit.

Die Messe startet dann kurz nach 11:30 Uhr, es ist schon eine besondere Stimmung, in diesen luftigen Höhen dem Herrgott für unsere wunderschöne Heimat zu danken!

Viel zu rasch ist der Gottesdienst vorbei, mir hat heute die Rede von Roy sehr gut gefallen… über Egoismus, den Blick vom Gipfel und wie klein so manches Problem wird, wenn der Blickwinkel (wie eben hier am Gipfel) geändert wird.

Nach der Messe stehen wir noch kurz zusammen, dann trennen sich unsere Wege. Während Roy zur Aldranser Alm wandert, wollen Biggi, Letu und ich über das untere Frauental zum Zirbenweg.

Interessante Felsformationen am Weg sind immer wieder faszinierend, ich mag diese Gegend ungemein gern.

Letu kraxelt immer wieder auf die „Boulder“ die hier überall im Gelände liegen. Wie von Riesenhand willkürlich im Gelände verteilt.

Am Zirbenweg angelangt, beschließen wir, zurück zur Patcherkofelbahn zu gehen. Es ist mittlerweile richtig heiß, und unser Wasser neigt sich dem Ende zu…

Aber schließlich kommen wir erst an einer Quelle und dann bei der Bergstation an. Hier gönnen wir uns noch ein verdientes Getränk, dann fahren wir wieder ins Tal!
Ein wunderschöner Wandertag mit dem besonderen Event der Gipfelmesse, gerne wieder mal!

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:45 h
Gesamtlänge: 12,14 km
Höhenmeter: 556 m

240609 Patscher Alm (1.694m)

Heute ist das Wetter nicht ganz so strahlend wie gestern, aber eigentlich, da sind sich Biggi und ich einig, ist perfektes Wanderwetter.

Wir haben die Patscheralm, mit optionaler Erweiterung, als Ziel auserkoren. Start ist bei dem Parkplatz nach Heiligwasser, direkt am Goldbichl gelegen.

Es hat die letzten Tag viel geregnet, und da werden die schon feuchten Nordhänge hier noch grüner… und die Bäche führen auch gut Wasser.

Gleich am Anfang nehmen wir einen direkten Aufstieg durch den Wald. Steil, aber nicht unangenehm machen wir einige Höhenmeter…

Die Temperaturen sind angenehm, und dank Nebel ist die Stimmung im Wald auch wunderbar und sogar ein wenig mystisch.

Immer wieder touchieren wir die nun sommerlich-blühenden Skipisten der Patscherkofelbahn. Teilweise ist es schwierig, sich das Ganze mit präparierter Skipiste vorzustellen.

Der Ausblick ins Oberland und zur Munde ist nicht so positiv, das Wetter verschlechtet sich zusehens.

Der Weg führt abwechslungsreich durch Wald, Beerenböden, und wie beschrieben teils auch über Pisten.

Unterhalb der Patscher Alm ist der Weg plötzlich ein wenig „komisch“, allerdings finden wir dann doch wieder auf den richtigen Pfad und steigen problemlos weiter.

Teilweise spannende Strukturen im Wald, speziell Wurzeln und abgestorbene Bäume ziehen mich immer wieder in den Bann…

Noch einmal über eine Piste, dann öffnet sich der Wald und wir sind auf dem Almboden der Patscher Alm.

Die Patscher Alm, ein Kleinod im wahrsten Sinne des Wortes, liegt vor uns. Wir sitzen uns vor die Hütte, es ist zwar eher kühl, aber in der Hütte ist geheizt. Mir ist es dort ein wenig zu heiß, daher bleiben wir draussen.

Ein nettes Schild mit einem originellen Spruch bringt mich zum Schmunzeln: „WIR HABEN EINE ♥ FREUNDLICHE SELBSTBEDIENUNG, DANKE!

Gestärkt wollen wir erst in Richtung Lanser Alm, aber die Hüttenwirtin meint, dass der Steig sehr rutschig und auch dreckig ist. Dies ist dem Regen geschuldet. Daher ändern wir unsere Planung und wandern auf ähnlichen Wegen wieder retour ins Tal.

Immer wieder kommen wir auf interessante Pfade, der Patscherkofel ist vollend mit Wegen übersät, teilweise ist es schon schwer, auf dem „richtigen“ Weg zu bleiben.

Schussendlich führen alle Wege nach Rom, bzw. zum Parkplatz beim Goldbichl…

Wir sind wieder parallel zur Skipiste am Weg, von oben sehen wir den Rosengarten, den Biggi und ich vor ein paar Wochen besucht hatten… allerdings heute bei weniger guten Bedingungen.

Trotz Wetterverschlechterung kommen wir trockenen Fußes ins Tal, die Wanderung hat uns beiden sehr gut gefallen!

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:13 h
Bewegungszeit: 2:16 h
Gesamtlänge: 8,47 km
Höhenmeter: 722 m

240608 Zirbenweg

Recht gutes Wetter, motivierte Kinder… da muss man doch einfach eine Wanderung planen. Schnell ist was gesucht… das allen Ansprüchen Genüge tut.
Tja, das war wohl ein wenig zu optimistisch… plötzlich haben die Kinder keine Zeit, beziehungsweise was besseres vor und ich stehe alleine da! Nun ja, ich bleibe dabei, es wird heute doch wieder mal der Zirbenweg sein. Allerdings in umgekehrter Reihenfolge…

Mit der Glungezerbahn fahre ich den Berg empor, von der Bergstation wandere ich hinüber zur Tulfeinalm (2.035m). Hier treffe ich einen der Betreiber, der meint, der Zirbenweg ist gesperrt, wegen Schneefeldern.

Ich habe zur Not Grödel dabei, daher beschließe ich, den Weg zu probieren.

Durch das schöne Zirbentor starte ich meine Wanderung zum Patscherkofel. Der Weg, eigentlich total leicht, sollte auch heute keine besonderen Schwierigkeiten aufweisen.

Bald komme ich zu den ersten Schneefeldern, diese weisen wunderbaren Stapfschnee auf, daher stellen diese überhaupt keine Schwierigkeit dar.

Ich merke allerdings, dass der Weg offiziell gesperrt ist… ich bin ganz alleine auf dem Weg. Das ist mir schon lange nicht mehr passiert!

Immer wieder muss ich Schneefelder queren, die aber sehr fein zu begehen sind. Dennoch wunder ich mich, dass sich der Schnee hier so gut gehalten hat… scheint doch die Sonne schon in der Früh auf diese Plätze.

Vorbei an der Abzweigung zur Neuerspitze, die schneefrei ausschaut, bleibe ich dennoch auf dem Pfad zum Patscherkofel.

Immer wieder sind kleine und größere Schneefelder zu queren. Obwohl leicht zu begehen, ist das wohl für das „normale“ Zirbenweg-Publikum doch ein wenig zu viel des Guten.

Ab ungefähr der Hälfte, ich habe gerade ein steileres Feld gequert, kommen mir die ersten Personen vom Kofel entgegen. Und es werden im weiteren Weg immer mehr und mehr Wanderer…

Ich genieße den Blick auf das Inntal, auch im Karwendel sind noch viele Schneefelder sichbar, es liegt doch noch einiger Schnee im Gebirge!

Ich erreiche die Abzweigung zur Viggarspitze, dies ist mein normaler „Zirbenweg“, den ich sehr gerne gehe, da ich hier immer einen Gipfel mitnehmen kann.

Der Zirbenweg, obwohl technisch sehr einfach, ist landschaftlich ein Kleinod. Ich bin hier immer wieder gerne unterwegs!

Mein Blick in den Süden, über den Morgenkogel zeigt ein paar dunkle Wolken. Der Wetterbericht sagt aber keine Gewitter voraus.

Der Blick nach Norden zeigt schönsten Himmel, und nur ein paar harmlose Schönwetterwolken sind sichtbar.

Die ersten Frühlingsblumen sprießen auch schon in der Höhe, im Tal ist der Frühling mittlerweile voll angekommen.

Wo sich die Schneefelder weiter zurückgezogen haben, zeigt der Weg teilweise Risse und Winterschäden, die wohl noch ausgebessert werden müssen.

Beim letzten, und einem der steilsten Schneefelder kommt mir ein sehr altes Ehepaar entgegen. Ich wundere mich ein wenig, wie sie das geschafft haben, muss ihnen aber auch einigen Respekt zollen!

Der Himmel ist nun schon diesiger geworden, aber das Wetter wird wohl noch halten.

Ich erreiche die Bahn, es ist ein wenig windig geworden, daher beschließe ich, gleich weiter ins Tal zu fahren.

Die Tour hat mir sehr gut gefallen, der Zirbenweg wird mir wohl nicht so schnell langweilig werden…

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:02 h
Gesamtlänge: 7,85 km
Höhenmeter: ▲ 183 m / ▼ 260 m

240520 MTB Vorbergalm, Voldertal (1.668m)

Da es uns gestern mit dem Radl so gut gefallen hat, beschließen Biggi und ich, heute gleich noch eine Runde zu drehen.
Wir küren das Voldertal zu unserem Ziel, die Anfahrt per Auto ist zwar mühselig, aber schön. Am Parkplatz angekommen stellen wir fest, dass wir heute nicht die Einzigen sind. Rasch sind die Mountainbikes startklar gemacht und wir legen los.

Die Straße zieht ziemlich gerade das Tal hinein, mit gleichbleibender Steigung. Nur wenige Flachpassagen lassen die Wadeln ein wenig abkühlen.

Immer weiter führt uns der Weg ins Gebirge. Beim schönen Wasserschloss kommen uns Radler mit Skiern auf dem Rücken entgegen, die kommen vom hintersten Tal. Scheinbar ist es noch halbwegs gut gegangen.

Überall fließt in den Tuxern das Wasser, es ist sehr grün. Im direkten Vergleich zum Karwendel fällt dieser Unterschied enorm auf.

Wir passieren die Abzweigung zur Voldertalhütte, beim Rückweg werden wir hier eine Einkehr machen. Aber nun wollen wir noch weiter zur Vorbergalm.

Der erste Teile der Tour führt durch alte Wälder, im Sommer ob der Kühle eine Wohltat. Auch heute genießen wir dies, allerdings leidet die Aussicht ein wenig darunter.

Schließlich erreichen wir das sogenannte Dörfl, eine Ansammlung von Häuschen, die wirklich einen leichten Siedlungscharakter ausstrahlt.

Hier verschnaufen wir noch einmal, genießen die Aussicht und erfreuen uns auch an dem schönen Wetter. Es ist aber ein wenig kühler als gestern…

Nun steht der Schlussspurt am Programm, führte der Weg bis jetzt immer kerzengerade ins Tal hinein, macht er kurz vor der Alm eine 180 Grad-Kurfe…

…um dann in einem weiten Bogen auf die Alm zu führen.

Schließlich sind wir am Ziel. Auf der Alm wird schon fleißig die kommende Saison vorbereitet, im Hintergrund sehen wir noch die schneebedeckten Tuxer Gipfel. Wieder einmal werden wir an unsere geplante Tour im Sommer erinnert und die Vorfreude wächst!

Bei der Alm ist kein Ausschank, daher setzen wir uns in der Nähe auf eine Bank, in die Sonne und genießen unsere mitgebrachte Brotzeit. Das tut nun richtig gut, es ist sehr angenehm in der Sonne!

Gegenüber der Alm liegt gut sichtbar der Voldertaler Bergsturz. Im Winter 1820 stürzte hier die Ostflanke des Glungezers mit Getöse ins Tal. Der Bergsturz staute den Bach auf, daher war hier von 1820 bis 1900 ein kleiner See vorhanden. Die Sage vom Glungezerriesen spiegelt diese dramatischen Ereignisse wieder.

Nachdem wir unsere ausgedehnte Pause genossen haben, fahren wir über den gleichen Weg wieder ins Tal, bzw. zum Parkplatz.

Bei der Voldertalhütte (Naturfreunde Tirol) machen wir noch einen Zwischenstopp, gönnen uns Kaffee und Kuchen und sind bas erstaunt, wie viele Leute doch den Weg in dieses urige Tal gefunden haben.

Das Voldertal gefällt mir auch sehr, gerne möchte ich bald wieder eine Tour hier machen! Ich freu mich schon…

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:00 h
Gesamtlänge: 12,16 km
Höhenmeter: 588 m

240512 Wanderung Rosengarten

Das Wetter ist super, Biggi und ich beschließen, eine kleine Wanderung von Aldrans aus zu machen. Den Rosengarten in Igls habe ich schon länger nicht besucht, also fällt die Wahl auf diese Runde. Mit dem Bus fahren wir zuerst zum Olex (Patscherkofel Talstation)

Von hier wandern wir parallel zur Bundesstraße, aber schön im Wald gelegen gen Süden. Am Grünwalderhof queren wir die Straße und erreichen den Rosengarten.

Woher der Rosengarten seinen Namen hat, kann ich nicht genau sagen, ich könnte mir allerdings vorstellen, dass auch hier die Färbung am Abend, beim Sonnenuntergang eine Rolle gespielt hat. Ähnlich wie das im Südtirol auch der Fall sein soll…

Am Waldrand entlang wandern wir auf schönem Pfad, dann durch den Wald bis zum Kurpark in Igls.

Wir queren den Ort, bis wir kurz vor der Haltestelle Igls der Linie 6 auf ein Kneippkurbad stoßen. Dort kommen wir nicht vorbei, rasch schlüpfen wir aus den Schuhen und strecken die Füße in das kalte Nass.

Das Wasser ist wirklich kalt, mehr wie zwei Runden schaffe ich nicht, dann muss ich raus aus dem Wasser. Aber so erfrischt, ist der weitere Weg ein Klax.
Von Igls spazieren wir erst nach Lans, dann über den Lanser See zum Lanser Golfplatz.

Über feine Wiesenwege und durch einen kurzen Waldpfad erreichen wir mein Zuhause. Eine feine, unkomplizierte Wanderung in der direkten Umgebung… so mag ich das!

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:12 h
Gesamtlänge: 9,11 km
Höhenmeter: △ 106 m / ▽ 347 m