Archiv für den Monat Juli 2017

170716 GC Der Weg des Adlers II (2.796m)

Seit längerer Zeit wollte ich schon den zweiten Teil des "Weg des Adlers" fertig machen. Hierbei handelt es sich um einen so genannten power Trail, bei dem in kurzer Folge mehrere Geocaches ausgelegt sind. Die gesamte Runde beinhaltet circa 150 Geocache, wobei ich schon einen Teil eingesammelt habe.
Die zweite Motivation für diese Runde sind die so genannten "Seven TuXer Summits", die hier auf dem Weg liegen.
Lucy bringt mich in der Früh zum Parkplatz Volderwildbach.

Von dort starte ich alleine durch das wunderschöne Voldertal Richtung Naviser Jöchl. Schon bald habe ich die ersten Dosen gefunden und gelogged.

Immer leicht aufwärts geht die Forststraße an einem kleinen Dörflein vorbei und am Voldertaler Bergsturz.

Am Ende der Forststraße liegt eine größere Alm, von dort geht ein Steig Richtung Naviser Jöchl.

Hier mache ich meine erste Pause, und packe meine Brotzeit aus. Der Ausblick durch das Voldertal hinaus ins Inntal ist wunderschön, und die Wolken vom Vormittag haben sich auch schon fast verzogen.

Lange bleibe ich nicht sitzen, denn mein Weg ist noch lang. Zuerst besteige ich das Naviser Jöchl.

Dort treffe ich eine Vorarlbergerin, mit der ich mich unterhalten. Während sie auf die Naviser Sonnenspitze steigt, zweigt mein Weg nach rechts in Richtung Grafmartspitze (2.720m), die ich nach einer kurzer Kraxelei erreiche.

Von mir errechnet sich nun ein Stück des weiteren Weges. Da habe ich ja noch was vor…

Überraschend wenige Leute sind auf diesem Pfad unterwegs. Eine Gruppe Schüler begegnet mir, ansonsten weit und breit keine Menschen Seele. Und was noch auffällt, man hört kaum Zivilisationslärm.

Den nächsten Gipfel, denn ich erreiche ist die Grünbergspitze (2.790m). Zwar nur marginal höher, musste ich doch über 150m absteigen und dann wieder aufsteigen. Das klingt nicht viel, aber über den Tag verteilt summiert es sich doch.

Weiter geht es über Stock und Stein, und brüchiges Gelände zum Rosenjoch (2.796m). Damit habe ich den höchsten Punkt meiner heutigen Wanderung erreicht. Die Aussicht ist phänomenal ich setz mich ein wenig hin und genieße den Rundumblick.

Obwohl ich den höchsten Punkt erreicht habe, habe ich noch einiges an Wegstrecke zu meistern. Bis zum Glungezer Bin ich noch eine Weile beschäftigt.

In der Nähe des Tool für Jochens entdecke ich eine für mich geologische Sensation. Versteinerte Bäume. Natürlich bin ich da nicht ganz selber drauf gekommen, ein Earthcache verweist auf diese interessante Stelle.

Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass ich es zur letzten Talfahrt wohl nicht mehr ganz schaffen werde. Daher stelle ich mich schon mental auf einen langen Abstieg vor.

In diesem Abschnitt der Bergtour ist es gar nicht so einfach, den Weg zu finden. Obwohl die Markierungen alle 5m angebracht sind versteige ich mich immer wieder und muss die rot-weiß-roten Markierungen wieder suchen. Auch das kostet Zeit…

Bald reiche ich mit der Gamslahnerspitze (2.681m) zwar nicht die höchste, aber in meinen Augen anspruchsvollsten Spitze. Von hier habe ich einen wunderschönen Ausblick auf das Arztal und den Patscher Kofel.

Daheim ist gar nicht mehr so weit weg denke ich mir, doch eine Weile soll es schon noch dauern. Immerhin, den nächsten Gipfel, denn ich erreiche, wird auch schon der Glungezer sein.

Der Weg wird wieder lieblicher, fast schon einfach würde ich sagen. Vor den Glungezer wird der Weg noch mal ein wenig schwieriger, dann stehe ich auf dem Gipfel, der auch dem Skigebiet den Namen gibt.

Ab hier befinde ich mich wieder auf bekanntem Territorium. Auf dem Glungezer war ich schon öfters. Unter mir erblicke ich den Schartenkogel, auf den ich öfters mit Alfons eine kurze Skitour machen.

Den Steig zur Tulfeinalm gehe ich sehr rasch, den nun wird es schön langsam kühler. Egal ob ich den Lift erreiche oder nicht, der fährt schon seit Stunden nicht mehr. Also werde ich wohl oder übel ins Tal zu Fuß gehen müssen. Es gibt Schlimmeres, denke ich mir…

Der kürzester Weg führt an der Lifttrasse hinunter ins Tal. Nicht immer ganz einfach zu gehen, da die Piste teils sehr steil ist, aber doch feiner, als der Forststraße zu folgen. Mit halbwegs durchmassiert den Beinen erreiche ich endlich das Tal. Ich gehe schnurstracks in die Larchhüttn und bestell mir ein Bier. Das habe ich mir heute verdient.

Das war wohl heute eine der längsten Touren, die ich bis jetzt unternommen habe. Mir geht es relativ gut, schauen wir mal wie das morgen ausschaut…

Touren Daten
Gesamtdauer: 12 Stunden
Gesamtlänge: 32 km
Höhenmeter: 2.351 m / 2.503 m
Geocaches: 92 Stück

170708 Rinner Alm (1.394m)

Das Wetter ist nicht ganz so gut wie erwartet, das Gewitter von gestern hat sich noch nicht ganz verzogen.

Ich wollte heute mit den Kindern eigentlich recht hoch hinaus, doch nun nehmen wir das Ersatzprogramm, das nicht minder schön ist. Wir wandern durch den Wald hinauf zur Rinner Alm.

Am Parkplatz müssen wir moderate €2.- zahlen, dann geht es direkt los. Nach ein paar Metern erreichen wir einen kleinen Waldspielplatz, den wir uns für später aufheben.

Nicht zu steil, aber doch immer aufwärts geht der Steig, zweimal nehmen wir die ungünstige Variante, doch immer wieder erreichen wir wider den Weg zur Alm. Verlaufen ausgeschlossen…

Der Weg geht fast immer im Wald, da läßt sich die Mittagshitze auch ganz gut aushalten. Sobald wir auf eine Lichtung kommen, brennt die Sonne richtig auf unsere Häupter.

Nach ca. 1:20 h erreichen wir die Hütte, sehr zur Freude der Kinder. Ein kleiner Spielplatz lädt zum Spielen ein, wären da nicht zwei wirklich freche Buben.

Immer wieder schreien Sie Leute an und zeigen den „Stinkfinger“ in alle Richtungen. Von den Eltern ist weit und breit nichts zu sehen. Letu und Sara sind gar nicht mehr erpicht, dort zum Spielplatz zu gehen. Aber nach ein wenig zureden meinerseits machen sie sich doch auf zum Spielplatz. Zwischenzeitlich haben wir uns noch Getränke und Kuchen bestellt.

Es dauert nicht sehr lange, und ich sehe wie Letu eine Watsche vom Größeren kassiert und sich wehrt. Er kommt weinend auf mich zugelaufen. Ich schnappe mir seine Hand und ab gehts retour zum Spielplatz. Den Rüpel werde ich mir kassieren, alles was gut und recht ist. Mann, habe ich einen Zorn. So rotzfreche kleine Dinger habe ich schon gefressen.

Scheinbar einsichtig hat sich der Schläger namens „Pascal“ schon versteckt, sein Bruder meint, er habe nichts getan. So ist mir das auch vorgekommen. Also lass ich den kleineren Frechdachs links liegen und schnappe mir „Pascal“, der nach einigen Aufforderungen aus seinem Versteck rauskommt. Er bekommt eine gescheite Standpauke von mir zu hören. Sozusagen als Warnschuß schließe ich mit: „Wenn mir noch was zu Ohren kommt…“ ab.

Nun kehr Ruhe am Spielplatz ein, auch andere Kinder trauen sich nun her zum Spielen. Sara bedankt sich für die väterliche Hilfe, Letu hat sich nun auch wieder beruhigt. Von den Eltern ist immer noch nichts zu sehen.

Abgesehen von mir scheinen die Beiden aber auch anderen Leuten aufgefallen zu sein, aber eben hauptsächlich „Pascal“. Irgendwie, trotz jetzigem Frieden, ist meinen Kindern das Spielen vergangen, daher trinken wir aus und machen uns auf, ins Tal. Aus dem Augenwinkel sehe ich nochmals einen Mittelfinger, ein kurzer Blick in die Richtige Richtung und die Kinderhand ist verwunden…

Der Absteig macht nun den Junioren ungleich mehr Spaß, zum einen ist es nicht mehr so anstrengend, und es geht auch schön schnell. Bald erreichen wir den Spielplatz, an dem wir noch eine ausgedehnte Pause machen…

Bis auf den Zwischenfall bei der Alm war es heute auch wieder eine schöne Tour.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:15 h
Gesamtstrecke: 4,61 km
Höhenmeter: 455 m

170705 Gamskogel (2.659m)

Eigentlich wollten Alfons und ich heute wieder mal den Steingrubenkogel-Klettersteig machen, aber es sollte dann doch ein wenig anders kommen. Ich beginne meine Geschichte aber schon wieder in der Mitte… also Stop, nochmals von Anfang:

Nach der Arbeit, heute war es unter Tags richtig heiß und teilweise fast schon drückend, machen wir uns wieder mal im bewährten Team auf, einen Berg zu besteigen. Wir fahren mit dem Auto über die Mautstraße bis zur Kemater Alm. Sehr schön gelegen, und um das hier mal zu vermerken, mit moderaten Mautpreisen (€3.- für den Tag) waren wir positiv überrascht. Der Parkplatz ist fast leer, als wir ankommen, auf der schmalen Mautstraße sind um mehrere Autos begegnet, es ist doch schon spät am Nachmittag. Um 17:15 Uhr sind wir dann endlich abmarschbereit.

Zuerst wandern wir auf der Zufahrtsstraße bis zum Adolf-Pichler-Haus, von dort wollen wir laut Plan eigentlich auf den Klettersteig des Steingrubenkogels gehen.

Doch die dunklen Wolken über dem Gebirge schauen nicht so verlockend aus, ein Gewitter, während man am „ewig-langen“ Blitzableiter hängt, ist ein Erlebnis, auf das wir getrost verzichten können. Daher disponieren wir um und beschließen, unter den mächtigen Wänden der Kalkkögel Richtung Süden zu wandern.

Im Hintergrund sehen wir das Gipfelkreuz des Gamskogels, vielleicht geht sich dieser „Muggel“ aus.

Die Kalkkögel sind geologisch sehr interessant, und obwohl ich zugegebenermaßen mich nicht besonders gut auskenne, erkennt man hier doch sehr gut, dass der Dolomit auf einer viel älteren Schicht, nämlich dem Ötztal- und Stubaikristallins sitzt.

Hier hört meine Kenntnis aber auch schon fast wieder auf. Die Raibler Schichten gehen mir noch durch den Kopf, die in den Kögeln im Gegensatz zu sehr viel mächtigeren Vorkommen in anderen Gebirgen nur ein paar Meter dick sind und die Berge in einen oberen und unteren Dolomit trennen. Das muss ich mir nochmals genauer anschauen, beschließe ich.

Die satten Wiesen, die auf dem Kristallin entstanden, sind prädestiniert für den Almbetrieb. Und natürlich sieht man daher hier immer wieder Kühe und Schafe, die hier einen wunderbaren Sommer auf der Alm verbringen dürfen. Kuh müsste man sein… oder Schaf, je nach Präferenz .

Der Weg zieht leicht aufwärts immer näher zum Gamskogel, das Wolkenspiel am Abendhimmel ist faszinierend, manchmal ziehen auch dunklere Wolken herein.

Zweimal werden wir am Weg gegossen, aber da es warm ist, stört es überhaupt nicht. Unterwegs kann ich noch einen Geocache, den „Fat Tony“ loggen, wieder ein Punkt, der mich näher an mein heuriges Ziel, meinen Hauptkonkurrenten zu überholen, bringt…

Nach ca. 2 Stunden erreichen wir den Gipfel des Gamskogels. Das Wetter ist nun wieder besser geworden, wir bekommen auch ein paar Sonnenstrahlen ab. Doch die Freude währt nur kurz, bald zieht eine dicke schwarze Wolke vor die Sonne und im Nu ist es richtig frisch und gar nicht mehr so gemütlich.

Daher genießen wir die Aussicht nur kurz und machen uns wieder auf den Rückweg. Der Einfachheit halber nehmen wir den gleichen Weg wieder retour zum Adolf-Pichler-Haus, grüßen die Belegschaft, die es sich auf der Terrasse gemütlich gemacht hat und steigen weiter ab zur Kemater Alm.

Unterwegs bleiben wir immer wieder stehen und genießen die wunderschönen Ausblicke auf die Kalkkögel, die im Abendlicht nochmals besonders schön anzuschauen sind. Das Wetter hat sich schlußendlich doch beruhigt. Kurz vor der Kemater Alm finde ich noch den Geocache „Aus Kindertagen“ an der kleinen Kapelle oberhalb der Alm.

Wir gönnen uns noch ein Erfrischungsgetränk und palavern über Gott und die Welt. Wie schön, endlich mal wieder mit Alfons auf dem Weg zu sein, denke ich mir! Das müssen wir in nächster Zeit wieder öfter machen…

Eine wunderschöne Wanderung nach der Arbeit, die den Geist und den Körper wieder mal in Einklang bring, so soll es sein in dieser, unseren wunderschönen Heimat.

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:20 h
Gesamtdistanz: 10,74 km
Höhenmeter: 963 m