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210110 Hohe Warte (2.398m)

Da die Saison für mich heuer mit ein paar Patscherkofeltouren begonnen hatte, steht heute etwas Neues auf dem Programm. Mit Papa will ich in Navis auf die Hohe Warte steigen. Dazu kommt er extra von Reutte nach Innsbruck, also hoffe ich, dass die Tour diesen Aufwand auch gerechtfertigt.
Am Parkplatz beim Gemeindeamt Navis ist noch nicht viel los, das schaut heute mal recht beschaulich aus. Dafür ist es extrem kalt, im Tal zeigt das Thermometer -13°C an.

Der erste Teil des Aufstiegs erfolgt über eine vereiste Straße, dann zweigt der weitere Pfad in einen Hohlweg. Dieser ist angenehm zu gehen, die Steigung ist moderat, gerade richtig zum warm laufen.

Und das Warmlaufen brauchen wir heute. Es ist frisch und ich bin froh, dass ich mir noch eine zweite leichte Fleecejacke mitgenommen habe.

Wir müssen ein längeres Stück am Bach entlang gehen, der Weg verläuft fast flach. Wir erreichen den schönen Boden um die Weirichalm. Die Alm selber sehen wir nur von Weitem.

Da wir einen nordseitigen Aufstieg gewählt haben, sind die sonnenverwöhnten Berge natürlich nur in der Ferne sichtbar. Bei uns dominiert noch Schatten und Kälte.

Vorbei an der Blasigleralm steilt der Weg nun endgültig auf und wir erreichen ein schönes Hochtal. Das Ziel haben wir nun schon vor Augen, wobei wir nun den direkten Anstieg auf den Wintergipfel vornehmen und nicht mehr über den Silbersattel aufsteigen.

Immer steiler wird die Spur, bald sind schon Spitzkehren angesagt. Gott sei Dank sitzen diese, damit ist der Aufstieg schon viel leichter. Dem war in den letzten Jahren nicht immer so…

Kehre um Kehre müssen wir konzentriert meistern, die Aussicht darf man allerdings auch nicht vergessen. Mit zunehmender Höhe werden immer neue Berge und Bergziele sichtbar.

Auch der Blick ins Tal, hier ins kalte Navis ist lohnenswert. Rechts in der Mitte sieht man die phantastische Lage der Möslalm.

Das Wetter ist ein Hammer, und was vielleicht am meisten hervorzuheben ist… heute regt sich kein Lüftchen, und das ist im Wipptal schon eine Sensation für sich.

Schlussendlich erreichen wir den Grat und stehen in der Sonne. Welch eine Wohltat. Der Blick fällt auf Olperer, Fussstein, Schrammmacher und auch im Tal auf Kasern im Schmirntal

Nach Osten blickend sehen wir den Lizumer Recken und auch den Geier im Truppenübungsgebiet „Wattener Lizum“, zwei weithin bekannte Gipfelziele, speziell im Winter.

Am Grat und in der Sonne bewältigen wir noch die letzten Meter zum Wintergipfel. Der eigentliche Gipfel ist mit einer Abfahrt verbunden, daher hat sich ein sogenannter Wintergipfel für die Skitouristen etabliert.

Ein häufiger bestiegenes Ziel in Navis ist das Naviser Kreuzjöchl, das mit einem langen Grat mit „unserer“ Hohen Warte verbunden ist.

Am unmarkierten Gipfel angekommen gibt es eine wohlverdiente Pause und Jause, und wir lassen den Blick über die traumhafte Tiroler Bergwelt gleiten. Zufrieden packen wir unser Zeug zusammen, wir haben noch eine kühne Abfahrt vor uns.

Der Gipfelhang ist steil, jedoch geht die Fahrerei besser als erst gedacht. Dennoch stellen Papa und ich fest, wir müssen wohl noch ein wenig üben, um mit feinen Schwüngen ins Tal zu gleiten.

Dennoch haben wir heute super Verhältnisse, der Pulver ist zwar nicht mehr so pulvrig, aber dennoch gut zu fahren. Und die Lawinengefahr ist heute auch sehr gering, noch geringer, wenn man im verspurten Bereich bleibt.

Den unteren Teil der Tour müssen wir dann auf der Forststraße abfahren. Ein paar Leute kommen uns entgegen. Ich denke mir immer wieder, „Nur der frühe Vogel fängt den Wurm“…

Die Sonne scheint nun auch im Talgrund, lange wird sie hier wohl aber nicht strahlen.

Das letzte Stück der Forststraße ist sehr eisig, aber auch das schaffen wir und erreichen wohlbehalten den Parkplatz. Gerade als wir unser Zeug ins Auto verfrachten, ein Pärchen neben uns macht das selbe, ertönt ein lauter Knall… und im Anschluss hören wir „Zschhhhhhhhh…“… der Lawinenairbag des „Nachbarn“ hat sich aus Versehen aktiviert. Nun gut, jetzt habe ich das auch mal gesehen…

Wieder haben wir eine tolle Tour absolviert, es war toll, mit Papa wieder mal was Feines machen zu können. Da freue ich mich schon auf die nächste Tour…

Tourendaten
Gesamtlänge: 13,41 km
Gesamtdauer: 3:55 h
Höhenmeter: 1.140 m
Lawinenwarnstufe: 2 (Triebschnee oberhalb Waldgrenze)

210109 Patscherkofel (2.246m)

Manchmal ergibt es sich halt so wie es sich ergibt… wieder verschlägt es mich auf den Patscherkofel. Während die Kinder die Skipisten unsicher machen, beschließe ich, mit den Tourenskiern eine für mich neue Route zu finden.

Den ersten Teil steige ich, schon bekannt, auf der Skipiste auf, zuerst ein Stück auf der Olympiaroute, die schön steil den Berg hochzieht.

Bei der Mittelstation wechsel ich auf die „Vitalroute“, die von eben hier zur Hochmahdalm führt. Dazu muss ich erste in paar Meter abfahren, das mit Fellen gar nicht so einfach ist.

Schon bald steigt der Weg wieder an, im Sichtfeld die Patscher Alm, die einen Steinwurf von der Mittelstation entfernt ist. Ab hier geht es in den Wald, ich folge ein paar Metern der Forststraße.

Dann zweigt eine schöne Spur in den Wald, die Richtung zum Gipfel stimmt, also probiere ich das mal aus. Meistens schön angelegt, führt die Spur durch schönsten Hochwald.

Überlaufen ist dieser Weg auf jeden Fall nicht, mir begegnet niemand, und an diesem Tage ist am Kofel sicher mehr los als unter der Woche. Die Temperaturen sind übrigens recht kühl, das ich schon bald durch Reißen am Bart merke. Den Enteisungskamm habe ich heute vergessen…

Die Aussicht auf dieser Seite des Kofels ist fulminant, das Stubaital liegt vor mir, mit Serles und Nockspitze im näheren Sichtfeld.

Die Sonne ist nun auch ein willkommener Begleiter, wobei die Intensität durch leichte Cirren gedämpft ist. Dennoch wärmen die Strahlen ein wenig und das ist gerade fein.

Weiter, immer weiter in südliche Richtung gehe ich, im Blickfeld nun der Morgenkogel, ein schönes Tourenziel, auf das ich mich auch schon wieder freue.

Noch ein Blick Richtung Stubai und Wipptal Richtung Brenner. Auch wenn der Schnee im Tal nicht so üppig ist, von hier aus gesehen gibt es mehr wie genug Tourenziele.

War im Wald und auf der Nordseite des Kofels der Schnee noch relativ gut, nicht üppig, aber ausreichend, wird es in der Höhe immer weniger. Je weiter ich zum Gipfel komme, desto rarer wird das auch so geliebte Weiß.

Die letzten Meter zum Gipfel muss ich „Bahnen“ suchen, am Schluss ziehe ich mir die Ski sogar aus und gehe ein Stück zu Fuß… da sind mir die Felle dann doch zu Schade.

Hinter mir ist ein Pärchen im Affenzahn den Bichl rauf gelaufen, nun stehen sie vor dem selben Dilemma… also runter mit den Skier und weiter zu Fuß.

Schließlich stehe ich doch noch vor der Gipfelstube. Es ist ganz nett was los hier am Gipfel, aber das passt. Im Skigebiet verteilt sich der Trubel so gut, dass die „Mitbewerber“ gar nicht auffallen.

Ich suche mir ein windstilles Plätzchen in der Sonne, ziehe mich um und verstaue meine Felle. Obwohl es mir nicht kalt vorkommt, muss ich schon nach kurzer Zeit die Handschuhe wieder anziehen, es sticht ganz arg in den Fingerspitzen.

Den kurzen Gang von der Gipfelstube zum Gipfelkreuz lasse ich mir trotzdem nicht nehmen, das gehört einfach dazu…

… außerdem ist die Aussicht vom Gipfel ins Inntal immer wieder einen Blick wert. Ich winke ins heimatliche Außerfern, vielleicht sieht mich dort irgendwer…

Nach der kurzen Pause mache ich mich an die Abfahrt, jetzt heißt es die Kinder einsammeln. Die sind sicher beim Funpark, vermute ich.

Bei der Abfahrt über die Forststraße muss ich die Ski nochmals abnehmen und tragen, eine Stelle ist fast aper. Der Rest des Weges ist unproblematisch und bald erreiche ich wieder das Skigebiet.

Die Kinder muss ich eine Weile suchen, aber schlussendlich finden wir uns doch und setzen gemeinsam den Weg ins Tal fort. Es war ein schöner Ski- und Tourentag, die Kinder hatten auch ihren Spaß im Funpark.

Tourendaten
Gesamtlänge: 6,20 km
Gesamtdauer: 2:45 h
Höhenmeter: 1304 m
Lawinenwarnstufe: 1

210107 Patscherkofel Schutzhaus (1.965m)

Schon wieder der Patscherkofel, jetzt wird es aber doch echt mal langweilig. Neee, sag ich da. Heute laufe ich mal die Olympiaabfahrt hoch, und das bei Nacht. Denn jeden Donnerstag ist Nachtskitour am Kofel… und heute ist zufällig Donnerstag.

Nachdem ich zu Hause noch schnell für die Familie ein paar Kässpätzle gekocht habe, mache ich mich zum Parkplatz in Igls auf. Dort ist es schon richtig kalt, also heißt es schnell greifen, unterwegs wird mir schon warm werden.

Da es sich heute um eine reine Trainingstour handelt, ist die Aussicht nebensächlich. Dennoch sehe ich immer wieder schöne Szenen, die sich irgendwo auftun. Mit Taschenlampe schaut die Welt halt doch nochmals ein wenig anders aus.

Je höher ich komme, desto schöner wird die Aussicht auf die Inntalfurche mit Innsbruck im Zentrum. Und wieder einmal wird mir bewusst, wie verbaut der Talboden schon ist.

Ich bin heute das erste Mal auf der Olympiaabfahrt unterwegs, und es ist teilweise wirklich steil. Ich brauche zwar die Harscheisen nicht, schönes Steigen ist natürlich Voraussetzung, aber die höchste Steighilfe brauche ich nicht bloß einmal…

Schlussendlich erreiche ich das Schutzhaus des Alpenvereins. Nach die gemütliche Einkehr, wie in den letzten Jahren, nicht mehr möglich ist, suche ich mir ein windstilles Plätzchen, ziehe schnell die Felle ab, zieh mich um, und mache mich für die Abfahrt bereit. Rast erreiche ich wieder den Parkplatz, es war eine feine Runde als Tagesabschluss.

Zu Hause gibt es dann als Entschädigung noch gute Kässpätzle und ein Glas Rotwein. Da kann mir der Hüttenrummel am Berg gestohlen bleiben 😉.

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:25 h
Gesamtlänge: 4 km
Höhenmeter: 980 m
Lawinenwarnstufe: 1

210105 Skitour Patscherkofel Schutzhaus (1.965m)

Schande über mich, aber ich habe in der heurigen Saison noch keine einzige Skitour geschafft. Dafür war ich, zu meiner Verteidigung, fast jeden Tag mit den Kindern beim Skifahren. Nun hat es sich heute ergeben, dass Junior in den Funpark will, und ich daher alleine beim fahren wäre… da lasse ich es mir nicht nehmen, und eine Trainingstour auf das Patscherkofelhaus zu unternehmen. Dann bin ich zwar im gleichen Skigebiet, falls was mit dem Sohnemann wäre… ich fühle mich schon fast wie ein Helikopter-Papa!

Start ist beim Heiligwasserlift, ich wähle gleich den steilen Schlusshang der Olympiaroute. Man kann viel negatives über die Schneekanonen sagen, aber sie können auch schöne Landschaften „zaubern“.

Noch ist alles im Schatten, aber das passt mir ganz gut, dann muss ich nicht so schwitzen. Rasch steige ich höher, wobei ich bei den steilen Stücken genau steigen muss, damit ich nicht rutsche… für die Harscheisen bin ich heute zu faul.

Bald erreiche ich die Abzweigung zur Familienabfahrt, damit ist es mit den sehr steilen Stücken vorbei. Nun steige ich gemütlich immer höher hinauf, bald schon erreiche ich die ersten Sonnenflecken.

Bei der Patscheralm eröffnet sich ein wunderbares Panorama ins Stubai wie auch ins Oberinntal. Aber viel Schnee scheint bei uns nicht zu liegen. Hoffentlich wird das heuer noch was.

Zum Skifahren reicht es allemal, wobei ich sagen muss, dass es in letzter Zeit von Tag zu Tag eisiger geworden ist. Nicht gerade meine Lieblingsverhältnisse zum skien…

Dafür ist das Wetter um so besser. Und noch ein positiver Nebeneffekt, zumindest für mich, sind die leeren Pisten durch die länderübergreifenden Lookdowns (durch die Corona-Pandemie)

Nach der Patscheralm erreiche ich rasch den Funpark, und sehe auch schon Letu fleißig am üben. Er sieht mich, kommt mit hängendem Kopf auf mich zu und meint nur, Papa, du warst viel zu schnell, ich will noch bleiben. Na dann … ich muss eh noch bis zum Schutzhaus. Dort lasse ich mir halt Zeit.

Schon von weitem thront das Ungetüm (zumindest in meinem Sprachgebrauch) auf dem Hausberg von Innsbruck. Viel Geld hat dieses Projekt verschlungen, schauen wir, wer sich daran in 10 Jahren noch erinnert.

Das Ziel ist erreicht, die Bergstation auf 1.965m. Hier werde ich meine heutige Tour beenden, gerade richtig zum Einlaufen. Es hat mir Spaß gemacht, jetzt werde ich noch die Abfahrt genießen. Dann hat der Junior noch ein wenig Zeit zum „tricksen“.

Unterwegs muss ich das eine oder andere Mal anhalten und die Aussicht auf die schönen Berge in der Umgebung auf mich wirken lassen. Schön haben wir es hier…

Jetzt, um die Mittagszeit, füllt sich die Piste schön langsam. Ich muss noch einmal hochfahren, um meinen Nachwuchs einzusammeln, aber dann werden wir es für heute gut sein lassen.

Und siehe da, kaum bin ich am Funpark angekommen, steht Letu schon hergerichtet da… wir können abfahren. dann saust er los, dass es nur so eine Freude ist.

Ruck-zuck haben wir die Talstation erreicht, es war ein wunderschöner Ski- und Tourenvormittag.

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:38 h
Gesamtlänge: 4,40 km
Höhenmeter: 999 m
Lawinenwarnstufe: 2

201213 Arztalalm (1.900m)

Wer nun glaubt, ein Dejavu zu lesen, dem kann ich nur teils wiedersprechen. Es stimmt schon, vor 3 Wochen bin ich schon mal hier gewesen, allerdings unter anderen Bedingungen (hier nachzulesen). Heute war das Wetter nicht schon sonnig wie letztes Mal und ein bisschen mehr Schnee war auch vorhanden.

Heute sind Wolfgang und ich an der Reihe, gemeinsam eine Tour zu machen, unsere letzte gemeinsame Tour ist schon eine Weile her, daher wird es wieder mal Zeit. Wir wollen mit den Schneeschuhen wandern, bei diesen Verhältnissen gerade richtig, um einen gemütlichen Sonntagmorgen zu verbringen.

Wir starten am Hinterlarcher-Parkplatz, wandern zuerst den Forstweg am Bauernhof vorbei ins tief winterliche Arztal.

Am Anfang können wir noch auf die Schneeschuhe verzichten, der Weg ist gut ausgetreten und wir sinken nicht ein. So erreichen wir auch rasch die Hinterlarcher-Kapelle.

Ein Stück wandern wir durch den verschneiten Wald, dann legen wir die Schneeschuhe an. Hier liegt wirklich schon viel Schnee, stellen wir fest…

Und mit jedem Höhenmeter wird die weiße Pracht mehr. Wir folgen exakt dem selben Pfad, den ich das letzte Mal mit Letu marschiert bin, jedoch hat sich in meiner Wahrnehmung die Landschaft komplett geändert.

Zum Glück sind hier schon Spuren von Skitourengehern vorhanden, die uns den Aufstieg um einiges vereinfachen. Denn durch den verfestigten Schnee sinken wir doch nicht so schlimm ein wie befürchtet.

Der Sportverein der Eisenbahner betreibt im vorderen Arztal eine Hütte, die Berghütte Arztal, die exklusiv diesem Verein vorbehalten ist. Bedingt durch diese Basis ist das Arztal ein beliebtes Tourenziel eben jener Privilegierten und selten muss man hier spuren.

Am Sommerweg entlang überqueren wir schöne Wiesen, nun tief verschneit und erreichen den Übergang über den Falkasanerbach. Wenn hier nicht ein kleiner Steg wäre, man würde den Bach heute gar nicht erkennen.

Umso mehr müssen wir unserer Schritte achten, ein „Sprung“ ins kühle Nass wäre wohl fatal. Der Steg ist allerdings gut zu gehen, sogar eine Schaufel zum evtl. gangbar-machen der Brücke ist vorhanden.

Kurz nach der Brücke erreichen wir auch das kleine Wasserkraftwerk, das den Strom der Eisenbahnerhütte erzeugt. Das Brummen der Turbine war schon eine zeit lang zu hören.

Ab der Hütte führt die Skispur weiter in den Talschluss, wir wollen allerdings auf den Arztaler-Niederleger und zweigen daher von der ausgetretenen Spur ab. Nun heißt es ein paar Meter spuren, das ist dank der Schneehöhe nicht wenig anstrengend.

Bei der Hütte angelangt, gönnen wir uns eine Pause. Ein Plätzchen unter dem Dach der Hütte ist hierzu perfekt geeignet, es ist trocken und eine Bank ist auch noch vorhanden.

Die Pause tut gut, wir genießen die Stille, bis jetzt sind wir alleine am Weg. Das Wetter scheint doch die meisten Leute abgehalten zu haben. Gemütlich sitzen wie im Sommer ist dann aber doch nicht möglich und wir machen uns wieder an den Abstieg.

Wir wählen die Forststraße für den Rückweg, zweimal kürzen wir Kehren durch den tiefen Schnee ab… gar nicht so einfach, mit den Schneeschuhen, bei Rückenlage geht die Post ab, meisten sitzt man „nachher“ im Schnee…

Die Landschaft hat sich in Nebel gehüllt, dadurch entsteht eine ganz eigene Stimmung. Es ist schön und ruhig, fast schon besinnlich. Wieder ziehen Vergleiche zur Tour vor 3 Wochen durch meinen Kopf. Wie schnell sich alles verändert…

Am Forstweg kommen wir rasch voran, und hier treffen wir nun den einen oder anderen Tourengeher, allesamt mit Skier am Weg. Wir sind die Einzigen mit Schneeschuhen.

Vorbei an einer meiner Lieblingshütten erreichen wir den Hinterlarcher-Hof. Nun ist es nicht mehr weit, die Schneeschuhe verstauen wir wieder am Rucksack.

Ein Blick ins Wipptal Richtung Brenner zeigt uns, dass im Tal noch eine dicke Nebelsuppe hängengeblieben ist. Hier oben war es ein wenig besser, wobei auch in der Höhe keine Sonne sichtbar gewesen ist.

Am Schluss erreichen wir wieder mein treues Auto und machen uns zufrieden auf den Heimweg.

Tourendaten
Gesamtlänge: 8,80 km
Gesamtdauer: 2:45 h
Höhenmeter: 650 hm
Lawinenwarnstufe: 2 (unter Waldgrenze)

201127 Arztalalm (1.900m)

Das Wetter ist dieser Tage wahrlich kaiserlich, daher ist ganz klar, was wir am Wochenende machen… WANDERN! Da jedoch nur Letu und ich richtig motiviert sind, machen wir eben eine Zweiterwanderschaft. Das Ziel, es ist ja schon Nachmittag, ist die Arztalalm bei Ellbögen. Eine feineTour, die wir schon öfter gegangen sind…

Wir starten beim Parkplatz Hinterlarcher, da ist heute nicht viel los. Und immer wieder bin ich begeistert über den fairen Obulus, den man hier fürs Abstellen des Gefährts entrichten muss… für 6 Stunden zahlen wir 2 Euro. Da kann sich so manch Wegelagerer ein Beispiel nehmen!

Das Arztal ist eines meiner Lieblingstäler in der Nähe von Innsbruck. Es ist einfach wunderschön, es gibt viel zu entdecken und ist ist noch relativ naturbelassen. Die paar Mähder der hier ansässigen Bauern sind eine Augenweide, zumindest für den naiven Betrachter. Die Arbeit muss gekonnt sein… dank der Maschinen heute zumindest ein wenig erleichtert!

Uns treibt jedoch nicht die Arbeit, sondern das Vergnügen an diesen schönen Ort. Letu übt sich schon mal als Baumumarmer… 😁😁😁.

War am Hinterlarcher noch fast kein Schnee, sind wir jetzt kurz in dem Bereich, welcher, wenn nicht von der Sonne, so zumindest vom Schnee geküsst wird. Die Sonne hat hier Pause und kommt evtl. erst nächster Jahr wieder zu Besuch.

Der Weg auf die Arztalalm ist glücklicherweise fast immer auf der Sonnenseite, daher ist der Weg angenehm zu gehen und die Sonne wärmt uns meistens…

Eine längere schattige Stelle müssen wir dennoch abgehen, im Sommer eine unserer Lieblingsstellen, die „Zwei-Brücken“…

Heute liegt schon Schnee und Reif und der Oberlauf des Falggasanerbaches ist schon mit einem dicken Eispanzer ausgerüstet… der Winter ist im Anmarsch.

Wir erreichen nach den Brücken wieder wärmere Gefilde und sehen auch schon die Alm, die an einer tollen Stelle erbaut wurde. Obwohl der Almbetrieb schon eingestellt und die Wirtschaft geschlossen hat, freuen wir uns auf die Hütte.

Auf einer Bank genießen wir die Sonne, eine kleine Jause stärkt uns nach dem feinen Aufstieg.

Im Talschluß des Arztals lachen ein paar schneebedeckte Riesen zu uns runter… Kreuzspitze, Rosenjoch, Grünbergspitze und das Pfoner Kreuzjöchl. Da geht sich heuer hoffentlich die eine oder andere Skitour aus.

Für den Abstieg wählen wir die Forststraße, wir müssen jedoch feststellen, dass diese teilwiese vereist ist. Die Stellen können gut umgangen werden und wir sind schneller am Weg als über den oberen Teil des Steiges.

In den schattigen Kurven liegt Schnee, der griffig und daher angenehm zu laufen ist. Rasch wandern wir Richtung Tal.

Für den letzten Teil der Wanderung zweigen wir wieder auf den Steig ab, der uns doch besser gefällt als die monotone Forststraße.

Wir sind flott am Weg, dennoch muss man gerade zu dieser Jahreszeit das Ziffernblatt der Uhr stehts im Auge haben… schnell setzt die Dämmerung ein und damit einhergehend zieht es kühl in die Täler rein.

Wir haben unseren Ausgangspunkt schon fast in Sichtweite, und die Sonne zaubert noch ein paar schöne Farben auf die Gipfel.

Eine schöne Hütte, die uns immer wieder auffällt, säumt noch die letzten Meter vor dem Parkplatz.

Kurz vor dem Parkplatz entdeckt Letu noch eine ganz junge Katze, die neugierig auf ihn zugelaufen kommt und sich fast nicht mehr abwimmeln läßt. Aber das ist dem Sohnemann gerade recht, habe ich das Gefühl… 😉
Eine tolle Tour mit schönen Eindrücken, das nächste Mal wird wohl ein wenig mehr Schnee liegen.

Tourendaten
Gesamtlänge: 8,81 km
Gesamtdauer: 2:40 h
Höhenmeter: 607 m

201114 Schafseitenspitze(kreuz) (2.564m)

Heute steht uns eine gewaltige Tour bevor, wir starten im bewährten Team, Michi und ich, schon um 6:30 am Parkplatz am Eingang des Padastertals.

Noch ist es finster, aber den Weg finden wir trotzdem gut, am Anfang noch mit Hilfe einer „Hirabira“, einer Stirnlampe. Doch schon bald wird es heller und wir können das Hilfsmittel wieder einpacken. Wir folgen zuerst dem Wipptalerweg gen Norden.

Es ist kalt und am Anfang laufen wir meist im Schatten, daher sind die paar sonnigen Passagen absolut willkommen, um sich ein wenig aufzuwärmen. Dennoch bleibt der erste Teil der Tour vorwiegend kühl und schattig. Beim Mauracher Berg zweigen wir Richtung Osten ab, nun geht es hinauf auf den Berg.

Immer dem Gratrücken folgend, erst im Wald, später über offenes Weideland erreichen wir, vorbei an der Spörralm den ersten Gipfel, den Schröflkogel (2.151m). Wenn wir es nicht wüssten, würden wir hier keinen Gipfel erahnen, so unscheinbar ist der Zapfen.

Weiter folgen wir dem breiten Gratverlauf, endlich hat uns die Sonne erreicht und es wird wärmer, obwohl hier ein stetiger Wind von Süden blast. Wie Michi richtig findet: „Wir sind halt im Wipptal, da pfeift der Wind immer…“

Immer weiter steig der Pfad, manchmal nicht ganz einfach zu finden, aber in diesem Gelände eigentlich egal, denn hier kann man sich nicht versteigen. Den nächsten Gipfel, den wir erreichen, ist der Bentlstein, der gleich zwei Gipfelkreuze aufweist. Zuerst besuchen wir den Südgipfel (2.370m), hier steht das Schützenkreuz.

Gleich geht es weiter zum nahegelegenen Bentlstein (2.378m), mit einem kleinen, aber schönen Kreuz, das mit einem Engelskopf verziert ist. Die Aussicht von hier ist phänomenal, im Westen sieht man die Tannheimer Berge, im Süden den Hauptalpenkamm. Zugspitze, Hohe Munde, Serles, Habicht, alle Berge liegen vor uns ausgebreitet.

Vom Bentlstein müssen wir ein paar Höhenmeter absteigen, es wird wieder schattig und kühl. Hier scheint die Sonne in den Wintermonaten selten hin, daher liegt der erste Schnee noch, und bleibt wohl auch bis nächstes Jahr liegen.

Auf dem Weg in die Scharte finden wir ein windstilles, sonniges Plätzchen, hier machen wir eine Pause, und stärken uns mit einer ausgiebigen „Marend“.

Doch allzu lange können und wollen wir nicht sitzenbleiben, wir haben noch einen langen Weg vor uns. Nun müssen wir ein paar Schneefelder, relativ hart, überqueren. Wir haben in weiser Voraussicht die Grödel eingepackt, daher sind diese Stellen gut zu meistern.

Zum Glück haben wir diese „kalte Kuchl“ bald hinter uns, und kommen wieder in die wärmende Sonne, die wir heute wirklich zu schätzen wissen.

Der folgende Gipfel wartet nach einem kurzen Aufstieg auf uns. Nun stehen wir auf dem Sunntiger (2.400m), zumindest den Wintersportlern ein Begriff. Außerhalb vom Winter bekommt dieser Berg nicht arg viel Besuch.

Kein Gipfelkreuz markiert diesen Punkt, einzig ein Stein mit einer Farbmarkierung lässt die Spitze erkennen. Der weitere Weg wird nun einsehbar, doch zuerst müssen wir wieder einmal, nicht das erste und letzte Mal absteigen.

Der Gratverlauf ist aper, während die Nordhänge schon ein schönes Winterkleid tragen. Natürlich reicht es noch nicht für eine Skitour, aber zum Wandern kann das durchaus ein ungemütliches Hindernis darstellen.

Schlussendlich kommt unser Ziel in Sichtweite, direkt am Grat geht es nun hinauf zum höchsten Punkt der Tour.

Die letzten Meter am Grat müssen wir dann noch über Schnee laufen, die Qualität Ebenjenes ist aber gut, daher erreichen wir relativ einfach den Gipfel, bzw. das Gipfelkreuz der Schafseitenspitze (2.564m). Da auch hier eine Skitour emporführt, wurde ein einfacher zu erreichendes Ziel, eben dieses Gipfelkreuz aufgestellt. Der „echte“ Gipfel ist über einen schmalen Grat zu erreichen, den wir heute auslassen.

Zum Greifen nahe sehen wir Olperer, Fussstein und das Hintertuxer Skigebiet vor uns liegen. Hier wird man sich wieder bewusst, wie nahe die Täler doch eigentlich beieinanderliegen.
Hier wird nun bei Windstille und feiner Sonne, der Rest der Brotzeit genossen, immerhin sind wir schon seit ein paar Stunden auf dem Weg.

Der Rückweg birgt nun keine großen Geheimnisse mehr, dennoch ist der Weg ein „Anderer“ geworden. Das Licht, das uns nun Nachmittags begleitet, zaubert neue Eindrücke in die Landschaft.

Wunderschöne Erosionsformen zeigen sich am Südhang des Brentlsteins, die wir in der Früh nicht wahrgenommen hatten. Wir wundern uns, wie diese wohl entstanden sind. Eine Erklärung finden wir jedoch nicht.

Ein Blick zurück auf den schönen Gratverlauf zeigt nochmals den großen Kontrast zwischen den Nord- und Südhängen.

Wir erreichen das vorher genannte Schneeloch wieder und ziehen uns wieder die Grödel an. Sicher ist sicher… ein Rutscher hier würde wahrscheinlich erst kurz vor der Schafalm enden…

Weiter geht es über den Brentlstein retour. Immer wieder bleiben wir stehen und bewundern die großartige Natur, die wir hier direkt vor der Haustür haben.

Ab der Hütte am Schröflkogel gehts nur mehr Bergab, doch das ist manchmal anstrengender als der Aufstieg. Die Sonne steht auch schon tief, wir müssen uns also sputen.

Zweimal rutsche ich beim Abstieg auf der gefrorenen Wiese aus, ohne mir wehzutun. Trotzdem lästig, denn die Hose darf danach gleich in de Wäsche wandern…

An der wunderschön gelegenen Spörralm erreichen wir wieder den dichteren Wald.

Michi hat Probleme mit dem Knie, ein Leiden, das sie schon die ganze Saison verfolgt. Hoffentlich wird das bald wieder, denn gerade im Abstieg ist das sehr unangenehm.

Schlussendlich erreichen wir den Wipptalerweg, der uns zum Parkplatz führt. Die Sonne sendet uns ihre letzten Grüße, bald setzt die Dämmerung ein.

Gerade rechtzeitig zum letzten Licht erreichen wir das Auto beim Eingang ins Padastertal. Eine wunderschöne, aber anstrengende Tour geht dem Ende zu.

Tourendaten
Gesamtdauer: 10:35 h
Gesamtlänge: 24,48 km
Höhenmeter: 2.052 m

201107 Großer Gamsstein (2.142m)

Eigentlich war das Ziel heute ein anderes… wir wollten auf den Gilfert (2.506m), aber das ist sich nicht ganz ausgegangen. Dazu allerdings später mehr. Nachdem das Wetter gestern so gut war, und heute wieder super gemeldet ist, müssen wir ins Gebirge. Als Ziel haben wir eine Tour vom Loassattel (1.675m) ausgesucht. Die Anreise von Aldrans ist schon eine Herausforderung, die letzten 5km auf einer Mautstraße ziehen sich. Und am Parkplatz angekommen sehen wir sofort, daß wir nicht die einzigen mit dieser Idee gewesen sind.

Vom Loassattel zieht unser Weg nun Richtung Gilfert, als nach Westen. Der Weg ist gut, aber recht „gatschtig“. Das liegt wohl an den letzten Schneefällen, die den Boden durchnässt haben.

Überall sind kleine Seen, die so richtig schön in der Herbstsonne glänzen und wunderschöne Farben aufweisen.

Der Weg zieht bedächtig den Berg hinauf, ziemlich genau am breiten Wiesengrat. Schon bald sehen wir das erste Gipfelkreuz am Horizont, nämlich vom Kleinen Gamstein (1.924m). Hinter uns zieht ein steiler Weg hinauf zum Kühmöser (2.264m), auch Kuhmesser genannt. Im Hintergrund sieht man das Kellerjoch und das Gasthaus Hecher.

Die oben genannten Miniseen und Teiche sind fast alle mit einer feinen Eisschicht bedeckt, das ruft klarerweise die Kinder auf den Plan. Mit jedem Stein, dem sie habhaft werden, versuchen sie das Eis zu durchbrechen.

Die Aussicht ins Inntal wird immer besser, das Karwendel lockt im Hintergrund mit vielen lohnenden Bergzielen.

Da wo die Sonne dieser Tage nicht mehr hinscheint, ist der Boden mit einer feinen Eisschicht überzogen, der schon fast unnatürlich wirkende Kunstwerke aus Blättern und Gräsern formt. Wunderschön anzuschauen…

Wir erreichen unser erstes Ziel, den Kleinen Gamstein. Hier legen wir eine kurze Pause ein, der Hunger ist schon groß, daher wird hier die mitgebrachte Jause vertilgt. Und wie gut das schmeckt…

Nach der Stärkung wandern wir weiter am Grat entlang, erst mal müssen wir ein flaches Stück hinter uns bringen, bevor der Pfad wieder steiler wird.

Rückblickend sehen wir eine wahrlich interessante Landschaft, mit vielen kleinen Hügeln und Senken, am Horizont erkennt man den Kleinen Gamsstein.

Und dazwischen immer wieder kleine Lacken. Mich würde interessieren, ob diese Tümpel vom letzen Schnee herrühren oder ob diese immer hier sind.

Der nächste Gipfel ist schon relativ nahe, wir müssen noch eine Steilstufe hochmarschieren, dann erreichen wir den höchsten Punkt unserer Wanderung.

Eigentlich wollten wir ja auf den Gilfert gehen , aber nachdem wir nun hier auf dem Großen Gamsstein stehen, sehen wir, dass doch schon viel Schnee auf dem Weiterweg liegt. Das ist mir mit den Kindern dann doch ein wenig riskant, daher beschließen wir, es hier gutsein zu lassen.

Kurz unter dem Gipfel machen wir an einem gemütlichen Platz nochmals Pause, ein Müsliriegel als Reserve ist immer im Rucksack. Der Ausblick ist heute einmalig…

Der Abstieg erfolgt über den selben Weg, natürlich werden wieder Steine mitgeschleppt, um an den vielen Kleinseen Löcher im Eis zu fabrizieren…

Wir erreichen wieder den Kleinen Gamsstein, der Parkplatz ist nun nicht mehr weit…

Eine wunderschöne Wanderung, nicht ganz so wie geplant, aber ein Weitergehen auf zum Teil schneebedeckten Pfaden hätte vielleicht eine tolle Bergtour verpfuscht.

Tourendaten
Gesamtlänge: 6,34 km
Gesamtdauer: 3.00 h
Höhenmeter: 574 m

201106 Radlrunde Östliches Mittelgebirge

Letu und ich wollten schon lange wieder mal eine ausgedehnte Radltour machen, das schöne Wetter heute ist perfekt dafür geeignet. Wir starten am Nachmittag, direkt nach der Arbeit und Schule. Ein Tour von Haustür zu Haustür sozusagen…

Da in Aldrans zur Zeit die Baustelle der Rinnerstraße besteht, müssen wir uns ein wenig durch die Baumaschinen schwindeln. Die Arbeiter sind jedoch sehr zuvorkommend und stoppen kurz die Arbeit, damit wir passieren können.

Die Arbeit geht flott voran, hoffentlich sind die Arbeiten bis Dezemeber wie progonstiziert, umgesetzt.

Am Herzsee vorbei, kommen wir zu der Steigung vor den Prockenhöfen, die wir schnell meistern. Im Schatten ist es immer recht kühl, da sind wir froh, wen wir wieder in die Sonne kommen. Bald erreichen wir den Wiesenhof, hier müssen wir ein paar Meter an der Hauptstraße fahren, dann biegen wir ab nach Judenstein.

Hier „oben“ scheint die Sonne und wärmt uns auf, die Fahrt macht so gleich doppelt so viel Spaß.

In Tulfes machen wir eine kurze Pause, holen uns eine Jause beim Mini-Mpreis und genießen die Sonne.

Dann gehts weiter, nochmals ein paar Höhenmeter zur Notburgakapelle hinauf. Damit erreichen wir den höchsten Punkt unserer Ausfahrt.

Im Tulferwald ist es kühl, das wissen wir schon vom Sommer, dann ist es jedoch meist erwünscht. Heute nicht unbedingt von Vorteil, daher ziehen wir uns die Jacken für die Abfahrt an.

Flott geht es die enge, asphaltierte Straße hinunter, das macht uns richtig Spaß. Da kann man das Radl mal fein laufen lassen. Wir sausen an schönen Bauernhöfen, die hier hoch über dem Inntal thronen, vorbei.

Die Aussicht ist phönomenal, so gut wie kein Dunst, und eine extreme Fernsicht. Das ist einer der Vorzüge vom Herbst…

Vorbei am Lachhof fahren wir wieder gen Westen, die Halbzeit liegt schon hinter uns. Zuerst noch auf Nebenstraßen, schließlich müssen wir nochmals auf die Hauptstraße ausweichen.

Die Strecke auf der vielbefahreren Straße ist kurz, dann zweigen wir ins wunderschöne Zimmertal ab, das uns wieder in Richtung Aldrans führt.

Die Sonne steht nun schon tief, daher bleiben die Jacke an. Trotzdem ist es angenehm zu fahren. Vorbei an ein paar Reitställen, die sich hier in den letzten Jahren etabliert haben, erreichen wir den Taxerhof.

Dann sind wir endlich wieder auf bekanntem Terarain, Letu meint: „Jetzt kenn ich mich wieder aus, da war ich schon mit der Schule!“. Wir sind wieder bei den Prockenhöfen.

Nun geht es nur mehr gerade aus und abwärts, das hebt die Motiviation von Letu. Es stecken doch ein paar Meter in den „kleinen Haxen“.

Ein lässiger Ausflug, vielleicht einer der letzten Radlausflug dieses Jahr. Wir werden sehen… auf jeden Fall hat es sich rentiert und es war dank dem tollen Wetter auch ein wahrer Augenschmaus.

Tourendaten:
Gesamtlänge: 26,48 km
Gesamtdauer: 2:18 h
Höhenmeter: 659 m

201018 Peter-Kofel-Klettersteig (1.430m)

Das Wetter in Innsbruck zeigt sich nicht ganz so schön, es ist bewölkt, in der Früh hat es sogar noch geregnet. Aber trotzdem ist der Bewegungsdrang enorm, daher haben Michi und ich kurzfirstig ausgemacht, den Peter-Kofel-Klettersteig in St. Jodok am Brenner zu begehen. Bei mir ist es ja schon ein paar Jahre her, daß ich hier war, aber ich habe den Steig in guter Erinnerung.

Im St. Jodak angekommen lacht die Sonne vom Himmel, daß es nur eine Freude ist. Vom Parkplatz aus ist es nur ein kurzer Marsch zum Einstieg, das zeichnet diesen Genußklettersteig der Schwierigkeit C schon mal aus. Rasch haben wir uns ausgerüstet, wir sind nicht die Einzigen.

Vorbildlich angelegt beginnt der Eisenweg gleich mit einer C-Stelle, wer die nicht schafft, sollte hier überlegen auszusteigen. Der Steig ist nie schwierig, aber dafür anhaltend in- und knapp unter diesem Grad.

Rasch gewinnen wir Höhe, und obwohl hier kein Gipfel auf uns wartet, ist genügend Luft unter den Füßen.

Immer wieder wechseln sich schöne Stellen mit leichten Passagen ab, dann wird wieder ein Stück gequert, bis wieder eine Wand erklommen werden will.

Gebaut wurde der Klettersteig vor einigen Jahren von der Bergrettung, die Versicherungen sind vorbildlich, auch die Rettungspunkte sind gut beschildert. Sogar ein Materialdepot entdecken wir ziemlich genau in der Mitte, somit entfällt der Transport bei einem Notfall.

Zwei Seilbrücken erhöhen die Spannung ein wenig, aber im Vordergrund steht hier wirklich der Genuß, es ist einfach spaßig, zwischen Wänden, Querungen, Seilbrücken und glatten Wandstellen zu wechseln.

Dazwischen kann man noch endemische Pflanzen, die scheinbar nur in der Stafflacherwand vorkommen, bewundern. Besonders der Stinkwacholder fällt meiner empfindlichen Nase immer wieder auf.

Während des ganzen Kletterspaßes sollte man hier, wie auch sonstwo, nie vergessen, den Kopf mal zu heben und die wunderschöne Landschaft zu bewundern…

…im Hintergrund sehen wir Kraxentrager und die bekannten Skiberge Vennspitz und Silleskogel, manchmal allerdings mit Hut.

Am Schluß kommt nochmals eine kleine Wand, und eine Querung…

… dann sehen wir schon das Gipfelkreuz. Eine rasche Tour, die sich fast das ganze Jahr über machen läßt, denn die Wand ist südseitig ausgerichtet… im Sommer sicher eine sehr warme, wenn nicht heiße Angelegenheit.

Eine Besonderheit ist die Getränkebox am Ausstieg, die zu einer kurzen Pause einlädt. Waren beim letzten Mal noch viele verschiedene Getränke, gibts heute nur Apfelsaft… aber es ist auch schon Saisonende. Und der Saft schmeckt sehr gut.

Wir genießen die Sonne und die Aussicht auf die Schneeriesen im hinteren Valsertal. Es ist einfach wunderschön hier. Nach einer ausgiebigen Pause machen wir uns über den Steig ins Tal auf.

Am Fusse der Wand angekommen schauen wir nochmals hinauf. Der Steig umfasst nur etwa ein Viertel der Stafflacherwand, da ist also noch viel Potential für Erweiterungen. An einer Stelle dachten wir eh, daß da aktuell erweitert wird.
Eine tolle Tour, die ***fast immer***, das heißt das ganze Jahr über, gemacht werden kann.

Tourendaten
Gesamtlänge: 5,31 km
Gesamtdauer: 2:32 h
Höhenmeter: 363 m
Schwierigkeit: C