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210220 Hirzer (2.725m)

Heute steht einer der großen Klassiker auf dem Programm, der Hirzer. Eine tolle Tour aus dem Wattental. Vor vielen Jahren bin ich hier mit dem Bundesheer gewesen und habe so manche Tour gemacht, allerdings ist meine Erinnerung daran ein wenig verwelkt. Mit zwei Pauls und einem Reinhard geht es heute auf Tour…

Wir starten beim Parkplatz am Gasthaus Hanneburger bei ca. 1.400 m los. Wir haben Glück, wir sind früh genug dran und finden gleich einen Parkplatz…

Der Start verläuft recht unspektakulär über eine Forststraße, bei deren Ende wir auf schönes Almengelände stoßen. Steil zieht die Spur nun über noch sehr harten Schnee nach oben.

An der „anderen“ Talseite leuchtet schon die Sonne, wir sind allerdings froh, noch in kühler Luft aufsteigen zu dürfen, denn heute wird es laut Wetterbericht noch recht warm.

Durch schöne Zirbenbestände steigen wir immer höher hinauf…

Unsere Vierergruppe hat sich mittlerweile ein wenig aufgelöst, aber immer wieder stoßen wir zusammen. Später, am Gipfel sind wir uns einig… wir haben alle ungefähr das gleiche Tempo, also eine angenehme Truppe…

Nun erreichen wir die Waldgrenze, es eröffnet sich ein spektakuläres Panorama, das uns beim weiteren Verlauf der Tour begleiten wird.

Es ist die erste Tour, die ich mit Paul mache, aber ich muss jetzt schon sagen, dass es hoffentlich nicht die Letzte sein wird. Stimmung, Tempo und das Rundherum passen perfekt…

Vorbei am Polvesalm-Hochleger steigen wir in Richtung Grat auf.

Schöne Skihänge eröffnen sich vor uns, einzig über die Schneequalität sind wir uns noch nicht einig. Aber bevor überhaupt ein Gedanke an die Abfahrt verschwendet wird, wir haben noch ca. 600 Hm vor uns…

Die Sonne steht nun schon ein wenig höher und wärmt uns. Es ist gerade richtig, noch nicht zu warm, und dennoch sehr angenehm.

Schließlich erreichen wir den Grat, der Schnee wird, wie in den Tuxern üblich, immer weniger, je höher man kommt… das ist dem immer währenden Wind zu verdanken.

Teilweise müssen wir über Steine steigen, zum Glück schützen die Felle den Skibelag und wir können unverfroren weitertappen.

Durch den Windeinfluss ist die Spur recht hart, daher lege ich meine Harscheisen an. Damit ist der weitere Aufstieg für mich doch um einiges einfacher…

Kurz vor dem Gipfel müssen wir noch einmal kurz abfahren, dann steht dem letzten Aufstieg nichts mehr im Wege.

Glücklich haben wir das Ziel erreicht, der Hirzer, 2.725m. Heuer bis dato mein „Höchster“. Die Aussicht ist absolut phantastisch, bei diesem Panorama schmeckt die Brotzeit gleich zweimal so gut.

Wir sind fast eine Stunde auf dem Gipfel, so gemütlich ist es schon lange nicht mehr gewesen. Irgendwann wird es allerdings doch Zeit für die Abfahrt…

Ich lasse den Profis die Vorfahrt, einzig Paul fährt als Schlusslicht, um die Leichen einzusammeln. Zum Glück ist das heute nicht von Nöten.

Im oberen Bereich ist die Abfahrt relativ lustig, je weiter wir ins Tal kommen, desto schwerer wird der Schnee und desto kraftraubender werden auch die Kurven. Dennoch macht die Abfahrt Spaß.

Am Schluss der unteren Almwiese müssen wir auf die Forststraße wechseln.

Diese ist in bestimmten Bereichen relativ flach, dennoch erreichen wir zügig den Parkplatz… ein paar Mal müssen wir halt doch schieben.

Am Parkplatz angelangt kommt eine feine Überraschung, es gibt eine „Hülse“ (= Bier). In diesen schweren Zeiten muss man halt das Zusammensitzen am Ende einer Tour ein wenig anders gestalten… von meiner Seite „Hoch-die-Daumen“, nach so einer Tour schmeckt ein Bier einfach wunderbar.

Das Wette ist nun wirklich warm geworden, daher ziehe ich mir zu Hause die „Kurze“ an und setzte mich auf den Balkon… und gönne mir noch ein Bier auf die tolle Runde!

Tourendaten
Gesamtlänge: 15,19 km
Gesamtdauer: 4:57 h
Höhenmeter: 1.446m
Lawinenwarnstufe: 2 (Triebschnee)

210214 Vom Patscherkofel zum Glungezer

Viele Jahre ist es hier (um genau zu sein, 2015), dass ich diese Route, die sogenannte „Route Roman“ mit Alfons gegangen bin. Schon länger will ich diese feine Skitour wiederholen, aber finde keine Mitstreiter. Heute mache ich mich alleine auf, die einfache Grattour zu absolvieren.

Mit der Kofelbahn gönne ich mir den Luxus des vereinfachten Aufstieges, die ersten 1000 Höhenmeter sind so ein Klax…

Da ich recht früh dran bin, und die Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt sind, ist auf im Skigebiet fast nichts los.
Von der Bergstation geht es gleich steil hinauf, im Nordhang des Patscherkofels ist eine angenehme Spur angelegt, der ich folge. Schön langsam strömen doch ein paar Leute zum Skifahren, bis hierher kann ich die Kanten knirschen hören.

Je näher ich dem Gipfel komme, desto mehr sieht man den Einfluss des Windes. Es hat schon einige Zeit nicht mehr geschneit, die Schneedecke ist windgepresst und überall sieht man „Gangeln“. Kein gutes Zeichen, aber in diesem Falle vernachlässigbar, da der Kofel extrem verspurt ist.

Der Patscherkofel ist ein Aussichtsberg par excellence, besonders schön an einem eiskalten Wintermorgen wie heute. Die Fernsicht ist grandios, und ich bin froh, dass ich mir diesen Tag für die Tour ausgesucht habe.

Am Gipfel ist es sonnig, windstill und sehr angenehm. Dennoch kann ich nicht verweilen, ich habe noch eine gute Strecke vor mir. Ich begebe mich zum Osthang, oberhalb dessen ich abfelle und mich für die erste Abfahrt des Tages bereit mache.

Einer der kleinen Nachteile dieser Tour ist die immer wieder dünne Schneeauflage am Grat. Da es in dieser Region immer windet, ist der Schnee teilweise verblasen. Dennoch finde ich ski-schonende Spuren zum Abfahren.

Zwischenzeitlich muss immer wieder geschoben werden, aber für´s erneute Auffellen ist es noch zu früh. Sobald ich in den Nordbereich der Tour wechsle, liegt Schnee von überraschend guter Qualität.

Ein Blick zurück offenbart den ersten Teil der Abfahrt, mit viel Gemüse dazwischen. Es führen nur ein paar wenige Spuren den Hang herunter, scheinbar ist die Tour aktuell nicht so gut besucht.

Der Blick Richtung Süden offenbart ein weiteres „Wunderland“ für Tourengeher. Das oft übersehene Viggartal mit schönen Skibergen, im Hintergrund die Kreuzspitze (2.746m) und das Rosenjoch (2.798m)

Nach ein wenig „Tretteln“ erreiche die das Lanser Kreuz, nun steht wieder eine schöne Steile Abfahrt vor mir. Zum Glück habe ich die Felle noch nicht „montiert“.

Bevor ich hinunter schwinge, schaue ich mir nochmals den Routenverlauf an. Vor mit ausgebreitet liegt wie auf einer Karte der Pfad. Dem sonnigen Grat entlang geht es rechts an der Viggarspitze (Pyramide) vorbei und dann zwischen Felsen nach oben zur Sonnenspitze.

Die Spur, der ich heute folge, unterscheidet sich an ein paar Stellen von der mir im Gedächtnis gebliebenen. Und da ich immer wieder mit Fellen abfahren muss, denke ich mir, dass die „alte“ Route von 2015 wohl geschickter angelegt war.

Noch ist es kühl und immer wieder schattig, nachdem ich allerdings ein Stück hinter Boscheben in die Sonne komme, kann die Jacke auch im Rucksack verschwinden.

An den Wegweisern kann man erkennen, dass hier viel Schnee liegt. Bei einer Abzweigung des Zirbenweges sehe ich die Viggarspitze in voller Pracht. Eine schöne geformter Pyramide…

Es geht fast gerade auf den Gipfel zu, hier im kleinen Tal ist es schattig und dementsprechend kalt. Aber vor mir lockt schon die Sonne.

Schlussendlich erreiche ich die Südhänge der Viggarspitze mit viel Sonne. Wind ist auch nicht vorhanden, daher sind die Temperaturen nun sehr angenehm.

Da ich eine längere Strecke vor mir habe, lasse ich die Viggarspitze heute aus. Das nächste Mal stehe ich wieder dort oben. Der Blick ins Viggartal und zurück auf den Patscherkofel zeugt recht deutlich, dass dieses Tal recht langzogen ist. Die Skitouren am Talschluss sind dementsprechend auch niemals „kurz“…

Nun bewege ich mich weiter auf die Sonnenspitze zu, auch zur Neunerspitze ganz in der Nähe sende ich meinen Gruß. Die Spur ist schon älter, daher ist stellenweise unberührter Schnee vor mir…

Die originale „Route Roman“ führt immer am Grat entlang, doch ich entscheide mich, der Spur am Sommerweg in den Südhängen zu folgen.

Der erste Teil des Weges ist wunderschön, wobei die Spur nicht wirklich hilfreich ist. Später erreiche ich aber auch Stellen, bei denen ich froh bin, wenn ich diese hinter mir lasse. Meine Versuche, Gefahrenstellen auszuweichen, sind fast immer von Erfolg gekrönt, dennoch brechen bei steileren Stellen immer wieder Schollen aus dem Bruchharsch, der hier vorherrscht…

Je Steiler die Hänge werden, desto vorsichtiger bin ich. Am Schluss muss ich noch durch den Gipfelhang, der mich auf die Glungezer Hütte bringen wird. Durch halbwegs geschickte Spurenwahl bleibt die Steilheit immer unter 35°. Die Hänge oberhalb habe ich besonders im Auge..

Der Schlusshang ist recht hart, daher muss ich die Harscheisen anlegen. Das klappt hervorragend, und nun ist das Raufgehen doch um einiges leichter geworden.
Dann erreiche ich, zugegeben erleichtert, den Grat vor der Hütte. Diese liegt nun direkt vor mir, ich zieht aber noch ein paar Meter weiter, zum Glungezer Kreuz (2.660m).

Hier gönne ich mir eine einsame Pause. Während auf der Sonnenspitze schon Menschenmassen stehen, bin ich hier, circa 250 Meter Luftlinie alleine…

Die Pause tut gut, ich merke allerdings, dass ich bedingt durch den nun einsetzenden Wind auskühle. Da ich eine tolle Abfahrt vor mir habe, packe ich zusammen. Nach der Hütte muss ich nochmals ein paar Meter in die Schulter der Sonnenspitze aufsteigen, denn dort startet die eigentliche „Piste“.

Das Aufwärmen in der Hütte bleibt mir heute/heuer corona-bedingt verwehrt, aber die Abfahrt wertet das Gesamterlebnis absolut auf. 1.800 m Abfahrt, wo hat man das sonst…

Vom Gipfel, mit Buckelpiste, über die sehr gut präparierte Piste im Skigebiet und schlussendlich über die gesperrte, weil teilweise recht eisige Talabfahrt erreiche ich zufrieden die Talstation der Glungezerbahn. Beim Weg zur Bushaltestelle hole ich mir noch ein Bier bei der Larchhittn, dann warte ich in der Sonne auf den Bus.
Eine wunderschöne Tour, die mir viel Spaß und manch erhöhten Puls beschert hat…

Tourendaten

Skitour
Gesamtlänge: 8,41 km
Gesamtdauer: 3:51 h
Höhenmeter: 1.171 m
Lawinenwarnstufe: 3 (Triebschnee, Altschneeproblem)

Abfahrt
Gesamtlänge: 8,89 km
Gesamtdauer: 35:00 h
Höhenmeter: -1.800 m
Lawinenwarnstufe: – (Pistenabfahrt)

210208 Schartenkogel (2.311m)

Heuer ist bei mir echt das „Schartenkogeljahr“, so scheint es. Schon einige Male bin ich auf diesen Muggel rauf gelaufen, heute eben wieder. Eigentlich wollte ich noch weiter auf den Glungezer, aber die Zeit hat gegen mich gespielt und daher war beim Schartenkogel Ende… aber mal wieder von Vorne.

Trotz dass ich schon einige mal hier war, es gibt immer wieder was zu entdecken. Heute probiere ich den Tagesaufstieg über die ehemalige Lifttrasse. Und schon vom ersten Meter weg muss ich zugeben, dieser Aufstieg hat es in sich… steil ist geil, könnte man sich da denken.

Die Spur selber kenne ich noch sehr gut aus den vergangenen Jahren. Hier führe der alte Schlepplift im Winter bzw. Einser-Sessellift im Sommer hinauf zur Tulfeinalm. Die Fahrt mit dem Einser-Sessellift war noch ein richtiger Spaß.

Bequemer ist natürlich der nun moderne Aufstieg mit Gondel oder Sessellift. Neben der Piste stehen immer wieder prachtvolle Zirben.

In schnurgerader Linie erreiche ich die Bergstation der Glungezer-Sektion-II. Hier beschließe ich, wieder einen für mich neuen Weg zu probieren. Direkt hinter der Bergstation zweigt ein Weg ins Gelände. Nun ist der Pieps auch aktiv…

Wunderschön und meiner Meinung nach absolut unkritisch steige ich parallel zur Skipiste, aber ohne diese zu sehen durch lichten Wald weiter hinauf.

Das phänomenale Panorama auf Innsbruck wird heute nur noch durch den frisch gefallenen Schnee getopt, der die Landschaft fast unwirklich erscheinen lässt.

Hatte ich im ersten Teil der Tour (auf der Lifttrasse) noch keine Sonne, habe ich nun Glück und immer wieder wärmen mich die goldenen Strahlen.

Mein Blick wechselt immer wieder nach Westen, zum Glungezer… so sich der heute noch ausgehen würde? Doch nun liegt erst mal der Weg Richtung Schartenkogel vor mir, hier im Hintergrund schon zu sehen.

Nachdem ich letzten Dienstag später unterwegs war und dort schon feststellen musste, dass hier echt was los war, scheint jetzt genau das Gegenteil der Fall zu sein. Wenige Mitstreiter treffe ich heute… vielleicht sind die alle im Geschäft, denn diese haben das erste Mal seit langem wieder geöffnet (Stichwort Covid19).

Noch ein paar Schritte vom Gipfel entfernt wird es lauter. Es sind doch ein paar Leute am Weg. Am Gipfel ist eine größere Gruppe mit Kindern, die hier einen feinen Ausflug gemacht haben und nun mit Brotzeit und Fackeln ein wenig Gemütlichkeit fabrizieren.

Nach Süden hin sehe ich das düstere und für mich so faszinierende Voldertal. Hier möchte ich heuer unbedingt ein paar Touren machen.

Und gegenüber liegt der Glungezer mit der berühmten Hütte. Mein eigentliches Ziel ist heute aufgeschoben, aber natürlich nicht aufgehoben.

Mit der Dämmerung ist der Wind stärker geworden, schnell richte ich mich (wie fast immer an diesem Berg) für die Abfahrt. Das Zusammenpacken geht von Mal zu Mal schneller.

Die Sonne ist nun untergegangen und die Dämmerung zaubert wunderbare Lichtspiele in den Himmel.

Die Nordkette über Innsbruck leuchtet im letzten Licht des Tages, mit dem frischen Schnee besonders prächtig. Bei der Abfahrt treffe ich eine nette Dame, die mir erklärt, heute 4 mal wieder aufgestiegen zu sein, einzig weil ihr das Powdern so viel Spaß gemacht hatte…

An der Gondel angekommen, der Talabfahrtspiste traue ich wieder nicht (nicht wegen der Schwierigkeit, sondern wegen dem fehlenden Schnee), fahre ich die Glungezer-Sektion-I wieder retour ins Tal.
Eine tolle, schnelle Tour, die ich bestimmt bald wieder mache!

Tourendaten
Gesamtlänge: 7,40 km
Gesamtdauer: 1:47 h
Höhenmeter: 764 m
Lawinenwarnstufe: 3 (Altschnee/Gleitschnee)

210202 Schartenkogel (2.311m)

Und wieder mal, dank gespannter Lage und später Stunde, geht es hinauf auf den Schartenkogel. Zu dieser Tour gibt es ja nicht mehr viel zu sagen… dennoch musste ich heute ein paar Mal beim Aufstieg grübeln. Hatte sich doch unweit der Aufstiegsspur kürzlich ein Lawinenereignis, Gott sei Dank ohne Folgen, abgespielt… so nahe liegen manchmal Glück und Unglück nebeneinander…

Nach 1:08 h stehe ich auf dem Gipfel des Schartenkogel und genieße die wunderbaren Blick ins Tal. Es ist zwar nicht kalt, aber windig, und daher verzichte ich auf eine längere Gipfelpause.

Die Abfahrt ins Tal ist heute lustig, obwohl die Piste knollig ist und teilweise schon leichte Tendenzen zur Eisbildung hat. Da ich relativ früh am Weg war, hatte ich mit der Menge an Mitläufern kein Problem… nun sieht die Sache ein wenig anders aus, Karawanen steigen am Pistenrand empor… dennoch läuft alles sehr zivilisiert ab. Hut ab vor der Disziplin.

Tourendaten
Gesamtlänge: 7,47 km
Gesamtdauer: 1:26 h
Höhenmeter: 742 m
Lawinenwarnstufe: 3 (Altschnee, Triebschnee)

210120 Rodeln Rinneralm

Die Schneeverhältnisse sind sehr gut, daher beschließen Letu und ich, die Rodel auszupacken und noch eine kleine Abendrunde zu gehen. Die Rinner Alm ist unser Ziel (auch wenn wir dann doch nicht ganz bis zur Alm gehen).

Einer der Hauptvorteile dieser Bahn abgesehen vom guten Pistenzustand ist der getrennte Aufstieg. So kann man gemütlich nebeneinander laufen und sich unterhalten.

An manchen Stellen, wie hier am Brunnen, sieht man, dass die nördliche Lage dieser Rodelbahn mit niedrigen Temperaturen und einem dementsprechend gutem Bahnzustand einhergeht…

Kurz vor der Alm kommen die Aufstiegs- und Abfahrtspur zusammen. Letu will nicht mehr länger aufs Rodeln warten, also beschließen wir, hier abzukürzen. Da wir nur eine Rodel mithaben, müssen wir uns ein wenig Aufteilen, während ich hinten für die Ausleuchtung und das Lenken zuständig bin, übernimmt Letu die Korrekturmaßnahmen und das Bremsen…

Die Abfahrt geht wunderbar, die Bahn ist hügelig und lustig zu befahren. Auf eine konstante, sprich tägliche Präparierung wird lt. Homepage aus aktuellem Anlass (Covid19) verzichtet, dennoch ist die Bahn ist sehr gutem Zustand. Hier ein Lob an den Hüttenwirt!

Viel zu schnell erreichen wir wieder den Ausgangspunkt in Rinn… aber lustig war es Allemal. Was machen wir das nächste Mal besser? Wir nehmen eine zweite Rodel mit…

Letu meint am Schluss nur, jetzt bin ich hungrig und müde… naja, erst hat der kleine Mann 3 Stunden Eishockey gespielt, und dann noch diese Wanderung unternommen. Da darf man schon mal Schwäche zeigen… 😂😂😂

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:12 h
Gesamtlänge: 6,06 km
Höhenmeter: 355 m
Lawinenwarnstufe: 3 (Triebschnee / Altschnee)

210118 /200119 Schartenkogel (2.311m)

Montag und Dienstag sind Nachschitouren-Tage am Glungezer, und da ich gerne in dem Gebiet unterwegs bin, machte ich da nach der Arbeit gerne eine schnelle Runde. Eine tolle Neuerung ist die Benützbarkeit der Gondel am Abend, damit entfällt die lästige Parkplatzsuche bei der „Neuen Gufel“

Die Fahrt mit der neuen Gondel macht mir jedes mal wieder kindisch viel Freude, ohne Wehmut denke ich an den langsamen Zweiersessellift zurück…

Beim Start, ich bin früh dran, sehe ich die letzten Skifahrer zusammenpacken, für die Tourengeher ist es fast noch zu Früh. Dennoch darf ich nach Rücksprache mit dem Liftpersonal auf der Piste rauflaufen.

Zügig wird Meter für Meter zurückgelegt, ich habe mir heute ein gemütliches, aber stetes Tempo vorgenommen.

Die Aussicht mit dem wunderschönen Wolkenspiel begleitet meine Schritte, im Oberland hängen noch ein paar Wolken. Aber auch am Schartenkogel und Glungezer wollen die Wolken nicht ganz weichen.

Je näher ich der Bergstation komme, desto kälter wird es, denn ein immer stärker werdender Nordwind ist aufgekommen.

Der gesamte Weg ist auf der Piste machbar, einzig eine Abkürzung gönne ich mir, diese ist ungefährlich und vermeidet ein flaches Stück…

Kurz vor dem Gipfel sehe ich surreal wirkende Felsen, die mit Schneeformen bedeckt sind, die sich ein Mensch so nicht ausdenken könnte. Wunderschön anzuschauen, besonders ist dem jetzt vorherrschenden Licht.

Kurz vor dem Gipfel wird es nochmals richtig steil, normalerweise war das immer ein für mich sehr unangenehmes Stück, heute stört es mich nicht, im Gegenteil, ich kann mich hier nochmals ein wenig aufwärmen.

Dann ist schließlich das Gipfelkreuz in Sicht, eine große Wechte hat sich hier aufgebaut. Die war das letzte Mal noch nicht vorhanden…

Es ist spät geworden, die Sonne geht schlafen und überlässt unser Landl der Nacht.

Es ist richtig kalt, mit dem Wind noch gefühlt viel mehr. Ich kühle schnell aus, mein Trinkschlauch ist eingefroren, daher halte ich mich nicht lange auf, sondern richtige mich für die Abfahrt her.

Ein letzter Blick ins Inntal und auf Innsbruck, dann setze ich meine Schwünge ins Tal…

Da ich nicht weiß, ob die Talabfahrt präpariert ist, fahre ich das letzte Teilstück wieder mit der Gondel ab. 6 Minuten dauert die Fahrt, dann erreiche ich wieder den Talboden.

Wiederum tolle Trainingstouren…

Nachtrag: Ein paar Tage später habe ich erfahren, dass am 14.01.2021 (LWS = 4) und 19.01.2021 (LWS = 3) im freien Gelände am Glungezer Lawinen mit Personenbeteiligung (Quelle: https://lawis.at/incident/) geschehen sind. Gott sei Dank ist nichts passiert, es zeigt jedoch sehr deutlich, dass die Lage aktuell angespannt ist und ein Ausweichen auf Pistenskitouren angezeigt ist.

Tourendaten Montag 18.01.2021
Gesamtlänge: 7,66 km
Gesamtdauer: 1:43 h
Höhemeter: 759 m
Lawinenwarnstufe: 4 (Altschnee / Triebschnee)

Tourendaten Dienstag, 19.01.2021
Gesamtlänge: 7,58 km
Gesamtdauer: 1:26
Höhemeter: 759 m
Lawinenwarnstufe: 3 (Altschnee / Triebschnee)

210116 Herztal-Wanderung mit Schneeschuhen

Eigentlich hat die Planung heute in der Früh ganz anders ausgesehen. Wir wollten Skifahren, ich parallel dazu eine Skitour machen. Das Material war im Auto, die Kinder angezogen, so fuhren wir spät aber doch von Zuhause los. Leider wohl zu spät. Am Patscherkofel war schon die Hölle los, also disponierten wir um. Doch was machen? Kurzentschlossen gingen die Junioren Schlittschuh laufen, und ich mit den Schneeschuhen eine Runde spazieren.

Vom Parkplatz am Eislaufplatz starte ich los, erst geht es ein paar Meter aufwärts, dann über schöne Wiesen in mit feiner Sonne eben dahin.

Der erste Teil des Spaziergangs entspricht im Übrigen dem Weg zum Goaßgogl. Da es selten so einen tollen Schnee in den Niederungen hat, ist das heute die perfekte Aktivität für mich.

Der Blick über das Inntal ist zwar nicht ganz so spektakulär wie von einem Berggipfel, aber man muss schon zugeben, dass von allen Dörfern in der Gegend Aldrans wohl den besten Logenplatz hat.

Die Bäume und Stauden sind tief verschneit, damit ergeben sich immer wieder schöne Fotomotive.

Kurz vor der Abzweigung zum Goaßgogl bleibe ich am Aussichtspunkt stehen und schau „hinab“ ins Unterland. Ein paar Wolken hängen an den Bergflanken, aber ansonsten ist das Wetter heute kaiserlich!

An der Nockspitze haben sich auch ein paar Wolken am Gipfel verfangen, lt. Wetterbericht ist es heute recht windig im Gebirge, und die Schneefahnen, die immer wieder sichtbar werden, bestätigen dies eindrucksvoll.

Im Wald habe ich diese Sorgen nicht, hier muss ich eher drauf achten, nirgends anzustoßen. Eine falsche Bewegung, und das wunderbare Weiß verwandelt sich im Nacken zu eiskaltem Wasser… eine Erfrischung, auf die ich heute verzichten kann.

Der Abstieg vom Goaßgogl ist steil, aber kurz. Gar nicht so einfach mit den Schneeschuhen, gut dass die richtige Spikes montiert haben. Die Wiese unter dem Ampasser Kirchbichl ist rasch überquert. Es sind fast keine Leute am Weg, und es ist total ruhig.

Ein kurzes Stück muss ich mir die Schneeschuhe ausziehen und über die steile Straße Richtung Herztal hochsteigen. Da aber fast keine Autos unterwegs sind, ist das kein Problem.

Nach kurzer Strecke erreiche ich die Abzweigung ins Herztal. Überall sind schon Fußspuren, nicht viele, aber immerhin. Ohne Schneeschuhe ist das ein zweifelhaftes Vergnügen.

Ich beschließe, nicht den ganzen Weg durch das schöne Herztal zu wandern, sondern zweige auf dem aktuell nicht sichtbaren Sommerweg hinauf zu den schönen Wiesen über dem Pfarrtal.

An den Bäumen sieht man sehr gut, wie der Schnee hier mit Windbeteiligung „gewütet“ hatte. Wie eine zweite Haut klebt der Schnee teilweise auf der Rinde fest.

Im Schatten ist es kalt, aber darauf war ich vorbereitet. Ein paar Mal muss ich nun vom Weg abweichen, damit ich mit den Schneeschuhen einen feinen Pfad laufen kann, doch immer wieder kehre ich auf den normalen Sommerweg zurück.

Die Sonne kommt nun immer öfter zum Vorschein, ich freue mich schon wieder auf offenes Gelände.

Der Weg öffnet sich und der Patscherkofel lacht mir schon entgegen. Nun bin ich wieder draußen auf dem Feld.

Die Aussicht ist toll, unter mir liegt das Pfarrtal, im Hintergrund die Aldranser Pfarrkirche mit dem schönen, neu renovierten Turm. Und von überall her leuchtet prächtig der frisch gefallene Schnee.

Ein letzter Blick zur Sonne, dann laufen ich den Hügel hinab zum Sportplatz. Da warten schon die Kinder auf mich. Eine feine Route, die dank dem Schnee aktuell gut mit Schneeschuhen machbar ist. Im Sommer werde ich hier mal laufen, das macht sicher auch Spaß.

Das Fazit heute: Wegen Corona muss man trotz Bewegungsdrangs den Verstand bemühen. Wäre Skifahren heute sicher unsere bevorzugte Betätigung gewesen, war es meiner Meinung nach dennoch schlau, eine ruhigere Tätigkeit auszusuchen. Das haben wir getan, und jeder war glücklich…. was will man mehr!

Tourendaten
Gesamtlänge: 3,7 km
Gesamtdauer: 1:15 h
Höhenmeter: 180 m
Lawinenwarnstufe: 4

210114 Spaziergang Goaßgogl

Es schneit und schneit und schneit… wunderbar. Leider geht mit der Akkumulation der weißen Pracht auch eine Verschärfung der Lawinengefahr einher. Statt wie geplant mit den Skiern auf den Kofel zu steigen, beschließe ich die Gunst der Stunde zu nutzen, und mit den Schneeschuhen direkt von zu Hause loszulaufen. Das geht nämlich nicht alle Tage…

Ein paar Schritte muss ich durch den Ort laufen, doch schon kurz vor dem Altersheim kann ich die Schneeschuhe anziehen. Am Anfang folge ich ein paar Fußspuren, ein Motivierter hat hier einen Pfad angelegt. Aber schon bald hört Ebendiese auf und ich muss mir meine Spur selber legen.

Das Besondere heute ist weniger die sportliche Herausforderung, denn die Stimmung, die sich bedingt durch den starken Schneefall ergeben hat. Und die Ruhe… man hört es immer wieder, ich höre es heute auch (oder eben nicht)… der Schnee dämpft jegliches Geräusch.

Kurz bevor ich auf den Waldpfad zum Goaßgogl zweige, eröffnet sich nochmals der Blick ins Unterland. Eine tolle Aussicht auf Ampass und das dahinter liegende Hall in Tirol zeigt sich.

Es wird dämmrig, und ich suche mir den einfachsten Weg in den Wald. Erst ohne Stirnlampe, aber lange geht es nicht ohne… im Wald liegt zwar weniger Schnee, aber dafür ist der Weg nicht immer eindeutig.

Durch die Schneelast gebeugte Stauden und kleine Bäume erschweren den Weg, dennoch kann ich einen relativ einfach Wen finden, der mich wieder auf die Bauernwiese unterhalb des Goaßgogls führt.

Nun heißt es wieder zurücklaufen, geschätzt liegen hier 40 – 50cm Schnee, eine ganz nette Menge. Aber mit den Schneeschuhen an den Füßen kein Problem. Am Ende des Feldes steilt der Pfad auf und führt mich zum Sportplatz Aldrans.

Rückblickend sehe ich noch das beleuchtete Widum von Ampass, dann erreiche ich das kurze Waldstück. Schnee erreiche ich den Sportplatz, diesen nochmals im Schnee querend stehe ich am Parkplatz. Die Schneeschuhe haben für heute ihren Dienst getan, die letzten Meter laufen ich gemütlich nach Hause.

Wie gesagt, sportlich wars nicht die Herausforderung, aber die Stimmung, die mit Fotos selten gleich gut eingefangen werden kann, wie in Realität, die Stimmung war heute ein Hammer.

210110 Hohe Warte (2.398m)

Da die Saison für mich heuer mit ein paar Patscherkofeltouren begonnen hatte, steht heute etwas Neues auf dem Programm. Mit Papa will ich in Navis auf die Hohe Warte steigen. Dazu kommt er extra von Reutte nach Innsbruck, also hoffe ich, dass die Tour diesen Aufwand auch gerechtfertigt.
Am Parkplatz beim Gemeindeamt Navis ist noch nicht viel los, das schaut heute mal recht beschaulich aus. Dafür ist es extrem kalt, im Tal zeigt das Thermometer -13°C an.

Der erste Teil des Aufstiegs erfolgt über eine vereiste Straße, dann zweigt der weitere Pfad in einen Hohlweg. Dieser ist angenehm zu gehen, die Steigung ist moderat, gerade richtig zum warm laufen.

Und das Warmlaufen brauchen wir heute. Es ist frisch und ich bin froh, dass ich mir noch eine zweite leichte Fleecejacke mitgenommen habe.

Wir müssen ein längeres Stück am Bach entlang gehen, der Weg verläuft fast flach. Wir erreichen den schönen Boden um die Weirichalm. Die Alm selber sehen wir nur von Weitem.

Da wir einen nordseitigen Aufstieg gewählt haben, sind die sonnenverwöhnten Berge natürlich nur in der Ferne sichtbar. Bei uns dominiert noch Schatten und Kälte.

Vorbei an der Blasigleralm steilt der Weg nun endgültig auf und wir erreichen ein schönes Hochtal. Das Ziel haben wir nun schon vor Augen, wobei wir nun den direkten Anstieg auf den Wintergipfel vornehmen und nicht mehr über den Silbersattel aufsteigen.

Immer steiler wird die Spur, bald sind schon Spitzkehren angesagt. Gott sei Dank sitzen diese, damit ist der Aufstieg schon viel leichter. Dem war in den letzten Jahren nicht immer so…

Kehre um Kehre müssen wir konzentriert meistern, die Aussicht darf man allerdings auch nicht vergessen. Mit zunehmender Höhe werden immer neue Berge und Bergziele sichtbar.

Auch der Blick ins Tal, hier ins kalte Navis ist lohnenswert. Rechts in der Mitte sieht man die phantastische Lage der Möslalm.

Das Wetter ist ein Hammer, und was vielleicht am meisten hervorzuheben ist… heute regt sich kein Lüftchen, und das ist im Wipptal schon eine Sensation für sich.

Schlussendlich erreichen wir den Grat und stehen in der Sonne. Welch eine Wohltat. Der Blick fällt auf Olperer, Fussstein, Schrammmacher und auch im Tal auf Kasern im Schmirntal

Nach Osten blickend sehen wir den Lizumer Recken und auch den Geier im Truppenübungsgebiet „Wattener Lizum“, zwei weithin bekannte Gipfelziele, speziell im Winter.

Am Grat und in der Sonne bewältigen wir noch die letzten Meter zum Wintergipfel. Der eigentliche Gipfel ist mit einer Abfahrt verbunden, daher hat sich ein sogenannter Wintergipfel für die Skitouristen etabliert.

Ein häufiger bestiegenes Ziel in Navis ist das Naviser Kreuzjöchl, das mit einem langen Grat mit „unserer“ Hohen Warte verbunden ist.

Am unmarkierten Gipfel angekommen gibt es eine wohlverdiente Pause und Jause, und wir lassen den Blick über die traumhafte Tiroler Bergwelt gleiten. Zufrieden packen wir unser Zeug zusammen, wir haben noch eine kühne Abfahrt vor uns.

Der Gipfelhang ist steil, jedoch geht die Fahrerei besser als erst gedacht. Dennoch stellen Papa und ich fest, wir müssen wohl noch ein wenig üben, um mit feinen Schwüngen ins Tal zu gleiten.

Dennoch haben wir heute super Verhältnisse, der Pulver ist zwar nicht mehr so pulvrig, aber dennoch gut zu fahren. Und die Lawinengefahr ist heute auch sehr gering, noch geringer, wenn man im verspurten Bereich bleibt.

Den unteren Teil der Tour müssen wir dann auf der Forststraße abfahren. Ein paar Leute kommen uns entgegen. Ich denke mir immer wieder, „Nur der frühe Vogel fängt den Wurm“…

Die Sonne scheint nun auch im Talgrund, lange wird sie hier wohl aber nicht strahlen.

Das letzte Stück der Forststraße ist sehr eisig, aber auch das schaffen wir und erreichen wohlbehalten den Parkplatz. Gerade als wir unser Zeug ins Auto verfrachten, ein Pärchen neben uns macht das selbe, ertönt ein lauter Knall… und im Anschluss hören wir „Zschhhhhhhhh…“… der Lawinenairbag des „Nachbarn“ hat sich aus Versehen aktiviert. Nun gut, jetzt habe ich das auch mal gesehen…

Wieder haben wir eine tolle Tour absolviert, es war toll, mit Papa wieder mal was Feines machen zu können. Da freue ich mich schon auf die nächste Tour…

Tourendaten
Gesamtlänge: 13,41 km
Gesamtdauer: 3:55 h
Höhenmeter: 1.140 m
Lawinenwarnstufe: 2 (Triebschnee oberhalb Waldgrenze)

210109 Patscherkofel (2.246m)

Manchmal ergibt es sich halt so wie es sich ergibt… wieder verschlägt es mich auf den Patscherkofel. Während die Kinder die Skipisten unsicher machen, beschließe ich, mit den Tourenskiern eine für mich neue Route zu finden.

Den ersten Teil steige ich, schon bekannt, auf der Skipiste auf, zuerst ein Stück auf der Olympiaroute, die schön steil den Berg hochzieht.

Bei der Mittelstation wechsel ich auf die „Vitalroute“, die von eben hier zur Hochmahdalm führt. Dazu muss ich erste in paar Meter abfahren, das mit Fellen gar nicht so einfach ist.

Schon bald steigt der Weg wieder an, im Sichtfeld die Patscher Alm, die einen Steinwurf von der Mittelstation entfernt ist. Ab hier geht es in den Wald, ich folge ein paar Metern der Forststraße.

Dann zweigt eine schöne Spur in den Wald, die Richtung zum Gipfel stimmt, also probiere ich das mal aus. Meistens schön angelegt, führt die Spur durch schönsten Hochwald.

Überlaufen ist dieser Weg auf jeden Fall nicht, mir begegnet niemand, und an diesem Tage ist am Kofel sicher mehr los als unter der Woche. Die Temperaturen sind übrigens recht kühl, das ich schon bald durch Reißen am Bart merke. Den Enteisungskamm habe ich heute vergessen…

Die Aussicht auf dieser Seite des Kofels ist fulminant, das Stubaital liegt vor mir, mit Serles und Nockspitze im näheren Sichtfeld.

Die Sonne ist nun auch ein willkommener Begleiter, wobei die Intensität durch leichte Cirren gedämpft ist. Dennoch wärmen die Strahlen ein wenig und das ist gerade fein.

Weiter, immer weiter in südliche Richtung gehe ich, im Blickfeld nun der Morgenkogel, ein schönes Tourenziel, auf das ich mich auch schon wieder freue.

Noch ein Blick Richtung Stubai und Wipptal Richtung Brenner. Auch wenn der Schnee im Tal nicht so üppig ist, von hier aus gesehen gibt es mehr wie genug Tourenziele.

War im Wald und auf der Nordseite des Kofels der Schnee noch relativ gut, nicht üppig, aber ausreichend, wird es in der Höhe immer weniger. Je weiter ich zum Gipfel komme, desto rarer wird das auch so geliebte Weiß.

Die letzten Meter zum Gipfel muss ich „Bahnen“ suchen, am Schluss ziehe ich mir die Ski sogar aus und gehe ein Stück zu Fuß… da sind mir die Felle dann doch zu Schade.

Hinter mir ist ein Pärchen im Affenzahn den Bichl rauf gelaufen, nun stehen sie vor dem selben Dilemma… also runter mit den Skier und weiter zu Fuß.

Schließlich stehe ich doch noch vor der Gipfelstube. Es ist ganz nett was los hier am Gipfel, aber das passt. Im Skigebiet verteilt sich der Trubel so gut, dass die „Mitbewerber“ gar nicht auffallen.

Ich suche mir ein windstilles Plätzchen in der Sonne, ziehe mich um und verstaue meine Felle. Obwohl es mir nicht kalt vorkommt, muss ich schon nach kurzer Zeit die Handschuhe wieder anziehen, es sticht ganz arg in den Fingerspitzen.

Den kurzen Gang von der Gipfelstube zum Gipfelkreuz lasse ich mir trotzdem nicht nehmen, das gehört einfach dazu…

… außerdem ist die Aussicht vom Gipfel ins Inntal immer wieder einen Blick wert. Ich winke ins heimatliche Außerfern, vielleicht sieht mich dort irgendwer…

Nach der kurzen Pause mache ich mich an die Abfahrt, jetzt heißt es die Kinder einsammeln. Die sind sicher beim Funpark, vermute ich.

Bei der Abfahrt über die Forststraße muss ich die Ski nochmals abnehmen und tragen, eine Stelle ist fast aper. Der Rest des Weges ist unproblematisch und bald erreiche ich wieder das Skigebiet.

Die Kinder muss ich eine Weile suchen, aber schlussendlich finden wir uns doch und setzen gemeinsam den Weg ins Tal fort. Es war ein schöner Ski- und Tourentag, die Kinder hatten auch ihren Spaß im Funpark.

Tourendaten
Gesamtlänge: 6,20 km
Gesamtdauer: 2:45 h
Höhenmeter: 1304 m
Lawinenwarnstufe: 1