Archiv für den Monat Juli 2018

180714 Serles (2.717m)

Gerade letzte Woche war ich auf der Serles, heute gehts schon wieder auf den „Altar von Tirol“. Während ich das letzte Mal mit Letu am Weg war, sind heute Solomon, Rashid, Sara mit mir am Weg. Letu ist heute auf einer Geburtstagsfeier eingeladen und daher verhindert. Daher sind wir letzte Woche „vorgegangen“.

Wir starten heute ein wenig früher als letztes Mal, um 7:30 sind wir schon von zu Hause weg. Es nieselt ganz leicht, aber dem Wetterbericht nach soll dies nur nördlich des Inns zutreffen, ein Blick in den Süden verspricht besseres Wetter.

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Bis Maria Waldrast fahren wir wieder mit dem Auto, dann machen wir uns auf, den Gipfel zu erklimmen. Erst gehts durch den Wald, ein wenig steiler, dann kommt die lange Querung mit den drei Schotterreisen.

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Alles schaffen wir mit Bravour, und schon bald kommen wir in Sichtweite des Serlesjöchls (2.384m).

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Hier machen wir eine kurze Pause, bevor wir die Stufe in Angriff nehmen. Unter uns ist eine richtige Menschenschlange im Anmarsch, daher beschließen wir gleich aufzubrechen, damit wir an der Leiter keine allzulange Wartezeit haben.

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Zum Glück müssen wir gar nicht warten, wir können gleich die Stufen rauf. Hier zeigt sich zum ersten Mal, daß Solomon eben nicht so oft auf dem Berge ist. Trotz Ungeübtheit schafft er die Stelle ohne Probleme.

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Der Weg zum Gipfel ist dann wieder einfach, einzig kurze Kraxelstellen, einmal mit Seilversicherung sind zu meistern.

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Alles geht gut. Einzig die Kondition macht Solo zu schaffen, die letzen 15 Minuten auf den Gipfel scheinen ihn zu quälen.

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Am Gipfel der Serles (2.717m) sind alle Strapazen vergessen, die Aussicht grandios. Einige Leute, die mit uns aufgestiegen sind, gratulieren im Besonderen Solo, was ihn sichtlich freut. Auf die Leistung kann er auf jeden Fall stolz sein.

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Nach einer ausgedehnten Pause machen wir uns wieder auf den Hinunterweg. Das stellt sich als schwieriger als der Aufstieg heraus.

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Solo muß bei einigen Stellen extrem langsam tun, da er sich recht unsicher fühlt. Rashid im Gegensatz hüpft herum wie eine Gemse… und Sara muß ich sogar ein wenig einbremsen.

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Die letzte Schwierigkeit, die Stufe, meistern wir dann auch noch, dann geht es ins Tal. Der Weg ist nun lange, aber eben nicht mehr schwierig.

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Solos Knie macht Probleme, daher ist ihm das Geradeauslaufen lieber als die Abwärtpassagen.

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„Runter kommt man so oder so…“, das Motto von Solo erfüllt sich dann nach langem Marsch, als wir wieder bei Maria Waldrast, glücklich und zufrieden ankommen. Speziell für Solo war es ein Highlight des Urlaubs, aber sicher auch die anstrengenste Aktion.

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Beim Gasthaus gönnen wir uns noch eine gute Hauswurst und ein Bier, dabei wird der Energiespeicher wieder gefüllt.

Eine wunderschöne Tour, die allen sehr viel Spaß gemacht hat.

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Tourendaten
Gesamtlänge: 9,46 km
Gesamtdauer: 6:00 h
Höhenmeter: 1.048 m

180713 Karkopf (2.469m) über „Das Geheimnis der Gallier (III+/IV)“

Schon länger wollte ich mal eine sehr einfache alpine Kletterei unternehmen, da bin ich über „Das Geheimnis der Gallier“ gestolpert. Schnell war diese Unternehmung auf meiner „ToDo-Liste“ gelandet, aber irgendwie hat es nie geklappt.

Am heuigen Freitag hatte ich dann endlich die Gelegenheit, dieses Unternehmen anzugehen. Tamara hatte sich, obwohl sie schon länger nicht mehr geklettert war, bereiterklärt, hier mit zu gehen.

Wir fahren mit dem Auto bis zum Parkplatz vor dem Strassberghaus. Von dort wandern wir bei sehr sommerlichen Temperaturen erst zum Strassberghaus und dann weiter zur Neuen Alplhütte.

Hier steilt der Weg ein wenig auf, und es geht Richtung Wetterkreuz. Durch die Latschen, ich schwitze wie schon lange nicht mehr, erreichen wir bald das schöne Kreuz.

Wir gehen noch ein paar Meter auf dem Weg zum Karkopf, dann erreichen wir ein großes Schotterfeld. Hier steigen wir ab, zum Einstieg.

Wir sehen schon unser Ziel, doch zuerst müssen wir noch ein Schneefeld queren. Zum Glück ist die Oberfläche durch die Temperaturen weich, daher ist der Übergang auch mit den Zustiegsschuhen gut machbar.

Dann stehen wir endlich vor dem Einstieg, vor uns stehen zwei Gemsen und schauen uns interessiert zu. Zuerst wird eine kleine Pause gemacht, dann ziehen wir das Kletterzeug an.

Jetzt gehts los, die letzten Einweisungen für Tamara, zwecks Standplatz sind erledigt und den Partnercheck haben wir auch gemacht.

Die erste Seillänge, je noch Topo ist ein feiner IIer, dann komme ich auch schon zum Standplatz. Die Kletterei ist einfach, aber macht Spaß.

Die Tour ist gut abgesichert, es fehlen allerdings immer wieder Laschen bei den Bohrhacken. Mich stört das nicht, das Gelände ist nicht schwer und daher machen die längeren Hackenstände auch nicht wirklich Stress.

Insgesamt klettern wir acht Seillängen, die schwierigste ist zwischen III+ und IV, ich tue mich bei diesen Bewertungen sehr schwer, daher kann ich nur wiedergeben, was das Topo sagt.

Die „Glatte Wand“ ist für mich die schönste, wenn auch schwerste Seillänge. Aber eben, wie gesagt, richtig schwer ist es hier nirgends.

Die Gemsen, die wir am Anfang gesehen haben, sind weg, erst später am Gipfel werden wir die zwei neugirigen Wesen wieder treffen.

Ich bin recht froh, denn würden die Tiere über uns in der Wand rumhüpfen, wäre Steinschlag vorprogrammiert.

Die letzte Seillänge nach der „Glatten Wand“ ist einfach, trotzdem sichere ich den ersten Teil, aber dieses Unterfangen lassen wir bald schon wieder bleiben.

Dann erreichen wir den Normalweg auf den Karkopf. Das Seil wird hinter einem Stein versteckt, das möchte ich nicht bis zum Gipfel raufschleppen.

Obwohl der Weg als „Roter Wanderweg“ ausgeschildert ist, finde wir beiden nicht, daß diese Klassifizierung richtig ist. Für uns zwar kein Problem, der Weg ist gut, sind doch immer wieder versicherte Stellen auf dem Weg zum Gipfel, die eher für einen schwarzen Weg sprechen.

Nach einer Stunde vom Ausstieg der Kletterei erreichen wir den Gipfel des Karkopfs (2.469m). Wir setzen uns hin, die schwarzen Wolken, die wir vorher im Aufstieg beobachtet hatten, haben sich verzogen. Es ist Windstill und dem entsprechend auch fein. Die Aussicht ist zwar nicht berauschend, aber besser als bei unserem letzten Unternehmen.

Kurz vor dem Gipfel haben wir einen einsamen Rucksack gefunden, im Gipfelbuch finden wir einen Eintrag, daß zwei Personen heute auf dem Gipfel übernachten wollen. Wir sehen die zwei Deutschen allerdings nicht, ein wenig dubios ist die Situation schon. Aber da diese zu Zweit sind, machen wir uns, nachdem wir in die Rinnen um den Gipfel geschaut haben, keine Sorgen mehr. Vielleicht sind sie noch ein wenig weitergeklettert.

Der Abstieg gestaltet sich dann auch angenehm, das Seil hinter dem Stein wird von uns aber nicht gleich gefunden. Alle Steine schauen gleich aus. Doch dann ist auch dieses Problem gelöst und wir machen uns auf ins Tal.

Wir nehmen nicht den gleichen Abstieg, sondern gehen übers „Gratl“ und Hintereggen Richtung Tal. Der Abstieg ist teilweise spannend, aber gut zu gehen. Nachdem uns vor einiger Zeit schon das Wasser ausgegangen ist, sind wir dementsprechen froh, als wir zu einer kleinen Quelle kommen. Dass das Wasser ein wenig nach Eisen schmeckt, ist uns egal.

Bei einer Abzweigung nehmen wir den linken Weg, schlußendlich sind wir uns aber später nicht sicher, ob das wirklich die kurze Variante war. Der Weg ist wunderschön, über „Sieben Städel“ und das „Geiernest“ erreichen wir um 21:30 wieder das Strassberghaus.

Hier gönnen wir uns ein Isogetränk, die Küche ist leider geschlossen. Wir lassen den schönen Tag revue passieren, neben uns spiel ein junger Mann Ziehharmonika. Das war eine tolle Tour, da sind wir uns einig. So etwas würden wir gerne wieder mal machen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 10:00 h
Gesamtlänge: 17,91 km
Höhenmeter: 1.576 m

180708 Serles (2.717m)

Lange schon stand sie Serles wieder auf dem Programm, dieses Mal mit Letu. Im Vorfeld war mir schon bewusst, das die Strecke dem Bub auf die Substanz gehen würde, aber jedes Mal, wenn wir nach Innsbruck oder ins Wipptal fahren, stand schon der Spruch im Raume „Papa, wann gehen wir zwei auf die Serles“.Nach einem herzhaften Frühstück fahren wir über die Autobahn mit erfrischend wenig Verkehr nach Maria Waldrast. Obwohl wir nicht so früh ankommen, sind doch nur überschaubare Menschenmassen vor Ort.

Das hatte ich mir schlimmer vorgestellt. Das Wetter ist schaut nicht berauschend aus, aber das ist jetzt nebensächlich.Hinter dem Kloster und dem Parkplatz gehen wir nach links weg, hinauf in den lichten Wald.

Hier ist es erst recht steil, doch schon bald flacht der Weg ab, es geht über Latschenfelder hinüber zum Serlesjöchl (2.384m).

Einzig der letzte Aufschwung zum Jöchl ist steiler, und hier muss ich Letu das erste Mal ein wenig motivieren.

Kaum oben angekommen, sagt eine sportliche Frau zu Letu: „Harrschaft, du bischt aber a guater Bergsteiger, so wia du do aufimarschiert bischt…“.

Ein Leuchten in den Augen zeigt die neu gewonnene Motivation an, und nach einer kurzen Pause meint er von sich aus: „Papa, kumm, pack ma´s“…

Gleich hinter dem Serlesjöchl ist die Schlüsselstelle, ein Felsriegel mit einer Leiter, nichts Wildes, aber da der Berg so gut besucht ist, schon relativ speckig. Daher muß man seine Schritte gut wählen. Während Letu vorklettert, übernehme ich hinter im die „Sicherungsaufgabe“. Und gut ist es gegangen.

Kurze Klettereinlagen auf dem Weg zum Gipfel stellen keine Herausforderung dar und schon bald sind wir in Sichtweite des Gipfelkreuzes.

Die Freude steht Letu ins Gesicht geschrieben, aber auch ein wenig Müdigkeit. Der Gipfel der Serles (2.717m) ist erreicht.

Das sind immerhin über 1.000m im Aufstieg. Das ist in meinen Augen schon eine Leistung, auf die er (und ich natürlich auch) stolz sein kann.

Wir gönnen uns eine ausgedehnte Pause auf dem Gipfel, die Aussicht ist zwar nicht berauschend, aber im Dunst erkennen wir sogar Aldrans, der Patscherkofel ist nicht fern und unter uns Maria Waldrast.

Wir haben uns ein etwas windstilles Plätzchen am Gipfel ausgesucht, daher können wir eine Zeit lang bleiben, aber trotzdem ist das Wetter heute nicht so toll, als daß man hier Stunden bleiben möchte.

Der Abstieg erfordert nochmals Konzentration von uns, zu leicht rutscht man auf dem feinen Geröll ab.

Unterwegs sehen wir einen Paragleiter, der verzweifelt versucht, seinen Schirm in die Höhe zu bringen. Nachdem wir dem Wagnis eine Weile zugeschaut haben, gehen wir weiter. Das wird wohl nicht so schnell was…

Am Serlesjöchl machen wir nochmals eine kurze Pause, dann marschieren wir wieder los. Nächstes Ziel wird Maria Waldrast sein, dort werden wir uns was gönnen.

Der Latschengürtel ist rasch gequert, dann noch durch den feinen Wald, der angenehm duftet. Schlußendlich erreichen wir das Kloster.

Ein Blick in die Kirch mit einem kurzen Dankgebet darf hier nicht fehlen. Wir verhalten uns ganz unauffällig, weil gerade eine Messe gefeiert wird. Müde und zufrieden setzen wir uns in die Gaststätte. Es gibt ein Kinderwienerschnitzel und eine Hauswurst mit Kartoffel und Kraut.

Volle gut.Nach der Stärkung ist der Letu dann auch schon wieder am Spielplatz, die Strapazen sind vergessen.

Sohnemann, das hast du toll gemacht! Ich bin stolz auf dich!

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:00 h
Gesamtlänge: 11,10 km
Höhenmeter: 1.037 m

180706 Geocachen „Ochsentour“

Mein Bewegungsbedürfnis ist groß nach dieser Arbeitswoche. Da das Wetter gelinde gesagt „unguat“ ist, beschließe ich ein wenig Geocachen zu gehen. Mein Ziel ist bald identifiziert, ich fahre mit mit den Serlesbahnen zur Ochentour, einer kleinen Cacherunde in genannten Skigebiet.

Es regnet immer wieder, trotzdem komme ich gut um die Runde, die Dosen werden auch alle recht rasch gefunden.

Als ich fast am Ende bin, leuchtet mir noch was Gelbes ins Auge, bei näherer Betrachtung sehe ich überall Pfifferlinge (Eierschwammerln), die mir freudig in die Tasche springen. Gut so, Pilze, alle zu Papa…

Das gibt am Abend als Belohnung noch eine gute Schwammerlgulasch.

Tourendaten
Gesamtdauer: 8,62 km
Gesamtdauer: 2:20 h
Höhenmeter: +30m / -671 m

180701 Große Ochsenwand (2.700m)

Es ist wieder mal Sonntag und eine Tour steht an. Heute geht’s mit dem Papa auf die Große Ochsenwand. Eigentlich sollte es der 5-Gipfel-Klettersteig im Rofan werden, aber nachdem der Roßkopf, der längste Teil des Klettersteigs zur Zeit wegen eines Felsabbruchs gesperrt ist, suchten wir uns eine Alternative. Und das sollte dann der Schlicker Klettersteig auf die Ochsenwand werden. Wir starten heute gemütlich mit der Seilbahn von Fulpmes hinauf zum „Panoramarestaurant Kreuzjoch (2.136m).

Von dort ist der Weg zum Ochsenwand-Klettersteig schon gut ausgeschildert. Zuerst machen wir mal (minus) 300 Höhenmeter, das heißt, es geht mal wieder runter. Im Hintergrund ist schon „unsere“ Wand zu sehen.

Das ist auch selten, aber das gibt´s. Oberhalb der Zirmachalm erreichen wir den Einstieg ins Kar zum Klettersteig. Die wenigen Höhenmeter bis zur roten Markierung bringen wir rasch hinter uns, teils auch ohne Weg, der hier in letzter Zeit ein wenig gelitten hat.

Am Einstieg sind schon zwei Personen beim Herrichten, das heißt für uns, eine kurze Pause machen, sonnencremen und dann das Kletterzeug anziehen. Als wir fertig sind, ist das ältere Pärchen vor uns schon eingestiegen und ein paar Höhenmeter raufgeklettert.

Der Einstieg stellt auch gleich die schwerste Stelle des Klettersteiges dar, wenn gleich das nur auf die Kletterschwierigkeiten bezogen ist. Da man sich hier noch sehr nahe zum rettenden Boden befindet, ist die Kletterei ohne Probleme.

Der Steig zieht dann relativ direkt hinauf in die Wand, die ganze Anlage ist gut in Schuss, wenngleich man dem Steig, obwohl vorbildlich saniert, das Alter schon ein wenig ansieht.

Der Schlicker Klettersteig zählt zu den ältesten Kletteranlagen in Tirol.

Nachdem der erste längere Teil des Steigs durchklettert ist, kommt eine Gehstrecke, die immer wieder von kurzen, einfachen Kletterstellen, teils auch ungesichert, unterbrochen ist. Eine sehr originelle Stelle ist der sogenannte Spreizschritt, den man sehr einfach überklettern kann.

Dann schlängelt sich der Pfad am Grat entlang hinauf zum Gipfel.

Aufziehender Nebel kurz vor dem Gipfel lässt uns kurz zaudern, aber am Gipfel angekommen ist es fast windstill, und schon bald reißt der Nebel auf.

Die Fernsicht ist nicht berauschend, aber im Nahbereich können wir viele schon begangene und zukünftige Ziele ausmachen… das sind Gipfel für 10 Menschenleben… Kurz nach uns kommt noch ein holländischer Mann, ein Student aus Innsbruck am Gipfel an. Wir unterhalten uns eine Weile, dann macht sich Karsten wieder auf, während wir noch fünf Minuten am Gipfel verweilen.

So fein es heute hier auch ist, wir müssen wieder ins Tal, der Weg ist noch lange, wir haben noch einen Abstiegsklettersteig bis zur Alpenklubscharte vor uns, und dann müssen wir auch noch die Seilbahn erreichen. Also los, sagen wir uns und marschieren. Zwei Personen sind noch am Gipfel, das ältere Pärchen, das wir schon beim Einstieg gesehen hatten. Wir verabschieden uns, dann geht es über einen schönen, leichten Grat bergab. Eine Stelle gefällt mir besonders, daher will ich mein iPhone auspacken, da packt mich ein Schrecken… es ist nicht mehr da. Auweh, denke ich mir, das habe ich jetzt auf dem Gipfel liegen gelassen. Also nochmals ein paar Meter zurück, zum Glück sind wir noch nicht weit gegangen… und da liegt es auch noch und harret seinem Besitzer.

Der weitere Abstieg ist zuerst auf gut gangbaren Serpentinen, dann kommt der Abstiegsklettersteig, der aber auch keine größeren Schwierigkeiten aufweist.

Die Aussicht ist wie immer phänomenal, einige Kletterstellen sind es auch.

Einen Klettersteig absteigen ist einfach anders, als der Aufstieg. Aber ohne Probleme erreichen wir nach einer Weile die Alpenklubscharte.

Hier entledigen wir uns des Klettersteigsets und schauen nochmals zurück. Wo sind wir da wohl gewesen, in der abweisenden Wand? Plötzlich sehen wir das ältere Pärchen, das auch im Abstieg ist. Schaut wilder aus, als es ist…

Von der Alpenklubscharte zieht der Weg in schönen Serpentinen, über Bergwiesen und Latschenfeldern hinunter zur Schlicker Alm. Wir gehen weiter, zuerst am Forstweg, dann noch auf einem Waldweg hinab zur Bruggeralm und der gleich nebenan gelegenen Mittelstation der Kreuzjochbahn.

Welch ein Glück, die Bahn fährt noch, wir haben es auf zehn Minuten vor Betriebsende geschafft. Ansonsten wäre uns noch ein weiterer Fußmarsch nach Fulpmes bevorgestanden. So strecken wir unsere Füße aus und lassen uns hinunter ins Tal karren.

Beim Auto werden die Schuhe gegen feinere, leichtere Fußbekleidung getauscht, auf dem Weg nach Hause bleiben wir noch am Grünwalderhof stehen. Die Sonnenterasse ist heute nicht besonders voll, daher bekommen wir einen Logenplatz über dem Wipptal und Stubai. Obwohl die Fernsicht nicht so toll ist, genießen wir die Aussicht bei einem Bier. Die anschließende Rechnung vergällt uns aber nur peripher den wunderschönen Tag.

Es war eine wunderschöne Tour, die wir heute gemeinsam machen konnten, und es hat mir viel Spaß gemacht.

Tourendaten
Gesamtlänge: 13,89 km
Gesamtdauer: 5:50 h
Höhenmeter: 1.151 m
KS-Rating: C/D