Archiv für den Monat August 2024

240831 Patscherkofel (2.246m)

Das Wetter ist schön, aber die Zeit begrenzt. So greift man gerne auf Altbewährtes zurück. Der Kofel, fast direkt vor der Tür gelegen, wird wieder einmal zum Ziel erkoren. Mit dem Bus von Aldrans zur Talstation, dann gleich, dank Jahresticket, hinauf in kühlere Regionen.

Von der Bergstation (1.965m) wandern wir über den Steig oberhalb der Forststraße in Richtung Gipfel des Patscherkofels.

Den Steig sind wir in früheren Tagen öfter gegangen, die Kinder und ich. In den letzten Jahren haben wir immer wieder neue Gebiete erwandert, es ist schön, hier mal wieder entlang zu gehen.

Der Patscherkofel liegt aussichtsmäßig sehr günstig, man sieht ins Wipp-, Stubaital, ins Ober- und Unterland und natürlich auf die Landeshauptstadt.

Gekrönt wird der Gipfel von einer monströs großen Sendeanlage, für Fernsehen, Rundfunk, aber auch Telekommunikation.

Wir erreichen nach knapp 30 Minuten das Gipfelkreuz…

… wir machen ein „schnelles“ Gipfelfoto, dann wandern wir auch schon weiter, denn hier ist heute noch nicht Schluss.

Vorbei an der Sendeanlage, über den Osthang wandern wir in Richtung Boscheben.

Ich finde es schon interessant, wie sich eine Landschaft über die Jahreszeiten ändert. Das letzte Mal war ich im Winter hier, hier sind wir die Route Roman abgegangen.

Immer am Grat entlang, nur manchmal weicht der Weg in Richtung Viggartal aus. Die Aussicht ist auf jeden Fall wunderschön, egal ob in den Süden oder den Norden.

Vor uns liegen das Kellerjoch, Neuner- und Viggarspitze und die Sonnenspitze mit Glungezer. Einige dieser Gipfel bin ich gerade vor kurzem im Zuge des „Inntaler Höhenweges“ abgegangen.

Obwohl mir der Weg sehr vertraut ist, finde ich immer neue Aspekte, langweilig wird mir der Pfad nie. Unterhalb des Sistranser Schützenkreuzes hindurch kommen wir zum nächsten Abhang.

Rückblickend sehen wir die beeindruckende Sendestation auf dem Kofel.

Nun geht es fast durchgängig abwärts, bis wir schlussendlich bei Boscheben das kleine Gasthaus erreichen.

Hier beschließen wir, eine kleine Einkehr zu machen. Essen gibt es auf Anfrage noch keines, aber was zu trinken bekommen wir. Komisch finde ich, dass 10 Minuten später ein paar Leute Erbsensuppe, Brote und Kuchen kredenzt bekommen.

Ein wenig irritiert verlassen wir den eigentlich gemütlichen Platz, beim Kreuz machen wir noch ein Foto, das ist auch unter Umkehrpunkt.

Am unteren Zirbenweg entlang wandern wir flotten Schrittes wieder zurück zur Kofel-Bergstation.

Durch das Zirbentor hindurchgehend, beenden wir unsere Wanderung über den Kofel.

Beim Schutzhaus machen wir nochmals eine Rast, hier bekommen wir alles was das Herz begehrt. Wir gönnen uns ein gutes Mittagessen, heute ist es richtig fein.

Das Essen ist wunderbar, wir genießen die Rast hier oben. Mit der Kofelbahn fahren wir wieder zurück ins Tal, und mit dem Bus, der schon auf uns wartet, geht es zurück nach Aldrans!

Eine gemütliche Tour, die bei „fast jedem Wetter“ gemacht werden kann. Allerdings ist so wunderschönes Wetter wie heute das sprichwörtliche i-Tüpfelchen!
Wunderbar war´s…

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:23 h
Gesamtlänge: 5,52 km
Höhenmeter: 302 m

240824 Haneburger (2.596m)

Heute steht eine besondere Tour auf dem Programm. Schon vor längerer Zeit haben wir, Wolfgang, Paul und ich, Andi eine „Tour seiner Wahl“ geschenkt. Heute schaffen wir es, Andi hat sich den Haneburger mit EBike und Bergtour gewünscht. Eine super Wahl, finde ich!
Das Wetter ist auch perfekt, so steht einem wunderbaren Tourentag nichts im Wege.

Wir starten direkt in Aldrans, mit dem EBike fahren wir über Rinn und Tulfes, da wir relativ früh am Weg sind, ist die Anfahrt über die Hauptstraße relativ angenehm, nicht zu viele Autofahrer.

Rasch erreichen wir Tulfes, ich bin überrascht, wie angenehm die Fahrerei mit dem Rad ist. Ich konnte mir das Bike von Andi ausleihen, super gewartet und eingestellt, da macht das Fahren gleich zweimal so viel Spaß.

Wir fahren von Tulfes hinauf nach Windegg, diese Kanzel hat einen wunderschönen Ausblick auf Innsbruck und das Inntal.

Das Wetter ist perfekt, es ist schon relativ warm, und keine Wolke trübt den blauen Himmel!

Von Windegg fahren wir über die Schotterstraße fast eben nach Volderwildbad. Dort fängt nun die ansteigende Forststraße ins Voldertal an.

Wir folgend diesem Weg bis zur Abzweigung auf die Vorbergalm (1.668m).

Hier drehen wir in die entgegengesetzte Richtung, nun geht es hinauf auf die Markisalm (1.896m).

Ein wenig abseits der Alm stellen wir unsere Räder in den Wald, nun müssen wir per Pedes weiter gehen. Der Erste ist gleich der abenteuerlichste Teil unserer Tour, weglos führt uns Wolfi durch den Zirbenwald, bis wir, fast ein wenig erleichtert, den Steig auf den Haneburger finden.

Wie ich schon mit Biggi feststellen mußte, ist aktuell die Moosbeerzeit angebrochen. Zum Klauben komme ich heute nicht, aber ich stecke mir immer wieder ein paar süßen Beeren in den Mund.

Den Wald haben wir nun hinter uns gelassen, die Aussicht auf das Inntal ist wie gewohnt wunderschön, die Fernsicht heute ein Traum.

Stehig, mit feinem Tempo ziehen wir höher und höher, der Gipfel schaut extrem weit entfernt aus.

Trotz dem steht Höhersteigen bleibt noch genügend Zeit für Unterhaltung und Erklärungen von Wolfi…

Doch Distanzen täuschen (nicht nur) mich immer wieder. Der Weg führt direkt zum Gipfel, dem entsprechend schnell machen wir Höhenmeter.

Unter uns liegt nun gut sichtbar das Voldertal, die Markisalm, im Hintergrund sehen wir den Schartenkogel und die Hinterseite des Glungezer-Skigebiets.

Wolfi kennt sich hier super aus, er erklärt uns immer wieder spannende und interessante Fakten über das Voldertal, den Glungezer und überhaupt über die Tuxer.

Kurzweilig erreichen wir den Gipfel. Für Andi ein kurzer, sehr emotionaler Moment, endlich hat er ein lange gehegtes Ziel erreicht! Bravo!

Wir genießen die Rundschau, dann setzen wir uns ein paar Meter unterhalb des Gipfels in eine Kuhle und packen die Brotzeit aus. Dank Andi habe ich auch Marschverpflegung bekommen, an Bargeld kauend wäre ich wohl verhungernd am Gipfel geblieben.
Wolfgang und Andi haben noch einen guten Schnaps dabei, so gestärkt kann uns nichts mehr passieren!

Vor ein paar Jahren bin ich die Strecke vom Largoz am Grat in Richtung Haneburger und Malgrübler gewandert… wegen Schnees musste ich dann allerdings abbrechen. Umso glücklicher bin ich heute, dass ich in toller Runde hier oben stehe.

Für den Abstieg brauchen wir, auch wegen dem verblockten Gelände, fast gleich lang wie für den Aufstieg! Immerhin erreichen wir, mit feinen Gesprächen, zügig wieder die Almwiesen.

Über diese Matten wandern wir rasch weiter in Richtung der Fahrräder.

Wolfgang findet zielsicher die Abzweigung in die Pampa, wir müssen ja wieder unsere Ebikes finden.

Vorbei an uralten Zirben, manche mögen ein paar Jahrhunderte alt sein, suchen wir unseren Weg.

Wolfgang hat ein gutes Näschen für den Weg, wir finden einen Hochstand wieder, den wir im Aufstieg gesichtet hatten, nun ist klar wo wir hin müssen.

Ab hier erreichen wir die Räder zielsicher und schnell. Rasch haben wir diese flottgemacht, dann fahren wir den selben Weg wieder hinunter ins Tal.

An der Voldertalhütte machen wir eine verdiente Pause, hier gibt es Bier und gutes Essen, genau das was wir jetzt wollen! Wir stoßen nochmals auf das gelungene Geburtstagsgeschenk an. Das hat allen sehr viel Spaß gemacht!

Nach der ausgedehnten Rast fahren wir über Kleinbergstraße nach Tulfes und über die Dörferstraße weiter.

Das Wetter hat sehr gut gehalten, es ist immer noch fein warm. Der Akku am Rad zeigt auch noch 25% Ladung, es ist nun Zeit den Turbo einzuschalten.

Bei Andi und Gabi zu Hause gibt es dann nochmals einen Ausklang mit Brotzeit und lustigen Geschichten!

Ein rundum gelungener Tag, der uns noch länger in Erinnerung bleiben wird.

Tourendaten
Bike Hinfahrt
Gesamtdauer: 1:58 h
Gesamtlänge: 18,86 km
Höhenmeter: △ 1.286 m / ▽ 107 m

Aufstieg Haneburger
Gesamtdauer: 3:05 h
Gesamtlänge: 5,26 km
Höhenmeter: △▽ 690 m

Bike Rückfahrt
Gesamtdauer: 21,29 km
Gesamtlänge: 1:00 h
Höhenmeter: △ 203 m / ▽ 1.306 m

240823 Glungezer-Klettersteig

Was bietet sich für einen Freitag Nachmittag als sportliche Aktivität an… naja, das zähle ich jetzt nicht alles auf, aber Eines geht immer wieder: Ein kurzer Klettersteig. Wir haben uns zum Einstimmen den Glungezer Klettersteig ausgesucht, Biggi ist mit Georg dabei, Letu und ich.
Wir benutzen die Bahn zum Hochfahren, damit verkürzen wir die Strecke immens.

Heuer ist das der erste Klettersteig, die Euphorie, die ich vor ein paar Jahren für das Ferrata-gehen entwickelt hatte, ist wohl ein wenig eingerostet. Umso mehr freue ich mich, dass die Jugend heute dabei ist!

Bei der Y-Stütze ist eine Markierung und auch ein besonderer Zirbenbaum auf einem Felsblock. Hier steigen wir ein paar Meter den Hang empor, dann ziehen wir uns das Klettersteigset an.

Der Einstieg ist extrem leicht, eigentlich ist hier gar kein Set notwendig. Aber Übung macht den Meister, erklären wir. Über einen Einfachen Blockrücken steigen wir hoch, dann ist das Seil wieder ein paar Meter unterbrochen.

Der Klettersteig ist sehr gut angelegt, die Erbauer haben sehr viel aus der Landschaft geholt. Dennoch ist die Ferrata eben sehr einfach und sicher kein Sportklettersteig. Aber für Kinder, oder für Wiedereinsteiger stellt der Weg doch einen schönen Aufstieg dar.

Die Aussicht auf das Skigebiet ist exzellent. Man sieht , dass in den letzten Jahren viel investiert wurde. Der Zirbensee, so der eingängige Name, stellt eine der auffälligsten Änderung dar.

Nun kommen doch ein paar „knackigere“ Stelle, der Spaßfaktor ist auf jeden Fall größer.

Es ist ein lustiges Auf und Ab, um den Steig recht attraktiv zu machen, mussten ein paar nicht ganz logische Schlenker eingebaut werden. Anstatt an einer Stelle logischerweise geradeaus weiter zugehen, müssen wir fast umdrehen, um in ein kleines Tal abzusteigen. Daraufhin geht der Steig wieder in die Höhe.

Es macht uns auf jeden Fall viel Spaß, das Wetter ist wieder einmal auf unserer Seite…

Ein paar Blöcke sind senkrecht angebohrt, hier muss man ein kleines bisschen zugreifen, dann können wir wieder ein paar Meter spazieren.

Eine lustige Stelle ist das „Versteck des Bergmändchens“, ein knapper Schlitz, der in die Höhe führt.

Gleich im Anschluss kommt nochmals ein sehr enger Schlupf, in den ich nun mit abgenommenem Rucksack durch passe.

Das ist sicher eines der Highlights der Tour, aber überhaupt nicht schwer, nur eben recht eng.

Wir erreichen eine Seilbrücke, ein Blick auf die Uhr zeigt uns, dass es knapp werden könnte mit der Gondel-Abfahrt, wenn wir noch weitergehen. Also beschließen wir, hier Ende zu machen. Die Buben probieren noch ein paar Stunts an der Brücke, während Biggi und ich unsere Sachen einpacken.

Zum Abstieg wählen wir den Sommersteig über die Schäfferhütte. Diesen Weg bin ich im Winter schon öfter mit Tourenski gegangen, im Sommer war ich erst einmal hier.

Der weitere Weg führt über die Piste, eigentlich so wie wir hoch gegangen sind.

Murmeltierbaue sehen wir viele, aber die putzigen Pelztiere sehen wir heute leider nicht.

Bei Halsmarter beschließen wir noch eine Einkehr zu machen, da wir alle hungrig sind, schlagen wir hier richtig zu… Burger, Flammkuchen, und natürlich braucht es auch was trinken… so lassen wir es uns gut gehen. Richtig fein war´s…

Tourendaten
Gesamtdauer: 2.14 H
Gesamtlänge: 3,75 km
Höhenmeter: 323 m

240816 Säuling (2.048m)

Nachdem wir letzte Woche den „Inntaler Höhenweg“ absolviert haben, steht die zweite Urlaubswoche im Zeichen der Arbeit, wohlgemerkt Arbeit auf der Hütte. Hier haben sich ein paar Aufgaben angesammelt, in erster Linie die Umfassungsmauer, die neu geschichtet werden muss.

Natürlich finden wir daneben auch viel Zeit für entspannende Sachen. Es ist sehr heiß, daher gehen wir Nachmittags meist schwimmen, Ache, Uri- oder Frauensee, die Auswahl ist groß.

Am Freitag haben wir dann mit meinem Papa ausgemacht, den Säuling mit neuem Gipfelkreuz zu besuchen. Um 8:00 Uhr in der Früh brechen wir, Papa, Letu und ich, von der Hütte auf.

Den ersten Teil müssen wir wieder über die Forststraße wandern, die Temperaturen sind schon sehr hoch.

Bei der Abzweigung nehmen wir erst den Weg ostwärts, dann zweigen wir in Richtung Säulinghaus ab.

Durch den Wald, über Stock und Stein wandern wir immer höher. Der Säulingipfel kommt immer näher.

Das Säulinghaus lassen wir im Aufstieg aus, dort werden wir nachher noch ein Bierchen trinken. Jetzt

Es sind ein paar Wolken am Himmel, aber eigentlich ist das Wetter, zumindest am Anfang ganz OK. Der steile Teil durch die Südwand meistern wir rasch.

Wieder einmal muss ich feststellen, dass der Weg in keinem so guten Zustand ist. Die Mengen an Leuten, die hier rauflaufen, haben Spuren hinterlassen.

Letu macht es Spaß, für Papa ist es schon fast Routine, hier hochzusteigen. Und für mich ist es natürlich immer wieder besonders, obwohl ich schon so oft hier gestanden bin.

Nach dem Sattel zieht der Nebel ein, plötzlich sehen wir nur mehr ca. 20m. Und dann sehen wir plötzlich, wie aus dem Nichts, einen Steinbock. Welch ein Bild, das majestätische Tier gegen den Nebelvorhang zu sehen.

Wir streben weiter hoch, nun sind es nur noch ein paar Meter zum Gipfel.

Schlussendlich müssen wir noch über den Grat, dann sehen wir das neue Gipfelkreuz.

Schön, dass wir es geschafft haben, heuer, 2024 wieder mal den Säuling (2.048m) bestiegen zu haben. Wir setzen uns unter das Kreuz und schauen durch sich immer wieder öffnende Wolkenfenster ins Tal.

Nun heißt es wieder, den gleichen weg zurück zu gehen, wir kommen gut voran, mittlerweile sind ein paar Wanderer auf dem Weg zum Gipfel. Dank des nicht so tollen Wetters ist der Ansturm heute aber überschaubar.

Immer wieder geben die Wolken kurze Blicke ins Tal frei, um dann wieder eine dicke Watteschicht zu bilden.

Doch je tiefer wir kommen, desto lichter wird das Wolkenspiel und wahrscheinlich haben wir auf der Hütte schon wieder ein wenig Sonne.

Der Abstieg dauert ungefähr gleich lange wie der Aufstieg, weil man bei dem losen Geröll und Schotter immer vorsichtig absteigen muss.

Die letzten Meter zur Hütte schaffen wir auch noch gut, dann haben wir nochmals Glück…

Direkt oberhalb der Hütte sehen wir nochmals zwei junge Steinböcke, die hier auf der Schotterhalde unterhalb des Aufstieges grasen.

Bei der Hütte treffen wir mit Biggi und Georg, die ein wenig später aufgestiegen sind, zusammen, das Timing könnte nicht besser sein. Wir bestellen uns Getränke und was zu essen! So macht Bergsteigen Spaß.

Die Buben sitzen irgendwann still im Schatten, die Handys sind nicht weit. Auch sie haben die Tour genossen.

Der Säuling ist immer wieder einen Aufstieg wert. Ich bin immer wieder gerne auf diesem besonderen Gipfel. Insgeheim freue ich mich schon auf den nächsten Aufstieg!

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:25 h
Gesamtlänge: 8,98 km
Höhenmeter: 955 m

240810 Zusammenfasstung Inntaler Höhenweg

Der Inntaler Höhenweg war eines der Highlights dieses Jahres. Die Tour war super , das Wetter war immer fein, und wir hatten Glück mit den Hütten und auch mit den Mit-Wanderern.

Etappe I

Etappe II

Etappe III

Etappe IV

Etappe V

Etappe VI

Tourendaten (gesamt)
Gesamtdauer: 25:25 h
Gesamtlänge: 77,5 km
Höhenmeter: ∆ 5.140 m / ∇ 5.742 m

240809 Inntaler Höhenweg Etappe VI (Kellerjoch)

Der letzte Tag unserer Wanderung ist angebrochen, das Wetter ist (zumindest auf unserer Höhe wunderbar. Das Frühstück hier auf der Kellerjochhütte ist ein super Start in den neuen Tag, ein Blick aus dem Fenster zeigt blauen Himmel, mit einer Nebeldecke im Tal.

Wir beschließen, noch zur Kapelle am Kellerjoch aufzusteigen, um die Aussicht zu genießen. Die Rucksäcke bleiben in der Hütte, da wir eh den gleichen Weg zurück müssen.

Der Aufstieg ist teilweise drahtseilgesichert, schwierig ist er allerdings nicht. Unterwegs treffen wir immer wieder auf Schafe, die überraschend geländegängig sind.

Die Kapelle wurde 1931 eingeweiht, betreut wird sie von den Schwazer Schützen. Schon viele Male hat hier der Blick eingeschlagen oder der Föhn zugeschlagen. Das ist der exponierten Lage des kleinen Gotteshauses geschuldet.

Der Blick ins Inntal, mit der sich lichtenden Wolkendecke, ist ein würdiger Abschuss unserer Tour.

Auch im Zillertal liegt noch Hochnebel, dieser sieht noch ein wenig kompakter aus als im Inntal.

Wir genießen die Sonne an der Kapelle, und natürlich den wunderbaren Rundumblick.

Am Rückweg passieren wir wieder die Schafe, die sich hier weidlich am Gras satt fressen. Zumindest bei gutem Wetter ein Paradies für die Tiere.

Wir wandern wieder zurück zur Kellerjochhütte, holen unsere Rucksäcke, verabschieden uns, dann steigen wir ab, in Richtung Hecherhaus.

Der Hochnebel hat sich nun fast ganz verzogen, wir sehen einen Teil unserer Tour, den Patscherkofel und auch näher den Gilfert. Eine tolle Tour, das muss ich schon sagen!

Vom Kellerjoch wandern wir Richtung Naunz, hier werden wir fündig… wir packen die Wasserflasche aus, die wir vorsorglich entleert haben und klauben Moosbeeren. Wir haben genau den richtigen Platz gefunden, süß und groß sind die „gschmackigen“ Früchte.

Schon gestern hatten wir beim Aufstieg vom Loassattel viele Moosbeeren (Heidelbeeren) gesehen, aber noch keine Zeit und Muße gehabt, diese zu sammeln. Heute ist das anders.

Nachdem wir unsere Behältnisse gefüllt haben, wandern wir weiter. Wir erreichen den Arbeserkogel (2.026m). Hier kann man noch die Überreste des alten Liftes sehen, der vom Hecherhaus herauf geführt hatte.

Steil wandern wir ins Inntal, nun sehen wir schon das Hecherhaus, das auch als Bergstation der Kellerjochbahn dient.

Hier kehren wir ein, gönnen uns eine kleine Jause. Gestärkt wandern wir, nachdem wir uns gegen die Liftbenutzung entschieden haben, am Wanderweg tiefer ins Tal

Der Steig ist schön und wir sind froh, diese Option gewählt zu haben. Rasch steigen wir tiefer und tiefer. Unterwegs finden wir noch eine kümmerliche Hand voll Pilze.

Schließlich erreichen wir die Talstation der Kellerjochbahn, damit auch das Ende unserer tollen Wanderung.

Ein Blick auf den Fahrplan zeigt uns, dass wir noch viel Zeit zum Warten haben, daher beschließen wir noch auf ein Getränk ins Hotel Frieden zukehren.

Der Ausblick von der Terrasse auf das Inntal ist phänomenal. So ausgerastet, machen wir uns pünklich auf zum Bus.

Eine spannende Fahrt vom Berg ins Tal ist die Busfahrt allemal, wohlbehalten erreichen wir zuerst Hall, und dann fahren wir über Innsbruck zurück nach Aldrans.

Der Inntaler Höhenweg, der mir schon ein paar Jahre immer wieder unterkommen ist, ist endlich absolviert. Und das in bester Gesellschaft. Die Wanderung hat sehr viel Spaß gemacht, die Hütten waren alle Tipp-Topp, das Wetter hat auch gut mitgespielt. Sozusagen alles perfekt! So eine Tour kann ich mir bald wieder vorstellen!

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:18 h
Gesamtlänge: 7,04 km
Höhenmeter: ∆ 168 m / ∇ 1022 m

240808 Inntaler Höhenweg Etappe V (Gilfert)

Heute steht die Königsetappe auf dem Programm. Wir haben uns einen alternativen Zustieg zur Kellerjochhütte überlegt, damit wir nicht über Hochfügen gehen müssen. Bei bestem Wetter starten wir bei der Rastkogelhütte los, zuerst folgen wir dem selben Weg, den wir gestern gekommen sind.

Wir passieren das Sidanjoch, von hier sehen wir schon auf den weiteren Weg mit dem kleinen Gilfert.

Überall in den Tuxern finden wir Weidevieh, die Almen hier sind riesig und sind, zumindest mit menschlichen Augen gesehen, ein Tierparadies! Über sprießt das Gras und dazwischen liegen schöne Tümpel zur Wasserversorgung.

Kurz nach dem Sidanjoch erreichen wir die Abzweigung auf den Kleinen Gilfert (2.388m). Ein schöner, wenn auch schmaler Pfad führt hier auf den Gipfel. Immer wieder fallen uns religiöse Symbole in der Landschaft auf.

Auf dem Gipfel des Kleinen Gilfert ist ein Freidenssymbol installiert, das den Weltreligionen huldigt.

Vom Gipfel steigen wir nach Norden, Richtung Pfundsalm ab. Im Sattel angekommen, steigen wir nun weglos in Richtung Pfaffenbichl (2.431m). Teils am Zaun entlang erreichen wir felsigeres Gelände.

Nun heißt es, im Felslabyrinth einen Weg auf den Gipfel des Pfaffenbichls zu finden.

Meist recht einfach, einmal müssen wir ein kurzes Stück zurück, erreichen wir den abenteuerlichen Gipfel.

Am Gipfel genießen wir den Rundumblick, machen eine kurze Trinkpause. Dann steigen wir wieder Richtung Nordwesten, nun auf einem kleinen Steiglein, hinab zur Bergstation bei der 8er Alm von Hochfügen.

Ich bin nun froh, dass wir den Weg über die Gipfel gegenüber der Strecke oberhalb von Hochfügen gewählt haben.

Ab der Bergstation wird der Weg nun grasig und lieblich, immer am Grat entlang, mit den nächsten Gipfeln vor uns aufgereiht. Die Wolken werden immer mehr, das bereitet uns ein wenig Sorgen.

Als nächstes erreichen wir den Gipfel des Metzen (2.355m). Nur eine einfache Stange markiert den höchsten Punkt.

Wieder steigen wir ein wenig ab, um gleich wieder hochsteigen zu müssen. Der Blick ins Inntal wird nun besser und besser, allerdings sehen wir damit auch die Gewitterfront, die auf uns zukommt.

Rückblickend auf Metzen und Pfaffenbichl schaut der Himmel viel freundlicher aus.

Wir beschließen, den Gipfel des Gilfert raschest möglich zu erreichen, denn sollte uns der Sturm wider erwarten doch noch erwischen, wären wir zumindest nicht mehr so exponiert.

Am Gipfel ziehen wir unser Regengewand an, es hat schon ein wenig getropft. Doch wir sind immer noch zuversichtlich, dass wir nicht ins schwere Wetter kommen werden.

Und genau so verhält es sich dann auch. Die Regenfront streift uns nur ganz leicht, schon bald können wir das Regenzeug im Rucksack verstauen, es ist immer noch warm und die Regenwolken verziehen sich auch schon wieder.

Nun folgen wir dem Steig hinab zum Graukopf und dann weiter zu den Gamssteinen.

Erst erreichen wir den Großen Gamsstein (2.142m), den wir direkt überschreiten.

Das Wetter ist zwar nun trocken geblieben, aber von Zeit zu Zeit kriechen Nebelwolken über den Boden und nehmen uns die Sicht. Ich mag diese Stimmung, wenn man den Weg nur von Zeit zu Zeit sehen kann.

Der Abstieg vom Gilfert zum Loassattel zieht sich, der Weg ist zwar gut, aber eben teilweise steil und einfach nur lang. Zwischendurch erreichen wir den Kleinen Gamsstein (1.924m), der ein wenig abseits vom Weg liegt.

Dann wandern wir weiter durch Alpenrosen- und Moosbeerfelder.

Wir können den weiteren Weg nun gut einsehen, zuerst müssen wir in die Loas (1.675m), dann müssen wir wieder den Anstieg auf das Kellerjoch angehen. Von hier sieht das noch relativ weit aus.

Bald erreichen wir den Loassattel, Biggi meint, dass nun eine Pause unausweichlich ist. Zum Glück gibt es auf der Loas ein Gasthaus, das weithin bekannt für seine Schnitzel ist. Dort wollen wir eine Einkehr halten.

Das Gasthaus, von dem ich schon öfter gehört habe, liegt ein paar Meter unterhalb des Sattels, schon bald haben wir es erreicht.

Wir bestellen uns gemeinsam ein (1!) Schnitzel, und wir werden beide locker satt. Die Portion ist sehr großzügig ausgefallen und das Schnitzel wirklich sehr köstlich. Wir fühlen, wir neue Kraft in uns strömt. Die Pause tut auf jeden Fall gut.

Nun ist der weitere Weg auch nicht mehr so erschreckend. Wir haben gut gerastet und sind wieder motiviert. Wir nehmen den Hochebenweg, der ein wenig flacher in Richtung Naunz führt.

Bei der Naunz müssen wir uns fast 180° in Richtung Süden drehen und nun folgen wir dem Grat hinauf zur Kellerjochhütte (2.237m)

Schließlich erreichen wir die letzte Hütte unserer Wanderung. Am Eingang treffen wir „unsere“ Wiener wieder, die über Hochfügen aufgestiegen sind.
Auch werden wir gleich informiert, dass das Wasser rationiert wurde, da der Tank leer ist. Wir bekommen für die tägliche Hygiene eine Flasche Wasser, aus dem Wasserhahn kommt nichts mehr.

Ab Abend bekommen wir ein wunderbares Essen kredenzt, dazu schönste Farbenspiele am Himmel, die wir unter anderem durch das Stubenfenster beobachten können.
Die Nacht verbringen wir zusammen mit den Wienern in einem Vierbett-Zimmer. Auch hier haben wir wieder viel Glück.

Am Abend ist es frisch geworden, das ist das erste Mal, dass wir am Abend eine Jacke brauchen. Der kurze Regen hat doch ein wenig Abkühlung gebracht.

Tourendaten
Gesamtdauer: 8:20 h
Gesamtlänge: 19,49 km
Höhenmeter: ∆ 1.522 m / ∇ 1.401 m

240807 Inntaler Höhenweg Etappe IV (Rastkogel)

Nach einer guten Nachtruhe im Zweibettzimmer stehen wir vergnügt auf, wir freuen uns schon auf die nächste Etappe. Das Frühstück ist sehr gut, wie eigentlich alles hier auf der Weidener Hütte.
Auf der Veranda sitzen unsere zwei deutschen Kollegen, der Wetterbericht verspricht Gewitter schon am späten Vormittag. Sie haben beschlossen, das Risiko nicht einzugehen, und über den Talboden abzusteigen.
Biggi und ich unterhalten uns mit dem Hüttenwirt, dieser meint, dass wir das leicht schaffen, den Rastkogel haben wir bei Gewitterbeginn schon hinter uns. Da der Himmel auch vielversprechend ausschaut, fällt die Entscheidung auf „Weitergehen“.

Der Himmel ist, von einer paar Wolken im Süden abgesehen, strahlend blau. Eigentlich unvorstellbar, dass schon bald alles anders sein könnte.
Von der Hütte steigen wir zum Nafingsee auf, an diesem vorbei über Almrosen-Weiden und einer kleinen Almhütte immer weiter zum Joch.

Die Kühe werden gerade gemolken, 4 Senner sind gerade fleissig am Werk, das Vieh abzufertigen

Unser Weg liegt noch im Schatten, das ist angenehm, weil fein kühl. Wir werden gegen Mittag noch lange genug in der Sonne laufen!

Der Olperer zeigt sich heute wieder einmal in all seiner Pracht, ein wunderschöner Berg, den man speziell hier in den Tuxern immer wieder gut sehen kann.

Unter uns liegt das Geisljoch, unser Weg führt uns jedoch hinauf zum Nafingjoch (2.489m). Dort verweilen wir einen Moment, genießen den Rundumblick, bevor wir uns zum Aufstieg auf den Rastkogel machen.

Vom Joch haben wir einen wunderbaren Ausblick auf den Hauptalpenkamm.

Unterhalb vom Nafingjoch sind „komische“ Rippen im Gelände, teilweise sind kleine Seen und Teiche dazwischen. Wir wundern uns über die Entstehung dieser „Wellen“.

Südseitig passieren wir die Halsspitze, ein kleiner unmarkierter Gipfel, den wir auslassen. Unter uns liegen die wunderschönen Rastkogelseen.

Bald erreichen wir das Nurpensjoch, das den Abschluss des gleichnamigen Tals darstellt. Dort war ich vor Jahren auf der Haglhütte, mit dem Mountainbike.

Der Weg zum Gipfel schaut noch weit aus, das Hinweisschild relativiert die Gehzeit… lange haben wir es nicht mehr und das Wetter hält noch gut. Zum Glück haben wir die Tour nicht abgebrochen.

Rückblickend sehen wir nochmals die Rastkogelseen und den Olperer.

Der Grat wird ein wenig ausgeprägter, nun ist der Gipfel nicht mehr fern.

Die letzten Meter führen durch leichtes Blockgelände, dann haben wir den höchsten Punkt der Etappe, den Rastkogel (2.762m) erreicht.

Der Ausblick ist überragend, am Himmel zeigen sich leichte Cirren, aber das Wetter schaut noch stabil aus.

Wir gönnen uns eine längere Pause, essen unsere Jause, packen die Landkarte und das Fernglas aus und genießen das Panorama! Eine tolle Aussicht haben wir hier!

Nach der ausgedehnten Pause und einem Gespräch mit einem weiteren Bergsteiger setzen wir unseren Weg fort. Wir steigen ostwärts ab, unter Dreispitz-, Breiten- und Rosskopf führt uns der Weg durch ein namenloses Hochtal.

Hier liegen noch größere Schneereste in den schattigen Passagen, eine Spur auf der Schneedecke zeugt von ungenügendem Risikobewusstsein.

Je tiefer wir wieder absteigen, desto lieblicher wird die Landschaft. Bald sehen wir einen See vor uns liegen, der wohl auch zum Baden einladen würde.

Als wir dort ankommen, sehen wir, dass es sich um ein größeres Feuchtgebiet mit zwei Seen handelt. Der untere See ist recht brackig, aber der obere See wäre toll für eine Erfrischung. Allerdings treibt uns das nun instabiler werdende Wetter zur Eile an.

Über dem Rastkogel brauen sich die ersten Wolken zusammen, und der Weg ist doch noch nicht fertig für heute.

Der Weg führt durch Steilwiesen über dem Tal, im Hintergrund können wir schon die Rastkogelhütte ausmachen.

Die Wolken über dem Rastkogel werden immer mehr, dennoch müssen wir uns noch nicht fürchten. Ein bisschen Zeit haben wir noch. Im Rückblick sieht man den Weg durch die Steilwiesen gut.

Wir erreichen die Abzweigung zum kleinen Gilfert. Morgen müssen wir wieder hier her, denn unsere Alternativroute auf die Kellerjochhütte führt hier vorbei.

Die nächste Station ist das Sidanjoch (2.127m), ab hier ist der Weg nun nicht mehr weit.

Und das ist auch gut so, denn mittlerweile ziehen schwarze Wolken auf.

Ab dem Sidanjoch ist der Weg breit, auch E-Biker treffen wir hier. Vermutlich wurde der Weg genau deswegen erweitert…

Trocken erreichen wir die Rastkogelhütte (2.117m), wunderschön gelegen über dem Sidantal. Im Hintergrund können wir auch Hochfügen ausmachen.

Wir setzen uns auf die Terasse und genießen ein gutes Mittagessen. Die Tagesgäste machen sich ob des Wetters wieder auf den Heimweg, während für uns das Tageswerk getan ist.

Später am Nachmittag öffnet sich die Himmelsschleusen, es regnet ergiebig. Wanderer, die es nicht zeitig in die Hütte geschafft haben, werden dem entsprechend gewaschen.
Unsere Wiener Wanderer schaffen es leider auch nicht, später erzählen sie uns, wie sie inmitten des Gewitters Unterschlupf in einer Felshöhle suchen mussten.

Zum Glück hat unsere Tourenplanung auch heute wieder gut gepasst. Wir sind trocken und sicher angekommen und können den Abend genießen. Auch hier

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:17 h
Gesamtlänge: 11,95 km
Höhenmeter: ∆ 1.109 m / ∇ 784 m

240806 Inntaler Höhenweg Etappe III (Hippoldspitze)

Der neue Tag begrüßt uns mit glasklarem Firmament, die Sonne lacht vom Himmelszelt. Heute haben wir eine nicht ganz so anstrengende Etappe vor uns, wir wollen von der Lizumer Hütte auf die Weidener Hütte wandern.
Zuerst gibt es ein Frühstück, das sehr gut durchorganisiert ist. Man sieht, dass das Personal hier größere Anstürme gut managen kann.

Wir wandern ein paar Meter Talauswärts, bis fast zum Lager Lizum, dann zweigen wir in die Osthänge hinauf.

Noch liegt unser Weg im Schatten, während die Osthänge schon gut in der Sonne liegen. Wir finden die morgendliche Frische mehr als angenehm, und das Wetter trägt seinen Teil bei zum super Wandererlebnis.

Unterweg entdecken wir Gespinnstmotten, die in emsiger Kleinarbeit wahre Kunstwerke aus feinen Fäden spinnen.

Ein Blick zurück zeigt uns den Recken, den wir gestern bei nicht so tollem Wetter dennoch schon gesichtet hatten. Heute, bei strahlend schönem Himmel schaut die Landschaft magisch aus.

Vor uns liegen Almmatten, Moosbeerfelder und Zirbenwälder. Wir sind ja auch in den Tuxern. Diese Mischung finde ich, charakterisiert dieses Gebiet sehr gut.

Langsam kommt die Sonne auch auf unseren Weg und die Temperaturen steigen merklich.

Zeit für die kurze Hose, denkt sich auch Biggi. Bei einer kleinen Rast passen wir uns dem Wetter an.

Der Blick in das Talende zeigt die bekanntesten Lizumer Berge, Tarntaler Köpfe, Lizumer Sonnenspitze, Recken, Geier… ein wunderschönes Panorama.

Eine Kuhherde mit Jungtieren stellt sich uns auch in den Weg, wir gehen auf Nummer sicher und umwandern diese kurzerhand.

Schließlich erreichen wir das Kravenzjoch (2.450m). Nach kurzer Pause und Beratung beschließen wir, die Hippoldspitze gleich mitzunehmen, da diese sehr nahe am Weg liegt.

Ein steiler, bröckliger Aufstieg mit Tiefblicken zum Lager Walchen ist bald geschafft…

… dann verändert sich der Gipfelaufbau und sanft leiten die letzten Meter hinauf zum Gipfel. Nun haben wir uns eine Pause verdient.

Die kurze Pause am Gipfel müssen wir uns noch teilen, ein paar Meter abseits vom Gipfel finden wir eine traumhafte Wiese, die für unsere Pause perfekt erscheint.

Inmitten von Blumen, mit Aussicht auf Gilfert und Kellerjoch, gönnen wir uns eine ausgedehnte Pause, mit Brot, Wurst und Käse… immer noch das Wanderproviant von zu Hause.

Der Rundumblick ist phantastisch, auch die Fernsicht ist heute unglaublich. Nur am Horizont sind ein paar Schönwetterwolken sichtbar.

Nachdem wir uns ein wenig satt gesehen haben, wandern wir wieder zurück zum Kravenzjoch und steigen über die Ostseite hinab zur Grafennsalm.

Der Weg und die Landschaft wird merklich lieblicher, feine Wanderwege ziehen durch Almrosen- und Moosbeermatten.

Im Rückblick sehen wir die wilde Seite der Hippoldspitze. Kaum zu glauben, dass wir vor kurzem dort oben gestanden sind.

Wir kommen an einem kleinen Unterstand oberhalb der Alm vorbei. Ein toller, wenn auch abgelegener Platz für eine Hütte

Nun führt der Weg steil am Bach entlang hinab, von hier sehen wir schon die Forststraße weit unten im Tal

Wir sehen nun das obere Weertal mit der Grafennsalm, schöne Almen zeichnen dieses Gebiet aus. Von solchen Almen können andere Alpengebiete nur träumen.

Der ganze Hang, wunderschön in der Sonne gelegen, ist mit Moosbeeren überzogen. Biggi schafft es nicht, hier vorbei zugehen. Schon bald stehen wir beide inmitten der blauen Früchte und stillen den kleinen Hunger.

Am Schluss, nach dem Auslaufen auf der Forststraße wandern wir auf einem schönen Steig durch den Wald. Bald lichtet sich dieser und wir sehen die Hütte direkt vor uns, jedoch ein paar Höhenmeter oben gelegen.

Wir nutzen den kleinen Bach, um uns zu erfrischen. Ein sehr gutes Gefühl, wenn man nach einer längeren Wanderung die Füße ins eiskalte Nass stecken kann.

Ein paar Meter nach oben, Biggi marschiert die letzten Meter barfuß, und wir erreichen die Weidener Hütte, auch Nafinghütte genannt (1.799m).

Wir verbringen einen total feinen Nachmittag und Abend mit super Essen auf der Hütte. Wir treffen wieder unsere „Mitwanderer“. Heute haben wir ein Zweibett-Zimmer, sehr angenehm. So können wir uns richtig für die nächste Etappe ausruhen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 6:15 h
Gesamtlänge: 14,49 km
Höhenmeter: ∆ 930 m / ∇ 1.135 m

240805 Inntaler Höhenweg Etappe II (Rosenjoch)

Nach einer überraschend guten Nacht im Matratzenlager, es war extrem ruhig, genießen wir ein gutes Frühstück auf der Glungezerhütte. Ein Blick aus dem Fenster offenbart Nebel, zumindest ist es trocken.
Wir sind heute auf der sogenannten „7-Summit-Etappe“ unterwegs, Gipfel bis zum Abwinken, verspricht der Prospekt. Leider ist die Sicht alles andere als berauschend.

Während der eine oder andere Wanderer noch zuwarten will, machen sich Biggi und ich auf, den Weg über das Grat zu meistern. Schwierigkeiten sind keine zu erwarten. Nach ein paar Schritten sind wir schon in der wilden Landschaft des Glunezers, Felsblöcke und Verbruch, wohin man schaut.

Wir erreichen zuerst den Glungzer (2.677m), ein paar Meter hinter der Hütte. Ab hier folgend wir immer dem Grat, der Weg ist gut markiert und leicht. Manchmal reißt ein Wolkenfenster auf und ermöglicht uns Blicke in die Umgebung.

So können wir einen Blick auf die Blauen Seen erhaschen, mit dem darunter liegenden „Gschriebenen Stein“. Die Farbe ist aktuell nicht so leuchtend, wie ich das sonst kenne.
Dann schließt sich die Wolkendecke wieder und wir sind von Nebel und Steinen umgeben.

Ein lustiges Auf und Ab charakterisiert diese Etappe, die nächsten Gipfel am Weg sind die Gamslahnerspitze (2.681m), und das Kreuzjoch (2.575m). Weiter dem Grat entlang erreichen wir dann auch die Kreuzspitze (2.746m).

Die Temperaturen sind perfekt zum Wandern, man kann jeder Witterung etwas positives abgewinnen. Die Laune ist gut, und wir kommen schnell voran. Immer wieder laufen uns zwei Deutschen über den Weg, die die Strecke mit uns teilen.

Wir sind auf über 2.500m, daher sind immer wieder Schneereste sichtbar. Allerdings nicht auf dem Weg, sondern immer in schattigen Karen, die wir seitlich passieren.

Der nächste Gipfel, die Beschreibung der vielen Spitzen ist nicht übertrieben, ist das Rosenjoch (2.796m), heute die höchste Erhebung. Hier setzen wir uns ein wenig in den Windschatten und verspeisen eine kleine Jause.

Faszinierend, wie schöne Pflanzen wie diese hier in dieser Höhe „überleben“ können. Eine einleuchtende Erklärung bekomme ich von Biggi: Hier müssen diese Pflanzen nicht mit anderen konkurrieren, der Preis ist die Anpassung an das raue Klima.

Immer wieder passieren wir schöne Passagen, die zum Fotografieren einladen.

In den Seeblesböden liegt noch mehr Schnee, auch Schafe entdecken wir, die hier den Almsommer genießen.

Gegen Mittag nähern wir uns unserem letzten großen Gipfel, die Grünbergspitze (2.690m). Alleerings müssen wir hier erst in den Sattel absteigen und auf der anderen Seite wieder hochsteigen.

Der Gipfel der Grünbergspitze ist überraschend sanft, ich kenne diesen Berg auch als lange Skitour aus dem Arztal heraus.

Hier wird nochmals eine kurze Pause eingelegt, der Himmel ist mittlerweile ein wenig freundlicher gestimmt und zeigt schon ein wenig Blau zwischen den vielen Wolken.

Beim Abstieg vom Gipfel entdecken wir einen kleinen See mit einem Schneefeld. Hier blitzt das Wasser richtig blau zu uns hoch. Das wird wohl auch der Grund für die Namensgebung der nahe gelegenen „Blauen Seen“ sein.

Kleine, einfache Kraxelstellen peppen den Weg ein wenig auf, die Aussicht wird mit jeder Stunde besser.

Wir erreichen bald den südlichen südlichen Punkt der „7 Sumits“, die Grafmartspitze. Zumindest ist das der letzte Gipfel, den wir besteigen. Die Naviser Sonnenspitze lassen wir heute nämlich aus.

Am weiteren Weg macht sich plötzlich wieder ein Wolkenfenster auf. Wir können nun endlich den heimlichen Herrscher der Tuxer Alpen sehen… den Olperer. Dieser liegt zwar in den Zillertaler Alpen, aber ich finde immer, dieser ist von fast überall in den Tuxern zu sehen.

Wir haben einen längeren Abstieg vom letzten Gipfel hinab ins Naviser Jöchl, der Weg ist spannend und durch die besonderen Steinformationen sehr schön.

Nun kommt der Olperer und der Hauptkamm immer öfter sichtbar hinter den Wolken hervor…

Wir nutzen eine kurze Sonnenphase machen Pause mit Jause auf einer Bergwiese. Die Jause, wir sind super ausgestattet, schmeckt super, wir genießen die Ruhe und Stille.

Gestärkt geht es wieder weiter, bald erreichen wir das Mölsjoch.

Hier überschreiten wir das erste, aber nicht das letzte Mal die Grenze zum Truppenübungsplatz. Heute werden uns noch öfter diese Infoschilder des Österreichischen Bundesheeres auffallen.

Unter der Naviser Sonnenspitze hindurch wandern wir weiter gen Osten, zu unserem heutigen Tagesziel, der Lizumer Hütte.

Die Landschaft wird lieblicher und das Wetter freundlicher. Es passt alles zusammen, und Biggi und ich kommen gut voran.

Am Klammsee angekommen müssen wir auf die Heeresstraße wechseln und ein gutes Stück auf dieser weitergehen. Wir kommen zwar flott voran, aber der Weg ist nicht gerade der Schönste… unterwegs kommt uns ein Puch G des Bundesheeres entgegen. Die Befürchtung, dass sie was von uns wollen, verpufft, als sie mit Staubwolke an uns vorbeirauschen.

Bald sehen wir das Lager Lizum und die Lizumer Hütte. Wir können die Forststraße ein wenig abkürzen und verlieren auf diesem Wege weniger Höhenmeter.

Den Lizumerbach überquerend stehen wir endlich am Ziel. Freundliches Personal empfängt uns gleich am Eingang, obwohl hier viel los ist, ist der Hüttenbetrieb absolut vorbildlich.

Wir setzen uns auf die Terasse, bestellen uns ein Getränk und können hier auch gleich „einchecken“. Das läuft alles wie am Schnürchen

Am Abend gibt es noch ein feines Menü, es ist zwar ein wenig eng am Tisch, dafür ist das Essen vorzüglich. Für heute haben wir ein 4-Bett-Zimmer mit zwei älteren Damen, da lässt es sich sehr gut schlafen.

Tourendaten:
Gesamtlänge: 7:43 h
Gesamtlänge: 16,47 km
Höhenmeter: ∇ 844 / ∇ 1.413