Archiv des Autors: Wisse

230908 Glungezer Klettersteig

Der Herbst zieht ins Land und das Wetter ist wieder mal richtig schön. Die Fernsicht ist ein Wahnsinn, es ist einfach Pflicht, in die Berge zu ziehen. Heute sind Sara und Letu mit von der Partie, wir wollen den neu gerichteten Klettersteig am Glungezer inspizieren.

Wir fahren mit dem Bus zur Glungezerbahn und dann mit den zwei Sektionen hinauf zur Bergstation.

Von hier müssen wir über die nun mit Kühen befüllte Piste hinauf Richtung Schartenkogel. Diesen Weg kenne ich eigentlich nur von den winterlichen Abendskitouren…

Bald kommen wir zum steilsten Stück des Aufstieges. Sara ist heute nicht ganz fit, daher entscheidet sie sich, umzudrehen. Anstatt auf uns zu warten, fährt sie gleich mit dem Bus nach Hause! Sie muss morgen fit sein, da die Arbeit ruft…

Letu und ich wandern noch ein paar Minuten höher, dann erreichen wir den Einstieg in den Klettersteig. Dieser wurde für Kinder ausgelegt, der erste Teil ist sehr einfach gehalten… ein Übungswandl sozusagen.

Über schöne Blöcke und kurze Kletterpassagen steigen wir immer höher. Obwohl der Steig nicht wirklich schwer ist, ich lasse mich sogar dazu hinreißen, dass es kein richtiger Klettersteig ist, sind sehr schöne Passagen vorhanden.

Der Ausblick auf das Skigebiet ist auch wunderschön, seit kurzem gibt es auch einen Speichersee, der wie ein blaues Auge gen Himmel lugt. Und im Hintergrund, hier immer präsent, das wunderschöne Karwendel.

Ein paar „knackige“ Stellen sind dann doch immer wieder zu bewältigen, aber kein Problem für Letu… er macht seine Sache super!

Immer weiter steigen wir empor. Der Steig, das muss man hier mal sagen, ist sehr nett angelegt, teils abenteuerlich, und mit einigen Motiven für das Jungvolk, das mit Spaß die Berge erkundet!

Die Tuxer, und speziell der Glungezer sind ein faszinierender Steinhaufen. Über ein Blockgrat klettern wir entlang dem Seil, aber ohne einzuhängen, die Schneide empor.

Dann kommt der Schlitz, auch Breitenkontrolle genannt. Eine spannende Stelle, erst kraxelt man einen Kamin empor…

… dann geht es noch durch einen engen Schlitz. Ich muss hier sogar meinen Rucksack abnehmen, ansonsten würde die ich Maximalbreite wohl arg überschreiten. Letu hat es hier um ein Stück leichter…

Auch eine Tibetbrücke wurde installiert, ein wackeliges, aber schönes Vergnügen über eine kurze Schlucht.

Die Schlüsselstelle ist der „Zahn des Riesen“. Hier ist nochmals Armkraft gefragt, ein vertikaler Aufstieg über eine schöne Wand.

Den Zahn haben wir dann auch bald überstiegen, ab hier ist es wieder einfacher.

Ein paar kurze, aber schöne Kletterstellen sind noch vor uns, die wir sehr genießen. Es macht einfach Spaß, diesen Eisenweg hinaufzusteigen.

Leider sind die Kletterstellen nun fertig, ein Blick ins Tal zeigt uns den Schartenkogel, und das obere Gebiet des Skigebietes.

Gut gemacht, Letu. Wir meinen unisono, dass das nicht der letzte Klettersteig sein wird, den wir gemeinsam meistern.

Wir steigen nicht mehr zur Hütte auf, sondern wandern Weglos wieder retour ins Skigebiet. Über die Piste wandern wir zurück zur Bergstation.

Tourendaten:
Gesamtdauer: 3:08 h
Gesamtlänge: 6,22 km
Höhenmeter: ∆ 569 m / ∇ 562 m

230906 Salfeins (2.000m) ✨

Schon viele Jahre möchte ich an diesen besonderen Platz. Heute endlich, im Schlepptau von Michi, geht sich die Tour aus… zum Salfeinssee.
Mit dem Bus fahre ich die erste Strecke bis nach Götzens, dort treffe ich auf Michi. Ab hier fahren wir gemeinsam mit dem Auto Richtung Kemater Alm. Auf halbem Wege befindet sich der Parkplatz…

Den ersten Teil des Aufstiegs wählen wir über die Forststraße, bei einer schönen Privathütte, evtl. eine ehemalige Alm, zweigen wir auf den Steig ab.

Vorbei an einem beeindruckend ruinösen Stadl wandern wir weiter aufwärts. Diese Seite des Kammes liegt schon im Schatten, aber das hat im Aufstieg nur Vorteile.

Im Hintergrund sehen wir die Kalkkögel mit der davor liegenden Kemater Alm. Die Adolf-Pichler-Hütte können wir von hier nicht einsehen.

Unterwegs begegnen wir vereinzelt Kühen, die hier auf einer traumhaften Weide grasen.

Der Blick ins Unterinntal ist von dieser Seite wunderschön, und das Wetter trägt heute den Rest dazu bei, fast Kitschbilder erzeugen zu können.

Beim Salfeinssee treten wir vom Schatten in die Sonne, für die Pause ist das perfekt. Der See hat heute ein wenig mehr Wasser, das macht sich auf den Fotos gut!

Das Licht ist einfach nur toll, wir haben uns heute wirklich den perfekten Tag für diese Wanderung ausgesucht.

Die Sonne bereitet sich nun auf die Nachtruhe vor, langsam verschwindet der Feuerball am Horizont.

Nach so langer Zeit haben Michi und ich es endlich wieder mal geschafft, ein Treffen auszumachen. Das sollten wir wieder öfter machen.

Und dann ist der Zeitpunkt gekommen, das berühmte Foto (ich sage nur Insta-Spot) zu schießen. Die Bedingungen passen heute wirklich, Sonne, wolkenloser Himmel, kein Windchen kräuselt den See… wie bestellt, denke ich mir!

Oben auf Salfeins sind nun die Kühe den Pferden gewichen, die hier eine kaiserliche Loge über dem Inntal ihr Eigen nennen.

Die Sonne geht nun hinter dem Rosskogel unter, ich werfe noch einen Blick hinüber zum Weißstein (2.640m), den ich vorletztes Jahr besteigen konnte (hier als kleine Spitze in der Mitte des Kamms zu sehen).

Die Sonne strahlt nun nur noch die Spitzen der Kalkkögel an, da muss ich prompt nochmals ein Foto machen.

Wir genießen den Ausblick, doch ohne Sonne wird es gleich kühl. So machen wir uns an den Abstieg.

Als wir die verfallene Alm erreichen, ist die Sonne gänzlich untergegangen und die Dämmerung setzt ein. Der Zeitpunkt für die Tour hätte nicht besser gewählt sein können.

Bei Michi und David werde ich noch gut verköstigt, ein Hoch auf den Koch! So gestärkt mache ich mich spät Abends mit dem Bus auf den Heimweg.

Tourendaten
Gesamtlänge: 6,08 km
Gesamtdauer: 2:05 h
Höhenmeter: ∆ 549 m / ∇ 548 m

230905 Rinner Alm (1.380m)

Gerti, eine Freundin meiner Schwester ist mit ihrem Sohn für ein paar Tage in Innsbruck, wir haben uns dann kurzfristig verabredet, um auf die Rinner Alm zu wandern.
Vom Parkplatz in Rinn starten wir über den Rinner Alm Stieg unseren Aufstieg

Über Stock, Stein und Wurzeln wandern wir durch den kühlen Wald relativ direkt hinauf zur Alm.

Der Start der Wanderung ist immer recht steil, doch schon bald erreichen wir den „normalen“ Steig und es geht gemütlich immer höher.

Bald erreichen wir die Alm, die heute nicht besonders überraschend gut besucht ist.

Hier gönnen wir uns eine feine Jause, es gibt St. Johanner, Matthias bekommt sogar „Steirisches Kernöl“ zu seinem Salat… die Begeisterung ist Grenzenlos.

Das Wetter ist heute wieder traumhaft und wir sitzen eine Weile auf der Sonnenterasse.

Obwohl wir Taschenlampen dabei hätten, machen wir uns doch noch zu lichter Stunde auf den Rückweg.

Die Sonne versinkt im Westen langsam hinter den Bergen, und es wird „tirol-typisch“ gleich ein wenig kühler.

Nach ca. 40 Minuten erreichen wir wieder den Talboden, eine kurze, aber feine Wanderung, die auch Gerti und Matthias Freude gemacht hat.

Für die Zwei war das ein schönes Kontrastprogramm zum Stadtl-Besuch in Innsbruck. Jetzt haben sie die Landeshauptstadt auch mal von oben gesehen!

Tourendaten
Gesamtlänge: 4,70 km
Gesamtdauer: 1:40 h
Höhenmeter: ∆ 463 m / ∇ 449 m

230903 Patscherkofel (2.246m)

Es ist zwar nicht ganz klar, aber dennoch feines Wetter und Letu und ich brauchen eine Beschäftigung. Also rasch rauf auf den Patscherkofel, das geht immer…

Mit der Bahn, heuer sind wir im Sommer noch nie gemeinsam rauf gefahren, erreichen wir schnell eine passable Höhe, die letzten Meter auf den Gipfel schrumpfen da zum gemütlichen Spaziergang…

Rasch erreichen wir den Gipfel mit der beeindruckenden Sendeanlage.

Eine kurze Pause am Gipfel muss sein, dann steigen wir über den Osthang wieder runter Richtung Zirbenweg.

Einen schönen Ausblick auf das Unterinntal gönnen wir uns auch wieder mal…

Rückblickend sehen wir noch kurz das Gipfelkreuz.

Unterwegs sehen wir einige Moosbeeren, und „Granten“. Die müssen wir gleich mal sammeln. Zum Glück haben wir zwei Dosen mitgenommen.

Es kommt eine ganz nette Beute zusammen, da haben wir uns einen Müsliriegl in der Sonne verdient.

Schließlich beenden wir unser Sammelabenteuer und wandern hinunter zum Ausgangspunkt.

Bei der Grünbodenhütte erreichen wir den Zirbenweg, der uns rasch zurück zur Bergstation bringt.

Von der Gondel aus sehen wir schon unseren Bus, ein kurzer Sprint und wir schaffen noch den Anschluss.

Eine kurze, feine Wanderung mit dem Sohnemann, richtig fein war das wieder mal!

Tourendaten
Gesamtlänge: 2,93 km
Gesamtdauer: 50 min
Höhenmeter: ∆ 309 m / ∇ 308 m

230820 Goetheweg

Viele Jahre haben Mama und ich immer wieder sinniert, den Goetheweg auf der Nordkette zu gehen. Um Genau zu sein war und ist es ein Herzenswunsch meiner Mutter, diesen Weg zu begehen!
Heute ,nach vielem Hin- und Her ist es endlich so weit. Bei bestem Wetter starten wir unsere Wanderung am Hafelekar.

Es ist Sonntag, da ist immer genügend los, um die Bergstation verläuft sich allerdings der „Auflauf“, die Meisten wollten nur die Rundsicht genießen oder den Klettersteig begehen.

Wir wandern gen Osten, auf dem gut angelegten Wanderweg. Beim Blick zurück können wir das Skitgebiet „Nordkette“ bewundern.

Der Weg zieht sich wie eine Linie an der Bergflanke entlang, den ersten Teil bestreiten wir auf der Südseite, der „Inntalseite“.

Am Gleirschjöchl sehen wir das erste Mal ins Karwendel, namhaft ins Mandltal. Doch wir bleiben noch ein Stück auf der Südseite, bis wir bei der Mühlkarscharte auf die Nordseite wechseln.

Hier ist es nun „wilder“, es scheint, wir sind fernab der Zivilisation. Nur einzelne verstreute Almen sehen wir, aber von Siedlungungsräumen ist hier nicht mehr zu sehen!

Auch hier ist der Weg wunderschön angelegt und sehr einfach zu gehen. Es kommen uns immer wieder Leute entgegen, was für die Popularität des Goethewegs spricht.

Im weiteren Verlauf wird der Weg teilweise ausgesetzter und auch Wetterschäden, vermutlich heuer entstanden, werden sichtbar.

Die nordseitigen Passagen des Weges sind von der Wegführung her spektakulärer, wobei beide „Seiten“ ihren Reiz haben!

An der Mandlscharte ist für uns heute Schluss, wir drehen hier um, um wieder zurück zum Hafelekar zu gehen. Allerdings genießen wir noch eine wohlverdiente Pause unter dem Gleirschtaler Brandjoch.

Der Weg zurück verläuft teilweise im Schatten. Das ist bei diesen Temperaturen allerdings eine Wohltat.

Auf der Südseite bläst ein leichter Wind, der die Temperaturen dann auch erträglich macht.

Der Weg, mit phantastischen Ausblicke auf das Inntal, macht uns einfach Spaß. Wir genießen den feinen Tag und reden fast ununterbrochen über Gott und die Welt.

Zurück beim Gleirschjöchl beobachten wir Ungewöhnliches: Überall sind Schafe, die den Kopf in den Boden bzw. in Mulden im Boden gesteckt haben. Wir vermuten, dass das wegen der Hitze ist und die Schafe ihren Kopf bzw. die Nasen an der feuchten Erde kühlen.

Weiter oben am Joch finden wir nochmals einen schönen Platz um die Aussicht zu genießen…

Schließlich erreichen wir das Ende unserer heutigen Wanderung, eine kurze Stufe muss noch überwunden werden…

… dann sehen wir das Hafelekar wieder vor uns! Uns sind wohl ein paar Wanderer am Goetheweg begegnet, aber was hier zwischen Bergstation und Hafelekarspitze abgeht, kann nur noch mit Massentourismus betituliert werden.

Unmengen an Leuten strömen den Berg mit der Gondel hinauf und dann weiter auf den ersten Gipfel, der fußläufig erreichbar ist, eben oben genannte Hafelekarspitze. Wir sind auch ein Teil dieser Bewegung, allerdings bin ich dennoch froh, dass nicht alle Bergaspiranten, den gleichen, nämlich „unseren“ Weg genommen haben.

Ein wunderschöner Tag mit Mama und ein lange geplanter Ausflug, das konnten wir heute endlich erleben. Toll war´s!

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:15 h
Gesamtlänge: 7,39 km
Höhenmeter: ∆ 382 m / ∇ 413 m

230815 Koflerjoch (1.861m)

Nachdem wir gestern auf dem Säuling waren, steht heute noch das Koflerjoch am Programm. Der erste Anstieg ist der Selbe wie gestern, am Steig zweigen wir allerdings auf den Pfad zum Pflacher Älpele ab.

Obwohl die Alm klein und fast schon ein wenig armselig wirkt, ist der Platz dafür umso schöner! Das Wetter ist gut, daher steigen wir weiter in Richtung Koflerjoch auf.

Die Kumuluswolken bauschen sich heute schon früher auf, es ist auch dementsprechend warm.

Unter dem Brunstgrat und den mächtigen Abstürzen des Säulings steigen wir auf den Sattel vor dem Koflerjoch.

Der Säuling, heute bestimmt wegen dem Feiertag gut besucht, liegt nun im Westen von uns.

Auf dem Sattel wächst, wie ich mich schon immer erinnern kann, haufenweise Eisenhut. Ich kennen keinen Platz, an dem diese schöne Pflanze so gehäuft vorkommt.

Vom Grat sieht man ins weitläufige Ammergau, eine verlassene Gegend…

Der weitere Weg vom Sattel führt uns immer am Grat entlang bis zum Gipfel.

Nördlich, schon im deutschen Gebiet liegt der schöne Kessel mit der Sepp-Sollner-Hütte. Auch hier bin ich noch nicht vorbeigekommen, aber das steht auf meiner Liste.

Am Gipfel sind wir nicht alleine, obwohl wir den ersten Teil der Tour sehr einsam bestritten haben. Der Säuling hat einfach mehr Prestige.

Eine feine Jause begleitet unsere Gipfelruhe, anschließend steigen wir auf der Ostseite ab in Richtung der Sattelköpfe.

Viel Totholz liegt hier herum, auch den einen oder anderen Pilz finden wir. Das Abendessen ist schon fast wieder gesichert.

Ab jetzt geht es schnell, der Himmel hat sich verdunkelt, über dem Lechtal stehen finstere Wolken an. Der eine oder andere Donner tönt zu uns herüber.

Bald haben wir die Dürrenberger Alm erreicht, auf eine Einkehr verzichten wir in Hinblick auf das Wetter jedoch. Wir haben noch ein gutes Stück Weg vor uns.

Über die sieben Täler wandern wir einsam wieder in die Flanken des Säulings und zum Pflacher Älpele. Ich schaffe es auch dieses Mal nicht, die genaue Anzahl der Täler zu bestimmen… es werden wohl nur die wasser-führenden Einschnitte gezählt.

Im Lechtal wird es immer ungemütlicher, auch bei uns fängt es ganz leicht zu tröpfeln an. Aber eine Regenjacke wird nicht benötigt, dafür ist die „Luftfeuchtigkeit“ zu gering.

Der Weg durch die sieben Täler zieht sich, langsam nähern wir uns wieder der Alpe.

Nun kommt das Wetter auch aus Westen (Musauer Seite), da wird es wohl wirklich krachen.

Die Pilzbeute ist heute gut, daher gibt es am Abend Nudeln mit Steinpilzen. Papa ist auch noch einen Sprung auf die Hütte gekommen und wir genießen das Luxusmenü gemeinsam!

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:43 h
Gesamtlänge: 13,32 km
Höhenmeter: ∆ 938 m / ∇ 953 m

230814 Säuling (2.048m)

Heute geht´s mit Elisabeth auf den Säuling. Heuer bin ich noch gar nicht auf „meinem“ Berg gewesen, daher wird es Zeit. Es ist unter der Woche, daher wird auch nicht so viel los sein wie an den überlaufenen Wochenenden.

Der Aufstieg von der Hütte geht erst zügig über den Forstweg, bis wir auf den Steig treffen. Von hier durch den Wald streben wir immer wieder hoch, vorbei am heute geschlossenen Säulinghaus.

Über die steile Wand nach der Hütte steigen wir höher, ein paar Leute sind doch am Weg. Aber wie gesagt, überlaufen ist der Berg heute nicht.

Das Wetter ist super, die Aussicht sehr schön. Ins Lechtal und nach Vils / Pfronten sehen wir von dieser Seite schon sehr schön auf die Lechtaler Alpen und die nördlichen Allgäuer Alpen

Bald erreichen wir den Sattel, die sogenannte Gamswies´n. Der Säuling erstrahlt in bestem Lichte, das Gipfelkreuz ist schon sichtbar.

Das berüchtigte Schild „Achtung Staatsgrenze“ vergilbt dank der EU-Mitgliedschaft zusehend. Wer weiß wie lange das noch lesbar bleibt.

Über die Gamswies´n wir den Schotterweg zur Gipfelwand, hier müssen wir nochmals ein paar Mal die Hände anlegen.

Schließlich stehen wir auf dem Gipfel, es ist wirklich gemütlich. Kein Windhauch, wir finden auch ein feines Plätzchen. Dann wird mal die Brotzeit ausgepackt…

Im Osten lacht die Zugspitze zu uns herüber, auch den Plansee, zumindest einen Teil sehen wir von hier oben. Im Nahbereich sehen wir auch schon unsere Tour für den nächsten Tag, den Aufstieg zum Koflerjoch.

Im Süden brauen sich schon ein paar Kumuluswolken auf, diese werden uns aber nicht gefährlich.

Jedes Mal muss ich wieder staunen, wenn man nach Norden ins Alpenvorland schaut: Forgensee, Bannwaldsee, Schloss Neuschwanstein und Füssen liegen uns zu Füßen. Hier könnte man erahnen, woher die nette Grenzstadt ihren Namen bekommen hat…

Nach einer ausgiebigen Rast steigen wir wieder ins Tal, ein letzter Blick zum Gipfelkreuz, bis bald, Säuling!

Obwohl das Wetter noch immer sehr gut ist, wachsen die Wolken doch ein wenig an. Das könnte heute am Nachmittag schon noch einen Guss tun!

Am Weg hinunter zum Säulinghaus kommen uns noch ein paar Gipfelaspiranten entgegen. Bei dieser Hitze müsste ich jetzt nicht mehr hoch laufen. Auch erweckt nicht jeder Entgegenkommende die nötige Sicherheit auf dem Steig. Ein Mann, der uns entgegenkommt, dreht vollé auch um.

Rückblickend bewundern wir nochmals die stolze Zinne des Säulings, nebenan der kleine Säuling, der noch auf einen Erstbesuch meinerseits wartet!

Die Hütte ist wie gesagt heute geschlossen, dennoch hat der Hüttenwirt ein paar Getränke vor die Hütte gestellt. Gemessen an der Anzahl der Getränke ist Dieser aber von sehr bescheidenem Besuch ausgegangen.

Kurz vor der Hütte entdecken wir noch ein paar schöne Parasole, das wird ein feines Abendessen!

Eine tolle, feine Tour bei gutem Wetter! Später am Nachmittag kommt das prognostizierte Gewitter dann doch noch, allerdings tangiert uns dieses Dank „Dach über dem Kopf“ nicht besonders.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:27 h
Gesamtlänge: 9,10 km
Höhenmeter: ∆ 938 m / ∇ 961 m

230812 Kreuzspitze (2.746m) ✨

Leider ist ein größeres Bergwochenende mit Papa aus gesundheitlichen Gründen ausgefallen, daher überlege ich mir eine Alternative. Schon lange wollte ich zum
„G´schriebenen Stoan“ und den Blauen Seen wandern.
Von der Patscherkofel-Bergstation wandere ich erst den Zirbenweg entlang.

Bald erreiche ich die Grünbodenhütte, eine ehemalige Skihütte, die heute der Gemeinde Lans gehört und exklusiv von den Lanser Dorfbewohnern verwendet werden darf.

Bei der Abzweigung Viggarspitze verlasse ich den Zirbenweg, das kleine Tal gefällt mir auch heute wieder ausnehmend gut! Hier sind noch ein paar Leute unterwegs, teils mit riesengroßen Rucksäcken.

Der Patscherkofel liegt schon in weiter Ferne, dennoch habe ich noch nicht mal ein Viertel meiner Tagestour hinter mich gebracht.

Die Viggarspitze lasse ich heute aus, dennoch sehe ich sie zu greifen nahe. Ich zweige hier ab und begebe mich auf für mich unbekanntes Terrain. Obwohl ich schon so lange in dieser Gegend bin, diesen Pfad bin ich noch nie gegangen.

Erst muss ich ein paar Höhenmeter ins Viggartal absteigen, bis ich den Viggar-Hochleger erreiche. Ab hier zieht der Pfad wieder nach Osten in den Talschluss hinein.

Nach ungefähr 8 km erreiche ich die erste Talstufe, auf dem auch der „G´schriebene Stoan“ liegt. Kleine Wasserlacken, blau schimmern, werden das Landschaftsbild auf.

Der „Stoan“ ist ein mächtiger Monolith aus Glimmerschiefer. Scheinbar haben sich hier schon unsere Altvorderen verewigt, sogar Kaiser Max, leidenschaftlicher Jäger, soll sich im Stein eingraviert haben.
Leider ist von alle dem so gut wie nichts mehr sichtbar, vieles ist, wenn vorhanden, der Verwitterung zum Opfer gefallen. Dennoch ist der Platz sehr beeindruckend. Ich nutze den Ort für meine erste Pause.

Nach feiner Rast schwinge ich meine Wanderschuhe hinauf zur zweiten Talstufe, auf der auch die Blauen Seen liegen. Trefflich heißt der Platz auch „Seegrube“.

Wunderschön glänzen die blauen Wasseraugen in den Himmel und dieser spiegelt sich in der bügelglatten Oberfläche.
Ganz in der Nähe der Seen, es sind 4 Stück insgesamt, entdecke ich die Überreste eines Schafs. Ob das dem Ellbögner Wolf zum Opfer gefallen ist? Eine spannende Frage…

Auf dem weiteren Weg zur Kreuzspitze sehe ich nochmals die Seen in all ihrer Pracht. Es ist wirklich ein schöner Platz hier.

Rechterhand sehe ich die Durrenseespitze, auf der linken Seite ragt die 2.746 m hohe Kreuzspitze auf. Der Weg dorthin ist einfach und bald stehe ich an der höchsten Stelle meiner heutigen Tour.

Rückblickend kann ich nun einen Teil meines bisherigen Weges einsehen. Start am Kofel, dann über das (dunkelgrüne) Grat bis unter die Viggarspitze. Über Almböden zur ersten, dann zur zweiten Talstufe. Und jetzt über Blockgelände hinauf zur Kreuzspitze

Auf der Südseite sehe ich meinen weiteren Weg, zuerst wieder das Grat bis zur Einsattelung, dann über Blockgelände zum Durrensee. Weiter über die Bergschulter und dann ins Arztal und weiter nach Ellbögen.

Leider wird der Himmel nun immer dunkler, zwei Mal tut es einen Spritzer, gerade soviel, dass man keine Regenjacke braucht. Fein ist es allerdings nicht…

Über das Blockgrat steige ich ab, unterhalb der Durrenseespitze verliere ich ein paar Mal den Weg aus den Augen und kraxle über Schutthalden ab.

Am Durrensee treffe ich auf Leute, dennoch war die Tour (und bleibt es auch noch auf der weiteren Strecke) einsam. Eine echte Wohltat!

Riesige Almwiesen öffnen sich im Arztal, im Winter perfektes Skitourengelände. Gegenüber erblicke ich die Seeblesspitze und das Pfoner Kreuzjöchl, beide von Wolfi und mir im Winter bestiegen.

Überall fließen kleine Bächlein, Wasser ist in dieser Gegend keine Mangelware. Ganz im Kontrast zum Karwendel, dort ist Wasser oft ein gesuchtes Gut!

Bald sehe ich den Arztaler Hochleger, Kühe und Pferde sind hier auf Sommerfrische. Schafe habe ich allerdings nicht gesehen, evtl. bedingt durch die Wolfssichtungen hier.

Vom Hochleger führt eine steile, aber gut zu gehende Almstraße zuerst zum Arztaler Niederleger, den ich heute auslasse, und weiter zur Rosenjochhütte, auch Eisenbahnerhütte genannt.

Da ich mit dem Bus angereist bin, führt mich mein Weg heute nicht zum Parkplatz Hinterlarcher, sondern direkt nach Innerellbögen. Dort sollte ich wieder einen Bus nach Hause finden.

Das Wetter hält schlussendlich doch, die Wolken wirken zwar bedrohlich, aber bis auf einen kurzen Guss in der Nähe der Durrenseespitze bin ich trocken geblieben.

Die Hinterlocher Mühle passiere ich auf diesem Wege auch. Die immer noch verwendete Mühle kann im Sommer besichtigt werden, dann werden Interessierte in das Handwerk des Müllers eingeführt.

Der Falkesanerbach, von dem die Mühle das Wasser bezieht, führt überraschend viel Wasser. Wenn ich allerdings an die vielen kleinen Bäche im hinteren Arztal denke, dann ist das auch kein Wunder.

Am Eingang zum Weiler „Innerellbögen“ steht ein wunderschöner Bauernhof, der zu einem längeren Verweilen einladen würde. Ein Blick auf die Uhr mahnt mich jedoch zur Eile, der Bus sollte in 5 Minuten an der Bushaltestelle ankommen. Ob sich das ausgeht?

Dank Autostopp schaffe ich den letzten Kilometer punktgenau zur Bushaltestelle, schon biegt das Öffi um die Kurve. Gott sei´s Gedankt, ansonsten hätte ich hier eine Stunde warten müssen.
Nun kann ich mich zurücklehnen und erreiche rasch wieder mein Zuhause.

Die Wanderung wollte ich schon lange machen, endlich kann ich auch diese Tour auf meiner ToDo-Liste abhacken. Wunderbar!

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:44 h
Gesamtlänge: 20,50 km
Höhenmeter: ∆ 1.179 m / ∇ 1.978 m

230806 Canyoning Stuibenfälle

Das Wetter ist grausig, es regnet und kalt ist es noch dazu. Dennoch habe ich eine Tour in den Stubenfällen, die Gäste sind super motiviert…
Nach dem Aufstieg über den Ministersteig gibt es das obligatorische Sicherheitsgespräch, der Wasserstand im Plansee ist in Ordnung, dem Spaß steht somit nichts im Wege.

Schon nach dem ersten Sprung werde ich gefragt, ob das immer so kalt ist. Ich muss grinsen… das wird nicht viel besser! Die Abseilstellen haben wir bald erreicht, einer nach dem anderen wird abgeseilt.

Der große Wasserfall ist eigentlich die spektakulärste Stelle der ganzen Tour, die Aussicht von oben ist einfach phänomenal.

Nach der zweiten Abseilstelle wird das Seil gut verstaut, ab nun haben wir nur noch Sprünge vor uns… und die sogenannte Schweinsrolle!

Gegen Ende der Tour, den Leuten ist schon richtig kalt, müssen wir noch ein paar Sprünge absolvieren… das Adrenalin lässt die Kälte kurz vergessen.

Sprung für Sprung bewegen wir uns im unteren Teil fort, es macht einfach Spaß. Dank neuner Regelung sind die Stuibenfälle nun nicht mehr ganz so überlaufen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:24 h
Gesamtlänge: 8 km
Höhenmeter: 100 m
Abseiler: 2
Sprünge: mind. 8

230802 Heimfahrt mit MTB

Normalerweise poste ich keine kurzen Touren wie meinen Heimweg, aber heute habe ich doch das Bedürfnis. Der Grund hierfür ist die Dokumentation der Waldschäden auf meinem Heimweg, die der letzte Sturm mit Wind verursacht hat.
Ich lasse hier am Besten die Bilder sprechen…

Die Einfahrt in „meinen“ Waldweg ist offen, die Sperre ist zur Seite geschoben, daher fahre ich ohne Gewissensbisse ein… beim Ausgang ist dann eine Sperre aktiv!

Der Wald ist hier zum Sperrgebiet erklärt worden, da zum Einen die Aufräumarbeiten im vollen Gange sind und zum Anderen auch nicht sichergestellt werden kann, dass noch was nachrutscht. Daher sollten die Sperren berücksichtigt werden…
Mir war das bei der Einfahrt nicht ersichtlich, daher habe ich diesen Weg gewählt… bei einer Sperre wäre ich nicht weitergefahren.

Ab Tantegert ist der Weg dann wieder frei, die Sonne lacht vom Himmel und taucht das Gebiet in schönes Licht!

Nach kurzer Zeit erreiche ich die Aldranser Felder, der Weizen steht in voller Blüte. Teilweise wurden die Halme durch den Sturm niedergedrückt, aber der Großteil der Ernte ist wohl erstmals gerettet.

Ich fahre diese Strecke normalerweise fast jeden Tag, aktuell sind einige Wege gesperrt, daher ist mir das nicht möglich. Eine „schöne“ Umfahrung ist nur über Umwege möglich, daher benutze ich zu meinem Leidwesen zur Zeit die Bundesstraße! Und das macht leider nur bedingt Spaß…

Tourendaten
Gesamtdauer: 35 min.
Gesamtlänge: 7,36 km
Höhenmeter: ∆ 190 m / ∇ 42 m